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Wii U Splatoon
 
 
Splatoon - Wii U
Matthias Engert (11.12.2015)

SYSTEM: Wii U-PAL
ENTWICKLER: Nintendo
GENRE: Shooter
SPIELER: 1-2(8) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 506 MB
DOWNLOADS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-7
CONTROLLER: Pad, CC
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK6
5.1/DD/HD: Ja/Nein/1080p
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
amiibo: Ja
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Ja
MIIVERSE: Ja

   
Einleitung....

Mit meinen 44 Jahren gehöre ich natürlich auch zur Spezies der Shooter Fans. Wer schlägt sich nicht mal gerne die Nacht um die Ohren und lässt dabei ballernd die Sau raus. Egal ob wir es mit Zombies, Soldaten oder Robo-Kämpfern zu tun haben. Ob allein oder im Team, mal in die Rolle eines waffenbepackten Helden zu schlüpfen, hat natürlich was. Bevor hier wieder Fragen aufkommen, ja ich habe an der Waffe gedient. Sogar in 2 Armeen. Bei Fragen dürfen mich die jüngeren Gamer gerne kontaktieren, wie das geht. ;-) Aber wie sich zeigen sollte ist Shooter dann eben doch nicht gleich Shooter und es muss nicht zwingend eine Altersempfehlung 18 auf der Verpackung stehen, um als erwachsener Gamer Spaß zu haben. Die Rede ist natürlich von Splatoon, der selbst in meinem Freundeskreis die interessantesten Kommentare erzeugt hat. Tenor aller Mitstreiter war aber, dass einen solchen Shooter wie Splatoon, mit einer USK6 Einstufung, nur Nintendo hinbekommen kann. Einmal mehr der Beweis für die Ideenvielfalt der Jungs aus Kyoto. In der Tat verdient allein schon die Idee und Umsetzung dieses Themas in Splatoon eine Wertung für sich, ohne dem Test und der normalen Bewertung hier vorzugreifen. Aber was macht Splatoon nun so besonders und vor allem anders als der Rest der Shooter Konkurrenz? Der folgende Test wird euch aufklären.

Menus und die Story....

Dabei muss sich der interessierte Spieler einmal mehr keine Sorgen um die Rahmenbedingungen machen. Viele Features, die einfach der Nintendo-typisch sind. Das beginnt bei der Lokalisierung des Spiels, was die Texte angeht und der dazu eingebundene Kauderwelsch, der hier und da als Sprachausgabe herhalten muss. Da macht auch ein Splatoon in der Nintendo Phalanx keine Ausnahme. Mittlerweile gibt es zum Spiel mehrere lohnenswerte Updates, so dass man bei aktuellem Stand etwas mehr als 500MB in seinem Wii U Speicher zur Verfügung haben sollte. Sind allerdings lohnenswert und erweitern das Spiel um einige Inhalte. Dazu später noch ein paar Worte. Technisch haben wir es hier mit einem 1080p Titel zu tun, der in diesem Bereich vor allem mit der Framerate überzeugen kann. Und in einem Shooter bekanntlich nicht ganz unwichtig. Soundtechnisch dudeln uns die Inhalte im gewohnten Wii U 5.1 Sound entgegen. Absolutes Highlight im Spiel sollte der Mehrspieler sein. Und hier reden wir nicht von der Offline Variante, sondern von den Online Schlachten in Splatoon, die zeigen wie man einen Mehrspieler für bis zu 8 Leute aufziehen kann. Des Weiteren gibt es im Spiel eine amiibo Unterstützung, sowie die Einbindung des Miiverse Features. Über die amiibo Unterstützung lasse ich mich später noch aus. Bilder samt Video gibt es dann wie immer in Kürze im nächsten Update unseres amiibo Specials. Eine Story gibt es hier aber direkt mal nicht. Wenn man so will, ist hier so ziemlich alles auf die Entwicklung des Helden für die Online-Schlachten ausgerichtet, auch wenn es einen Einzelspieler-Modus schon gibt. Aber dieser bedient sich eher einer sehr seichten "Eindringlinge gegen Beschützer" Variante, der man keine große Aufmerksamkeit schenken muss. Der Kern ist und bleibt das stetige Ballern und Verteilen von Farbe, das dem Titel ja auch seinen unverwechselbaren Namen gibt. Und so selten man das auch sagen kann, dieser Shooter braucht auch keine Geschichte. Genauso simpel und einfach ist der Spielstart, der weder Hauptmenü noch sonstige Einstellungen bereithält. In Splatoon kommt man recht schnell an die zentralen Bestandteile, so dass wir diese Themen alle im Gameplay Abschnitt näher beleuchten wollen.

