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Wii Eurosport Winter Stars
 
 
Eurosport Winter Stars - Wii
Matthias Engert (25.03.2012)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: 49Games
GENRE: Sportspiel
SPIELER: 1-2(4) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-7
NUNCHUK: Ja(Balance Board)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK0
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Ja/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Der Frühling erfasst unsere Breiten und der Wintersport liegt in den letzten Zügen, da wollen wir natürlich auch den aktuellsten Wintersport Titel für die Wii nicht vergessen. Zwar schon ein paar Wochen auf dem Markt, sind diese Spiele gerade hierzulande recht zeitlos. Kein Wunder, ist Deutschland ja auch eine Hochburg für den Wintersport, wie die Einschaltquoten der übertragenden Sender immer wieder aufs Neue zeigen. Neben den öffentlich/rechtlichen Sendern, bietet natürlich auch Eurosport jede Menge Wintersport Übertragungen an. Was liegt da also näher, als eine Partnerschaft mit der Spielebranche einzugehen. Mittlerweile ja auch nichts Ungewöhnliches mehr. Interessant ist bei Winter Stars aber dennoch die Firmenverzahnung. Auch wenn man vom Namen her ein Erstlingswerk vermutet, hinter den Kulissen werkelten die gleichen Entwickler an diesem Spiel, die früher mit der Winter Sports Reihe Erfolg gehabt haben. Die Jungs von 49Games sind bekanntermaßen eine dt. Entwicklerschmiede und haben ihre Spiele früher unter dem RTL Winter Sports Label an den Wintersport Fan gebracht. Mir persönlich ist nach wie vor ihre exzellente Biathlon Umsetzung auf der Wii in Erinnerung. Auch wenn ein anderer Name und Partner auf der Packung steht, inhaltlich war die Spannung und Vorfreude ob der früheren Titel durchaus hoch. Was drin steckt in Eurosport Winter Stars, sollen euch die folgenden Zeilen etwas näher bringen.

Menus und die Story....

Die Zusammenarbeit mit Eurosport ist aber scheinbar nichts gewesen, was von Anbeginn eine Rolle gespielt hat. Denn im Spiel selber habe ich nirgends einen entsprechenden Schriftzug oder gar Werbebanden oder ähnliches gesehen. Von daher bleibt auch Winter Stars ein "Werbefreies" Spiel. Bei den technischen Rahmenbedingungen bleiben sich die Mannen von 49Games treu und bieten gewohnte Eckdaten. Gespielt werden kann das Game in allen Bild Modi der Wii Konsole. Logisch das euch hier ein komplett lokalisiertes Spiel erwartet. Sowohl was die Texte angeht, aber auch bei der Sprachausgabe, die auch noch sehr zahlreich eingebunden ist. Zusätzlich bietet man in Sachen Sound Ausgabe auch Surround Klänge. Speichertechnisch mit 66 Seiten sehr Speicherhungrig für ein Savegame, ist das Spiel nach langer Pause mal wieder eines, mit dem man sein Balance Board aus der Versenkung holen kann. Und wie in früheren Spielen kann man dadurch den Spielspaß auch erhöhen. Das für viele Interessierte sicherlich erfreulichste Thema dreht sich um den Mehrspieler. Den gibt es hier nämlich sowohl Lokal für 2 Spieler, aber auch als Online Variante, wo 4 Spieler gegeneinander antreten können. Und hier trumpft man ganz groß auf. Aber dazu im Mehrspieler Abschnitt etwas mehr. Größte Neuerung im Spiel ist sicherlich die recht intensiv umgesetzte Story zum Spiel. Es gibt hier nun direkt mal eine richtige Geschichte hinter den Athleten. Auch wenn es natürlich eine typische Sportgeschichte geworden ist. Hier im Spiel dreht sich alles um eine kleine Gruppe aus zunächst 4 Wintersportlern. Nach einer unfallbedingten Pause, findet der Chef des Newcomer Teams "Flames" seine Mitstreiter beim Gespräch wie es weitergehen kann. Eigentlich zu wenig um ein Team für die kommenden Meisterschaften aufzustellen, beschließen sie dennoch die Herausforderung anzunehmen. Was sie nicht ahnen können, das anfängliche Erfolge andere Einzelsportler anzieht, die das Team verstärken wollen. Ihr erlebt genau diese Geschichte, wie sich die Flames vom Anfängerteam mit 4 Leuten zu einer professionellen Mannschaft entwickelt.

