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Wii Virtua Tennis 4
 
 
Virtua Tennis 4 - Wii
Jens Morgenschweiss (10.06.2011)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Sega
GENRE: Sport
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 2-7
NUNCHUK: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK0
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.25 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Ja/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Und wieder einmal mehr kommen die Sportenthusiasten voll auf ihre Kosten. Gegen namenhafte Spieler antreten, die größten Grand Slams bestreiten - und das alles schön von der Couch aus. Und ich schäme mich nicht zuzugeben, dass ich auch einer von ihnen bin. ;-) Mit Virtua Tennis 4 haben wir die Möglichkeit, die Creme de la Creme des Tenniszirkus zu hetzen und uns einen guten Namen zu machen. Also nehmen wir das Racket in die Hand und zeigen der Welt, dass man alle und jeden schlagen kann, ohne auch nur eine Zehe zu bewegen.

Menus und die Story....

Die Auswahl im Hauptmenu ist enorm. Neben der World Tour können wir noch Arcade Matches bestreiten, Show Events absolvieren, Partyspiele und Motion Play oder einfach Online jemanden zum Spielen suchen. Hinter "mein Club" verbirgt sich die Statistikabteilung, was ihr im Spiel schon alles gerissen habt, so könnt ihr hier auch euern selbst erstellten Charakter neu einkleiden oder ausrüsten. Etwas überraschend, dass es einen eigenen Motion Play Modus gibt. Denn nur hier kann man sich mit der Bewegungssteuerung austoben. Doch gerade beim Tennis, in der World Tour hätte man sich die Integration von Wii MotionPlus gewünscht. Stattdessen bleibt es bei dieser Duellvariante. Wer sich einmal bei der angebotenen Party oder Showmatch Variante warm gespielt hat, wird feststellen, dass es richtig Spaß macht und man sehr viel Erfolg damit hat. Da geht ein Herr Nadal auch schon mal richtig baden. ;-) Deswegen ist es sehr schade, dass WMP nicht überall genutzt wird.

Für wen es das erste Tennisspiel ist, der kann sich mit dem Übungsmodus in aller Ruhe mit der Steuerung vertraut machen. Man spielt mit einer querlegenden WiiMote, deren Schlagknöpfe hauptsächlich die Buttons 1 und 2 sind. Mit der 1 spielt man einen Slice und die 2 ist der Topspin Ball. Mit dem B Knopf wird gelobt und mit B und dem Steuerkreuz unten (Spielhaltung) ein Stoppball eingestreut. Der A Button ist der Superschlag, der sich im Laufe des Spiels auflädt und vollaufgeladen zum Einsatz gebracht werden kann. Je nach Spielstil benötigt man bestimmte Schläge um seine Anzeige aufzufüllen. Im Arcade Modus könnt ihr entweder im Einzel oder im Doppel die vier größten Turniere plus Showmatch spielen. Die Partyspiele sind genau die gleichen, die euch auch auf der World Tour begegnen. Eine gute Möglichkeit schon mal alleine oder mit bis zu 3 menschlichen Mitspielern, die Gegebenheiten auszuloten. Auch wenn alle Spielmodi lustig oder spannend klingen, die Hauptattraktion ist natürlich die World Tour.

Das Gameplay....

Einen Namen im Welttennis bekommt man nicht geschenkt. Dafür muss man hart und ausdauernd trainieren. Und genau das wird von euch auf der World Tour verlangt. Ziel ist es an allen vier Grand Slams teilzunehmen und dort sehr erfolgreich zu bestehen. Zuvor muss man sich aber einen Charakter erschaffen, der euch auf dem Platz vertritt. Die Möglichkeiten sind dabei recht vielseitig. Neben dem Namen und natürlich dem Geschlecht, gibt es noch die Möglichkeit seine Nationalität und Geburtsdatum festzulegen. Bei 6 verschiedenen Spielertypen, die sich in Körperbau und Athletik unterscheiden, wird wohl für jeden was dabei sein. Das Feintuning beinhaltet dann das Aussehen, von der Nase, den Ohren bis hin zu der Behaarung. Komplettiert wird das alles mit der Haltung bei den einzelnen Schlägen. Ist alles erledigt, kann die World Tour beginnen. Die Welt ist wie ein Spielbrett gestaltet. Man beginnt im asiatischen Raum um schlussendlich in Australien den ersten Grand Slam zu spielen. Bis dorthin müssen wir unseren Charakter Fertigkeiten und Fitness beibringen.

