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Wii Tony Hawk: Ride
 
 
Tony Hawk: Ride - Wii
Matthias Engert (25.07.2010)

SYSTEM: Wii-PAL
PUBLISHER: Activision Blizzard
GENRE: Skateboard
SPIELER: 1(8) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 4-10
NUNCHUK: Nein (Skateboard)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK 0
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.65 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Ja
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Ja

   
Einleitung....

Trick Action war eigentlich Jahrelang fest in einer Hand. Tony Hawk wohin man blickte und es gab eigentlich kaum einen ernsthaften Konkurrenten in der Spiele Landschaft, der auch auf längere Sicht bestehen konnte. Natürlich eben bedingt dadurch, dass man wie andere Firmen, jährlich einen neuen Titel auf den Markt brachte. Auch wenn nicht jede Ausgabe ein Highlight darstellte, an Tony Hawk gab es keinen Weg vorbei. Das hat sich seit Wii Zeiten geändert. Nicht nur weil die Quantität der Serie eine ganz andere war, sondern vor allem weil das Steuerkonzept und vor allem Hardware Erweiterungen wie das Balance Board, die Zahl der Konkurrenztitel sprunghaft ansteigen ließ. Darunter sind ja auch viele wirklich gelungene Titel dabei gewesen. Grund genug bei Activision Blizzard aktiv zu werden und die Serie wieder in den Fokus der Gamer zu holen. Und zwar mit etwas, dass auf der Wii durchaus ein gängiger Weg ist. Man bringt ein Spiel mit einem neuen Hardwarezusatz. Activision Blizzard ist neben Nintendo hier eh Vorreiter auf der Wii. Spätestens seit Guitar Hero oder DJ Hero muss man reichlich Stauraum bei sich Zuhause einplanen. Mit Tony Hawk: Ride schreibt man in dieser Hinsicht nun eine neue Episode und der Titel erschien als Paket mit einem reinrassigen Skateboard Controller, der auch die Ausmaße der realen Vorbilder inne hat. Was schon im Laden imposant rüber kommt, verfehlt zunächst auch Zuhause nicht seinen Effekt. Denn im Gegensatz zum Balance Board, geht es hier noch um einiges Bewegungsintensiver zu. Gespannt durfte man sein, wie man das Thema spielerisch umgesetzt und eingebunden hat. Diese Fragen beantworten wir euch hoffentlich im Test zum Spiel.

Menus und die Story....

In Sachen Entwickler durften ja nun schon mehrere Firmen zeigen, dass sie für die Nintendo Hardware ihre Hausaufgaben gemacht haben. Mit Tony Hawk: Ride lernen wir hier ein neues Gesicht kennen. Buzz Monkey Software zeigt sich für die Board Umsetzung verantwortlich und ist noch ein relativ unbeschriebenes Blatt auf der Wii. Dennoch zeigen sie zunächst, dass sie die Hardware auszunutzen wissen. Spielbar ist der Titel in allen Bildmodi, was sich später auch auf der technischen und visuellen Seite bemerkbar macht. Ebenso positiv das man den Titel in Sachen Sound mit einer Surround Variante versehen hat. Kommen die Texte im Spiel komplett Deutsch daher, hat man es bei der Sprachausgabe mit englischen Kommentaren zu tun. Was auch nichts schlechtes ist, da Tony Hawk höchstpersönlich seine Gedanken zum Besten gibt. Speichertechnisch hält man sich mit 4 Seiten angenehm zurück und bietet im Spiel auch einen Mehrspieler Modus. Allerdings nur als Hot Seat Variante Nacheinander. Dafür dürfen bis zu 8 Spieler daran teilnehmen. Einen waschechten Versus Modus oder gar Online Inhalte findet man dagegen nicht im Spiel. Wie so oft müssen wir uns über eine tiefgehende Story keine Gedanken machen. Die bietet auch Tony Hawk: Ride nicht an. Auch hier dreht es sich einfach gesagt um die typische "Anfänger zum Crack" Geschichte, wo man als Spieler im Verlauf auf diverse Professionals der Szene trifft, Aufgaben meistert und so nach und nach im Spiel voran kommt. Neues Equipment und natürlich Locations warten darauf von euch Freigeschaltet zu werden. Positiv dafür, dass man dazu einen eigenen Recken erstellen kann und nicht wie z.b. in einem Shaun White nur auf vorgegebene Charaktere zurückgreifen konnte.

