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Wii Final Fantasy Crystal Chronicles: The Crystal Bearers
 
 
Final Fantasy Crystal Chronicles: The Crystal Bearers - Wii
Matthias Engert (11.03.2010)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: SquareEnix
GENRE: RPG Adventure
SPIELER: 1(2) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 4 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 2-7
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 12+
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.45 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Ja

   
Einleitung....

Seit mittlerweile einigen Jahren genießen wir nun schon einen gelungenen Final Fantasy Titel nach dem anderen. Zwar fast ausschließlich auf Nintendos Handhelden spielbar, boten eigentlich alle Teile ein motivierendes Rollenspielsystem und meist eine epische Spielzeit. Fast schon vergessen sind die Zeiten, als wir vor fast genau 6 Jahren auf dem GameCube, Kelch tragend durch die Gegend gelaufen sind. Ein Spiel das seinerzeit schon seine Eigenarten hatte, aber auch Einmaliges mitbrachte. Anno 2010 dürfen wir nun wieder einen Crystal Chronicles Titel erleben, der ebenfalls in einigen Bereichen Unverwechselbares mitbringt. Aber auch ein Titel, bei dem man durchaus etwas daneben liegen kann, was den erwarteten Inhalt angeht. Denn ein RPG im Herkömmlichen Sinne, mit Level Gameplay, Unmengen an Ausrüstungen oder Taktischen Komponenten ist The Crystal Bearers eigentlich nicht. Viel mehr sollten sich hier Spieler mit einem Hang zu Adventure Spielen angesprochen fühlen. Aber nicht nur aufgrund des Namens und des Inhalts ein Titel, den man sich ganz genau anschauen sollte. Wir tun das natürlich auch und zeigen euch was drin steckt, in Final Fantasy Crystal Chronicles: The Crystal Bearers.

Menus und die Story....

Fans der Exklusiv Spiele werden hier ebenfalls fündig und die Entwickler aus dem Hause SquareEnix durften sich hier ganz auf die Möglichkeiten der Wii Hardware konzentrieren, ohne irgendwas Portieren oder Anpassen zu müssen. Etwas das man Technisch schon nach den ersten Spielminuten merkt. Denn gerade in dieser Hinsicht, wie auch beim Thema Grafik und Sound, ist The Crystal Bearers wohl eines der imposantesten Spiele für die Wii. Überhaupt sind die Rahmenbedingungen gelungen und nur 1 Punkt gibt hier ein wenig Anlass zur Kritik. Spielbar ist der Titel in allen Bildmodi der Wii Konsole und dabei ein Titel, der vor allem grafisch auch die Möglichkeiten der Hardware ausnutzt. Somit ein Spiel, das vor allem auf LCD und Plasma Bildschirmen ungemein gut aussieht. Kantenglättung hin oder her. Präsentiert wird das Spiel was Texte angeht in Deutsch, was jüngeren Spielern die Möglichkeit gibt, die Unmengen an Story und Ortstexten mitverfolgen zu können. Sprachausgabe in den vielen Sequenzen ist dagegen in sehr gut betonten Englisch belassen worden. Wie immer nichts Schlechtes. Etwas schade das man dem Titel keinen Surround Sound spendiert hat. Auch wenn man sagen muss, das die Soundqualität selbst mit normalen Stereo exzellent geworden ist. Hier schafft man es ähnlich wie Nintendo das Maximum herauszuholen. Speichertechnisch benötigt das Spiel läppische 4 Seiten und bietet euch im Spiel neben einem temporären Autosave, 3 separat nutzbare Speicherplätze. An sich für einen Spieler entwickelt was die Hauptstory angeht, dürfen zu bestimmten Zeitpunkten auch 2 Spieler Hand anlegen.