Um an einem großen Turnier teilnehmen zu können, benötigt man eine bestimmte Anzahl von Sternen. Diese erhalten wir für das bestreiten von Showkämpfen oder Öffentlichkeitsarbeit. Wenn wir uns die einzelnen Felder auf der Weltkarte ansehen, finden wir unterschiedliche Symbole. Die kleinsten Felder sind leer, dort passiert gar nichts. Die größeren runden Felder sind mit Symbolen bestückt, welche die Unterschiedlichsten Minispiele abdecken. Diese sind von unterschiedlicher Qualität gestaltet. So müssen wir einmal kleine Entenküken einsammeln und zur Mutterente bringen oder eine Pokerhand vervollständigen, in dem wir einzelne Karten mit einem gezielten Schlag umdrehen. Man muss aber auch Tore schießen mit seinem Tennisball oder Teller zerschlagen. Es ist eigentlich egal welches Minispiel man absolviert, alles muss per Schläger und Ball gemeistert werden (außer die Entenbabys). Dass man nicht unendlich Zeit hat, kann sich jeder ausmalen. Und in dieser festgelegten Zeit muss eine bestimmte Punktzahl erreicht werden. Mit jedem verbesserten Level dieser Minispiele, steigt die zu erreichende Punktzahl. Es wird also nicht leichter. ;-)

Diese Minispiele verbessern unsere Fähigkeiten, wie zum Beispiel Netzspielfähigkeit, Schlagfähigkeit, Taktikfähigkeit oder Abwehrfähigkeit. Beim Erreichen eines bestimmten Levels einer dieser Fähigkeiten, wird der dazugehörige Spielstil verfügbar. So kann man später aus 20 Stilen wählen und seinen bevorzugten Spielstil festlegen. Neben der "starken Rückhand" kann man auch "Serve and Volley" oder "Trickspieler" erspielen. Die Felder mit den gelben Schlägern bedeuten, dass dort Übungsspiele im Einzel oder Doppel gespielt werden. Hier tritt man meist mit oder gegen seinen Doppelpartner an. Dabei kann man viel austesten, welcher Stil einem nun wirklich liegt. Bei jedem Feld, außer den leeren, verlieren wir etwas von unserer Kondition. Dafür gibt es die Erholungsfelder, die mit einer grünen Liege oder einer Palme versehen sind. Dort können wir uns regenerieren, denn wenn wir das nicht tun, erleiden wir eine Verletzung oder noch schlimmer, im Turnier geht uns die Puste aus und wir können nicht mehr ordentlich mitspielen, weil wir die Bälle nicht mehr erreichen. In den Managerbüros können wir neben einzelnen Zugkarten auch Erholungskarten kaufen oder später Agenten verpflichten. Unterwegs auf unserer Reise, bekommen wir auch Einladungen von Tennisgrößen, die ein Showmatch gegen uns austragen wollen. Das sind dann die Felder mit der Krone.

Nach jedem Zug gelangen wir automatisch in das Terminplanmenu, wo wir uns die Karte ansehen können, unsere momentane Wertung oder "mein Club" betreten können, wo wir neben den Spielstilen und Doppelpartnern auch das äußere Erscheinungsbild unseres Cracks ändern können. Haben wir einen bestimmten Status erreicht oder ein Turnier gewonnen, können wir neue Gegenstände kaufen und unserem Spieler anziehen. Für das Auge tut das auch Not, denn zu Beginn sehen wir aus, wie Björn Borg oder Boris Becker in den 80ern. Die Shorts erinnert mehr an eine Windel, als an eine Hose. Kommen wir endlich zum Austragungsort des Grand Slam, wird sich zeigen, ob wir unterwegs genügend Sterne erspielt haben um uns direkt zu qualifizieren, oder ob wir erst ein Qualifikationsturnier spielen müssen. Die Gegner dort sind namenlose Spieler, die kein großes Problem darstellen sollten. Wir büßen dort auch nichts von unserer Kondition ein. Beim Grand Slam selbst, ist die Zeit der leichten Gegner vorbei. Dort fordert man uns richtig. Ab dem Halbfinale geht es richtig zur Sache. Und wer Pech hat, dem versagt die Kondition im Finale und er hat keine Chance auf einen Sieg. So hangeln wir uns von Australien nach Paris und London, um am Ende in New York das Jahr abzuschließen. Wer dann noch Lust und Laune hat, kann es noch einmal versuchen um alle möglichen Gegenstände und Spieleroutfits freizuschalten.