Ohne einen großartigen Vorspann findet man sich relativ schnell aktiv im Spiel wieder. Alles beginnt mal wieder mit dem Anlegen eines Profils. 4 stehen euch hier zur Auswahl. Danach landet man als Spieler relativ fix auf dem eigentlichen Hauptmenu. Immer wieder untermalt von stimmigen Sounds und kleinen Skater Animationen. Hier habt Ihr nun die einzelnen Menupunkte zur Verfügung. Über allem steht zunächst der Einzelspieler Modus, gefolgt von der Party Variante, die hier den schon angesprochenen Hot Seat Modus für bis zu 8 Spieler ermöglicht. Ganz wichtig in diesem Spiel ist das Training, dass euch den ersten Kontakt mit dem Skateboard Controller ermöglicht. Dazu kommen zu guter Letzt der Editor für den eigenen Skater, die Optionen und die Credits. In den Optionen habt Ihr die wichtige Möglichkeit das Skateboard jederzeit neu zu Kalibirieren. Ansonsten reicht es aus, diesen einmal Anzumelden und muss das nicht jedes Mal aufs Neue tätigen. Weiterhin kommen die Soundeinstellungen dazu, sowie z.b. die mögliche Aktivierung der Untertitel. Gut für jüngere Spieler, die nicht unbedingt die englische Sprachausgabe verstehen. Ebenso findet man in den Optionen das leidige Thema Cheats, wovon man aber in meinen Augen die Finger lassen sollte. Je nach Spielfortschritt könnt Ihr verschiedene Videos freischalten, und hier über die Optionen jederzeit anschauen. Soweit die Vorbereitungen zum Spielgeschehen. Nun wollen wir uns aber endlich auf den Skateboard Controller schwingen und sehen was der Titel spielerisch so drauf hat.

Das Gameplay....

Zunächst sollte man sich dennoch mit dem Editor auseinandersetzen. Denn um im Einzelspieler später loslegen zu können, muss man auch zwingend einen eigenen Helden zur Hand haben. Editor Ausmaße wie in einem Tiger Woods oder den WWE Games, sollte man hier aber nicht erwarten. Man findet zwar ausreichend Möglichkeiten vor, Stunden bringt man im Editor aber nicht zu. Auch die Wahl des Boards ist hier zunächst nicht weiter ausschlaggebend. Man nimmt einfach das was einem gefällt um den Recken zu Personalisieren. Für den ersten Kontakt bietet sich wie schon erwähnt das Training fast schon zwingend an. Schon allein deshalb, weil man den Skateboard Controller ja auch zwingend braucht. Wer denkt er könnte ja einfach alternativ nur mit der Remote loslegen, wie z.b. bei einem Shaun White, liegt hier falsch! Bevor es losgeht sollte das Board kalibriert sein. Dabei habt Ihr auch die Möglichkeit das Board in mehreren Positionen vor dem TV zu platzieren. Überhaupt bringt das Board teilweise andere Fakten mit, als man dies vom Balance Board her gewohnt ist. Der Skateboard Controller ist geformt wie ein Skateboard und weist eben auch hochgezogene Enden auf. Das einzige was fehlt sind wirklich die Trucks und Rollen unter dem Board. Auch sonst wird einiges erstmal ungewohnt sein. Zwar kann man auf der Unterseite kleine selbstklebende Pads anbringen, die das Board nicht rutschen lassen, dennoch wird man sich oft dabei ertappen, die ungewöhnlichsten Bewegungen zu machen. Auch sonst ist baulich einiges anders. So findet man an der Seite alle Tastenfunktionen der Remote wieder und das Board verfügt zudem über 4 Bewegungssensoren. Jeweils 2 mittig an den Seiten und an den Board Enden. Denn bei der eigentlichen Action neigt man das Board ja nicht nur, sondern hebt es auch auf beiden Seiten an. Hat man sich beim Balance Board eher an Barfuss- oder Sockenaction gewöhnt, sollte man hier ruhig Schuhe anziehen um zu Spielen. Gibt einem einfach wesentlich mehr Kontrollgefühl auf dem Board. Freiraum um sich herum sollte man dennoch haben. Viel mehr als beim Balance Board. Denn es gilt den Skateboard Controller nicht nur oft nach Vorn oder Hinten anzuheben, sondern dabei auch noch Richtungen mit dem erhöhten Teil einzuschlagen. Und gerade anfangs ertappt man sich oft genug dabei, das man Absteigt oder nach links und rechts wild rudernde Bewegungen macht, um auf dem Board zu bleiben. ;-)

