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Wii Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen
 
 
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen - Wii
Matthias Engert (09.06.2010)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Ubisoft
GENRE: Action Jumper
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 2 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-5
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK 6
PLII/HDTV: Ja/Nein
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Bei vielen Spielen fragt man sich als Konsument, was will einem der Titel eigentlich sagen? Speziell diverse "Experimentalsoftware" gehört meist in diese Rubrik. Fast noch ein wenig verrückter wird es beim hier vorgestellten Spiel, bei dessen Titel man sich schon fragt, was da eigentlich an Gameplay drin steckt. "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" ist sicherlich ein ganz extremes Beispiel. Eingefleischte Kinogänger wissen dagegen worum es sich hier dreht. Nämlich um die spielerische Umsetzung eines Columbia Films, der vor einiger Zeit in die deutschen Kinos kam. Und wie immer fast schon obligatorisch, das auch zu einem solchen Film ein Videospiel existiert. Wie immer für Nintendo Spieler als doppelte Ausführung, stellen wir euch hier zumindest die Wii Version einmal vor. Und vor allem klären wir mal die Frage, was sich wohl für ein Gameplay hinter einem solchen Titel verbirgt.

Menus und die Story....

Dabei ist der Titel, nicht wie man erwarten konnte von einem Third Party Entwickler gemacht, sondern überraschenderweise von Ubisoft selber. Grund für diese erstaunte Anmerkung ist in meinen Augen die Technik und hier speziell die Grafik der Wii Version, auf die ich später noch eingehe. Vor allem mit dem Wissen, welche grafisch gelungenen Spiele Ubisoft eigentlich vorzuweisen hat. Aber dazu später mehr. Zunächst kümmern wir uns um weitere Details. Spielbar ist der Titel im 50 und 60Hz Modus und bietet euch Soundtechnisch eine Menge. Immer wieder interessant, dass man solchen Titeln Surround Sound spendiert, während andere Kracher nur mit Stereosound daherkommen. Zudem bietet man euch hier ein komplett deutsches Spiel, was sowohl für die Texte gilt, als auch für die durchaus gelungene Sprachausgabe. Speichertechnisch mit 2 Seiten recht sparsam, unterstützt euch ein Autosave beim Vorankommen. Zu guter letzt bietet das Spiel einen Mehrspieler Modus, den man hier als Kooperativ Variante eingebaut hat. In Sachen Sound ist der Titel Programm und Lebensmittel in diversen Ausführungen spielen hier die Hauptrolle. Flint Lockwood ist ein junger Erfinder, der davon träumt eine Erfindung zu entwickeln, die in der Lage ist, das Leben aller Menschen zu verbessern. Nachdem er den F.L.D.S.M.D.F.R. (Flint Lockwood Diatonic Super Mutating Dynamic Food Replicator) erschaffen hatte, sah es beinahe so aus, als hätte er seinen Traum wahr werden lassen. Doch als er ihn in Betrieb nimmt, fängt es auf wundersame Weise an, Essen vom Himmel zu regnen. Was als Triumph für die Bewohner seiner Heimatstadt Swallow Falls begann, entpuppte sich nun als eine Katastrophe gigantischen Ausmaßes. Nun hat Flint keine andere Wahl als all seine verrückten Erfindungen zu mobilisieren, um die Welt vor einer, im wahrsten Sinne des Wortes, nahrhaften Katastrophe zu retten....

Der Spielstart ist mal wieder relativ simpel gestaltet und man lässt euch zunächst recht fix ein Profil anlegen. Einen fetzigen Vorspann, der vielleicht noch mit Szenen aus dem Film garniert wurde, findet man hier leider nicht vor. Einfache simple Technikgeräusche lassen euch danach das in 3D gestaltete Hauptmenu entern. Hier dürft Ihr im Forschungslabor verschiedene Terminals Begutachten und Nutzen. Neben der Weltenanwahl findet man hier auch die Optionen, die aber außer der Aktivierung der nicht notwendigen Untertitel nur Einstellmöglichkeiten zum Thema Sound bieten. Weiterhin dürft Ihr im Labor die Upgrade Rubrik besuchen, in der Ihr Einsehen könnt, was und zu welchen Gerätschaften Upgrades verfügbar und natürlich nutzbar sind. Zu guter letzt gibt es eine Bonusrubrik, die Ihr nur füllen könnt, wenn Ihr das Spiel komplett beendet. Ergebnis ist die ultimative Waffe, die man aber an sich nicht unbedingt braucht. Nicht das einzige Kuriosum im Spiel. Gestartet wird das Spiel dann über das Welten und Levelterminal, dem wir uns im Gameplay Teil nun etwas intensiver widmen wollen.