Erzählt über viele und voll vertonte Sequenzen vor und zwischen den Karriere Inhalten, erhöht man so natürlich sehr stark den Bezug zum Team. Das gefällt mir sehr gut und erhöht mit einigen tollen spielerischen Features zusammen die Motivation des Spielers. Die Geschichte startet auch sofort nach dem Einschalten und ihr als Spieler erlebt spielerisch genau die Abfahrt, bei der sich der Chef der Truppe so schwer verletzt. Im Anschluss daran erstellt ihr ein Profil und landet danach auf dem Hauptmenu des Spiels. Angelegt wie eine kleine Skihütte, könnt ihr hier zunächst aus 4 Menüpunkten wählen. Über allem steht hier die Karriere, die auch vom Umfang her überzeugen kann. Dazu kommt ein direkter Menüpunkt Team, in dem ihr die Sportler verbessern könnt, die Möglichkeit habt zu trainieren, oder einfach eure Rekorde, Trophäen und Statistiken begutachten könnt. Dazu kommt nun der Mehrspieler Modus, der euch sowohl Offline und Online verschiedene Spielmodi anbietet. Zu guter Letzt warten die Optionen auf einen Besuch. Hier könnt ihr neben Soundeinstellungen auch das Balance Board aktivieren, sowie verschiedene Hilfefunktionen anpassen. So z.B. ob ihr beim Spielen mit hilfreichen Steuerungseinblendungen unterstützt werden wollt, oder ob ihr gleich das gesamte Spiel im sogenannten Familien-Modus spielen wollt. Einmal eingestellt werden die Steuerungsvarianten leichter und man kann auch mit unerfahrenen Spielern loslegen. Passend im Multiplayer, geht dies dann auch differenziert für jeden Mitspieler. Abschließend kann man auch die Zeremonien nach diversen Erfolgen aktivieren. Wer also seine Siegerehrung miterleben will, hat hier die Gelegenheit dazu. Doch genug mit dem Vorgeplänkel und ab geht's auf die Pisten dieser Welt.

Das Gameplay....

Wie schon weiter oben erwähnt, startet das Spiel mit dem verheerenden Unfall des Mannschaftskapitäns, der dann als Manager die Geschicke des Teams leiten wird und auch selber mit eingreift. Diese erste Sequenz stimmt euch gut in die Thematik ein und ihr könnt über das Hauptmenu den Karriere Modus sofort starten. Alles nach wie vor über die Skihütte abgedeckt, dient das Karriere Menu aus Zentrum des gesamten Spiels, von dem aus ihr alle spielerischen und organisatorischen Dinge anwählen könnt. Während ihr über das Menu alle Möglichkeiten anwählen könnt, werden am oberen Bildschirmrand die Erfolge und einige Statistiken angezeigt. Das reicht hier von erspielten Medaillen, über den gerade ausgewählten Cup, dass aktuelle Spielerlevel, bis hin zu den erspielten Erfahrungspunkten. Etwas das dem Spiel sehr gut tut. Denn enthalten ist hier ein komplettes Upgrade System für die Sportler der eigenen Mannschaft, die man so im Laufe der Zeit verbessern kann. Ich gehe später noch einmal etwas intensiver auf dieses Thema ein. Neben dem reinen Menu sind auch die Sportler der eigenen Mannschaft zu sehen. Anfänglich nur auf einer Seite zu sehen, wird das Menu in dieser Hinsicht auf die rechte Seite erweitert, sobald eine bestimmte Anzahl an neuen Team Mitgliedern rekrutiert ist. Auf diesem Wege deckt man auch die persönlichen Möglichkeiten und Menus ab. Sprich wenn man einen Sportler verbessern will, kann man sie so jederzeit direkt anwählen. Bevor man aber an diese Dinge auch nur einen Gedanken verschwenden kann, stehen die ersten spielerischen Aufgaben an. Zwar bietet das Spiel über das Team Menu auch die Möglichkeit an, alles an Disziplinen zu trainieren, wirklich ausreichen tut dies aber auch beim reinen Cup Game Play. Denn auch dort könnt und solltet ihr jede neue Sportart probieren und euch in die jeweilige Steuerung hineinfitzen.

