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Wii U Kirby und der Regenbogen-Pinsel
 
 
Kirby und der Regenbogen-Pinsel - Wii U
Matthias Engert (09.11.2015)

SYSTEM: Wii U-PAL
ENTWICKLER: Nintendo/HAL
GENRE: Geschicklichkeit
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 4 MB
DOWNLOADS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-6
CONTROL: Pad/Pro/Remote/CC
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK0
5.1/DD/HD: Ja/Nein/1080p
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Nein
MIIVERSE: Nein

   
Einleitung....

Nintendo und das Thema Innovation. Man mag an den Mädels und Jungs aus Kyoto vieles kritisieren können, die spielerische Innovationsfreude kann man ihnen sicherlich nicht absprechen. Wie andere Firmen auch, macht zwar auch Nintendo viel Mainstream, bringt aber immer wieder dazwischen frische Ideen und Umsetzungen auf den Markt. Kirby ist dabei durchaus ein Paradebeispiel. Denn den kleinen rosa Racker hat man über die Jahre auch in diverse Gameplay-Korsetts gepackt. Speziell auf den Handhelden durften sich die Entwickler da relativ oft kreativ austoben. Auf den Heimkonsolen gab es in dieser Hinsicht weniger Auswahl und auch nicht immer überzeugend. Negatives Beispiel war sicherlich Kirby's Air Ride auf dem GCN. Dass es auch anders geht, zeigt man uns mit dem Regenbogen-Pinsel, dass man spielerisch völlig anders als gewohnt präsentiert und die Wii U Hardware, speziell das Gamepad, komplett in den Mittelpunkt holt. Schon etwas länger auf dem Markt, wollen wir allen Unentschlossenen den Titel natürlich vorstellen. Vor allem Fans des bekannten Gameplays im Stile eine Crystal Shards sollten auf jeden Fall weiterlesen. Denn spielerisch erwartet den Spieler ein völlig anderes Spiel, als man das erwartet. Alles Weitere zeigt euch wie immer der Test zum Spiel.

Menus und die Story....

Neben Nintendo durfte natürlich auch HAL nicht in fehlen und war verantwortlich für die Entwicklung des Titels. Von daher musste man sich bei den Rahmenbedingungen keine Sorgen machen. Wie immer an die eher jüngere Zielgruppe angepasst, erwartet den Spieler ein komplett deutsches Spiel, das wie immer ohne Sprachausgabe daher kommt. Technisch trumpft man dagegen auf und präsentiert den sehr gelungenen Grafikteil in 1080p. Schade nur dass man davon gar nicht so viel mitbekommt. ;-) Aber dazu später noch ein paar Worte. Soundtechnisch bleibt es auch hier beim gewohnten Wii U 5.1 Sound. In Sachen Wii U Speicher für die Savegames bleibt man sehr bescheiden und knapst euch gerade mal 4MB vom internen Speicher ab. Ebenfalls mit an Bord ist ein Mehrspieler für bis zu 4 Spieler gleichzeitig, was auch eine reichhaltige Controller Unterstützung nach sich zieht. Denn im Gegensatz zum Einzelspieler legen die ja nicht mit dem Pad los. Wer auf Online Freuden aus ist, schaut hier allerdings in die Röhre. Das gleiche gilt für DLC oder ähnliches. Dafür darf man 3 seiner amiibos im Spiel einbinden, die sich durchaus als nützlich erweisen können. Aber auch dazu später noch ein paar Zeilen. Soweit die technischen Dinge zum Spiel. Die Hintergrundgeschichte ist mal wieder von der einfachen Sorte, die zwar sehr knuffig angehaucht ist, aber keinen tiefen und bleibenden Eindruck hinterlässt. Wie immer spielt sich alles im Traumland ab, das von einer finsteren Macht heimgesucht wird. An einem gewöhnlichen Tag tollt Kirby über die Wiesen des Traumlandes, als sich plötzlich in den Wolken ein Loch auftut.

