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Wii Rune Factory Frontier
 
 
Rune Factory Frontier - Wii
Matthias Engert (11.05.2010)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Marvelous
GENRE: Simulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 2 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-10+
NUNCHUK: Ja (CC)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 12+
PLII/HDTV: Nein/Nein
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Ja
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Wenn man sich als Redakteur immer mal so die Release Listen zu Gemüte führt, macht man sich meist so seine Gedanken über den Zeit Einsatz für den Test, was einen wohl erwartet und ob der Titel überhaupt Chancen hat, auf der Plattform eine Rolle zu spielen. Neben all diesen eher „belanglosen" Gedanken, gibt es aber auch die Titel, auf die man sich tierisch freut. Mir persönlich geht es seit Monaten mit Rune Factory Frontier so. Der Titel aus der Harvest Moon Familie, ist seit dem Auftritt der eigenen DS Version, ganz weit oben in meiner persönlichen Most Wanted Liste. Verstärkt noch durch den letzten Harvest Moon Titel selber. Denn der inhaltlich überraschend sehr gute Titel „Baum der Stille", hat in vielen Bereichen die Meßlatte hoch gelegt. Zwar hat Rune Factory allein schon mit dem Monsterfeature einen anderen Ansatz, dennoch ist vieles im Gameplay sehr ähnlich. Für mich fast schon ein kleiner Kampf der Giganten im Bereich der Aufbau Spiele, die im Falle von Rune Factory eben auch noch RPG und Action Elemente mit einbringen. Wie dieser Kampf wohl ausgeht? Die Antwort dazu und vielen weiteren Dingen zum Spiel, findet Ihr im Test zu Rune Factory Frontier.

Menus und die Story....

Logisch das auch die Wii Version zu Rune Factory von den Harvest Moon Entwicklern stammt. Grund zunächst zumindest, was die technische Seite angeht, ein paar Sorgenfalten an den Tag zu legen. Teils berechtigt, macht man hier technisch dennoch vieles besser, als beim Erntewichtel Produkt. In Sachen Bild Modi darf man zumindest auch den 60Hz Modus nutzen, bekommt aber dennoch kein echtes 16:9 geboten. Vollbild gibt es aber wieder nicht ganz, zudem links und rechts wird der Bildschirm nicht ganz ausgefüllt. Präsentiert wird der Titel komplett in Deutsch. Zumindest was Texte und Menus angeht. Dazu kommt eine durchaus gelungene Sprachausgabe, die für ein Spiel aus der Harvest Moon Familie auch recht umfangreich daher kommt. Stundenlanges Gebrabbel solltet Ihr aber dennoch nicht erwarten. Soundtechnisch ist zwar nur eine Stereoausgabe eingebaut, diese klingt aber durchaus recht kräftig und brauchbar. In Sachen Speicher knapst man euch gerade mal 2 Seiten ab, was auch die Anzahl 3 an Savegames ermöglicht. Was die Steuerung des Einzelspieler Titels angeht, unterstützt der Titel neben dem Remote/Nunchuk Doppel auch den Classic Controller. In Sachen Story erlebt der Spieler wie auf dem DS eine gelungen Fantasy Variante. Hier führt euch die Reise in die Location Trampoli. Hintergrund ist das Gedächtnis unseres männlichen Helden. Dieses hat er verloren und ist auf der Suche nach ein paar Antworten. Dabei verschlägt es ihn in die angesprochene Location, wo er einer jungen Dame namens Tau begegnet, die ihn ein wenig in die Geschichte des Ortes einführt.

