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Wii U Disney Planes 2: Immer im Einsatz
 
 
Disney Planes 2: Immer im Einsatz - Wii U
Matthias Engert (22.02.2015)

SYSTEM: Wii U-PAL
ENTWICKLER: Game Machine
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 1 MB
DOWNLOADS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-5
CONTROLLER: Pad
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK0
5.1/DD/HD: Ja/Nein/720p
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Nein
MIIVERSE: Nein

   
Einleitung....

In schöner Regelmäßigkeit erleben wir Spieler die Veröffentlichung diverser Lizenz Spiele, die ihren Ursprung im Kino haben. Dabei können wir mittlerweile Romane schreiben über das Thema "Teure Lizenz - Billige Spiele". Etwas das heute, wie vor 20 Jahren galt. Planes 2 ist nun das nächste Beispiel für diese Thematik, dass zeigt wie man es nicht machen sollte. Dabei sollte man zwar nicht vergessen, dass diese Spiele schon zumeist für die junge Zielgruppe gemacht sind. Aber auch die wollen natürlich unterhalten werden. Der eigene Vorgänger war dafür ein positives Beispiel, wo man trotz überschaubarem Tiefgang dennoch ein passendes Zielgruppenspiel hinbekommen hat. Oder es reicht ein Blick auf den eigenen Nachbarn Cars, der sogar eine noch größere Zielgruppe erfreute. Aber zurück zu Planes 2, der nicht nur in der Berichterstattung etwas unterging, sondern auch spielerisch so seine Schwächen mitbringt. Was uns zu diesem Schluss bringt, erfahrt ihr im Test zu Disney Planes 2: Immer im Einsatz.

Menus und die Story....

Erschienen ist der Titel dieses Mal unter dem Dach von Little Orbit, während für die Entwicklung die Firma Game Machine verantwortlich war. Dass wir es hier nicht mit einem epischen Spiel zu tun haben, spürt man schon an den Rahmenbedingungen des Spiels. Zunächst selten das man hier nur auf einen Spieler setzt und es dazu keinerlei Kontaktmöglichkeiten nach außen vorhanden sind. In Sachen Sprache ist der Titel komplett lokalisiert und bietet neben deutschen Texten auch eine ebensolche Sprachausgabe. Allerdings mit einer arg zusammengestutzten Variante, auf die ich weiter unten noch kurz eingehe. Speichertechnisch bescheiden mit 1MB, bietet das Spiel technisch die normale 720p Ausgabe und den gewohnten Wii U 5.1 Sound. Wie es sich natürlich für ein Spiel wie dieses gehört, gibt es auch eine kleine Hintergrundgeschichte, die aber nur Mittel zum Zweck ist. Wie befinden uns im Spiel im Piston Peak Park. Just zur Feuer-Saison finden wir uns dort ein und übernehmen die Rettungstruppe des Parks. Überall im Park gibt es diverse Probleme, um die wir uns als Spieler kümmern müssen. Diverse Rettungseinsätze liegen vor uns, damit wieder Ruhe im Park einkehrt. Der Spielstart kommt ohne großartigen Vorspann daher und wir landen relativ schnell auf dem eigentlichen Hauptmenu des Spiels. Hier hat man die Wahl zwischen dem spielerischen Punkt "Einsatz Spielen", den Statistiken, der Galerie und den Optionen. Die Statistiken füllt man als Spiel natürlich erst mit der Zeit, genauso wie die Galerie, in der man diverse Artworks des Spiels und vor allem der bekannten Charaktere freispielen und begutachten kann. Die Optionen bieten einzig die Soundeinstellungen und Sprachwahl. Nichts zur Steuerung, so dass es später nicht verwundert, dass diese relativ simpel und passend gehalten wurde. In den Statistiken werden euch neben erspielten Medaillen auch die geflogenen und gefahrenen Kilometer angezeigt. Aber bis dahin müssen wir uns erst einmal im Park bewähren. Also nichts wie los in den Piston Peak Park.

Das Gameplay....

