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Wii U Lego: Der Hobbit
 
 
Lego: Der Hobbit - Wii U
Matthias Engert (13.05.2014)

SYSTEM: Wii U-PAL
ENTWICKLER: Travellers Tales
GENRE: Act.Adventure
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 7 MB
DOWNLOADS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-6
CONTROL: Pad,Remote,Pro,NC
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK6
5.1/DD/HD: Ja/Nein/720p
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.45 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Nein
MIIVERSE: Nein

   
Einleitung....

Mittlerweile eine feste Größe in der Spielelandschaft sind die zahlreichen Lego Spiele Umsetzungen. Was seinerzeit als leicht belächelte Kinder Software abgestempelt wurde, hat sich danach Stück für Stück in der Szene etabliert und spätestens seit Lego City Undercover auf der Wii U auch das bisher beste Spiel der Serie abgeliefert. Kein Wunder das mittlerweile auch die Erwartungshaltung immer größer wurde. Denn nach und nach hat man das eigentlich unverändert gebliebene Gameplay um viele Facetten erweitert und hat die Serie auch erwachsener werden lassen. Denn die Zielgruppe ist beileibe nicht mehr nur der aufstrebende Erstklässler. Was die Spiele ebenfalls immer boten, war ein teilweise herrlich skurriler Humor, der die Charaktere in den Spielen schon allein deswegen sympathisch machte. Und die Lego Reise nimmt kein Ende, warum auch. ;-) Aktuell wollen zwei weitere Schwergewichte für Unterhaltung sorgen. Neben der spielerischen Umsetzung zu Lego The Movie, stellen wir euch hier die Umsetzung des Hobbit Themas vor. Nach Der Herr der Ringe Umsetzung wagt man sich also einmal mehr nach Mittelerde. Passend zum Release der Blu-ray des zweiten Hobbit Teils - "Smaugs Einöde", bringt Warner das Spiel auf den Markt. Für meine Wenigkeit als bekennender Mittelerde und Lego Fan, kein Grund den Test auf die lange Bank zu schieben. ;-)

Menus und die Story....

Einmal mehr unter dem Dach der Firma Warner Bros. erschienen, ist auch beim Thema Entwicklung alles nach wie vor in festen Händen. Travellers Tales hat die Verantwortung für das Spiel und wird das Thema wohl auch in Zukunft nicht aus der Hand geben. Es sei denn sie machen schlechte Spiele. Aber davon gehen wir mal nicht aus. Auf den ersten Blick machen sie auch hier nichts falsch. Ihr bekommt erneut ein komplett deutsches Spiel, was sowohl für die Texte und die Sprachausgabe gilt. Speichertechnisch human mit 7MB, wartet auch wieder ein 2Player Kooperationsmodus auf euch. Ein Feature das ja fast schon in Stein gemeißelt ist. Soundtechnisch gibt es den üblichen 5.1 Wii U Surround Sound, während in Sachen Grafik die 720p Auflösung auf euch wartet. Positiv das man euch neben der Steuerung mit dem Pad, auch wieder alternative Controller an die Hand gibt. Aber wie sich zeigen sollte, spielt das Pad seine Stärken auch hier durchaus aus. Ein Story ausdenken muss man sich hier natürlich nicht. Denn alles beruht auf der Geschichte des Hobbit. Oder sagen wir besser auf zwei Dritteln der Geschichte. Denn natürlich könnte man vermuten, alle 3 Teile halten hier Einzug. Dem ist natürlich nicht so. Wer also denkt er könne mit dem Spiel den Ausgang der Trilogie erleben, der irrt. Das Spiel selber basiert auf den ersten beiden Filmen und endet auch dort, wo der aktuelle Film "Smaugs Einöde" abschließt. Man darf gespannt sein was man nach dem dritten Teil macht… Hier dreht sich also alles um den kleinen Hobbit Bilbo Beutlin, der unversehens in eine abenteuerliche Reise stolpert. Angeführt vom Zauberer Gandalf und begleitet von eine Gruppe Zwerge machen sich die Helden auf den Weg nach Eribor, wo ein fürchterlicher Drache namens Smaug das Reich der Zwerge seit langer Zeit beherrscht. Der einsame Berg ist das Ziel der Reise, wo die Zwerge ihr Reich wiederhaben möchten.