Besonderheit der Gegend ist eine in der Luft schwebende riesige Insel in Form eines Wals. Auf dieser passieren mystische Dinge und bildet eine mehr als wichtige Rolle in der Geschichte des Spiels. In Trampoli selber erwartet unseren Helden nach einem Small Talk mit allen möglichen Bewohnern die bekannte Farmarbeit. Ihr bekommt ein Stück Land, ein bisschen Klimpergeld und dürft danach auch schon loslegen. Dabei ist nun das Ziel bei weitem nicht nur die erfolgreiche Farm, sondern vor allem die Umgebung zu erkunden und reichlich Action zu überstehen. Denn eines bekommt man auch sehr schnell in der Story zu sehen und zu hören. Der junge Held hat hier eine spezielle Bestimmung in Rune Factory Frontier…. Der Spielstart selber zeigt euch zunächst einen gut gemachten Vorspann, der euch einige Beteiligte und den Helden anhand einer längeren Sequenz vorstellt. Danach wartet das eigentliche Hauptmenu. Auf diesem könnt Ihr wahlweise ein Neues Spiel beginnen, oder ein gespeichertes auf einem der 3 Speicherplätze Fortsetzen. Schlussendlich kommt als 3. Punkt die sogenannte Erinnerung, wo man euch alte Szenen und Fotos in einem Archiv anbietet. Doch nun genug der Vorbereitung. Wollen schauen was Rune Factory Frontier spielerisch leistet.

Das Gameplay....

Wie schon erwähnt ist der Start in das Spiel die typische Personalisierung und damit ähnlich wie in Harvest Moon gehalten. Allerdings macht man dies hier nicht über Menus, sondern innerhalb der Handlung. Erste Hilfe bekommt er neben Tau, auch von der örtlichen Priesterin Stella, die euch wie viele andere Personen in der Handlung, immer wieder ein neues Stück der Geschichte preisgeben. Überhaupt erinnert vieles im Charaktersystem an die letzten Harvest Moon Spiele. Die Hauptwelt Trampoli an sich ist nicht episch groß, bietet aber dennoch genügend Überraschungen, die euch später mehr als genug an Zeit kosten werden. Vor allem die Dungeons sind hier schon mal zu nennen. Ein Teil davon betrifft die Bewohner, deren Anzahl sich mit der Zeit verändert. Auch hier gilt, es ziehen neue Charaktere in das Dorf, andere verschwinden auch mal wieder, sofern man nicht aktiv gegensteuert. Nicht nur deshalb zeigt sich auch der spielerische Inhalt in Rune Factory Frontier einmal mehr erst mit der Zeit. Und wie in der Konkurrenz aus eigenem Hause, dauert das wieder schier ewig. Wobei dafür auch andere spielerische Aspekte verantwortlich sind, über die man auch geteilter Meinung sein kann. Stichwort Runeys, auf das ich später noch etwas genauer eingehe. Sobald Ihr die ersten Sequenzen und Gespräche hinter euch gebracht habt, entlässt man euch in das Spiel, und ihr könnt nun selber Hand anlegen. Übrigens ist das Spiel durchzogen von vielen kurzen Sequenzen im Anime Stil. Unterlegt mit Sprachausgabe, durchaus stimmig, werden euch so immer wieder Ereignisse oder z.b. eben Neuankömmlinge vorgestellt. Könnten ruhig noch intensiver und vor allem länger eingebunden sein. Auf alle Fälle aber atmosphärisch eine gelungene Sache. Anders als in den Konkurrenzprodukten habt Ihr hier keine Möglichkeit, eine Farm aus mehreren verschiedenen auszuwählen. Hier gibt es nur einen Platz, der euch zur Verfügung gestellt wird. Allerdings recht zentral gelegen. Von hier aus startet eure Reise in Rune Factory Frontier.

