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Wii SSX Blur
 
 
SSX Blur - Wii
Matthias Engert (01.05.2007)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: EA
GENRE: Snowboard/Ski
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-7
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Zwar ist der letzte Winter äußerst dürftig ausgefallen, Spiele mit Wintersport Themen erfreuen sich dennoch großer Beliebtheit. Allein das Thema Snowboard ist dabei immer ein ganz spezielles und lebte in den vergangenen Jahren immer auch ein wenig von der Konkurrenz SSX vs. 1080. Auch in Zeiten der Wii Konsole vergessen dies die Spielefirmen nicht und schicken ihre Goldesel in die Laufwerke der Spieler. Den Anfang hier macht nun EA mit seiner SSX Reihe. Mit SSX Blur geht EA dabei einen Weg, den man schon auf dem GCN mit dem 3er verfolgen konnte. Keine abgehackten Events, die man anwählt, sondern ein Berg mit mehreren Abschnitten den man frei fahren kann und sich so auch aussuchen kann welche Events man machen möchte. Dazu das Feature Ski das man aus On Tour mit herüber nahm und der grobe Inhalt ist abgesteckt. Nicht nur für Snowboard Fans ist SSX Blur deshalb ein Titel den man sich mehr als genau anschauen muß.

Menus und die Story....

Im Gegensatz zu einem Tiger Woods nutzt EA diesmal alle Fähigkeiten der Wii Konsole aus und setzt diese auch ansprechend um. Eine Ausnahme gibt es allerdings, die ein wenig unverständlich ist. Denn neben dem 50Hz Modus gibt es nur noch den EDTV/HDTV Modus. 60Hz werden nicht angeboten. Bringt auch technisch 2 Einschätzungen später zu Tage und macht aus SSX Blur ein Spiel das dadurch teils stark durch den EDTV/HDTV punkten kann. Das ganze reicht danach weiter bis hin zu einem Multiplayer und einer excellenten Surround Qualität in Sachen Sound. Mit 1 Seite Speicherplatz für ein Savegame ist SSX zudem noch einer der sparsamen Vertreter auf der Wii Konsole. In Sachen Steuerung gehört SSX Blur zu den Vertretern die neben Remote Action auch den Nunchuk Controller unterstützen. Beim Thema Sprache setzt EA diesmal eine Mischung um. Während die Texte komplett in Deutsch gehalten sind, wartet das EA Sports Big Radio Feature mit einem englischen DJ auf. In Sachen Story ist SSX Blur wie immer kein Titel der die Geschichtsbücher ändern wird. Wie immer tretet Ihr als Neuling im Schneetreiben an um den etablierten Snowboarder und Skifahrern zu zeigen wo Bartel seinen Most holt. Der Berg ruft, steht wieder über allem und es gilt diesen neben dem Siegen auf den Pisten auch komplett freizufahren. Das Ziel ist es am Ende des Spiels immer noch oder wieder auf Platz 1 einer internen Rangliste zu stehen.

Wie immer in den SSX Spielen werdet Ihr dabei von einem stimmigen Vorspann erfreut. Könnte zwar qualitativ noch einen Tick besser sein, stellt euch unter gelungener Sounduntermalung die einzelnen Charaktere des Spiels in kleinen Trailern auf dem Berg vor. Danach erwartet euch ein wie immer stylisch gemachtes Hauptmenu. Dieses bietet euch neben einem ausladenden Tutorial den eigentlichen Abenteuer Modus, sowie das Just for Fun Spielchen. Dazu kommen nun noch der Multiplayer, die Extras und die Optionen. In den Extras findet man hier nur freischaltbare Artworks, so das man diesen Punkt bequem übergehen kann. Die Optionen dienen dazu, neben Soundeinstellungen vor allem die Steuerung zu beeinflussen. Sind so ziemlich alle Aktionen festgelegt gibt es einen Punkt der beeinflußbar ist und den ich als sehr positiv empfinde. Hier ist das Thema das Lenken. Ihr könnt hier über einen Schieberegler anpassen ob Ihr mittels seitlicher Bewegungen des Nunchuk im Zusammenspiel mit dem Stick lenken wollt oder ob Ihr dies einzig per 3D Stick machen wollt. Wer also lieber auf Stick Action im herkömmlichen Sinne steht findet auch hier eine Möglichkeit dazu.

