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Wii The Sky Crawlers: Innocent Aces
 
 
The Sky Crawlers: Innocent Aces - Wii
Jens Morgenschweiss (07.04.2010)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Namco
GENRE: Action
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 87 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-6
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 12+
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

The Sky Crawlers ist eine Dog Fight Simulation, welche ihren Ursprung in der Anime Welt hat. Daher ist der Bezug auf Realitätsnähe der Neuzeit schlichtweg nicht vorhanden. Wer vorhat, sich mit einer F 18 heiße Duelle in der Luft zu liefern, der sollte eher auf dem PC Sektor suchen. Hier wird man in eine fiktive Gegenwart gehievt und muss sich mit "alten" Mühlen im 1 gegen 1 Duell mit dem Gegner messen. Hier zählt noch das Augenmaß und nicht die Wärmesensoren der Luft-Luft Rakete.

Menus und die Story....

Die Story ist ebenso abgedreht, wie die Konfliktparteien des Spiels. Wir leben in einer Welt ohne Kriege. Das an sich tolle Szenario wird nur durch den Aspekt getrübt, das ohne Krieg ein ganzer Wirtschaftszweig am Boden liegt. Und da sich mit Kriegen verdammt viel Geld verdienen lässt, gehen sich in dem Spiel zwei riesige Unternehmen gegenseitig an die Gurgel. Um die wahrscheinlichen Verluste ein wenig auszugleichen, hat man mit den "Kildren" eine Alternative geschaffen. "Kildren" sind genetisch bearbeitete Kinder, die ausschließlich im Kampf sterben können. Als Mitglied der "Rostock Corporation" bist du auf der Hariyu Basis stationiert und musst dem Gegner empfindliche Verluste beibringen. Dabei geht es aber nicht ausschließlich um Luftkämpfe, sondern man muss auch Flottenteile versenken, Panzer und Flakstellungen einstampfen oder simple Zeltlager und Nachschubflieger eliminieren. Doch auch einfache Aufgaben müssen erledigt werden, wenn man neue Rekruten eskortieren oder gegnerische Gebäude fotografieren muss. Das vorhandene Spektrum ist hier reich gefächert und teilweise recht anspruchsvoll.

Das Menu ist mit seinem äußeren Erscheinen sehr schlicht. Mit dem Storymodus und den freien Missionen hat man dem Spieler zwei Möglichkeiten geschaffen, seine fliegerischen Fertigkeiten unter Beweis zu stellen. Vor dem ersten Feindflug ist das angebotene Tutorial aber Pflicht. Hier lernt der Flugnovize den Umgang mit seinem Arbeitsgerät und den Möglichkeiten, Manöver auszuführen. Ein kleiner Kritikpunkt hierbei ist aber, das man im Tutorial nur mit der normalen Steuerung vertraut gemacht wird. Der Classic Controller oder das alte Game Cube Pad finden keinerlei Beachtung. Die Belegung der Tasten wird dem Handbuch überlassen. Hier hätte man ein wenig Vielfältigkeit walten lassen können. Die Datenanzeige bringt Sonne in jedes Statistiker Herz. Hier werden zum Beispiel alle Medaillen gelistet, die der Pilot eingesackt hat. Aber auch die Flugzeit, Zahl der Abschüsse und zerstörten Bodenziele kann man hier raus lesen. Welches war das bevorzugte Flugzeug und wie hoch was die Trefferquote und wie oft war man selbst Opfer des Luftkampfes. Ihr seht, es gibt eine Menge Daten, die man sich hier ansehen kann. Die Optionen können nicht nur die Bildschirmeinstellungen beeinflussen, sondern hier kann auch jeder nach seinem eigenen Ermessen Flugmanöver festlegen. Acht Manöver können auf dem Controller verteilt werden, welche von dem Slice Turn bis zur Fassrolle reichen. Und wer sich völlig verhauen hat und nicht mehr weiß, wie die Grundeinstellungen waren, der kann über den Menupunkt "Standardeinstellungen" alles wieder auf 0 setzen.

Das Gameplay....

