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Wii Tales of Symphonia: Dawn of the New World
 
 
Tales of Symphonia: Dawn of the New World - Wii
Matthias Engert (23.01.2010)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Namco Tales
GENRE: RPG Adventure
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: bis zu 50 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 2-10
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 12+
PLII/HDTV: Ja/Nein
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Meine Güte, 6 Jahre ist es nun schon her, das auf dem GameCube mit Tales of Symphonia ein mehr als ungewöhnlicher Titel erschien. Nicht nur weil er einer der wenigen war, der zu GCN Zeiten auf 2 Disc’s erschien, sondern auch weil er spielerisch absolut überzeugen konnte. Die Mischung aus Rollenspiel und Adventure, samt der Klasse Story und dem exzellenten Gameplay, waren ein Garant für einen der GCN Top Hits. Um so schöner die Ankündigung, dass ein Tales of Symphonia Titel, mit Bezug zu diesem GCN Vorgängern, auch für die Wii erscheinen würde. Neben der Final Fantasy und Baten Kaitos Reihe, seinerzeit der RPG Knaller für Zuhause auf dem GCN. Auf der Wii hat der Titel dennoch einiges an Konkurrenz, wenn es um den Bereich der Rollenspiele angeht, wie sich zeigen sollte, aber eigentlich kaum einen, der ihm auch das Wasser reicht. Und wieder waren mal wieder alle Vorgaben für den Zeiteinsatz eines Testes ad acta gelegt. Eigentlich sind die Testlisten voll und für jedes Spiel über 20 Stunden Spielzeit, bräuchte man bei uns schon eine Ausnahmegenehmigung. ;-) Na ja wollen wir nicht übertreiben. Auf jeden Fall war mir klar, sollte der Titel auch nur halbwegs was Taugen, das die Spielzeit wohl kaum aus 2 Abenden besteht. Knapp 35 Stunden dran gesessen, könnte man für alle Geheimnisse noch viel viel mehr Zeit mit dem Spiel verbringen. Um euch aber diese Perle für die Wii genau vorstellen zu können, reicht aber die gespielte Zeit vollkommen aus. Also Ihr Tales of Symphonia Kenner und natürlich auch alle anderen. Lasst euch also ein zweites Mal ein wenig entführen in die Welt von Sylvarant und Tethe’alla.

Menus und die Story....

Unter dem Dach von Bandai Namco erschienen, waren auch hier viele Entwickler beteiligt, die schon den Vorgänger so unverwechselbar gemacht haben. Das merkt man eigentlich an allen Ecken und Enden des Spiels. So verwundert es auch nicht, das der Generationswechsel auf technischer Seite problemlos geschafft wurde. Zunächst könnt Ihr den Titel in allen Bildmodi der Wii spielen, müsst ihr eigentlich als einem der wenigem Kritikpunkte auf eine Surround Soundausgabe verzichten. Aber den gab’s im Vorgänger auch schon nicht. In Sachen Texten ist der Titel komplett lokalisiert, was aufgrund der Masse an Texten und Gesprächen sehr positiv sein sollte. Denn Tales of Symphonia ist ein Spiel, das viele Altersgruppen anspricht. Die Sprachausgabe ist zwar komplett Englisch belassen worden, bietet aber eine exzellente Betonung und vor allem die bekannten Originalstimmen der Vorgänger Charaktere. Denn die spielen einen größere Rolle, als man das zu Beginn annimmt. Speichertechnisch ist der Titel sehr vielschichtig. Und zwar weil euch immerhin 30 Savegames zugestanden werden. Nutzt man alle, kommt man auf 50 Seiten im Wii Speicher. Zu guter letzt darf auch der 4 Spieler Modus nicht fehlen, der aber genau genommen, der gleiche wie im Vorgänger ist und damit in meinen Augen zumindest eher Beiwerk. Was aber auch nicht weiter schlimm ist. Der Titel ist trotz Gruppenaction klar auf einen Spieler ausgelegt. Und der wird hier definitiv seinen Spaß haben. In Sachen Story kommen vor allem Kenner des GCN Teils voll auf ihre Kosten. Denn die Handlungsstränge sind eng miteinander verflochten. Dawn of the New World spielt dabei 2 Jahre nach den Geschehnissen aus dem ersten Teil und führt den Spieler wieder in eine Welt voller Mythen, Magie und Chaos. Dieses bricht aus, als der große Krieg in Sylvarant wütet und das Gleichgewicht der ToS Welten aus dem Gleichgewicht bringt. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, versuchen Kräfte beider Lager die Herrschaft und Kontrolle an sich zu reißen. Inmitten dieses Chaos beginnt auch die Geschichte unserer beider Helden - Marta und Emil, die auf wundersame Weise zusammen kommen.

