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Wii WWE All-Stars
 
 
WWE All-Stars - Wii
Jens Morgenschweiss (28.05.2011)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: THQ
GENRE: Wrestling
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-5
NUNCHUK: Ja (CC,GCN)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK16
PLII/HDTV: Nein/Nein
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Wenn man die Begriffe THQ und Wrestling zusammenhangslos in einen Raum wirft, ist der erste Gedanke - Smackdown vs. RAW. Die seit Jahren erfolgreiche Spielereihe ist das Non plus Ultra auf dem Wrestling Sektor. Nun bringt THQ mit WWE AllStars eine kleine Inhouse Konkurrenz auf den Markt. Wo SvR durch Simulationsansätze glänzt, setzt WWE AllStars auf knallharte Arcade Action. Ob das bei dem geneigten Wrestling Fan ankommt, versuchen wir an dieser Stelle zu beleuchten.

Menus und die Story....

Wenn wir das Hauptmenu erreichen, sieht alles noch ziemlich ok aus. Hier haben wir die Exhibition, hinter der sich alle Spielmodi versammeln. Das sind die üblichen Verdächtigen, wie das Steel Cage oder Extreme Rules und der Standard Fight, mit dem Fatal 4 Way oder der Handicap Variante. Nehmen wir noch das Tornado Tag Team Match und Elimination dazu, haben wir schon alle verfügbaren Spielmodi aufgezählt. Dazu kommen noch jeweils der "Path of Champions" und "Modern Warfare" - und dann ist Ende. Das geht ja schon gut los. Die Auswahl ist doch ziemlich dürftig, wenn man sich bei SvR orientiert. Dass der Vergleich nicht ganz fair ist, weil die Ansprüche beider Spiele ganz andere sind, verstehe ich. Aber bei den Matcharten hätte man doch einiges dazu packen können.

Wenigstens kann man seinen eigenen Akteur erstellen. Doch auch hier ist die Bandbreite sehr eingeschränkt. Man darf sich lediglich an den Move Listen anderer Wrestler bedienen und diese auch nur komplett übernehmen. Nur der Finisher Move kann selbst gewählt werden. Wenigstens bei den körperlichen Attributen kann man sich frei entfalten. Hier gibt es bei Verlangen Anabolika rezeptfrei und der Körper wird zur Spielwiese der eigenen Vorstellung. Die Optionen setzen die Schmalkost weiter fort, in dem man lediglich die Lautstärken regulieren kann, die Tastenbelegung erfährt und im Game Play einen von drei Schwierigkeitsgraden und Spielhilfen festlegen kann.

Das Gameplay....

Das Positivste gleich vorweg, es sind die "alten" Haudegen, die wir in diesem Game wiedersehen. Für einen kurzen Moment fühlt man sich wie bei einer Zeitreise, wenn man die Namen der längst vergangenen Zeiten liest. Einen Brett Hart, Hulk Hogan oder Ultimate Warrior habe ich zuletzt gesehen, ach Gott, da war ich noch in den besten Jahren. ;-)) Damit aber das Roster nicht ganz so betagt daher kommt, hat man sich auch noch an dem aktuellem Line up der WWE bedient. Da finden wir z.B. John Cena, Randy Orton oder Sheamus, welche die aktuelle WWE hier vertreten. Wer sich bei den Spielmodi eine Variante heraus gepickt hat, wird schnell feststellen, dass man ein Tutorial wirklich nicht benötigt, um im Ring zu bestehen. Mit seinen zwei Angriffs-, zwei Griffs und zwei Kontermöglichkeiten, kann man seine Möglichkeiten ehrlich als begrenzt bezeichnen. Selbstredend hat jeder Wrestler einen Signature Move und Finisher im Repertoire, aber Vielfalt ist etwas anderes. Trotzdem versucht man einen Spagat zwischen Arcade und Simulation. Man kann kloppen wie ein Irrer, indem man seine Finger über die Tasten wirbeln lässt, aber für das kontern ist Timing gefragt. Und genau an dieser Stelle das Auge und die ruhige Hand zu finden ist meistens unmöglich.