So ist der erste Anlaufpunkt auch gleich das eigentliche Zentrum im Spiel - die Cups und Herausforderungen. Diese sind hier im Spiel eingebunden über einen Art Levelbaum, der euch immer wieder verzweigend, zu den sportlichen Wettkämpfen bringt. Dabei geht 49Games einen durchaus gelungenen Weg. Denn man muss hier zwingend alles freispielen und bekommt beileibe nichts geschenkt. Das führt im Verlauf auch zu einer recht hohen Spielzeit, da die Karriere Inhalte zum einen immer mehr fordern, aber auch in Sachen Abwechslung punkten können. Grundlage der Wettkämpfe und Herausforderungen sind 11 Wintersportarten. Hier ist alles dabei, was der geneigte Wintersport Crack unter euch haben möchte. Vor allem deckt man auch viele Geschmäcker ab. Enthalten sind Sportarten zu verschiedenen Wettbewerben. So bietet man euch in Sachen Alpin Varianten neben der Abfahrt, dem Freeride auch Snowboard Inhalte. Dazu kommen das hierzulande sehr beliebte Biathlon, speedlastige Wettbewerbe wie Shorttrack, Bob- oder Schneemobilrennen, bis hin zu stilistischen Varianten wie dem Skifliegen, dem Eiskunstlaufen, Paraski und dem hierzulande immer beliebteren Curling. Es ist also mehr als genug Auswahl, um sich hier in den kalten Umgebungen zu bewähren. Mit diesen Sportarten haben sich die Entwickler nun verschiedene Events ausgedacht, die sich hier in Cups oder Turniere, sowie die sogenannten Herausforderungen einteilen lassen. Dabei warten satte 16 Cups auf euch, sowie 44 Herausforderungen. Dabei spielen sich die Cups nach dem üblichen Mehrkampfsystem. Anfänglich 4 Sportarten, bis hin zu allen 11 innerhalb eines Cups warten so im Verlauf auf euch. Dabei werden ja nach jeder Disziplin Punkte und Medaillen vergeben, die am Schluss zusammengezählt werden.

Dabei gibt es auch hier für das Weiterkommen nur Sieg oder Niederlage. Schon der zweite Platz in einem Cup ist eigentlich eine Niederlage und nur die dennoch erspielten Erfahrungspunkte wandern hier auf die Habenseite. Da über den "Levelbaum" zu Beginn nur 1 Cup anwählbar ist, muss man diesen zwingend gewinnen, um danach so langsam die weiteren Wege bis zum großen Finale freizuschalten. Klar dass dann in der abschließenden Meisterschaft alle enthaltenen Sportarten gemeistert werden wollen. Und wie gesagt fordernd und nicht nur deshalb auch mit einem recht hohen Zeiteinsatz verbunden. Damit man aber auch mal ein wenig Abwechslung abseits der Cups spielen darf, hat man die Herausforderungen eingebaut, die auch mal in einem "Boss Kampf" münden. Die meisten Varianten sind aber in Sachen Regeln abgeänderte Umsetzungen der jeweiligen Sportart. Findet man z.B. bei der reinen Abfahrt in einem Cup gewohnte Dinge, so gibt es hier eben auch die Herausforderung "Abfahrt Jet". Der Unterschied ist hier nun, dass überall auf der Strecke Beschleunigerpfeile platziert sind, von denen man eine bestimmte Menge unbedingt erwischen muss um die Herausforderung zu schaffen. Nur damit schafft man dann auch die geforderte Endzeit. Bei den sogenannten "Boss Kämpfen" geht es meist darum in einem 1-1 Wettstreit mit dem Mitglied eines anderen Teams die Oberhand zu behalten. Auch hier geht es im Ablauf der Karriere erst dann weiter, wenn man diese Aufgabe auch als Sieger abgeschlossen hat. Einmal gestartet ist nun der Ablauf immer gleich. Ihr wählt einen der verfügbaren Events an und bekommt einige Details angezeigt. Im Falle der Cups, um welche Sportarten es sich handelt. Dazu welcher Schwierigkeitsgrad der Cup bietet und ob eventuell Secrets freigespielt werden können. Bei jeder Sportart, die man nun das erste Mal spielt, wird euch vorher ein Tutorial in Sachen Steuerung angeboten, dass man auch tunlichst mitnehmen sollte.