Wie die Harvest Moon Serie ist ein großer Bestandteil das Führen der eigenen Farm und natürlich möglichst Gewinne damit zu erwirtschaften. Aber und das ist eben das Salz in der Suppe, spielt das Thema Monster, Kämpfe und ein erweitertes Rollenspiel Feature eine große Rolle. Zusätzlich bietet man noch weitere wirklich neue Dinge an, über deren Umsetzung wie oben schon erwähnt, man aber auch streiten kann. Zunächst kümmern wir uns mal um das Grundgerüst des Spiels. Nicht weiter überraschend ist die Sichtweise auf das Geschehen. Wie gewohnt in der Third Person Sicht, seht Ihr den Helden meist mittels einer Kamera, die das Geschehen von der Seite zeigt, wobei Ihr euch hier frei innerhalb der begehbaren Bereiche bewegen könnt. Dabei habt Ihr die typischen Einblendungen im Bildschirm. Angefangen bei der Jahres-, der Tages- und Uhrzeit samt Wetter, gibt’s natürlich die typischen Rune Factory Leisten. Denn anderes als bei Harvest Moon hat man hier die körperliche Fitness des Helden in 2 Leisten verpackt. Neben der reinen Lebensenergie als grüne Leiste, gibt es hier die Runenpunktleiste, die für alle möglichen Aktivitäten gebraucht wird. Benutzt man z.b. die Gießkanne, so wird erst in der Runenleiste Energie abgezogen. Das gleiche gilt beim Einsatz von Waffen oder dem Benutzen von Magie. Auch etwas das Rune Factory jetzt bietet. Positiv das der Held also nicht gleich nach 3 gegossenen Beeten das „zeitliche segnet".

Und Gott sei dank kann man vieles im Spiel wieder aufwerten, was sich dann auch wieder auf die Konstitution des Helden auswirkt. Zu guter Letzt blendet man unten rechts Zelda like ein Schnellzugriffmenu im Bildschirm ein, auf das man bestimmte Items legen kann, um diese sofort zu Benutzen. Auch die ersten spielerischen Gehversuche sind voll und ganz auf Harvest Moon zugeschnitten. Noch keine Einflüsse von Monstern, Dungeons, Waffen oder Magie. Zunächst dürft Ihr wieder den Farmer spielen. Dabei greifen auch hier altbekannte Regularien. Zu Beginn des Spiels habt Ihr wenig Geld, nur eine Hacke samt Gießkanne und keine Ahnung wie es weiter geht. ;-) Na gut, ganz so ist es natürlich nicht. Schauen wir weiter im Grundgameplay. Zeittechnisch spielt ihr hier wieder 4 Jahreszeiten a 30 Tagen, wobei man immer am Wochenende einen sogenannten Feiertag hat, was hier z.b. unter anderem einen speziellen Händler zum Vorschein bringt. Es gibt wie immer besondere Tage mit Festen und ähnlichem. Zeittechnisch kann man sagen, dass eine Sekunde realer Zeit ungefähr 1 Minute Spielzeit entspricht. Ein Thema über das man wieder trefflich streiten kann. Denn auch hier gibt es beide Extreme. Mal vergeht die Zeit für all seine Vorhaben zu schnell, ein anderes Mal wünscht man sich einen Zeitraffer. Kann man ganz gut anhand der Quelle erklären, die eure Runen- und Lebensleisten komplett regeneriert. Ebenfalls zentral gelegen in Trampoli, kann man diese 1x am Tag nutzen, Der Haken an der Sache erst nach 15:00 Uhr. Hat man also einen Tag, wo man am Vormittag für die Farmarbeit beide Leisten fast gen Null bewegt, kann man durchaus mal Däumchen drehen. Ist man 10:00 fertig, heißt es warten. Oder man benutzt z.b. eine der auffrischenden Speisen oder Tränke im Spiel. Soll ja auch nur ein simples Beispiel sein. Denn je länger ihr spielt und je mehr Fähigkeiten, Levelstärken und Produkte ihr kennt, um so intensiver wird das Spiel auch in dieser Hinsicht. Auch das bietet Rune Factory natürlich zuhauf und steht einem Baum der Stille in nichts nach. Rezepte die wieder getrennt nach mehreren Küchenutensilien zu finden sind. Aber dazu kommen wir später noch genauer.

