konsolenkost.de

 
Wii U Ninja Gaiden 3: Razor's Edge
 
 
Ninja Gaiden 3: Razor's Edge - Wii U
Matthias Engert (04.04.2013)

SYSTEM: Wii U-PAL
ENTWICKLER: Team Ninja
GENRE: Action
SPIELER: 1(8) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 314 MB
DOWNLOADS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 4-10++
CONTROLLER: Pad, Pro
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: PEGI18
5.1/DD/HD: Ja/Nein/1080p
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.70 Euro (Import)
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Ja
ONLINE GAMEPLAY: Ja
MIIVERSE: Nein

   
Einleitung....

Über das Software Angebot auf der Wii U kann man auch knapp 4 Monate nach Erscheinen der Konsole immer noch trefflich diskutieren. Zwar sind viele bekannte Serien erschienen, manche davon sind auch bei uns noch im Teststadium, und dennoch hat das Thema noch reichlich Ecken und Kanten. Manchen geht es nicht schnell genug bis neue Software vorhanden ist, andere beschweren sich über das Fehlen der sogenannten "Erwachsenen Titel", auch wenn dieser Begriff äußerst dehnbar ist. Fakt ist es bessert sich langsam und stetig, gibt aber immer noch genügend Raum für Verbesserung her. Dazu kommt das Thema Exklusivität, das ebenfalls viele Wii U Besitzer nach wie vor beschäftigt. Welche Wellen so etwas schlägt, haben wir bei Rayman Legends erlebt. Richtig ärgerlich wird es dann, wenn Software Perlen hierzulande erst gar nicht erscheinen. Im Falle von Ninja Gaiden 3: Razor's Edge ist das besonders markant. Denn gerade dieser Titel ist für Fans des hier erlebbaren Genres ein klarer Kaufgrund für eine Konsole. Seit dem ersten Anspielen auf diversen Events im Vorfeld des Wii U Launches war ich persönlich ganz hibbelig auf diesen Titel. Die Vorfreude auf den Januar dieses Jahres wuchs immer mehr und was passiert…, der Titel bekommt keine Jugendfreigabe und wurde kurzerhand für Deutschland gestrichen. Die PAL Version war fix und fertig und hierzulande ging der Release fast völlig unter. Denn den gab es natürlich. Nur eben überall um uns herum. Wieder mal waren wir das berühmte "gallische Dorf". Kein Grund den Titel aber links liegen zu lassen. Es lebe der Import wie in guten alten Zeiten, wo der Titel auch sehr günstig zu haben ist. Nur das man hier die normale PAL-Version samt deutschem Inhalt holen musste. Wäre ja auch ein Ding, diesen Titel nicht vorzustellen. Denn verdient hat er es allemal, was euch der folgende Test zeigen soll.

Menus und die Story....

Hierzulande hätte sich ja eigentlich auch Nintendo selber als Publisher betätigt. Sonst ist die Ninja Gaiden Reihe ja ein Tecmo Koei Thema und wurde entwickelt vom Team Ninja, denen wir ja schon einige tolle Titel zu verdanken haben. Dass sie ihr Handwerk verstehen, sollten sie hier eindrucksvoll beweisen. Wie schon erwähnt bietet auch die importierte PAL-Version komplett deutsche Texte und punktet dazu mit einer sehr gelungenen englischen Sprachausgabe. Da die PAL allgemein verschiedene Sprachen bietet, ist es auch egal wo ihr euch das Spiel innerhalb Europas besorgt. Auch der Rest der technischen Seite lässt keine Wünsche offen. Als 1080er Titel auf der Wii U zeigt man in vielen Bereichen, wozu die Konsole in der Lage ist und vor allem welchen Speed sie dabei gehen kann. Soundtechnisch wird zwar kein DD geboten, die 5.1 Variante lässt aber ebenfalls keine Wünsche offen. Speichertechnisch kommt der Titel durchaus happig daher und knapst euch knapp 314MB Speicher ab, wovon allerdings 310MB nur für die Update Daten draufgehen. Sollte man aber auf jeden Fall nutzen und die aktuelle Version 1.3.0 auch installieren. Spielbar ist der Titel mit dem Gamepad und dem Pro Controller, wobei gerade das Pad durchaus seine Vorteile bieten sollte. In Sachen Mehrspieler dürfen zumindest Online bis zu 8 Spieler mit und gegeneinander in den Klanschlachten antreten. Schade dass man keinen Offline Koop oder ähnliches eingebaut hat. Das wäre in der Nachbetrachtung noch so der gewisse I-Punkt gewesen. So bleibt das reine Hauptspiel für einen Spieler vorbehalten. Wie immer nicht ganz unwichtig ist die Geschichte des Spiels, die hier auch recht intensiv eingebaut wurde. Natürlich spielt der Held der Serie Ryu Hayabusa wie immer die Hauptrolle und die Geschichte beginnt eigentlich zunächst sehr verhalten.