Bevor man hier nun in das eigentliche Hauptspiel einsteigt sollte man zwingend die Rubrik Tutorials besuchen. Egal welches Steuersetup Ihr eingestellt habt ist ein sofortiges Einsteigen in das Hauptspiel ohne Üben eine mäßige Angelegenheit. Denn in den Tutorials werden euch angefangen vom Geradeausfahren über die Tricks bis hin zur Landung alle Aspekte gezeigt, die im Spiel eine Rolle spielen. Und viele Dinge sind ohne ausgiebiges Üben nicht einfach zu handhaben. Seid Ihr hier einmal ein wenig eingetaucht in die Übungsaufgaben steht euch nun ein sehr gelungenes Snowboard Spiel zur Verfügung.

Das Gameplay....

Dabei erstellt Ihr als Spieler zunächst ein eigenes Profil, in dem alle eure Erfolge und natürlich der Spielfortschritt gespeichert wird. Innerhalb dieses Profils könnt Ihr bis zu 12 Karrieren speichern, was hier den enthaltenen Charakteren entspricht, und euch so auch mal einen anderen Charakter schnappen. Schade das dem Spiel kein Editor in dem Sinne spendiert wurde. Zwar ist der Charakter entwickelbar, was einen klaren Motivationsschub mit sich bringt, direkt einen eigenen Charakter erschaffen geht aber nicht. Sobald das Profil angelegt ist wählt Ihr einen von anfangs 4 möglichen Charakteren. Alte Bekannten aus den vorangegangenen SSX Spielen und Neulinge warten hier darauf gewählt zu werden. Alle bieten verschiedene Stats was die persönlichen Eigenschaften angeht, die wie schon erwähnt im Verlauf entwickelbar sind. Dazu darf man jetzt wir später auch oft das Fortbewegungsmittel wählen. Hier kommen also auch in SSX Blur Fans der Snowboards und Ski auf ihre Kosten. Auch hier in diesem Bereich stehen euch zu Beginn nur je eine Ausgabe zur Verfügung. Neue Boards und Ski schaltet man im Verlauf des Spiels frei. Einfach gesagt hat man zu Beginn von einem 100% Charakter in Sachen Speed und Können vielleicht einen 20% Neuling zur Hand. Alles andere muß eben erst erspielt werden. Startet das Spiel an sich werdet Ihr zunächst in ein einfaches Rennen geschickt, was sich zum Warm werden immer anbietet und ein Ziel im Spiel zeigt sich sehr schnell. Über allem steht im Abenteuer Modus eine Rangliste. Diese Rangliste spiegelt eure Erfolge in Sachen Events und Medaillen wieder und natürlich ist es das Hauptziel am Ende auf Platz 1 zu stehen. Aber auch zwischendurch ist dies wichtig. Für alle Events im Spiel gibt es Punkte, die auch als "Startgeld" herangezogen werden. Für die enthaltenen Turniere, die neben den normalen Events vorhanden sind, müßt Ihr immer eine bestimmte Punktezahl haben um daran teilnehmen zu dürfen. Und nur über gewonnene Turniere erhält man Bonus Charaktere und schaltet vor allem die einzelnen Bereiche des Berges frei. Dabei ist das ganze ähnlich einem SSX 3 umgesetzt. Habt Ihr einmal alle 3 Berggipfel freigespielt, könnt Ihr diese auch in einer kompletten Abfahrt bis in das Tal fahren. Vorausgesetzt Ihr findet den Weg und endet nicht in einem Event oder nutzt die Heli und Warppunkte des Berges.