Hier kann man nun unter Wettkampfbedingungen einen Durchgang üben und alle Feinheiten der Steuerung und Aktionsvielfalt werden euch angezeigt. Zudem darf man sie auch gleich nachmachen. Egal ob ihr nun nur mit dem Remote/Nunchuk Doppel spielt, oder auch noch das Balance Board mit einbindet. Erst danach kann man den eigentlichen Wertungsdurchgang starten und es geht auch wirklich um die Wurst. Weiterer Fakt in der Karriere ist die durchaus stimmige Geschichte des Spiels und jeder Event bietet seine eigene Story Sequenz, in der sich die Sportler des eigenen Teams etwas zu erzählen haben. Sehr passend wie ich finde. Danach beginnt die eigentliche Jagd nach Zeiten und Scores im Spiel. Die Steuerungen im Spiel sind wie schon erwähnt gelungen, was aber auch nicht weiter überrascht. Denn hier haben die Entwickler ja schon reichlich Erfahrung auf der Wii sammeln können und bisher eigentlich nie enttäuscht. Je nach Sportart kann man zudem mit dem Balance Board auch den Spaß erhöhen. Spielt es natürlich beim Eiskunstlaufen z.B. keine Rolle, macht die Abfahrt oder Biathlon einfach mehr Laune. Aber selbst ohne Balance Board macht das Spiel eine gute Figur, so dass ich mich beim Thema Steuerung auch ohne Balance Board auslassen kann. Wildes Gefuchtel muss man hier nicht befürchten, auch wenn man mit einer WMP Unterstützung vielleicht noch bessere Ergebnisse erzielt hätte. Aber das ist nur eine persönliche Anmerkung. Klar einteilen lassen sich die Steuerungen in reine Bewegungsumsetzungen und auch Tastenaction. Vor dem Start der meisten Wettbewerbe gilt es über schnelle Bewegungen, punktgenaues Drücken einer Taste das optimale Starttiming hinzubekommen. So bewegt man z.B. beide Controller abwechselnd auf und ab, um beim Bobrennen oder dem Paraski Tempo aufzunehmen. Bei der Abfahrt gilt es im richtigen Moment eine sich bewegende Balkenanzeige im richtigen Moment zu stoppen, während beim Biathlon einfach nur dass richtig Timing beim Drücken der A-Taste zählt.