Zu guter letzt stellt Ihr die persönliche Stellung mit Goofy und Regular ein, also ob Ihr den linken oder rechten Fuß auf den vorderen Teil stellt und wählt einen Schwierigkeitsgrad für das Gameplay. Zu Beginn stehen euch 2 zur Verfügung. Später im Verlauf des Spiels schaltet man dann noch die Hardcore Variante frei. Unterschiede sind zum einen hilfreiche Linien oder Tipps und vor allem das Thema Sturz und Ausrichtung des Skaters. Auch wenn sich zu Beginn die Anfängerstufe sicherlich anbietet, ich persönlich empfehle gleich auf dem mittleren Grad zu Beginnen. Das Training selber bringt euch nun die Grundlagen mit dem Controller bei, ohne euch zu sehr zu Fordern, oder gar unmögliche Moves von euch zu verlangen. Das kommt später schon noch früh genug. ;-) Was auch gut ist, denn schnell kann man seine Balance Board Automatismen über Bord werfen. Tony Hawk: Ride spielt sich schon anders. Geblieben im Vergleich zu früher ist die Sichtweise, die natürlich passend auch hier in der Third Person Sichtweise umgesetzt ist. Ihr seht den Skater wie eigentlich immer in diesem Games. Das Training besteht aus mehreren Stufen, in denen euch von Tony höchstpersönlich alles gezeigt wird und Ihr danach selber in der ersten Location des Spiels loslegen dürft. Er zeigt euch die eigentliche Übungsaktion in anschaulichen Videos und Ihr dürft danach immer eine bestimmte Anzahl oder auch Strecke dazu nachmachen. Schafft man die Vorgaben, geht’s weiter zum nächsten Tutorial. Alles beginnt hier schon mit dem Tempo machen. Automatisch geht hier nichts. Hier greifen schon ein erstes Mal die seitlichen Bewegungssensoren und man selber macht eine Vor-Zurück Bewegung mit dem Fuß neben dem Board und der Skater nimmt Fahrt auf. Will man einfach nur ein wenig Skaten, reicht es dies immer mal wieder zu tun und für die Richtung das eigene Gewicht auf eine der Seiten des Skateboard Controllers zu verlagern. Das ist eigentlich so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit mit dem Balance Board. Denn schon beim Thema Sprung geht man mit dem Skateboard einen anderen Weg. Um zu Springen muss man in einer schnellen Bewegung auf das hintere Ende treten, so das die Vorderseite schnell in die Luft katapultiert wird. Bedingt durch die real geformten Ende etwas, dass auch sehr gut Funktioniert. Im Gegenzug dazu führt man mit der gleichen, aber ungleich langsameren Bewegung einen Manual aus. Sollte später auch immer mal ein Kritikpunkt sein, das man nicht immer sofort die Aktion ausführt, die man machen wollte.

