konsolenkost.de

 
Wii U Hot Wheels: World's Best Driver
 
 
Hot Wheels: World's Best Driver - Wii U
Matthias Engert (14.02.2014)

SYSTEM: Wii U-PAL
ENTWICKLER: Firebrand
GENRE: Action Racer
SPIELER: 1(4) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 1 MB
DOWNLOADS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 4-8
CONTROLLER: Pad
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK0
5.1/DD/HD: Ja/Nein/720p
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.25 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Nein
MIIVERSE: Nein

   
Einleitung....

Vor kurzem haben wir euch den aktuellen 3DS Titel zu den Hot Wheels vorgestellt, der in Anbetracht der Möglichkeiten aber leider enttäuschte. Dass man aus diesem Thema eigentlich mehr machen kann, haben wir in der Vergangenheit schon öfters gesehen. Aber die kleinen Flitzer haben noch eine zweite Chance die Spielerherzen zu erobern. Denn auch für die Heimkonsolen Fraktion gibt es eine Variante. Für uns ist natürlich die Wii U Version interessant, auch weil es hier ja die größeren technischen Möglichkeiten gibt, um das Action Racer Genre zu füllen. Nicht nur in Anbetracht der schwachen Konkurrenzlage auf der Wii U, besteht hier also locker die Chance es besser zu machen. Was draus geworden ist und ob die Wii U Version ein anderes Kaliber darstellt, zeigen wir euch im folgenden Test.

Menus und die Story....

Entwickelt wurde der Titel ebenfalls von der Softwareschmiede Firebrand Games, während Warner Bos. Entertainment einmal mehr als Publisher auftritt. Auch für den Wii U Titel gilt das etwas ungewöhnliche Verkaufskonzept. Denn wie der kleine Bruder auf dem 3DS, gibt es das Spiel hierzulande nur über Amazon zu kaufen. Technisch kommt der Titel durchaus auf Sparflamme daher. Präsentiert in der 720p Variante, gibt es auch hier den mittlerweile gewohnten 5.1 Sound. Speichertechnisch fällt das Spiel im Wii U Speicher eigentlich gar nicht auf. Denn nicht einmal 1MB werden benötigt, um den Spielfortschritt hier zu sichern. Wie sich zeigen sollte, leider auch schnell erklärbar. Gesteuert wird der Titel einzig über das Pad, was auch das Thema Mehrspieler stark einschränkt. Haben wir auf dem 3DS schon die Stirn gerunzelt, ob des Hot Seat Modus, so wird das auf der Wii U leider nicht besser. Zwar können hier 4 Spieler an den Start gehen, aber ebenfalls nur nacheinander in der Hot Seat Variante. Für einen Racer und auf einer TV Konsole eigentlich nicht akzeptabel. Daher findet ihr dazu auch keine Wertung. Online gibt es hier ebenfalls keine Lichtblicke und nur ein Ranglisten System ist implementiert, dass zudem durch reichlich Serverabbrüche im Spiel auffällt. Das man hier ein komplett lokalisiertes Spiel vorfindet, was Texte und Sprachausgabe angeht, tröstet bei den Rahmenbedingungen nur wenig über die erste Enttäuschung hinweg. Die Geschichte hinter dem Spiel, sofern man das so nennen kann, ist die gleiche wie auf dem 3DS. Hier dreht sich alles um 4 Hot Wheels Teams, die alle in ebenso vielen verschiedenen Kategorien nach Erfolgen streben. Dabei seid ihr derjenige, der den fahrerischen Teil übernimmt und im Spiel für Erfolge sorgen soll, ohne das es dafür einen geschichtlichen Hintergrund gibt. Wie sich zeigen sollte, auf recht ungewöhnliche Weise. Auch beim Start in das Spiel ist der Titel recht simpel gemacht. Denn einen einführenden Trailer gibt es genauso wenig, wie ein Hauptmenu. Denn man landet hier nach dem Spielstart schnell auf dem Team Menü und kann sich sofort in die eigentliche Action stürzen. Bedeutet auch dass die Hoffnung auf ein doch anderes Spiel als auf dem 3DS, schnell ad acta gelegt werden kann…

Das Gameplay....