Alles spielt zur aktuellen Zeit und zeigt, dass nicht alle Spiele aus dem Hause Tecmo Koei das richtige Samurai-Zeitalter als Grundlage nehmen. Die Geschichte beginnt im Dorf Hayabusa, als Ryu vom Verteidigungsminister Ishigama und einer Frau namens Mizuki McCloud besucht wird. Sie gehört zu einer Sondersicherheitseinheit der japanischen Luftabwehrstreitkräfte und weiht Ryu zunächst in die Hintergründe ein. Alles dreht sich zu Beginn um einen Terroranschlag einer unbekannten Gruppe in London. Zunächst nimmt Ryu an, man wolle ihn um Hilfe bitten. Das ändert sich schnell, als man ihm ein Video zeigt, in dem man seinen Kopf fordert. Und das sollte noch lange nicht alles sein und die Geschichte des Spiels baut sich hier ungemein stimmig auf. Es geht um Intrigen, eine geheime Organisation und der Spieler wird lange im Unklaren gelassen, worum es hier eigentlich überhaupt geht. Um die Geschichte richtig verworren zu machen, wird unser Held, der das legendäre Drachenblut in sich birgt mit einem mysteriösen Fluch belegt, der seinen rechten Arm befällt und bis zum Ende begleiten sollte. Warum und wer dafür verantwortlich ist, welche Rolle das legendäre Drachenschwert spielt und wie alles miteinander zusammenhängt, erfährt der Spieler in dieser gut gemachten Geschichte erst am Ende. Insgesamt sehr passend und mit einem interessanten Ende. ;-) Dabei will ich es dann auch erst einmal bewenden lassen in Sachen Geschichte. Bis dahin habt ihr aber noch einiges vor euch und alles beginnt zunächst mit dem Spielstart und damit dem eigentlichen Hauptmenu des Spiels. Einen einführenden Trailer gibt es zunächst nicht und nur der sehr prägnante Sound in den Menus lässt so langsam ein heroisches Actionfeeling beim Spieler aufkommen.

Das reine Hauptmenu bietet viele Möglichkeiten sich auszutoben. Dabei gibt es Inhalte die voneinander abhängen, andere wiederum nur für sich spielbar sind. Über allem steht zunächst der Einzelspieler Modus. Diesen kann man Neu Starten oder über einen Spielstand natürlich Fortsetzen. Dazu kommen die "Kapitel-Herausforderungen", der Modus "Schatten der Welt" und die "Ninja-Aufzeichnungen". Keine Sorge, über die einzelnen Punkte gehe ich später im Gameplay und Online Teil noch genauer ein. Verpassen sollt ihr hier nichts. Abseits der spielerischen Aspekte laden die Optionen zum Verweilen ein. Sie bieten reichliche Einstellmöglichkeiten für das Spielgeschehen. Neben der Sprache könnt ihr hier z.B. einstellen, ob ihr über den TV Bildschirm spielen wollt, oder sich alles auf dem Pad abspielen soll. Dazu könnt ihr das Steuersetup und somit die Tastenbelegung verändern, die Kamera beeinflussen und Achsen invertieren, samt der Drehgeschwindigkeit. Selbst SpotPass könnt ihr hier aktivieren und ob Nachrichten für euch angezeigt werden sollen. Habt ihr eure Einstellungen getätigt, die man ja jederzeit auch wieder ändern kann, können wir uns in das eigentliche Abenteuer stürzen. Also nicht lange gefackelt und wir starten das Abenteuer in Ninja Gaiden 3: Razor's Edge.