Ein magischer Strahl entzieht dem gesamten Traumland die Farbe. Als alles verloren scheint, kommt ein magischer Pinsel aus dem Loch in den Wolken und macht zumindest Kirby wieder farbig. Zusammen machen sie sich nun auf den Weg durch das Loch, auf den Weg ins All und müssen versuchen die Farbe wieder ins Traumland zurückzuholen. Für ein Drehbuch reicht es also nicht ganz. Aber das muss es hier auch nicht. ;-) Der Spielstart gestaltet sich zunächst einfach. Aus 3 Spielständen könnt ihr einen wählen und landet danach auf dem Hauptmenu des Spiels. Zu Beginn ist noch lange nicht alles sichtbar und man kann nur die Story beginnen und die Herausforderungen angehen. Wobei selbst die erst möglich werden, wenn man in der Story etwas vorankommt. 3 Punkte bleiben zunächst leer, die man erst durch spielerische Erfolge freischaltet und nutzbar macht. So erhaltet ihr nach und nach ein Musikzimmer für die enthaltenen Stücke im Spiel, eine Figurensammlung für die im Spiel enthaltenen Charaktere, sowie ein kleines Tagebuch. Findet man im Spiel spezielle Tagebuchseiten, kann man sich so kleine Geschichten zu Gemüte führen. Aber alles nichts, was einem schlaflose Nächste bereitet. Der Kern und die Hauptaufgabe ist das Lösen des Story-Modus. Der Rest kommt dadurch von ganz allein. ;-) Also nicht lange gefackelt und auf geht's zur Mission Farben-Rettung.

Das Gameplay....

Sobald ihr die Story startet, erreicht ihr das Weltenzentrum des Spiels. Im Spiel enthalten sind 7 Welten mit jeweils 4 Levels, die es zu schaffen gilt. Dabei werdet ihr immer vom kleinen Pinsel begleitet, der in Person der Heldin im Spiel ja auch das Mittel zum Zweck sein wird. Wie immer in solchen Spielen dürft ihr alle Welten und die darin befindlichen Levels nacheinander spielen. Neben dem reinen Abschluss, um den Spielfortschritt voranzutreiben und damit neue Welten zu erreichen, darf auch wieder einiges an sammelbaren Dingen gesucht und gefunden werden. Auch dabei bleibt sich die Serie treu, so dass auch der Wiederspielwert natürlich gegeben ist. Dazu schaltet man die angesprochenen Herausforderungen frei, die dem Spiel in Sachen Spielzeit sehr gut tun und mit ihren speziellen Aufgaben natürlich auch dem Thema Anspruch zuträglich sind. Aber dazu später noch etwas mehr. Bevor ein Level startet, bekommt man einen Info-Bildschirm zu sehen, der euch schnell zeigt, dass hier einiges zu holen sein wird. Passend zum Titel, befinden sich alle Welten entlang eines Regenbogens. Nächste Überraschung, sobald man ein Level startet ist der grafische Effekt und die entsprechende Umsetzung der Spielwelt. Hier scheinen die Verantwortlichen bei Nintendo die alternativen Materialien entdeckt zu haben. Denn hier spielt sich alles in einer knuffigen Knetoptik und entsprechenden Umgebung ab, die natürlich ihren Reiz mitbringt und alles andere als alltäglich ist. Und mit Yoshis Woolly World gibt es ja noch einen zweiten Titel, der in dieser Hinsicht alles andere als gewohnt daherkommt. Aber warum nicht. ;-)

