konsolenkost.de

 
Wii The Legend of Zelda: Skyward Sword
 
 
The Legend of Zelda: Skyward Sword - Wii
Matthias Engert (17.05.2012)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Nintendo
GENRE: Adventure
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 2-8
NUNCHUK: Ja(WMP)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK12
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.45 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Zelda Spiele und das Mag64. Viele halten dieses Gespann ja für eine Geschichte voller Missverständnisse. ;-)) Weiß gar nicht woher das kommt… Ach ja da war doch was. Ein Spiel namens Twilight Princess, das vor grauer Urzeit mal auf einer Konsole namens Wii erschienen ist. Es gibt Leser, die meinen ich hätte etwas gegen die Zelda Serie. Nee nee nee, die Gründe warum die Tests zu diesen beiden Teilen, ja den GCN Teil haben wir nicht vergessen, bisher noch nicht erschienen sind, habe ich schon oft erklärt. Das will ich nicht noch einmal aufwärmen. Interessiert vielleicht eh keinen mehr. Kommen werden die Artikel noch, wenn auch fast schon als Classic Tests. ;-) Dass ich die Serie irgendwie nicht mag, ist ja dann mal völliger Blödsinn. Eigentlich ist ja das Gegenteil der Fall und ich erinnere immer wieder an die guten alten Tagebuch Zeiten zu Ocarina of Time auf dem N64. Etwas das ich auch mal wieder gerne machen möchte. Aber das ist eine andere Baustelle. Doch kommen wir zurück zum eigentlichen Thema dieses Textes, nämlich eines Zelda Berichts. Denn mit Skyward Sword ist ja seit Ende letzten Jahres der vorläufig letzte Vertreter für die aktuelle Plattform-Generation erhältlich. Und was wurde hier nicht im Vorfeld diskutiert. Kommt er noch für die Wii, oder doch für den Nachfolger? Was bietet der Titel inhaltlich? Was bringt hier die Wii MotionPlus Hardware und und und… Fragen über Fragen, die auch ich mir stellte. Wie kommt der finale Grafikstil rüber, kommt der Titel an alte Klassiker heran oder ist er gar der beste Zelda Titel aller Zeiten? 50 Stunden meines Lebens hat es gedauert, ehe einmal mehr der Ende Bildschirm eines Zelda Spiels auftauchte. Wo für mich persönlich als Zelda Crack & Liebhaber angesiedelt ist und was spielerisch drin steckt, dass sollen euch die folgenden paar Zeilen verraten. Auch wenn ich weiß das aktuell die meisten Gamer unter euch den Titel längst durch haben.

Menus und die Story....

Auch wenn allerorten die Diskussion um vollwertige Spiele als Download-Version im Gange ist, Nintendo verwöhnt jetzt schon seit längerer Zeit die Spielesammler mit aufwendigen Verpackungen. Selten in letzter Zeit, dass ein Spiel nicht als Limited Edition mit diversen Zusätzen erhältlich war. Da macht auch Skyward Sword keine Ausnahme. Wer die Limited erwirbt, erhält unter anderem gleich auch noch eine Remote Plus im Zelda Design. Für die Jäger und Sammler unter uns, zu denen ich mich ja auch zähle, eine sehr gelungene Sache. Hatte bei fast allen Blockbustern aus dem Hause Nintendo irgendein Partner die Hände mit im Spiel, so ist Skyward Sword wieder eine reine Inhouse Produktion. Wie immer muss man sich bei den Rahmenbedingungen keinerlei Sorgen machen. Der Spieler bekommt ein komplett lokalisiertes Spiel, das dieses Mal auch Sprachausgabe mitbringen sollte. Allerdings nicht das was man dabei erwartet. Aber dazu im Soundteil noch ein paar Zeilen. Wie schon angesprochen ist das Game nur spielbar, wenn man über die WMP Hardware verfügt. Mit der einfachen Remote kommt man hier also nicht weit. Mehrspieler Action gibt es keine, genauso wenig wie Kontaktmöglichkeiten nach außen. Aber natürlich alles andere als ungewöhnlich. Dafür gibt es feinsten Surround Sound zu hören, was hier eine entsprechende Soundanlage im heimischen Wohnzimmer empfehlenswert macht. Spielbar in allen Bildmodi der Wii Konsole, kommt auch der Speicherbedarf vorbildlich daher und 1 Seite reicht aus, um die Speicherplätze anlegen zu können.

Beim Thema Story ist jeder Zelda Spieler immer wieder aufs Neue gespannt, was sich die Entwickler von Nintendo haben einfallen lassen, um ihren Helden ins rechte Licht zu rücken. Dabei gibt es in Skyward Sword in meinen Augen Licht und Schatten. Richtig gut gefallen hat mir die Einbettung einer neuen Geschichte in alte Zelda Geschehnisse. Wobei ich wie immer aufpassen muss nicht zu viel zu Spoilern. Weglassen will man aber eigentlich auch nichts. Na ja wie immer ein schmaler Grat. Skyward Sword bringt mal wieder eine alte Legende zutage, in der aber mal nicht ein Dödel namens Ganondorf eine Rolle spielt. Hier ist das jemand anderes, der durch ein Siegel der Göttin Hylia eigentlich für immer weggesperrt sein sollte. Doch es gibt Kräfte die an einer Rückkehr arbeiten. Um das zu verhindern, schmiedet die Göttin einen verwegenen Plan. Dabei führt euch die Geschichte in die Zeit vor Ocarina of Time und spendiert uns Zelda Liebhabern auch ein paar neue Infos rund um die Herkunft des Master-Schwerts oder auch dem Thema Tri-Force. Wie sollte es anders sein, spielen 2 junge Charaktere dabei die Hauptrolle, Zelda und Link. Jeder auf seine Weise, werde beide jäh aus ihrem friedlichen Leben in der neuen Location gerissen, dem Wolkenhort. Einer Welt über den Wolken. Beide werde schnell in ihre Rollen schlüpfen, wobei ihr natürlich aktiv den einmal mehr Auserwählten Helden Link steuern werdet, der im Verlauf nach vielen Antworten sucht. Denn wie immer ist die Konstante das Verschwinden der Prinzessin Zelda, auf deren Suche ihr euch begebt und dabei mit der Zeit die Dimension der Geschichte erleben dürft.