Das Gameplay....

Vor der Action steht aber einmal mehr ein wenig Personalisierung an. Sprich ihr dürft euren Charakter wählen. Dabei gibt man euch die Wahl, ob ihr als Mädchen oder Junge spielen wollt. Auswirken tut sich dies später aber nicht. Hat eher kosmetischen Charakter, was auch für die folgende Wahl der Haut- und Augenfarbe gilt. Aber zumindest sieht man diese Dinge später im Spiel. Also ganz umsonst macht man diese Dinge nicht. ;-) Als Einstimmung auf das was euch hier erwartet, haben die Entwickler noch vor dem eigentlichen Spielbeginn einen kleinen Trainings-Abschnitt vorbereitet, in dem man als Spieler gleich mal mit den Grundaktionen vertraut gemacht wird. Hier merkt man sehr schnell, dass man es doch mit einem äußerst ungewöhnlichen Shooter zu tun haben wird. Aber macht schnell Lust auf mehr. Denn in Splatoon spielt Ballern natürlich die Hauptrolle. Nur das man hier nicht mit explosiven Geschossen arbeitet, sondern mit Farbe. Erinnert schnell ein wenig an Paintball Action, bietet aber im Verlauf wesentlich mehr. Ebenso bekommt man schnell die Sichtweise und Steuerung näher gebracht. Dargestellt wird der Titel in der Third Person Perspektive, so dass ihr euren Helden immer in voller Größe vor euch habt. Voreingestellt ist in Sachen Kamera übrigens die Bewegungsvariante. Sprich wollt ihr euch nach den Seiten, sowie Oben und Unten umschauen, muss man das Pad entsprechend bewegen. Aber keine Sorge, das kann man später jederzeit ändern. Hat zwar was, aber auch in meinem Fall stellte sich die gewohnte Stick Variante als die bessere heraus. Positiv, dass man dann auch die Achsengeschwindigkeit und natürlich Invertierung anpassen kann. Denn auch die Optionen sind später jederzeit in Inkopolis erreichbar.

Dabei erinnert diese spielerische Einstimmung an die später erlebbare Mehrspieler Action. Zumindest was die Beschaffenheit der Umgebung und des Areals angeht. Aber keine Sorge, einen reinen Single Player gibt es auch im Spiel. Ist der einstimmende Parcour gemeistert, erwartet euch das spielerische Zentrum im Spiel - Inkopolis. Angelegt wie ein großer Platz, auf dem man sich frei bewegen kann, und der euch zu allen wichtigen und unwichtigen Modi und Örtlichkeiten im Spiel bringt. Ebenso ein festes Ritual bei jedem Einschalten ist die Begrüßung durch 2 örtliche Splatoon Girls, die euch Neuigkeiten zum Besten geben. Dabei handelt es sich immer um die Festlegung der gerade aktiven Arenen im Mehrspieler Modus. Interessant gemacht, wechseln die von bei jedem Einschalten. Dem zuträglich ist natürlich die Tatsache, dass es mittlerweile einige Updates zum Spiel gab, die immer wieder neue Arenen mitbringen. Ein Pluspunkt, dass es nie langweilig wird. Erst bei exzessivem Gebrauch des Spiels, kennt man irgendwann jeden Meter Spielfläche. ;-) Zu entdecken gibt es auf jeden Fall sehr viel zu Beginn, was die Örtlichkeiten angeht. Über das Pad kann man übrigens eine Karte von Inkopolis nutzen, über die man per Schnellstarttasten alle Örtlichkeiten auch per antippen erreicht. Natürlich spricht auch nichts gegen das übliche Herumlaufen mit dem Charakter. Nicht umsonst ist der Hauptort des Spiels direkt vor euch im größten Gebäude. Dort findet man die Mehrspieler Action, die mit der Zeit fast 90% der Spielzeit abdeckt. Im linken Bereich findet man zudem 3 verschiedene Shops, in denen man mit der Zeit immer mehr Waffen, Klamotten und Schuhe kaufen kann. Äußerst wichtig und sehr motivierend, da man sich dadurch fast schon RPG-like stetig verbessern kann. Nicht umsonst haben die Helden auch ein Level, das es möglichst weit zu entwickeln gilt. Aber dazu später mehr.