Einmal gestartet ist die Steuerung bei allen speedlastigen Disziplinen ähnlich, Egal ob bei der Abfahrt oder auch dem Biathlon. Alles wird hier über das gleichzeitige Bewegen beider Controller abgedeckt um zu lenken. Dazu die üblichen Verdächtigen beim Thema Beschleunigen und Bremsen. Controller nach vorn beschleunigt, während beim nach hinten ziehen abgebremst wird. Bei fast allen Sportarten gleich ist die Einbindung des sogenannten Adrenalins. Man kann über bestimmte Aktionen diese Anzeige füllen und per A-Taste sich so einen kurzzeitigen Geschwindigkeitsschub erspielen. Beim Eiskunstlaufen kann man so den Risikomodus starten, der euch mehr Punkte für diesen Zeitraum und gestandenen Sprüngen einbringt. Sinnvoll und auch nicht zu übertrieben eingebaut. Unterschiede gibt es je nach Sportart aber auch zur Genüge. Biathlon ist ein gutes Beispiel und irgendwo auch logisch. Bewegt sich der Sportler an sich allein nach vorn, sorgt man selber eben nur für das Lenken Abbremsen, die Abfahrten und natürlich das Schießen. Zwar nicht so intensiv umgesetzt, wie in der Stand Alone Variante, kommt das Feeling beim Schießen dennoch sehr gut rüber. Einmal am Schießstand wird auch hier auf das Visier umgeschaltet. Per Z-Taste kann man kurzzeitig dem Atem verlangsamen und hat ein bisschen ruhiger anlegen. Mit der B-Taste wird geschossen, was dann auch immer kommentiert wird. Fehler werden hier, wie übrigens in allen relevanten Sportarten, gut und auch fair umgesetzt. Strafrunden gibt es praktisch nicht. Dafür läuft eine Kreisanzeige auf null, während man in diesem Zeitraum nicht beschleunigt. Bei 2 Fehlern sind es dann eben auch 2 dieser Kreisanzeigen. Verpasst man in der Abfahrt ein Tor, ist das genauso umgesetzt. Man wird nicht extrem benachteiligt, hat aber eben dennoch eine kleine Strafe, so dass man versucht dies natürlich zu vermeiden. Auch wenn Geschwindigkeit eigentlich immer die kniffligsten Steuerungen bietet, die komplexeste und auch mit anspruchsvollste Variante bietet das Eiskunstlaufen, mit dem ich auch am meisten zu kämpfen hatte. Allein der "Boss Kampf" dazu hat mich knapp 2 Stunden Spielzeit, einiges an Nerven und viele Durchgänge gekostet.

Hier sieht man seine Sportlerin aus der Third Person Sicht etwas schräg von oben. Die Steuerung und Ausführungen sind nun so gestaltet, das während der Bewegung auf dem Eis Symbole mit der Remote und dem Nunchuk eingeblendet werden. Farblich verschieden ist die Unterscheidung nicht das Thema. Dazu bewegt sich eine eigene Kreisanzeige, die im Idealfall über dem jeweiligen Eissymbol aktiviert werden muss. Sprich man macht mit dem jeweiligen Controller eine Bewegung, um eine Wertung zu bekommen. Das Problem an der Sache sind die Pfeilanzeigen, die euch auch noch eine bestimmte Richtung dieser Bewegung abverlangen. Zieht das Symbol auf dem Eis auch noch eine Linie hinter sich her, muss man auch noch eine Taste im richtigen Moment drücken und halten. Das ist nicht ohne kann ich euch sagen. Denn man hat keine 10 Sekunden Vorbereitungszeit und die Abfolge wird immer kürzer und teils auch schneller, wobei auch die Kamera immer wieder wechselt. Hier tut man sich schwer, während es auf der anderen Seite aber auch genau anders herum zugeht, sprich man es auch mal einfach hat. Gerade die Abfahrten, Freeride und selbst Biathlon sind oft einen Tick zu leicht. Hat man hier die Steuerung im Griff, kann man eine Abfahrt oder ein Biathlon Rennen auch mal mit 30 Sekunden Vorsprung gewinnen, wobei Gegner mal live zu sehen sind wie im Biathlon, oder aber auch als bewegliche Pfeile am Boden agieren wie bei der Abfahrt. Allerdings fällt es nicht so ins Gewicht wie ich anfangs dachte. Denn es gibt kaum einen Cup, wo man komplett alle Disziplinen dominieren kann und es gleicht sich schon ein wenig aus. Man ist manchmal durchaus auch dankbar dass es so ist. Steht man dann aber doch mal auf Dauer auf Kriegsfuß mit einer Disziplin, kann man seine erspielten Erfahrungspunkte auch in Verbesserungen investieren. Zu jeder Sportart gibt es zunächst 4 allgemeine Aufwertungen, die den Sportler insgesamt besser machen. Dazu kommen spezielle Upgrades die man teilweise erst freispielen muss. Sehr gute Beispiele für das System findet man beim Skifliegen.