Von daher also ebenfalls etwas gewohntes für SSX Fans. Die große Parallele zu einem SSX 3 oder einem Dark Summit auf dem GCN ist Art und Weise wie Ihr die Events und Erfolge erspielt. Zwar bietet das Spiel auch die Möglichkeit via Pausenmenu alles direkt anzuwählen, aber Ihr könnt eben auch frei über die Pisten brettern und alles so fahrend erreichen. Vorteil des Freeride ist zusätzlich das Ihr sogenannte 1-1 Events gegen andere Charaktere und spezielle Challenge Aufgaben nur so findet. Erinnert ein wenig an den Explore Modus in den Need for Speed Spielen. Entweder man fährt aktiv zum Event oder wählt ihn über die Karte aus. Das die Kartenfunktion natürlich nicht ganz Unnütz ist merkt man später daran das man vielleicht einen oder zwei Events mal vergessen hat und ihn so eben doch einfach per Menuwahl besucht. Zu Beginn geht aber nichts über das Entdecken der Strecken. Außerdem entdeckt man viele kleine Gameplay Dinge nunmal nur so. Begleitet werdet Ihr als Spieler dabei natürlich von diversen Bildschirm Einblendungen. Diese reichen vom obligatorischen Score und der rechts wieder befindlichen Boost Anzeige. Wobei Boost Anzeige fast das falsche Wort ist, auch wenn sie dies im Hauptgrund eigentlich ist. Eigentlich heißt die Anzeige Groove Anzeige und kann in mehreren Stufen aufgepowert werden. Neben Energie für den Boost dient sie auch um die sogenannten Über Tricks auszuführen. Ein Ding für sich und wir widmen uns dann doch lieber erstmal der "normalen" Steuerung. Wie schon erwähnt ist der Kern der Steuerung des Doppel Nunchuk - Remote. Beide decken je einen wichtigen Teil der Steuerung ab und nach einigem Üben und dem Finden der bevorzugten Einstellung geht diese auch hier leicht von der Hand. Sobald man euch also irgendwo absetzt schaut Ihr zunächst wie gewohnt aus der Third Person Perspektive auf euren Charakter. Zwar bietet man euch hier nur noch einen Viewpoint an, allerdings ist dieser wieder dynamisch umgesetzt und bereitet keinerlei Probleme im Spiel selber.

Um sich nun in Bewegung zu setzen, gilt es den 3D Stick des Nunchuk nach vorne zu drücken, während die Bewegung nach hinten ihn eben abbremst und zum Stillstand kommen läßt. Je nach Setup dient nun die freie Bewegung des Nunchuk zum Lenken. Hier muß jeder Spieler so ein Feelung finden. Denn gerade später in der Trick Action hat man teils weit ausholende Bewegungen drauf, die nicht immer das Ergebnis bringen das einem lieb ist. Ich für meinen Teil muß sagen das ich mit der Mischvariante am besten zurecht kam. Hier beeinflußt auch das seitlich Drücken des Sticks das Fahren in engen Kurven und bietet einen guten Kompromiß. Weitere wichtige Funktion ist der Sprung. Wie in allen Trick Action Spielen spielt diese beim Absprung ja eine wichtige Rolle und entscheidet über die Ausmaße der Tricks bei entsprechendem Luftstand. Auch hier gibt es 2 Möglichkeiten. Via Aufwärtsbewegung des Nunchuk könnt Ihr springen, oder per Drücken der A-Taste. Vorteil der A-Taste ist das gedrückt halten und damit die Hocke des Spielers. Beim Nunchuk macht er halt einen Sprung sofort, während Ihr per A-Taste den Moment und die Vorberreitung z.b. beim Fahren auf eine Rampe besser timen könnt. Sobald Ihr nun in der Luft seid stehen die Tricks an, die nicht nur eure Groove Anzeige füllen, sondern auch den Score bringen. Diese Steuerung ist auch sehr gut gelungen, auch wenn man hier ebenfalls durch ein Tal des Übens und der Tränen muß. Denn Tricks werden eigentlich nur per Freier Bewegung getätigt. Und das ganze mit Nunchuk und Remote. Grabs werden z.b. per Bewegungen des Nunchuk ausgeführt, Spins und Flips via Hoch/Runter und Seitwärts Bewegungen der Remote. Dabei stehen euch durchaus alle Varianten zur Verfügung. Man muß sie nur entdecken. Einfach wildes Fuchteln bringt nur bedingt Moves zutage. Beides zu kombinieren und so auch die berühmten Kombos hinzubekommen ist die große Schule in SSX Blur. Man merkt aber mit jeder Spielminute mehr wie gut das System funktionieren kann wenn man sich damit beschäftigt. Vorteil das diese Moves auch gezählt werden ist das Landungssystem. Dazu drückt man kurz vor der Landung die A oder B- Taste und kommt halbwegs sicher unten an. Wer das nicht benutzt landet so gut wie nie und stürzt immer. Dann heißt es durch wildes Schütteln den Boarder wieder auf die Beine zu bringen.