Dabei hat es Nintendo gut verstanden Elemente aus früheren Zelda Spielen auch hier mit einzubinden. Auch wenn die Orte des Spiels komplett neu sind, begegnet ihr auch vielen bekannten Charakteren, Völkern und natürlich Hilfsmitteln, die den Bezug zur Serie sehr schnell herstellen. Was mir persönlich nicht ganz so gefallen hat, ist die Einbindung der Story im Spielverlauf selber. Zwar soll eine Geschichte möglichst lange den Spieler vor offene Fragen stellen. Im Falle von Skyward Sword gelingt das an sich auch gut. Nur zieht der emotionale Aspekt der Geschichte wirklich erst im letzten Drittel richtig an. Sprich lange "dümpelt" die Geschichte gefühlt eher so ein bisschen vor sich hin. Auch an der Intensität und Häufigkeit der eingebauten Sequenzen zu sehen. Ist sicherlich auch ein wenig Geschmackssache, habe es aber so empfunden. Dafür wird man am Ende wirklich mit vielen Informationen auch abseits der reinen Handlung erfreut. Kritik auf hohem Niveau will ich es mal nennen. ;-) Der reine Spielstart ist recht einfach gehalten. Einführende Sequenzen gibt es zunächst nicht, dafür sieht der Spieler schnell den Ausgangpunkt und die Heimat der Helden im Hintergrund - den Wolkenhort. Bevor es losgeht wird die WMP Hardware kalibriert und ihr landet schlussendlich auf dem Hauptmenu. Viel anwählen kann man hier aber nicht. Wie gewohnt in einem Zelda Spiel habt ihr hier die 3 möglichen Speicherplätze vor euch, die euch im Verlauf erneut die Spielzeit, die Anzahl der Herzcontainer und diverse Fortschrittsanzeigen bieten. Optionen in dem Sinne gibt es nicht, wobei man kleine Einstellmöglichkeiten erst im Spiel über das Inventory Menu vorfindet.

Das Nintendo die Spieler belohnt, die eine Game auch durchzocken, erlebt man auch hier wieder und ein paar Parallelen zu älteren Spielen werden sichtbar. Denn spielt man das Game einmal durch, darf man gleich noch mal starten. Dazu bekommt man den sogenannten Helden-Modus auf dem Speicherplatz Bildschirm und startet das Spiel mit anderen Voraussetzungen und geänderten Gameplay Elementen. Sollte ich irgendwann mal die Zeit finden, mache ich vielleicht mal ein Update zu diesem Modus. Aber aktuell sorgen unter anderem mit Last Story und Pandoras Tower weitere Schwergewichte für ein wie immer knappes Zeitbudget. ;-) Doch nun erst mal genug der Vorrede, stürzen wir uns einmal mehr in ein Abenteuer mit unserem Auserwählten Helden Link und schauen das wir mal wieder die Welt retten…

Das Gameplay....

Wie eigentlich in so vielen Zelda Spielen beginnt alles relativ idyllisch. Zumindest wenn man die ersten Sekunden der einführenden Sequenz mal herausnimmt. Noch ohne Sinn und Bedeutung seht ihr das erste Mal den Helden des Spiels, dazu ein überdimensionales Monster und hört eine mysteriöse Stimme, die unseren Helden auf eine große Aufgabe einschwört. Ein Traum? Denn kurz darauf wacht Link und damit ihr in seinem Zimmer auf und das Spiel nimmt zunächst den harmonischen und idyllischen Weg, wie man es aus vielen Zelda Spielen her kennt. Ihr macht hier zunächst die Bekanntschaft mit der ersten Location im gesamten Spiel - dem Wolkenhort im Wolkenmeer. Ein Ort der aus mehreren in der Luft schwebenden Arealen besteht. Hier seid nicht nur ihr zuhause, sondern viele andere Charaktere. Aber auch Prinzessin Zelda ist hier zu finden und begegnet euch auch recht fix. Hintergrund dieser einführenden Spielmomente ist natürlich wieder die spielerische Umsetzung des Tutorials, so dass man euch schnell mit den Grundlagen der Sichtweise und der Steuerung vertraut macht. Was die Geschichte angeht, so beginnt alles mit der sogenannten Vogelreiter-Zeremonie, die an diesem Tag auf unseren Helden wartet. Erinnert ein bisschen an Avatar und auch hier gilt es mit der Zeremonie ein Band zwischen sich und einem Wolkenvogel zu schließen. Jeder Bewohner des Wolkenhorts hat so einen Schutzvogel, den die Göttin jedem an die Seite gibt. Noch völlig ohne ein anderes Ziel, erlebt der Spieler so den Beginn der Geschichte. Zunächst weder bewaffnet, noch sonst irgendwie ausgerüstet, gilt es die Geschichte voranzutreiben und euch in das Game Play einzuweihen. Erst nach einiger Zeit nimmt das Schicksal dann seinen Lauf…