Das Gegenstück, den Nose Manual, erhält man beim langsamen Anheben des hinteren Skateboard Teils, indem man also auf das vordere Ende steigt. Später ist es ja auch möglich z.b. aus der Luft kommend in diese Manuals zu kommen. Dann muss man eben eine Seite bei der Landung schon in die Luft gebracht haben. Timing und Balance Gefühl sind hier so noch mehr nötig, als auf dem Balance Board. Klar das man bei solchen Moves auch eine entsprechende Anzeige im Bildschirm zu sehen bekommt. Aktionen auf Rails sind übrigens hier recht einfach hinzubekommen, da der Skater nach einem Sprung automatisch erstmal ausgerichtet wird und Ihr jetzt nur per eingeblendeter Balance Anzeige agieren braucht. Wesentlich schwieriger ist im Spiel das Beherrschen der Flip und Grab Tricks. Da kann ich aus einen eigenen reichhaltigen Erlebnisschatz berichten und das Spiel kann einen hier durchaus auch zur Weißglut treiben. Denn bedingt durch das völlige Fehlen der Remote aktiv im Spiel, muss ja zwangsläufig alles mit dem Skateboard Controller gemacht werden. Hier zeigt dieser aber die eben angesprochene eine oder andere Schwäche. Denn in der Theorie sind zunächst meist 2-3 Dinge nötig um einen solchen Trick auszuführen. Für einen einfachen Fliptrick nimmt man zunächst Tempo auf. Danach verlagert man sehr schnell sein Gewicht auf die Rückseite um die Nase schnell nach oben zu bekommen und der Skater springt in die Luft. Dort wiederum verlagert man z.B. sein Gewicht komplett auf eine Seite des Boards, was baulich bedingt diesen auch wirklich seitlich einknicken lässt. Denn Eben geformt ist er auch zu den Seiten unten drunter nicht. Wer es dann schwieriger mag, kann in der Luft die Nase oben lassen und z.b. dabei mit der Fußspitze Druck auf die linke vordere Ecke des Boards ausüben. Oder wie wäre es mit abheben und in der Luft das vordere angehoben Board Ende nach links und rechts Bewegen. Gerade zu Beginn tut man sich damit durchaus schwer. Bei den Grab Tricks kommt auch noch die Hocke mit ins Spiel. Denn ist man hier einmal in der Luft geht man in die Hocke und hält z.b. die Hand über einen der seitlichen Bewegungssensoren. Ihr seht also schon, dass es nicht ganz ohne ist, mit dem Skateboard Controller zu spielen. Und mehr als man denkt flucht man in den ersten Stunden über diesen, da oftmals Moves und Tricks ausgeführt werden, die man gerade nicht machen wollte.

Besonders dann ärgerlich, wenn man für Aufgaben spezielle Tricks an bestimmten Orten machen muss. Übungszeit muss man hier also durchaus einplanen und ein Selbstläufer ist Tony Hawk: Ride bei weitem nicht. Und wenn man dann einmal denkt, man kommt mit dem für Längs ausgerichteten Skateboard Controller gut zurecht, dann wartet Halfpipe Action auf euch. Dann muss man das Board für Quer vor dem TV positionieren. Aber wenn man möchte, kann man natürlich auch dies im Trainingsmodus üben. Glücklicherweise wartet später der Einzelspieler nicht nur mit solcher mehr oder weniger schweren Trick Action auf, sondern auch Rennvarianten sind eingebaut, die neben der Richtung fast nur den Sprung von euch erfordern. Aber eines nach dem anderen. Wer sich einigermaßen gewappnet fühlt, darf sich nun dem Einzelspieler Modus widmen. ;-) Startet man diesen wartet hier eine weitere Unterteilung auf den Spieler und die Modi Ausflug und Performance sind wählbar. Einfach gesagt ist der Modus Ausflug die Story Variante, in der die eigentliche Geschichte gespielt wird und Ihr als Spieler auch die einzelnen Locations kennenlernt und freischaltet. Im Performance Modus dürft Ihr dann diese Locations nach Lust und Laune spielen, um z.b. zu Üben und sich damit zu Verbessern. Zunächst gilt es aber einen Ausflug zu machen. Dabei wartet hier eine Karte auf euch, die euch zu den im Spiel enthaltenen 6 Locations führt. Glücklicherweise sind diese in sich noch mal etwas aufgeteilt, da es sonst wohl etwas wenig wäre. Zu Beginn steht euch hier mit Südkalifornien nur eine dieser Locations zur Verfügung. Alle anderen dürfen dann über Erfolge erst freigespielt werden. So bietet schon die erste Location in sich 4 verschiedene Areale, Pipes und Strecken, von denen ebenfalls erstmal nur 2 wählbar sind. Von daher sind also Gedanken an zu wenig Umgebungen unbegründet. Zumal man mit der Zeit weitere Secrets, wie z.b. den Mii Skate Modus freischaltet, der auch seine spaßigen Momente bereithält. Und Aufgaben hält das Spiel mehr als genug bereit. Dabei ist das System recht gut gemacht, über das man Erfolge und Secrets erspielt. Jede Location besitzt insgesamt 50-100 sogenannte Skate Punkte. Könnte man ganz oberflächlich einfach vergleichen mit den Sternen in einem Mario. Diese Punkte sind nun aufgeteilt auf alle 4 Areale.

