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Wii Tom Clancy's Ghost Recon
 
 
Tom Clancy's Ghost Recon - Wii
Jens Morgenschweiss (18.11.2010)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Ubisoft
GENRE: Action
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-4
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK16
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.45 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Ja/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Ich musste gerade mal nachsehen, wann ich meinen letzten Ghost Recon gespielt und getestet habe. Stolze sieben Jahre ist es nun her. So kann sich jeder vorstellen, das mich ein Kribbeln erfasst hat, als ich das Game in der Hand gehalten habe. Und die damalige Game Cube Version war ja ein ordentlicher Vertreter der Zunft. Was nun erst auf der Wii möglich ist...! Schauen wir mal genauer hin.

Menus und die Story....

In der heutigen Zeit Feindbilder zu finden, ist ja nicht all zu schwer. Dennoch bedient man sich nicht der erwarteten Klientel aus Afghanistan oder dem arabischen Raum. Man schaut wieder mal nach Russland. Dort hat ein Staatsstreich stattgefunden und die Ultranationalisten haben sich als despotische Kriegsgötter entpuppt. Da sich die Unruhen nicht nur auf den russischen Raum beschränken, sondern auch eine Gefahr für Nordeuropa darstellt, müssen westliche Truppen ein ausweiten verhindern. Das ist das Startsignal für uns als Spieler. Wir schlüpfen in die Figur von "Hibbard", einen Ghost der Army Ranger. Zusammen mit unserem Kameraden "Booth" unterwandern wir die Ultra´s und packen das Übel an der Wurzel. Logisch, das unser Weg erst in Moskau endet.

Das Hauptmenu ist sehr spartanisch ausgestattet. Man findet seinen Kampagnen Modus, den Arcade Modus, die Übersicht seiner Erfolge und natürlich die Optionen. Hier darf man ein wenig an der Helligkeit schrauben, festlegen ob die Granatenflugbahn eingeblendet werden soll, oder ob der Sound neben dem Fernseher auch noch aus der WiiMote kommen soll. Wer sich freut, das man hinter der Steuerungsoption weitere Möglichkeiten findet, die einem mehr entgegen kommen, der hat sich getäuscht. Hier wird lediglich die Tastenbelegung erläutert, das war’s. Die Erfolge sind erst von Belang, wenn man eine Weile gespielt hat. Dann bekommt man Auszeichnungen für verschiedene Aktionen. So zum Beispiel für 100 Schuss mit einer schallgedämpften Waffe oder töten sie 1000 Feinde mit einem Kopfschuss. Auch wer sparsam mit seinen Medkits umgeht wird belohnt. Insgesamt gibt es 42 Belohnungen, die man sich erspielen oder erkämpfen kann. Der Arcade Modus wird auch erst interessant, wenn man einmal durch das Game durch ist. Denn nur im Kampagnen Modus spielt man sich die einzelnen Level frei, die im Arcade Modus zum tragen kommen. Hier darf man sich dann allein, zu zweit oder mit dem CPU Kollegen einen Wettkampf liefern, wer die meisten Punkte in einem Level sammelt. Doch auch im Koop ist dies möglich, das man mit einem Freund durch die Level fegt und Highscores sammelt. Das Zauberwort hier ist Multiplikator. Das geht im Teammodus wesentlich einfacher als allein jeder für sich.

Der Blickpunkt für den Singleplayer ist natürlich der Kampagnen Modus. In über 30 Missionen, verteilt auf 12 Level gilt es, die Ultras zur Vernunft zu bringen. Sprich, ihren Anführer Maxim Cherskiy, zu eliminieren. Dazu wählt man sich einen der drei Schwierigkeitsgrade aus, der eine kurze Erläuterung erfährt, wie schwer es nun wird. Als "Veteran" ist man gut bedient, wenn man das erste mal spielt. "Elite" sollte für den eventuellen zweiten Durchgang im Auge behalten werden. ;-)

Das Gameplay....

Das Szenario beginnt mit einer kurzen Gesamtübersicht über die Lage der Dinge. Vor jeder Mission sehen wir, wie unsere Ghost´s ausgerüstet sind. Sie tragen nur eine Waffe und eine Anzahl Handgranaten. Hier vermisst man schon das Spektrum der freien Wahl. Man kann seine zugewiesenen Waffen nicht wechseln, außer mit dem Teamkameraden. Und das auch nicht immer. Dann werden wir aus dem Helikopter auf festen Boden abgesetzt und schon geht es los. Wer nun versucht, seinen Soldaten auf eigene Faust zu bewegen, erfährt die nächste Enttäuschung. Es gibt nur vorgefertigte Wegpunkte, die hinter einer Deckung liegen. WAS SOLL DAS ????? Ein Autopilot für Infanteristen??? Man zeigt mit seinem Fadenkreuz auf das Symbol des Wegpunktes und betätigt den C Button und schon läuft er los. Booth macht das gleiche und so gehen wir immer im Doppel hinter einer Deckung in Stellung und warten auf die Feinde. Der nächste Oberhammer ist, das wir hinter unserer Deckung unverwundbar sind. Ob da nun Handgranaten geflogen kommen, oder ein RPG uns aufs Korn nimmt oder der Heli mit seiner Chaingun uns beharkt, alles egal, so lange wir nicht den Kopf heraus stecken. Man kann Stunden hinter einer Holzwand verbringen im Dauerfeuer, ohne das uns was passiert. Sehr realistisch…!!! Da fühle ich mich in meinem Alter wie ein Trottel, der nicht auf sich aufpassen kann. Da lebt man ja auf dem Ponyhof oder dem Streichelzoo gefährlicher.