Doch bis dahin vergeht noch etwas Zeit und ihr lernt zunächst den Ort und Leute kennen. Was man natürlich schnell lernt ist die Grundsteuerung des Spiels. Gespielt wird wie schon erwähnt nur mit der WMP Hardware. Egal ob mit Aufsatz oder der Plus Remote. Dazu der Nunchuk, mit dem zusammen man die Steuerung abdeckt. Gelaufen wird logischerweise mit dem 3D Stick, während man per Antippen der Z-Taste die Kamera jederzeit hinter Link holen kann. Drückt man den C-Knopf kann man sich frei in der First Person Perspektive umschauen. Neu ist das Feature des Rennens, das sich hier auch auf die Geschicklichkeitspassagen mit auswirkt. Drückt man die A-Taste erscheint eine kreisrunde Anzeige, die aus mehreren Blöcken besteht. Hält man die A-Taste gedrückt rennt Link, während die Anzeige abnimmt. Ist diese leer ist er erschöpft und Link japst wehrlos für ein paar Sekunden herum. Später in den Bosskämpfen ein schlechter Moment. ;-). Hält man inne, regeneriert sich diese Anzeige, oder man sammelt beim Rennen herumliegende Items auf, die diese sofort komplett füllen. Mit diesem Rennen Feature erklimmt man z.B. auch erhöhte Vorsprünge, während der Sprung nach vorne erneut automatisch getätigt wird. Ein Jumper ist also auch Skyward Sword nicht. ;-) Weiterhin lernt man schnell die Rolle nach vorn, mit der man z.B. auch Bäume anrempeln kann, aus deren Wipfeln dann ebenfalls Items fallen können. Beispiel sind die Rubine, die es auch hier in den Zelda-bekannten Wertigkeiten gibt. Zu Beginn hat man dafür eine Geldbörse, die immerhin 300 Rubine aufnehmen kann. Reicht für den Anfang und kann mit der Zeit aber auch verbessert werden. Etwas das man in Skyward Sword für viele Ausrüstungen erleben wird.

Drückt man 1-Taste landet man übrigens auf dem Inventory Bildschirm, das euch neben der eigenen Ausrüstung wie Schwert oder Schild, natürlich auch über spezielle Gegenstände informiert, sowie auf einer zweiten Seite über gesammelte Objekte aller Art. Etwas das man später gut gebrauchen kann und auf das ich noch näher eingehe. Was wäre ein Zelda Spiel ohne die vielen Adventure Aufgaben, die ebenfalls weitere Game Play Dinge zutage fördern. Denn kurz vor der Zeremonie, die ja gleichzeitig auch den Aufstieg zum Ritter mit sich bringt, ist Links Wolkenvogel verschwunden, ohne den er an der Zeremonie gar nicht teilnehmen kann. Um ihn zu finden, müsst ihr ein Schwert besitzen und man weiht euch auch schnell in diese Materie ein. Zunächst mit einem Übungsschwert ausgestattet, darf man die WMP Hardware erproben. Anders als früher werden Schwertattacken nicht mehr per Taste ausgeführt, sondern die freie Bewegung mit der WMP Hardware deckt diesen Teil ab. Sprich Schwünge nach den verschiedenen Richtungen erzeugen auch einen entsprechenden Schwerthieb. Dazu kommt anfänglich die Wirbelattacke, bei der man Remote und Nunchuk gleichzeitig nach der Seite bewegt und der Vorwärtsstoß, der ebenfalls über eine entsprechende Bewegung umgesetzt wird. Damit man Gegner oder Objekte nicht aus dem Auge verliert, kann man mittels Z-Taste das Ziel fest anvisieren. Hier gibt es also keine Unterschiede zu früheren Versionen. Ebenso erklärt man euch schnell das Karten Feature, die man per Plus-Taste aufruft und in 2 Zoom-Stufen begutachten kann. Ausgestattet mit diesen Grundlagen findet Link seinen Vogel und besteht schlussendlich die Prüfung. Hier darf im Spiel auch die Flugsteuerung erlebt werden, bei der ihr mittels seitlicher Bewegungen euren Wolkenvogel navigieren könnt und auch schnell zeigt, dass der Wolkenhort nur ein Teil der Wolkenwelt darstellt.

Im Anschluss daran bekommt ihr von Zelda einen speziellen Schal, mit dem ihr euch auch aus großen Höhen fallen lassen könnt und die Einführung ist damit eigentlich erst mal komplett. Denn nun beginnt die Geschichte eigentlich erst richtig. Denn nachdem sich Zelda und Link zu einem fröhlichen Flug durch den sonnigen Himmel treffen, nimmt das Unheil seinen Lauf. Ein mysteriöser Sandsturm zieht Zelda in den Schlund des Monsters, das Link in seinen Träumen schon einmal gesehen hat. Bewusstlos landet ihr wieder in eurem Zimmer und werdet kurz darauf von Zeldas Vater geweckt und nach den Geschehnissen befragt. Jetzt rückt das aus Legenden bekannte Erdland in den Fokus unseres Helden. Der Ort der unter der Wolkendecke liegt und über den niemand etwas weiß. Noch nichts ahnend, was unserem Helden hier bevorsteht, taucht nun ebenfalls die mysteriöse Stimme wieder auf, der ihr folgt und Schlussendlich mit Phai eure künftige Begleiterin erlebt. Ausgestattet mit einer richtig coolen Stimme und sehr ungewöhnlichen Sprachausgabe weiht sie euch in die bevorstehende Aufgabe ein. Wenn man so will der Navi Ersatz für unseren Helden, die aber sehr passend umgesetzt wurde und von nun an ständig an eurer Seite ist. Per Kreuz unten kann man sie jederzeit rufen, um Informationen zu Objekten, aber auch Gegnern zu erhalten. Doch Phai tut noch mehr für euch. In einer sehr stimmigen Sequenz bringt sie euch zum legendären Schwert der Göttin und übergibt euch den Teil einer magischen Tafel, die eine Öffnung in der Wolkendecke erzeugt, durch die unser Held hinab in das sagenumwobene Erdland gelangt.