Zunächst dienen die Punkte dazu, um die beiden zunächst noch abgedunkelten Areale freizuschalten, sonst käme man ja gar nicht auf die möglichen 50 oder 100. Um diese zu erspielen, warten die 4 Areale mit verschiedenen Wettbewerben auf euch, die an das alte Tony Hawk Prinzip erinnern, auch wenn vieles nicht mehr vorhanden ist, wie z.b. das versteckte Tape oder die Buchstabensucherei SKATE. Aber es wurde nicht verschlechtert und bietet nun neue Ansätze. Die 4 Areale pro Location decken von der Abwechslung her alles ab. Es gibt einen Tempolauf, eine reine Trick Umgebung, den Modus Herausforderung und als letztes einen Free Skate Modus um zu Üben. Schafft man es hier die benötigten Punkte zu holen schaltet man als drittes die Halfpipe frei und zu guter letzt den großen Showdown gegen die örtlichen Professionals. Die ersten beiden möglichen Varianten bieten maximal meist 10 Skate Punkte pro Wettbewerb zum Holen. Beim Tempolauf geht es darum, entweder die komplette Strecke so schnell wie möglich herunter zu brettern, oder nach Zeit kleine Markierungsringe in einer bestimmten Anzahl zu sammeln. Bei der Trick Variante habt Ihr dann z.b. 1:30 zur Verfügung, um möglichst viele Punkte zu machen. Wie viele Skate Punkte ihr holt, liegt dann am Ergebnis. Unterbietet ihr beim Tempolauf die geforderte Zeit gerade so, gibt’s vielleicht nur einen der 10 möglichen Skate Punkte. Seid Ihr schnell und setzt euch an die Spitze der Wertung können es dann auch die 10 möglichen Skate Punkte sein. Das ist beim Tricklauf nicht anders, bei dem Ihr die maximal möglichen Skate Punkte nur dann holt, wenn Ihr reichlich Tricks macht und den Score in die Höhe treibt. Welche Tricks ihr macht und auf welchem Wege ihr den Score erzielt ist hier egal. Anders bei der dritten ernsthaften Spielvariante, der Herausforderung. Hier gibt euch das Spiel insgesamt 5 kleine Herausforderungsszenarios vor, die Ihr komplett erfüllen müsst. Je weiter man kommt, um so schwerer die Aufgaben. Hier heißt es dann bestimmte Tricks an einem ganz bestimmten Ort zu machen, Manuals zu halten oder spezielle Combos zu machen. Hier sind spätestens ab New York ein paar knackige Aufgaben dabei. Vor allem weil hier auch alles gefordert wird. Wer also mit der einen oder anderen Aktion so seine Schwierigkeit hat, wird diesen Modus gerne mal verfluchen.

Aber, und das ist eben die andere Seite am Spiel, muss man nicht alles komplett lösen. Meist geht man mit 80 Skate Punkten aus einer Location und schaltet danach die nächste frei. Gleichlaufend schaltet man neue Skater und Ausrüstung frei, die hier aber weniger eine Rolle spielen. Der Spaß an der Sache stellt sich im Laufe der ersten Stunden ein. Auch ich war skeptisch nach den ersten Sessions und habe z.b. auch bis heute so meine Probleme, mit den schnell auszuführenden Flick-Flip Tricks. Aber man stellt sich auf das Board ein und beherrscht die Steuerung mit dem Board von mal zu mal besser. Irgendwann entdeckt man dann auch mal die Umgebung, weil man nicht mehr nur auf das Board oder den Skater schaut, und bemerkt Abkürzungen und spezielle Orte, an denen sich Tricks z.b. viel besser ausführen lassen. Wobei für hohe Scores sich hier die Manuals und Grinds ungemein anbieten. Denn die funktionieren hervorragend und sind perfekt um Combos hinzubekommen, sprich Tricks zu Verbinden. Denn dann gibt es Multiplikatoren, die den Score wie gewohnt in die Höhe treiben. Hier spielt dann auch rechts die sogenannte Signaturanzeige mit hinein. Je besser ihr Tricks ausführt, ohne dabei zu Stürzen, desto voller dieser Balken. Sobald dieser komplett gefüllt ist, legt man die Hand über den hinteren Sensor und wechselt nun in den Signatur Moment, der vor allem grafisch durchaus imposant rüberkommt. Alles spielt sich jetzt in knackigen Lichteffekten in Zeitlupe ab und Ihr könnt nun Tricks ausführen, die im Normalplay nicht funktionieren. Spielt man diese 3 Events mit dem für längs aufgestellten Controller, wartet im Halfpipe Areal jeder Location etwas Neues. Hier muss man den Skateboard Controller für Quer zum TV stellen, da auch die Kamera hier eine ganz andere ist. Sie zeigt den Skater Nah und aus einer erhöhten seitlichen Position. Hier heißt es dann ein wenig umdenken, was die Trick Action angeht. Aber auch hier ist das Timing an sich der gut gelungen und der richtige Absprungmoment katapultiert euch weit nach oben, wo Ihr wieder per Gewichtsverlagerung diverse Tricks ausführen könnt. Hier kann man auch ein wenig grober Agieren, da ja nur die Pipe genutzt wird. In den 3D Arealen ist das ganze mit wesentlich mehr Übung verbunden.