Auf dem Weg dorthin erlebt die Gruppe viele Abenteuer und viele Geschichten aus Mittelerde beginnen hier, die ja erst viel später in Der Herr der Ringe Trilogie enden. Das beginnt bei den Elben und damit der Location Bruchtal, reicht über die Anfänge der Orks, bis hin zu einem nicht ganz unwichtigen Vertreter der Herr der Ringe Geschichte - Sauron. Wie sich zeigen sollte hält man sich recht genau an die Zeitschienen und Locations und Kenner der beiden Hobbit Filme werden sehr vieles wiedererkennen. Aber es bleibt ein Spiel, so dass den Entwicklern reichlich Platz für eigene Ideen geblieben ist. Und wie sich zeigen sollte, bietet sich das Lego Gameplay einmal mehr dafür an. Dank kompletter Lizenz wird der Spieler an allen Ecken und Enden mit Inhalten der Filme erfreut. Allein der Titelsong im Hauptmenü sorgt sofort für Gänsehaut. Hier haben sich die Entwickler eine feine Sache ausgedacht. Je nach Spielfortschritt wechseln die Backgrounds der Menüs, die mal aus dem ersten Film stammen und später dem zweiten und damit aktuellen Film. Die Menüs selber sind relativ schnell erklärt und typisch für die Spiele. Kurz und knackig könnt ihr ein neues Spiel beginnen, oder später einen von 4 möglichen Spielständen fortsetzen. Wie immer gibt es das Spiel über eine Prozentanzeige den eigenen Fortschritt an, der wie immer ein Ding für sich ist. Wie immer kann man das Spiel beenden und hat dabei knapp 30% des Spiels gelöst. Ehe man hier 100% schafft, vergeht wieder eine ganze Ecke mehr. Sprich es gibt erneut viel zu entdecken und Side Quests, samt vieler sammelbarer Dinge, warten im Spiel auf euch entdeckt und gefunden zu werden. Dazu kommen nun eigentlich nur noch die Optionen, die euch neben Sound und Bildeinstellungen auch die Steuerung etwas näher bringen. Ansonsten gibt es nichts weiter im Vorfeld zu berichten, so dass wir uns gleich um den eigentlichen spielerischen Inhalt kümmern können.

Das Gameplay....

Wie schon erwähnt, bietet das Spiel die Umsetzung der beiden ersten Filme der Hobbit Trilogie. Bedeutet hier dass natürlich auch im Spiel alles in Hobbingen beginnt, in dem Bilbo Beutlin daheim ist. Einem kurzen Besuch Gandalfs, folgt auch hier die etwas unvorhergesehene Einkehr der Zwerge, die in Bilbo Beutlin den Meisterdieb sehen, den sie brauchen, um in Eribor ihr Ziel zu erreichen. Auch wenn der heimliche Strippenzieher im Spiel Gandalf ist und bei den Zwergen der Sohn des Zwergenkönigs - Thorin Eichenschild die Hauptrolle übernimmt, steuern werdet ihr im Verlauf wirklich alle enthaltenen Charaktere. Was anfänglich zwar auch für ein paar zähe und langatmige spielerische Momente sorgt, entwickelt ab Beginn der Geschichte von "Smaugs Einöde" im Spiel eine völlig andere Dynamik. Vor allem weil spielerisch einige Dinge dazu kommen, die man sich anfangs lange wünscht, aber eben erst zu einem bestimmten Zeitpunkt bekommt. Von daher ist auch Lego The Hobbit eines der Spiele, das man länger spielen muss, um wirklich alle Facetten des Spiels kennenzulernen. Aber kümmern wir uns um die Inhalte Stück für Stück. Sobald ihr im Spiel loslegen wollt, werdet ihr zunächst wieder etwas an die Hand genommen. Kleine Tutorial Abschnitte und einfache Rätsel zeigen euch wie im Spiel zunächst vieles ablaufen wird. Einhergehend damit beginnt beim Spieler aber das bekannte Frage Antwort Spielchen. Denn man sieht vieles, dass man anfangs nicht lösen oder erreichen kann, so dass man schon vieles auf einen späteren Zeitpunkt verschiebt. Eingeteilt ist das Spiel in knapp 20 feste Story Kapitel, die im Gegensatz zu anderen Open World Lego Spielen, dieses Mal hintereinander gespielt werden.