Sobald ihr startet wird schnell deutlich, dass wir es hier mit einem typischen 2D Gameplay zu tun haben und wir Kirby nach allen Richtungen bewegen können, außer eben in die Tiefe des Screens. Ebenso wird sehr schnell deutlich, dass in Sachen Steuerung hier alles anders ist, als man das gewohnt ist. Wie schon erwähnt sollten alle Fans des traditionellen Gameplays eines Kirby hier nicht angesprochen werden. Denn Tastenaction an sich gibt es hier nur für die Mitspieler im Mehrspieler. Wer allein auf Pirsch geht, ist eigentlich nur mit dem Pen bewaffnet. Ja genau, das Spiel setzt komplett auf Touch Screen Action der etwas anderen Art und sorgt unter anderem auch dafür, dass man so gut wie nie auf den Fernseher schaut. Liegt in der Natur der Sache, da punktgenaue Bewegungen und Aktionen nur über den Touch Screen des Pads funktionieren. Von daher das ideale Spiel, um sich auf die Couch oder das Bett zurückzuziehen und sich in Ruhe dem Spiel zu widmen. Begleitet werdet ihr bei allem was ihr tut von einigen spielerischen Rahmenbedingungen. Es gibt im Spiel ein Leben Feature und eine Energieleiste unten links im Bildschirm. Ist diese leer, verliert man ein Leben und startet am letzten Rücksetzpunkt. Da die Levels in viele verschiedene Bereiche eingeteilt sind, die zumeist durch Türen verbunden sind, muss man also nie allzu weit nach hinten in den Levels. Frust spielt hier also nur eine untergeordnete Rolle. Dazu gibt es eine Zahlenanzeige, welche die sammelbaren normalen Sterne definiert, die bei 100 das typische neue Leben ergeben. So erlebt man auch hier viele Momente, wo man Leben en Masse sammelt, um sie an bestimmten Stellen auch mal reichlich zu verlieren. Letzte und nicht ganz unwichtige Einblendung ist eine Farbenleiste oben links im Screen. Die spielt nun direkt in das Feature Zeichnen mit hinein und wir können uns dem eigentlichen Gameplay widmen.

Denn das Ziel in den Levels ist es natürlich einen Endbereich zu finden. Dort haben die Entwickler einen Ring mit Symbolen platziert, durch den Kirby bewegt werden muss. Erst dann ist der Spielabschnitt erledigt und man wird zur Bewertung und damit dem nächsten Bereich vorgelassen. Da Kirby nun nicht per Tasten oder Kreuzaction bewegt wird, muss es ja einen anderen Weg geben. Hier kommt nun der Regenbogenpinsel zu seinem Recht, der einfach gesagt dazu dient, Kirby den Weg durch die Bereiche zu zeigen. Gleich zu Beginn steht Kirby einfach nur gelangweilt in der Gegend herum. Ihr müsst ihm also den Weg zeigen. Tippt man ihn auf dem Touch Screen an, so läuft er in die Richtung, in die er schaut. Das macht er solange bis sich ein Hindernis in den Weg stellt. Einfaches Beispiel ist ein Block. Springen in dem Sinne kann er nicht, also zeichnet ihr vor dem Block eine Linie per Pen, die einfach nur darüber hinweg führt. Kirby orientiert sich an dieser Linie und läuft sie bis zum Ende und fällt dann herunter. Soweit das einfachste Beispiel, dass aber schnell zeigt wohin die Reise hier spieltechnisch gehen wird. Denn welchen Weg, Linien und Gebilde ihr Kirby auch immer vorgebt, er nutzt sie wie ein Magnet. Zumindest theoretisch, denn das wäre allein natürlich relativ simpel für ein Spiel wie dieses. Die Möglichkeiten sind natürlich wesentlich vielschichtiger und geben euch durchaus auch reichliche Denkaufgaben an die Hand. Denn die Leveldesigns an sich erinnern natürlich sehr an gewöhnliche 2D-Jumper, wie wir sie schon zig Mal gespielt haben. Nur das man hier alles über das Zeichnen abdeckt. Denn man beeinflusst natürlich nicht nur den Laufweg des Helden, sondern natürlich auch die Umgebung im Level. Auch hier wieder einfaches Beispiel. Immer wieder werdet ihr entweder angegriffen, Geschosse fliegen auf euch zu, oder sonstige bewegliche Fallen wie Wasser, Blitze oder ähnliches gieren nach eurer Lebensenergie. Hier dient das Zeichnen nun dafür, dass man vor diese Aktionen einfach eine Linie zeichnet, die wie eine Wand wirkt und damit Schutz bietet. Problem an der Sache, dass diese Aktion nicht ewig hält und die Leiste oben links kommt zu ihrem Recht.