Beginnen tut ein Tag im Normalfall 6:00 Uhr. Je später nach Mitternacht ihr allerdings in’s Bett kommt, umso später verschiebt sich der Start in den Tag. Gespeichert wird im Spiel an einer festen Stelle im Spiel. Nur neben dem eigenen Bett dürft Ihr das Spiel sichern. Blöd das man nur auf einen Speicherplatz sichert. Spätestens im zweiten Drittel des ersten Jahres mit dem angesprochenen Runey System, hätte man sich sehr gewünscht, das man mehrere Savegames nutzen kann. Fehler kann man hier nämlich genug machen. Mit mehreren nutzbaren Savegames, könnte man so etwas teils umgehen und zu einem bestimmten Zeitpunkt einfach mal einen älteren Spielstand laden. Fällt wirklich erst spät im Spiel richtig negativ auf. Dafür bietet das Spiel eine Funktion, die ich mir schon in Baum der Stille gewünscht hätte. Denn der Charakter verfügt hier über eine spezielle Fähigkeit, mit der er sich von überall her nach Hause oder direkt an den Dungeon Eingang beamen kann. So spart man sehr oft nicht nur reichlich Wege und damit Zeit, sondern auch Ladezeiten. Diese Unart, die man auch schon aus Baum der Stille kannte, wo bei Ortswechseln immer wieder Ladezeiten zu ertragen waren. Die einzelnen Bezirke in Trampoli sind wie schon erwähnt nicht riesig, dennoch gibt es immer wieder Bildwechsel, wenn man in den angrenzenden Bereich will. Und jedes Mal Ladezeiten. Auch bei Besuchen in Gebäuden ist das wieder so gehalten. Zwar nicht ganz so intensiv wie bei Baum der Stille, aber dennoch nicht gerade ideal. Innerhalb von Gebäuden wird die Zeit angehalten. Natürlich auch wenn man Pause drückt, um sich in den zahlreichen Menus umzuschauen. Und davon gibt es wieder reichlich, die zunächst besser umgesetzt sind, als in Baum der Stille.

Allein die Aufteilung ist an sich sehr schön gemacht und zeigt auch schnell einige der wichtigen Feature im Spiel. Was mir sofort gefallen hat, war der sehr große eigene Rucksack, der bis zu 60 Objekte aufnimmt und wie bei allen Ablagen im Spiel, bis zu 99 in der Menge aufnimmt. Auch wenn man hinten raus durchaus mal an die Grenzen stößt. In der Form ist er mehr als ausreichend. Innerhalb des eigenen Hauses gibt es zudem noch erweiterbare Kisten und Lager, so das man sich bei diesem Thema keinerlei Gedanken machen muss. Dazu habt Ihr in den Menus neben den ganz wichtigen Charakter Eigenschaften, auch wieder Bestandteile zu den eigenen Tieren und natürlich auch zum Thema Frauen. Denn auch hier könnt Ihr natürlich wieder unter die Haube kommen. ;-) Welches Mädel der Geschichte euch wie sehr zugetan ist, das kann man hier ebenfalls jederzeit nachvollziehen. Grundlage des Spielsystems sind wie schon erwähnt 2 Dinge, die Farmarbeit und das Thema Kämpfen samt Monsterfeature. Dafür existiert im Pausenmenu auch der wichtigste Übersichtsbildschirm. Hier hat man links zunächst alles rund um den Helden selber. Angefangen bei seinem eigenen Level, Werten für RPG-typische Dinge wie Angriff oder Verteidigung, bis hin zum Thema Magie. Rechts wiederum findet man Balkenanzeigen samt Levelzahl für alle möglichen Fähigkeiten, die der Held im Spiel erlernen kann. Und hier trumpft der Titel immens auf. Bei allem was ihr im Spiel tut, gibt es Erfahrungspunkte. Egal ob das mit dem Thema Kämpfen zu tun hat, oder der Gartenarbeit. Nicht umsonst findet man hier z.b. Balken für das Kämpfen mit Waffen oder Stäben, über die einzelnen Farmarbeiten mit der Gießkanne, dem Beil und dem Hammer, bis hin zu Berufsvarianten. Hier spielen Themen wie das Labor eine Rolle, wo man sich als Alchemist versuchen kann und diverse Getränke herstellt. Das geht weiter über das Kochen, den Schmied bis hin zum Handwerker um spezielle Ausrüstungen herstellen zu können. Auch das ist ein ganz wichtiges Thema. Man kann in Rune Factory nicht einfach nur Waffen anlegen, sondern hat für den Körper gleich 4 verschiedene Slots, mit denen man Werte des Helden wie in einem richtigen RPG entwickeln kann. Bei allen Leveln im Spiel beginnt unser Held natürlich mit dem Wert 1. Maximal möglich ist der Wert 99. Je häufiger man also bestimmte Dinge tut, um so schneller Levelt man. Ich will euch mal ein paar simple Beispiele darlegen, wie das System hier funktioniert.

