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Wii Sim City Creator
 
 
Sim City Creator - Wii
Jens Morgenschweiss (05.08.2009)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Electronic Arts
GENRE: Simulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 127 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-8
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.25 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Nachdem uns die DS Version schon gefallen hat, müssen wir überprüfen, was die Wii Variante drauf hat. Auf Grund der technischen Möglichkeiten verspricht man sich ja eine etwas komplexere Simulation. Das sich die Wii Steuerung geradezu anbietet für die Art von Spielen, lässt die Hoffnung für ein langes und ausgiebiges Spielvergnügen natürlich steigen.

Menus und die Story....

Die Story hat sich eigentlich seit Jahr und Tag nicht großartig geändert. Ihr werdet Bürgermeister eurer Stadt und müsst dafür Sorge tragen, das sich die City richtig gut entwickelt, die Bürger alles das haben, was man für ein sorgenfreies Leben benötigt und natürlich muss eure Stadt rentabel sein. Das heißt, die Steuern, die die Menschen, Gewerbetreibenden und Industrieelle zahlen, müssen ausreichen, eure Infrastruktur am Leben zu erhalten. Das beinhaltet, das alle Ausgaben der öffentlichen Hand, wie Polizei, Feuerwehr, Bildungssystem und Gesundheitswesen davon gedeckt werden können und ihr trotzdem noch genügend Geld zur Verfügung habt, um die Stadt zu erweitern und zu verbessern. Was recht einfach klingt, daran zerbrechen in der Realität die meisten Bürgermeister und Stadträte. Natürlich muss man zum spielen kein Wirtschaftsdiplom besitzen, meist reicht schon gesunder Menschenverstand. Alles was das Herz begehrt finden wir auf Anhieb im Hauptmenu. Neben dem freien Modus, wo wir uns hauptsächlich aufhalten werden, kann man sein Geschick noch in vorgefertigten Missionen versuchen. Dabei werden an den Spieler unterschiedliche Anforderungen gestellt. So muss man zum Bsp. lediglich eine bestehende Stadt nur mit Strom versorgen oder neue Zonen zu platzieren, endet aber mit dem ausradieren einer ganzen Stadt. Die Schwierigkeiten in den Missionen sind die unterschiedlichen Budgets, die uns zur Verfügung stehen. Alles in allem sind diese Missionen aber nur eine Abwechslung zum normalen Spiel. Sie dauern weder lange noch sind sie wirklich schwer.

Im Fotoalbum können wir unsere Schnappschüsse, die wir während des Spiels gemacht haben, noch einmal ansehen und auch eine kurze Historie unserer Stadt nachlesen. Für die Rubrik "Sammlung" muss man sich ein wenig Zeit nehmen. Hier kann man sich alle Gebäude, Fahrzeuge, Hintergrundmusikstücke und Assistenten ganz genau ansehen. Man kann sie heranzoomen und drehen u.s.w. Das finde ich eine gelungene Sache, weil man im Spiel selbst nie so einen Blick auf diese Dinge werfen kann. Der Wettbewerbsmodus bringt auch noch wenig Abwechslung in die Sache. Hier kann der Spieler sich aus mehreren Rubriken einen Wettbewerb aussuchen und nach diesen Vorgaben seine Stadt bauen. Er hat dafür 100 Jahre Zeit um seine Einwohnerzahl auf 300 000 zu pushen, eine extrem rentable Stadt zu bauen oder einfach nur eine hohe Lebenserwartung zu schaffen. Diese Kreation kann er dann online stellen und sich mit anderen "Creatoren" messen und vergleichen. Die Einstellungen in den Optionen sind eher marginal, neben den obligatorischen Lautstärken kann man noch Straßenmuster festlegen und Rastereinstellung vornehmen. Ferner kann man hier auch seinen einen Spielstand löschen. Ob und wie sich das Spiel nun in der Praxis handhaben lässt, kann man eigentlich nur im freien Modus auschecken. Und da gucken wir nun mal rein.

Das Gameplay....

Bevor wir losgelassen werden, müssen wir erst einmal unsere Stadt einen Namen geben und uns natürlich auch. Auf einem wenig aussagefähigen Kartenausschnitt legen wir die Größe der Spielfläche fest und platzieren diese auf der Gesamtkarte. Die drei Schwierigkeitsgrade beziehen sich wieder einmal auf das Anfangsbudget, wo man sich nicht scheuen sollte, das erste mal mit Leicht und dem höchsten Budget zu beginnen. Gerade die ersten Gehversuche sind noch von Fehlinvestitionen und Verschwendungssucht geprägt. Die Assistenten sind zu Beginn eigentlich auch nur ein Kostenfaktor, den man nicht unbedingt haben muss. Das wird aber jeder, bei seinem dritten und vierten Versuch alles besser zu machen, selbst merken. Für den Anfang kann man sie ruhig an seiner Seite haben. Rausschmeißen können wir sie ja jederzeit. Nun fangen wir an, die leere Karte mit Leben zu füllen. Dazu legen wir Lebensräume für die Bürger an, welche sich in ihrer Besiedlungsdichte unterscheiden. Genauso verhält es sich mit den Gewerbeflächen und Industriezonen. Diese Zonen müssen nun mit Straßen verbunden und durchzogen werden, damit die erreichbar sind. Bevor die ersten Häuser aus dem Boden gestampft werden, brauchen sie Strom. Also beginnen wir noch ein Kraftwerk zu bauen und die Überlandleitungen zu verlegen. Kaum sind die ersten Menschen angesiedelt, geht das Gejammer schon los. Sie haben Durst, wollen eine Schule und medizinische Versorgung ...! Blah, blah, blah. All diese Einrichtungen kosten natürlich in ihrer Unterhaltung Geld - unser Geld.