Denn diese definiert, wie lange ihr überhaupt Zeichnen könnt. Ist sie leer könnt ihr keine Linien und ähnliches zeichnen, was z.B. in Levels die weit oben in der Luft spielen dazu führt, das Kirby einfach herunterfällt und ein Leben verliert. Anfangs fällt das nicht weiter auf, da die Gebiete meist am Boden angesiedelt sind. Positiv und auch zwingend notwendig, erholt sich diese Leiste stetig. Aber in extremen Situationen auch zu langsam. Also heißt es in diesen Bereichen sein Spiel etwas anzupassen und immer mal sicheren Boden unter die Füße zu bekommen. ;-) Alternativ kann man Kirby auch zu Symbolen geleiten, die eure Leiste sofort oder zum großen Teil wieder auffüllen. Nun muss all das natürlich technisch sehr gut funktionieren, damit man im Spiel auch vorankommt. Hier gibt es immer wieder mal kleinere Kritikpunkte, die einfach in der Natur des Menschen liegen. In schwierigen Situationen wird man naturgemäß gerne mal etwas hektisch und macht genau die falschen Aktionen. Denn unter anderem kann man Kirby per Doppelklick beschleunigen, oder in die jeweils andere Blickrichtung tippen, damit Kirby stoppt oder sich umdreht. Genau hier gibt's ab und zu mal kleinere Probleme. Hier spielt natürlich auch mit rein, dass die gezeichneten Linien, Kreis und Gebilde nicht ewig auf dem Bildschirm bleiben, sondern nach wenigen Sekunden wieder verschwinden. Man muss also immer wieder viele Sachen auf dem Screen im Auge behalten. Wo fällt er hin, wer kommt da auf mich zu, oder wo kreuzt ein festes oder bewegliches Hindernis meinen Weg? Aber und das gefällt mir eben sehr gut, hat man eine gute Mischung aus einfachen und anspruchsvollen Passagen hinbekommen. Sagen wir mal so, es wird hier eigentlich nie langweilig. Oder besser gesagt man muss Kirby schon aktiv stoppen, um mal kurz seine Ruhe zu haben. ;-)

Mit der Zeit werden die spielerischen Aufgaben aber noch vielschichtiger. So gilt es dann nicht nur einen reinen Weg für Kirby zu zeichnen, sondern mit ihm auch noch die Umgebung zu beeinflussen. Und sei es nur einen Schalter zu aktivieren. Oder man muss mit dem Pen mal nicht Kirby den Weg weisen, sondern erst einmal hier und da herumliegende Knetmasse wegwischen, um danach den Weg zu zeichnen. Das wird mit der Zeit immer mehr und zieht eben den Reiz durch schwerere Levelumgebungen wie Wasser oder eben in luftigen Höhen. Da heißt es immer wieder schnell reagieren und auf die Umgebungen zu reagieren. Dazu kommen dann die Stellen, an denen man spezielle Belohnungen wie Truhen finden kann, die mit der Zeit immer kniffliger zu erreichen sind. Darin findet man kleine Figuren für die erwähnte Datenbank auf dem Hauptmenu. Damit das Ganze nicht langweilig wird, haben sich die Entwickler aber noch ein paar andere Dinge einfallen lassen. Neben zeitkritischen, selbstscrollenden Abschnitten, in denen ihr ohne Pause Kirby den Weg freimachen müsst, warten 3 verschiedene Verwandlungen auf euch. An bestimmten Abschnitten oder über ganze Levels muss man dann wahlweise als Panzer, als U-Boot oder Rakete agieren. Genial finde ich den Panzer. Auch hier muss man Wege immer zeichnen und freimachen, kann aber im Falle des Panzers z.B. beim Fahren Ballern ohne Ende. Man tippt einfach auf eine Stelle im Screen und Kirby ballert darauf. Natürlich meist Gegner, gibt es auch hier Blockaden und andere Dinge, die man wegballern muss. Macht Laune. Das gleiche Spielchen wartet dann eben auch unter Wasser und per Rakete, wobei der Panzer aber unerreicht ist in Sachen Unterhaltungswert. Und wem das dann noch nicht reicht, der darf sich auch noch auf Boss Kämpfe freuen. Auch die haben es in sich und sind für ein Spiel wie dieses durchaus anspruchsvoll. Denn hier muss man noch etwas genauer agieren, als in den gewöhnlichen Levels.