Dazu erlernt ihr gleich noch eine weitere Aktion. Haltet ihr die Remote nach oben, erzeugt ihr den sogenannten Himmelstrahl, mit dem ihr das Schwert aufladen könnt und damit an bestimmten Orten sehr spezielle Ereignisse auslöst. Dazu weiht euch Phai in eine Prophezeiung ein, in der Link und Zelda die Hauptpersonen darstellen. Man wird als Spieler also so langsam heiß gemacht auf das, was da noch auf einen zukommt. Doch wer denkt, man könne nun sofort los düsen, dem macht das Spiel einmal mehr einen Strich durch die Rechnung. Denn der Wolkenort ist nicht nur der Ausgangspunkt im Spiel, sondern spielt im Verlauf eine größere Bedeutung als man denkt. Bevor ihr euch aufmacht ins Erdland, müssen noch ein wenig Ausrüstung und Items her und das Spiel zeigt dabei weitere tolle Möglichkeiten auf. Der jetzt gangbare Basar im Wolkenhort bringt euch zu den interessantesten Händlern und Handwerkern. Hier bekommen auch die Objekte die man ständig irgendwo findet oder die Gegner hinterlassen einen Sinn. So könnt ihr Ausrüstung natürlich kaufen. Beispiel ist das Schild. Ein einfaches Holzschild, das nicht viel aushält und kaputt gehen kann. Wie wäre es mit einem Upgrade? Kein Problem in Skyward Sword. Man sucht den Handwerker auf, der euch anbietet alle möglichen Items die man im Verlauf findet zu verbessern! Dazu benötigt man Rubine und spezielle Objekte. Oder aber man kauft über die ebenfalls enthaltenen 4 möglichen Flaschen im Spiel die bekannten Tränke. Beispiel ist hier der Herztrank, der 8 Herzen auffüllt. Aber auch dort gibt es Upgrades und ihr könnt wiederum für Rubine und Zutaten daraus in 2 möglichen Stufen einen verbesserten Trank machen, der dann alle Herzen in der links Oben befindlichen Anzeige auffüllt. In der höchsten Ausbaustufe sogar 2x. Sprich mit allen 4 Flaschen kann man also 8x seine Herzcontainer komplett auffüllen. Etwas das man sich durchaus schon früher gewünscht hat und hier sehr motivierend eingebunden ist.

So ist der Wolkenhort also immer wieder das Zentrum eurer Aktivitäten. Ebenso lernt man den Tag/Nacht Wechsel kennen, der durch das Schlafen an dafür vorgesehenen Orten diesen Wechsel erzeugt. Legt man sich am Tage also irgendwo hin und erwacht, so ist es Nacht in der Umgebung. Vieles verändert sich und manch Rätsel ist nur so lösbar und Objekte sind zu finden, die es eben am Tage nicht gibt. Erst jetzt ist es wirklich Zeit sich auf seinen Wolkenvogel zu schwingen und per Luftsteuerung die Lücke in der Wolkendecke anzusteuern. Ebenfalls stimmig gemacht, stürzt ihr euch durch die Lücke und landet schlussendlich am Boden und innerhalb eines Hains im Erdland. Die Karte wird erweitert auf die typische Zelda Variante, in der man die Locations wie auf einer Weltkarte zu sehen bekommt. Das Phai weit mehr als nur eine einfache Begleiterin ist, zeigt sie euch ebenfalls sehr schnell. Denn kaum im Erdland angekommen, zeigt sie euch die sogenannte Aura-Suche. Diese kann man nutzen, um grob die Richtung eines Zieles zu bekommen. Dazu wählt man über ein Menu das Ziel an, gleich zu Beginn Zelda und kann sich nun in der First Person Sicht frei umschauen. Sobald man die Richtung hat, erscheint eine blinkende Pfeilanzeige, die einem den groben Weg weist. Danach erwartet euch zunächst gewohntes Zelda Game Play. Ihr trefft auf erste Gegner, die mit der WMP Hardware immer wieder auf spezielle Art besiegt werden müssen und Link arbeitet sich langsam durch die ersten Meter im Erdland. Dabei ist nun das Erdland eine von insgesamt 3 großen Locations im Spiel abseits des Wolkenmeers. Keine Sorge, was wenig klingt, relativiert sich später durch die einzelnen Ausmaße und vielen Teilbereiche der Gegenden, die man erst nach und nach begehbar macht. Hier muss sich niemand Sorgen machen, zu schnell alles gesehen zu haben.

Dabei geht das Spiel im Verlauf soweit, dass zum einen in den schon oft bereisten Orten neue Bereiche auftauchen, oder sich diese auch komplett verändern können. Grob eingeteilt sind die Orte im Spiel in eine Wald, Vulkan und Wüstenumgebung, die aber teilweise in sich nochmals andere Umgebungstypen bieten. Zusammen mit der Wolkenwelt, die ja ebenfalls über viele kleine Inseln verfügt, macht Skyward Sword kaum ein Spiel etwas vor. Man muss schon in andere Genres schauen, um hier ernsthafte Konkurrenz zu finden. Wobei aber z.B. gegen die Ausmaße der Locations in einem Xenoblade auch Skyward Sword kein Land sehen würde. Aber ich weiß, der Vergleich hinkt natürlich. Für Zelda Verhältnisse habt ihr mehr als genug zu entdecken und besucht alle Orte vor allem auch öfters als man denkt. Das grobe Game Play ist so wie man das in einem Zelda Spiel erwartet. Die Storyline im Spiel führt euch zunächst nach und nach durch die 3 Orte im Erdland. Dabei erhaltet ihr immer wieder übergeordnete Ziele von Phai, die im Erkunden der Umgebung und dem Finden eines Tempels liegen. Auch hier gibt es durchaus interessantes zu vermelden. Das System wie früher, wo in jeder Location ein Tempel zu finden war, ist hier nicht mehr so aufgeteilt. Denn dann käme man auf wenige wirkliche Tempel. Hier ist das System so umgesetzt, dass innerhalb einer Location mehrere Tempel auf euch warten. Geblieben ist dabei das System, dass man darin eines der wichtigen Ausrüstungsgegenstände findet, ohne die kein Zelda Spiel existieren würde. Denn nur mit dem Schwert und dem Schild käme man logischerweise nicht weit. Verpackt in den typischen wichtigen Truhen innerhalb der Tempel findet man die im Spiel enthaltenen 8 Ausrüstungsgegenstände, die immer nach dem Finden neue Wege ermöglichen, oder das Lösen von Rätseln erlauben, ohne die man in der Geschichte nicht vorankommt. Dazwischen gilt es immer wieder den Wolkenhort zu besuchen, um für die Story etwas Neues zu erfahren, oder eben auch um Side-Quests zu lösen und die Ausrüstung zu verbessern.