Immer wieder nicht ganz Unwichtig ist natürlich in einem Spiel wie diesem die Story. Gerade Spieler, die selbst Plattformübergreifend alle Final Fantasy Titel kennen, gieren hier natürlich nach jedem Fetzen der Geschichte. Seit den Geschehnissen des Original Final Fantasy Crystal Chronicles sind tausend Jahre vergangen. Die Zerstörung des Yuke-Kristalls während des Großen Krieges hatte dem siegreichen Volk der Lilty unmittelbaren Wohlstand gebracht, dem unterlegenen Volk der Yuke offenbar den Untergang und der Welt ein neues Zeitalter der Wissenschaft und Vernunft. Diese neue Ära brachte eine seltene Art von mächtigen Geschöpfen hervor: die „Kristallträger". Ihre offenkundig magischen Fähigkeiten ließen sie zu gefürchteten und verachteten Außenseitern der Gesellschaft werden. Ihr als Spieler übernehmt nun genau die Geschicke eines solchen Kristallträgers. Der junge Söldner Layle, ein Kristallträger, wurde als Geleitschutz für das neue Passagier-Luftschiff Alexis, der Krönung des technologischen Wissens der Lilty und Symbol ihrer gegenwärtigen Macht, angeheuert. Doch als die Alexis plötzlich von einer Horde von Monstern überfallen wird, sieht Layle sich unvermittelt einem Widersacher gegenüber, den man längst aus den Geschichtsbüchern getilgt glaubte, und ein Wettlauf um die Zukunft der Welt beginnt …

Schon der Start in das Game an sich, gibt dem Spieler das Gefühl ein besonderes Game spielen zu dürfen. Zunächst landet man relativ schnell auf dem eigentlichen Hauptmenu, das unterlegt von orchestraler Musik eine der Locations zeigt. Hier hat man zunächst nur die Wahl zwischen dem Spielstart und dem Anschauen der Credits. Einen Bildschirm weiter erstellt Ihr zunächst ein Profil, bei dem auch euer Mii Charakter als Konterfei genutzt werden kann. Mehr aber auch nicht, was den Mii Einsatz angeht. Einmal erstellt, könnt Ihr hier bei jedem Start ein gespeichertes Spiel Fortsetzen, oder auch ein komplett Neues beginnen. Optionen in dem Sinne gibt es schon, allerdings erst später im eigentlichen Spiel. Dort aufrufbar über das Pausenmenu kann man dort z.b. die Kameraführung beeinflussen, die Achsen invertieren und auch die Untertitel aktivieren. Da neben Gesprächen auch alle Ortschaften in Form kleiner Laufschriften vorgestellt werden, durchaus ein Punkt den man grundsätzlich aktivieren sollte. Dazu könnt Ihr das Steuersetup auswählen, das hier aber auf dem Doppel Remote und Nunchuk beruht. Zu guter letzt kann man auch die Empfindlichkeit einstellen, was ein wenig an diverse Shooter Einstellungen erinnert. Soweit die reinen Fakten was die Vorbereitung angeht. Nun wollen wir schauen, was der Titel spielerisch so drauf hat.

Das Gameplay....