Starten wir einfach mal in die ersten Tage, wo noch die Gartenarbeit eine Rolle spielt. Vor dem eigenen Haus findet man dazu ein angenehm großes Feld, das man bis zu den entwickelten Gartengeräten eh niemals komplett nutzt. Zu Beginn des Spiels müssen natürlich ein paar Felder her, um das erste Saatgut auszubringen. Natürlich ist das Feld voller Unkraut, Steinen und Baumstämmen. Davon bekommt man zu Beginn nur die einfachen Varianten weg. Denn neben den Level Werten für den Helden und die Fähigkeiten sind auch die Werkzeuge und Waffen in verschiedenen Wertigkeiten vorhanden. Ähnlich wie bei Harvest Moon gibt es so z.b. von der Gießkanne mehrere Varianten. Anfänglich kann man damit Zeitraubend nur immer 1 Feld wässern, während mit der Zeit 3 Felder gleichzeitig möglich sind und natürlich später auch derer 9. Die typischen 3x3 Felder braucht man hier nur bedingt anzulegen. Denn auch bei ausgewachsenen Feldprodukten kann man frei durch diese hindurch laufen. OK, ihr habt ein erstes 3x3 Feld. In Trampoli gibt es diverse Gebäude, darunter natürlich auch einen Shop für Saatgut. Besonderheit in diesem Spiel ist es, dass man Saatgut für alle Jahreszeiten jederzeit bekommt. Hintergrund sind später die Dungeons, die ja ebenfalles mehr als genug Felder bieten, bei denen die draußen herrschende Jahreszeit keinerlei Rolle spielt. Für euer Feld vor dem eigenen Haus dagegen gelten natürlich die Jahreszeiten. Also kauft man z.b. 1x Rübensaat und geht zurück zum Feld. Hier macht man nun auch Bekanntschaft mit dem etwas umständlichen Itemhandling. Denn die 4 sichtbaren Shortcuts gelten nicht für Werkzeuge, Waffen oder Saatgut. Diese ruft man über die Minus Taste auf. Dort klickt man sich ebenfalls durch mehrere Bildschirme. Man wählt das benötigte Item an und klickt sich zurück ins Spiel. Hätte man ruhig ein wenig komfortabler lösen können. Mit der Zeit arrangiert man sich aber damit. Da man jeden Tag sein Saatgut gießen muss, erscheint nach kurzer Zeit ein Level Up. Wird euch im Bild angezeigt. Hintergrund für die Gartengeräte ist dadurch, das die benötigte Energie aus der Runen oder Lebensleiste geringer wird, sprich je höher z.b. das Level der Gießkanne, um so mehr Felder könnt Ihr gießen.