Das Gameplay....

Sobald Ihr das Spiel neu startet, dürft ihr einen von zunächst 3 Schwierigkeitsgraden auswählen. Ein weiterer kommt nach dem Durchspielen dazu, für den man aber schon fast Ryu sein muss, um dort lange zu überleben. ;-) Dabei gehört das Spiel zu den Vertretern, wo ihr auf dem anfangs gewählten Grad auch in der Regel festgelegt seid. Oder sagen wir besser, leichter machen kann man es sich nicht. Einen Grad nach oben kann man aber jederzeit gehen. Selbst der leichteste Grad hat hier einen gehobenen Anspruch und ist alles andere als ein Selbstläufer. Von daher gehört das Spiel definitiv zu den schweren Vertretern. Finde ich gut und hebt sich angenehm aus der Masse der seichten Spiele mit zu vielen Hilfen heraus. Nur ein Punkt, warum das 18er Rating mehr als gerechtfertigt ist und die ältere Zielgruppe eine Menge bekommt für ihr Geld. Die Geschichte beginnt wie schon erwähnt im Dorf Hayabusa mit der Einführung in die Geschichte. Dazu mit einer von vielen sehr schön gemachten Sequenzen, die sich durch das gesamte Spiel ziehen und die Atmosphäre sehr unterstützen. Voll vertont und mit einer stimmigen Betonung der Sprecher. Wie schon angesprochen startet danach das Spiel in das erste von 8 im Spiel enthaltenen Levels. Hier im Spiel werden diese als Tage betitelt, die sich jeweils über mehrere Gebiete erstrecken und neben dem Anspruch ihren Teil zur Spielzeit beitragen. Mizuki übernimmt nun im großen Teil des Spiels die Briefings, stimmt euch auf das kommende Geschehen ein und kommuniziert auch in den Levels direkt euch. Ein übergeordnetes Spielziel in dem Sinne gibt es hier nicht. Viel mehr ändern sich die Ziele stetig, weil sich eben auch die Geschichte entwickelt. Was anfangs nach einer Untersuchung aussieht, wird im zunehmenden Verlauf eher ein Kampf um Leben und Tod. Und das ist in diesem Spiel durchaus wörtlich zu nehmen. ;-)