Im rechten Teil von Inkopolis findet man unter anderem den amiibo Bereich, einen Händler für spezielle Ausrüstungssets und vor allem den Zugang zum Einzelspieler Bereich. Hier geht es wirklich nur allein zur Sache und dazu spielt sich das alles in ganz speziell gemachten Levels und Umgebungen. Zu guter Letzt gibt es auch noch einen Offline Mehrspieler für 2 Farbenverrückte. Aufgelockert wird das Geschehen durch die Miiverse Einbindung und die Möglichkeit, dass fremde Avatare in eurem Inkopolis herumstreifen. Manche davon bieten ebenfalls komplette Ausrüstungssets an, die allerdings einen netten Preis haben. Aber alles nichts, was einen gleich interessieren sollte. Wir wollen uns erstmal die Grundlagen im Einzelspieler Modus anschauen. Erreicht man diesen, so warten in einem völlig anderen Stadtteil von Inkopolis spezielle 3D-Areale, in denen man eine bestimmte Anzahl an Levels spielen muss. Dabei ist das so angelegt, dass man die Levels komplett lösen muss, danach einen Boss besiegen darf und erst dann zur nächsten Welt weiter darf. Insgesamt warten so im Einzelspieler in 5 Welten knapp 30 Levels auf euch. Dabei haben die Entwickler dennoch versucht, die spielerische Abwechslung hochzuhalten und man bietet euch immer wieder verschieden Gameplay Varianten zur Wahl. Zumindest in Sachen Grundsteuerung kann man den Einzelspieler heranziehen, um die Aktionsvielfalt etwas näher zu beschreiben. Denn wie schon erwähnt ist die Sichtweise in allen Modi gleich. Im Einzelspieler geht es meist darum in ausladenden 3D Umgebungen im Stile eines Mario 3D-World von einem Startpunkt zum Endbereich zu gelangen. Um das zu schaffen darf man zwar hier und da auch Geschicklichkeit hinter sich bringen, den Hauptanteil bildet aber die Shooter Action. Und die auf eine etwas andere Weise. Zunächst bewegt ihr euch mit dem linken Stick, während der rechte die Kamerasteuerung abdeckt. Ihr habt eine Sprungfunktion, sowie natürlich per rechter Schultertaste den Finger am Abzug. Dabei steht euch im Einzelspieler Modus eine reine Schusswaffe zur Verfügung, mit der ihr im Dauerfeuer Modus Farbe auf alles verschießen könnt, dass euch in den Weg kommt.

