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Mag64

Erster Spielbericht und Special zur Wii U

Liebe Leser!

Auf dieser Seite möchten wir euch über die nächsten Monate lang, viele Fakten und Features zu Nintendos kommender Heimkonsole vorstellen. Bedeutet das dieser Artikel in regelmäßigen Abständen einem Update unterzogen wird.

Letztes Update dieses Specials: 24.06.2012

Beginnen möchten wir dabei mit unserem ersten realen Kontakt mit der Wii U. Auf Nintendos Post E3 in Berlin hatten wir Gelegenheit die Hardware und erste Spiele selber aktiv kennen zu lernen. Weiter unten findet ihr wie gewohnt das Fakten Special zur Wii U.

Es ist noch gar nicht so lange her, da spannte Nintendo seine Jünger auf der E3 ein weiteres Mal auf die Folter. Im Vorfeld geisterten die unmöglichsten Gerüchte durch das Netz. Was am Ende auf der PK auf die Gamer losgelassen wurde, war in weiten Teilen etwas wenig. Zumindest gemessen an der Erwartungshaltung, die sich ja Tage zuvor extrem aufgebaut hatte. Zu vielen Dingen gab es keine bis wenig neue Infos, was ob des Release Termins in diesem Jahr schon überraschend war. Da sich diese Informationspolitik auch in den kommenden Wochen offiziell nicht ändern wird, waren wir umso erfreuter, dass Nintendo in diesem Jahr seine sogenannte Post E3 Tour auch hierzulande wieder abhält. Früher gab es diese Veranstaltung direkt in Großostheim, seit einigen Jahren tourt man durch einige deutsche Großstädte. Recht schnell nach der E3 kam die Einladung auch zu uns ins Haus geflattert. Und lange bitten muss man uns ja nicht. Erste Station sollte einmal mehr Berlin sein, was für uns auch von der Entfernung her ideal ist. Wie immer war auch diese Veranstaltung nicht öffentlich, da hier wie immer nur Redaktionen und anderweitige Fachbesucher eingeladen werden. Vergleichbar sicherlich mit der 3DS Experience Night im letzten Jahr. Wobei zum Thema Wii U dies nicht die letzte Veranstaltung gewesen sein wird. Vor dem eigentlichen Launch in diesem Jahr darf wohl noch einmal gereist werden. Aber ich schweife ab. Sehr interessant war die Location, in der Nintendo den Berlin Event abhielt.

Im modernen Lifestyle Hotel nhow im Osten Berlins, wurde die Galerie des Hotels dafür auserkoren. Das interessante dabei ist die Nähe zum Spreespeicher, in dem oben angesprochene 3DS Experience Night im letzten Jahr stattfand. Denn beide Locations liegen direkt nebeneinander. Daher war ich auch der Meinung, ich würde das Hotel sehr schnell finden. Pustekuchen…, im letzten Jahr mit Auto angereist, war in diesem Jahr nur meine Wenigkeit auf Reisen. Diesmal mit dem Zug und öffentlichen Verkehrsmitteln, klappte soweit alles ganz gut. Nur sollte man dann auch in die richtige Richtung laufen. ;-)) Auch so kann man Berlin kennenlernen. Ja ich weiß, Smartphones haben auch ein Navi… Etwas genervt kam ich dann gegen 18:00 Uhr an, wobei die Tatsache des seit langem mal wieder wärmsten Tages meine Stimmung nicht unbedingt verbesserte. Aber kaum angekommen, war diese Stimmung auch schnell wieder verflogen. Lustig finde ich immer die Tatsache, dass man von draußen schon sehen konnte, was hier abging. Passanten die sich ein wenig in der Materie auskennen, dürften schon etwas verdutzt geschaut haben, welches Konsolen Logo ihnen da entgegen kam. Einmal drin war dann doch einiges etwas anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Die Location selber traf jetzt nicht unbedingt meinen Geschmack, was die Gestaltung angeht, aber das ist natürlich wie immer nur eine persönliche Anmerkung. Aufgebaut auf 2 Etagen standen mehrere Wii U Stationen, an denen man verschiedene Spiele endlich ausprobieren konnte. Denn ein "bisschen" Lust aufs Zocken bekommt man nach den E3 Berichten ja schon. Dazu gab es wie immer ein ausladendes Buffet und konnte zudem einiges 3DS Titel anspielen.