Denn wenn Ninja Gaiden 3 eines auf der Wii U ist, dann vor allem ein Action Spiel, bei dem man nur selten mal zur Ruhe kommt. Bis auf 2 Bereiche im Spiel, bei denen ihr auch mal mit einem CPU-Partner agiert, bewegt ihr euch jeweils mit Ryu, oder auch mal einer weiblichen Heldin allein durch die gegnerversuchten Gebiete. Es geht hier auch nicht um Rätsel und ähnliche Einlagen, sondern einzig darum sich nicht töten zu lassen und mittels der eigenen Waffen ein Blutbad nach dem anderen zu hinterlassen. Wer also mal wieder richtig die Sau rauslassen will, ist hier genau richtig. Dabei gibt es spielerisch dennoch einige Punkte, die aus dem Spiel mehr machen, als nur einen stupiden Actiontitel. Neben reichlich Metzelaction am Stück dürfen ab und an auch kleine Geschicklichkeitseinlagen hinter sich gebracht werden und natürlich wird dem Thema Boss-Gegner eine große Bedeutung beigemessen. Denn diese gibt es am Ende eines jeden Levels und verdienen ebenfalls in Gestaltung und Kampfweise ein dickes Lob. Grob also ein typischer Action-Titel, wie man sie schon oft erleben durfte. Aber man würde dem Spiel auch Unrecht tun, ihn auf eine Ebene mit anderen Konkurrenten zu stellen. Denn in einigen Bereichen sollte der Titel schon einzigartig sein. Aber kümmern wir uns nach und nach darum. Schauen wir uns mal ein paar Eckdaten des Gameplays an. Gesteuert werden kann der jeweilige Charakter über das Pad und den Pro Controller. Das Spielen mit dem Gamepad hat aber einige entscheidende Vorteile. Da in diesem Spiel auch Zusätze wie das Entwickeln der Charaktere und die Nutzung diverser Hilfsmittel vorgesehen ist, punktet das Pad durch die Erreichbarkeit. Denn neben der Action auf dem TV-Bildschirm kann man alles andere bequem und vor allem schnell über das Pad erreichen und anwählen. Und selbst in den ruhigen Momenten, wo man sich doch mal um Ausrüstung und Fähigkeiten kümmert, leistet das Pad gute Dienste.

Dabei ist die Grundsteuerung relativ simpel umgesetzt und der Titel spielt sich grob wie viele dieser Genre Vertreter. Ihr seht die Charaktere in der Third Person Perspektive und bewegt sie mittels des linken Sticks, während der rechte die freie Kamera übernimmt. Mittels Taste könnt ihr diese auch jederzeit hinter den jeweiligen Helden platzieren. Das es dennoch mal zu kleineren Übersichtsproblemen kommen kann, liegt hier einfach an der übelst schnellen Action, bei der sich selbst die Kamera überlegen muss, wem sie als erstes folgt. ;-)) Dabei geht das Spielgeschehen auf einem recht linearen Weg vonstatten, was hier allerdings keinen Nachteil darstellt. Dafür ist einfach zu viel los auf den vorgegebenen Wegen. Per Druckfunktion des rechten Sticks könnt ihr euch zudem jederzeit die Richtung anzeigen lassen, in der man weiter durch das Level gelangt. Neben einer Sprungfunktion, die aber fast immer für die reine Action gebraucht wird, gibt es auch Geschicklichkeitseinlagen per Taste. Man kann so unterhalb von Objekten hindurchschlittern, oder aus großen Höhen nach unten fliegen und dabei Geschossen ausweichen. Hauptaugenmerk bleibt hier aber auf dem Kämpfen gegen unzählige Gegner, die man auch in Sachen Gestaltung sehr vielschichtig eingebaut hat. Neben menschlichen Gegnern wie Söldner und anderen Schwertkämpfern, warten auch diverse Tiere, Mutationen und selbst Zombies. Auch hier wird in jede Genrekiste mal gegriffen. Dabei sind die Levels so eingeteilt, dass man aller paar Meter auf Gegnerverseuchte Areale trifft, diese ausnahmslos eliminiert und weiter zum nächsten Bereich gelangt. Dazwischen warten kurze Ruhemomente für die eigene Organisation oder diverse Sequenzen erzählen wieder einen neuen Teil der Geschichte.

