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Wii Summer Athletics
 
 
Summer Athletics - Wii
Kilian Pfeiffer (11.10.2008)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: 49Games
GENRE: Sport
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 4-10+
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Olympia ist mittlerweile ein paar Wochen her. Sportlich Begeisterte fieberten dem Großereignis seinerzeit sehnsüchtig entgegen, trotz Zeitverschiebung und eines daraus resultierenden, durcheinandergeratenen Zeitenverständnisses. Was soll’s, die Sommerspiele finden schließlich nur alle vier Jahre statt. Aber selbst für die Couch Sportler gibt es ein Ersatzmittelchen, um dennoch sportlich gefordert zu werden. „Summer Athletics" vom deutschen Entwickler „49Games" erfüllt für Wii-Besitzer den Traum vom Profi-Leichtathleten.

Menus und die Story....

Persönlich haben wir schon seit längerem auf eine Umsetzung hingefiebert, die ein sportliches Großereignis auf die Wii und damit unseren TV-Screen bringt. Auch wenn „Summer Athletics" ohne Lizenz veröffentlicht wird, sollte man nicht enttäuscht sein: 26 flotte Leichtathletik-Disziplinen stehen auf dem Programm des Events. 26 Disziplinen, die vielfältiger nicht sein könnten und die technischen Möglichkeiten der Konsole in vollem Umfang in Anspruch nehmen. Dass man sich bei vorliegendem Produkt in’s Zeug geworfen hat, ist nicht nur an der massiven Bewerbung des Titels zu sehen, sondern auch an der Liebe, die bekanntlich im Detail steckt. „Summer Athletics" lebt von der Steuerung und dafür scheint die Wii nun mal prädestiniert zu sein. Nunchuk und Wii-Remote stellen das Handwerkszeug dar, mit welchem Weltrekorde gebrochen und Herzen in Wallung gebracht werden!

Eine Rahmenhandlung hat man sich bedauerlicherweise gespart, welche aber zur Atmosphäre des Spieles definitiv beigetragen hätte. So erstellt Ihr Euch zwar einen individuellen Charakter mit phänotypischen Merkmalen. Soll das Gesicht rund, das Haar dunkel oder hell sein? Wie ist die Kopfform Eures Protagonisten beschaffen? Treibt Ihr eine Frau zum sportlichen Erfolg oder gestattet Ihr einem männlichen Wesen, den Rekord der „Summer Athletics" zu knacken? Wie dem auch sei – die Einstellungsmöglichkeiten sind beschränkt und bei weitem nicht so ausgereift, wie beispielsweise bei den „Sims"-Titeln, was aber keinen Beinbruch darstellt, da es sowieso eher um die Disziplinen als um hübsche Charakterdesigns geht. Dann mal auf in’s Stadion, in welchem Ihr einzelne Sportarten trainieren dürft (alle sind bereits zu Beginn freigeschaltet!), Eure „Karriere" verfolgt oder an einem „Wettkampf" teilnehmt. Letzterer steht in fünf unterschiedlich anspruchsvollen Ausführungen zur Auswahl, ein „Freier Wettkampf" dient zur individuellen Zusammenstellung maximal aller 26 Disziplinen.

Das Gameplay....

Es wurde an alles gedacht! Ob ultrarealistische Herangehensweise oder arcadig inspirierte Rekordhatz: „49Games" wusste, warum man zwei Modi spendierte, die einem vollkommen anderen Anspruch unterliegen. Typisch für „Arcade" ist, dass der Realismus im Endeffekt darunter leidet. Beispielsweise Boosts einzusetzen während eines 800-Meter-Laufs ist bar jeglichen Wirklichkeitsanspruchs. Umso fordernder ist hingegen der „Sport"-Modus, der jeden kleinsten Fehler rücksichtslos bestraft. Wenn Ihr den Windschatten während des Radfahrens missachtet, verliert Ihr an Geschwindigkeit – auf Dauer lässt selbst die Ausdauer eines Profi-Sportlers konstant nach. Was weiterhin über sportliche Höhenflüge und heftige Bauchlandungen entscheidet, ist die Einstellung des Schwierigkeitsgrades, die in drei Möglichkeiten vorliegt. Für Langzeitmotivation ist also vorgesorgt: Bis Ihr selbst alle schwierigen Herausforderungen beherrscht, werden Wochen, eventuell gar Monate vergehen. Denn wegen des bewegungssensitiven Steuerungskonzepts der Wii bedarf es einer unverschämt hohen Präzision, um Bestleistungen zu erzielen.