Das große Deja Vu nach der schwachen 3DS Version ist dann eben das Team Menü. Insgesamt 4 Teams, die man farblich alle unterschieden hat, warten im Spiel auf euch. Dabei haben die Farben auch einen gewissen Hintergrund. Denn jedes Team steht für eine spielerisch andere Ausrichtung und wartet mit anderen Aufgaben auf euch. Wenn man so will, hat man so 4 kleine Spiele in einem. Wie sich zeigen sollte, wäre eine komplette Story oder Kampagne die wesentlich bessere Variante gewesen. So decken die einzelnen Teams gewisse Genres und spielerische Aufgaben ab. Gute Beispiele sind das grüne Team, bei dem sich die Inhalte um das Thema Geschwindigkeit drehen, während das blaue Team die technische Seite abdeckt und Drifts und Timing Aufgaben als spielerischen Inhalt bietet. Wie es sich für ein Hot Wheels Spiel eigentlich gehört, beginne ich mal mit der Geschwindigkeitsvariante und damit dem grünen Team. Der Start danach ist zunächst identisch mit den anderen 3 Teams und man landet als Spieler in einem Vehicle Auswahlbildschirm und wählt zunächst sein Startfahrzeug. Jeweils 6 Hot Wheels bietet jedes Team, von denen zu Beginn aber nicht alle verfügbar sind. Freischalten kann man die über Erfolge im Spiel. Was auch in der Wii U Version ein wenig überrascht, dass die Fahrzeuge weder irgendwie Klassifiziert sind, oder sonst irgendwelche Stats und Eigenschaften bieten. Macht den Bezug zu den einzelnen Hot Wheels auf Dauer sehr gering. Beginnen tut danach alles auf einer Heimatbasis der Teams und man kann hier ein wenig herumfahren. Die eigentlichen Aufgaben erreicht man über ein aufrufbares Menü, oder kann direkt live in entsprechende Symbole fahren. So findet man nicht nur die eigentlichen Events, sondern kann sich auch einen Statistikteil gönnen, oder die einzelnen Erfolge in Textform nachlesen.

Übrigens ist es auf der Wii U nicht möglich das Spiel auf dem Pad zu spielen, das hier neben der eigentlichen Steuerung so gut wie keine Bedeutung hat. Kern der Zentrale ist aber der Zugang zu den Events. Über ein entsprechendes Menu bietet jedes Team 6 sogenannte Etappen. Könnte man am ehesten mit Kapiteln umschreiben. Jedes Kapitel besteht aus 3 Events, die man jeweils mit Bronze, Silber oder Gold abschließen kann und auch muss. Zumindest Bronze muss man holen, um den Event als gelöst zu bekommen. Dabei ist jeweils nur die erste Etappe anwählbar und eine entsprechende Anzahl an Medaillen schaltet euch alle weiteren Kapitel Stück für Stück frei. Im grünen Team dreht sich nun alles um das Thema Speed. Das beginnt bei Time Trial Wettbewerben, reicht über Verfolgungsrennen und endet in Ausscheidungsrennen gegen andere Fahrer. Die fahrerischen Rahmenbedingungen sind dabei ebenfalls bei allen Teams gleich. Gefahren wird auf der Wii U in 3 verschiedenen Viewpoints, die hier dann auch die Motorhauben Perspektive bieten. Die Funktionen für Gas und Bremse kann man zumindest in 2 Varianten einstellen. Wahlweise könnt ihr dies per Schultertasten nutzen, oder auch auf die altbekannte A und B Umsetzung zurückgreifen. Auch beim Lenken bietet man euch beide Möglichkeiten an und ihr könnt die Fahrzeuge mit dem Stick oder eben dem Steuerkreuz steuern. Besser macht man dadurch das Spiel aber leider nicht. Ganz im Gegenteil, wie ich gleich noch ausführen werde. Was in Sachen Events nach viel Action klingt, relativiert sich schnell wieder. Denn alle Events haben ihre Schwächen. Die Time Trial Wettbewerbe sind zumeist lange Geraden, die mit der Zeit durch Hindernisse immer schwieriger werden.