Hat man sein Tutorial erfolgreich beendet, kann man sich in der Story versuchen. Zuvor entscheidet man sich für einen der drei Schwierigkeitsgrade und kann dann loslegen. Man sollte aber beachten, das man während des Spiels, die Schwierigkeitsgarde nicht mehr ändern kann. Also nicht gleich auf Schwer loslegen, denn so wird es schwieriger, die Gegner auf den Boden zurück zu bringen. Gerade am Anfang, wenn das Manövrieren noch nicht ganz so locker von der Hand geht, wird man schnell Opfer eines vorwitzigen Gegners. Was schon im Tutorial für Stirnrunzeln sorgte, ist die vertauschte Controller Haltung. Sprich die WiiMote wird mit links gehalten und der Nunchuk in die rechte Hand genommen. Dabei fungiert die WiiMote als Gashebel, während der Analogstick des Nunchuk´s die Bewegungen ausführt. Nach einer mehr oder weniger kurzen Eingewöhnung, geht das aber relativ locker von der Hand.

Alle wichtigen Funktionen werden auf die jeweiligen Tasten verlagert, wie die Karte (Minus Knopf), die Kamera (Plus Knopf) oder das automatische Ausrichten der Maschine in die Horizontale (2 Knopf). Die Ziele wechseln kann der Pilot mit dem Steuerkreuz, welche dann auf dem Radar optisch dargestellt werden. Die wichtigste Funktion ist aber das taktische Manöver, welches mit der A Taste ausgeführt wird. Beim Verfolgen eines Gegners in einem Manöver lädt sich eine Leiste für das taktische Manöver in drei Phase auf. Wenn man nun die A Taste drückt, wird man automatisch in einem spektakulären Manöver hinter die gegnerische Maschine gebracht und man kann nun relativ leicht den Feind aus seinem Alumantel holen. Je höher die TMC Leiste gefüllt ist, desto näher und zielsicherer wird man hinter dem Gegner abgesetzt. Mit den drei Buchstaben TMC fällt auch sofort die Bezeichnung Simulation für das Spiel in den Bach. Nun können wir sicher sein, das es sich um einen reines Arcadespiel handelt. Für eine Simulation hätte es auch noch ein wenig mehr bedurft, als die einfachen Flugmanöver und den Strömungsabriss (Stall). Aber das soll uns nun nicht weiter belasten. Auf dem Nunchuk bewegen wir nun zum einen den Flieger und feuern zum anderen auch unsere Waffen ab. Dabei gibt es natürlich eine Primärbewaffnung, was die großkalibrigen MG´s sind und die Sekundärwaffen, die wir im Hangar Missionsabhängig ausgewählt haben. Das können Bomben oder Torpedos sein oder für die reine Luftschlacht Explosivgeschosse.

Wer bei die Bewaffnung liest, kann sich vorstellen, das man hier und da auch mal seinen Flieger aufmöbeln muss. Wenn man seine Missionen ordentlich und punktereich beendet hat, werden Upgrades für die Flugzeuge oder gleich ganz neue Modelle verfügbar. Welche Auswirkungen die Upgrades haben, kann man im Hangar ausprobieren und bekommt in einer Grafik gleich angezeigt, was sich verbessert und verschlechtert. Bei einer fetteren Panzerung ist es logisch, das sich der "Hobel" ein wenig träger und langsamer fliegt. Deswegen sollte man beim Missionsbriefing immer schön aufpassen, was das Ziel der Operation ist und wie man den Vogel am besten ausrüstet. Im Luftkampf trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Wer mit dem Classic Controller oder dem Cube Pad fliegt, nimmt sich selbst noch was von der Atmosphäre des Spiels. Natürlich werden die Bewegungen beim manövrieren mit WiiMote und Nunchuk hektischer und auch ein wenig ungelenker, aber schließlich sitzen wir hier nicht in einer S-Klasse auf der Autobahn.

Jagdflugzeuge sind von Natur aus schneller und beweglicher als Jagdbomber. Das Ziel, möglichst viele Gegner vom Himmel zu holen, lässt sich aber mit allen Flugzeugtypen bewerkstelligen. Wer ganz schnell seine Mission abschließen will, der kann sich auf die extra markierten Gegner konzentrieren. Meist sind es 6 - 8 Vice Maschinen, die als primäres Ziel gelten. Sie sind ein wenig besser, was Manöver und Zielgenauigkeit anbelangt. Doch der Reiz ist es, alles abzuschießen, was nicht zu unserer Staffel gehört. Das schlägt sich ja auch auf die Punktwertung nieder, die man am Missionsende bekommt. Gerade wenn viele Gegner in der Luft sind, sollte man sich nur auf ein einzelnes Ziel konzentrieren. Immer schön dahinter setzen, warten bis das Fadenkreuz groß wird und Feuer frei. Die Primärbewaffnung ist unbegrenzt vorhanden, während die Sekundärwaffen nur begrenzt Munition mitführen. Wer es dennoch mit den Feuerstößen übertreibt, der schießt seine Waffe heiß und kann für ein paar Sekunden nicht feuern.