Der Start in das eigentliche Spiel ist sicherlich der Imposanteste seit sehr langer Zeit. Denn Ihr erlebt hier als Spieler in einer Mischung aus selbstlaufender Sequenz und kleinen spielerischen Einlagen den Beginn der Geschichte. Speziell hier verfolgt Ihr den Überfall auf die Alexis und das erste Zusammentreffen mit dem mysteriösen Yuke Charakter Amidatelion. Allein die Länge und der Umfang ist ein Ding für sich, aber auch die grafische Umsetzung, die sehr schnell Lust auf mehr macht. Zwischendrin dürft Ihr hier das erste Mal selber Hand anlegen und steuert zum einen das Luftschiff durch enge Canyons und dürft euch Ballernd durch die Lüfte bewegen und euer Zielvermögen testen. Einen Kaffee später landet Ihr dann am eigentliche Ende dieser Startsequenz, der Lilty Hauptstadt. Hier wechselt das Bild dann auch in die Variante, die euch am häufigsten im Spiel begleiten wird. Denn die meiste Zeit geht es hier im Spiel in einer Third Person Sicht hinter dem Charakter zur Sache, wobei man per gedrückt Halten der Z-Taste auch in eine First Person Sicht wechseln kann. Interessant daran, das man in der First Person Variante nicht nur per Steuerkreuz nach allen Richtungen schauen, sondern sich per 3D Stick des Nunchuk auch dabei bewegen kann. Auch sonst dient natürlich der Stick für das Bewegen des Charakters. Dienen die Steuerkreuz Richtungen für das Drehen der Kamera, so kann man per kurzzeitigem Drücken der Z-Taste die Kamera jederzeit hinter Layle zentrieren. Ein Kritikpunkt beim Thema Kamera ist der Fakt, das diese äußerst passiv und so gut wie gar nicht selbsttätig agiert. Mag das in ruhigen Momenten kaum auffallen, ist es natürlich durchaus störend, wenn man in hektischen Momenten ständig selber Nachjustieren muss. Hier hätte ich mir schon einen gewissen Automodus gewünscht. Zumindest muss man sich doch hier und da damit arrangieren und ein eigenes Feeling für die Kameraführung entwickeln. Die Ankunft in der Hauptstadt dient aber vor allem auch dazu, um die spielerischen Möglichkeiten zumindest in groben Zügen kennenzulernen. Denn das Spiel gibt euch hier ein paar kleinere Aufgaben an die Hand, zu deren Lösung man verschiedene Facetten der Steuerung nutzen muss.

Schnell fällt hier aber auch die immer wieder verspielte Umgebung und Liebe zum Detail auf. Es wuseln relativ viele NPC’s durch die Gegend, die dem Spiel eine sehr lebendige Atmosphäre geben. Das ändert sich auch im Verlauf des Spiels glücklicherweise nicht. Nur das man logischerweise in den Weiten der Landschaften ohne Stadtlocation weniger davon antrifft. Viele haben Symbole über dem Kopf, die deren Gemütszustand ausdrücken. Allerdings eher Gimmick und nur bei wenigen wirkt sich das auch irgendwie im Spiel aus. Innerhalb der Stadt und ähnlicher Ortschaften spielen Kämpfe und ähnliches keine Rolle, so das hier Attacken und sonstiges aggressives Verhalten keine Rolle spielen. Viel mehr zeigt man euch die andere Seite des Spiels, die ebenfalls voll auf der Steuerung aufbaut. Crystal Bearers ist ein Spiel, bei dem viel mit den normalen Fähigkeiten des Spielcharakters getätigt wird. Denn egal ob ihr steht oder lauft, erhaltet Ihr mittels Pointer Funktion der Remote ein Art Fadenkreuz im Screen. Damit könnt Ihr nun auf jeden und alles Zielen, was sich in eurer Umgebung befindet. Mittels seiner Kristallträger Fähigkeiten kann Layle Dinge beeinflussen. Wirkt ein wenig wie das Macht Feature aus den Star Wars Spielen. Ja ich weiß, ist ein wenig weit hergeholt. ;-) Layle verfügt über eine Gewisse Reichweite, bis wohin er seine Kräfte einsetzen kann. Diese kann man später aber auch erweitern. Ganz ohne Verbesserungen kommt auch Crystal Bearers glücklicherweise nicht daher. Dabei ist die Hauptaktion im Spiel, egal ob es um NPC’s, starre Objekte oder später auch Gegner geht, diese Dinge anzuheben, in der Luft haltend durch die Gegend zu tragen, oder eben auch wieder wegzuwerfen. Dazu kommen weiterhin kleine Mechaniken oder Türen, die man damit beeinflussen kann. So ist eine der ersten Aufgaben zum Kennenlernen, das in Gang setzen einer Uhr. Hier steht man davor, schaut nach oben und visiert die Uhrmechanik an. Immer wenn man diese Fähigkeit auch nutzen kann, wird euch das visuell kenntlich gemacht. Jetzt drückt man die B-Taste oder führt auch Remote Bewegungen aus und die Aktion wird ausgeführt. So legt man z.b. auch Hebel und Schalter um, oder wirft einfach nur Wachen und andere Personen herum. Weiteres Beispiel, das man auch in der freien Natur zig mal vorfindet ist das Anheben und Werfen von Kisten, um an deren Inhalt zu kommen. Darin findet man meist Gil oder auch diverse Materialien, die auch in das Thema Entwicklung mit hineinspielen. Aber dazu später mehr.