Sobald Gegner um euch herum auftauchen, egal ob am Boden oder aus der Luft, zeigt das Spiel dann sein wahres Gesicht. Mittels der X und Y Tasten vollführt man grob gesagt die Grundaktionen, die man hier in leichte und schwere Angriffsaktionen einteilt. Je weiter man im Spiel kommt, umso mehr Moves bekommt man an die Hand. Dabei spielen die 6 freischaltbaren Waffen im Spiel eine große Rolle, die den Umfang der Aktionen und vor allem der möglichen Kombo's beeinflussen. Des Weiteren darf man neue Aktionen auch Kaufen. Dennoch sieht man 2 Dinge eigentlich sofort in den ersten Aktionen des Helden. Die unglaubliche Brutalität des Spiels und vor allem der dabei an den Tag gelegte Gamespeed. Gerade die technische Seite zeigt wozu die Wii U in diesem Stadium schon fähig ist. Eine derart hohe Geschwindigkeit in einem Action Titel dieser Art, wo Waffen wie Schwerter, Klauen oder Doppel-Katanas die Hauptrolle spielen, habe ich noch nicht erlebt. Vergesst alles was es in diesem Bereich bisher gab. Dabei technisch auf einem derart hohen Niveau, so dass es weder Ruckler, noch sonstige Einschränkungen gibt. Das ist äußerst imposant und wird im Verlauf des Spiels ja noch besser und schneller. ;-) Das führt dann oftmals dazu, dass man ein wenig den Überblick verlieren kann, wer in den Spritzern von Blut und fliegenden Körperteilen eigentlich der eigene Charakter ist. Auch dies ist typisch für Ninja Gaiden 3 und unterstreicht die Richtigkeit des 18er Ratings. Hätten wir noch unsere 18er Ecke im Magazin, ich würde wahrscheinlich noch viel mehr vom Leder ziehen und schreiben. So reichen aber auch die Andeutungen darüber hier schon vollkommen aus. In einem Stück kommt hier eigentlich kein Gegner davon, um es mal etwas anders auszudrücken.

Begleitet werdet ihr dabei nun von diversen Anzeigen. Einmal auf dem TV-Bildschirm, oder eben dem Gamepad. Die wichtigste Anzeige ist natürlich die Lebensleiste des Helden. Diese sollte man tunlichst im Auge behalten. Allerdings ist ein Ableben hier nicht so schlimm, da innerhalb der Levels reichliche Rücksetzpunkte zur Verfügung stehen. Dabei wird einmal im Level an bestimmten Punkten fest gespeichert und am Ende nach einem absolvierten Level. Einhergehend mit einem Level Ende gibt es eine große Zusammenfassung und man bekommt Punkte für das eigene Karma-Konto. Einfach gesagt dient dieses Feature als Währung im Spiel und man kann damit in den entsprechenden Upgrade Rubriken neue Techniken und Verbesserungen kaufen. Jeder erledigte Gegner und vor allem das Wie ergibt aber auch schon im laufenden Spiel Karma Punkte. Damit kann man seine Waffenwirkungen in 3 Stufen entwickeln, neue Kostüme kaufen, weitere Angriffsmoves, oder sogar die eigene Gesundheitsleiste erweitern. Grundlage dafür sind kleine Items, die man in den Levels versteckt hat und finden muss. Sprich diese finden, um eine bestimmte Aktion erst einmal frei zu schalten, um sie dann auch noch kaufen zu müssen. Ganz so einfach will man es euch auch nicht machen. Durch den Anspruch giert man aber nach diesen Dingen, weil sie sich schon signifikant auf das Spielgeschehen auswirken. Ein weiterer ganz wichtiger Aspekt im Kampfgeschehen ist die Hilfe per ZL-Taste. Mit ihr und dem linken Stick können die Charaktere einen sehr schnellen und effektiven Ausweichmove vollführen, der euch sofort einige Meter aus der Gefahrenzone bringt. Dabei mal schnell hinter einen Gegner, oder einfach nur um Angriffen der Gegner auszuweichen. Mit der Zeit nutzt man diesen Move sehr intensiv und die Bewegungsaction mit zeitgleichem Attackieren der Gegner geht in Fleisch und Blut über.