Fordernd ist die Erfolgsstatistik, ein Sammelsurium von 37 Aufgaben, die während der Disziplinen erreicht werden können. Beispielsweise sollt Ihr im „Karriere"-Modus drei Fähigkeiten auf 50 Prozent steigern, im Einzelspieler-Modus eine Goldmedaille in allen Schwimm-Disziplinen ergattern oder vom Sprungturm einen perfekten Start initiieren. Knackige und weniger anspruchsvolle Aufgaben warten dort auf ihre Absolvierung, also haltet Euch ran!

Nun aber an’s Eingemachte, die Disziplinen selbst, die Ihr zum einen einzeln anwählen könnt und anhand der Textbeschreibung verstehen sollt. Bedauerlicherweise ist das nicht immer so möglich, wie man sich das bei den Entwicklern vorstellt. Kleinere Unklarheiten können schnell mal zum Verlust der Führung in einem lang andauernden Wettbewerb führen. Demnach solltet Ihr zunächst fleißig trainieren, um später unter anderen am „Zehnkampf" (zehn Disziplinen), am „Summer Athletics Wettkampf" (19 Disziplinen in je zwei Variationen) oder dem alles übertreffenden „Platin Wettkampf" (alle Disziplinen) teilzunehmen. Oder Ihr stürzt Euch einfach in die „Karriere" und powert den eigenen Charakter auf, um schließlich als ultimativer Sportler vom Platz zu gehen. Nachdem Ihr eine der sieben Sportarten in eben jenen 26 Disziplinen gemeistert habt, stellt Euch das Programm vor die Qual der Wahl, Punkte auf folgende fünf grundlegende Fähigkeiten zu verteilen: Technik, Geschwindigkeit, Sprungkraft, Ausdauer und Kraft. Allerdings perfektioniert Ihr den eigenen Leichtathlet in kürzester Zeit und zwar per Knopfdruck. Uninspiriertere Trainingsmethoden hat man lebtags wohl noch nie gesehen! Seid Ihr erst einmal in jeder Hinsicht fit, fallen Euch die meisten der Disziplinen auch schon wesentlich leichter. Ein Vorteil, den Ihr nicht außer Acht lassen solltet.

Als grundlegende Sportarten warten Schwimmen, Turmspringen, Springen, Werfen, Laufen, Bogenschießen sowie Radrennen auf Euch, die sich wiederum in diverse Unterdisziplinen aufteilen, so dass man insgesamt auf 26 an der Zahl kommt. Ob 4x100m Lagenstaffel, 100m Freistil, 100m Brust oder 200m Schmetterling im Schwimmen, 100m Sprint, 110m Hürden oder 1.500 Meter Mittelstrecke im Laufen: Die Möglichkeiten sind immens und vielfältig, wenngleich eine Sportart zumeist auf einer ähnlichen Steuerungstechnik basiert. Weil die Steuerung ausgereift umgesetzt wurde, kann man dieser von unserer Seite ein fettes Lob aussprechen, trotz existierender kleinerer Macken – beispielsweise bei den Radrennen (Steuerung durch das Neigen von Nunchuk und Wii-Fernbedienung!). Betrachten wir allein die Laufdisziplinen, fällt auf, dass Ihr dort überall im rechten Augenblick die Controller-Einheit nach oben reißen müsst, um einen perfekten Start hinzulegen, im Folgenden dann abwechselnd Nunchuk und Wii-Remote auf und nieder bewegt, um für Tempo zu sorgen. Bei Mittelstrecke-Rennen kommt hinzu, dass eine Ausdauerleiste anzeigt, wann Euch die Puste ausgeht. Vielleicht solltet Ihr in Zukunft doch öfter im Windschatten laufen oder eventuell zuvor noch etwas trainieren? Beim Schwimmen gestaltet sich das Vorwärtskommen etwas anders. Je nach Disziplin ahmt Ihr das Rückenschwimmen nach oder imitiert eine Brustschwimm-Bewegung, um vorwärts zu kommen. Wichtig dabei: Die Wenden am Ende des Beckens, um nochmals einen richtigen Kraftschub aufzubauen.