Anders als gedacht sollte der Abend an sich verlaufen. Keine Bühne, spezielle Präsentation, PK oder ähnliche Einführung. Man meldete sich an und konnte eigentlich sofort an die Stationen stürmen. Natürlich gut besucht, hatte man aber dennoch keine Probleme, alles in Ruhe mal anzuspielen und sich endlich den ersten Eindruck zu holen. Man trifft wie immer Bekannte aus der Szene und hat hier und da immer wieder seinen kleinen Small Talk. Aber ich weiß das interessiert euch eigentlich nicht. Ihr wollte ein paar Eindrücke lesen und keinen Reisebericht. Aber ihr wisst ja, ich mag's gern etwas blumig und schmücke Texte ganz gerne mal aus. Eines aber gleich vorweg. Komplette Previews solltet ihr noch nicht erwarten. Dafür reicht das Gespielte in 4 Stunden dann doch nicht aus. Ich schneide da lieber alles zunächst ein wenig an und will euch ja eher meinen persönlichen ersten Eindruck vermitteln. Und vor allem das Feeling, erneut eine neue Nintendo Hardware in den Händen zu halten. Diese Magie gibt es auch nach 15 Jahren Mag64 nach wie vor. Das könnte ihr mir glauben. Konnte man nun im unteren Bereich der Galerie, die eher für jüngere Spieler und das breite Publikum gemachten Games probieren, sorgten oben auf der Etage die etwas spezielleren Games für Unterhaltung. So konnte man unten Mario Bros., Nintendoland, Wii Fit, Sing, einen Wario Titel und die Panorama View Demo nutzen. Dazu die 4 angesprochenen 3DS Knaller mit Luigis Mansion, Kingdom Hearts, das neue Mario Game und Castlevania für den 3DS. Oben warteten mit Batman, ZombieU, Ninja Gaiden 3, dem P-100 Titel und Pikmin 3 die Spiele für das ältere Semester. Im Falle von ZombieU und Ninja Gaiden 3 klare 18er Titel wenn sie so kommen. Selten so viel Körperteile und Blut gesehen. ;-)

Was ich schön fand war die Tatsache, dass man die Wii U sowohl in Schwarz und Weiß zeigte und auch den neuen Classic Controller nutzen konnte. Dieser liegt übrigens sehr gut in der Hand. Mag von vorn wie ein Xbox Controller Klon aussehen. Von der Seite könnte man es eher für ein Gamecube Pad halten. Dementsprechend ist auch die Griffigkeit. Hier wird man echt sofort warm und er fühlt sich besser an, als der aktuelle Classic Controller. Aber der große Moment war natürlich der erste Kontakt mit dem GamePad. Hinter Glas-Vitrinen stand überall das Objekt der Begierde. Wie schon erwähnt in Schwarz und Weiß, wirkt sie als kompletter Blickfang größer als gedacht. Zumal auch hier wieder eine kleine Abdeckung den hinteren Teil zierte. Wohl nicht umsonst, denn selbst die Mitarbeiter tappen auch bei vielen Dingen noch etwas im dunklen. Denn spezielle Fragen konnten sie kaum beantworten. Beispielsweise die Frage in welcher Auflösung die Wii U Titel hier alle laufen, erzeugte allerorten nur Achselzucken. Da aber Nintendo selber zu Beginn die Spiele in 720p auf den Markt bringen will, denke ich, dass auch hier die Auflösung in diesem Modus gelaufen ist. Ansonsten wirkt die Konsole selber auf den ersten Blick wie eine flach hingelegte Wii-Konsole, die etwas runder auf den Betrachter wirkt. Dennoch habe ich wie immer schon gedanklich überlegt, wie ich wohl am Ende des Jahres mal wieder die Spielehölle umbaue und alles neu platziere. ;-) Auch das ist irgendwie jedes Mal so. Erste Station auf meinem Weg durch die Wii U Experience war die Panorama View Demo. Hier war dann auch der erste GamePad Kontakt. Surprise, Surprise …, man ist das Teil leicht. Das hat mich echt überrascht. Auf den ersten Blick nimmt man das aufgrund der Ausmaße nicht an. Wie üblich bei einer Nintendo Hardware wirkt das Teil gut verarbeitet, wobei ich mich schon wieder auf den Kampf mit dem Klavierlack freue. ;-)