Für diejenigen, die doch einmal Schaden genommen haben, findet man an einigen Wegpunkten Medkits die eingesammelt werden. Das geschieht automatisch, ebenso wie "Fokus-Momente". Mit den Fokus-Momenten kann man die Zeit deutlich verlangsamen. Diese Super-Slowmotion funktioniert aber auf beiden Seiten, also sind auch eure Bewegungen und Schüsse derart langsam. Vorteile bringen sie nur, wenn der Gegner daran gehindert werden soll, schnell Alarm zu schlagen. Meistens liegen die Fokus-Momente auch kurz vor einer solchen Szene. Die eingesammelten Medkits können mit dem Fadenkreuz demjenigen verabreicht werden, der sie am meisten braucht. Denn stirbt einer von euch, ist auch für das gesamte Team Schicht im Schacht. Um hinter einer Deckung heraus in den Kampf einzugreifen, muss man den Z Knopf drücken. Dann kann man per B Button feuern. Wenigstens ist das Fadenkreuz frei beweglich, so dass wir unsere Ziele selbst wählen können. Da wir auch das Fadenkreuz von Booth sehen, ist wenigstens ein kleiner taktischer Aspekt zu finden. So kann man sich darauf einstellen, nicht auf den gleichen Gegner zu schießen. Euer Partner wird immer einen anderen Gegner anvisieren als ihr.

Ein weitere Faux Pas ist das Snipergewehr. Wenn man es mal in seinem Besitz hat und verwendet, wartet man darauf, durch sein vergrößertes Visier zu blicken. Nicht hier! Hier wird links unten ein kl4eines Sichtfenster eingeblendet, was das Objekt anzeigt. Mit der WiiMote steuert man den roten Punkt ins Ziel und feuert. In meinen Augen ein weiteres No Go!!! Die Liste der Unzulänglichkeiten lässt sich noch weiterführen, aber das hält mein Blutdruck nicht aus.

Grafik & Sound....

Grafisch zeigt das Game, was möglich gewesen wäre. Die meiste Zeit bewegt man sich durch Straßen oder über Dächer einer durchaus ansehnlichen Gegend. Kleine Details wie die kyrillischen Buchstaben an Läden oder die fremdländischen Verkehrszeichen stechen einem ins Auge. Man hat ja sonst nicht weiter aufzupassen. ;-) Die Bewegungen der beiden Recken sind auch sehr gelungen. Gerade bei den Fokus-Momenten kann man das sehr gut sehen. Im Gefecht mit sehr vielen Gegnern bleibt auch das Geschehen sehr flüssig, da merkt man kein Ruckeln.

Soundtechnisch kann man ebenso nicht viel meckern. Das Kampfgeschehen wird von einer dezenten Musik begleitet, die hier und da schon einmal aussetzt. Ansonsten haben wir nur die normalen Kommentare des Kampfgeschehens in den Ohren. Das meiste was gesprochen wird ist, "Lade nach!" Hier und da gibt es schon mal ein Lob vom Kameraden, wenn man einen Kopfschuss gesetzt hat. Die Waffengeräusche sind ein wenig unterschwellig. Da hätte ein wenig mehr Kontur gut getan.

Fazit....

Auf die Freude, endlich wieder einen Taktikshooter in der Mangel zu haben, kam umgehend die Ernüchterung. Natürlich kann man ein paar kleine Fehler machen in so einem Spiel - aber nicht solche!!!!! Und dann noch in der Anzahl. Gescripteter Spielablauf - das geht gar nicht. Den Spieler zu Statisten zu degradieren geht auch nicht. Keine Waffenauswahl, keine Waffen der Gegner aufnehmen, unendliche Munition - all diese Sachen gehören nicht in ein Game mit Altersbeschränkung. Mit dem Material, was man sich hier in die Hände gelegt hat, könnte man ein Topspiel gestalten. Und was hat man stattdessen??? Ein Spiel was nach 6 Stunden durch ist. Und ehrlich, ich habe keine Lust ein zweites mal zu spielen. Dann hole ich mir liebe die 7 Jahre alte Version vom Cube raus und spiele dort. In diesem Sinne "Hurra"!!!

 

+ Location Gestaltung
+ unendlich/schwere Gegner
+ Koop Modus
- 100% gescripteter Spielverlauf
- fast Unverwundbar
- unendliche Munition
- kaum taktische Aspekte
- 6 Stunden Spielzeit
- und, und, und... :-(

GRAFIK: 68%

SOUND/EFFEKTE: 65%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 45%

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