Positiv das man dabei aber nicht komplett zum Stillstand kommt, sondern man oftmals in einer fließenden Bewegung oder Animation weiterfährt. Gerade in den Rennen nicht unwichtig. Weitere wichtige Funktionen sind das Zurücksetzen per Minus Taste und natürlich das Pausenmenu mittels Plus Taste. Beim Nunchuk werden die C-Taste für die Grabs benutzt, während die Z-Taste den angesprochenen Boost startet, der euch wesentlich schneller machen kann. Die B-Taste der Remote dient beim normalen Fahren dazu Schneebälle auf Gegner zu werfen um diese für ein paar Sekunden bewegungsunfähig zu machen. Etwas das man allerdings nur selten nutzt. Dazu hat man einfach viel zu viel mit sich selber zu tun. ;-) Über allem steht allerdings auch ein wichtiges Thema, das sich im Verlauf teils sehr extrem auswirken kann. Denn viele Events erfordern nicht nur euer Geschick, sondern auch einen entwickelten Charakter. Stichwort Kanten und Slalom Events sind ein gutes Beispiel. Anfangs glaubt man der Boarder würde enge Parcoure nie schaffen und man schimpft auf die Steuerung. Mit der Zeit fährt er bei entsprechender Entwicklung auch engste Kurven und die Steuerung fährt sich weich und dennoch sehr exakt und eng. Je besser also der Boarder um so besser auch die Steuerung. Um diese Erfolge nun zu erreichen gilt es die Events zu spielen um an den Turnieren teilnehmen zu dürfen. Die Events und auch Turniere bieten inhaltlich mehr Abwechslung als je zuvor. Neben den Renn Events warten Halfpipe Action, Slope Style Events, Slalom Parcoure und die kurzen Big Air Events auf euch. Allen gemein das man diese mit einer Medaille abschließen kann und auch muß um sie als gewertet zu bekommen. Je nach Erfolg steigt Ihr in der Rangliste auf. Dabei kann man im Spiel eigentlich recht schnell auf Platz 1 kommen. Diesen zu halten wird im Verlauf aber zumindest etwas schwerer. Denn imaginär fahren 11 Gegner mit euch über die Berge und versuchen natürlich das gleiche. Abseits der reinen Events warten zudem noch die angesprochenen 1-1 Aufgaben. Während Ihr z.b. im Freeride über die Pisten fahrt sieht man oft am Horizont vereinzelt grüne Lichtsäulen in den Himmel steigen. Erreicht man diese steht dort oft genug ein Charakter herum, der euch zu einem Rennen oder Trick Event herausfordert.

Neben diesen Aufgaben und dem Kennenlernen der Strecken bietet der Freeride Modus auch wieder ein Sammelfeature. 270 kleine Plaketten kann man einsammeln, sofern man diese findet, und kann so z.b. den Yeti per Kostüm freischalten. Das ist dann schon ein Ding für sich. In den Renn Events geht es zu wie in allen Snowboard Vorgängern. Ihr fahrt aus einer Startbox gegen 5 Gegner und müßt 3 hintereinander folgende Rennen auf der gleichen Strecke erfolgreich abschließen. Wenn man so will sind die ersten beiden Rennen Qualifikationen, während erst nach dem 3. Rennen und damit dem Finale die Punkte und Medaillen vergeben werden. Dieses Prozedere gilt auch für die Slope Style, Slalom oder Half Pipe Wettbewerbe. Sind die einfachen Events so schwer nicht, gibt es zumindest in den direkten Turnieren schon härtere Gegner. Auch weil hier oft gemischt wird und die Turniere eben nicht nur aus einem Event bestehen. Einmal gilt es innerhalb des Turniers z.b. einen Half Pipe Wettbwerb zu spielen, einen Slope Style Event und ein Rennen. Nur die Platzierung aus allen 3 Wettbewerben ergibt am Ende ein Gesamtergebniss. Wer da eine starke Schwäche hat wird Probleme bekommen. Zumindest was die Scorelastigen Wettbewerbe angeht darf die sogenannten Übertricks nutzen. Etwas über deren Umsetzung man stark streiten kann. Geben tut es im Spiel reichlich dieser Tricks, die man ebenfalls erstmal freischalten muß. Der Clou an der Sache ist das diese erst dann funktionieren, wenn die Groove Anzeige zumindest einmal gefüllt ist und darüber das Wort Über auftaucht. Jetzt könnt Ihr z.b. in der Luft A drücken und z.b. ein Z via Remote als Pointer frei zeichnen. Schafft man dies leuchtet das Z Symbol in kleinen Sternen über dem Boarder und es gibt ein paar mehr Punkte. Als Combo sind sie aber nicht wegzudenken um in den Half Pipe Wettbewerben zu bestehen. Machen könnt Ihr die überall, egal ob hier oder in einem Rennen. Steht man diese gibt es viel Energie für die Groove Anzeige neben den Punkten und somit z.b. auch reichlich Boost Energie in einem Rennen. Bei den Rennen ist Streckenkenntnis natürlich nicht das schlechteste. Hier werden alte SSX Spieler klar bevorzugt. Denn wie ich meine sind sowohl aus SSX 3, aus Tricky und auch aus On Tour Streckenabschnitte enthalten.