Hier kann man z.B. Verbesserungen kaufen, die zum einen den Einfluss des Windes im Anlauf verringern und euch auch eine wesentlich höhere Absprunggeschwindigkeit spendieren. Auch hier nicht zu viel des Guten, so dass man alles in Grund und Boden spielt, aber eben dennoch hilfreich um sich die Upgrades zu holen. Genau diese Mischung macht den Titel aus und erhöht den Anspruch und vor allem den Spaß. Selbst wenn es hier und da mal nicht so läuft, aus welchen Gründen auch immer. Man kann etwas dagegen tun, wird im Verlauf immer besser und freut sich dann umso mehr über seine Erfolge. Das man dazu locker 15 und mehr Stunden am Karriere Modus sitzen kann, ohne auch nur eine Minute mit dem guten Mehrspieler absolviert zu haben, ist ein Kompliment für das Spiel und macht es trotz kleiner Kritikpunkte hier und da auch zu einer Empfehlung auf der Wii.

Grafik & Sound....

Es gibt ja wirklich Firmen, die in bestimmten Bereichen einen unverwechselbaren Stil haben. Oder sagen wir besser, man erkennt an bestimmten Dingen, wer dafür verantwortlich ist. Bei Spielen von 49Games ist das klar die Grafik, die sich seit dem ersten Spiel nicht großartig verändert hat. Hier ist man sich treu geblieben und bleibt auch mit Winter Stars im gediegenen Mittelfeld auf der Wii. Auch hier zeigt man wieder die üblichen Stärken und Schwächen. Positiv ist wie immer die Technik, das Steuerungstiming und Farbvielfalt. Auf der anderen Seite wirkt die Grafik erneut etwas grob und kommt oft mit leicht unscharfen Details und Texturen daher. Lob gibt es dennoch für den Versuch, gerade in Sachen Berg- und Winterfeeling ein bisschen Atmosphäre in die Sache zu bringen. Speziell die Freiluft Sportarten profitieren von der Weitsicht und den Berglandschaften im Hintergrund, auch wenn hier manchmal die Texturen etwas verwaschen wirken. Dafür ist vieles animiert und sorgt abseits der Pisten oder der Eisfläche für Lebendigkeit. Auch die Sequenzen unterstützen die Geschichte recht gut, auch wenn man hier ebenfalls den groben Grafikstil recht auffällig sehen kann. Die Winterstimmung fängt man aber dennoch passend ein.

Beim Sound setzt 49Games einmal mehr auf passende schnelle Rhythmen, die oft auch mal einen heroisch angehauchten Touch bieten. Die Effekte sind recht zahlreich und untermalen die jeweilige Sportart recht gut. Hier und da könnten sie zwar etwas kräftiger klingen, sind aber im Großen und Ganzen in Ordnung. Für die Freunde der Story ist die komplett deutsche Sprachausgabe natürlich genau das Richtige. Nicht nur schön dass man eine Story anbietet, noch besser wenn sie komplett vertont ist. Denn es gibt im Karriere Modus reichlich verschiedene Story Sequenzen. Die reine Sprachausgabe klingt zwar etwas leise, dennoch vertieft man allein dadurch recht gut den Bezug zum hier geführten Team.

Multiplayer/Online....