Wie überall wo die Wii U bisher gezeigt wurde, ging auch hier alles über eine Kabelverbindung. Das Feeling mit dem Pad…? Das passt sagte ich mir. Es ist wirklich angenehm griffig, wobei die kleinen aber feinen Veränderungen zur diesjährigen E3 Version schon dazu beigetragen haben. Das betrifft sowohl auffällige Dinge wie das vordere Design und die Sticks, wie aber auch die Rückseite und speziell auf der unteren Seite die nun vorhandenen neuen Kanten. Bedienungsprobleme sehe ich im Moment in der reinen Handhabung wenige. Speziell die wohl häufig genutzten Funktionen samt Tasten wirken durchdacht. Speziell die Griffigkeit wenn man beide Sticks und vor allem die 4 Schultertasten mit einbeziehen will. Die Druckpunkte sind an sich nichts Aufregendes und kommen eher gewohnt daher. Auch der Gegendruck der Sticks ist nichts was einen überrascht. Aber hier muss man ja nun auch das Rad nicht neu erfinden und bekommt die gewohnte Nintendo Qualität geboten. Aber eines zeigte die Panorama View Demo auch. Spiele die darauf setzen, dass man das GamePad hoch hält und nicht direkt vor sich wie ein Pad, erzeugen wohl auch ein gewisses Ermüdungssyndrom. Das liegt nicht am Pad selber, denn so schwer ist es ja nicht. Es dürfte dann einfach nur die spezielle Haltung sein. Wobei Anwendungen dafür hier kaum vorhanden waren. Was schnell auffällt ist die gute Qualität des reinen Bildschirms im Pad. Sehr klar und farbenfroh, wie später vor allem Super Mario Bros U zeigte. Dort spielt man ja auch direkt, oder unterstützt eben die Mitspieler. Warme Farben und ein sehr klares Bild zeichnen den Touch Screen aus. Gefällt mir richtig gut.

Die Panorama Demo war nun so angelegt, dass man auf dem Bildschirm vor sich ein Video laufen ließ und man selber mit dem Pad nach allen Seiten abseits des Videobildes schauen könnte. Imposant gemacht und sofort schießen einem ja selber Ideen durch den Kopf. Mir fiel da sofort ein WK Flugshooter Szenario ein, bei dem Spieler 1 auf dem TV das Cockpit uns sein MG benutzt, während der Pad Spieler aus dem Geschützturm nach allen Seiten Angriffe abwehrt. Ideen gibt es dafür mehr als genug. Das neue Wii Fit nimmt man eher am Rande wahr, oder besser gesagt das es sich um die Wii U Variante dreht. Denn grafisch bleibt man auf dem bekannten Level und auch das Balance Board ist ja alles andere als neu. Das Pad wird hier eher als Zusatz genutzt. Gutes Beispiel ist ein Art Geschicklichkeitslauf. Während man per Laufbewegungen auf dem Balance Board vorwärts kommt, hält man das Pad wie einen Teller vor sich und muss versuchen über die Bewegungen etwas in den Händen zu balancieren. Das Thema Nintendoland hat ja viele von euch zu wilden Aussagen hingerissen. Ich muss sagen, es ist auch eine sehr spezielle Spieleansammlung. Von daher gebe ich allen Recht, die das Ganze eher als große Minispielsammlung ansehen. Geht mir im Moment nicht anders, auch wenn einige Sachen schon Spaß machen. Speziell die Luigis Mansion Variante bot Raum für jede Menge Unterhaltung und war auch auf der Veranstaltung weithin hörbar. Hier konnte man die Variante mit dem Labyrinth und dem Geist spielen. Sprich ein Spieler agierte als Geist auf dem Pad, während die anderen 4 Spieler mittels Remote versuchen mussten ihn zu fangen. Je näher sie dem Geist kommen, umso intensiver vibrierte die Remote und sie konnten ihre Taschenlampen einsetzen. Nicht ewig lange mit Energie versorgt, versuchte nun der Pad Spieler seinerseits die Spieler von hinten zu erwischen. Klingt simpel, war aber auch für längere Zeit recht unterhaltsam.