Zum einen um Gegner zu eliminieren, zum anderen um die Umgebung nutzbar zu machen. Einfaches Beispiel ist der Inkling und damit Tintenfisch Modus. In diesen kann man sich als Spieler verwandeln. Nehmen wir an ihr gelangt an einen Vorsprung, den ihr per Sprung mit dem normalen Charakter nicht überwinden könntet. Jetzt färbt man mit der Waffe die komplette Wand nach oben ein und drückt die ZL Taste. Jetzt verwandelt ihr euch in den Tintenfisch und könnt überall wo Farbe gesprüht ist tauchen und euch bewegen. Egal ob es steil nach oben geht, oder sogar unterhalb von Zäunen und Wänden. Alles mit einem tieferen Sinn, wie sich später im Mehrspieler noch viel mehr zeigt. Denn ein weiterer Nebenaspekt ist der reine Speed, mit dem ihr euch durch die gefärbten Bereiche als Tintenfisch bewegen könnt. Das geht nämlich wesentlich schneller vonstatten. Und noch einen dritten wichtigen Aspekt deckt der Tintenfisch ab. Denn unendlich Farbe habt ihr natürlich nicht. Extra dafür existiert eine Füllstandanzeige im Screen. Ist diese leer, habt ihr einfach gesagt keine Munition mehr. Zwar füllt sich diese von selbst auf, aber nur sehr langsam. Wesentlich schneller geht es eben wieder durch die Verwandlung zum Tintenfisch. Abgetaucht, aufgefüllt, aufgetaucht und weiter geht's. Ein elementarer Punkt im Spiel, der wieder später im Mehrspieler eine noch viel größere Bedeutung hat. Im Einzelspieler setzt man auf Balleraction innerhalb der 3D-Areale, oder auf engem Raum wie beispielsweise den Boss Gegnern. Dazu kommen auch viele kleine Wegerätsel, die nur mit der Farbe und dem Tintenfisch zu lösen sind. Hier gibt es schon viele Ideen, die auch sehr unterhaltsam umgesetzt sind. Und dennoch sitzt man nicht ewig am Einzelspieler. Liegt weniger am Umfang, der total in Ordnung ist, sondern eher das man nach einer Party im Mehrspieler nichts anderes mehr spielen will. ;-)

Weiterer Grund ist auch das Levelsystem. Denn auch hier kann man den Charakter durchaus anpassen. Nur leider greift hier ein völlig eigenes System, das im Mehrspieler keine Rolle spielt. Das typische "ich level allein, um dann Online allen zu zeigen was geht" Feeling gibt es hier nicht. Wirkt sich durchaus nachteilig auf die Motivation aus. Spaß macht es, aber kein Vergleich zur Online Action. Ebenso das man hier eine Leben Feature eingebaut hat, das es nicht gebraucht hätte. Dazu mit 3 Trefferpunkten, so dass man Rücksetzpunkte nutzt und im schlechtesten Fall von vorne beginnt. Leider greift im Einzelspieler auch das Shop System nicht. Die Läden in Inkopolis sind wirklich nur für die Mehrspieler Entwicklung wichtig. Zwar kann man auch allein Upgrades freischalten, die aber in meinen Augen nur Alibi-Charakter haben und eben nur im Einzelspieler genutzt werden können. Gute Ansätze, die aber nicht so lange vor dem Bildschirm halten. Das ist und bleibt der Mehrspieler, dem wir daher im Abschnitt weiter unten auch wesentlich mehr Bedeutung schenken werden. Was man hier aber auf jeden Fall ansprechen kann ist das amiibo Feature. Für Splatoon wurden ja extra 3 verschiedene Figuren designed, die auch verschiedene Dinge freischalten. Neben dem Jungen und Mädchen gibt es ja auch den Inkling als eigenständige Figur. Lange Zeit viel zu teuer, weil nicht erhältlich, kann man mittlerweile den normalen Preis dafür bezahlen. Hat man seine amiibo Figur in Inkopolis an einem speziellen Terminal angemeldet, schaltet man damit spezielle Herausforderungen für den Einzelspieler Modus frei. Sprich man kann einen Teil der Levels pro Welt unter neuen Voraussetzungen spielen. Hier ist der Bezug zum Shop System dann doch wieder gegeben. Denn die Belohnungen gibt es in Form von Geld, das man im späteren Verlauf immer gut gebrauchen kann. Ein Beispiel ist so z.B. dass man ein Level über das amiibo Feature nicht mit der normalen Blaster Waffe spielen muss, sondern mit einer Sniper oder Raketenwerfer, was durchaus eine andere Spielweise erfordert.