Auch dadurch zieht das Spiel rein von der Action seinen ganz unverwechselbaren Reiz. Und selbst Freunde der Fernaction kommen hier auf ihre Kosten, sobald Ryu einen Bogen bekommt und als sekundäre Waffen nutzen kann. Mittels R-Taste kann man diesen ziehen und so Gegner in der Luft oder auf erhöhten Plattformen erwischen. Denn nicht selten werdet ihr so aus der Ferne mit Raketenwerfern bearbeitet, während aber unten um euch herum die eigentliche Action tobt. Selbst Kämpfe gegen Helikopter und spezielle Boss-Gegner sind nur so machbar. Auch hier wird das Ganze im Spielverlauf immer vielschichtiger. Zu guter Letzt gibt es noch das Ninpo-Feature. Ähnelt einem Special und muss durch eine entsprechende Leiste erst einmal mit Energie gefüllt werden. Ist diese voll, kann man mittels Antippen auf dem Gamepad einen Bildschirmfüllenden Move loslassen, der Gegner bearbeitet, aber auch eure Gesundheit verbessert. Auch diesen kann man wie alles andere entwickeln. Dennoch sind die reinen aktiven Moves immer noch die Besten. Denn auch mit den eigenen Waffen gibt es verschiedene Zustände und Ryu kann sich bei einer entsprechenden Anzahl an Treffern ohne Pause in einen spielerischen Rausch metzeln. Dann leuchten zum einen die Waffen in der Hauptfarbe des Spiels und Gegner-Kills gehen nun in einer Nahaufnahme vonstatten, bei denen im richtigen Momente mal kurz das Bild angehalten wird. Das hat schon was und bringt übrigens wesentlich mehr Karma-Punkte. Ihr seht schon es gibt vieles, über das man sich hier auslassen kann.

Neben den verschiedenen Gegnertypen und Waffen, sorgen auch die Locations im Spiel für Abwechslung. Eigentlich ist es fast eine kleine Weltreise, an denen euch die Reise an höchst unterschiedliche Locations führt. Egal ob das Großstädte wie London oder Paris sind, kleine Inseln im Pazifik, bis hin zu Labors, Schiffen und selbst einem Ausflug in die Arktis. Überall sind neben Gegnern die einem immer begegnen, eben auch spezielle Varianten dabei, denen man wesentlich seltener begegnet. Und die abschließenden Boss-Gegner, die wirklich sehr verschieden voneinander gestaltet und umgesetzt sind, runden diesen hervorragenden Eindruck ab. Hat man einmal begonnen, will man eigentlich nicht mehr aufhören und immer weiter und weiter im Spiel. Sicherlich eines der größten Komplimente, dass man einem Spiel machen kann. Aber selbst abseits des Hauptspiels gibt es Möglichkeiten um vielleicht mal in kurzer Zeit seinen Spaß zu haben. Neben den Kapitel-Herausforderungen über das Hauptmenu, in denen man auf höheren Graden für noch mehr Karma, Scores und Ninja Ehren alle Levels einzeln spielen kann, sorgen vor allem die Inhalte des Punktes "Schatten der Welt" für viele vergnügliche Spielstunden. Zum einen findet man hier Multiplayer und damit Online-Inhalte, aber auch allein stehen euch Möglichkeiten zur Auswahl. Dafür stehen hier die Ninja-Prüfungen zur Verfügung. Mehr als 50 Szenarios, die man kurz und knackig angehen könnte. Passend gibt es hier größere Arenen aus allen Levels des Hauptspiels, in denen man gegen mehrere Wellen an Gegnern mit einer Gesundheitsleiste startet, die zwischen den Wellen teilweise neu aufgefüllt wird.

