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Wii Rock Band
 
 
Rock Band - Wii
Kilian Pfeiffer (18.12.2008)

SYSTEM: Wii-PAL
PUBLISHER: EA
GENRE: Musikspiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-10+
NUNCHUK: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 12+
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Die Ankündigung damals hatte eingeschlagen wie eine Bombe! Es soll also wirklich ein ganzes Band-Equipment auf den Markt kommen! Samt Gitarre, Schlagzeug und Mikrofon. Und das nicht nur für die schon seit geraumer Zeit veröffentlichten Next Gen-Konsolen, sondern auch für Nintendos Wii, obwohl diese bereits mit ihrem eigenen Steuerungskonzept punkten kann. In der Redaktion waren wir gespannt, wir hatten eigentlich nicht damit gerechnet, dass das Set Wirklichkeit werden würde. Manchmal kommt es anders als man denkt und daher waren wir umso überraschter, als „Electronic Arts" „Rock Band"-Bundle in der Redaktion landete. Besser gesagt zunächst nur das Spiel, das Hardware-Set musste über Umwege geordert werden. Schlussendlich ist aber alles angekommen und wir widmen uns als Band der großen Karriere, der hoffentlich nichts mehr im Wege stehen wird.

Menus und die Story....

„Guitar Hero – World Tour" steht in den Startlöchern, „Rock Band" ist bereits erhältlich. Für was würdet Ihr Euch entscheiden? Beide Games zu besitzen, ist zum einen überflüssig, zum anderen eine äußerst kostspielige Angelegenheit, die mit rund 400 Euro bezahlt werden darf. Wohlgemerkt für zwei Spiele! Natürlich mit ansprechender Hardware, aber eben doch knapp vier Mal so hohe Kosten wie für einen gewöhnlichen Software-Titel. Eine Sache, die man nicht unterschätzen sollte, vor allem hierzulande, wo der Großteil der Spieler nur widerwillig dazu bereit ist, so viel Geld für einen Titel hinzublättern.

Kommen wir also gleich zur genialen Story von „Rock Band". Besser hätte diese kaum umgesetzt werden können. Stop! Zwei Sätze zurück und von Neuem: Eine Hintergrundgeschichte bietet die Wii-Version nicht, überhaupt ist es Nintendos Ableger, der in jeder Hinsicht beschnitten ist, vergleicht man diese mit der Xbox 360- sowie der Playstation 3-Version. In dieser Ausführung hat selbst ein „Guitar Hero III – Legends of Rock" die Nase vorn, denn hier erlebt man das Gefühl eines echten Rockstars wenigstens mit, man erschafft sich einen Charakter und wird anhand von Zwischenszenen immer wieder belohnt. All das vermisst man in „Rock Band", ebenso einen „Wi-Fi"-Online-Modus, dessen Fehlen für einen derartigen Titel heutzutage absolut unzeitgemäß erscheint. Bonus-Content gibt es bis auf ein paar Lieder ebenso nicht. Dennoch ist und bleibt das Spielgefühl, vor allen Dingen wegen des Schlagzeugs, der Gitarre sowie des Mikrofons, einmalig. Als Käufer hätte man angesichts des netten Sümmchens, das man beim Kauf des Gesamtpakets hingeblättert hatte, allerdings mehr Inhalt erwarten dürfen. Nun ja, man kann in der Theorie auch die Software alleine erstehen, was allerdings sowohl wenig Sinn, als auch wenig Spielspaß bietet. Wenn schon, denn schon.

Das Gameplay....