Beide müssen zunächst schreckliche Erlebnisse verarbeiten, bei denen ihre Eltern starben. Und diese Erlebnisse schüren den Hass auf alte Bekannte. Marta verbindet mir ihrem Schmerz die kleine Colette, die sie für den Tod ihrer Eltern verantwortlich macht. Und Emil muss gar mit ansehen, wie Lloyd der Auserwählte in Palmacosta und anderen Orten eine Blutsäuberung nach der anderen durchführt. Ihr seht schon, hier ist einiges im Argen. Einer der Gründe für das Chaos sind die sogenannten Centurios, mystische Wesen, die eingeschlossen in Kernen, den mächtigen Ratatosk begleiten, welcher den Lord aller Monster darstellt. Denn Monster spielen im zweiten Teil der Reihe eine ungemein große Rolle. Einer dieser Centurios - Tenebrae, begleitet von nun an unsere beiden Helden auf ihrer beschwerlichen Reise der Rache, Magie und dem Beantworten vieler Fragen, Wie der erste Teil auch, schafft man es auch hier den Spieler immer wieder zu überraschen und die Verstrickungen aller Story Elemente eigentlich wieder bis zum Ende bedeckt zu halten. Allein Ratatosk spielt eine ungemein große Rolle, genau wie unsere 4 Helden des Vorgängers. Man macht so viel Bekanntschaft mit Dingen des Vorgängers, die man nun aus anderen Blickwinkeln sieht. Auch auf der Wii eine der schönsten Storys, die hier fast schon den Zuckerguss darstellt. ;-) Das Spiel selber begrüßt euch zunächst mit einem interessanten Trailer, der euch einige Charaktere und auch Geschehnisse vorstellt. Man fühlt sich schnell wieder im ToS Universum und kann es dann fast schon nicht erwarten loszulegen. Das Hauptmenu des Spiels ist zunächst wieder recht spartanisch gestaltet. Neben dem Start eines neuen Spiels, könnt Ihr ein gespeichertes Fortsetzen, oder in den Optionen nach dem rechten sehen. Zum ersten könnt Ihr hier den Schwierigkeitsgrad unter 2 möglichen wählen. Freischaltbar ist auch ein dritter Grad, wobei man mit den beiden schon mehr als gut bedient ist. Dazu könnt Ihr nun soundtechnische Dinge anpassen, das Rumble Feature aktivieren, oder auch die enthaltenen Untertitel. Zu guter letzt könnt Ihr auch die Textgeschwindigkeit anpassen, falls Ihr es im Spiel mal wieder nicht erwarten könnt weiter zu spielen. Und das wird euch mehr als oft passieren. Schauen wir also mal in den spielerischen Teil von Tales of Symphonia: Dawn of the New World.

Das Gameplay....