Das war auch die Wii U Variante von Mario. Gewohntes 2D Game Play mit einigen Zusätzen. Speziell der Pad Spieler hat hier eine interessante Funktion und darf sich als Retter betätigen. Er verfolgt auf dem Pad die Aktionen der Mitspieler und kann mittels einfachen tippen auf den Touchscreen Plattformen erschaffen, so dass sie dem Absturztod entgehen. Für viele Spieler wird aber sicherlich die Möglichkeit das Spiel auf das Pad zu holen, eher ein Kaufgrund sein. Eröffnet schon neue Möglichkeiten. Es ist halt schade gewesen, dass man auf die eher kurz gehaltenen Demos angewiesen war und noch nichts von der Menüführung und dem "Großen Ganzen" gesehen hat. Das fehlte halt schon ein wenig. Auch hier muss man wieder Nintendoland ansprechen, bei dem Unbedarfte wirklich annehmen könnten, es handelt sich wirklich nur um simple Minispiel Action. Für den ersten Kontakt vollkommen ausreichend, giert man aber schon schnell nach mehr. Ging mir bei Pikmin 3 so. Kaum die Remote und den Nunchuk in der Hand, hätte man mich damit auch in einen Raum sperren können. Es wären keine Beschwerden von mir gekommen, oder besser gesagt das Spiel zieht einen sofort wieder in seinen Bann. Wobei bedingt durch die Vorgänger der grafische Unterschied schon derb zu sehen war. Videos sind halt doch etwas anderes, als so etwas eben Live und in Farbe zu sehen. Die detaillierten Texturen, die unglaublich scharf wirkenden Gegner und vor allem die endgeile Kameraposition sind herrlich anzuschauen. Gerade die Kamera, über die man nun auch in die Tiefe des Geschehens schauen kann, gibt einem ein völlig neues Spielerlebnis. Klar dass man vor allem mit dem neuen Pikmin Typ agieren konnte. Auch wenn vieles wirklich gewohnt anmutet, was ja auch gut so ist, aber allein die spielbaren Momente machen sofort Lust auf mehr. Wer hier früher schon gerne Pikmin gespielt hat, wird sich hier tierisch drauf freuen dürfen.

In die gleiche Kerbe schlägt übrigens auch P-100, der einem anfangs viel zu bunt, zu hektisch und mit einem überladenen Bildschirm vorkommt. Das ändert sich schon mit der Zeit, sobald man das Spielsystem etwas verstehen lernt. Denn man macht hier eigentlich nicht viel anders als bei Pikmin. Man befehligt kleine wuselnde Charaktere um einen Chefe und kann ihnen verschiedene Attacken zuweisen. Es gilt immer neue Charaktere zu generieren und mittels verschiedenen Formationen, die man unter anderem über das Pad zeichnet, Gegner zu erledigen oder einfach nur Mechaniken auszulösen, um durch die Level zu gelangen. Sollte man zumindest im Auge behalten. Das Thema Batman erinnert einen schnell an den Gamecube Launch. In Amerika hat die Serie ja auch einen anderen Status als bei uns. Runzelten bei uns viele die Stirn ob dieses Launchtitels, bei den Amis ist das fast schon Pflicht. Schade dass man hier zu sehr auf die Pad Einbindung gesetzt hat. Auch bei den spielerischen Momenten, war es oft wichtiger mit dem Batarang zu agieren, als dem Hauptcharakter selber. Ist zwar jetzt etwas überspitzt von mir, war aber gefühlt so. Seine Feuertaufe für schnelle Actiontitel konnte man aber auch hinter sich bringen. Ninja Gaiden 3 ist zwar kein brandneuer Titel, sieht aber zum einen exzellent und blutig aus und ist zum anderen ein Button Smasher vor dem Herrn. Dem kommt auch der unglaublich hohe und dynamische Gamespeed zugute. Spielen konnte man ein paar Outdoor Areale mit ständig auftauchenden Gegnern. Neben den typischen Tastenumsetzungen für leichte, mittlere und schwere Attacken kommt ein gutes Combo System zum Einsatz.