Das Gameplay....

Startet man ein neues Spiel, landet man wie schon erwähnt in Flint’s Labor, dass euch neben diversen Terminals, auch die eigentliche Welten und Levelanwahl ermöglicht. Schon hier lernt man 2 Dinge sehr schnell kennen. Die Steuerung in Form eines Third Person Spiels im Adventure Stil und die nicht gerade Vertrauenserweckende Grafik. Dabei warten im Spiel 5 spezielle Abschnitte auf euch, die in sich jeweils mehrere Level bieten. Knapp über 20 in sich abgeschlossene Level warten auf den Spieler, bevor es zum großen Showdown kommt. Dabei greift hier ein etwas abgeändertes Levelprinzip. Schaltet man eine Welt frei, hat man zumindest Zugriff auf die einzelnen Level, kann also die Reihenfolge innerhalb der Welten frei wählen. Erst wenn alle Level gelöst sind, schaltet man die jeweils nächste Welt frei. Hintergrund ist auch hier, dass man alle Level jederzeit wieder spielen kann. Stichwort Belohnungen in Form der sogenannten Hydronen, die man wieder mit dem Münzen Feature anderer Spiele vergleichen kann. Stichwort Sammeln um Goodies freizuschalten. Sie dienen hier dazu, die speziellen Upgrades für alle Gerätschaften des Erfinders kaufen zu können. Durchaus sinnvoll und hilfreich, da sie doch einen elementaren Gameplay Teil in diesem Spiel ausmachen. Alle verfügbaren Level sind entsprechend gekennzeichnet und können vom Spieler frei gewählt werden. Einmal aktiviert, wartet zu jedem Level eine kleine Geschichte, die von den anderen Personen aus dem Film sprachlich vorgestellt werden.

Gelungen sind dabei die Dialoge und deren Qualität in Sachen Betonung. Hier spürt man noch am ehesten eine gewisse Liebe zum Detail. Spielerisch wartet von nun an ein Spiel, dass sich in Sachen Gameplay oftmals wiederholt und schnell eine gewisse Monotonie erzeugt. Einmal im Level gelandet, dreht es sich in Sachen Zielen immer um ein großes Thema. Außer Kontrolle geratene Lebensmittel gefügig zu machen, was hier oft bedeutet es auf verschiedene Art und Weise zu eliminieren. Wie schon erwähnt schaut der Spieler in einer Third Person Iso Sicht auf das Geschehen und erlebt hier einen der typischen 3D Jumper Titel mit Action Einlagen. Alternativ Steuerungen gibt es hier nicht und alles wird per Remote und Nunchuk erledigt. Ist aber auch die passendste Variante und geht leicht von der Hand. Nicht der einzige Punkt, wo man merkt, dass sich das Spiel eher an die jüngere Spieler Generation richtet. Die Grundsteuerung sieht dann auch entsprechend einfach aus. Mittels des 3D Sticks steuert Ihr Flint durch die frei begehbaren Abschnitte, während dabei die A-Taste den Sprung abdeckt. Denn Jumper Action gibt es zuhauf und man muss viele kleine Geschicklichkeitspassagen meistern. Zusätzlich dazu darf der Held nun verschiedene Gadgets nutzen, mittels denen er Gegnern und wild gewordenen Lebensmitteln sprichwörtlich auf die Pelle rückt. Hat man mehrere zur Verfügung, schaltet man zwischen ihnen mittels der Z-Taste durch und kann mit der B-Taste diese benutzen. Anfänglich darf Flint immer nur ein Gadget benutzen, mit der Zeit werden die Rätsel ein wenig fordernder, für die er dann auch mehrere innerhalb eines Levels benutzen muss. An sich besitzen die Level selber mehrere Spielziele. Neben einem Hauptziel, das klar definiert ist, kann man sich einigen Nebenaufgaben widmen, die vor allem für das Erspielen der Hydronen wichtig sind. Je mehr man löst um so mehr verdient man und kommt logischerweise schneller an die Upgrades für die Gadgets. Neben dem Hauptziel gibt es so oft 5 verschiedene Side Quests, die man hier aber sehr linear lösen kann, sprich fast alles auf dem Hauptweg zum Levelende erspielbar ist.

