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Wii Teenage Mutant Ninja Turtles
 
 
Teenage Mutant Ninja Turtles - Wii
Kilian Pfeiffer (18.05.2007)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Mirage
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 2 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-4
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.55 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Michelangelo, Donatello, Raphael und Leonardo - die Teenage Mutant Ninja Turtles sind aktueller denn je. Gerade eben mit ihrem aktuellen Film in den deutschen Kinos gestartet, zeigen die Panzerträger den Kinogängern ihr ganzes Können. Der große Boom der mutierten Schildkröten lässt sich zwar vor allem in den 90er Jahren verorten, dennoch besitzen sie das Potenzial auch heutzutage noch für Furore zu sorgen. Einfaches Gameplay, lineare Levels und hübsche Grafik sorgen für ein freudiges - wenn auch auf wenige Stunden begrenztes - Spielerlebnis. Die Wii-Version (eine von vier Umsetzungen für Nintendo-Konsolen) zeigt während des Testlaufs, dass sie sich qualitativ sehr gut schlägt und in jeder Hinsicht spielenswert ist. Anleihen aus der "Prince of Persia"-Serie (ebenfalls von Ubisoft!) sind nicht zu leugnen, vermitteln aber spaßige Hüpf- und Schwingeinlagen an architektonisch kaum vorstellbaren Bauten.

Menus und die Story....

Die Wii von Nintendo ist derzeit in den Bestsellerlisten der Elektronikbranche ganz weit oben, Verkaufsrekorde und leere Händlerregale offenbaren den Run auf die Konsole, selbst einige Monate nach Release. Da die Entwickler immer häufiger auf den Innovationszug mit aufspringen und von den Fähigkeiten der Wii Gebrauch machen, können wir uns auf einige tolle Spielinnovationen in der nächsten Zeit freuen. Auch "TMNT - Teenage Mutant Ninja Turtles" macht von Nunchuk und Wii-Fernbedienung regen Gebrauch, zusätzliche, exklusive Minispiele erweitern die Abwechslung im Spiel und laden immer wieder auf ein kurzes Zwischenpläuschchen ein.

Im Hauptmenü ("Spielen", "Extras", "Statistiken", Optionen, "Mitwirkende") des Titels gibt es einiges zu tun, da von hier nicht nur das eigentliche Hauptspiel gestartet werden, sondern ebenso ein Blick in die Spielstatistiken geworfen werden darf. Weiterhin erwartet Euch im "Extras"-Menü eine ganze Latte an witzigen und interessanten Bonus-Facts. So dürft Ihr Euch im Gesamten 24 Extras frei schalten lassen - Münzen vorausgesetzt. Diese sammelt man jedoch reichlich im eigentlichen Spiel, demnach sind Ausflüge in den "Extras"-Abschnitt als Belohnung zu sehen, wobei Eure Münzen zum Aktivieren der Goodies (Konzeptzeichnungen, Kinofilmschnipsel, etc.) dienen. Als Zugaben integrierten die Entwickler Spielinhalte in Form von Turtles-Riesenköpfen oder Küchenutensil-Extrawaffen, die Ihr nach Lust und Laune aktivieren könnt. Folglich ist im Spiel eine ganze Menge an Zusätzen geboten, die mit einem einzigen Durchgang unmöglich alle zugänglich werden. Was jedoch am meisten fesselt, sind die fortschrittsabhängigen Herausforderungen und Minispiele, die nach und nach verfügbar sind. Dazu mehr im Laufe des Textes…

Wie bereits in den Handheld-Teilen ist die Story rund um die pizzaliebenden Panzerträger alles andere als originell - jedoch erwartet man sich bei derartigen actiongeladenen Spielprinzipien keine tiefgründigen Hintergrundgeschichten, vielmehr leicht bekömmliche Kost in Form einer "Gut vs. Böse"-Geschichte. Die vier Brüder unter Meister Splinter, einer weisen Ratte, kämpfen selbstverständlich auf Seiten der Guten, müssen sich jedoch nach langer Trennung erst wieder zusammenfügen, um als Familie agieren zu können. Gar nicht so einfach, wie man denkt. Dennoch warten die Fieslinge auf ihre bevorstehende Welteroberung. Michelangelo, Raphael, Donatello sowie Leonardo sind bereit - für Ninja-Action der ganz besonderen Art!

Das Gameplay....

In der Redaktion ist ganz klar das Turtles-Fieber ausgebrochen, nachdem die Rezensionsexemplare bei uns eingetroffen waren. Insbesondere die guten alten Multiplayer-Kooperativ-Gefechte waren in vergangenen Jahren - vor allem auf dem Super Nintendo Entertainment System - zum Kult avanciert. An dieser Stelle sei gesagt, dass man bei "Ubisoft" auf einen Mehrspieler-Modus verzichtete. Die Gründe hierfür sind leider nicht bekannt und wohl kaum nachvollziehbar, da der Vielspieler-Part immer das i-Tüpfelchen bei den Schildkröten darstellte. Sei's drum, das Leben geht weiter und immerhin ist der Rest des Spiels sehr anständig geworden.