Eine kleine Überraschung gibt es übrigens noch vor dem eigentlichen Spielstart. Verfügt Ihr über eine GCN Memory Card mit einem Savegame des Vorgängers, wird dieses erkannt und Ihr schaltet einen Bonus damit frei. Dawn of the New World sollte dabei einer der Titel sein, den man völlig unterschiedlich bewerten könnte, würde man den Titel nach 4 Stunden Spielzeit bewerten oder derer 40. Denn auch hier ist der Beginn in vielerlei Hinsicht erstmal etwas Zäh. Aber das ändert sich im Verlauf mehr als man anfänglich denkt. Eine Stärke des Spiels sollte dabei vor allem die Genre Mischung sein, die in diesem Spiel gleich mehrere Aspekte einfließen lassen. Elemente aus Phantasie Star, Monster Hunter, Pokemon oder Rune Factory findet man hier vor, die in der Gesamtheit das exzellente Gameplay des Titels ausmachen sollten. Aber genug der Lobhudelei, ihr wollt ja nun sicherlich auch Wissen, was mich inhaltlich so zu Begeisterungsstürmen hinreißen lässt. Wie schon erwähnt beginnt das Spiel mit der Einführung in die Geschichte und der zunächst flüchtigen Bekanntschaft zwischen den beiden Haupthelden Emil und Marta. Schauplatz ist Palmacosta, wo der Spieler die Blutsäuberung des Auserwählten Lloyd Irving miterleben muss. Gebe offen zu, das ich mit diesem Start nicht gerechnet habe und vieles aus dem ersten Teil auf den Kopf gestellt wird. Das wäre so als wenn Mario & Bowser einfach mal die Fronten wechseln. Aber ich verrate nicht zuviel, wenn fast alles im Spiel völlig anders zusammenhängt als man denkt. ;-) Des Weiteren bekommt der Spieler das Thema Ratatosk sehr schnell zu Gesicht. Denn ein großes Geheimnis der kleinen Marta ist das sie diesen Lord aller Monster als leuchtend roten Kern zunächst in ihrer Stirn trägt. Man erfährt zu Beginn eigentlich nur das alle möglichen Schurken hinter diesem Kern her sind und nicht nur deshalb Marta und Emil zueinander finden sollten. Ist dieser storytechnisch erst mal sehr verwirrende Vorspann vorbei, findet man sich als Spieler in Person des guten Emil in seinem Heimatdorf Luin wieder. Hier macht der Spieler zunächst Bekanntschaft mit einigen spielerischen Grundlagen und nacheinander auch den beiden Hauptteilen des Gameplays. Auch ein Grund warum sich gerade die ersten Stunden durchaus ein wenig ziehen können. Vor allem Spieler des Vorgängers werden diese oftmals in kleine Tutorials verpackten Anfänge eher nervend finden. Aber glaubt mir, es sind nur die ersten Stunden, die euch so vorkommen werden. Also schauen wir uns das Grundgameplay erneut ein wenig genauer an. Denn es wird viele Spieler geben, die den Vorgänger vielleicht nicht kennen.

Gerade was die eigentlichen spielerischen Eckdaten angeht, gibt es wie schon erwähnt, reichlich Parallelen zum Vorgänger. Warum sollte man da auch etwas ändern. So macht der Spieler anfangs Bekanntschaft mit den beiden wichtigsten Sichtweisen des Spiels. Zunächst die Adventure Sicht, in der Ihr immer einen Charakter sichtbar steuert und alle anderen, sofern das Team vergrößert wird, imaginär mitlaufen. Neu wird hier ja nun sein, das Ihr neben den eigentlichen Charakteren auch Monster mit euch nehmen könnt, die dann zumindest in den Kämpfen eine sehr große Rolle spielen werden. Gesteuert wird das Spiel mit der Remote und dem Nunchuk. Ihr lauft mit dem Stick des Nunchuk durch feste 3D Bereiche und könnt hier mit Charakteren reden und Aktionen auslösen. Dabei ist die Kamera im Spielgeschehen starr und agiert so genau wie im Vorgänger durch feste Arenen, ohne die Sicht beeinflussen zu können. In dieser Adventure Sicht gibt es ebenfalls Unterschiede. Die enthaltenen Orte in denen Ihr im Verlauf des Spiels umherwandert sind verteilt auf einer großen Weltkarte und die einzelnen kleinen Locations wie Städte und ähnliche Orte. Dabei warten im Verlauf 31 dieser Orte auf euch, die Ihr besuchen könnt. Anders als im Vorgänger werden Ortswechsel diesmal automatisch getätigt. Das heißt Ihr lauft nicht mehr selber über die grobe Weltkarte und könnt dabei auf Gegner treffen. Besonders deutlich zu spüren bei Ortswechseln, die über das Wasser führen oder auf einen anderen „Kontinent". Man wählt über die Weltkarte nur den Ort an, drückt die A-Taste und Schwupps, seid Ihr auch schon da. Das man dennoch auf die sehr hohe Spielzeit kommt, zeigt das innerhalb der Orte einiges auf euch wartet. Geblieben ist die Machart beim Thema Städte. Orte für die Story, der Regeneration, zum Aufsuchen diverser Händler und wichtiger Ereignisse. Hier lauern keine Zufallskämpfe, sondern Gegner die zur Story und dem Geschehen gehören. Aber ehe man hier ein bisschen was gesehen hat, vergehen ebenfalls erstmal ein paar Stunden. Denn ebenfalls zu Beginn macht der Spieler Bekanntschaft mit einem weiteren wichtigen Fakt. Emil selber ist zunächst alles andere als ein Kämpfer. Im Gegenteil. Er ist eher Schüchtern, etwas Unbeholfen und in seiner Heimat auch nicht gerade sonderlich beliebt. Denn seine Geschichte über Lloyds Greueltaten nimmt man in der Stadt, wo man Lloyd ein Denkmal gesetzt hat, niemand sonderlich ernst. Überhaupt wird euch Emil gerade im letzten Drittel intensiv beschäftigen. Denn erst dann zeigt sich wer er wirklich ist und welche Bestimmung er innerhalb der Story überhaupt einnimmt. Da kommt man am Anfang nie drauf..... Faszinierend gemacht.