Grafik & Sound....

Optisch kann man eigentlich nichts Abwertendes sagen. Die Spieleranimationen sind sehr flüssig und geschmeidig. Keine hölzerne Bewegung beim Laufen oder hechten, nur die Gesichts Erkennung fällt ein wenig schwer. Hier geht gerade bei den Damen der "Hingucker" verloren. Die Court´s sind sehr weiträumig, so dass man sich mit dem Thema Zuschauern nicht befassen muss. Das Licht- und Schattenspiel auf den Plätzen ist auch sehr ansehnlich und wird vor allem nicht übertrieben.

Akustisch fällt auf, dass die Musik in den Menus sehr aufs Gemüt geht. Man hat hier ständig den Drang leiser zu drehen oder den Ton ganz aus zu schalten. Auf dem Court ist wie im wahren Tennissport nur recht wenig los. Die Zuschauer jubeln wenn, dann nur sehr verhalten, ansonsten ist Ruhe. Das einzige was auf die Ohren kommt, ist das obligatorische Stöhnen der Spieler und die Ballgeräusche. Aber von einem Tennisspiel erwartet man auch keine akustische "Bombe".

Multiplayer/Online....

Man kann sich zu viert durch diverse Partyspiele und Showmatches hangeln oder zu zweit im Motion Play messen. Das macht auch eine Zeit lang Spaß, aber die bessere Unterhaltung findet man dann doch Online. Hier kann man seinen anfänglich sehr unterentwickelten Spieler durch Erfolge hochpushen. Während man auf einen Mitspieler wartet, kann man sich im Arcade Modus warmspielen. Wer sich mit Freunden auf ein gepflegtes Match verabredet hat, kann das im Clubhaus austragen. Wer die Kommunikation online pflegen will, der kann vorgefertigte Floskeln verwenden, die dann im Spiel mit Hilfe (-) Taste und den Tasten (1) und (2) abgerufen werden können. Natürlich darf auch eine Rangliste nicht fehlen, sie ist ja der Motor zum Spielen. Ärgerlich ist es nur, bei einer schlechten Verbindung, da kann es passieren, das der Spieler auf dem Feld nur verzögert auf die Befehle reagiert. Im Normalfall läuft aber die ganze Session flüssig und gut spielbar.

Fazit....

Größter Kritikpunkt ist die nur teilweise Einbindung der Wii MotionPlus Steuerung. Ein Tennisspiel bietet sich ja geradezu an, die WMP Steuerung komplett zu übernehmen und höchstens noch die Option auf Alternativen zu lassen. So spielen wir halt nur mit der WiiMote, was auch Spaß macht, aber eben nicht das gleiche ist. Ansonsten gibt es keine größeren Kritikpunkte aufzuführen. Eine ordentliche Spielgrafik und eine Reihe Tennisstars, die euer Können überprüfen wollen sind Anreiz genug, den virtuellen Schläger zu schwingen. Der Multiplayer dient zur Abwechslung, sein Können mal mit menschlichen Spielern zu messen. Und wer niemanden mehr im Freundeskreis hat, der eine Herausforderung darstellt, der sucht sich seine Gegner online. Dort wird schon noch jemand sein, der einem das Wasser reichen kann.

 

+ Topstars im Kader
+ viele Spielmodi
+ abwechslungsreiche World Tour
+ anspruchsvolle Minispiele
+ Grafik und Spielerbewegungen
+ Rangliste Online
- WMP nur teilweise im Spiel
- schwacher Sound

GRAFIK: 69%

SOUND/EFFEKTE: 50%

MULTIPLAYER: 75%

GESAMTWERTUNG: 71%

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