Vor allem weil der Skateboard Controller schon sehr feinfühlig reagiert. Man macht als Spieler oft viel zu extreme Bewegungen, die dann natürlich auch hektisch und wenig geschmeidig zu den lustigsten und ungewollten Aktionen auf dem TV Screen führen. Das Thema Üben ist hier ein ganz wichtiger Punkt. Probleme mit dem Board selber, wie man es hier und da mal im Netz lesen konnte, kann ich nicht bestätigen. Die gesamte Testzeit über funktionierte der Board Controller einwandfrei. Einzig die Pads auf der Unterseite scheuern sich bei der körperlichen Action und damit Bewegung des Boards durchaus schnell durch. Man muss teilweise das Board erst verstehen lernen. Gutes Beispiel sind die Grab Tricks, wo in der Luft alle 4 Sensoren einbezogen werden. Man versucht diese intuitiv gleich komplett zuzudecken. Muss man gar nicht und es reicht eben 20cm darüber die Hand kurz drüber zu Halten. Größter Knackpunkt ist für mich im gesamten Spiel das Balance Gefühl. Wer nur unruhig auf dem Board hin und herwackelt, wird mit dem Spiel nicht viel Freude haben, da der Skater oft wild die Richtung ändert. Vor allem muss man seinen Stand finden, mit dem man auch alles halbwegs gut abdeckt, was die Action angeht. Und eines sollte man mehr als genug um sich herum haben - Platz! Denn anders als beim Balance Board braucht man hier einen viel größeren Freiraum um sich herum. Glaubt mir, ich weiß wovon ich spreche. ;-) Der spielerische Inhalt passt, auch wenn das gewisse Story Feeling alter Teile fehlt. Auch der Anspruch ist gerade hinten raus durchaus sehr hoch. Wer hier immer noch Probleme mit dem Skateboard Controller hat, erlebt mehr Frust als einem lieb ist. Auf alle Fälle ein schmaler Grad den das Spiel bietet. Entweder man kommt damit klar und es unterhält den Spieler, oder genau das Gegenteil ist der Fall. Den Mittelweg gibt es nicht. Da nützt dann auch die spaßige Mii-Skate Zugabe nichts, wobei man die aber nur kurz mal spielt. Denn hier warten zwar die gleichen Orte und Wettbewerbe. Nur komplett ohne Ziele und erspielbare Skate Punkte. Das ist dann ein bisschen Mau. Aber um seinen Konsolen Bewohner mal in Bildschirmgroßer Action zu sehen, ist der Modus geeignet. ;-)

Grafik & Sound....