Sobald man sich dem spielerischen Punkt widmen möchte, wählt man den Punkt "Einsatz Spielen" und ab geht's in den Park. Bevor man hier gewollt diverse Missionen anwählen kann, erwartet man euch zu einer kleinen Tutorial Mission, die euch die Grundsteuerung zeigt und was man euch im Spiel am meisten erwarten wird. Neben viel Flugaction gibt es im hinteren Teil auch Fahraction auf dem Boden, was aber selbst einem Vergleich mit dem Cars Gameplay nicht standhält. Erst wenn das Tutorial erledigt ist, entlässt man auch in das Herzstück des Gameplays. Über ein Auswahlmenü könnt ihr nun unter den Missionen wählen. Dabei gibt es im Spiel 2 große Kategorien. Neben den relativ kurz gehaltenen Löschmissionen, kommen als zweites die Rettungsmissionen dazu, die ein etwas erweitertes Gameplay bieten und auch eine längere Spielzeit. Neben einer Karte im Hintergrund, bekommt ihr rechts bei absolvierter Mission die erspielte Medaille und Spielzeit zu sehen. Mit knapp 30 Missionen ist der Umfang aber durchaus überschaubar. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Löschmissionen nur wenige Minuten lang sind. Wie gesagt, etwas längere Unterhaltung bekommt man erst mit den Rettungsmissionen. Aber schauen wir uns das Prozedere und das Gameplay mal etwas genauer an. Da überall gelöscht wird, ist eine Löschmission ein guter Einstieg in den Ablauf der Missionen, die sich zunächst nicht voneinander unterscheiden. Positiv für die Motivation ist die Tatsache, dass man hier in Sachen Spielfortschritt etwas erreichen muss. Sprich alle Missionen müssen nacheinander gespielt werden. Erst wenn man eine bestimmte Mission löst, schaltet man eine oder mehrere weitere frei. Ganz so einfach soll es ja glücklicherweise nun auch nicht sein.

Für den ersten Kontakt begeben wir uns auf eine Löschmission und landen nach der Wahl kurz darauf am Hangar das Spiels, das eine Minigeschichte zur aktuellen Aufgabe bietet. Hier stehen die Beteiligten Planes Charaktere meist zusammen im Hangar herum und es gibt die kurze angesprochen Sprachausgabe, die sich aber oft auf einzelne Sätze ohne jede Emotion beschränkt. Hört man dies dann jede Mission auf's neue, ist der Effekt der Sprachausgabe schnell verpufft und nervt auch. Danach beginnt das eigentliche Spiel und damit die Action. Zunächst geht es lange Zeit nur in der Luft zur Sache. Alles startet immer mit dem ersten Charaktere Dusty, mit dem man die meisten Aufgaben übernimmt. Im Spielverlauf kommen 8 Planes Charaktere zum Einsatz, die man mal mehr oder weniger häufig steuern darf. Einmal begonnen können wir das Thema Controller und Gamepad schnell abhaken. Unterstützt wird hier nur das Gamepad als Controller, das in Sachen Feature Nutzung mit simplen Ausnahmen nur das Spielen darauf unterstützt. Radar, Karten oder ähnliche Statistiken findet man hier nicht. Der wohl größte technische Unterschied gegenüber dem eigenen Vorgänger ist die Sichtweise auf das Geschehen. War der Viewpoint im Vorgänger noch variabel und zeigte das Geschehen als vielen Perspektiven, schaut man hier nur aus einer schräg von oben Position auf das Geschehen mit einem ab und zu variablen Zoomfaktor. Das hat Vor und Nachteile. Vorteil ist die eingängige Steuerung, die über den linken Stick den Charakter immer dahin fliegen lässt, wohin man drückt. Nachteil dass es unspektakulär rüberkommt und in Sachen Fluganspruch nicht sonderlich hoch ist. Man kann hier weder abstürzen, noch an diversen Hindernissen hängen bleiben. Alles schon sehr kindgerecht gemacht. Auch Gedanken um Treibstoff muss man sich hier keine machen. Aber das wäre auch kein Problem, solange der Rest stimmig ist. Aber da zeigen sich die nächsten Schwächen.