Dieses System greift bei allen Dingen im Spiel, wobei z.b. das große Charakterlevel nur in den Dungeons beim Kämpfen gegen Monster steigt. Aber das dauert noch etwas. Zunächst machen wir uns mit weiteren Gegebenheiten des Spiels bekannt. Trampoli bietet mit der Zeit mehrere Händler, einen Schmied, eine Taverne und auch die angesprochene Quelle, in der Ihr euch einmal am Tag komplett regenerieren könnt. Die Läden öffnen nur zu bestimmten Zeiten und z.b. der Zimmermann, mit dem Ihr Hauserweiterungen absprechen könnt, hat auch so seine ganz speziellen Zeiten. Bei ihm greift dann auch das Thema Baumaterial. Anders als in Harvest Moon spielt hier aber nur Holz eine Rolle. Um Steine muss man sich Mengentechnisch also keine Sorgen machen. Weiterhin gibt es eine Kirche, das örtliche Hospital und eine Bibliothek. Teilweise werden diese erst nach und nach wichtig, haben aber alle eine ganz spezielle Rolle. Sehr positiv empfinde ich das Hospital. Mit Blick auf die DS Version, wo man nach einem Ableben, komplett auf dem Hauptmenu landete und sein letztes Savegame nutzen musste, landet man hier am Folgetag 10:00 Uhr im Hospital und darf weiterspielen. Werdet Ihr durchaus oft erleben, da macht euch keine Sorgen. ;-)) Des Weiteren findet man zu Beginn einige Orte die mit einem Fragezeichen versehen sind, einen kleinen See mit mystischen Inseln und einer kleinen Obstplantage. Neben der Aufgabe in den ersten Tagen ein paar Pflanzen Erntereif zu machen, sollte man sich überall umschauen und mit allen reden. Nicht nur das man so die kleinen Storysequenzen zu sehen bekommt, oft ist auch ein Hintergrund dazu vorhanden. Manche Werkzeuge bekommt man nur auf diese Weise oder aber man bekommt den entscheidenden Hinweis auf das erste Kampfabenteuer auf der Wal-Insel. Dazu muss man an einer bestimmten Stelle eine kleine Pflanze gießen, die plötzlich zum Himmel empor steigt und euch so Zugang zur Wal-Insel ermöglicht. Ohne Waffe macht das wenig Sinn und man besucht die Schmiede in Trampoli. Hier gibt es ein sehr begrenzte Auswahl an Waffen. Macht man sich anfangs noch große Gedanken über mangelnde Vielfalt, wird dieses wie andere Themen durch eigene Fähigkeiten wett gemacht. Nicht umsonst hat man selber auch die Fähigkeit Schmied und Handwerk, die man entwickeln kann. Sprich ihr fertigt Waffen und Zubehör später selber an. Nur zu Beginn braucht man hier etwas. Also kauft man sich ein einfaches Schwert und kann sich auf den Weg zur Wal-Insel machen. Man klettert die Ranke nach oben und erlebt zunächst eine weitere sehr stimmige Sequenz. Betritt man danach den Dungeon dort oben, fühlt man sich wie in einem waschechten Rollenspiel. Baldurs Gate Liebhaber werden sich hier sofort heimisch fühlen.

Die Sichtweise bleibt weiterhin schön entfernt über dem Helden. Die Dungeons bieten nun reichlich Möglichkeiten loszulegen. Zunächst natürlich durch die Monster selber. Per A-Taste kann man mit seiner Waffe einen Standardangriff ausführen. Trifft man die Gegner, erscheint die abgezogene HP Menge über deren Kopf, bis man sie schließlich besiegt. Auch hier gibt es irgendwann ein Level Up, was unter anderem auch sofort beide Leisten komplett auffrischt. Angenehmer Nebeneffekt, das zumindest die anfänglich mit 100 Punkten gefüllte Lebensleiste bei jedem Level Up erweitert. wird Die Runenleiste bleibt dagegen mit 500 immer gleich. Logisch das mit jedem Level Up eure Wirkung beim Gegner stärker wird. Die Gegner kommen in den Dungeons aus kleinen Teleportern, aus denen sie immer wieder neu generiert werden. Feindfrei macht man ein Gebiet also nur, wenn man auch diese Teleporter zerstört. Anders als in der DS Version muss man diese aber nicht komplett zerstören, um am Ende zum Boss Gegner zu gelangen. Der zweite Effekt der Dungeons wird ebenfalls schnell sichtbar. Überall warten kleine Parzellen, die man als Felder nutzen kann und dort auch Saatgut anpflanzen kann. Wie schon erwähnt gibt es hier keine Jahreszeiten und man kann anbauen was man will. Dazu kommt das nächste große Thema - Materialien. So hinterlassen die Gegnerarten oftmals Materialien, die man aufsammeln kann. Oder man pflückt z.b. Kräuter von den Feldern, sammelt Dinge aus kleinen Truhen oder zerstört Steine, sofern man den richtigen Hammer hat, und findet auch darunter alles mögliche an Objekten. Alle Produkte im Spiel, egal ob Saatgut das man erntet, Objekte die fallengelassen werden, oder einfach nur Sachen die man aufsammelt. Alles hat ein eigenes Level. Bis Level 10 reicht die Spanne, was sich später auf die Weiterverarbeitung auswirkt oder einfach nur simpel auf den Verkaufspreis. Denn natürlich kann man alles auch Verkaufen. Dazu existiert auch hier die bekannte Versandbox, die jeden Abend um die gleiche Zeit geleert wird. Bei den ersten Besuchen im Dungeon levelt man also ein wenig und freut sich über die Rückruffunktion, so das man sich Zeitsparend schnell wieder nach Hause beamen kann. Irgendwann sagt man sich dann, Mensch was mache ich nur mit den ganzen gesammelten Dingen und Rune Factory entwickelt so ganz langsam seinen Tiefgang, der euch Stunden der Spielzeit kosten wird.