Wer auf sowas steht, findet hier eine ordentliche Einbindung der Splatoon amiibos. Ein Killer Feature ist es in meinen Augen aber nicht. Hier hätte ich mir vielleicht doch etwas für den großen Online Teil gewünscht. Ansonsten war es das eigentlich für einen Spieler. Ein ordentlicher Modus mit gutem Umfang, der aber dennoch seine Schwächen mitbringt. Doch zu sehr abgeschottet vom großen Mehrspieler, beeinflusst man diesen eben nicht und nimmt dem Spieler ein wenig die Motivation auf lange Sicht. Warum das behandeln wir gleich im Mehrspieler weiter unten.

Grafik & Sound....

Beim Thema Grafik ist der Titel ja fast schon Programm. Selten ein Spiel erlebt, bei dem Farben in grellen und eigentlich einfachen Varianten die Hauptrolle übernehmen. Speziell im Mehrspieler, der ja von der Farbe im Areal lebt, wird's grell und bunt, wohin man auch schaut. ;-) Dabei ist aber die Mischung aus vielen Bauten, verwinkelten Arealen und Hindernissen recht gut gelungen. Was anfangs schon wie ein gewöhnlicher Shooter wirkt, bekommt durch die Farbspritzerei das gewisse Etwas. Es geht da weniger darum nun großartige Highend Effekte auf den Bildschirm zu zaubern, sondern um die Wirkung auf den Spieler mit simplen und meist einfarbigen Texturen. Und der Spieler ist wie ich durchaus von der Machart angetan. Dazu die vielen gelungenen Kleinigkeiten. Angefangen bei den Outfits, die man in allen Belangen unterscheiden kann, über die kleinen aber feinen Effekte bei Treffern oder einem Ableben, bis hin zu den einzelnen Waffen. Man sieht schon was der Gegner benutzt, und damit meine ich nicht nur unbedingt die Farbroller, die es ja auch mir angetan haben. Das hat einfach was und bringt mich wieder zum einleitenden Satz, dass so ein Spiel irgendwie nur Nintendo hinbekommen kann. ;-) Auch nicht unwichtig ist natürlich die Technik. Die überzeugt und es gibt keinen Anlass zur Kritik. Hier gibt es Lob auf der ganzen Linie, was vor allem am exzellent spielbaren Mehrspieler liegt. Ich habe nicht einmal eine ruckelnde Sessions erlebt, oder sonstige Einbußen beim Spielen.

Auch beim Sound zeigt sich das Spiel von der sehr ungewöhnlichen Sorte. Denn die einzelnen Musiken in den Arealen sind schnell und rhythmisch angehaucht, passen aber sehr gut zum Geschehen. Auch die Effekte der Waffen sind ansprechend umgesetzt. Man darf nie vergessen, dass man hier mit Farbrollern und Farbblastern in verschiedensten Varianten agiert. Jede Waffe und auch die Spezialattacken haben so ihren eigenen Klang, was diesen Teil auch recht unverwechselbar macht. Nichts was einen jetzt umhaut in Sachen Sounduntermalung, aber absolut stimmig und passend zum Geschehen auf dem Bildschirm.

Multiplayer/Online....