Dreht man ein wenig an den Steuern, damit die anfänglichen Verluste sich in Grenzen halten, hauen die meisten von den Einwohnern ab. Und wieder ist es wie im wahren Leben, jeder will alles haben, aber zahlen will dafür keiner was. Um eure Ausgaben im Rahmen zu halten, erfüllt den Menschen nicht jeden Wunsch. Sonst wollen sie an jeder Ecke eine Schule oder Feuerwehr oder Universität. Die sollen gefälligst mit dem Bus fahren oder weiter laufen ... ;-) Wichtig für die Menschen ist natürlich Arbeit. Baut ausladende Industrieanlagen, wo sich viele Firmen ansiedeln können. Wo viel Arbeit ist, ziehen auch viele Menschen hin. Und viele Firmen - viele Steuern. Nur muss man darauf achten, das diese Industrieparks nicht in unmittelbarer Wohngegenden stehen. Mit steigender Einwohnerzahl kommen natürlich auch logistische Probleme dazu. Mehr Menschen brauchen auch mehr Strom, produzieren mehr Müll und verstopfen die Straßen und man benötigt ein Nahverkehrssystem. Diese Herausforderungen machen das Spiel so faszinierend. Man hat eigentlich nie Ruhe und muss ständig sehen, das der Laden läuft. Die Steuerung per Pointersystem klingt eigentlich vielversprechend, wurde aber wieder einmal eher suboptimal umgesetzt. Wenn man den optionalen Nunchuk anschließt, hätte man mit dem Stick wunderbar die Kameraführung verwenden können. Aber nein, man hat lediglich das Steuerkreuz auf den Stick umgelegt und die Kamera weiterhin bei der Remotebewegung gelassen. Auch das platzieren diverser Gebäude oder Institutionen funktioniert mit der Pointersteuerung nicht ganz so sensibel und feinfühlig, wie man es sich wünschen würde. Besser wird es erst, wenn man die Zoomstufen einsetzt, was sich aber für die Übersichtlichkeit nicht gut macht.

Was in keinem Sim City Spiel fehlen darf, die gewollten oder zufälligen Ereignisse, die eure Stadt heimsuchen. So erwischt euch irgendwann ein Tornado oder Erdbeben, was die Infrastruktur der Stadt eher nachteilig behandelt. Man kann aber auch selbst Hand anlegen und Meteoriten oder Monster auf den Plan rufen, die sich "liebevoll" um die Stadtgestaltung kümmern. Hat die Stadt dann eine ansprechende Größe erreicht, wird es immer schwieriger selbst alles im Blick zu behalten. Hier kann man nun die Assistenten, die es für jeden Bereich gibt, zum Einsatz bringen. Dazu kann man sie in einem Stadtbereich platzieren und sie übernehmen eigenständig die Entwicklung dieser Zone. Der Nachteil dabei ist, ihr habt deren Ausgabeverhalten nicht unter Kontrolle. Und da sie sich auch ständig weiterentwickeln, wollen sie mehr Kohle für ihre Leistungen. Hier muss dann jeder selbst abwägen, ob sich die "Assi´s" rentieren. Wie gesagt, rausschmeißen kann man sie jederzeit.

Grafik & Sound....

Erfreuen kann sich das Auge an vielen kleinen Details, die das Spiel parat hält. Ob es nun der Tag - Nachtwechsel ist, oder die kleinen Fahrzeuge, die sich durch die Straßenschluchten wälzen, oder auch nur die Rauchschwaden in den Industriezonen sind. Der Wechsel der Jahreszeiten wird ebenfalls optisch sichtbar gemacht, wenn vom satten Sommergrün ins braune und schlussendlich fahle Winterdeko gefahren wird. Doch leider gibt es auch Minuspunkte. So verwäscht die Optik in der kleinsten Zoomstufe und ein Flimmern und Flackern hat man ständig vorm Auge. Und das ist unabhängig von der gewählten Zoomeinstellung. Das wird mit der Zeit ein richtiger Unmutsfaktor.

Akustisch bietet man dem Spieler die Soundkulisse, die man erwartet. Ruhige, unaufdringliche Musik, die sich im Wandel der Jahreszeiten auch mal ändert. Richtig aufdringlich wird es nur, wenn ein Ereignis eintritt, dann schrillt die Sirene völlig unvorbereitet und der Spieler ist sofort hellwach.

Fazit....

Sim City Creator fordert den Spieler eine lange Zeit, seine Stadt zu einer rentablen Metropole zu formen. Unterschiedliche Faktoren, wie die Zufriedenheit der Bürger, das Sicherstellen der Grundbedürfnisse und ein ausgewogener Haushalt fordern die gesamte Aufmerksamkeit. Die Grundzüge der Sim City Philosophie sind über Jahre gleich geblieben und trotzdem fesselt es einen immer wieder aufs neue. Mit Liebe zum Detail haben die Entwickler an der Stadtplanung gebastelt, aber das Flimmern und Flackern haben sie nicht in den Griff bekommen. Aber mit viel Wohlwollen kann man von einem guten Spiel sprechen, das mich viel zu viel Zeit beim Testen gekostet hat. ;-)

 

+ sehr Detailverliebt
+ aufwendiger Wettbewerbsmodus
+ Langzeitmotivation
+ recht anspruchsvoll
+ gelungenes Tutorial
- suboptimale Steuerung
- Kantenflimmern beim Scrollen
- nur ein Speicherplatz
- nur eine große Spielkarte

GRAFIK: 68%

SOUND/EFFEKTE: 65%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 70%

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