Emil ist hier zu Beginn der Außenseiter und muss sich allerlei Schikanen gefallen lassen. Angetrieben von einer ersten mysteriösen Begegnung in der Stadt und getrieben von mystischen Schreien aus dem angrenzenden Wald sucht Emil irgendwann das Weite. Dabei kommt es zum entscheidenden Kontakt mit Marta und ihrem Begleiter Tenebrea. Denn nicht nur einmal wird sich Emil ab jetzt schützend vor die Heldin Marta stellen, so das der Spieler über das gesamte Spiel über auch eine kleine Romanze verfolgen darf. Humor und Emotionen spielen also auch im aktuellen ToS Titel ein sehr große Rolle und lockern das Geschehen auch oftmals auf. Was eigentlich der Grund für das Zusammentreffen ist, darüber lässt man nicht nur den Spieler erst mal im Unklaren, auch Emil stolpert hier eher unwissend in die Geschichte. Aber auch das wird sich ändern. ;-) Von nun an gehen Emil und Marta spielerisch gemeinsame Wege. Einen weiteren Aspekt und auch erste Neuheiten im Gameplay, lernt der Spieler kurz nach der Begegnung kennen. Denn der zweite große Gameplayteil lässt dann logischerweise nicht lange auf sich warten - das Kämpfen. Da nun auf der Weltkarte keine Zufallskämpfe mehr vonstatten gehen, erscheinen Gegner innerhalb der vielen Locations nur noch als sichtbare Gegner, oder nach einem Treffen mit Charakteren am Ende einer dieser Gesprächssequenzen. Man sieht also ein Monster umher wuseln, läuft darauf zu und berührt es um den Kampf zu starten. Hier seht Ihr das Geschehen wieder von der Seite und müsst im Gegensatz zu den Rundenbasierten Spielen in Echtzeit selber kämpfen. Dabei steuert Ihr einen der Helden eurer Gruppe, während alle anderen selbsttätig agieren. Und schon tritt das nächste Feature an's Tageslicht. Wie schon angesprochen agiert im Spiel nicht nur ein Charakter. Maximal können an eurer Gruppe 10 Charaktere teilnehmen. Selbst wenn 10 Charaktere unterwegs sind, steuert Ihr beim Adventure Modus nur einen Anführer, also immer Emil. In den Kämpfen selber ist man nun auf 4 Charaktere beschränkt, die auch Kämpfen. Die anderen bleiben sozusagen auf Reserve. Habt Ihr nur 2 oder 3 Charaktere, dann logischerweise auch nur diese. Auch so ein Thema, das durch die Story geprägt ist. Denn wie schon erwähnt spielen eigentlich alle Charaktere des ersten Teils im Spiel eine Rolle und sind zweitweise auch mehr oder weniger aktiv in eurer Gruppe. Aber und jetzt kommt eine der größten Neuerungen, spielen nun Monster eine sehr große Rolle, das vor allem Spielern entgegen kommt, die gerne ein festes Team von Anfang bis Ende entwickeln wollen.