Der Ablauf der Löschmissionen ist zunächst eigentlich immer gleich. Nach dem kurzen Briefing, geht es darum Brände im Park zu löschen und am Ende zur Basis zurückzukehren. Der Park ist dabei überschaubar groß und man fliegt um die 15 Sekunden, um von einem Ende zum anderen zu gelangen. "Verfliegen" tut man sich hier also eher nicht. ;-) Begleitet wird man übrigens bei allen Missionen von 2 wichtigen Anzeigen. Zum einen die sogenannten Continues, die später vor allem in den Rettungsmissionen zum Einsatz kommen, und der Wasserzähler. Sieht zwar aus wie eine Spritanzeige, zeigt euch aber immer den Zustand eures Wassertanks. Die Continues in Form kleiner Embleme dienen dazu, um Teilaufgaben erneut anzugehen. Spielt aber erst in den Rettungsmissionen eine große Rolle. Die Brände im Park sind nun so angelegt, dass man im Bildausschnitt einen oder mehrere Pfeile zu sehen bekommt, die euch die Richtung weisen. Dazwischen sollten man immer über den See im Park fliegen und kann per B-Taste den Flieger absenken und Wasser aufnehmen, bis der Tank voll ist. Danach fliegt man zum Brand und drückt dort über dem Feuer die B-Taste um das Wasser abzulassen. Hier kommen dann dynamische Anzeigen ins Spiel, die links im Bild zu sehen sind und über sich füllende oder abnehmende Balken den Fortschritt des Brandes anzeigen. Im Idealfall löscht man den Brand und der Balken verschwindet. Im Spielverlauf habt ihr auch durchaus mal Zeitdruck und der Tank reicht nicht, um mit einer Füllung alle Brände zu löschen. Da die Planes aber immer mit der gleichen Geschwindigkeit fliegen, kann man nun sogenannten Jetstreams nutzen, die überall verteilt über dem Park in der Luft als kleine Wirbel dargestellt sind. Durchfliegt man diese, bekommt man einen Temposchub. Im weiteren Spielverlauf kommt zudem auch ab und zu ein Charakterwechsel dazu, bei dem per Schultertasten zwischen verschiedenen Charakteren durchgeschaltet werden kann.

Dabei bewegen sich die gerade nicht selber gesteuerten selbsttätig durch die Gegend, ohne dass sie aber aktiv mithelfen. Die "höchsten Weihen" im Gameplay erlebt man dann in und 10 und mehr Minuten dauernden Rettungsmissionen, die neben Bränden auch noch weitere Dinge bieten, die man als Retter tun muss. Hier hat man eigentlich immer mehrere Planes unter seiner Kontrolle, so dass hier neben stupide im gleichen Tempo fliegenden Planes auch langsame Helicopter zum Einsatz kommen. Hier gilt es neben dem Löschen Prinzip auch Bewohner, Technik und Tiere zu retten, die irgendwo im Park vom Feuer eingeschlossen sind. Hier gibt es dann auch mal das seltene Phänomen, das Pad mal kurz für anderes zu nutzen. Spiel man hier z.B. mit dem Heli und muss aus einer brennenden Falle ein Tier retten, so fliegt man darüber, stoppt in der Luft und muss per Drehbewegung auf dem Pad eine Winde nach oben oder unten bewegen. Sprich man fliegt zum Einsatzort, holt das Objekt von unten an den Haken, fliegt zurück zur Basis und setzt es dort ab. Das ganze mehrmals und eben zwischendurch mit neuen Teilaufgaben, um Brände zu löschen oder weitere eingeschlossene zu retten. Hier kann es auch mal richtig langatmig werden. Vor allem dann wenn man Tiere im Park retten muss. Da bekommt man dann nämlich keine Pfeilanzeige und die Zeit sitzt euch im Nacken. Man fliegt so ständig den Park ab und sucht am Boden im Wald nach den Tieren. Hier nutzt man durchaus mal ein paar Continues, hat aber schnell ein gewisses Gefühl, da man irgendwie davon genervt ist. Das passt irgendwie nicht so richtig zusammen und ist in meinen Augen auch für die junge Zielgruppe etwas langatmig und teils langweilig.