Deshalb auch nicht weiter verwunderlich, dass neben bekannten Gegenständen wie dem Bogen, oder der Deku-Schleuder auch neue Dinge enthalten sind. Hier gibt es ein großes Lob, da vor allem spielerisch viele davon völlig neue Rätsel und mechanische Abhängigkeiten ermöglichen, die so noch kein Zelda Spiel bot. Damit einhergehend funktioniert einmal mehr das Side-Quest System im Spiel. Viele davon sieht man schnell, kann sie aber erst zu einem bestimmten Zeitpunkt im Spiel auch wirklich lösen. Dabei gefällt mir die Mischung und Häufigkeit sehr gut, die man hier sehr gut getroffen hat. Es sind nicht unzählig viele, so dass man vielleicht die Lust verliert alle einmal anzugehen, aber auch nicht zu wenige. Dabei sind die Entwickler auch richtige Schlingel. Denn vieles was man über die Shops im Spiel Kaufen kann, findet man auch über die Side-Quests und man ärgert sich dann, warum man seine wertvollen Rubine dafür ausgegeben hat. ;-) Überhaupt ist das Upgrade System recht vielschichtig im Spiel eingebunden. Kann man die Ausrüstungen mehrfach upgraden um ihre Wirkung zu verbessern, muss man z.B. für die eigene Item-Tasche ebenfalls erst Upgrades finden. Maximal 8 Ablageplätze für Dinge wie Flaschen, Medaillen oder diverse Zusatztaschen für Bomben oder Pfeile bietet man euch. Zu Beginn habt ihr aber nur 4 davon, was schnell zu wenig sein kann. Also versucht man schon die Side-Quests alle mitzunehmen und so früh wie möglich zu lösen. Es könnte ja etwas Lohnenswertes darunter sein. Das gilt dann auch für die Herz Container, die man als Belohnung nach den Boss Kämpfen komplett erhält, oder erneut über die mehr oder weniger gut versteckten Herzteile. Auch hier gibt es aber neues und in einem der Shops, wie auch per Side-Quest kann man sogenannte Medaillons bekommen. Packt man ein solches in einen der Ablageplätze, bekommt man automatisch einen Herzcontainer in seine Lebensleiste.

Es gibt viele Dinge die neu oder auch aufgewertet wurden. Unabhängig davon funktioniert übrigens das Ausrüstungsmenu. Per B-Taste kann man jederzeit das entsprechende Kreis-Menu aufrufen und sein bevorzugtes Gadget anwählen und per B-Taste einsetzen. Die zweite Seite des Inventory Menus beschäftigt sich dann nur mit den Objekten im Spiel, die man finden kann. Vor allem Materialien und Insekten nehmen hier den Hauptteil ein. An allen Orten im Spiel kann man diese Dinge finden, fangen oder nach dem Ableben von Gegnern erhalten. Alles wird schön gezählt und es gibt seltene Objekte und solche mit denen man einen Laden eröffnen könnte. Wichtig werden alle mal. Einmal um die eigenen Ausrüstungsgegenstände zu bekommen, für die man neben Rubinen eben auch Materialien bringen muss, oder aber z.B. auch um die Tränke zu verbessern. So ist eines der neuen Items ein Fangnetz um Käfer oder Schmetterlinge aller Arten zu finden. Auch hier greift das WMP System und ihr tätigt die Aktionen mittels realer Bewegungen. Bei den Begehungen der einzelnen Gebiete stellt man auch oftmals viele Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Welten her. Beispiel sind spezielle Steine, die immer mal herumliegen. Nur wenn man diese mit dem Himmelstrahl anvisiert und trifft, lösen sie sich auf, fliegen in einem netten Effekt nach oben und öffnen so irgendwo in der Wolkenwelt spezielle Truhen, in denen sich neben Herzteilen, wertvollen Rubinen eben auch spezielle Ausrüstungen verbergen. Gerade danach giert man schon mit der Zeit. Allein die Tatsache dass man die Anzahl an mitgeführten Pfeilen oder Bomben mehr als verdoppeln kann, gefällt jedem Zelda Spieler. Spielerisch warten im Spiel nun viele wirklich sehr gelungene Aufgaben auf euch, die ihren Reiz durch die Orte selber und eben die neuen Ausrüstungen erzielen. Wobei mir hier die Ranelle-Wüste besonders gut gefallen hat. Nicht nur weil sie von den Ausmaßen her den größten Bereich darstellt, sondern auch in Sachen Rätseln oder Side-Quests den meisten Anspruch und Möglichkeiten bietet. Überhaupt ist der Entdeckerdrang sehr ausgeprägt und meist geht man erst mal ohne Ziel durch neue Gegenden, um zu schauen was man hier so alles findet.