Unterstützt wird das hier auch durch die Tatsache, das alle „Gastcharaktere" nicht entwickelt werden können. Ihr könnt sie zwar mit in die Kämpfe nehmen, dort aber mit einem festen Level, ohne das man sie Aufleven oder Ausrüsten kann. Das mindert logischerweise den Bezug zu ihnen. Aber es gibt ja glücklicherweise jetzt die Monster. Das man dennoch ein festes 4er Team fast das gesamte Spiel über beisammen hat, liegt am angesprochenen Monster Feature. Was Emil zu Beginn nämlich nicht weiß, aber schnell mitbekommt, ist seine Fähigkeit mit den Monstern der Spielwelt einen Pakt einzugehen. Was kompliziert klingt, ist nichts anderes als die Möglichkeit Monster gefügig zu machen und sie für und mit sich Kämpfen zu lassen. Knapp 200 Monster warten im Spiel, die man theoretisch ins Team holen kann. Der Clou an der Sache sind eine ganze Reihe von Features, um genau diese Monster auch regelrecht zu Personalisieren. Sprich man kann diese Leveln und Entwickeln, Ausrüsten und über Evolutionsstufen ähnlich dem Pokemon Prinzip in völlig verschiedene und natürlich mächtige Monster Varianten entwickeln. So ist es auch nicht verwunderlich, das man fast die gesamte Spielzeit über mit Marta, Emil und 2 festen Monstern agiert. Dadurch ist natürlich der Bezug zu den Charakteren immens groß. Dadurch ändern sich auch viele Kampffeatures im Spiel, da gerade im Zusammenspiel mehr möglich sein sollte. Speziell dafür gibt es nun im Spiel auch einen neuen Teilbereich, die sogenannte Katz Gilde. Diese trifft man in jeder größeren Stadt und ist angelegt wie ein Shop. Einmal besucht kann man hier seine Monster Organisieren, Tauschen oder z.b. auch Entwickeln lassen. Dazu bedarf es der Kochkunst, die auch hier nun Einzug gehalten hat im Spiel. Über Rezepte und Unmengen an Zutaten kann man eigene Gerichte kochen, die man den Monstern immer wieder verabreichen kann. Dadurch kann man deren RPG Stats erhöhen, den „Gehorsam" gegenüber dem Spieler und sie eben von einer Evolution zur nächsten schicken. Und das ist ein ähnlich faszinierendes Feature wie in den Pokemon Spielen. Spätestens wenn Ihr nach Level 70 aus einem anfänglich niedlichen Drachen, einen Flügelschlagenden Dämon an eurer Seite habt,……, ui ui ui, da bleibt kein Auge trocken. ;-) Zusätzlich kann man in der Katz-Gilde auch Alternativ Aufträge annehmen und somit EP bringende Side Quests spielen, die sehr viel bringen und vor allem Items in rauen Mengen in euer Inventory spülen. In diesem Bereich hat man ebenfalls aufgerüstet und allein die neuen Möglichkeiten viel mehr Ausrüstungen bauen zu lassen, spielen hier mit rein. Aber ich mache schon wieder Schritt 5 vor dem Schritt 2. Also erst mal zügeln und ich will euch weiter noch die Grundlagen näher erläutern.

Sobald man nun das Thema Monster das erste mal erlebt hat, zeigt sich auch der eigentliche Spielverlauf und viele Parallelen zum Vorgänger werden sichtbar. Immer wieder erwarten euch so an wichtigen Orten diverse InGame Sequenzen. Ist so eine Sequenz im Gang, erfahrt Ihr meist Infos zur Story und was als nächstes zu tun ist. Was auch heißt das Spiel hat schon einen roten Storyfaden an den sich der Spieler halten muss. Blind in der Gegend herumlaufen ist selten angesagt. Das grobe Ziel ist eigentlich immer klar. Nur wie der Spieler das ganze angeht und was an diesen Zielen zu tun ist, muss man dann schon selber entdecken. Also macht Ihr euch auf den Weg zur aktuellen Ziellocation und erlebt dann auch hier und da das Rätselgameplay in den Dungeons, das man schon vom Vorgänger her kannte. Wie es sich für ein Rollenspiel gehört gilt es nun dort bestimmte Aufgaben zu erledigen. Entweder etwas Finden, Charaktere aufspüren oder natürlich gegen normale und Boss Gegner antreten. Eines der übergeordneten Ziele, ohne jetzt zuviel verraten zu wollen, ist das Finden weiterer Centurio Kerne. Tenebrea ist hier nur einer von vielen. Nur wer diese findet kann am Ende auch Lord Ratatosk erwecken. Neben diesen Zielen warten nun in den jeweiligen Locations reichlich Gegner, die übrigens immer wieder Neu generiert werden. Feindfrei bekommt man in Dawn of the New World nichts. ;-) Besiegt Ihr die Gegner gibt es Erfahrungspunkte für alle Gruppenmitglieder, also auch die in "Reserve" und dazu Geld. Außer halt die Gastdödel aus Teil 1. Anders als im ersten Teil verdient man nach Kämpfen neben EP und Geld, diesmal viel mehr Items und Materialien, die man später für neue Ausrüstung braucht. Dazu später noch etwas mehr. Erst mal schauen wir noch ein wenig unter die Haube. Das beginnt schon bei der Organisation der Gruppe. Fast schon vergleichbar mit einem Ogre Battle oder FFTA steht euch ein mächtiges Pausenmenu zur Verfügung. Hier erhaltet Ihr zunächst einen Überblick über alle Mitglieder der Gruppe, die aktuelle Spielzeit und dem Geld das euch zur Verfügung steht. Hier könnt Ihr Charaktere und Monster austauschen, die vielleicht beim Kämpfen besser geeignet sind und euch vor allem um jeden einzelnen kümmern. Plant hier viel Zeit ein, die man sich immer wieder typisch für Rollenspiele nehmen muss. Jeder Charakter beginnt das Spiel RPG Like mit einem Level 1. Dieses Level beeinflusst viele Faktoren. Angefangen bei der eigenen Lebensleiste und der Magieleiste. 2 Dinge die auch hier sehr wichtig sind. Dazu hat jeder Charakter natürlich reichlich Einstellungen in Sachen Angriff, Verteidigung, Beweglichkeit und anderen Dingen. Hier geht ToS also wieder sehr tief in das Genre. Definiert das Level die Grundstats, kann man diese nun durch verschiedene Aspekte aufpowern. Angefangen bei der Ausrüstung wo Ihr für jeden Charakter 6 Plätze zur Verfügung habt. 4 Plätze für Waffen und Rüstungen, sowie 2 für Ringe, Amulette oder Umhänge. Sehr schön das beim Ausrüsten jede Änderung sofort sichtbar ist wie sie sich auswirkt. Umfangreicher als im Vorgänger ist aber diesmal die Waffen und Ausrüstungsvielfalt. Es gibt mehr davon, erhält diese aber nicht über die Shops und auch keine Kisten innerhalb der Dungeons.