Auch hier ist die Leiste schneller mal leer als man denkt und man muss neben Attacken auch auf die Verteidigung achten. Gab einige, die man mit Ach und Krach schafft, da auch hier das hektische Agieren des Spielers eine große Rolle spielt. Theoretisch weiß man was zu tun ist, macht aber eben nicht immer die Aktion, die gerade notwendig ist und bringt sich dann selber ungewollt in Schwierigkeiten. Sobald Kirby dann in Bewegung ist, ist es eben schwer ihn mal kontrolliert zu stoppen. Aber bereichert das Spiel dennoch und man freut sich über jeden geschafften Boss, der dann natürlich eine neue Welt und neue Abenteuer freigibt. Wer dann doch mal mit einer Stelle auf Kriegsfuß steht, kann sich eventuell mit dem amiibo Feature behelfen. Das amiibo Feature in Kirby und der Regenbogen-Pinsel setzt auf 3 verschiedene Figuren. So könnt ihr neben Kirby selber, auch die Figuren Meta-Knight und Dedede über das NFC-Feld nutzen. Blöd allerdings das ihr dabei auf eine Nutzung pro Tag und Figur beschränkt seid. Dennoch kann man sich dabei einen Vorteil in entsprechenden Situationen verschaffen. Vor einem Level setzt man die Figur auf das Feld und bekommt jeweils eine Zusatzfunktion oder Verbesserung. Bei der Kirby Figur erhält der Spieler unbegrenzte Sternspurts, was in speedlastigen Levels ein Vorteil sein kann. Bei Dedede wird die Lebensenergie erhöht, was wiederum in Boss-Fights sinnvoll sein kann und Meta-Knight sorgt für mehr Power und Tempo beim Spurt, was Gegner und Hindernisse nur so zerbröseln lässt. Durchaus sinnvoll, aber sicherlich kein extremer Mehrgewinn. Sicherlich auch weil das Spiel insgesamt nicht extrem schwer ist und ewig dauert. Beide Punkte sorgen für ein paar Punkte Abzug. Entschärft wird das Ganze dann durch den Wiederspielwert, um alle sammelbaren Dinge zu holen und die enthaltenen Herausforderungen. Hier setzt man euch in knapp 50 speziellen Szenarios, in denen es zumeist um Zeit und Scores geht.

Grafik & Sound....

Grafisch muss man den Entwicklern natürlich ein Kompliment machen. Wie auch in einem Woolly World bietet die Knetoptik ein so sehr selten gesehenes Ambiente, das seine Wirkung nicht verfehlt. Vieles wirkt sehr plastisch und hinterlässt einen durchaus edlen Eindruck wie ich finde. Das beginnt bei den satten Farben, den sehr verspielten und animierten Umgebungen, bis hin zu den ausgefeilten Levelbauten an sich. Fast schon schade, dass man gar nicht die volle Pracht genießen kann, weil man eben auf den mit niedriger Auflösung ausgestatteten Touch Screen des Pads schaut. Dabei kann sowohl die Abwechslung punkten, als auch die vielen Gimmicks in den Levels. Viele verschiedene Umgebungen warten auf euch, die eine ebenso zahlreiche Ansammlung an Gegnern und speziellen Hindernissen bieten. Dazu die vielen kleinen Animationen, die vor allem bei den Verwandlungen punkten können. Eine wirklich edle Optik, die das Spiel schon aus der Masse heben und eben einfach mal etwas anderes ist. Technisch gibt es an sich nichts zu meckern. Wenn sind es die angesprochenen etwas hektischen Momente, in denen der Spieler zwar gerne mal über die Steuerung schimpft, aber auch einsehen muss, dass er selber gerne mal dafür verantwortlich ist. ;-)