Wer seinen Gegner erfolgreich malträtiert, kann verfolgen, wie sich der dreistufige Balken am Bildschirmrand auflädt bzw. füllt. Man kann sich nun selbst entscheiden, ob man wartet, bis der Balken ganz gefüllt ist und seinen Finisher Move ansetzt, oder zwischendurch einen Signature Move anbringt. Dabei herrscht das größte Spektakel im Ring. Die physikalischen Gesetze, wie die Schwerkraft, werden flugs außer Kraft gesetzt. Dann geht es weit nach oben in die Luft, um seinen Gegner mit einer vernichtenden Finisher Attacke in den Ringstaub zu versenken. Das es möglich ist, nach einem solchen Angriff wieder aufzustehen, verdeutlicht einmal mehr den Arcade Charakter des Spiels. Der Singleplayer erschöpft sich schnell mit den angebotenen Spielmodi. Etwas mehr Abwechslung verspricht der "Path of Champions", wo man sich durch drei angebotene Fehden kämpfen muss. In 10 Fights muss man beweisen, dass man doch besser ist, als z.B. der Undertaker oder Randy Orton. Das kann man schlussendlich im Titelkampf untermauern. Mit Bedauern muss ich euch sagen, das ihr auch für diesen Spielmodus keinen Urlaub beantragen müsst. Viel zu schnell ist man hier durchgewuselt und hat allerlei alternative Ringkleidung frei gespielt. Was für ein Anreiz ...!!! Die zweite Möglichkeit ein wenig mehr Zeit mit dem Spiel zu verbringen ist "Fantasy Warfare". Hierbei können wir die Legenden gegen aktuelle WWE Cracks kämpfen lassen und ausloten, wer von ihnen der bessere ist. Aber wie auch schon beim "Path of Champions" ist dies auch nicht der Modus, der mich viel Zeit kostet oder besser gesagt, wo ich mich tagelang mit aufhalte.

Irgendwie passt es dazu, dass auch die Steuerung unausgegoren wirkt. Obwohl man sich bemüht hat, in dem man neben dem Nunchuk auch mit Classic Controller und GameCube Pad spielen kann. Und dennoch überzeugt keine der drei Möglichkeiten durch sauberes agieren. So sind Schläge und Griffe teilweise unpräzise, das wilde Hämmern auf die Tasten, um dann doch mal gut abgestimmt den Block oder Konter zu setzen. Es kommt kein Feeling auf - nicht einmal ein Arcade-lastiges.

Grafik & Sound....

Der Comicstil passt hingegen sehr gut zum Spielprinzip. Knallbunt und völlig fern der Realität. Hier zieht man eine deutliche Grenze zum Klassenprimus SvR. Dass die Figuren völlig überzeichnet sind und Körperformen a la Popeye durch den Ring tragen, möchte ich an dieser Stelle nicht als Kritikpunkt sehen. Dafür hapert es an den Bewegungsabläufen, die streckenweise hölzern und unfreiwillig komisch anmuten. Dass man sich das ganze Drumherum um den Ring gespart hat, möchte ich hier nicht falsch verstanden wissen. Man hat sich die Arbeit gespart, ein akzeptables Ambiente mit ordentlichen Kulissen und Stimmung zu kreieren

Akustisch hat man auch die ganz schmale Schiene gefahren. Zwar hat man jedem Wrestler seine Einmarschmusik zugestanden, dann hört es aber auch schon auf. Im Ring hört man nur das Knallen der Bretter, wenn ein Wrestler auf selbige knallt. Die Atmosphäre in der Halle gleicht einem Friedhof. So kann keine Stimmung aufkommen.

Fazit....

Die Grundidee von THQ, eine Light Version für zwischendurch auf den Markt zu bringen, die sich deutlich von einer Simulation unterscheidet, ist gar nicht so verkehrt. Nur hapert es an der ordentlichen Umsetzung. Deutlich abgespeckte Spielmodi, zu kurze Events, wie den "Path of Champions" und eine hektische Steuerung lassen bei WWE All-Stars mehr Frust als Freude aufkommen. Da tröstet es auch wenig hinweg, das man mit oder gegen die Legenden des Sports antreten kann und man sich an eine frühere und bessere Zeit zurück versetzt fühlt. Optisch bietet das Spiel genau das, was man mit einem Arcade Spiel verbindet. Comicstil und Charaktere, die man schon fast als deformiert und überdimensioniert bezeichnen kann. Fehlende physikalische Gesetzmäßigkeiten für die fette Move Action gehören da genauso dazu. Der Singleplayerpart hat sehr schnell seinen Reiz verloren und auch der Multiplayer kann nur für kurze Zeit erfreuen. So ist das ganze Spiel eher enttäuschend ausgefallen, was die Vorfreude auf SvR 2012 steigert.

 

+ Wrestling Legenden
+ stilgerechte knallbunte Grafik
+ Classic und GCN Controller
- zu wenig Griffe und Schläge
- nur Klopperei/keine Matchtaktik
- Friedhofsstimmung in den Hallen
- keine eigenen Move Listen
- viel zu kurze Spieldauer

GRAFIK: 68%

SOUND/EFFEKTE: 60%

MULTIPLAYER: 60%

GESAMTWERTUNG: 61%

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