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Wii Smarty Pants: Das Besserwisserspiel
 
 
Smarty Pants: Das Besserwisserspiel - Wii
Kilian Pfeiffer (01.03.2008)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Electronic Arts
GENRE: Partyspiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 4 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: K.E.
NUNCHUK: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Ja

   
Einleitung....

Die Frage nach der richtigen Antwort beschäftigt das Volk seit vielen Jahren. Insbesondere das Medium "Fernsehen" katapultierte das Genre der Quiz-Shows, in welchen man unter einer vorgegebenen Antwortriege die korrekte Lösung finden muss, in der Beliebtheitsskala weit nach oben. Moderatoren wie Jörg Pilawa oder Günter Jauch sind nicht umsonst seit Jahren auf angestammten Sendeplätzen mit den überaus beliebten Ratesendungen vertreten. Mit "Smarty Pants - Das Besserwisserspiel" bringt "Electronic Arts" ein vergleichbares Produkt für die Wii auf den Markt, das hinsichtlich seines Aufbaus beinahe ein Spiegelbild zu besagten TV-Shows darstellen könnte. Allerdings wird hier der Wert vor allem auch auf Mehrspieler-Partien gelegt - familiengerechte Unterhaltung mit Spaßgarantie! Das ist zumindest die Vorstellung des Entwicklers. Ob diese auch so verwirklicht wurde, stellen wir im heutigen Test fest.

Menus und die Story....

Ein fragenlastiges Spiel bedarf einer professionellen Eindeutschung - ohne diese wäre der Titel im wahrsten Sinne des Wortes für die Katz'. Allerdings kann man "EA" an dieser Stelle kaum etwas vorwerfen, haben sie den Titel doch sauber mit deutschen Texten ausgestattet. Denn immerhin warten laut Angabe des Entwicklers 20.000 Fragen auf den/die Spieler. Während des Testzeitraums konnten wir diese schier immense Anzahl zwar nicht überprüfen, können aber dennoch sagen, dass die bloße Zahl umfangreich sein muss. Übrigens wurden die enthaltenen Fragen speziellen Altersgruppen zugeordnet, so dass beispielsweise einem 50-jährigen teils andere Fragen untergejubelt werden, als einem 18-jährigen Mitspieler. Wie wir finden, ist das eine faire Angelegenheit und stellt somit sicher, dass der Wissensvorsprung im Alter ein wenig ausgeglichen wird.

Acht Fragen-Kategorien warten auf die Teilnehmer. Diese untergliedern sich in "Kultur", "Natur", "Technik", "Medien", "Sport", "Wissenschaft", "Deutschland" und "Welt". Dass der Titel lediglich mit der Wii-Fernbedienung gesteuert wird, ist nicht weiter schlimm. Denn die Auswahl der richtigen Antwort steht jederzeit im Mittelpunkt des Geschehens. Dennoch erwarten Euch ebenfalls "körperbetonte Fitness-Einlagen", die Ihr mithilfe der Wii-Remote erledigen sollt. Wirklich anstrengend sind diese letztendlich dann aber doch nicht ;-) . Zwar enthält der Titel einen Einzelspieler-Modus, dieser dient jedoch nur zu Trainingszwecken. Der Schwerpunkt liegt hingegen auf dem Multiplayer. Nur dort entfaltet sich das Spiel in der Art und Weise, wie es ein Titel dieses Schlages tun sollte. Seid Ihr auf der Suche nach Software, die auf einen Spieler zugeschnitten wurde, seid Ihr bei "Smarty Pants - Das Besserwisserspiel" leider an der falschen Stelle.

Das Gameplay....

Aufgrund der Tatsache, dass sich "Electronic Arts'" versoftetes Quiz vornehmlich mit Mehrspieler-Duellen befasst, lassen wir den Mehrspieler-Textteil am Ende unseres Tests direkt im Gameplay-Abschnitt einfließen. Es würde wenig Sinn machen ausführlich auf das Training, welches man nun mal nur als Einzelspieler durchlaufen kann, einzugehen, wenn doch der Mehrspieler-Part den eigentlichen Kern des Spieles ausmacht. Bevor wir auf Letzteren allerdings näher eingehen, schauen wir uns den "Solo"-Modus genauer an, der, wie gesagt, als Übungszentrum gilt. Hier dürft Ihr alle Fragenkategorien durchlaufen, selbstverständlich unter Anpassung an Euer Alter. Bevor also das Spiel startet, entscheidet Ihr Euch für einen vorgegebenen Spielerkopf (Miis sind nur in Multplayer-Partien möglich!), bestimmt Euer Alter und legt die Körpergröße fest. Auf was letztere Einstellung allerdings Auswirkungen hat, ist uns bislang nicht bewusst geworden. Entsprechend der Alterskategorien von acht bis 80 Jahren wirft der Titel teils einfache, teils knifflige, aber oftmals auch sehr spezielle Fragen auf. Was wir als gelungen erachten, ist die interne Speicherung Eurer Beantwortungen. Der Titel merkt sich - in den Mehrspieler-Auseinandersetzungen - welche Fragen gestellt wurden und ob Ihr eine Antwort darauf wusstet. So passt er innerhalb der Sessions den Schwierigkeitsgrad weiterhin an die jeweiligen Ansprüche des Spielers an und zeigt dadurch eine gewisse Intelligenz auf. Dies macht insofern Sinn, als dass Teilnehmer, die regelmäßig trainieren, von der Software erkannt und mit neuen Fragen bedacht werden - letztendlich ist die Ausgangsbasis also immer die gleiche, für jeden Mitspieler, jeden Alters.