Die Geschichte selber dreht sich wie schon erwähnt um den Yuke Charakter, den Layle versucht zu erwischen. An seiner Seite stehen ihm im Verlauf des Spiels mehrere Charaktere zur Seite. Allem voran Keiss, ein Selkie der im Verlauf sogar in der Liltyschen Armee Karriere machen wird. Natürlich spielen auch in diesem Spiel Kistallsplitter und natürlich einer der 4 großen eine Rolle, ohne das ich hier zuviel erzählen will. Auf jeden Fall treibt euch und die Story diese Verfolgungsjagd an. Dabei begegnen sich die Hauptakteure das eine oder andere mal in den Welten des Spiels. Wirklich final ist das alles nicht. Das dauert schon seine Zeit. Bis dahin gilt es einem recht linearen Storystrang zu folgen, den man aber nur bedingt einhalten muss. Zwar ist die Abfolge der vielen Orte im Spiel schon festgelegt, dennoch seid Ihr in der Entscheidungsfindung, was ihr gerade machen wollt, relativ unabhängig. Auf der anderen Seite und das will ich hier durchaus anmerken, hält sich die Lust alles zu Erkunden in gewissen Grenzen. Dafür verantwortlich ist eben das völlige Fehlen eines Level Systems, samt ausgiebiger Ausrüstungsfeature. Lasst mich das mal ein wenig aufdröseln. Wohin ihr gerade müsst und was zu tun ist, wird euch immer vorgegeben. Mal muss man einen bestimmten Charakter suchen, der für euch eine Info bereithält, oder der mysteriöse Yuke wurde mal wieder an einem Ort gesichtet. Mal mit NPC Anhang, meist jedoch allein seid Ihr dann auf der Suche nach diesen Orten. Eine große Hauptkarte informiert euch zwar wo das Ziel liegt, wirklich finden muss man diese Orte aber schon selber. Oder sagen wir besser die Wege dahin. Wobei auch das nicht schwer ist und diverse Wegweise und Hinweisschilder zeigen euch den Weg. Auch so ein Beispiel für Layle’s Fähigkeit. Man visiert einen Pfeil an einem Wegweiser an, reißt diesen ab und hält ihn über sich in der Luft. Dort zeigt der Pfeil nun genau in die Richtung, in die man gehen muss. Wobei das Wort Gehen auch schon wieder nur die halbe Wahrheit darstellt. Schaltet Ihr einmal den kleinen Storystrang mit den Chocobos frei, so stehen diese an allen möglichen Orten innerhalb der Welt als kostenlose "Miet Wagen" herum. Dazu kommt hier ein nettes Racer Spielchen mit den Rackern. Schön in diesem Zusammenhang ist natürlich schon, das ihr es hier mit einer großen Gesamtwelt zu tun habt. Epische Ausmaße wie man es hier und da mal gelesen hat, hat das Spiel aber nicht.