Auf der einen Seite macht es sich EA dabei zwar etwas leicht, auf der anderen Seite waren die Strecken seinerzeit ja nicht die schlechtesten. Vergleicht man alle Spiele rein vom Streckenumfang her, so ist Blur aber nur im Mittelfeld zu finden. Sowohl SSX 3 , als auch On Tour boten mehr Umfang in Sachen reiner Streckenführung. Das ist natürlich ein wenig schade. Eine knappe 30 Minuten Abfahrt wie in SSX 3, wenn man den ganzen Berg gefahren ist, wird man hier nicht erleben. Auch sind die Abkürzungen zwar vorhanden, aber auch nicht in dem Umfang wie in früheren SSX Spielen. Viele Abschnitte sind einfach linearer als früher. Hier bleibt z.b. On Tour der Gewinner dieser Rubrik. Vom reinen Schwierigkeitsgrad hat man im Spiel fast schon 2 Extreme. Die normalen Events empfinde ich fast schon als zu leicht, während zumindest die hinteren Turniere teils happige Vorgaben mit sich bringen. Gut das man mehrere Events pro Turnier mischt und manch dritter Platz in einem Einzelevent durch zwei Siege in anderen Aufgaben entschärft wird. Teils schwer, aber dadurch natürlich auch spaßig und anspruchsvoll. Die Spielzeit ist dabei ebenfalls geringer als in den Vorgängern. Sowohl On Tour, der auch wesentlich schwerer war, als auch SSX 3 boten im Gesamten mehr Spielzeit als SSX Blur. Wer natürlich alle 270 Items einsammeln will, erlebt auch hier monatelangen, wenn auch eintönige Spielzeiten. ;-) SSX Blur ist so im gesamten verglichen mit seinen Vorgängern in meinen Augen oberflächlicher, ohne das es ein schlechtes Spiel ist. Das will ich klar anmerken. Aber man hat Erfolge auf der einen Seite zu schnell und zumindest in Sachen Locations alles nach wenigen Stunden freigespielt. Was Zeit kostet sind die Turniere, die teils schön schwer gemacht sind. Aufgrund des geringeren Streckenumfangs ist der Freeride Modus nicht so fesselnd wie früher. Alles eben auf seichterem und weniger umfangreichen Niveau. Das Spiel macht aber dennoch eine Menge Spaß und lebt natürlich auch von der guten Steuerung. Seine Top Vorgänger SSX 3 und On Tour verdrängt er aber nicht.

Grafik & Sound....