Auch dies spricht eher die jüngere Zielgruppe an, dass man selten mal wirklich verzeigt, geschweige denn fest hängt. Dazu ist das Spiel im gesamten viel zu Leicht, um auch ältere Gamer anzusprechen. So macht Ihr als Spieler in der ersten Welt in den dortigen Leveln mit allen einzelnen Gadgets Bekanntschaft und lernt damit umzugehen und vor allem, was damit zu tun ist. 5 davon hat er als Handgeräte zur Verfügung, die mehrmals upgradefähig sind und man somit z.b. Wirkung, Reichweite oder deren Kapazität erhöhen kann. Nehmen wir mal 2 als Beispiel. Gleich zu Beginn dürft Ihr den Flux-Zerschmelzer benutzen. Ein Gerät mit dem man Nahrung schmelzen kann. Hier oftmals als Eis zu finden. So wartet als eine Aufgabe, oftmals 30 dieser herumliegenden Nahrungsteile zu finden und zu elimieren. Man stellt sich davor und benutzt per B-Taste den Zerschmelzer. Dann sieht man über dem Nahrungsteil eine "Lebensleiste", die es auf Null zu bringen gilt. Ist dies geschehen bleiben Hydronen zurück, die man aufsammeln kann. Oben links gibt es dafür einen Zähler. Ebenfalls dort findet man eine eigene Lebensleiste für Flint selber. Denn neben diesen passiven Objekten gibt es auch Sachen, die euch nicht besonders gut tun. Seien es kleine Gegner, die z.b. mal in Form von wild gewordenen Gummibärchen nach eurer Lebensenergie trachten, oder man muss ein anderes mal einem Bombenteppich auch Paprikaschoten ausweichen. Dazu kommen Flüssigkeiten am Boden, die euch zusetzen können. Hier wieder positiv für die Zielgruppe, dass man über unendlich Continues verfügt und man fast punktgenau an der Stelle des Ablebens weiter spielen kann. Ein weiteres Gadget ist z.b. der Vakuschlürf Ultra, mit dem es möglich ist auch kleinere Rätsel zu lösen. Zunächst kann man damit Flüssigkeiten aufsaugen und auch wieder ausspucken. Kaffee z.b. kann man so auch als Geschoss auf Gegner einsetzen, während man mit Säften Häuserwände klebrig und damit zu Kletterwänden machen kann. Hier ist auch ein gutes Beispiel für die sinnvollen Upgrades der Gadgets, da hier die Behältergröße z.b. erhöht wird, was sich durchaus bemerkbar macht und man nicht andauernd langatmig zu Flüssigkeitsreserven rennen muss.

Neben den am Mann befindlichen Gadgets, gibt es auch den sogenannten Verschwindibuster. Ein Traktorähnliches Gerät, dass wie ein Staubsauger funktioniert und mit dem man Flüssigkeiten einsaugen kann. Diese Hindernisse sind oft eingebaut und sollen euch das Vorankommen erschweren. Man steigt hier ein, fährt und saugt ein wenig in der Gegend herum, steigt wieder aus und weiter geht’s. Anspruchsvoller wird das Spiel dann eigentlich erst ab der zweiten und dritten Welt, wo man eben mehrere dieser Gadgets zur Verfügung hat. Dementsprechend sind dann auch Wege durch die Level gestaltet, so dass man immer mal durchwechseln muss, um vorwärts zu kommen. Hier werden die Level durchaus auch mal etwas länger, ohne aber epische Ausmaße anzunehmen. Gilt leider auch für das Spiel im gesamten und 5 Stunden sind schon hoch gegriffen um es zu Beenden. Natürlich auch bedingt durch die Continues und den etwas seichten Schwierigkeitsgrad. Aber eben auch der Grund warum ältere Spieler hier keinen Gedanken verschwenden müssen. Für jüngere Spieler bietet sich das Game zwar durchaus an, aber selbst diese bekommen in anderen Produkten, trotz des günstigen Preises, mehr geboten auf der Wii. Maximal der ordentliche Multiplayer als Ko-op kann hier noch etwas länger Punkten.