Der Star in diesem Spiel ist der Mehrspieler und der eigentlich Kaufgrund für dieses Game. Mag man allein ebenfalls seinen Spaß haben, erst im Verbund mit und gegen andere Spieler entfaltet Splatoon seinen unverwechselbaren Reiz. Das geniale in meinen Augen, das dieser eh schon ungewöhnliche Shooter, Spieler jeden Alters fesseln kann, sobald er einige Online Kämpfe hinter sich gebracht hat. Man merkt auch selber an vielen Orten im Spiel, das einfach sehr viel auf den Mehrspieler zugeschnitten und angepasst ist. Und wir reden hier nicht über den Offline MP für 2 Spieler, sondern über die Online Variante. Steht ihr auf dem Hauptplatz in Inkopolis, geht man einfach nach vorn in das größte Gebäude und erreicht die eigentliche Lobby des Online Mehrspielers. Hier hat man nun je nach Entwicklung des eigenen Charakters verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Dabei existieren grob 2 übergeordnete Spielmodi. Es gibt zum einen die sofort anwählbaren Standard-Kämpfe und das höherwertige Rangkampf Gegenstück. Was nichts über den Spaßfaktor aussagt. Der ist bei beiden extrem hoch. Aber den Rangkampf kann man unter anderem erst nutzen, wenn man als Spieler den Level- oder Stufenwert 10 erreicht hat. Bis dahin stehen euch die Standardkämpfe gegen Spieler aus aller Welt zur Verfügung. Des Weiteren kann man die Kämpfe auch mit eigenen Regeln und gegen Freunde austragen. Aber wie sich zeigen sollte, geht nichts über ein Standard Match gegen andere Farbdödel auf diesem Planeten. Aktuell ist Lv50 das höchste der Gefühle, was die persönliche Entwicklung angeht. Glaubt mir das dauert eine Weile. ;-)

Hier muss man aber auch gleich den Grund nennen, warum das Level nicht der entscheidende Faktor im Spiel ist. Denn nichts demotiviert einen Spieler mehr, wenn er als Frischling mit Lv1 in einem Online Spiel gegen Lv50 Gegner agiert und keine Chance gegen sie hat. Genau dieser Punkt ist hier genial gelöst. In Splatoon können 8 Spieler Online antreten. Und das immer in 4 gegen 4 Teams. Dazu kommt das in den Arenen später in 3 Minuten Runden gespielt wird und die Teams immer wieder neu durchgemischt werden. Von daher hat man im Spiel eigentlich immer auch starke Jungs in seinen Reihen, so dass man nicht in dem Maße bevor- oder benachteiligt wird, wie man das in einem Level-basierten Shooter annehmen könnte. Keine Sorge, es gibt noch viel mehr Gutes zu berichten. Schauen wir uns mal das Standard-Kampf Spektakel als erstes an. Ihr seid Lv1 und habt null Erfahrung. Ihr seid ausgerüstet mit dem einfachen Blaster und Klamotten. Wie schon erwähnt stehen euch bei jeder Session immer 2 verschiedene Arenen zur Verfügung, in denen gespielt wird. Diese bekommt ihr in der Lobby genauso angezeigt, wie eure eigene Stufe, die Erfahrungspunkte und fehlenden bis zum Level Up, sowie die verfügbaren Geldreserven. Spielt ihr schon länger und habt oft gewonnen, wird auch dies über eine spezielle Anzeige dargestellt. Aber wir fangen ja erst an. ;-) Dementsprechend ist auch der Punkt "Anpassen" zu Beginn noch nicht wichtig. Also wählt man sich ein und landet im folgenden Bildschirm auf dem Suchbildschirm für einen Kampf.