Eines kann sich SSX Blur ebenfalls auf seine Fahnen schreiben. Es ist neben NfS Carbon vielleicht das farbenfoheste Spiel auf der Wii Konsole in Sachen Speed Genre. Wobei man hier ebenfalls 2 Welten erleben kann. Im 50Hz Modus erlebt der Spieler schon einige Ruckler auf manchen Streckenabschnitten, während das ganze via Component Kabel so gut wie fehlerfrei über den Screen geht. Sehr plastisch wirkende Charaktere und die schon erwähnten satten Farben erfreuen dann das Auge des Spielers. Effekte sind zwar nur leicht besser als in den Vorgängern, dennoch bringt die Gestaltung viel Atmosphäre. Vor allem die ersten beiden Berggipfel gehören dazu, während der 3.Berg lange in dichtem Schneetreiben gefahren wird, was natürlich weit weniger spektakulär aussieht. Highlights sind die teils riesigen Pipes, die inmitten eines Waldes eine gewisse Kälte suggerieren. Sonneneffekte, Fahrten in deren Untergang gehören ebenfalls zu den gelungenen Aspekten. Animationen sind reichlich vorhanden, sind aber auch nichts was man früher nicht schon gesehen hat. Gerade Movetechnisch spürt das hier und da. Dennoch ist die Grafik zumindest im EDTV/HDTV Modus fast fehlerfrei und atmosphärisch anzuschauen.

Neben der guten Spielbarkeit und gelungenen Optik ist der Sound aber das klare Highlight im Spiel. Zwar ist der Radio Moderator dezenter vorhanden als in SSX 3, dazu noch in englisch, kann aber mit seinem Gebrabbel während des Freeride überzeugen. Effekte sind reichlich vorhanden und gefallen im Schneetreiben. Komplett überzeugen kann die Musik. Auf der einen Seite zwar viele unbekannte Interpreten, aber durchgängig sehr passend zum Thema. Noch getoppt von der herausragenden Surround Qualität. Hier bringt Blur einen bisher auf der Wii Konsole kaum vorhandenen satten Raumklang mit. Wer über eine solche Anlage verfügt kann einiges mehr rausholen, als wenn man über die Boxen des TV Gerätes zockt.

Multiplayer....

Der Multiplayer ist mal wieder so eine Sache. Zu zweit könnt Ihr die einzelnen Events angehen, wobei euch die Rennen und Slopestyle Wettbewerbe zur Verfügung stehen. Vorteil das man bedingt durch eine leicht zurückgeschraubte Grafik einen schnellen und recht fehlerfreien Multiplayer bekommt. Nachteil leider mal wieder das man nur zu zweit agiert. Im Slopestyle logisch fehlen mal wieder die CPU Gegner in den Rennevents. Irgendwie mag EA keine CPU Fahrer. ;-) Das ist mal wieder schade und reduziert den Multiplayer auf eine Spaßangelegenheit für zwischendurch. Mehr ist er leider in SSX Blur nicht.

Fazit....

Auf der einen Seite ist SSX Blur ein Spiel das man so erwarten durfte. Eine gelungene Steuerung die auch mit Remote und Nunchuk gut beherrschbar ist. Ausnahme sind die Übertricks, die nur zum Teil sinnvoll ausführbar und damit auch brauchbar sind. Eine gelungene Atmosphäre, bedingt durch ansprechende Optik und einen sehr schönen Sound machen aus dem Spiel ein gelungenes Spiel. Die Erwartungshaltung die man aufgrund SSX 3 oder On Tour vielleicht mitbringt sollte man dennoch ein wenig herunterschrauben. Zum einen ist der Titel in Sachen Umfang nicht so ausgestattet wie seine Vorgänger und Spieler des 50Hz Modus werden über einige Ruckler schimpfen. Erst via Component Kabel geht das Spiel durchgehend flüssiger vonstatten. Snowboard Fans können in meinen Augen dennoch unbesorgt zugreifen. Spaß macht auch Blur reichlich. Epische Umfänge sollte man aber nicht erwarten und seine Vorgänger in den Schatten stellt SSX Blur ebenfalls nicht.

 

+ Steuerung/Steuersetups
+ Entwickelbarer Charakter
+ Freeride Modus
+ Teils anspruchsvolle Turniere
+ Gelungene Optik
+ Herausragender Raumklang
+ Streckendesigns
- Weniger Umfang als OT/SSX 3
- Ruckler im 50Hz Modus
- MP ohne CPU Gegner
- Übertricks bedingt brauchbar

GRAFIK: 83%

SOUND/EFFEKTE: 89%

MULTIPLAYER: 72%

GESAMTWERTUNG: 78%

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