Hier fühlt man sich schon ein wenig, als hätte man ein Prügelboard aus den guten alten Zeiten in der Hand. Zu Beginn war es noch sehr ungewohnt, einen derart schnellen Prügler mit dem Pad zu spielen. Aber es zeigt sich schnell, dass die angesprochene Griffigkeit und Erreichbarkeit der Tasten gut gelöst ist. Die beiden Sticks samt den Tasten sind hier wirklich sehr gut zu erreichen und machen keinerlei Probleme beim Spielen. Nicht minder blutig ist ZombieU, der ebenfalls recht intensiv das Pad nutzt, ohne dass es hier überfrachtet wirkt. Auch wenn man hier die Vorteile des Classic Controllers ebenfalls ansprechen muss. Zockt man mit Pad, erlaubt euch dieses neben der kompletten Bedienung und Steuerung, den Einsatz des Inventory und dient zudem als Scan-Einheit, um erledigte Zombies nach Items abzusuchen. Für Resident Evil Fans, die sich frei bewegen wollen, dürfte dieser Titel zum Launch definitiv sehr interessant sein. Denn spielerisch lässt es sich gut an. Grafisch schon sehr gelungen, geht auch die Steuerung gut von der Hand. Dennoch bin ich gespannt welches Rating er bekommen wird. Denn nach der E3 waren einige Videos zu ZombieU und auch NG3 in Deutschland nicht abrufbar. Jetzt weiß ich auch warum und ich hoffe sehr dass man hier nicht am Spiel herumschnippelt. Für den Sing und Wario Titel war kaum Zeit, so dass ich diese Titel hier mal auslasse. Wichtiger waren mir zum Ende dann auch die 3DS Titel. Schade dass man Paper Mario nicht gezeigt hat. Hätte mich privat sehr interessiert. Kingdom Hearts und Mario erscheinen eh bald, so dass ich mich mehr um Castlevania und Luigi's Mansion kümmern konnte. Castlevania überrascht dabei vor allem durch die Technik und sieht mörderlich gut aus. Ein wirklich toller Tiefeneffekt trotz oft gespieltem 2D Gameplay zeichnet den Titel genauso aus, wie butterweiche Animationen und teils toll in Szene gesetzte Boss Gegner.

Eine gute Steuerung runden hier den sehr gelungenen Eindruck ab. Eines meiner persönlichen Highlights an diesem Abend war aber Luigi's Mansion für den 3DS. Hier hat man wirklich ganze Arbeit geleistet. Wer die Vorgänger gerne gespielt hat, wird diese Version lieben. Zumindest die ersten 30 Minuten des Spiels habe ich mir gegönnt und dabei viel geschmunzelt und nachdenken dürfen. Denn das sind 2 klare Pluspunkte des Spiels neben der gelungenen, wenn auch anfangs ungewohnten Steuerung. Sehr humorvoll umgesetzt, darf man sich auch auf mehr Rätselkost freuen. Zwar oft in Such-den-Schlüssel-Spielchen eingebettet, ist die Art und Weise wie man an viele Schlüssel gelangt, auch mit der einen oder anderen Kopfnuss verknüpft. Dazu sieht das Spiel ebenfalls sehr gut aus. Tolles 3D und vor allem viele gelungene Lichteffekte. Was bleibt am Ende eines wie immer viel zu kurzen Tages über den ersten flüchtigen Kontakt mit der Wii U zu sagen. Zum einen das es auf viele Fragen noch keine Antworten gab. Die gezeigten Spiele zeigten im Falle von Ninja Gaiden 3, ZombieU und Pikmin 3, wohin die Reise grafisch gehen wird. Jeder Titel auf seine Weise. Beeindruckt bin ich vom GamePad, das sehr gut in der Hand liegt, die Tasten und Sticks sehr gut erreichen lässt und vor allem vom Gewicht her punktet. Mein vorheriges Gefühl, dass es vielleicht etwas klobig wirkt und sich nicht in allen Spielen als wirklich perfekt erweist, ist zwar schon hier und da noch vorhanden. Aber viele Befürchtungen konnte ich durch meinen ersten Kontakt damit ad acta legen. Da bis zum Release noch viel passieren wird, war der erste Kontakt mit Nintendos neuem Flaggschiff gelungen. Viele Fragen warten noch Antworten, aber es lässt sich erst einmal gut an. Im Moment sage ich klar, …freut euch drauf. ;-) Matthias Engert