Auch das ist wichtig zu wissen, es wird nur begonnen, wenn auch wirklich 8 Spieler gefunden sind. Und wie sich zeigen sollte ist Splatoon ein beliebtes Spiel. Es dauert nie lange ehe man 7 Mitstreiter zugelost bekommt. Diese werden euch entsprechend angezeigt mit Namen und deren Stufe. Sobald 8 Leute gefunden sind, startet der Kampf und per Zufall wird eine der beiden Arenen gewählt. Nach einem kurzen Kameraflug startet die 3 Minuten Session und man sieht beide 4er Teams animiert aus ihrem jeweiligen Portal auftauchen. Jedes Team in einer bestimmten Farbe, stellt genau dies das Ziel für einen Sieg dar. Denn einen Standardkampf gewinnt man immer dann, wenn man mehr Fläche mit der eigenen Teamfarbe eingefärbt hat, als das die Gegner getan haben. Zeigt auch es geht nicht primär darum Gegner zu eliminieren, sondern mittels Farbe für klare Verhältnisse. Schaden kann es dennoch nie. ;-) Keine Sorge der Rest des Shooter Genres kommt dabei ganz von allein. ;-) Die Arenen sind in meinen Augen genau richtig in Sachen Ausmaße und reichen um sich zu verstecken, frontal anzugreifen, oder auch taktisch zu agieren. Sprich es gibt verwinkelte Ecken, strategisch gute Plätze und bedingt durch das Tintenfisch Feature auch genügend Möglichkeiten um den Gegner zu umgehen und von hinten zu überraschen. Dabei spielt man nicht nur für das Team, sondern natürlich auch für sich selber. Auch das ist ein Anreiz und motiviert. Gewinnt man mit dem Team, gibt es Bonuspunkte, die zu denen dazugezählt werden, die man selber durch Abschüsse und eingefärbte Fläche erhalten kann.

Die Steuerung und Sichtweise ist wie im Single Player, nur das hier wesentlich mehr die Post abgeht. Und ein paar andere Anzeigen unterstützen euch. Neben der Uhr und dem eigenen Score, gibt es eine Special Anzeige, die sich füllt, sobald man Fläche einfärbt. Jede eingesetzte Waffe hat eine Primärfunktion und eine Spezialattacke. Dazu kommt eine zweite mitgeführte Waffeneinheit wie Granaten. Auch hier gilt das Gesetz der regenerativen Munition. Man kann solange ballern, bis der Farbtank leer ist. Kurz abtauchen in der eigenen Farbe als Tintenfisch und man füllt die Anzeige wieder auf. All das versuchen nun natürlich alle 8 Spieler. Jeder mal allein, mal im Verbund mit Deckung und langsamen Vorgehen. Alles ist möglich in diesem Spiel. Man versucht selber dabei viel Fläche mit der eigenen Farbe einzufärben, versucht aber gleichzeitig die Gegner zu erledigen, damit sie wieder am Portal beginnen müssen und dort nach einigen Sekunden neu in das Spiel gelassen werden. Allein diese Zutaten sorgen für Shooter Spaß ohne Ende. Die Würze kommt nun vor allem durch die Waffen und Eigenschaften jedes Spielers, die er eben selber in der Hand hat. Es gibt unzählige Waffen im Spiel, die sich in normale Blaster, breite Tapetenroller, bis hin zu Sniper Umsetzungen aufteilen lassen. Jede Waffe hat für sich schon Vor- und Nachteile. Das reicht von Schussfolge, Reichweite, Durchschlagskraft, und reicht bis zur Fläche, wie bei den Rollern, die man live einfärben kann. Für jeden Spielertypen ist etwas dabei. Aber auch das ist noch lange nicht alles und wir kommen zum Thema Ausrüstung und Klamotten. Denn neben den Punkten um im Level oder der Stufe zu steigen, verdient man auch Geld. Dieses Geld kann man nun in den 4 Shops in der Stadt ausgeben. Neben neuen Waffen, die man mit jeder Stufe freischaltet, gibt es Mützen, Trikots und Schuhe. Diese sind alles andere als nur grafischer Gimmick.