Bedeutet dass Der Hobbit euch lange Zeit auf eine recht lineare Reise mitnimmt. Dabei ist allerdings dennoch das Open World Gameplay voll enthalten und entwickelt ab einem bestimmten Zeitpunkt eine völlig neue Eigendynamik. Dabei hält sich das Spiel komplett an die Geschehnisse aus den beiden Filmen. Egal ob das Locations, Gegner, Freunde und sonstige wichtige Begebenheiten sind. Sogar viele Dialoge aus dem Film sind in den zahlreichen Sequenzen 1:1 umgesetzt. Dabei spielt sich auch der Hobbit in Sachen Steuerung und Sichtweise, wie die eigenen Vorgänger. Ihr seht den oder die Helden aus der Iso Sicht, mit einer dynamischen und manuell verstellbaren Kamera. Dabei greift mit dem Gamepad das bekannte Setup. Gelaufen wird mit dem linken Stick, während der rechte Stick die Kamera übernimmt. An manchen Stellen gibt es kleine Kritik an der Kamera, die nicht immer so mitgehen will, wie der Spieler das möchte. Der Vorteil des Gamepads beim Spielen zeigt sich vor allem durch die Kartenfunktion, die man sich auf den Touch Screen holen kann. Wer möchte, kann das Spiel aber auch komplett auf dem Pad spielen. Dazu kann man Charaktere bequem über das Pad auswählen, sowie die Optionen aufrufen. Im Gegensatz zu vielen anderen Lego Spielen, ist ein großer Unterschied die Anzahl an steuerbaren Helden. Warten im Spiel insgesamt knapp 100 Charaktere der guten und bösen Seite auf euch erspielt zu werden, sind auch aktiv und live fast immer bis zu 7 Helden gleichzeitig unterwegs. Man kann jederzeit per X-Taste zwischen ihnen wechseln, oder ruft ein entsprechendes Menü auf und kann so manuell einen bestimmten Charakter auswählen. Das hat auch durchaus seinen Sinn und so langsam kommen die ersten Feinheiten zum tragen.

Speziell die zahlreichen Zwerge bieten allesamt verschiedene Fähigkeiten, die euch auf den Wegerätseln und später beim Lösen aller Quests unterstützen. Aber auch dazu gleich noch ein paar Worte. Dazu gesellt sich fast immer Gandalf und eben Bilbo, der ja als einziger die Fähigkeit hat den Ring zu benutzen und sich damit unsichtbar zu machen. Während man nun einen Charakter steuert, trotten die anderen von der CPU gesteuert hinter euch her. Weiter geht es mit der Aktionsvielfalt im Spiel. Alle Charaktere können per Tastenaction eine oder mehrere Waffen benutzen, unter denen man pro Charakter mit der R-Taste durchschalten kann. Dazu kommen ein Sprungfeature, sowie die speziellen Fähigkeiten jedes einzelnen Helden im Spiel. Das Ziel ist es immer die hintereinander spielbaren Kapitel zu erreichen, die man dann Lego like auch mit den typischen Bewertungen und sammelbaren Dingen abschließen kann. Angefangen bei den Unmengen an kleinen Lego Studs, die man ständig sammeln kann und mit Silber, Gold und Blau auch wieder ihre spezielle Wertigkeiten haben. Dazu die versteckten Lego Steine, die üblichen 10 Kits pro Kapitel, sowie neue Items die man sammeln kann. Den größten Teil des Gameplays nimmt dabei dieses Mal die Fortbewegung ein, sprich Wegerätsel aller Arten. Der Anteil an Kämpfen ist um einiges geringer als früher und auch nicht mehr so actionlastig wie früher. Kommen auch etwas oberflächlicher rüber, da unter anderem bei so vielen Hauptcharakteren auch mal die Übersicht etwas leidet. Oben links im Bild habt ihr daher immer die üblichen 4 Herzen für die Lebensenergie. Verliert man doch mal alle, was ja auch bei Fehltritten passiert, wird man wie immer live und sofort am gleichen Platz wieder neu abgesetzt. Frustfrei in dem Sinne ist also auch Der Hobbit.