Denn man trickst hier schon ein wenig und es gibt innerhalb des Spiels einige "Bahn-Linien" die man benutzen kann und euch in viele entlegene und spezielle Orte bringen. Positiv das man beim Freischalten der einzelnen Orte, immer selber wählen kann, wohin Gefahren werden soll. Man lässt dem Spieler nicht nur hier die Prise an freier Entscheidung, die andere Spiele nicht bieten. Unterschiedlicher was die Varianten angeht, geht es bei den Ortsgestaltungen kaum noch. Seien es Wald und Wiesenlandschaften, Höhlen und Dungeons aller Arten, bis hin zu Wüsten und Schneegegenden. In diesen spielt sich dann nun der zweite große Gameplay Teil ab - die Kämpfe. Grundlage dafür sind die altbekannten Miasma Ströme. Diese tauchen willkürlich in einem Gebiet auf und verschwinden auch wieder, sofern ihr es nicht schafft alle Monster aus einem Strom zu eliminieren und diesen Miasma Strom schlussendlich zu Versiegeln. Auch beim Kämpfen greift die Grundfähigkeit des Charakters Layle. Denn Waffen spielen in Crystal Bearers überhaupt keine Rolle. Zumindest nicht wenn es um das Anlegen in irgendwelchen Charakterslots geht. Wer also hier Schwerter und ähnliches schwingen will, brauch gar nicht weiterlesen. Auch Gegner werden hier über das Heben und Werfen Feature besiegt. Dabei gibt es 2 Möglichkeiten. Ist ein Gegner in der Reichweite des Fadenkreuzes, drückt man die B-Taste. Dann erscheint ein sogenannter Erfassungsbalken und eine Kreisanzeige füllt sich. Ist diese voll kann man versuchen den Gegner anzuheben. Manche kann man nun per Remote Bewegung direkt hochheben, andere "zieht" man nur zu sich. Beides hat den Effekt, das sie danach Lebenspunkte verlieren. Dazu kommen Möglichkeiten alle möglichen Objekte wie Steine, Kisten oder sonstige zum Werfen geeignete Dinge zu benutzen, um sie ebenfalls anzuvisieren, hochzuheben und auf die Gegner zu werfen. Logisch das sich hier die Kreisanzeige schneller füllt. Durchdacht ist das Treffersystem. Nicht einfach grob Zielend oder wild Werfend geht man hier zur Sache, sondern man zeigt mittels des Fadenkreuzes auf die Stelle oder Gegner wohin man Werfen will. Danach drückt man wieder die B-Taste und ab geht das Geschoss. Hier wie bei eigentlich fast allen Kämpfen zeigt die Kamera gerne mal ihre angesprochene negative Seite, weil man gerade bei Attacken von allen Seiten, ständig am Justieren ist. Das nervt gerade bei stärkeren Gegnern schon sehr.

Denn Unverwundbar seid Ihr natürlich nicht. Links oben gibt es eine Lebensanzeige aus vielen kleinen Lebenspunkten. Diese kann man im Spielverlauf auch erweitern, was natürlich der Motivation zuträglich ist. Ein Punkt unter allerdings wenigen, warum man immer versucht einen Miasma Strom zu versiegeln. Und das geht eben nur wenn man alle Gegner aus diesem komplett eliminiert. Was mir dagegen schon sehr fehlt und zugegebenermaßen auch Gewöhnungsbedürftig ist, dass ist das völlige Fehlen von Entwicklungsmöglichkeiten des Charakters und erspielbaren Erfahrungspunkten. Beides gibt es nicht. Ihr spielt hier für die Erweiterung der Lebensleiste, Gil und eben den angesprochenen Materialien. Das ist schon hier und da ein wenig oberflächlich. Denn das einzige was man hier wirklich signifikant entwickeln kann, sind Layle‘s normale Kristallträger Fähigkeiten. 3 Varianten oder sagen wir besser Slots für spezielle Schmuckstücke stehen Layle dafür zur Verfügung. So kann man die Reichweite verbessern, die Schnelligkeit des Erfassungsbalkens erhöhen oder natürlich auch die Wirkung bei Angriffen. Die Schmuckstücke kann man einmal in bestimmten Shops kaufen, sind allerdings irre Teuer. Oder aber man bringt den überall verteilten Werkstätten Materialien und Gil. Dann kann man sich reichlich davon auch anfertigen lassen. Das geht dann sofort und man kann diese Dinge anlegen. Man sieht was man verbessert und kann so auch gegebenenfalls neue Schmuckstücke austauschen. An sich schon eine gelungene Sache, ersetzt das aber in meinen Augen in keinem Fall ein reinrassiges RPG System mit Waffen, Rüstungen oder Schilden. Auch wenn Crystal Bearers ein solches Spiel nicht sein will, wünschen tut man es sich schon sehr und hätte vor allem den Punkt Dauermotivation stark erhöht. Es gab dann oft genug Momente, wo ich Gegner einfach links liegen gelassen habe. Ich wollte einfach weiter in der Story. Dazu kommt auch, das bis auf Ausnahmen, das Kämpfen nicht so schwer ist. Oder sagen wir besser, wenn man sich Zeit nimmt und mit der Kamerasteuerung klar kommt, ringt man 80% der Gegner im Spiel locker nieder. Was mich persönlich viel mehr getrieben hat, war einfach das sehen der einzelnen Locations und halt die Entwicklung der Story. Man will schon wissen wie es weitergeht und was wohl als nächstes passiert. Auch weil die Geschichte sehr schön erzählt wird. Vertonte Sequenzen in hoher Anzahl und qualitativ exzellent gemacht, unterstützen das Gameplay mehr als das Kämpfen an sich.