„Rock Band", das zwischenzeitlich bereits durch ein Song-Pack erweitert wurde (separate Vorstellung!), erwartet eine Gruppe an Mitspielern, denn nur in einer solchen Truppe entfaltet sich der faszinierende Multiplayer-Fun, der kennzeichnend ist für das „Electronic Arts"-Game. Die Werkzeuge, sprich die dem Bundle beiliegenden Instrumente besprechen wir übrigens ebenso in einem eigenen Artikel. Bevor Ihr Euch in die Solo-Tour stürzt oder im Team auf eine äußerst beschnittene Tournee geht, gilt es, zu üben, zu üben und nochmals zu üben. Die beiliegenden Tutorials sind ähnlich gelungen wie das Gitarrentraining in „Guitar Hero III – Legends of Rock", man merkt der „Harmonix"- Entwicklung an, dass sich diese am „Activision"-Produkt orientiert und all jene Spielelemente übernimmt, welche die Konkurrenz so erfolgreich machte. Das Spielgefühl bleibt in wesentlichen Teilen auch bei vorliegendem Titel erhalten, nicht zuletzt aufgrund des ungemein faszinierenden und schlichtweg süchtig machenden Einsatzes der „Handwerkszeuge", die das Genre revolutionieren. Die „Guitar Hero"-Serie war Vorreiter, „Rock Band" zog nach, erweiterte den Spielspaß-Pool und nun zieht erneut die „Activision"-Reihe nach, um inhaltlich dem ebenfalls vor kurzem erschienenen „Rock Band 2" Paroli zu bieten.

Knapp 70 Songs befinden sich auf der Spieldisc, das „Rock Band – Song Pack 1" beinhaltet 20 weitere, brandaktuelle Tracks. Vier Schwierigkeitsgrade stehen zur Verfügung, je nachdem ist der Anspruch ein anderer. Ob Gitarrenspiel oder Schlagzeug – jedes der beiden Instrumente ist mit farbigen Tasten beziehungsweise Drum-Pads ausgestattet – auf dem Bildschirm fliegen eben jene Farben alias bunte Farbsymbole auf Euch zu. Um diese im richtigen Moment zu spielen, bedarf es eines guten Reaktionsvermögens und größter Fingerfertigkeit, genau jene Dinge, die die Faszination des Spielerlebnisses ausmachen. Das Schlagzeug besitzt neben den vier Pads ein Fußpedal, das auch bedient werden will (siehe Schlagzeugspur). Wie es sich für einen Rock Star gehört, will dieser nicht nur Noten herunterspielen, sondern diese erleben, sie fühlen und in diversen Soli sein Können unter Beweis stellen. Gewöhnliche Noten und sogenannte Kickdrum-Noten füllen den eigenen Punktemultiplikator beim Gitarrenspiel, ebenso eine Leiste, um für kurze Zeit die doppelte Punkteanzahl zu kassieren. Am linken Rand des Bildschirms erkennt Ihr eine Publikumsanzeige, die Euren Beliebtheitswert bei den Zuhörern darstellt. Erst wenn die Markierung nach unten rast, droht ein „Game Over", das bei gutem Spiel allerdings umgangen werden kann.

Bei den Drums dürft Ihr fette Punkteexplosionen herausspielen, sofern Ihr einen Drum-Fill auf‘s Parkett legt und die letzte grüne Note, die über den Bildschirm rauscht, auch trefft. Gelingt Euch dies, toben die Zuschauer, Wellen der Begeisterung gehen durch die Arena, die Stimmung ist am Kochen. Anders verläuft das Geschehen als Sänger, der für gewöhnlich mit einem Mikrofon unterwegs ist. Wie es für jene Spiele (siehe „Boogie") üblich ist, reicht es im Grunde genommen aus, die aktuelle Tonlage korrekt mitzusummen, um die volle Punktzahl abzukassieren. Toll, dass alle Liedtexte enthalten sind – auch wenn nicht alle Songs jedem bekannt sein dürften.

Wenn doch die Solo-Tour wenigstens in einen Story-Rahmen eingebunden wäre, nicht nur die anfängliche Einführungssequenz, die Lust auf mehr macht, sondern wenn man doch die Laufbahn der eigenen Karriere von Anfang an mitverfolgen könnte, mitfiebern dürfte, bei Erfolg sowie Misserfolg. Leider ist der Titel in dieser Hinsicht arg beschnitten. Nur zu gut, dass der Spaß sich im Mehrspieler-Modus vollends entfalten kann, speziell wenn vier Mitspieler eine „Rock Band" gründen und auf Tournee gehen. Aber auch ein „Schnelles Spiel" für zwischendurch hat seinen Reiz, ob nun an der Gitarre, den Drums oder aber am Mikrofon. Alles ist möglich!