Die Feinheiten beginnen nun allein schon mit den Wegerätseln auf eurer Reise nach Eribor. Wie schon erwähnt besitzen die Zwerge unterschiedliche Fähigkeiten. Sie benutzt ihr am meisten in diesem Bereich. Manche Zwerge können schwere Gegenstände bewegen, andere mit Fernwaffen Ziele, Markierungen und Schalter treffen, wieder andere können ihre Lanze an Kletterstange einsetzen, oder wie wäre es mit der Möglichkeit einen Zwerg an bestimmten Stellen zu füttern, um ihn dann als Trampolin zu benutzen. Keine Sorge, all diese Rätsel sind relativ easy und spielen sich auch recht flüssig. Auch dies ist ein Punkt der sich später erst ändern wird. Dazu kann man nun auch 2 Zwerge miteinander verbinden, damit sie z.B. stärkere Attacken gegen Gegner ausführen, oder um spezielle Steine und Hindernisse zerstören zu können. Ein Zwerg ist in der Lage ganz bestimmte Bodenschätze abzubauen und wir kommen zur ersten wirklich großen Neuerung im Spielsystem. An die 15 Materialien gibt es im Spiel, die von Brettern, über diverse Nahrung, bis hin zu Erzen reichen. Dieses komplette Materialsystem dient ebenfalls dazu um Rätsel zu lösen und in der Geschichte voran zu kommen. Zerschlägt man z.B. eine Kiste liegen nun einige Bretter herum, die man einsammelt und deren Menge in einer entsprechenden Anzeige gespeichert wird. Später kommt man als Beispiel an eine zerstörte Brücke und benötigt eine bestimmte Menge an Brettern um weiter zu kommen. Und das ist nur ein einfaches Beispiel. Es gibt Händler bei denen man Materialien tauschen kann und zusätzlich unzählige kleine Nebenquests, für die das Materialfeature zwingend notwendig ist.

Aber das ist noch lange nicht alles. Innerhalb der Open World Gebiete und der einzelnen Kapitel warten mehr als genug dieser Sidequests darauf gelöst zu werden. Mit jedem neuen Kapitel schaltet man immer wieder neue frei, so dass mit der Zeit die Kartenfunktion immens wichtig wird, um nicht den Überblick zu verlieren. Und wie schon erwähnt, läuft man beim ersten Story Durchgang an so ziemlich allen erst einmal vorbei. Sprich man folgt der Geschichte und lernt z.B. das Bruchtal kennen, den Hautwechsler oder die Elben. Hat auch alles seinen Sinn. Dabei ist der Umfang in Sachen Locations sehr groß, kann hier aber schwerer eingeschätzt werden, da bestimmte Gebiete voneinander getrennt sind. Also man kann nicht von Hobbingen bis Eribor wirklich durchlaufen. Auch so ein Punkt, der einen lange Zeit beschäftigt. Denn je mehr man von Mittelerde entdeckt und Quests in Hülle und Fülle freischaltet, will man ja wissen, wie man dort wieder zurück gelangen kann. So gibt es in den ersten 6 Stunden schon diverse langatmige Momente, wo es einfach nur linear vorwärts geht. Aber dann… Sobald der Spieler das Ende des ersten Films erlebt und die Gebiete und Geschichte von Smaugs Einöde erreicht, schaltet das Spiel mehrere Gänge nach oben. Zum ersten schaltet ihr als Spieler die Adler frei, die euch am Ende des ersten Films ja gerettet haben. Jetzt bekommt der Spieler nämlich die Gelegenheit frei überall in Mittelerde umher zu reisen. Und endlich kann man anfängliche Gebiete wieder besuchen. Dazu kommt die Aufklärung über Mond und Sonnensymbole, die man auf der Karte immer wieder sieht. Denn schafft man den Düsterwald und erreicht das Gebiet der Elben, wird der Tag / Nacht Modus freigeschaltet. Dann könnt ihr an bestimmten Orten die Zeit verändern. Man merkt dann schnell das viele Quests eben nur am Tage funktionieren, andere wiederum nur nachts lösbar sind. Man stoppt da regelrecht im vorankommen der Story, weil man sich jetzt stundenlang mit bisher unlösbaren Dingen beschäftigt.