Neu, oder besser gesagt eine Verbesserung im zweiten Teil ist ein Rubrik im Shop, die sich „Synthetisieren" nennt. Theoretisch sind dadurch Unmengen an Produkten möglich. So kann man z.b. eine lange Zeit nur mit einem simplen Schwert umher laufen. Mit der Zeit findet man diverse Materialien und ist plötzlich überrascht, wenn in dieser Shop Rubrik, plötzlich eine Schwert Evolution verfügbar ist. Deswegen hat man dieses aber noch lange nicht. Einmal muss es bezahlt werden und zweitens müssen mehrere verschiedene Materialien verfügbar sein, die man zusätzlich auch noch in verschiedenen Mengen braucht. Erst wenn man alles beisammen hat, kann man diese „Zutaten" mischen und erhält etwas Neues. Egal ob Waffe, Rüstung oder z.b. Umhänge. Allein das reicht schon um lange zu Motivieren. Und gerade eben deshalb, weil man nicht von Anfang an sieht was möglich wäre. Erst wenn man ein besseres Schwert selber kauft oder findet und dann noch mal in diese Rubrik geht, erscheint plötzlich ein weiteres Upgrade. Hier bleibt Spannung bis zum Schluss des Spiels. Zwar entwickeln sich getragene Waffen und Ausrüstungen natürlich auch mit, aber mit der Variante unterhält man den Spieler nicht minder intensiv. Anders umgesetzt ist nun das Thema Kampfboni und Attacken Vielfalt. Gab es im ersten Teil die EX Kristalle, gibt es nun die Arte Attacken und speziellen Fähigkeiten. Auch hier greift wieder das Pokemon Prinzip, was durchaus die bessere Lösung ist. Mit jedem Level erhöht sich bei den Charakteren und Monstern ein Punkte Pool für die Specials. Ebenfalls bei bestimmten Level Ups werden nun diese Attacken Freigeschaltet. Hier gibt es nun die Arte Attacken, welche die Charaktere und Monster nicht mehr Verlernen und die im Kampf über die Magiepunkte abgedeckt werden. Die Fähigkeiten muss man selber zuweisen und sind nur begrenzt über den angesprochenen Punkte Pool. Hat Emil z.b. einfach gesagt 5 Punkte dafür zur Verfügung und eine Fähigkeit benötigt aber 6 davon, kann man sie nicht aktivieren für den Kampf. Diese Boni reichen von Angriffs Verstärkern, über das Erhöhen der Schlaganzahl innerhalb einer Combo, bis zu Resistenzen gegenüber bestimmten Element Attacken. Und wieder, das nenne ich doch mal Tiefgang. Bei den Monstern ist das ganze sogar noch ein Ecke interessanter. Denn erlernen diese 30 Level lang einige dieser Specials und man kann das Monster über die Evolution in ein Neues entwickeln, beginnt man zwar wieder auf Level 1, behält aber alle gelernten Attacken und Specials. Auch wichtig das Thema Heilen. Man kann die HP Leiste zwar wie gewohnt über Items auffrischen, im Kampf ist es aber eher besser man entwickelt ein Mitglied der Truppe in Richtung „Krankenschwester", wo während des Kampfes automatisch agiert wird. Auch dies ist sehr gut abgedeckt und man kann die CPU gesteuerten Mitglieder in Sachen Taktik und Aktionen beeinflussen. Sprich wie sie im Kampf Agieren sollen.