Abwechslung gibt es dann durch überraschend viele Minispiele, die man so hier eigentlich gar nicht erwartet. Gutes Beispiel ist z.b. das Weingut ziemlich am Anfang des Spiels. Nicht nur hier kann man sich Belohnungen und Auszeichnungen erspielen. Dazu gilt es gegen 3 CPU Gegner nach Zeit Weintrauben einzusammeln. Auch hier immer mit der Kristall Träger Kraft des Charakters Layle. Später kann man nach Zeit z.b. ein paar spielende Jungen im königlichen Garten suchen oder auch Kirschblüten in einem entsprechenden Areal nach Zeit und gegen andere CPU Recken sammeln. Oder aber ihr müsst einen ganzen Zug in Sam Fisher Manier ungesehen durchqueren. Lockert das ganze auf, ohne aber nun ein Killer Feature darzustellen. Ansonsten spielt das Thema Geschicklichkeit kaum eine Rolle. Jumper Spielchen gibt’s keine. Sobald es darum geht Plattformen zu überwinden oder sich an Leitern und Vorsprüngen nach oben oder unten zu bewegen, geschieht dies per A-Taste und entsprechenden Zielpunkten. Bei Plattformen einfach in die Nähe stellen und schon erscheint auf der nächsten Plattform eine Markierung. Diese visiert man an, drückt die Taste und schwupps ist man drüben. Auch ein wenig Zweischneidig ist das Thema freies Erkunden. Aufgrund der großen Areale der einzelnen Locations im Spiel, gibt es schon einiges an versteckten Wegen oder Höhlen, wo man gerne mal eine Kiste findet. Nur ist der Inhalt mit Gil und einigen seltenen Materialien nur bedingt Motivationsfördernd, weil man die Sache nicht unbedingt haben muss um im Spiel erfolgreich voran zu kommen. Vom Feeling und der Crystal Chronicles Atmosphäre an sich ist das Spiel gelungen und gibt dem Spieler ein gewisses Freiheitsgefühl. Einen Suchtgedanken immer weiter zu Spielen, um eben gerade bei der Ausrüstung immer wieder Neues zu entdecken findet man in meinen Augen nicht vor. Ein bisschen schade, weil darunter auch die Kämpfe leiden. Irgendwie will man doch in einem Spiel, bei dem es um Monster Kämpfe in dieser Form geht, belohnt werden und seinen Helden "Hegen und Pflegen". Von daher sind RPG Core Gamer hier eher falsch beraten. Auf der anderen Seite werden aber auch Adventure Fans mit dem Hang zu Rätselkost nur bedingt fündig. Denn Schwer im Sinne von, was ist zu tun, wie löse ich bestimmte Rätsel und Aufgaben, ist Crystal Bearers auch wieder nicht.

