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Wii Samba de Amigo
 
 
Samba de Amigo - Wii
Kilian Pfeiffer (05.01.2009)

SYSTEM: Wii-PAL
PUBLISHER: SEGA
GENRE: Musikspiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-10
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
PAY&PLAY: Ja
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Ja/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Ja

   
Einleitung....

Herzlich willkommen in Südamerika! Hier ist das Leben noch lebenswert, die Menschen freundlich, das Wetter schön. Probleme gibt es so gut wie keine. Zumindest nicht in „Samba de Amigo", dem aktuellen „Sega"-Titel, der wie für die Wii prädestiniert scheint, auch wenn der Grundstein bereits vor einigen Jahren gelegt wurde – damals noch auf einer „Sega"-Konsole, dem Dreamcast. Nun optimiert für die Wii, werden all jene User glücklich, die nicht nur einen Partner zum gemeinsamen Multiplayer-Spiel, sondern auch diejenigen, welche die separaten „Maracas for Wiimote" geordert haben. Unsere Wertung basiert auf der Verwendung der Plastikrasseln – ohne diese könnt Ihr fünf Prozentpunkte von der Gesamtwertung subtrahieren. Die Maracas gehören zu „Samba de Amigo" einfach dazu. So wie Butter eben auf’s Brot gehört. Ohne alles schmeckt eine Brotscheibe bei weitem nicht so köstlich...

Menus und die Story....

Wow, was für ein Sommer-Feeling! Beinahe so, als ob man mit einem motorisierten Gefährt bei „Mario Kart Wii" am Strand entlang rauschte. Einzigartig ist die Atmosphäre des „Sega"-Titels – ein solch angenehmes Ambiente, so viel Fröhlichkeit und gute Laune gibt es sonst nur während des brasilianischen Karnevals. Allein die bunten Farben, die Euch im Hauptmenü erwarten, verdeutlichen bereits nach kürzester Zeit, dass „Samba de Amigo" auf Euer Gemüt abzielen will, Euch ein Lachen ins Gesicht zaubern möchte. Mithilfe von sportlicher Betätigung und selbstverständlich mit unzähligen Ohrwurmhits, die die Software mit sich bringt. Im Wi-Fi-Special zeigen wir Euch des Weiteren, wie Ihr an kostenpflichtigen Zusatzcontent kommt. Der erste Titel für die Wii, der das „Pay & Play"-Feature unterstützt. Aber dazu im separaten Wi-Fi-Teil mehr!

Zur Steuerung: Die spaßbringendste Variante ist definitiv der Einsatz zweier Maracas, die von „Speed-Link" veröffentlicht werden (siehe dazu ebenfalls ein separater Zubehörartikel!). Im Set gekauft, kosten die Maracas rund 20 Euro, erhöhen den Spielspaß aber deutlich. Nur mit den Wii-Fernbedienungen respektive einer Wii-Remote und einem Nunchuk macht das Spiel bei weitem nicht so viel Fun. Eigentlich logisch – Rhythmus, Strand-Feeling, heiße Körperbewegungen sind alles Dinge, die durch die rasselähnlichen Schüttelbedienungen wenigstens im Kopf des Spielers Realität werden. Umso besser, wenn die eigene Freundin plötzlich mit den Hüften kreist und einen heißen Lamdada auf’s Parkett legt. Man wird ja noch mal träumen dürfen… „Samba de Amigo" bereitet vor allen Dingen im „Multispieler" Laune, im „Einzelspieler" und der „Karriere" kommt aber dennoch Spaß auf. Langanhaltend ist dieser aber ganz besonders innerhalb von Mehrspieler-Partien. Übrigens vorbildlich, dass die Entwickler dem Titel sehr ausführliche, praktische Trainingslektionen spendiert haben. So kommen selbst Rhythmusidioten in die Gänge.

Das Gameplay....