Dann bekommt der Spieler auch endlich das so lange ersehnte komplette Open World Feeling und man kann sich in allen Ecken und Enden von Mittelerde frei bewegen und tun und lassen was man will. Vor allem nimmt man sich dann auch die Zeit, weil man weiß dass jetzt vieles eben machbar ist. Das ist sehr schön gemacht und erinnert an die besten Momente eines Marvel Super Heroes oder Undercover. Aber es geht noch weiter. Das Materialfeature zieht nun ebenfalls an, da man erst jetzt anfangen kann die reichlich im Spiel versteckten Zeichnungen zu finden. Diese kann man nämlich beim Schmied in Bree, der vorher ebenfalls erstmal uninteressant war, in neue Gegenstände und Waffen tauschen. Auch hier wieder speziell für die Sidequests, bei denen oftmals die NPC's eine Bitte für ein bestimmtes Objekt haben. Alles wird jetzt erst möglich und allein die Spielzeit und Abwechslung schnellen in die Höhe. Mögen hier knapp 10 Stunden reichen, um die Story zu beenden, so investiert man danach locker das Dreifache, um zumindest einen großen Teil der vielen Aufgaben zu lösen. Wiegesagt sind diese nicht zwingend notwendig für den Ausgang des Spiels, aber sie machen in meinen Augen einfach Spaß. Dazu kommt die Fülle an Charakteren und deren Fähigkeiten. Allein die Elben bringen bis dahin nicht mögliche Aktionen mit und erweitern ebenfalls die spielerischen Möglichkeiten. Gerade dieses Freiheitsgefühl bekommt man mehr als man anfänglich denkt und das Undercover Feeling alles entdecken zu wollen, stellt sich hier ein. Gerade bis zum Beginn des zweiten Films war ich selber hin und hergerissen, was noch kommt und vor allem eben, wie man die älteren Sachen eben lösen kann. Auf alles im Leben gibt es Antworten. ;-) So auch hier. Wer sich also fragt, ob der Titel was taugt, sollte nun eine Antwort haben.

Grafik & Sound....

Grafisch zeigt sich das Spiel von der positiven Seite und glänzt für ein Lego Spiel erneut mit einer recht vielschichtigen Texturen Palette. Ähnlich wie auch in Undercover, gibt man dem Spiel damit wieder eine oft recht edel wirkende Umgebungsgrafik. Speziell am Tage und Sonnenschein wirkt die Umgebung sehr detailliert und zeigt immer wieder eindrucksvoll, wohin sich die Lego Thematik entwickelt hat. Erkauft wird das ab und zu mal durch ein leichtes Ruckeln an bestimmten Stellen. Zwar nicht weltbewegend schlimm, sollte aber dennoch nicht unerwähnt bleiben. Naturgemäß sind dunkle Umgebungen recht bieder und etwas blass gestaltet, wobei gerade Feuer als Effektelement diese Bereiche stark aufwertet. Auch in diesem Bereich gibt es wieder gewohnte Lego Kost und neben den typischen Effekten, sorgen die Mimiken für den einen oder anderen Schmunzler. Probleme gibt es an engen Stellen auch mal mit der Kamera, die mal gar nicht reagiert, oder zumindest nur in einem kleinen Radius. Von daher lässt sich dieser Teil des Spiels schon in 2 Bereiche teilen. Überall wo es hell und sonnig ist, wirkt die Grafik sehr edel. An dunklen und engen Passagen muss man mit ein paar Einschränkungen leben. Atmosphärisch trägt die Grafik aber auf jeden Fall zum gelungenen Gesamtbild bei. Auch sonst muss man sich speziell bei der technischen Seite keine Sorgen machen.

