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Wii U Nintendoland
 
 
Nintendoland - Wii U
Kilian Pfeiffer (12.09.2013)

SYSTEM: Wii U-PAL
ENTWICKLER: Nintendo
GENRE: Minispiele
SPIELER: 1-5 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 25 MB
DOWNLOADS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-6
CONTROLLER: Pad,Remote,Nunchuk
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK6
5.1/DD/HD: Ja/Nein/720p
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Nein
MIIVERSE: Ja

   
Einleitung....

Nintendo ist "das" Unternehmen, wenn es um Minispiele geht. So war "Wii Sports" auf der Wii der Anbeginn eines über Jahre andauernden Booms jener Minispielvarianten, die es in Hülle und Fülle auf die Wii schafften. Logisch, dass Nintendo einen ähnlichen Erfolg auf der Wii U platzieren wollte. Dieses Mal gibt es zwar kein "Wii Sports", dafür "Nintendoland", das sich mittlerweile über zwei Millionen Mal verkauft hat. Was Ihr dort vorfindet? Ist doch logo: Minispiele…

Menus und die Story....

Zwölf Disziplinen erwarten den geneigten Videospieler. Nicht nur irgendwelche, sondern Disziplinen aus bekannten Nintendo-Universen. Da wäre "The Legend of Zelda", natürlich auch Mario, die Animal Crossing-Reihe sowie Donkey Kong. Nicht alle Spiele, die in einem Freizeitpark angesiedelt sind, können 100 Prozent überzeugen, ein Großteil davon aber macht zumindest ordentlich Spaß. Und das ist die Hauptsache. Etwas nervig gleich zu Beginn: sämtliche Tutorials, die Euch erwarten. Jedes Spiel möchte penibelst eingeführt werden - für Spieler, die etwas Erfahrung mit sich bringen, ein Umstand, der bereits nach kurzer Zeit an den Nerven zehrt. Neben Einzelspieler-Spielchen erwarten Euch auch Mehrspieler-Varianten, auf die wir bereits im nächsten Testabschnitt eingehen werden. Einen gesonderten Multiplayer-Part gibt es daher in dieser Rezension nicht. Im Folgenden stellen wir Euch zunächst die Minispiele vor. Damit Ihr einen guten Eindruck erhaltet, was Euch beim Zocken von "Nintendoland" erwartet.

Das Gameplay....

Der Gyro-Sensor kommt bei "Donkey Kongs Crash Course" zum Einsatz. Was Ihr tun müsst? Das zu steuernde Gefährt durch einen typischen Donkey Kong-Parcours steuern, der vollgestopft ist mit fiesen Fallen. Mit Schwung könnt Ihr schon mal ohne weiteres einen Wagen über einen Abgrund hechten lassen, müsst in einem anderen Moment aber wieder mit Vorsicht an die Sache gehen und das Gamepad sehr sachte neigen.

In "Captain Falcon's Twister Race" erwartet Euch kein Racer im klassischen F-Zero-Stil, sondern vielmehr ein sehr schmalbrüstiges Unterfangen. Das Gamepad haltet Ihr wie ein Lenkrad und müsst mit Hilfe der Bewegungssteuerung Hindernissen und explodierenden Objekten ausweichen. Ein paar Turbobeschleuniger später wiederholt sich das Reaktionsspielchen dann schon wieder. Gegnern müsst Ihr ausweichen und Minen entkommen, anderenfalls erleidet Ihr Schaden.

Wenig aufregend ist der "Octopus Dance", ein Rhythmusspiel, bei dem Ihr zu pseudomäßiger 8-Bit-Musik den Takt angebt. Läppisch ist es, den Tanzlehrer mit seinen Bewegungen zu imitieren. Es ist nicht sonderlich anspruchsvoll dessen Arme mit den Analogsticks zu bewegen, mit Gesten den eigenen Mii springen zu lassen. So etwas macht man mal eine Runde zwischendurch, das war es dann aber auch schon wieder. Zum mehrfachen Spielen lädt das Minispiel in jedem Fall nicht ein.