Wie bereits erwähnt sind Nunchuk und Wii-Fernbedienung stete Begleiter auf dem Weg zum Endfight des 16 Levels umfassenden Titels. Neben diesen existieren 16 weitere Herausforderungen, die man als praktische Anwendung der erlernten Fähigkeiten in einem "Tron"-ähnlichen Raum, ansehen könnte. Blau gehüllte, virtuelle Computerhintergründe dienen als Schauplatz der meist knapp 30 Sekunden andauernden Abschnitte. Deutlich spannender und teils extrem witzig stellen sich die exklusiven Wii-Minispiele dar. Hier könnt Ihr in verschiedenen Locations den angreifenden Foot-Clan mit Nunchuk-gesteuerten Wurfsternen ausschalten oder an Hauswänden entlang nach unten rutschen, um im richtigen Moment Hindernissen auszuweichen. Ebenso sprintet Ihr auf Hausdächern entlang, Gas gebt Ihr mit den Steuerungseinheiten, indem Ihr sie möglichst schnell auf und ab schwingt. Der Helikopter-Flug ist ebenso witzig - aber seht selbst! Diese Einlagen gestalten sich durchweg als sinnvoll und unterhaltsam und lockern das actionreiche Prügelgeschehen angenehm auf.

Trotz der Linearität des Titels überzeugt das klassische Prügelprinzip der Ninja Turtles. Eine Mission dauert meist rund eine Viertel Stunde, in der Ihr schnellen Schrittes die Areale durchquert. Dank offensichtlicher Weiterführungen ist stets klar, an welchen Stellen Ihr abbiegen müsst, wo Euer Kröterich an einer Häuserwand emporsteigt oder Fenstersimse als Turngeräte missbraucht werden. Im Endeffekt sind die einzelnen Umgebungen in ihrer Ausgestaltung ungemein groß ausgefallen, trotz ihrer Schlauchartigkeit. Abzweigungen und kleinere Schleichwege findet man nirgends, nur selten könnt Ihr alternative Fähigkeiten zum Vorwärtskommen anwenden: "Prince of Persia"-like lauft Ihr an einer Hauswand entlang, um den Abgrund unter Euch überqueren zu können, alternativ dürft Ihr mitsamt eines Bruders in einer waghalsigen Aktion einen kraftvollen Bruder-Wurf ausführen. So überbrückt Ihr große Abgründe und kommt heil auf der anderen Seite an. Abwechslungsreich gestalteten die Spieldesigner die Levels - architektonisch wahnwitzig, aber immer interessant für den Spieler! So lauft Ihr über feuerspeiende Bodenplatten, trickst bewegende Laserstrahlen akrobatisch-kühn aus oder schwingt Euch von Fahnenstange zu Fahnenstange. Herabstürzende Brücken wollen von Euch überquert, herunterklappende Markisen flink übersprungen werden. Elektrofallen elektrifizieren das Alter-Ego und saugen so wertvolle Lebenskraft, immerhin sind die vier Brüder akrobatisch gewandt und dank ihrer Waffen mit sinnvollen Fähigkeiten gesegnet. Mit Michelangelos Waffe, den Nunchuks (nicht zu verwechseln mit der Wii-Fernbedienung ;-) !), seid Ihr wie ein Helikopter unterwegs, Raphael hingegen darf an eigens dafür gekennzeichneten Stellen mit seinem Sai Wände empor klettern.

Jeder Charakter besitzt dank seiner verwendeten Waffe spezielle Kampfattribute, die erst im Einsatz offenbar werden. Ein Bo-Stab hat nun einmal eine größere Reichweite als ein Sai, dagegen sind die Nunchuks in ihrer Angriffsschnelligkeit ungeschlagen. Zahlreiche, meist überaus dumm agierende Gegner aus dem "Purple Dragons"-Clan sowie einer Hightech-Junkie-Gruppe dienen mehr als Kanonenfutter, denn als gleichwertige Gegner. Bei den Turtles zählte schon seit Anbeginn der Videospiel-Ära das Motto "Masse statt (KI-)Klasse". So kommt es immer wieder zu kämpferischen Auseinandersetzungen, denen Ihr nicht entgehen könnt, da es im eigentlichen Levelverlauf erst dann weitergeht, sobald alle Feinde des Areals vom Bildschirm verschwunden sind. Auf Probleme in Form eines zu hohen Schwierigkeitsgrads werdet Ihr nicht stoßen, selbst die Hauptgegner des Spiels können mit schnellem Button-Smashing, beziehungsweise dem Hin- und Herschwingen der Steuerungseinheiten erledigt werden. Trotz der Anstrengung für die Arme macht die Wii-Bedienung einen Heidenspaß, da normale Angriffe mit der Wii-Fernbedienung, spezielle Fußtritte hingegen mit dem Nunchuk ausgeführt werden.