So erlebt man allein im angesprochenen Ranelle-Gebiet durch verschiedene Aspekte reine trockene Wüstengegenden, satten Wiesen und mechanische Bereiche, bis hin zu einem kompletten Wassergebiet, das man hier beileibe nicht erwartet. Dabei muss man vor allem die Zeitsteine erwähnen, die ein wirklich tolles Feature darstellen und alles in der Umgebung verändern können. Auch etwas das hier in den Tempeln für Anspruch sorgt. Im Normalfall lebt kaum etwas in dieser Location. Findet man aber diese Zeitsteine, die man wahlweise mit dem Schwert erreicht oder über eine Fernattacke, so verändert sich dadurch die Umgebung, da die Zeit zurückgedreht wird. Live direkt um euch herum, werden so plötzlich Mechaniken nutzbar, Wege öffnen sich und Charaktere werden nutzbar. Vor allem aber das ständige Wechseln der "Zeitzone" macht den Reiz aus. Zwar nicht vergleichbar mit dem System in Ocarina of Time, dennoch ein sehr gelungenes spielerisches Feature. Hier spürt man eine sehr große Liebe zum Detail, die auch höchsten Rätselansprüchen durchaus gerecht werden. Aber ganz ohne Kritik geht es hier nicht. Denn hier und da bietet auch Skyward Sword in meinen Augen zu viele Hilfen für den Spieler an. Ich bin ja eher ein Freund der logischen und knackigen Rätsel. Die gibt es hier auch genug. Steht man aber wirklich mal an einer Stelle, wo man nicht weiter kommt, findet man dann doch irgendwie eine durch das Spiel generierte Lösung. Weit weniger als in anderen Spielen dieser Art mittlerweile, aber dennoch spürbar. Hätte es gar nicht gebraucht. Dass es auch anders geht zeigt das Ende, über das ich euch gerne viel mehr erzählen würde. ;-) Denn hier wartet unter anderem ein Tempel mit einer sehr ungewöhnlichen Machart auf euch, wie man ihn durchquert. Hier gibt es auch keine Hilfen und macht echt Laune. Überhaupt ist ja das letzte Drittel im Spiel die intensivste Spielerfahrung, die man in Skyward Sword erleben kann.

Nicht nur die Story zieht hier stark an und damit den Spieler viel mehr in ihren Bann, auch die Aufgaben werden wesentlich anspruchsvoller. Schnell zum Ende kommt man hier nicht und man könnte fast schon meinen, ein paar Dinge sollen das Spiel künstlich in die Länge ziehen. Erlebt habe ich die letzten Stunden doch sehr intensiv. Darauf kann man sich als Spieler sehr freuen und ist ständig am Herumreisen. Da muss noch was geholt werden, dieses muss erspielt sein, oder jenes soll Link noch in seinen Besitz bringen. Hier verändern sich alle Locations im Spiel z.B. komplett und völlig neue Herangehensweisen erwarten den Spieler. So werden euch einmal komplett alle Ausrüstungsgegenstände weggenommen und ihr müsst eines nach dem anderen wieder finden. Hier ändert sich das gesamte Game Play, da man weder Schwert oder sonst irgendwas zur Verfügung hat. Übrigens muss sich niemand Sorgen machen, dass er über allzu langatmige Laufwege klagen muss. Im Spiel existiert dazu ein Statuen-System. Diese stehen in allen Locations im Spiel an markanten Orten herum. Diese ermöglichen euch zu speichern, Tempel sofort zu verlassen, oder aber um aus dem Erdland jederzeit in die Wolkenwelt zu reisen. Fliegt man dann aus der Wolkenwelt wieder Richtung Erdland, so kann man dort immer alle Statuen als Landeplatz auswählen, die man gefunden hat. Auch das macht viele Momente sehr flüssig spielbar. Allein unter diesem Gesichtspunkt kann man die gut 50 Stunden Spielzeit gut einordnen. Und ich zähle mich nach wie vor zu den "gewöhnlichen" Adventure Spielern, die alle Wege mal absuchen, sich aber nicht Stunden an einem Ort aufhalten. Von daher punktet das Spiel ebenfalls immens. Trotz Hilfen und manchmal etwas leichter Gegnerkost. Denn auch die Bosse schließe ich da mal mit ein, wobei ich hier auch das Tränke Feature nicht außeracht lassen will. Wer schnell die Flaschen und Item Platze im Spiel zur Verfügung hat, macht sich damit natürlich auch die Boss Kämpfe leichter. Spaß machen sie alle und jeder Boss im Spiel ist auf seine Art zu besiegen. Aber sie sind zumindest schnell durchschaut und man zeigt euch oft überdeutlich, was man wo treffen muss.