Die Ausscheidungsrennen gehen gegen 3 andere CPU Gegner auf sehr einfach gestalteten Strecken, die man zudem noch als Ghosts dargestellt hat, während die Verfolgungsrennen einfach nur darin bestehen, einen vor euch herfahrenden Gegner einzuholen und zu berühren. Je nach dem wie schnell ihr diese Aufgaben löst, bekommt ihr die entsprechenden Medaillen. Es gibt also weder Meisterschaften, mehr als 3 Gegner, noch sonst irgendwelche länger umgesetzten Events. Dadurch wirkt alles sehr kurz und simpel. Das größte Problem im Spiel ist aber vor allem hier die Steuerung, die noch schlechter daherkommt als auf dem 3DS. Mag das in den eher langsamen Events der anderen Teams noch gehen, fallen die Speed Events dadurch fast alle durch. Die Fahrzeuge lenken derart stark nach, dass man mehr mit dem Gleichgewicht zu tun hat, als sich nun auf das eigentliche Rennen zu konzentrieren. Das stört sehr und macht manche Events fast schon unfahrbar, weil ein kleiner Schlenker ausreicht, um den Wagen zu verlieren. Dazu sind dann auch oft die Strecken einfach viel zu schmal, was diesen Effekt noch verstärkt. Die Fahrzeuge lassen sich zwar alle recht direkt lenken, schlingern dabei aber zu gerne nach und man ist ständig am Gegenlenken, um die Burschen auf der Bahn zu halten. Je schneller logischerweise, umso schlimmer. Da ist es vollkommen wurscht, welches Fahrzeug man nimmt. Von daher fällt der Speed Modus im grünen Team fast komplett durch. Nicht ganz so offensichtlich ist die schlechte Steuerung in den anderen Varianten, wobei auch diese stark an den kurzen Events leiden, die irgendwie nur selten Atmosphäre oder Motivation aufbauen. Aber zumindest spielerisch sind die anderen Teams etwas besser. Beim blauen Team geht es meist darum, bestimmte Parcoure driftend zu schaffen. Beim Fahren muss man versuchen die Driftkette lange zu halten und Multiplikatoren zu erspielen. Nur so kommt man auf die benötigten Punkte. Hier kommt die schwammige Steuerung dem Spielprinzip wie auf dem 3DS sogar noch entgegen.

Beim gelben Team ist blanke Zerstörung angesagt, da man hier in den Events ein eher typisches Monster Truck Gameplay erlebt. Objekte zerstören nach Zeit, oder die etwas abgedrehte Variante das Deck einer Flugzeughalle zu reinigen, indem man die Objekte ins Wasser schiebt. Ihr seht schon, umfangreich oder tiefgehende Events sehen anders aus. Beim roten Team zu guter Letzt kommt die Trick Fraktion zu ihrem Recht. Hier geht es z.B. mit Schneemobilen Schluchten und Berghänge hinunter oder herauf, auf denen man Schanzen und ähnliche Objekte platziert hat. Mit dem richtigen Sprungtiming geht es dann darum, in der Luft möglichst viele Tricks zu vollführen und sauber zu landen. Selbst ein Halfpipe Szenario gibt es hier, dass aber nur sehr entfernt an andere spielerische Trick Action Kaliber erinnert. Das passt irgendwie alles nicht zusammen und macht aus der Wii U Version den schlechteren Titel von World's Best Driver. Wer sich hier wirklich durchquält darf sich in meinen Augen aber auch so nennen. ;-) Problem bei allen Inhalten bleibt die ganz schwache Steuerung, die viel zu kurzen Events und oft auch nicht besonders tiefgehenden Aufgaben. Was auf der Strecke bleibt ist die Motivation und der Spaß. Hier hätte man auch Pseudo Fahrzeuge nehmen können, es würde gar nicht auffallen das es sich nicht um Hot Wheels handelt. Das kuriose ist auch hier, dass man abgesehen vom grünen Team, die Aufgaben der anderen relativ leicht lösen kann. Zumindest sitzt man da nicht ewig. Von daher ist trotz der schwachen Steuerung der Umfang nicht gerade ein Highlight. Hier sollte man echt die Finger von lassen. Eine spielerische Offenbarung ist die Wii U Version rein gar nicht.