Grafik & Sound....

Grafisch ist das Spiel ein klares Highlight auf der Wii. Vor allem beim Thema Detailgrafik gibt es kaum Schöneres. Ganz speziell in Erinnerung geblieben sind mit die Charaktergestaltungen. Layle sieht schon sehr detailliert aus. Klassenprimus ist neben dem Yuke Charakter vor allem der Stabschef der Liltyschen Armee - Jegran. Hier haben die Entwickler wirklich unverwechselbares für Wii Verhältnisse gezaubert. Auch bei den Landschaften und Kampfeffekten gibt’s wenig zu Meckern. Das Thema Kantenglättung auf der Wii ist nun mal eines für sich. Aber selbst auf einem 37er LCD sieht das Spiel ungemein stimmig aus. Satte Farben und vor allem eben auch viele unterschiedliche Themen sorgen für viel "Feeling" bei den Umgebungen. Gerade die Herbstwald Location hat es mir speziell schon angetan. Gegnerskins sind in Ordnung, auch wenn es hier absolute Ausreißer nach oben gibt. Allein der eigentliche "Zwischenkampf" gegen Bahamut ist schon was fürs Auge. Grafisch gibt es auf jeden Fall ganz viel Licht und nur ganz wenig Schatten. Oder sagen wir besser technisch, denn ab und zu stockt die Engine mal gerne. Nicht weltbewegend, aber auch nicht nur einmalig. Dennoch in diesem Bereich für mich eines der gelungensten Wii Spiele.

Beim Sound bin ich doch etwas überrascht, das einen relativ wenige der erwarteten orchestralen Stücke erwarten. Oftmals bekommt man auch schnelle und eher fröhlich melodische Stücke zu hören. Nicht immer ganz passend, könnten manche Stücke auch aus einem Mario Party stammen. Zumindest wenn man es etwas drastisch ausdrücken will. Hier ist es manchmal vielleicht einen Tick zu verspielt. Effekttechnisch ist alles in Ordnung und alle Aktionen sind akustisch umgesetzt. Genauso ein Highlight ist die Klangqualität an sich und auch die englische Sprachausgabe muss sich vor keinem Konkurrenten verstecken.

Fazit....

The Crystal Bearers ist so eine Sache auf der Wii. Ich muss zugeben auch selber einige Dinge anders erwartet zu haben. Zwar hat der Titel schon im Vorfeld nicht den Anspruch eines reinrassigen Core RPG’s gehabt, nur über einige Schmuckgegenstände das Thema Charakterentwicklung abzudecken ist mir Persönlich dennoch zu wenig. Neben den nicht immer stimmigen Minispielen, geht es also viel mehr in Richtung Adventure. Nur hier fehlt der Kick durch fehlende Rätsel. Zwar eine schöne große Gesamtwelt, hinkt manchmal eine wenig die Motivation, wirklich alle Ecken zu durchsuchen. Was voran treibt ist vor allem die Geschichte, wo es den Spieler schon interessiert, wie es weiter geht und was als Nächstes passiert. Insgesamt ein grafisch tolles Game, das mehr Tiefgang vertragen könnte. Zwar deckt man mehrere Genre ordentlich ab, den richtigen extremen Kick, den man durchaus bei einem Spiel wie diesem erwartet, bringt The Crystal Bearers nicht mit.

 

+ Gelungene Spielzeit
+ Story die sehr gut erzählt wird
+ Charakter- / Gamegrafik
+ Themen der Spiellocations
+ Eingängige Steuerung
+ Atmosphärisch gelungen
- Kamera etwas unglücklich
- Fehlende RPG Core Feature
- Keine Erfahrungspunkte
- Kaum anspruchsvolle Rätsel

GRAFIK: 88%

SOUND/EFFEKTE: 76%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 74%

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