Die Sonne scheint, Amigo hat frei, alles scheint hervorragend zu laufen. Als er die Maracas im Schaufenster eines Geschäfts ausmacht, wird ihm ganz warm ums Herz. Mit den Rasseln im Gepäck ist es keine Schwierigkeit mehr, berühmt zu werden, ähnlich seiner Schwester Amiga, die sich bereits einen Namen gemacht hat und mit ihrem Luftschiff rund um den Globus unterwegs ist. Amigo und seine Maracas – eine erfolgversprechende Mischung, so meint man. Allerdings habt Ihr als Spieler hierzu eine ganze Menge beizutragen. Denn im Grunde ist es gerade Euer Rhythmusgefühl, das Amigo an sein Ziel bringen soll: der berühmteste Maracas-Künstler überhaupt zu werden!

Bereits das Charakterdesign lässt vermuten, wie abgedreht das exklusive Wii-Spiel ist, wie teils chaotisch die Einfälle sind, die den Titel zu dem machen, was er ist – ein Rhythmusspiel mit einer hervorragenden Musikuntermalung, eingebettet in ein bonbonbuntes Gewand, das selbst dem miesepetrigsten Zocker ein Lächeln auf die Lippen zaubern dürfte. Vor allen Dingen die „Karriere" tut es einem an. Diverse Herausforderungen in vier unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden („Einfach", „Normal", „Schwer", „Superschwer") warten hier auf ein erfolgreiches Spiel. Jede Herausforderung (gewöhnlicherweise aus fünf Songs bestehend) bietet unterschiedliche Songs, aber verständlicherweise auch einen ganz eigenen Anspruch. Vor allen Dingen die Härtegrade „Schwer" und „Superschwer" sind einfach nur mörderisch. Warum, wollen wir Euch im Folgenden erklären.

Der spielerische Ablauf ist zwar immer derselbe, dennoch existieren diverse Gameplay-Inhalte, die es zu entdecken gibt. Ausgehend von einem zentralen Punkt auf dem Bildschirm, fliegen Kugeln in sechs verschiedene Richtungen. Sechs farbige Kreise befinden sich dort, die sozusagen als Ziele dienen. Sobald sich eine der Kugeln überhalb eines Kreises befindet, solltet Ihr Eure Maraca in eben dieser Position zu schütteln beginnen, um Punkte zu kassieren. Entweder Ihr haltet die Rasseln seitlich vom Körper, streckt sie nach oben oder bewegt sie nach unten. In diesen Positionen ist das Schütteln möglich, oft müsst Ihr beide Hände auch unterschiedlich einsetzen, da die Kugeln keine Regelmäßigkeit mit sich bringen. Und genau das ist die Schwierigkeit in den höheren Stufen. Macht das ganze zu Beginn noch ziemlich viel Spaß, verkommt das Geschehen später zum „Glückspoker". Das liegt mitunter auch daran, dass die Positionserkennung der Wii-Fernbedienung nicht immer einwandfrei funktioniert. Zur Abwechslung tragen vor allen Dingen die diversen Figuren bei, die Ihr nachahmen müsst. Ein wenig mit den Maracas winken, dann wild nach oben und nach unten fuchteln oder einfach rasend schnell schütteln was das Zeug hält. Insbesondere fette Kombos, sozusagen sehr lange Trefferserien sind erstrebenswert, Folgen von Treffern, die Euren Rang nach oben katapultieren und einen tollen Punkte-Highscore generieren.

Aber nicht nur die „Karriere", sondern vor allen Dingen auch die „Einzelspieler"-Modi bereiten ungemein Spaß. Hier geht es klassisch wie seinerzeit auf der „Sega"-Konsole zu Werke oder im „Überleben" darum, so viele Songs als möglich erfolgreich hinter sich zu bringen. Ob im „Wettkampf" gegen die CPU oder einen menschlichen Kontrahenten, im „Schnellspiel" für zwischendurch oder innerhalb sieben zusätzlicher Minispiele – „Samba de Amigo" rockt das Haus. Allerdings können die Minispiele nicht mit dem Rest des Titels mithalten. Steine per Rassel zu zerschlagen, Bonbons aus Pinatas herauszuprügeln und Posen nachzuahmen und das Tanzbein zu schwingen, sind ganz nett, mehr aber auch nicht.