Grafik & Sound....

Eine wirkliche Enttäuschung ist in meinen Augen die Grafik. Das hier Ubisoft für die Wii Version verantwortlich ist, kann man eigentlich nicht glauben. Ein derart blasse und grobkörnige Gestaltung habe ich das letzte mal bei Spyro auf der Wii gesehen und bietet auch hier nicht mal GCN Niveau. Sehr grobe Details, die oftmals mit äußerst billigen Effekten garniert wurden, sind alles andere als Wii würdig. Hier muss man schon Kritik anbringen. Selbst jüngere Gamer dürfen bessere Grafik erleben. Wirkt wie immer auf den Screens nicht so tragisch. In Bewegung ist das Spiel alles andere als schön. Zwar gibt es hier und da zumindest stimmige Backgrounds, aber von einer wirklich guten Grafik ist man Meilenweit entfernt. Technisch geht das Ganze schon, wobei hier die Ladezeiten etwas negativ auffallen, die man vor und nach den Leveln erlebt. Innerhalb der Abschnitte geht es dagegen flüssig vonstatten. Alles andere hätte auch überrascht.

Beim Sound kann man dem Spiel noch am meisten Lob unterstellen. Neben der wirklich guten Sprachausgabe, samt der gelungenen Betonung, kann auch die Musik halbwegs überzeugen. Zwar wartet auch hier oftmals viel Gedudel, was aber dennoch schon zum Spielgeschehen passt. Effekte findet man dagegen wenig vor. Oft wird vieles über einfache Laute abgedeckt. Im Gesamten eine passende musikalische Begleitung, mehr nicht.

Multiplayer....

Der Multiplayer kann durchaus Punkten und richtet sich an Haushalte, in denen öfters mal 2 kleinere Gamer zur Sache kommen. Denn der hier enthaltene Modus ist ein waschechter Ko-op, bei dem man das Hauptspiel komplett zu Zweit spielen kann. Nur hier erlebt man Steve den Affen aus dem Film als Spielfigur. Positiv das man dazu jederzeit den zweiten Mitspieler einbinden kann und einfach eine zweite Remote/Nunchuk Kombination aktiviert. Schwupps landet Steve neben euch im Level und beide Spieler agieren mit allen möglichen Gadgets, samt zweier Lebensleisten halt zusammen. Innerhalb eines großen Bildausschnitts agieren dann auch beide. Wer also 2 kleinere Kinder zuhause hat und sonst einer immer dumm aus der Wäsche schaut wenn der andere zockt, kann hier Abhilfe schaffen.

Fazit....

Die Befürchtungen, ob dieser Titel als Videospielumsetzung geeignet ist, haben sich leider bestätigt. Um ein breites und vor allem älteres Publikum zu überzeugen, hätte schon ein wenig mehr Inhalt und Tiefgang sein müssen. Was man hier bietet ist spielerisch zwar in Ordnung, richtet sich aber klar an jüngere Spieler, denen seichtes und flüssiges Gameplay, ohne große Schwierigkeiten wichtig ist. Diese bekommen neben einer guten Synchro passendes Gameplay, samt den upgradebaren Gadgets. Alle anderen Spieler müssen hier keine schlaflosen Nächte haben.

 

+ Gelungene dt.Synchro
+ Grundsteuerung gelungen
+ Geräte / Upgrades
+ Komplett Deutsch
- Grafisch enttäuschend
- Spielzeit nicht allzu lang
- Teils zu einfach
- Oft monotones Gameplay
- Nur für jüngste Gamer
- Ladezeiten

GRAFIK: 45%

SOUND/EFFEKTE: 65%

MULTIPLAYER: 58%

GESAMTWERTUNG: 55%

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