Wie gesagt vieles was schon im ersten Teil vorhanden war, aber hier durchaus erweitert und verbessert wurde. Mit der Zeit besser ausgerüstet, sind die Kämpfe immer mächtiger und Ihr als Spieler werdet logischerweise dadurch besser. Wobei die Steuerung immer gleich ist. Per Stick läuft man in der Kampfarena herum, die größer ist als eine Screenbreite. Dabei dient die A-Taste für den normalen Angriff mit der Hauptwaffe, während B einen der Arte Angriffe abdeckt. Alle Facetten erlebt man mit der Zeit über das Zusammenspiel Stick plus Action Taste, wo halt die verschiedenen Richtungen auch unterschiedliche Attacken hervorzaubern. Je besser der Charakter, ist um so mehr Hits kann er landen und Combos anbringen, was dann oft auch in extremen Tastenhämmern mündet. ;-) Treffer an euch oder beim Gegner werden in Zahlenform angezeigt, wobei in Sachen HP Stärken alle Kaliber wieder enthalten sind. Einfache Gegner kommen mit ein paar Hundert daher, während Boss Gegner bis 100.000 und mehr HP besitzen. Hämmert Ihr auf die A-Taste und drückt dabei die Stickrichtungen könnt Ihr mehrmals schlagen und je nach Rang und Wertigkeit entsprechend oft. Z dient dem Block während die C-Taste auch noch Gruppen Attacken zulässt. Dabei schwenkt der Bildschirm nun in einen Extra Bildschirm und man kann verfolgen was diese Attacke wert ist. Das die Kämpfe selber teilweise äußerst hektisch ablaufen liegt daran das natürlich im Screen alle 4 Charaktere agieren und man sich selber im Rausch der Effekte, Farben und Attacken manchmal aus dem Auge verliert. Habt ihr dann noch 2 wirklich große Monster dabei, Stichwort Drachen oder Dämonen, wird’s fetzig auf dem Screen. Dennoch immer noch eine der dynamischsten Umsetzungen, die nicht Unfair wird. Auch weil man Attacken kombinieren und im Kampf gegen mehrere Gegner ein festes Ziel den anderen zuweisen kann, um wen sich diese zuerst kümmern sollen. Viele Kleinigkeiten, die sich Harmonisch in das Gesamtbild einfügen. Die Motivationskurve beim Spieler steigt in diesem Spiel stetig an und fällt auch bis zum Ende nicht ab. Einzig die immer knackiger werdenden Gegner sorgen dann ab und zu mal für storytechnischen Stillstand, wenn man nicht an ihnen vorbei kommt. Aber dafür kann man ja zum einen Gegner ohne Ende finden oder in der Katz Gilde nach Aufträgen suchen, um die Helden samt Begleiter zu leveln. Man ist hier nach einigen Stunden stark gefangen vom Spiel. Allein schon die Geschichte selber und ihre immer neuen Wendungen, Bekanntschaften unterhalten den Spieler. Dazu aber eben auch der rein spielerische Inhalt, der euch zwar recht linear, aber unterhaltsam von einer Location zur nächsten führt. Kämpfen ohne Ende, die durch ihre Dynamik aber nicht langweilig werden und man hier eher einen Kampf mehr macht, um EP abzugreifen. Denn selbst wenn die mitgenommenen Monster knapp das Level 90 erreicht haben, ist das Ende des Spiels vieles, aber kein Selbstläufer. Die Mischung aus bekannten Orten und Charakteren, sowie eben den vielen Neuigkeiten machen die Sache richtig rund. Und allein das Ende samt dem Lüften einiger Geheimnisse und Zusammenhänge ist jeden Cent wert. Ein echter Core Must Have für die Wii!

Grafik & Sound....