Denn alle Ausrüstungen bringen eine oder mehrere Statusverbesserungen mit, die dauerhaft im Spiel wirken. Mehr Munition, schnellere Bewegung, mehr Power oder schnellerer Neuanfang nach einem Ableben sind da nur einige Beispiele. Und auch hier wieder gilt das Gesetz, je höher das eigene Level umso besser sind die freigeschalteten Teile, die man kaufen kann. Das lässt einen nicht mehr los und motiviert einfach ohne Ende. Das man eben im 4er Team selbst mit einem niedrigen Level Erfolg hat, motiviert einfach sehr stark. Man wird selber logischerweise immer besser mit der Zeit, lernt die Arenen und ihre Eigenheiten kennen und schaltet zudem neue Ausrüstungen frei, die sich signifikant auf das Spielgeschehen auswirken. Das hat einfach was und macht jede neue Runde interessant und eben nicht berechenbar. Am Ende eines Kampfes wird zudem per Draufsicht der eingefärbte Bereich jedes Teams gezeigt und man kann schnell sehen ob man klar Gewonnen oder Verloren hat. Positiv das man natürlich auch bei Niederlagen trotzdem EP erspielt. Das ist also ein stetiger Prozess, der aber irgendwann auch zum Ziel führt. Das ist für viele Spieler das Level 10. Dann stehen euch auch die Rangkämpfe zur Verfügung, die wesentlich taktischer zu spielen sind, weil die Ziele hier anders sind. Hier geht es oft im "Erobere die Fahne" Spielchen zur Sache, das auch andere Shooter in vergleichbarer Form immer mitbringen. Sind schwerer zu spielen und zu gewinnen, bringen aber erneut mehr EP und Geld. Und wer eben doch mal immer mit den gleichen Leuten spielen will, oder regelrecht Clan-Meisterschaften angehen will, hat die entsprechenden Modi ja auch zur Verfügung. Das ist wirklich genial gemacht und zeigt wie man in einem solchen Shooter auf der einen Seite für Chancengleichheit sorgt, ohne aber dennoch den Egoisten zu vernachlässigen. Diese Mischung, gepaart mit den spielerischen Aspekten, macht diesen tollen Online-Mehrspieler aus.

Fazit....

Man sollte hier nicht den Fehler begehen und sich vom grellen und bunten Äußeren blenden lassen. Speziell für Freunde gepflegter Online Mehrspieler Action ist Splatoon mehr als nur ein Geheimtipp und einfach mal was anderes. Es muss nicht immer Blut fließen, um im Verbund mit anderen Spielern seinen Spaß zu haben. Splatoon macht gerade in diesem Modus sehr viel richtig und schafft vor allem den Spagat zwischen dem typischen Egoisten unter den Shooter Fans und dem Team Gedanken. Beides wird bedacht, ist erforderlich und wird eben belohnt. Viele spielerische Feinheiten haben die Entwickler eingebaut, die dem Spielspaß vor allem im Mehrspieler zuträglich sind. Man ist hier stetig motiviert und möchte sich immer weiter verbessern. Erfolge auch als Einsteiger unterstützen das. Allein bietet das Spiel ebenfalls einen guten Unterhaltungswert, auch wenn ich schon sagen muss, der Mehrspieler rockt hier alles. Für Solisten gibt es andere Spiele in diesem Genre, die mehr bieten. Wer unvoreingenommen mal einen etwas anderen Shooter spielen will, ist hier genau richtig. Dazu spricht der Titel eine breite Zielgruppe an und ist bei weitem nicht auf die junge Klientel beschränkt. Mehr von solchen frischen Spielideen, möchte man den Entwicklern dieser Welt zurufen. Denn Splatoon hebt sich wunderbar vom Shooter Einerlei ab.

 

+ So ein Spiel schafft nur Nintendo
+ Shooter für Alt & Jung
+ Sehr ungewöhnliche Umsetzung
+ Klasse Online-Mehrspieler
+ Arenen Vielfalt nach Updates
+ Gelungene Steuerung
+ Entwickelbarer Charakter
+ Viele Waffen/Ausrüstungen
+ Komplett Deutsch
- Offline nur 2 Spieler

GRAFIK: 78%

SOUND/EFFEKTE: 76%

MULTIPLAYER: 85%

GESAMTWERTUNG: 76%

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