In Sachen Grafik kommt Tony Hawk: Ride mit einem weich gezeichneten Umgebungsstil daher, den man schnell zu Beginn einer Session sieht. Positiver Aspekt, das so die Umgebung recht stimmig rüber kommt und die weichen Farbübergänge und Texturen dem Spiel eine erwachsene Note geben. Nicht zu Bunt und Verspielt, was auch für den Skater selber gilt, der mit seinen Animationen hier gut rein passt. Kleine Highlights bekommt man in Form der Signatur Momente zu sehen. Abgesehen vom Zeitlupeneffekt sind es die knalligen Farbeffekte, in die man die Umgebung hüllt. Das sieht teilweise wirklich richtig gut aus. Hier und da hätte ruhig ein bisschen mehr Lebendigkeit vorhanden sein können und man ist doch eigentlich immer allein auf weiter Flur. Auch das vermisst man ein wenig, wenn man an alte Teile der Serie denkt. Technisch ist das Spiel gelungen und bietet wenig Anlass zur Kritik. Wenn man flucht dann über die Aktionen des Skaters. Nur kommen die eben nicht vom Spiel, sondern von dem Verrückten vor dem TV. So gilt dann auch hier, wer mit dem Skateboard Controller zurecht kommt, hat viel Spaß mit dem Spiel,......

Der Sound ist in meine Augen nichts Besonderes und bietet weder grobe Schwächen, noch setzt er neue Maßstäbe. Der Soundtrack bietet neben unbekannten Musiken auch bekanntere Stücke, wie man sie oft in der Vergangenheit in solchen Spielen zu hören bekommen hat. Das gleiche gilt für die Effekte, die passend zum Geschehen sind und die Welt der Skater Action mit real klingenden Effekten rüber bringen.

Multiplayer....

Der Mehrspieler Modus in Tony Hawk: Ride bietet Licht und Schatten. Positiv muss man natürlich hervorheben, dass man für 8 Spieler nur einen Skateboard Controller benötigt. Die Zauberformel heißt hier Hot Seat und bietet Multiplayer Action Nacheinander. Split Screen Action gibt es hier also nicht. Wer mit dieser Variante kein Problem hat, darf alle Wettbewerbe des Einzelspieler auch mit Freunden spielen. Nachteil das hier keine Ergebnisse irgendwie gespeichert werden und man eben nur Just for Fun mal agiert. Man merkt also schon sehr schnell, auf welchem Inhalt hier die Gewichtung liegt. Für Mehrspieler Action bietet sich der Titel in meinen Augen nur bedingt an und es gibt bessere Varianten auf der Wii.

Fazit....

Insgesamt bietet Tony Hawk: Ride durchaus eine neue Erfahrung auf der Wii und selbst Balance Board Cracks werden hier durchaus ihr blaues Wunder erleben. Dabei gibt es fast nur 2 Erlebnisse mit dem Spiel samt dem Skateboard Controller. Entweder man kommt gut mit dem Controller zurecht und hat seinen Spaß, oder man verflucht schnell die spielerischen Möglichkeiten. Denn Üben muss man hier teilweise wesentlich länger, als bei Balance Board Spielen, da hier eben der Skateboard Controller nicht nur starr auf dem Boden liegt, sondern durch seine Bauweise nach allen Seiten bewegt werden kann und ja auch muss. Entwickelt man einmal das Gefühl für den Controller und vor allem die eigene Balance, wird man als Spieler immer besser. Dennoch bleibt das Spiel den gesamten Zeitraum über auf seinem hohen Anspruchslevel. Man wird zwar besser mit der Zeit, nur gleichlaufend nimmt der Anspruch der geforderten Aufgaben zu. Ausreichend viele und große Areale bieten dann genug Gelegenheit ins Schwitzen zu kommen. Es gibt genug Abwechslung und auch das Punkte System im Spiel stimmt. Auch wenn der eine oder andere Aspekt im Spiel schon noch ein wenig wie ein kleines Experiment wirkt, Potential hat die Art der Steuerung. Man darf also gespannt sein, wie viele Titel noch vom Skateboard Controller Gebrauch machen werden. Denn der letzte oder gar einzige Titel wird Tony Hawk: Ride nicht gewesen sein.

 

+ Man liebt den Controller,...
+ Locationvielfalt / Areale
+ Abwechslung Aufgabensystem
+ Gelungene Optik/Effekte
+ Manuals/Grinds tadellos
+ Gutes Trick Combo Gameplay
- ..., oder verflucht ihn :-)
- Flair alter TH Titel fehlt
- MP nur als Hot Seat Variante
- Teils sehr knackige Aufgaben

GRAFIK: 78%

SOUND/EFFEKTE: 75%

MULTIPLAYER: 64%

GESAMTWERTUNG: 74%

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