Das Spiel fängt recht beschaulich an, steigert dann aber seine Intensität, was die Schwierigkeit angeht. Gerade ein Level ist mir in Erinnerung geblieben, wo der Hass übermächtig wurde. Nachdem wir einige Anlagen fotografiert haben und auf dem Weg nach Hause waren, kamen feindliche Flugzeuge, die die Staffel angriffen. Nun sollte man doch annehmen, wenn man schon mit einem trägen Flieger unterwegs ist, das alle schnell das Weite suchen. Aber mitnichten! Alle kreiselten über dem Feindgebiet und jammerten, das sie Gegner am Heck hätten, aber helfen konnte nur man selbst. Die anderen "standen" in der Gegend und sahen zu. Nun musste man hintereinander seinen vier Wingman seine Verfolger wegschießen. Hatte man Pech, dann stürzte der letzte ab und der Mist begann von vorn. Als ob ich der einzige war, der ein MG bedienen konnte. Das war schon hässlich.

Grafik & Sound....

Optisch bekommt der Spieler ein schnelles Spiel, welches zwar nicht mit grafischen Highlights aufwartet, dafür mit sauberer und ruckelfreier Flugaction. Man hätte sich ein paar mehr Wolken gewünscht, wo man sich auch mal verstecken kann. Die Landschaft sieht von oben ganz gut aus, aber je näher man es sich betrachtet, desto unsauberer wird sie. Auf der anderen Seite, wer so weit unten ist, lebt nicht lange genug um sich darum Gedanken zu machen. ;-) Dafür ist jede Menge Abwechslung geboten, was das Gelände betrifft. Wälder, Berge, Flüsse und Schluchten und kleine Städte und Fabriken.

Akustisch ist das Spiel eher von der ruhigen Natur. Leise Klänge begleiten uns auf unseren Flügen, die nur vom Wummern der Waffen und dem dröhnen der Motoren "gestört" wird. Die Sprachausgabe im Briefing und auch der Funkverkehr sind komplett Englisch, was aber mit deutschen Untertiteln belegt ist. Die Fluggeräusche und die unterschiedlichen Tiefen der verschiedenen Waffensysteme machen einen sehr authentischen Eindruck.

Fazit....

The Sky Crawlers ist ein kurzweiliges Spiel, bei dem die Action ganz im Vordergrund steht. Es ist ansprechender, eine 1 zu 1 Situation zu fliegen, als der neumodische Schnickschnack mit Raketen und Nachbrenner. Die Story ist zwar sehr weit hergeholt, ist aber nur unterstützend zum Spiel, damit die Aufträge und Missionen untermauert werden. Die Steuerung ist anfänglich ungewohnt durch den Controllertausch, lässt sich aber beherrschen. Wer es gar nicht hin bekommt, der kann ja auf die Alternativen umschwenken. Der Multiplayer, wenn man ihn überhaupt so bezeichnen kann, ist kein Kaufgrund. Der zweite Spieler übernimmt die Rolle des WSO (Waffensystem Offizier). Er darf also schießen, während der andere fliegt. Na ja, eigentlich nicht erwähnenswert. Flugaction und Missionsabhängiges Ausrüsten des Fliegers stehen hier im Vordergrund. Leider verflacht der Anspruch mit der CC Steuerung. Auch wenn es ein paar Missionen mehr hätten sein dürfen, ist eigentlich kein Grund vorhanden, zu meckern. Optisch, akustisch und auch spielerisch bekommen wir ein sehr solides Game, welches die Fahne des Genres auf der Wii weit oben hält.

 

+ schöne Umgebungsgestaltung
+ ordentliche Flugaction
+ Upgrades und neue Flugzeuge
+ gute Geräuschkulisse
+ viel Missionsabwechslung
- englische Sprachausgabe
- Cockpitsicht unübersichtlich
- Multiplayer, der keiner ist
- Storysequenzen etwas zu lang

GRAFIK: 76%

SOUND/EFFEKTE: 70%

MULTIPLAYER: 40%

GESAMTWERTUNG: 74%

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