In einigen Abschnitten des Spieles - inbesondere am Anfang des Spieles - seid Ihr alleine unterwegs, erst später gesellen sich Eure Familienmitglieder an Eure Seite. Jederzeit dürft Ihr dann die Charaktere wechseln. Besiegte Widersacher zollen Euch in einer Stern-Anzeige ihren Tribut, in dem sie - sobald sie gefüllt ist - mächtige Power-Angriffe ermöglicht. Sobald der Bildschirm verschwimmt, ist Zeit für Ninja-Action. Jeder Gegner kann während des kurzen Zeitraumes mit einem einzigen Schlag besiegt werden, mühsamen Massenkeilereien entgeht Ihr so sehr einfach. Ebenso ist es denkbar in Kooperation mit einem Turtle-Bruder effektive Angriffe auf das Parkett zu legen, wobei diese nicht immer aktivierbar sind, sondern erst, wenn das Antlitz des gerufenen Bruders wieder Farbe angenommen hat. Super-Familienangriffe offenbaren die gesamte Power, die eine Familienbande mit sich bringt. Die Schildkröten schmeißen sich gegenseitig in die Luft, um gewaltige Angriffswellen zu erzeugen, schwingen sich gegenseitig - Hand in Hand - auf die doof glotzenden Foot-Ninjas zu oder erzeugen schmerzende Elektroschocks. Am Ende eines Levels addiert eine Übersicht alle erreichten Ziele im Level: Habt Ihr die Brüder oft zu Euch gerufen? Umso besser! Seid Ihr äußerst zügig am Ende des Levels angekommen? Auch gut! Demnach werdet Ihr eingestuft und erhaltet nützliche Münzen, die wiederum für den "Extras"-Bereich genutzt werden dürfen.

Grafik & Sound....

"TMNT - Teenage Mutant Ninja Turtles" für die Wii ist ein grafisch hervorragender und äußerst flüssig animierter Titel, der dank seiner Farbfülle, den kreativ designten Gegenden sowie den hübsch gestalteten Arealen überzeugt. Die Animationen der Turtles wurden grandios in Szene gesetzt, auch grafische Effekte nehmen die Spieler ein. Für die Zwischensequenzen wählten die Entwickler eine Art Comicbuch, das die Geschichte vorantreibt und von Sprachausgabe unterlegt ist. Ab und an werdet Ihr auch auf animierte, sehr gelungene Sequenzen treffen, die es verdient haben, angesehen zu werden.

Im Soundbereich kann dem Titel nicht viel abgesprochen werden, toll fanden wir die Verwendung des Wii-internen Soundausgangs. Schläge und dergleichen ertönen in frischer Art und Weise aus dem Minilautsprecher, auch der Rest der qualitativ hochwertigen Nebeneffekte überzeugt. Klassische Turtles-Musik (erinnert an die alte TV-Zeichentrickserie) - jedoch nicht der Originalsound - lassen Freude aufkommen. Besonderes Lob verdient die professionell eingesprochene deutsche Sprache, die Euch im gesamten Lauf des Spieles begleiten wird. Selbst während der Levels haben sich die Turtles witzige Kommentare zuzuwerfen, kleinere Tipps erleichtern Euch das Vorankommen. Ein Lob an die Sprecher!

Fazit....

Das Wii-Debüt der Power-Schildkröten ist gelungen, jedoch vom Umfang her zu kurz geraten. Das gestaltet sich auch als das größte Kriterium des Spieles. Vielleicht hätte man die Steuerungseinheiten im Kampf anders einsetzen können, dies ist aber weiter nicht schlimm und darf vernachlässigt werden. Klassische Prügelaction mit auffällig vielen "Prince of Persia"-Anleihen machen das Kröten-Abenteuer zu einem Muss für Fans. Eingängige Action, gepaart mit vielen Goodies sowie einer überzeugenden Steuerbarkeit ist ein Grund zum Kauf. Wären da nur nicht der geringe Umfang und die stupiden Gegner. Dennoch einen Blick wert!

 

+ Turtle sind Kult!
+ weitläufige Levels
+ abwechslungsreich/viele Extras
+ Wii-exklusive Minispiele
+ 16 Herausforderungen
+ technisch top
+ Remote Soundausgabe
- kein Mehrspieler-Modus
- schlapper Umfang
- beschränkte Gegnerschaft
- Linearität

GRAFIK: 81%

SOUND/EFFEKTE: 73%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 72%

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