Seid Ihr im "Solo"-Modus angekommen, gilt es das Tempo der nach unten tickenden Uhr zu wählen: ein langsames Spiel hält die Hektik und die Schwierigkeit der Fragen etwas in Schach, das mittlere Uhrtempo eignet sich für alle Altersklassen, wohingegen ein rasend schneller Zeitmesser zusätzlichen Anspruch vom Teilnehmer erfordert. Anhand einer Zeitlinie erkennt Ihr, wie weit die aktuelle Fragenrunde fortgeschritten ist und wie viel Zeit Euch zur Beantwortung übrig bleibt. Jede Frage hat ihren Ursprung in einer der acht Kategorien und lehnt sich an den zugrunde gelegten Schwierigkeitsgrad (Alter) an. Ein Beispiel gefällig? "Von welcher ‚New Rock'-Band kommt der Hit ‚Points of Authority'?". Antwort: "Linkin Park". Die Fragen der einzelnen Kategorien sind in der Tat sehr vielschichtig und decken alle nur erdenklichen Bereiche umfassend ab. Hier bietet der Titel im Vergleich mit anderen Quiz-Spielen ein lobenswertes Sammelsurium an kniffligen und witzigen Fragestellungen. Die Wii-Version von "Wer wird Millionär" sieht neben vorliegendem Titel ziemlich klein und verletzlich aus…

Dennoch liegt das Hauptaugenmerk auf den Mehrspieler-Modi, wobei wir uns im Folgenden den "Familie"-Modus genauer ansehen werden. Hier wird von den Teilnehmern gruppendynamisches Teamplay abverlangt. Auch mit nur einer Wii-Fernbedienung dürft Ihr gemeinsam antreten und Euer versammeltes Wissen preisgeben, doch davor solltet Ihr die Menge an zu beantwortenden Fragen festlegen. Empfehlen können wir aber trotzdem, dass jedem Spieler eine eigene Wii-Remote spendiert wird, denn die Weitergabe ist mit der Zeit eine nervige Angelegenheit. Erneut tickt eine Zeitleiste am oberen Bildschirmrand mit, allerdings schenkt Euch das Spiel nach Beantwortung von vier Fragen in Folge einen kleinen Zeitbonus. Ebenso ist es angebracht diverse Gesten im richtigen Moment durchzuführen. Dies ist besonders dann von Vorteil, wenn ein Mitspieler bei der Beantwortung seiner derzeitigen Frage nicht weiter kommt, dennoch aber der Zeitbalken gen "0" tickt. Seine Gruppenmitglieder sollten dann, je nach Aufforderung am Bildschirm, Gesten ausführen, wie beispielsweise das Schütteln der Wii-Fernbedienung oder das Winken mit derselben. Auch Tanzeinlagen und Sprünge verhelfen dazu, dass der Zeitfluss ein wenig gebremst wird und dem nachdenkenden Mitspieler mehr Zeit verbleibt. Ab und an erwarten Euch im "Familie"-Modus spielerische Einheiten, die zusätzliche Sekundenpakete versprechen, indem Ihr an einem Team-Tauzieh-Wettbewerb teilnehmt oder im Freestyle-Tanzwettbewerb so viele unterschiedliche Gesten als nur möglich ausführt.