Der Rest ist immer wieder eine tolle Entdeckungsreise, bei der man gewollt oder eher nebenbei Dinge entdeckt, die einfach Spaß machen und das Spielerlebnis verstärken. Vor allem gibt es die Momente sehr häufig, an denen man plötzlich bestimmte Dinge tun kann, die man schön längst vergessen hat. Oft durch die Ausrüstungen, aber auch weil die Geschichte neues an den Spieler bringt. Gutes Beispiel ist der Flugkäfer, den man als Ausrüstung erhält. Ihn kann man abschießen und fliegt danach mit ihm durch die Gegend. Zum einen kann man so auch mal unerreichbare Orte erreichen und erkunden, aber mit der Zeit eben auch Dinge aufnehmen und damit durch die Luft fliegen, um sie dann wieder fallen zu lassen. Stichwort Bomben, die man so durch die Luft bewegt und wie bei einem Bomber per spezieller Kamerasicht ausklinken kann. Die Möglichkeiten sind einfach sehr zahlreich im Spiel. Und eben als Krönung ganz am Schluss auch mit einer Story Präsentation, wie man sie sich auch vorstellt. Da werden dann wirklich auch die letzten Fragen beantwortet und die Story-Schnipsel zu einem großen Ganzen zusammengefügt. Man ist dann regelrecht überrascht wie manche Dinge doch eigentlich zusammenhängen. Das gleiche gilt auch für die Tempel im Spiel, die immer wieder das Salz in der Suppe in einem Zelda Spiel sind. Sind die ersten noch relativ einfach zu machen, gibt man euch wie schon erwähnt am Schluss schon ein paar Kopfnüsse auf. Den genialen Kick des Wasser- und Zeittempels in Ocarina of Time erreichen sie aber dennoch nicht ganz. Das ist einfach so und speziell diese bleiben einfach einmalig. Auch wenn hier vieles persönliche Ansichten sind. Die Tempel damals waren und sind einfach einmalig und zeitlos in ihrer Machart. Was aber Skyward Sword in keiner Weise abwerten soll. Denn in einigen Bereichen bietet man euch aktuell einiges mehr und unterhält den Zelda Spieler einmal mehr auf magische Weise. Gedanken machen, ob der Titel den Kauf wert ist oder nicht, muss sich hier kein Spieler. Und wie immer könnte ich hier noch Romane schreiben, aber auch für dieses Spiel braucht es einmal mehr eigentlich keinen Test. Erlebt haben sollte man Skyward Sword auf jeden Fall.

Grafik & Sound....

Viele Diskussionen gab es rund um das Thema Grafik. Man fühlt sich ein wenig an alte Wind Waker Zeiten erinnert, wo der damalige Cel-Shading Stil die Zelda Gemeinde in 2 Lager spaltete. Auch Skyward Sword kommt mit einem grafisch nicht alltäglichen Stil daher, dem man schwerlich einen treffenden Namen geben kann. Auf den ersten Blick wirkt die Grafik wie ein gewohntes Wii Ambiente in solchen Spielen, zeigt aber beim zweiten Hinschauen seinen wirklich neuen Effekt. Ich will es mal Aquarell-Effekt nennen, der überall zu sehen ist und alles beschreibt, was sich in der Entfernung abspielt. Wirkt ein wenig wie aus Farbtupfern zusammengestellte Hintergrundgrafik. Speziell in den vielen Freiarealen mit intensivem Weitblick zu sehen. Das wirkt ungewöhnlich und auch ich musste mich erst ein wenig daran gewöhnen. Das gebe ich gerne zu. 100%ig überzeugt bin ich von diesem Grafikstil nicht, da man vielerorts auch recht grobe und teilweise detailarme Umgebungen in Kauf nehmen muss. Vom Feeling her oft ein schmaler Grat, wo in einigen Locations irgendwie gar keine Atmosphäre aufkommen will, während in anderen wiederum genau das Gegenteil der Fall ist. Speziell bei Farbintensiven Umgebungen, wie auch dem Fliegen über dem Wolkenhort bringt der Stil eine Menge, an Orten wo es eher dunkler und farbärmer zur Sache geht, spielt der Stil dieses Stärke leider nicht aus. Wie Wind Waker ist auch hier der Stil eine echte Geschmackssache. Richtig gut gefallen hat mir aber die Mischung der einzelnen Orte im Spiel. Zwar nichts ungewöhnliches, fehlt eigentlich nur noch die Eiswelt in einem Zelda Spiel. Ansonsten habt ihr wieder alles an thematischen Umgebungen, was ein Zelda Spiel ausmacht. Highlight ist neben dem Wolkenhort selber für mich klar die Ranelle-Location. Zum einen beim Thema Größe, die auch viele Möglichkeiten abseits des Storyweges bietet, vor allem aber durch die verschiedene Grafikgestaltung durch die Zeitsteine. Diese Idee ist allein schon etwas ganz besonderes im Spiel. Spielerisch wie auch grafisch.

An Ideen hat es den Entwicklern also nicht gemangelt. Auch die Bootsfahrten in der Ranelle-Wüste, die heißen Lava-Umgebungen am Vulkan-Berg und selbst die Wasserüberflutete Waldgegend sind hier die sehr positiven Beispiele. Eben auch speziell Momente, in denen sich eine bis dahin gewohnte Umgebung durch die Geschichte anders präsentiert und verändert. Die Sequenzen im Spiel, die man ebenfalls in diesem Stil gehalten hat, punkten durch eine gelungene Mimik der Charaktere. Highlight überall ist aber die Technik und damit auch die Steuerung. Auch wenn man sich hier ebenfalls ein wenig daran gewöhnen muss, lässt dieser Teil den Spieler nie im Stich. Eine gelungene Kamera und vor allem der wirklich sehr genaue Einsatz der Hilfsmittel ragen hier heraus. Egal ob Bogenaction, der Flugkäfer oder der "Staubsauger". All diese Dinge funktionieren tadellos im Spiel und lassen viele Dinge eben auch auf die Entfernung perfekt funktionieren. Das man speziell durch manche davon auch spielerisch viel Neues einbauen konnte, kommt da positiv dazu. Ein bisschen mehr Lebendigkeit hätte ich mir hier und da gewünscht. Oft sind die Umgebungen nur von ein paar Gegnern durchzogen und man fühlt sich oft ein wenig "allein gelassen". Zwar generiert man Gegner immer wieder neu, etwas mehr hätte man ruhig einbauen können. Ausnahme bleibt hier der Wolkenhort, der nicht zuletzt durch den Tag/Nacht Modus in allen Belangen seinen Reiz ausspielt. Skyward Sword ist ein grafisch sehr gelungenes Spiel, das aber in meinen Augen abseits des Aquarell Effekts wenig wirklich Außergewöhnliches bietet.