Der Sound fügt sich da harmonisch mit ein, ohne jetzt neue Maßstäbe zu setzen. Muss er auch nicht, da man vor allem auf bekannte Kirby Stücke setzt, die schon seit Plattform-Generationen unser Ohr erfreuen. Hier bekommt man einen extrem hohen Wiedererkennungseffekt geboten. Viele melodische Stücke, die abwechslungsreich und eben oft bekannt daherkommen. Auch bei den Effekten spart man nicht und bewegt sich auf einem gelungenen Niveau. Was man umsetzen kann, macht man auch.

Mehrspieler....

Der Mehrspieler bringt nun genau das Gegenteil zum Vorschein, was die Steuerung angeht und erlaubt es immerhin 4 Spieler in dieses Game einzubinden. Jederzeit möglich, kann man Mitspieler in sein Spiel holen und auch wieder rausschmeißen. Denn die Mitspieler agieren allesamt mit der Remote oder den möglichen Pads im Spiel. Sprich für die spielt sich das Ganze wie ein gewöhnlicher Jumper. Unterhaltsam dadurch dass der Hauptspieler mittels Pad natürlich auch Wege eröffnen kann, die dann von den anderen genutzt werden können. Speziell um alle Belohnungen zu holen, durchaus eine gelungene Sache. Zu zweit macht das richtig Laune. Bei 3 und 4 Spielern sollte man über einen ausreichend großen Bildschrm verfügen. Da man im Vollbild spielt, wird es hier nämlich gerne etwas unübersichtlich und man muss teilweise genau hinschauen wo der eigene Dödel gerade rumrennt. ;-)

Fazit....

Das aktuelle Kirby Abenteuer ist schon ein sehr spezielles Spiel und spricht eher den Spieler an, der mal mit alten Konventionen brechen und nicht immer das Gleiche spielen will. Denn mag die Optik einen gewöhnlichen 2D-Jumper suggerieren, drin stecken tut ein frisches Spielprinzip, oder besser gesagt selten erlebtes. Innerhalb der sehr gelungenen Knetoptik haben es die Entwickler hinbekommen ein sehr unterhaltsames Spiel zu entwickeln, dass Dank des Zeichnens für viel Spaß sorgt. Man muss als Spieler auf andere Dinge achten als sonst, und erlebt so eben mal ein anderes Spielerlebnis. Zwar nicht extrem schwer oder ewig lang, unterhält das Gespielte bis zum Ende und bietet hier und da auch etwas kniffligere Momente. Ein ordentlicher Mehrspieler, die guten und zahlreichen Herausforderungen, samt dem passenden amiibo Feature runden den guten Gesamteindruck ab. Der Spaßfaktor stimmt und spricht dabei neben dem jüngeren Publikum auch das ältere Semester an.

 

+ Gameplay durch Pad-Steuerung
+ Sehr schöne Knet-Optik
+ Guter Anspruch für Alt & Jung
+ Atmosphärisch ein typ. Kirby
+ Guter Wiederspielwert
+ Verwandlungen lockern auf
+ Komplett Deutsch
- Könnte länger sein
- MP-Übersicht bei 4 Spielern
- Tagesbeschränkung der amiibos
- Steuerung in hektischen Momenten

GRAFIK: 82%

SOUND/EFFEKTE: 76%

MULTIPLAYER: 73%

GESAMTWERTUNG: 76%

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