So richtig gefordert abseits des Zeitdrucks wird man eigentlich nicht. Auch die Atmosphäre kommt hier klar zu kurz. Dafür sorgen die fast immer gleichen Abläufe und die stupiden Textpassagen der Charaktere. Das man dann nur wenige Stunden an den Missionen sitzt kommt noch dazu. Man kann zwar jede Missionen erneut angehen und die Zeiten und damit Medaillen verbessern. Aber der berühmte Effekt des Wollens stellt sich hier nicht ein. So bleibt es insgesamt ein recht blasser Auftritt, den man wirklich ganz ganz jungen Planes Fans empfehlen kann.

Grafik & Sound....

Grafisch ist Planes 2 ein sehr zweckmäßiges Game, das eine ordentliche Grafik bietet, die zum Spiel passen. Mehr aber auch nicht. Recht farbenfroh wird aber wenig variiert und auch Effekte sind nicht allzu oft anzutreffen. Die Bäume am Boden bewegen sich ein wenig, so das ein Tick Lebendigkeit Einzug hält. Allerdings war es das dann auch in Sachen grafischer Atmosphäre. Denn außer den Bränden und später in den Rettungsmissionen eingeschlossenen Tieren am Boden bewegt sich nichts weiter. Die Proportionen der Planes sind in Ordnung, auch wenn die Helis teils arg groß gestaltet sind. ;-) Ansonsten finden sich an Gestaltungen ein paar Steine und Felsen im Park und ab und zu Wege und kleinere Lagerplätze. Der Rest sind Brände und Wald. Mehr sollte man nicht erwarten. Technisch gibt es da wenig zu meckern. Wäre auch überraschend gewesen. Mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl, wann man aufgrund der Iso Sichtweise wirklich über einem Brandherd ist. Zu Beginn ist das noch etwas ungewohnt. Ansonsten einfacher Durchschnitt was die grafische Gestaltung angeht.

Der Sound könnte in Sachen Hintergrundmusik aus jedem alten Western oder Helden Film stammen. Stimmig angehaucht ist er OK um das Spielgeschehen zu unterstützen. Allerdings mit dem Schwachpunkt immer irgendwie gleich zu klingen. Effekte sind nur wenig vorhanden und beschränken sich auf die reinen Aktionen der Planes. Umgebungsgeräusche hört man so gut wie gar nicht. Nicht gelungen ist die Sprachausgabe, die vor allem durch die emotionslose Betonung und immer gleichen Sätze schnell ihren Reiz verpuffen lässt. Klingt mit der Zeit sehr künstlich und glänzt eben auch nicht durch Abwechslung.

Fazit....

Insgesamt ist der zweite Auftritt der Planes auf der Wii U eine sehr mäßige Umsetzung, die ein wenig wie ein Schnellschuss wirkt, mit der man noch ein paar Euro verdienen will, ohne allzu viel in die Entwicklung zu stecken. Nur für einen Spieler gemacht, kocht man alle Bestandteile irgendwie nur auf Sparflamme. Spielerisch mit wenig Tiefgang, teils langatmig und langweilig und kurz in der Spielzeit lockt man mit dem gebotenen auch den jungen Fan nicht vor die Konsole. Das hat man als Beispiel mit dem eigenen Vorgänger besser hinbekommen. Dazu kommt die schwache Atmosphäre, die man gerade mit Charakteren aus Animationsfilmen eigentlich recht gut hinbekommen könnte. Das wird hier durch wenig stimmige Geschichten und vor allem die sehr nervige Sprachausgabe negiert. Alles in allem ein schwacher Auftritt der Planes, der nur den allerjüngsten Fans gefallen könnte. Alle die den Vorgänger oder die Cars Spiele gerne gezockt haben, sollten hier nicht zugreifen. Da gibt es mittlerweile bessere Alternativen, in die man sein Geld investieren kann.

 

+ Für sehr junge Spieler
+ Steuerbare Filmcharaktere
+ Einfache Steuerungen
+ Komplett Deutsch
- Kaum Atmosphäre
- Gameplay wiederholt sich stark
- Insgesamt zu leicht/kurz
- Nervige Sprachausgabe

GRAFIK: 60%

SOUND/EFFEKTE: 60%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 50%

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