Für Leute, die ruhig an eine Sache herangehen wollen, ist "Yoshi's Fruit Cart" eine gute Gelegenheit dazu. Hier geht es darum, ein gutes Vorstellungsvermögen des Raumes an den Tag zu legen. Auf dem Fernsehbildschirm erkennt Ihr Früchte, auf dem Gamepad sind diese nicht zu sehen. Via Stylus zeichnet Ihr nun eine Strecke nach, die Yoshi ablaufen muss, um möglichst alle Früchte zu finden. Ihr solltet keine vergessen, denn der Exit bleibt Euch sonst verschlossen.

Das ist doch mal cool und unterhaltsam: "Ninja Castle". Ein Rail-Shooter wie er im Buche steht. Alles, was Ihr dafür tun müsst, ist, das Gamepad vor Euch zu halten und eine Unmenge an Wurfsternen wegzuschleudern, um alle auf dem Bildschirm erscheinenden Feinde aus dem Weg zu räumen. Natürlich gibt es auch Power-ups, etwa ein Bombenarsenal oder die aus vielen Spielen bekannte Bullet-Time, die das Geschehen verlangsamt.

Gut gelungen, spaßig und herausfordernd zugleich ist "Balloon Trip Breeze", im Grunde genommen ein eigenständiges Spiel, bei dem Ihr Euren Mii per Stylus durch die Welt schweben lässt, vorbei an Gefahren, die Euch das Leben schwer machen. Etwa Fische, die hinterhältige Blasen spucken, oder schwebende Enten, die Ihr erst im geeigneten Moment treffen müsst, um sie auszuschalten. Später wird der Titel sogar richtig anspruchsvoll - also nicht nur für kleine Kinder.

"Mario Chase" ist ein absoluter Spaßbringer. Das liegt mitunter daran, dass Ihr Euch mit bis zu vier weiteren Mitspielern ins Geschehen stürzen könnt. Als Fangspiel getarnt, ist der Gamepad-Besitzer derjenige, der von seinen Mitspielern gefangen werden muss. Der eine trägt die Mario-Mütze, die anderen stülpen sich die Toad-Haube über den Kopf. Und dann geht es los. Als Mario habt Ihr zehn Sekunden Vorsprung, ehe die Fänger ins Spiel kommen und auf Euch Jagd machen. Mit Hilfe der Entfernungsanzeige können die Fänger immer abschätzen wo der zu Fangende gerade ist. Kommunizieren ist bei "Mario Chase" alles. Nur, wenn sich die Gruppe gut abspricht und etwa Hinweise verteilt, in welcher Zone sich der Mario-Mützen-Träger gerade befindet, wird das Abenteuer von Erfolg gekrönt werden. In direkter Nähe reicht ein gekonnter Hechtsprung aus, um den Einzelgänger in der Arena zu schnappen. Allerdings kann dieser den anderen auch ein paar Schnippchen schlagen. Etwa dann, wenn er einen goldenen Stern einsammelt, um für kurze Zeit schneller zu werden.

Richtig mehrspielerkompatibel ist auch "Luigi's Ghost Mansion". Erneut gibt es einen Einzelspieler, auf der anderen Seite eine Gruppe. Das Ziel ist, den unsichtbaren Geist, der vom Einzelspieler verkörpert wird, per Taschenlampenstrahl aufzufinden. Der Geist verliert an Energie, wenn er mit der Taschenlampe angestrahlt wird. Ein Problem gibt es aber trotzdem: Der Geist ist ja unsichtbar, nur die Vibration der Wii U-Remotes verrät, dass sich das Wesen in der Nähe befindet. Und auch der Schein der Lampen tut sein Übriges hinzu, um den Geist kurzfristig sichtbar zu machen. Eine gute Ausgangslage gibt es für den den Geist verkörpernden Einzelspieler: Er kann sich im Geheimen an die "Ghostbuster"-Opponenten heranschleichen und sie im passenden Moment erschrecken. Die Gegner-Miis werden daraufhin ohnmächtig. Gelingt dem Geist das dreimal, hat er gewonnen.

In "Animal Crossing - Sweet Day" geht es bonbonsüß zur Sache. Erneut im Fangspielstil verpackt gehen bis zu vier Spieler auf Bonbonjagd. Entweder sammelt Ihr das ein, was überall herumliegt, oder aber Ihr aktiviert Schalter, die wiederum Bonbons freigeben. Im Gegenzug dürfen die anderen Spieler die Rolle der Wächter übernehmen und dann attackieren, wenn sie neben den Bonbons sammelnden Tieren stehen. Gewonnen haben die Tiere entweder, wenn sie die notwendige Anzahl an Bonbons gesammelt oder die Wächter, wenn sie dies verhindert haben.