-----------Weitere Fakten im Wii U Special-----------

"Current", "Feel" oder auch "Beem"…im Vorfeld der Videospielmesse E3 im Jahre 2011 wurden die wildesten Namen für die Konsole vermutet, die Nintendo dort enthüllte. Quasi nach dem Motto "Wii make games for U" kam es aber ganz anders und Nintendo gab dem Nachfolger seiner Wii den simplen Namen "Wii U". Wirklich handfeste Informationen blieb das Unternehmen seinen Fans jedoch schuldig. Zunächst war die Verwirrung gar so groß, dass einige Beobachter annahmen, es handele sich hier lediglich um ein "GamePad-Update" für die Wii. Diese Konfusion war aber bald ad acta gelegt und es war klar: Hier entsteht eine neue, eigenständige und Neugier weckende Maschine. Tech-Demos und erste Software-Ankündigungen (u. a. Nachfolger zu "New Super Mario Bros Wii" und THQs "Darksiders") ließen bei den Fans Freude aufkommen. Technisch würde die Konsole auch tatsächlich in Gefilde vorstoßen, die Nintendo noch nie betreten hatte: Und zwar den Bereich der High Definition. Allerdings: Viel mehr als diese Informationen ließ sich Nintendo jedoch nicht entlocken. So blieben Videospiel-Anhänger rund um den Globus zwar weiterhin interessiert, konnten aber nicht wirklich ausmachen, welchen Weg Nintendo mit der Wii U denn nun einschlagen möchte.

So verging eine schier endlose Zeit - gefüllt mit den üblichen Gerüchten, vagen Entwickler-Kommentaren und typischen "Wartet die nächste E3 ab!"-Sprüchen seitens Nintendos - bis nahezu exakt ein Jahr später am 05. Juni 2012 die nächste E3-Pressekonferenz auf dem Plan stand. Im Vorfeld hatte Nintendo bekräftigt, nun endlich mit handfesten Details und einer Fülle an Wii-U-Titeln auf sich aufmerksam machen zu wollen. Das Endergebnis war eine mittelprächtige Präsentation, die zwar neue Erkenntnisse mit sich brachte, die Fans aber auch nicht in hemmungslosen Jubel verfallen ließ. Das "Wii U GamePad", wie das Eingabegerät der Wii U nun offiziell heißt, wurde einer Optimierung unterzogen: Statt 3DS-Schiebepads verfügt es nun über authentische Analog-Sticks, die an die GameCube-Ära erinnern. Außerdem ist es von einem sogenannten "NFC-Reader und -Writer" gekennzeichnet. Auf dieses Feld können bestimmte Figuren oder Karten platziert werden, die dann für einen Effekt im Spielgeschehen sorgen, wie man es beispielsweise von dem Titel "Skylanders: Spyros Adventure" kennt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Nintendo in Zukunft intensiver auf dieses Feature setzen wird. Darüber hinaus überraschend: Das GamePad lässt sich auch als TV-Fernbedienung benutzen und kann etwa EPG-Inhalte auf dem eigenen Bildschirm anzeigen. Praktisch, aber nichts wirklich Weltbewegendes, auf das Nintendo-Fans sehnsüchtig gewartet haben. Viel interessanter ist da schon die Tatsache, dass das GamePad über einen aufladbaren Lithium-Ionen-Akku verfügt, der etwa drei bis fünf Stunden für Spielspaß garantieren soll. Circa zwei Stunden soll dann der Ladeprozess in Anspruch nehmen, bis das GamePad wieder kabellos seinen Dienst verrichten kann. Während des Ladens kann aber selbstverständlich weitergespielt werden.

Vor lauter Fokussierung auf das GamePad kann fast schon in Vergessenheit geraten, dass man mit dem Erwerb der Wii U ja auch noch eine weitere Einheit erwirbt, und zwar eine Konsole mit komplett neuem Innenleben. Nintendo führte in Zuge dessen an, dass die Wii U einen Multi-Core-Prozessor von IBM und eine GPU von AMD sein Eigen nennen wird. Ob diese dem Leistungsniveau der aktuellen Konkurrenzkonsolen gerecht werden können, lässt sich mangels genauer Angaben jedoch (noch) nicht sagen. Die Konsole verfügt über einen internen Flash-Speicher (die genaue Größe ist ebenfalls noch nicht bekannt), der z. B. mit SD-Karten erweitert werden kann. An den Fernseher angeschlossen wird die Maschine entweder über den neuen HDMI-Anschluss (hier wird eine Auflösung von bis zu 1080 Zeilen unterstützt) oder den altbekannten AV-Multi-Out-Anschluss. Auch vier USB-Ports sind an der Konsole zu finden. Im Vorfeld der E3 2012 wurde aber vor allem ein Aspekt auffallend oft diskutiert: Wie viele Wii-U-GamePads lassen sich gleichzeitig mit der Wii U verbinden? Letztendlich hat sich Nintendo dazu entschieden, dass zwei GamePads mit der Konsole verbunden werden können. Das bedeutet, dass theoretisch bis zu sechs Spieler (zwei GamePad-Benutzer plus vier Spieler, die mit Wii-Fernbedienungen spielen) an einem Spiel teilnehmen können. Neben den Wii-Fernbedienungen werden - natürlich - auch das Nunchuk, das Balance Board und der Classic Controller unterstützt. Zudem wird es für die Wii U einen neu entwickelten "Wii U Pro Controller" geben, der eindeutig dem Xbox360-Pad nachempfunden ist. Übrigens wird die Konsole nicht nur in weiß, sondern auch in schwarz auf den Markt kommen - letztere Farbvariante allerdings erst nach dem Launch.