Grafisch könnte man eigentlich noch am meisten Maulen. Wenn man wollte. ;-) Denn der Stil und auch die Qualität ist nicht groß anders wie im Vorgänger aus dem Jahr 2004. Gerade was die Adventure Locations angeht, wirken gerade bekannte Orte, die man schon aus dem Vorgänger kannte unverändert. Wieder greift zunächst der gelungene Stil, der farbenfroh daherkommt, aber eben auch die eine oder andere detailarme Textur mitbringt. Dafür ist die Mischung aus normaler Spielgrafik und dem Cel-Shading Stil immer noch etwas seltenes. Wobei die Grafik als Gesamtes etwas weniger Cel-Shading bietet als der Vorgänger. Die Stärke der Grafik ist auch auf der Wii aber alles rund um das Thema Effekte. Egal ob das nun die Mimik der Helden ist, die Kampfeffekte bei magischen Attacken und die Liebe zum Detail was die Gegnergestaltungen angeht. Zumal ja nun die Monster auch eine viel größere Rolle spielen und man selber über diese verfügt. Von daher passt das ganze schon. Punkten kann die Abwechslung der Ortschaften, die wieder breit gefächert von Wald & Wiesenlandschaften reicht, über Höhlen aller möglichen Varianten, bis hin zu den Tempeln, die wieder die Klassen in einem Rollenspiel abdecken. Technisch gibt es dabei wenig zu Maulen, egal ob das die Adventure Momente angeht und vor allem alles rund um die Kämpfe. Also Kritik will ich daher nur begrenzt anbringen. Die Wii ist nun mal kein Quantensprung gegenüber dem Vorgänger. Von daher bekommt ihr also auch hier gelungenes geboten.

Beim Sound dagegen gefällt der Titel wieder durchgängig. Zwar wäre Surround Sound hier schon was feines, darf sich aber dennoch über viele orchestrale Stücke freuen. Je nach Spielsituation gestaltet, bekommt man die unterschiedlichsten Stile von Fröhlich, Mystisch bis Aufreibend zu hören. Stimmungen die man damit beim Spieler erzielt und eine Atmosphäre erzeugen die zum geheimnisvollen Vorankommen und dem Entdecken der Story ungemein passen. Dazu die nun schon oft erwähnte exzellente Sprachausgabe und diversen Kampfgeräusche innerhalb der Battles.

Multiplayer....

Der Multiplayer ist wie schon erwähnt der gleiche wie im Vorgänger und kann daher wieder recht schnell abgehandelt werden. Eigentlich etwas das man auch hätte weglassen können. Irgendwie überwiegt der Single Player hier zu sehr. Zwar können bis zu 4 Leute gleichzeitig spielen, allerdings nur innerhalb der Kämpfe. Dort kommt das ganze aufgrund der Übersichtlichkeit aber nicht so rüber, als wenn man allein weiß, dass die anderen 3 CPU Mitstreiter ihr Ding schon machen. Schwäche würde ich es dann nicht nennen, aber in meinen Augen eigentlich überflüssig. Dazu ist das ganze Spiel und das Drumherum eigentlich nur für einen Spieler ausgelegt.

Fazit....

Tales of Symphonia: Dawn of the New Wold ist das, was man einen idealen Nachfolger nennen kann. Er schafft es auf eindrucksvolle Weise bekanntes und gelungenes Gameplay des ersten Teils in den Nachfolger mitzubringen, um gleichzeitig viel Neues zu bieten, das auch durchgängig gefällt. Allein die Einbindung der Monster in das direkte Geschehen gehört ganz klar dazu. Mehr Möglichkeiten beim Kampf und der Ausrüstung durch das sogenannte „Synthetisieren" halten die Ausrüstungsmotivation bis zum Ende hoch. Dazu eine erneut fast schon epische Story, welche die Geschichte des ersten Teils sehr gut weiter erzählt. Viele Wendungen und allein die Frage, wer und was eigentlich wirklich das Böse verkörpern, hält euch bis zum Schluss in Atem. Auch wenn es auf der Wii mehr Konkurrenz in diesem Gene gibt, als seinerzeit auf dem GCN. Rollenspielfans sollten sich diese Perle nicht entgehen lassen. Ein wirklicher Core Titel auf der Wii, der in meinen Augen das hält was er verspricht. Egal ob Anspruch, Gameplay und vor allem der Spielzeit.

 

+ Immense Spielzeit
+ Eine der gelungenesten Storys
+ Motivation bis zum Ende hoch
+ Monster als eigene Charas
+ Ausrüstungsfeature
+ Monster Entwicklung möglich
+ Genre Mischung gelungen
+ Emotionales Spielvergnügen
+ Komplett Deutsch
- Multiplayer eher Beiwerk
- Continue System nur im Colloseum

GRAFIK: 83%

SOUND/EFFEKTE: 84%

MULTIPLAYER: 70%

GESAMTWERTUNG: 87%

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