Grafik & Sound....

Vergleichbar mit „Guitar Hero III – Legends of Rock" läuft im Hintergrund das Geschehen auf der Bühne ab, jedoch in relativ verwaschenem, anscheinend gewünschtem Stil. Zwischensequenzen gibt es im Solo-Modus keine, was schade ist, denn im Endeffekt reiht sich ein Song an den nächsten, eine Highscore an die andere. Optisch muss man sich von „Rock Band" nicht viel erwarten, denn der Großteil des Spieles setzt sich aus Noten und Gitarrenhälsen zusammen. Vom Ablauf im Hintergrund bekommt man sowieso kaum etwas mit, weil die Konzentration ohnehin auf dem Spiel liegt.

Persönlich gefällt uns die Songauswahl bei „Rock Band" nicht ganz so gut wie beim dritten Teil des „Activision"-Titels. Dies mag mitunter daran liegen, dass Tracks mit dabei sind, von deren Performern man wohl noch nicht viel gehört haben dürfte, aber selbstverständlich auch von Interpreten, die Kultstatus besitzen und weltweiten Bekanntheitsgrad besitzen (The Police, Red Hot Chili Peppers, Aerosmith, etc.). In die Wii-Version haben es fünf zusätzliche Lieder geschafft, in die deutsche Variante sogar neun Stück (inklusive der deutschen Bands Tokio Hotel, H-Blockx, Juli und Die Toten Hosen).

Multiplayer....

Das Herzstück von „Rock Band" ist der Mehrspieler-Modus, im Idealfall treten dann vier Bandmitglieder an, einer an der Gitarre, der andere am Bass, ein dritter am Schlagzeug sowie der/die Sänger/in. Der Spaß kennt in der Tat keine Grenzen. Ein Gros der Faszination macht auf jeden Fall die dem Bundle beiliegende Hardware aus. Nicht nur das erlebte Gefühl ist einzigartig, neben seinen Bandkollegen vor dem TV zu stehen und kräftig in die Saiten respektive auf die Becken zu schlagen. Es ist ebenso motivierend in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden den Gruppenbesten zu küren oder eben auf große Tour zu gehen und ein Lied nach dem anderen, rund um die Welt, zu präsentieren. Einfach berauschend dieses Flair! Reiht eure Freunde um Euch, schließt Euch zuhause ein, stellt das Handy auf „lautlos" und verabschiedet Euch für ein paar Tage von der Gesellschaft. Gemeinsam zu rocken gehört mit zum Besten überhaupt. Wenn dann die Soundanlage auch noch stimmt, ist der Spaß schier grenzenlos.

Fazit....

Wäre „Rock Band" für die Wii ein Plot spendiert worden, einige tiefgründige Spielmodi sowie ein nachvollziehbarer „Wi-Fi"-Modus – die 90 % hätte man damit locker knacken können. Aber auch so ist die – leicht eingeschränkte – Atmosphäre fantastisch und den meisten Genres weit überlegen. Dank einer stattlichen Anzahl an Songs, den in einem separaten Artikel beschriebenen Instrumenten sowie der Möglichkeit, zusammen das Haus zu rocken. Trotz des hohen Preises für das komplette Bundle lohnt sich diese Investition! Allemal! Greift zu und lasst die Halle erbeben!

 

+ qual. gelungene Instrumente
+ gelungene Songauswahl
+ famoser Multiplayer
+ Bonussongs
+ geniale Rock-Atmosphäre
- fehlende Modi (im Vergleich!)
- keine Wi-Fi-Fähigkeit
- hoher Preis (mit Hardware)
- fehlende Story

GRAFIK: 69%

SOUND/EFFEKTE: 83%

MULTIPLAYER: 92%

GESAMTWERTUNG: 87%

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