Um das Spielen interaktiver zu gestalten, enthüllte Nintendo überraschend mit das Konsolen-eigene Netzwerk "Miiverse". In Zeiten des allgegenwärtigen Daseins von Twitter, Facebook & Co. setzt nun also auch das japanische Unternehmen auf den Aspekt der sozialen Vernetzung in den digitalen Welten. Miiverse funktioniert folgendermaßen: Wird die Konsole eingeschaltet, blickt man quasi auf einen großen Marktplatz voller Miis. Wie auch bei einem echten Marktplatz gibt es hier eher ruhige oder extrem frequentierte Ecken. Die Miis von Freunden oder auch Leuten, denen man in Online-Duellen bereits gegenüber stand, scharen sich hier diskutierend um Symbole, die je für ein bestimmtes Spiel stehen. Darüber hinaus verfügt jeder Spieler über einen eigenen Account, der von anderen Spielern einsehbar ist. Was ein Freund gerade gespielt hat oder welche Meinung er zu diesem und jenem Titel hat, kann hier nachgeschaut werden. Auch in den Spielen selbst kommt Miiverse zum Einsatz: In "New Super Mario Bros. U" wird zum Beispiel zu sehen sein, welche Level befreundeten Spielern besonders viel Kopfzerbrechen bereitet haben.

Apropos Spiele: Von denen wurden nun - endlich - handfeste Exemplare angekündigt, demonstriert und auch zum Anspielen zur Verfügung gestellt. Nintendo selbst setzt auf überwiegend Altbewährtes: "New Super Mario Bros. U" setzt die 2D-Hüpf-Reihe des Klempners fort und wird zum Launch bereit stehen. Das ist zwar alles andere als innovativ, aber dennoch dürfte das Spiel - so weit lehnen wir uns jetzt mal aus dem Fenster, ohne dabei hinunterzufallen - bei so gut wie jedem Erstkäufer in der Einkaufstüte landen. Zudem wird mit "Nintendo Land" ein Titel erscheinen, der das Prinzip des neuen Controllers mit diversen Minispielen im Freizeitpark-Stil näher bringen soll. Nintendo-Franchises wie "Donkey Kong", "Super Mario" oder auch "The Legend Of Zelda" stehen hier Pate für die einzelnen Attraktionen. Wir denken, dass es sich hier wie bei "Wii Sports" um einen Titel handelt, der das Potenzial hat, dass er der Wii U direkt beiliegen wird. Von den Dirttherstellern wurden für den Launch unter anderem die Titel "Batman Arkham City - Armored Edition", "Scribblenauts Unlimited" und "Ninja Gaiden 3: Razor's Edge" angekündigt. Von Nintendos traditionell stark unterstützendem Partner Ubisoft werden für die Wii U zudem die (vorerst) exklusiven Wii-U-Titel "Rayman Legends" und "Zombi U" erscheinen. Nintendo selbst stellt ebenfalls einige Titel in Aussicht, die sich aktuell im eigenen Hause in Entwicklung befinden: "Game & Wario", "Project P-100", "Wii Fit U" und nicht zuletzt das auf der E3 in den Fokus gestellte "Pikmin 3" werden die Wii U in Zukunft beehren. Der japanische Konzern wird die Wii U also zugkräftig unterstützten und mit exklusiven Titeln versorgen. So verhalf Nintendo auch der Wii zu denkwürdigen Titeln. Aber dennoch bleibt die alles entscheidende Frage: Wie werden die Dritthersteller mit der Wii U umgehen?