Grafik & Sound....

Auch grafisch hat man die Wii U Hardware leider nicht mal im Ansatz ausgereizt und bietet im Vergleich eine ähnlich triste und wenig animierte Umgebungsgrafik wie auf dem 3DS. Wenn ich mir so ein paar Bilder von Most Wanted oder einem All-Star Racing vor das geistige Auge hole, ist das hier gebotene leider recht enttäuschend. Mögen die Fahrzeug Gestaltungen noch passend daher kommen, ist die Grafik drum herum sehr eintönig. Wenig Farbpower und oft recht einfache Texturen begleiten den Spieler auf den kurzen Ausflügen. In Sachen Gamespeed ist der Titel zwar in Ordnung, nur hat man davon nichts. Denn gerade die speedlastigen Events fallen nicht durch ein fehlendes Geschwindigkeitsgefühl durch, sondern scheitern an der schwachen Steuerung. Auch hier gibt es also viel Kritik für das Spiel.

Der Sound ist noch der beste Teil des Spiels und bietet die Soundkulisse, die schon auf dem 3DS zu den Highlights zählte. Verschiedene Stilrichtungen und viele schnelle Rhythmen würden sehr gut zu einem gelungenen Racer passen. Nur leider passt der Rest nicht. Kurios sind die Sprecher hier. Zwar schön dass sie euch auch hier in Deutsch unterhalten, aber sehr leise voreingestellt sind. Man muss da schon die Effekte etwas runterdrehen. Was übrigens auch nicht das Problem ist. Denn die Fahrzeuge klingen auf der Wii U doch sehr monoton.

Fazit....

Die Mission Hot Wheels darf man auf den Nintendo Plattformen durchaus als gescheitert ansehen. Denn nach der schlechten 3DS Version war die Hoffnung zunächst schon groß, dass man es hier besser machen würde. Leider ist dem nicht so und der fast identische schwache inhaltliche Teil, wird hier zudem durch eine noch schwächere Steuerung begleitet. Da passt wirklich wenig zusammen und atmosphärisch, spielerisch, grafisch und technisch lässt der Titel federn. Nimmt man alles zusammen, gibt es hier nichts was einen Kauf rechtfertigen würde. Dazu ist der Spaß auch zu kurz. Sehr schade und wird dem Hot Wheels Thema nicht gerecht, dem man nach solchen Spielen natürlich erst einmal sehr skeptisch gegenüber tritt.

 

+ 24 bekannte Hot Wheels
+ 4 Aufgabenbereiche
+ Ordentlicher Gamespeed
+ Musikuntermalung
+ Komplett Deutsch
- Team Aufteilung unglücklich
- Keine Meisterschaften
- Ganz schwache Steuerung
- Keine richtigen Rennen
- Mehrspieler nur als Hot Seat
- Geringe Spielzeit

GRAFIK: 58%

SOUND/EFFEKTE: 74%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 35%

Sämtliche Inhalte wie Bilder und Texte zu diesem Artikel sind geistiges Eigentum des Mag'64. Eine Benutzung oder anderweitige Verwendung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Mag'64 erfolgen.

 
                   

Game-and-Fun.de