Der Mehrspieler Modus in Winter Stars ist mal wieder ein Beispiel, dass man auch auf der Wii interessante Möglichkeiten für mehrere Spieler auf die Beine stellen kann. Wobei das hier viel mehr für den Online Modus gilt, als nun für den lokalen Mehrspieler. Im Zeitalter der Online Möglichkeiten ist diese Gewichtung auch im Sinne der Spieler. Denn im Gegensatz zur Online Variante für bis zu 4 Spieler, bietet man auf der heimischen Couch nur Inhalte für 2 menschliche Kontrahenten an. Das dennoch immer 4 Mannschaften und deren Sportler an den Start gehen, liegt hier an den enthaltenen CPU Gegnern. Dabei gibt es inhaltlich zunächst mal keine Unterschiede, was eine klare Stärke darstellt. Denn man bietet euch im Mehrspieler nicht einfach nur ein paar Disziplinen, sondern verschieden viele Cups an. Eingeteilt wie im Einzelspieler, findet man hier thematisch passende Sportarten zusammengefasst, die man zu einem Cup zusammengestellt hat. Von einfachen 5 Sportarten Varianten bis zum vollen Programm mit allen 11 Sportarten reicht dabei die Auswahl, so dass man sowohl Offline wie auch Online richtige Turniere spielen kann. Natürlich Online um einiges stimmiger, da man dort auf Vollbild Action zurückgreift, während Offline auch Splitscreen Varianten zum Einsatz kommen. Einziger Nachteil Online ist die Tatsache auch menschliche Gegner zu finden. Hier war selten im Testzeitraum das volle Programm zu finden. Entschärft dadurch, dass auch dann CPU Teams vorhanden sind. Macht aber einfach mehr Spaß, wenn man alle Plätze mit menschlichen Gegnern belegen kann. Kleines Killer Feature in meinen Augen ist die Tatsache, neben gleichen Teams für alle, auch das eigene Team führen zu können. Sprich wer fleißig im Einzelspieler Modus war und seine Mannschaft über die Erfahrungspunkte verbessert hat darf auch diesen Vorteil Online nutzen. Kann man direkt auswählen, sobald man Online seine Einstellungen tätigt. Denn wie immer kann man zum einen gegen Freunde spielen, oder gegen Gegner aus aller Welt. Wahlweise erstellt man ein eigenes Turnier und wartet auf Gegner, oder aber man sucht nach bereits erstellten Turnieren. Technisch liefen dabei die Sessions weitgehend stabil.

Fazit....

Schön zu sehen, dass nach wie vor gute Software aus Deutschland kommt. Die Jungs von 49Games haben das nun schon mit einigen Titeln bewiesen und knüpfen auch mit Winter Stars nahtlos daran an. Umso schöner, da es eh an Alternativen fehlt. So fällt die Wahl auch aufgrund des gelungenen Game Plays nicht allzu schwer. Vor allem haben sie es wieder verstanden zur gelungenen Steuerung, sowohl mit den Controllern wie auch mit dem Balance Board, auch inhaltlich einiges zu bieten. Zum einen durch die passende Story, dem dadurch schon höheren Bezug des Spielers zu den eigentlichen Akteuren und vor allem durch den spielerisch gelungenen Karriere Modus, der sowohl von der Vielzahl der Sportarten lebt, aber auch in Sachen Spielzeit überzeugen kann. Nicht zu leicht, aber später auch nicht unfair schwer. Ein typisches Spiel, bei dem man mit der Zeit einfach immer besser wird und anfängliche Problemsportarten eben doch irgendwann meistert. Das liegt auch am gelungenen Erfahrungspunktesystem, mit dem man seine Sportler nachvollziehbar verbessern kann. Auch damit motiviert man den Spieler, da sich diese Verbesserungen auch auswirken. Die Auswahl der Sportarten darf als gut bezeichnet werden, wobei vor allem Biathlon und die Alpin Disziplinen so ein wenig herausragen. Und gerade diese treffen in unseren Breiten ja auch auf fruchtbaren Boden. Alles in allem punktet der Titel mit vielen Dingen. Egal ob man allein spielt, oder auch speziell Online gegen andere menschliche Spieler. Freuen wir uns also auf weitere Titel aus dem Hause 49Games. Und mit der Sommer Stars Variante müssen wir darauf auch nicht mehr lange warten.

 

+ Toller Karriere Modus
+ Spaßbringer Balance Board
+ Verbesserbare Sportler
+ Atmosphärisch gelungen
+ Spielzeit / Event Vielfalt
+ Auch Online spielbar
+ Passende Story
+ Viele Steuerungsvarianten
+ Dt. Texte und Kommentare
- Keine lizenzierten Inhalte
- KI Schwankungen CPU Gegner
- Grafisch teils etwas bieder
- Fehlende Live Zeiten/Abstände

GRAFIK: 70%

SOUND/EFFEKTE: 75%

MULTIPLAYER/ONLINE: 79%

GESAMTWERTUNG: 77%

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