Um Kraft zu schöpfen, powert man sich in der Regel beim Turmsprung durch rechtzeitiges Schwingen der Controller-Einheiten auf, kurz vor dem Eintritt in das Wasser bedarf es eines perfekten Eintauchvorgangs, der im Folgenden für Punkte sorgt. Auch der Weitsprung erfolgt ähnlich eines Reaktionstests – zunächst auf eine hohe Geschwindigkeit kommen, dann vor der Sprungmarkierung die Controller nach oben ziehen, um kräftig abzuspringen. Ob Hammer-, Diskus- oder Speerwurf: Abwurfwinkel, kräftiges Schwingen des Armes und schnelles Schütteln der Wii-Remote gehören zu jenen Disziplinen ebenso dazu, wie das Feeling, welches man spüren sollte: Sich in einem Stadion zu befinden, in dem es wirklich um etwas geht! Den Designern ist das größtenteils auch ganz gut gelungen, da kurze Kamerafahrten vor einer Leistungsprüfung gelungen auf den folgenden sportlichen Höhepunkt einstimmen. Wenngleich ohne Lizenz die Möglichkeiten eingeschränkt sind. „Summer Athletics" ist im Großen und Ganzen nicht mehr als eine Ansammlung von Minispielen, die teilweise aufeinander aufbauen, aber intelligent verpackt wurden, so dass eine sportliche Atmosphäre zustande kommt, die definitiv nicht zu verachten ist.

Grafik & Sound....

„Summer Athletics" ist mit Gewissheit keine Schönheit geworden, dazu sind die Texturen einfach zu schwammig, das Publikum nicht mit ganzem Herzen an der Sache dabei. Meist steht es nur herum, schwingt im Kollektiv die Arme und es mutet beinahe an, als dass jeder Dritte beim gleichen Kleidungsausstatter gewesen wäre. Die Sportler hingegen bewegen sich ganz ok, wenngleich keine Meisterleistung, was Motion-Capturing angeht. So wie sich „Summer Athletics" präsentiert, wäre es höchstwahrscheinlich schon zu Zeiten des Gamecubes möglich gewesen.

Lediglich im Hauptmenü erwartet Euch ein unterhaltsamer Sound. Dies ändert sich aber spätestens dann, wenn Ihr Euch in den sportlichen Wettbewerben aufhaltet. Denn dort ertönen weder Musik, dafür aber die lautstarke Unterstützung des Publikums sowie ein Deutsch sprechender Stadionsprecher, der einzelne Leistungen kommentiert und dem dies auch ganz gut gelingt. Atmosphäre kommt demnach eine ganz ordentlich auf!

Multiplayer....

Eine Vierergruppe darf sich einfinden. Denn es wird zum sportlichen Großereignis geblasen! „Summer Athletics" bietet die Möglichkeit im Quartett Rekorde zu brechen, die Mitspieler auszustechen und bessere Leistungen als das Gegenüber an den Tag zu legen. Ob auf geteiltem Bildschirm oder nacheinander – alles ist möglich und die Dauermotivation ist zu viert definitiv größer als alleine. Daher: Freunde einladen und sportlich abrocken!

Fazit....

Die „Olympischen Spiele" können stattfinden – uns doch gleichgültig! Wir haben schließlich „Summer Athletics", das für die Wii einen guten Ersatz bietet, der speziell im Mehrspieler-Modus heiße Duelle garantieren dürfte. 26 Disziplinen sind anständig, ebenso ist es der Schwierigkeitsgrad, denn die Wii-Steuerung ist zwar gelungen, aber nicht alle Details funktionieren immer so, wie man sich das vorstellt. Bis alle Wettkämpfe mit Gold beendet werden, wird viel Zeit in’s Land ziehen, daher wünschen wir Euch viel Spaß beim Trainieren. Auch wenn der minispielähnliche Charakter des Gameplays nicht jedermanns Sache sein dürfte.

 

+ 26 Disziplinen
+ beinahe 40 Aufgaben
+ überzeugender Multiplayer
+ Charakter-Editor
+ diverse Wettkämpfe
+ guter Stadionsprecher
- oft gleiche Steuerung
- Bedienung mit Macken
- Gameplay mit Minispiel-Charakter
- ständige Ladezeiten
- teils recht anspruchsvoll
- uninspiriertes Training

GRAFIK: 68%

SOUND/EFFEKTE: 69%

MULTIPLAYER: 75%

GESAMTWERTUNG: 70%

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