Dabei ist hier ein Levelsystem die Grundlage und ihr als Spieler beginnt hier bei Stufe null unabhängig vom Hauptspiel. Sprich Karma Punkte und erspielte Boni aus dem Hauptspiel stehen hier nicht zur Verfügung. Alles muss auch hier entwickelt werden. Je öfter man z.B. eine Waffe benutzt, umso schneller levelt man diese. Einhergehend damit schaltet man neue Funktionen frei und wird so in langsamen Schritten immer besser. Nur so schafft man mit der Zeit überhaupt alle Prüfungen. Anfänglich stehen euch 25 zur Auswahl, für die man schon ewig braucht, um auch die hinteren zu schaffen. Zwischenzeitlich schaltet man neue Grade frei, die wiederum 25 neue Prüfungen beinhalten, um schlussendlich auch die Bosse hier zu erleben. So kann man zu den knapp 13 Stunden im Hauptspiel, seine Spielzeit allein hier um einiges nach oben schrauben. Und was dabei ganz wichtig ist, es wird nicht langweilig und fordert sehr. Wer denkt nach dem Durchspielen sein Ego auf den Thron heben zu können, darf hier wieder bei den Basics anfangen und das Gelernte erneut anwenden. Macht Laune und punktet eben gerade durch die kurzen Prüfungen. Denn in der Regel sitzt man hier keine 10 Minuten an einer Prüfung. Sofern man sie schafft. ;-) Aber egal welchen Modus ihr euch zu Gemüte führt. Ninja Gaiden 3 ist ein absolut tolles Spiel, das sich Interessierte nicht entgehen lassen sollten.

Grafik & Sound....

Auch wenn noch nicht alle Titel als Test erschienen sind. Gespielt sind sie mehr oder weniger alle, so dass auch ein grafischer Vergleich eindeutig möglich ist. Und Ninja Gaiden 3 steht mit ganz oben auf der Grafikliste der Wii U. Dabei steht über allem die reine Metzelaction, die zum einen durch die perfekte Technik und irren Speed glänzt, aber eben auch was die reine grafische Gestaltung angeht. Satte Farben, reichlich Effekte, eine sehr klare und feine Darstellung der Action unterstützen das Gameplay auf eine sehr imposante Weise. Butterweiche Animationen, für die man der im Abspann aufgeführten Motion-Capturing Abteilung ein großes Kompliment aussprechen kann. Aber das ist wirklich nur eine Seite der gelungenen Grafik. Auch die Boss-Gegner verdienen ein großes Lob und es gibt 2 Vertreter die wirklich so eigentlich auch ihresgleichen suchen. Bildschirmfüllend und weit darüber und ebenfalls technisch ohne Probleme. Hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet. Schwächen in dem Sinne gibt es eigentlich keine. Das einzige was mir da überhaupt einfällt in der Nachbetrachtung, sind manche recht steril wirkenden Backgrounds vor allem in den technischen Umgebungen. Ist aber mehr das Haar in der Suppe. Der Rest ist eine grafische Präsentation auf höchstem Niveau und für ein First Generation Spiel äußerst gelungen. Allein der angesprochen sehr hohe Gamespeed bei all der Action ist bis dato eigentlich unerreicht.

Beim Sound zeigt sich ein ähnliches Bild. Stimmige Musiken, die fordern und sich in den Levels immer wieder unterscheiden sind der perfekte Begleiter. Auch die Kampfgeräusche sind sehr gelungen und allein der Klang der Waffen und was sie anrichten überzeugen auf ganzer Linie. Dazu die sehr gute Betonung der Sequenzen, die auch den Geschichtenteil sehr gut unterstützen. Das einzige was man hier kritisieren könnte, sind die Kampfschreie der weiblichen Heldin im Spiel. Diese sind dann relativ monoton gehalten. Aber auch hier wieder Jammern auf ganz hohem Niveau. ;-)

Multiplayer/Online....