Die Vorgänger-Konsole Wii war an den Verkaufszahlen gemessen alles andere als ein Misserfolg. Hardcore-Spieler, die Wert auf einen fordernden Schwierigkeitsgrad und anspruchsvolle Aufgaben legen, wurden mit der Wii jedoch nur bedingt zufrieden gestellt. Natürlich kamen von Nintendo die klassischen Abenteuer von Mario, Link & Co., welche eben genannte Kriterien teilweise erfüllten. Allerdings sah dies bezüglich Multiplattform-Titeln ganz anders aus: Generell stellte die Wii-Variante die schlechteste aller zur Verfügung stehenden Versionen eines Spieles dar. Entweder mangelte es an der Anpassung an die speziellen Funktionen der Wii ("Fuchtelsteuerung"), es mündete in einem grafischen Desaster (hier sei mal die "Need For Speed"-Reihe als Beispiel genannt) oder ein Spiel wurde erst gar nicht für die Wii umgesetzt. Viele altgediente Videospieler wanderten so zur Konkurrenz ab. Nintendo hat - auch das muss man zugeben - durch die vielen "Casual-" und Familien-Titel zwar mindestens ebenso viele neue Kunden gewonnen. Der zunehmende Verlust des "harten Kernes", der während der achtziger und neunziger Jahre dafür sorgte, dass Nintendo auf dem Konsolenmarkt zeitweise einen Marktanteil von etwa 90 Prozent für sich beanspruchen konnte, schmerzt den Konzern jedoch erheblich.

Reggie Fils-Aime, der US-Chef des Unternehmens, offenbarte kurz nach der E3 2012, dass viele wichtige Titel von Drittherstellern auf der Wii gefehlt haben. Mit der Wii U solle sich dies nun ändern - vor allem, weil diese grafisch einen großen Schritt nach vorne gemacht hat. Hätte die Wii zur Markeinführung im Jahre 2006 grafisch auf dem Niveau der Xbox 360 gelegen und eine umfassendere Unterstützung von Electronic Arts, Take Two und ähnlichen Publishern erhalten, hätte sie sowohl das Casual- als auch das Hardcore-Fan-Lager gleichermaßen zufrieden gestellt. Die Wii U setzt nun auf HD und bietet für Nintendo-Verhätnisse überdurchschnittlich ansehnliche Spielegrafik. Es ist nun an Nintendo, mit der Wii U nicht dieselben Fehler zu begehen, die im Umgang mit der Wii gemacht wurden. Eine besonders spannende Frage wird sein, inwiefern Mutliplattform-Spiele auf die Wii U umgesetzt werden, wenn die Nachfolger der Xbox 360 und PlayStation 3 auf dem Markt sind. Sehen Wii-U-Versionen solcher Spiele dann immer noch ansehnlich aus und profitieren zudem vom (potenziellen) GamePad-Bonus? Oder wirken derartige Titel im Konsolenvergleich zu diesem Zeitpunkt altbacken und das Gros der Fans greift erneut zu den Versionen auf Konkurrenz-Systemen? Mit dem Pro Controller hat Nintendo hinsichtlich der Hardcore-Fans schon mal vorgesorgt: Wenn Entwickler ihre Titel nicht auf die Einbindung des GamePads zuschneiden wollen, können sie ebenso auf traditionelle Steuerung setzen. Das ist zwar nicht unbedingt im Sinne von Nintendos persönlicher Firmenphilosophie ("Nicht die Grafik ist wichtig - sondern vorrangig das Gameplay!"). Wenn es aber die zufrieden stellt, die doch irgendwie nie zufrieden sind - die Fans - sollte es dem Konzern recht sein. Ob Reggie Fils-Aimes Äußerung "Ihr wollt etwas völlig Neues haben, gleichzeitig soll es aber auch etwas sein, das euch vertraut ist.", die er im Jahre 2011 bei der erstmaligen Enthüllung der Wii U von sich gab, in einer prachtvollen Spielekonsole enden wird, ist vorerst mit Skepsis zu beurteilen. Der Erfolg der Wii U wird sicherlich auch vom Verkaufspreis abhängen, der in den kommenden Monaten explizit genannt werden wird. Sollte sich jedoch der Spruch bewahrheiten, dass man aus Fehlern lernt, sollte die Wii U im Vergleich zur Wii eine Konsole darstellen, die eine kräftige Dritthersteller-Unterstützung erfahren wird und eben nicht nur dann heiß läuft, wenn im Disc-Schacht ein Titel von Nintendo höchstpersönlich steckt. Niklas (Adrock)

Links zum Thema Nintendo Wii U:

- Diskutiert im Mag64 Forum

news@mag64.de (24.06.2012)

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