Eine komplexe Steuerung erwartet Euch in "Metroid Blast". Der Einzelspieler steuert hier die Raumkapsel von Samus Aran, bis zu vier weitere Mitstreiter - besser: Gegner - versuchen diese vom Himmel zu fegen. Und zwar in explosionsfreudigen Scharmützeln. Leider gestaltet sich die Steuerung alles andere als einsteigerfreundlich. Anfänger werden wenig Freude haben, wenn sie Erfolge an den Tag legen möchten.

In "Pikmin Adventure" soll ein Vorgeschmack auf den inzwischen erhältlichen dritten Teil gegeben werden. Was Spieler erwartet? Touchscreen-Smashing par excellence. Olimar, der gestrandete Pikmin-Captain, wird per Gamepad gesteuert, die Pikmin hingegen werden per Fingerzeig auf ihre Feinde gelenkt, auf diese Weise wird auch der leckere Nektar gesammelt, der notwendig ist, die Gruppe noch stärker werden zu lassen. Wenn weitere Spieler mit von der Partie sind, dürfen diese per Hammereinsatz entweder Kisten zerstören oder auf Feinde einhauen.

Zelda-Feeling inkludiert? Leider Fehlanzeige. Denn "The Legend of Zelda - Battle Quest" ist nichts weiter als ein Rail-Shooter, der mit der Zelda-Reihe kaum etwas gemein hat. Im Gegenteil. Bis zu fünf Spieler treffen sich, um in Pfeil-und-Bogen-Kämpfen (der, der das Gamepad hält) sowie mit Schwert und Schild Monster zu schnetzeln. Das ist ganz nett, mehr aber auch nicht, da sich schon nach wenigen Sequenzen eine gewisse Portion Monotonie breit macht. Sowohl Landschaften als auch Monsterhorden sind zu repetitiv gestaltet, als dass Ihr über einen langen Zeitraum Spaß hättet.

Grafik & Sound....

Ein Aushängeschild für eine "neue" Konsolengeneration ist "Nintendoland" beileibe nicht. Eigentlich wirkt das gesamte Setting so wie damals auf der Wii. Die typischen Miis, detailarme Köpfe mit Gliedmaßen, bunte Hintergründe, ja, das war es dann auch schon. Hoch aufgelöst ist das Ganze zwar auf entsprechenden Fernsehern, aber "NextGen" schaut eigentlich anders aus. Familientauglich ist der Spaß aber allemal. Auch der Sound kann sich hören lassen, die Effekte tun hier ein Übriges hinzu und sind nintendotypisch eher auf der putzigen Seite angesiedelt.

Fazit....

"Nintendoland" ist ein Titel, den die meisten ihr Eigen nennen dürften. Allein schon deshalb, weil er der Premium-Edition der Wii U beiliegt. Für die Gruppe ist das Spiel perfekt, Einzelspieler werden nur kurz ihre Freude haben. Das Gute daran: Die meisten Nintendo-Charaktere haben in "Nintendoland" ihren großen Auftritt, einige Spiele sind aber etwas öde geraten, es mangelt an Ideen. Denn in Sachen Minispiele hat Nintendo einen Großteil ihres Pulvers bereits verschossen. Eigentlich gibt es nichts, was es noch nicht gibt. Allein auf der Wii, Wii Us Vorgängerkonsole, gibt es zuhauf Sammlungen von kurzen Minispielchen, die für unterhaltsame Wochenenden gedacht sind. Deshalb ist die Luft bei "Nintendoland", trotz der durchaus auch vorhandenen witzigen Games, einfach draußen. Euren Spaß werdet Ihr trotzdem haben. Vor allem im Team.

 

+ viele Minispiele
+ familienfreundlich
+ perfekt für Mehrspieler
+ schöne Atmosphäre
- einige Spiele sind eher öde
- gute Ideen eher Mangelware
- Optik ist Geschmackssache

GRAFIK: 62%

SOUND/EFFEKTE: 72%

MULTIPLAYER: 80%

GESAMTWERTUNG: 72%

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