Der Mehrspieler im Ninja Gaiden 3 teilt sich dabei in 2 Bereiche. Erreicht werden können die Inhalte dabei im Hauptmenu Punkt "Schatten der Welt". Denn hier findet man die Ninja-Prüfungen und die Klanschlachten. Dabei kann man die Ninja-Prüfungen, über die ich mich oben im Gameplay Teil schon ausgelassen habe, dabei in einer Online Koop Variante spielen. Man kann hier wahlweise eine eigene Lobby erstellen und auf einen Mitspieler warten, oder aus einer Vielzahl an eröffneten auswählen. Positiv das man natürlich zu zweit nun schneller seinen Mehrspieler Charakter entwickeln kann. Spätestens in den Klanschlachten profitiert ihr davon. Denn der Charakter wird in beiden Modi genutzt. Hier findet man nun ebenfalls nur Online den großen Mehrspieler, an dem bis zu 8 Spieler beteiligt sind. Die Klanschlachten erlauben es euch in maximal 4 gegen 4 Sessions das stärkere Team zu ermitteln. Auch hier stehen die Levels aus dem Hauptspiel Pate, bieten aber natürlich mehr Bewegungsmöglichkeiten als die reinen Prüfungen. Maximal 5 Minuten kann man einstellen, in denen es zur Sache gehen soll. Dazu welches Level die Gegner und Mitstreiter haben können und wo man nach Mitspielern suchen will. Technisch gibt es auch hier keinerlei Probleme und es geht zu wie in bekannten Shootern. Man sucht sich und ab geht die Post. Es gibt Zwischenstände, dazu Sammelobjekte und einen weiteren entscheidenden Vorteil. Man levelt schneller in den Klanschlachten, weil es mehr Punkte gibt, so dass man hier z.B. auch für sein Solo Spiel in den Prüfungen einen großen Nutzen erzielt. Und vor allem bei voller Lobby und damit 8 Leuten hat das Ganze schon was. Wer 7 Freunde in seiner Liste hat, kann auch direkt mit denen spielen und muss nicht immer nach Allerweltsgegnern suchen. Auf alle Fälle ein lohnenswerter Bestandteil des Spiels.

Fazit....

Was kann man hier eigentlich noch groß hinzufügen, was im Test vorher nicht schon angesprochen wurde. Ok man könnte es etwas komprimieren. ;-) Dass dieser Titel nicht offiziell bei uns zu haben ist, schmerzt mich persönlich doch sehr. Denn er ist einer der Vertreter, der zunächst allein spielerisch schon Spaß ohne Ende bietet, Metzelaction auf hohem Niveau und vor allem eine technische Seite besitzt, die so nur von wenigen Spielen erreicht werden wird. Das kann man gar nicht oft genug betonen und geht so leider fast ein wenig unter, wenn über den Titel aufgrund der nicht erhaltenen Freigabe hierzulande kaum berichtet wird. Klar die Cracks unter euch wissen genau, auf was sie sich hier einlassen. Aber die älteren Gamer, die im Laden durch die Regale schmökern, bekommen diesen Titel erst einmal nicht zu Gesicht. Ninja Gaiden 3 auf der Wii U ist eben eigentlich einer dieser Titel, die man sich immer gewünscht hat und hierzulande nun leer ausgeht. Das Spiel zeigt die Möglichkeiten der Wii U eindrucksvoll und nimmt Kritikern insgesamt eigentlich viel Wind aus den Segeln. Inhaltlich stimmt alles und auch der hohe Anspruch macht aus dem Spiel einen gelungenen Titel. Action über den Story-Modus, aber auch darüber hinaus, samt des Online Modus lassen euch auch lange nicht vom Spiel loskommen. Wer ein Faible für diese Art der Action hat, sollte sich genau überlegen ob er sich den Titel entgehen lassen will. Als Import mit deutschem Inhalt ist das Spiel sogar recht günstig zu bekommen. Ein Grund mehr hier zuzuschlagen.

 

+ Action ohne Ende / Technik
+ Unglaublicher Gamespeed
+ Mehrere Charaktere/Waffen
+ Richtig schön knackig schwer
+ Tolle Boss-Gegner
+ Steuerung mit Pad & Pro C.
+ Grafik / Sounds sehr stimmig
+ Viele Modi / Hohe Spielzeit
+ Komplett Deutsch
- Offline MP wäre Klasse

GRAFIK: 86%

SOUND/EFFEKTE: 87%

MULTIPLAYER: 86%

GESAMTWERTUNG: 86%

Sämtliche Inhalte wie Bilder und Texte zu diesem Artikel sind geistiges Eigentum des Mag'64. Eine Benutzung oder anderweitige Verwendung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Mag'64 erfolgen.

 
                   

Game-and-Fun.de