Der Sound punktet in Skyward Sword durch viele Bereiche. Über allem steht auch hier einmal mehr der orchestrale Soundtrack, der euch das gesamte Spiel mehr oder weniger intensiv begleitet. Bedingt durch die Surround Umsetzung und damit im Zusammenspiel mit den Effekten, unterstützt die Musik den spielerischen Teil sehr gut. Dabei wartet hier eine gelungene Mischung aus bekannten Klängen und eben wirklich neuen Stücken. Was man vermisst ist so ein bisschen ein spezielles Musikstück, das beim Spieler hängenbleibt. Etwa wie in Ocarina of Time die Hintergrundmusik, sobald man die Zitadelle der Zeit betrat. Aber auch hier keine wirkliche Kritik. Eher mal wieder eine persönliche Anmerkung. Bei den Effekten dagegen macht einem Skyward Sword kein anderer Zelda Titel etwas vor. Egal ob ihr das Schwert einsetzt, oder die zahlreichen Hilfsmittel nutzt. Diese klingen satt ohne Ende. Bestes Beispiel ist immer wieder der Greifhaken, der jedem Nachladegeräusch in einem Shooter gut zu Gesicht stehen würde. ;-) Hier klingt alles sehr intensiv. Auch die "Sprachausgabe" der guten Phai gehört zu den sehr positiven Dingen im Soundbereich. Was man halt wie immer vermisst, ist eine richtige Sprachausgabe. Zwar auch so eine leidige Diskussion seit Jahren, wünscht man sie sich schon irgendwie jedes Mal aufs Neue. Geht zumindest mir persönlich immer so. Man ist mittlerweile auch von anderen Spielen verwöhnt. Früher gab es in Sachen Sprachausgabe oft den Vergleich zu einem Eternal Darkness, heutzutage führt bei diesem Thema an Xenoblade keine Diskussion vorbei. Man darf einmal mehr echt gespannt sein, wie sich dieses Thema dann auf der Wii U entwickelt.

Fazit....

Skyward Sword ist in vielerlei Hinsicht ein Außergewöhnliches Spiel, bei dem ich auch selber lange überlegt habe, wie man ihn bewertet und wo er sich innerhalb der Reihe einordnet. Denn die Zelda Serie ist ein gutes Beispiel, wo man nicht automatisch dem technisch aktuellsten Titel auch die höchste Wertung einräumt. Denn Atmosphäre und Gameplay spielen hier auf eine oft andere und magische Weise ineinander und hinterlassen so einen bleibenden Eindruck beim Spieler. Egal ob wir hier über den aktuellen Titel reden, oder die Zeit 15 Jahre zurückdrehen. Eines kann man aber schnell klären. Ein Schnellschuss auf der Wii, wie einige ja erwartet haben, ist Skyward Sword beileibe nicht. Vor allem spielerisch steckt aufgrund der ungewöhnlichen Welten Aufteilung und einigen neue Ausrüstungen unseres Helden eine Menge drin. Allein durch den Flugkäfer, den Staubsauger und alle anderen diesmal upgradebaren Hilfsmittel sind auch spielerisch neue Möglichkeiten enthalten, die sich auch in vielen Rätseln niederschlagen. Dazu Dinge wie die Zeitsteine in der Ranelle-Wüste, die dem Gameplay sehr gut zu Gesicht stehen. Zwar nicht so stark wie in den letzten Ausgaben, sind aber auch in Skyward Sword in meinen Augen hier und da zu viele Hilfen eingebaut. Vielleicht bin ich hier auch von den älteren Titeln zu sehr geprägt. Aber so den I-Punkt wie das geniale System der Zeitreisen, wie in einem Ocarina of Time, bietet man hier nicht. Das ist einfach unvergessen und einmalig in seiner Machart. Dennoch würde man dem Titel Unrecht tun, wenn man ihn als zu Leicht abstempeln würde.

Allein die 50 Stunden Spielzeit zeigen deutlich, dass man hier alles andere als durchrennt. Dabei ist auch die Mischung aus Story-Aufgaben und Side-Quests sehr gut getroffen. Auch viele rationale Dinge können im Spiel punkten. Das gelungene Reisefeature über die Statuen, die Steuerung mit der man nach einer Eingewöhnungsphase sehr gut zurande kommt, oder das Sammelsystem samt dem Shop und der Möglichkeit Ausrüstung aufwerten zu lassen. Ein Punkt für sich ist in meinen Augen die Story selber, die an sich sehr gut gelungen ist. In meinen Augen aber zu lange zu kurz kommt und wirklich erst gegen Ende massiv anzieht. Aber Kritik ist das nur im Ansatz. Im Vergleich mit so ziemlich allen Genre-Konkurrenten zieht Skyward Sword um Längen davon. Dafür bietet er im Vergleich spielerisch mehr als reichlich, um genügend Zeit damit zu verbringen. Erst im internen Vergleich bleibt er in meinen Augen einen Tick hinter dem Übertitel Ocarina of Time. Entgehen lassen sollte ich den Titel aber wirklich niemand. Wer sich für die Serie interessiert und bis heute den Titel nicht gespielt hat, macht einen echten Fehler.

 

+ Sehr hohe Spielzeit
+ Toller Location Umfang
+ Wunderv. Soundkulisse
+ Gelungene Steuerung
+ Highlight Ranelle Location
+ Item Upgrades
+ 2 Welten Feature
+ Side-Quest Mischung
+ Ansprechende Rätselkost
- Hier und da zu viele Hilfen
- Story erst am Ende fesselnd
- Bosse könnten schwerer sein

GRAFIK: 84%

SOUND/EFFEKTE: 92%

MULTIPLAYER/WiFi: --

GESAMTWERTUNG: 95%

Sämtliche Inhalte wie Bilder und Texte zu diesem Artikel sind geistiges Eigentum des Mag'64. Eine Benutzung oder anderweitige Verwendung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Mag'64 erfolgen.

 
                   

Game-and-Fun.de