Im "Freunde"-Abschnitt geht es um die Wurst, in diesem Fall gegen bis zu drei Mitspieler. Ob "Countdown" oder "Einsatz" bleibt Euch überlassen, jedoch sind die spielerischen Unterschiede so groß, dass eine Klärung an dieser Stelle vonnöten ist. Auch die Spiellänge wird in diesem Modus wesentlich, denn eine Stunde kann eine Partie unter Freunden ohne weiteres andauern. Auch die eigenen Miis kommen hier zum Einsatz, ein Profil darf erstellt und das Antlitz seiner Freunde dem Speicher hinzugefügt werden. Habt Ihr Euch für "Countdown" entschieden, bringen Fragen besonders viele Punkte, sofern Ihr diese so schnell als möglich beantwortet habt. Überlegt Ihr zu lange, verschwinden wertvolle Zähler. Der "Einsatz"-Modus hingegen lässt die Teilnehmer an einem Minispiel teilhaben, bei welchem, ähnlich einer Schießbude, Ziele abgeschossen werden und folglich der Punktewert der nächsten Frage ermittelt wird. Da alle Spieler teilnehmen, können sich diese, angesichts der unten angeführten, folgenden Kategorie, entscheiden, wie hoch der Wert ausfallen soll. Ziele mit negativen Zahlenwerten tauchen hier ebenso auf wie positive Zahlen-Scheiben. Zum Ende des Minispiels hin wird der Minimalwert einer Frage auf 50 Punkte festgelegt, allerdings kann es hier durchaus zu eifrig geführten Schießereien kommen, denn jemand, der in der Kategorie "Sport" sich wissend einschätzt, will selbstverständlich einen höheren Punktwert kassieren, als ein Spieler, der mit Sport nichts am Hut hat. Wer allerdings die Antwort auf eine Frage weiß, sollte erst einmal buzzern (durch eine schnelle Bewegung der Wii-Fernbedienung) und dann die richtige Antwort geben. Liegt er falsch, notiert das Spiel Minuspunkte auf dem Konto des jeweiligen Teilnehmers. Besonders gefährlich: wenn man buzzert und zusätzlich noch falsch liegt. Der Gang in's Gefängnis mit verzögerter Antwortmöglichkeit ist dann die Folge. Übrigens existieren im Spiel so genannte Herausforderungskarten, die man immer mal wieder erspielt und jederzeit einsetzen darf. So könnt Ihr Euren Gegnern diffizilere Fragen zuschustern, Fragenkategorien wechseln, Antworten löschen und selbst eine einfachere Frage beantworten. Ein zusätzlicher Zeitrahmen und das Stehlen einer Frage sind weitere Möglichkeiten für sich einen Vorteil herauszuarbeiten. Allerdings können Herausforderungskarten nur ausgespielt werden, wenn Ihr - wie der Name schon sagt - eine Herausforderung gewinnt, sei es das Tauziehen oder die Schießbude.

Grafik & Sound....

Quiz-Titel sind in der Regel ziemlich unspektakulär in Szene gesetzt, da Textkästen kaum einen Anspruch auf effektvolle Präsentation aufweisen. Ob Kategorien-Glücksrad, Schießbüdchen oder verrückte Tanzeinlage - die Mii-Charaktere haben ihren eigenen Grafikstil, die Hintergründe sind Durchschnittsware. Grafisch ist der Titel, nüchtern betrachtet, daher kein Schmankerl, eignet sich in seiner Darstellung aber optimal für einen Fragen/Antwort-Titel. Da nicht viel geboten wird, fällt der zu vergebende Wert relativ niedrig aus.

Selbst wenn die Präsentation keine Berge versetzen kann, ist die Musik ein Faktor, der in den meisten Fällen als Ausgleich dient und oftmals gehörig zur spielerischen Atmosphäre beitragen kann. Durchschnittlich stellt sich die musikalische Gesamtpräsentation von "Smarty Pants - Das Besserwisserspiel" dar, wohingegen die gelegentlichen Einwürfe des deutschen Kommentators überzeugen können. Bedauerlicherweise hat man es nicht geschafft die Fragen in gesprochener Weise auf die Disk zu bannen. Dies hätte einen genialen Eindruck verschafft, wäre aber aufgrund der Vielzahl ein schier unlösbares, teures Projekt geworden.

Fazit....

Euch gefallen Quiz-Games und Mehrspieler-Titel? Ihr messt Euer Wissen gern mit anderen Mitspielern, erfreut Euch an kleinen Minispiel-Einlagen und kennt Schadenfreude ähnlich gut wie Eure Unterhosen? Dann ist "Smarty Pants - Das Besserwisserspiel" wohl genau das Richtige für gemütliche Wochenenden für bis zu vier Spieler. Unzählige Fragen unterschiedlicher Schwierigkeitskategorien, witzige Modi und nette Einfälle überzeugen und lassen den Kauf lohnenswert erscheinen. Zwar hätte man noch mehr Minispiele in den Titel integrieren können, allerdings sind die Herausforderungskarten eine recht gelungene, wenn auch schwachbrüstige Alternative. Mehrspieler-Freunde greifen zu, für Solisten bietet der Titel hingegen kaum spielenswerte Inhalte.

 

+ 20.000 Fragen
+ gelungener Mehrspieler-Modus
+ Herausforderungskarten
+ anpassender Schwierigkeitsgrad
- für Einzelspieler nicht geeignet
- auf Dauer zu wenig Abwechslung

GRAFIK: 50%

SOUND/EFFEKTE: 69%

MULTIPLAYER: 76%

GESAMTWERTUNG: 70%

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