Grafik & Sound....

Was für ein bonbonbuntes Effektfeuerwerk! Einfach nur toll, dem Treiben auf dem Bildschirm zuzusehen. Im Hintergrund, von dem man sowieso kaum etwas mitkriegt, geht die Post ab, es wird getanzt, Frohsinn und Heiterkeit beherrschen das Spielgeschehen. Klar, eine ähnliche Darstellung wäre auch seinerzeit auf dem Gamecube möglich gewesen, aber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Also alles toll in „Samba-Land"!

Zum Sound kann man nur eifrig in die Hände klatschen und trotz der Coverversionen ein großes Lob an die bei der Auswahl Verantwortlichen aussprechen. Über 40 Songs kommen zum Einsatz, alles was das Herz an südamerikanischer Mucke begehrt, dröhnt aus den TV-Ausgängen. Besonders gut gefiel uns auch die deutsche Moderatorin, die durch die Tutorials führt und in angenehmer, sonorer Stimme Ratschläge verteilt. Ohrwürmer noch und nöcher, zusammengestutzt auf ohrgerechte Akustikhappen! Ein echter Burner in Sachen Sound!

Multiplayer....

„Samba de Amigo" ist sich seiner sicher, ein waschechter Multiplayer-Titel zu sein. Bis zu vier Spieler treten bei unterhaltsamen Partien gegeneinander an oder versuchen sich in kooperativem Gameplay („Hals über Kopf"). Der Bildschirm wird hierbei in zwei Abschnitte unterteilt – für jeden Teilnehmer einer. Selbstverständlich kommt hier das „Ich-bin-der-beste"-Spielgefühl bereits nach kürzester Zeit auf. Allein ein paar Kugeln mehr getroffen zu haben, spornt zu ausgiebigem Jubel an. Im Einzelspieler wird der Titel dagegen nach wesentlicher kürzerer Zeit monoton, Gruppen haben hingegen auch nach Wochen noch eine Menge Spaß. Das klassische Mehrspieler-Game eben!

Fazit....

Ihr wollt mit dem Kumpel von nebenan nach Südamerika reisen? Spart es Euch und holt Euch „Samba de Amigo" samt der Maracas von „Speed-Link". Dieses Duo ist in Sachen Multiplayer unschlagbar und bereitet Euch über Wochen beste Unterhaltung! Im Singleplayer hingegen geht die Motivation leider recht schnell flöten, nicht zuletzt deshalb, weil der Schwierigkeitsgrad immens ansteigt und die Wii-Remote-Erkennung in späteren Schwierigkeitsgraden zu wünschen übrig lässt. Anders ausgedrückt: Wegen der unzähligen Kugeln wird das Game beinahe unspielbar, weil Ihr nicht mehr wisst, in welcher Position Ihr als nächstes schlagen sollt. Genial wäre auch ein „Wi-Fi"-Multiplayer gewesen, aber das war wohl zu diffizil, dies umzusetzen. Die Funktion, Songs downzuloaden („Pay & Play"), ist zwar ehrenwert, aber teuer zugleich. Es sollte also jeder selbst entscheiden, Zusatzcontent aus dem Netz zu ordern. Auf jeden Fall ein gelungenes Stück Software von „Sega"!

Das Mag64 Wii Wi-Fi Special
Hier findet Ihr Infos zum Online Gameplay zu Samba de Amigo.(Voraussetzungen/Möglichkeiten)

 

+ über 40 Songs
+ mit Maracas weitaus mehr Fun
+ geniale Musik
+ spaßiger Multiplayer
+ bonbonbunte Grafik
- lahmer Singleplayer
- später kaum zu meistern
- „Pay & Play" ziemlich teuer
- keine Story

GRAFIK: 70%

SOUND/EFFEKTE: 85%

MULTIPLAYER: 84%

GESAMTWERTUNG: 79%

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