Der Sound ist in meinen Augen ein absolutes Highlight im Spiel. Nicht nur wegen der einfach sehr stimmigen Eröffnungsmelodie, die man ja auch im Spiel nutzt. Auch sonst punkten die Musikhintergründe fast ausnahmslos und bieten neben allen möglichen Stimmungen viele bekannte Musiken, so dass man sich als Mittelerde Crack und Fan der Filme hier wohl fühlt. Das gleiche gilt für die sehr gute Sprachausgabe, die vor allem dadurch lebt, dass man die Original Synchronstimmen nutzt. Das gibt den Helden natürlich einen riesigen atmosphärischen Schub. Zwar wird im Spiel weniger geredet als in anderen Lego Spielen, wie z.B. Undercover oder den Marvel Heroes. Dafür sind die Dialoge gelungen und gefallen einfach durch die bekannten Stimmen. Für diesen Teil des Spiels gibt es von mir daher ein großes Lob.

Mehrspieler....

Mal abgesehen von einem Undercover, boten bisher alle Lego Spiele einen gelungenen Mehrspieler Modus. Da macht auch Der Hobbit keine Ausnahme. Und wie immer nicht irgendeinen Randmodus, sondern einmal mehr das komplette Hauptspiel in einem Koop. Dabei ist das System wieder so angelegt, dass man jederzeit einen zweiten Spieler einbinden und auch wieder rausschmeißen kann. Egal ob ihr von Anfang an einen Kumpel dabei haben wollt, oder erst im letzten Drittel des Spiels. Gespielt wird dabei aber immer im Splitscreen. Vertikal geteilt ist bei einem entsprechend großen TV Bildschirm die Übersicht kein Problem. Vorteil der Splitscreen Lösung, dass sich beide Spieler völlig frei für sich bewegen können und man nicht ständig auf den anderen warten muss. Technisch ohne große Einbußen, kann man sich so auch zu Zweit die Zeit vertreiben. Zumindest wenn man mit der Splitscreen Lösung keine Probleme hat.

Fazit....

Lego: Der Hobbit ist für mich ein Paradebeispiel, dass ein Spiel mit zunehmender Dauer immer besser wird und es im Gameplay, Momente und Zeitpunkte gibt, an denen der Spielspaß plötzlich extremst nach oben schnellt. Die wirklich sehr gelungene Umsetzung der Geschichte spielt sich die ersten 6-7 Stunden relativ linear und auch gerne mal etwas langatmig und zäh. Wenig Freiheiten, simple Rätsel und oft auch etwas blasse Kampfaction, halten den Spielspaß lange im überschaubaren Bereich, ohne das es nun grottig schlecht wäre. Aber dann kommen 2 markante Punkte im Spiel auf euch zu. Zum einen sobald man den Story Teil des ersten Films abschließt und das Adler Feature freischaltet. Dann könnt ihr jederzeit über das dann mögliche Schnellreisefeature in ganz Mittelerde umherreisen. Schafft ihr es auch noch zu den Elben im Düsterwald, bekommt man das manuelle Tag/Nacht Feature zur Verfügung gestellt. Dann gibt es kein Halten mehr und das Spiel ist alles, nur nicht mehr linear. Zig Nebenquests sind erst jetzt möglich und die Spielzeit steigt sprunghaft an, ohne das man im Hauptspiel vorwärts kommt. Was nicht alles auf einmal möglich ist. Dann spielt auch das bis dahin nebensächliche Materialfeature seinen Reiz aus. Viel bessere Rätsel, unglaublich viel Freiheit im Open World Gameplay und selbst alle eigenständigen Episoden spielt man jetzt mit ganz anderen Vorgaben. Dazu das an sich schon gewohnte Lego Gameplay, das allein schon wieder für Spaß sorgt. Viel Humor, grafisch gelungen und mit einer herrlichen Soundkulisse samt Sprachausgabe ausgestattet, kann man diesen Titel allen Lego Fans wieder nur wärmstens an Herz legen.

 

+ Neues und altes Lego Gameplay
+ Open World Szenario
+ Neues Material/Bau Feature
+ Schnellreise Feature
+ Grafik des Lego Themas
+ Viele Nebenmissionen
+ Spaß zieht bei 50% merklich an
+ Tag/Nacht Modus samt Events
+ Komplett Deutsch
- Ersten Stunden teils etwas zäh
- Übersicht bei Kämpfen
- Kameraprobleme an manchen Stellen
- Ruckelt auch gerne mal etwas

GRAFIK: 81%

SOUND/EFFEKTE: 86%

MULTIPLAYER: 79%

GESAMTWERTUNG: 84%

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