Denn die erbeuteten und gesammelten Dinge kann man ja auch weiter verarbeiten. Dazu kann man sein Haus um diverse Möglichkeiten erweitern. Angefangen bei mehreren Küchengeräten wie dem Schneidebrett, einem Ofen oder dem Topf, gibt es zudem das sogenannte Labor und eben die Schmiede samt Handwerksbereich. Alles dient dazu um verschiedene Materialien weiterzuverarbeiten. Auch hier ein paar kleine Beispiele, die euch das System verdeutlichen sollen. Nehmen wir mal etwas Essbares wie z.b. Reis, den man immer mal findet. Diesen könnte man auch sofort Essen und würde damit die Lebens und Runenleiste ganz marginal auffrischen. Geht man dazu aber in die Küche und macht z.b. Reisbällchen daraus, ist der Effekt ein ganz anderer und wesentlich mehr Punkte werden aufgefrischt. Man bekommt auch zu jedem Objekte immer angezeigt, was es bewirkt und wie viele Punkte der Leisten aufgefrischt werden. Das gleiche gilt auch für das Labor, wo man sich aus mehreren Produkten ein gänzlich neues Herstellen kann. Das gleiche in der Schmiede, wo plötzlich der im Dungeon erbeutete Dünne Stock und eine Messerspitze ein Schwert ergeben können. Und wie gesagt, das sind nur ganz simple Beispiele. Es gibt Unmengen im Spiel für alle Bereiche. Alle Geräte daheim kann man ebenfalls 3mal aufwerten. Kann man so zu Beginn gerade mal 2 Materialien und Produkte kombinieren, werden später 4 und zu guter letzt bis zu 6 Slots anwählbar. Aber das dauert. Denn das kostet und bedarf reichlich Holz. ;-) Das System wird aber noch besser. Denn zunächst fragt man sich, woher man weiß was man zusammen tun muss, damit auch etwas Brauchbares herauskommt. Sprich man braucht Anleitungen. Diese bekommt man durch sogenannte Rezepte. In Buchform im Spiel vorhanden, kann man die meisten davon in der Bibliothek kaufen. Hat man hier eine der vielen Koch Varianten gekauft, kann man nun zum Küchengerät gehen und bekommt auf einmal zu verschiedenen Gerichten eine konkrete Anleitung und was man dafür braucht. Daneben erscheint auch noch eine Levelangabe. Auch dies hat eine Bedeutung. Denn logisch das man z.b. zu Beginn mit Kochlevel 5 keine Produkte herstellen kann, für die man Level 90 benötigt. Das gilt ebenfalls für alle Produkte, egal ob Labor oder Schmiede. Und selbst das war noch nicht alles und es kommen nun die Produktlevel ins Spiel. Bei der Herstellung läuft das ganze immer so ab, das Ihr einen Schiebebalken zu sehen bekommt. Neben einem roten Bereich gibt es hier zunächst einen blauen. In diesem blauen Bereich müsst Ihr den selbstlaufenden Balken stoppen um das Endprodukt zu erhalten. Ist euer Fähigkeitslevel allerdings mindestens das gleiche, das für das Produkt erforderlich ist, erhaltet ihr einen kleinen grünen Balkenbereich dazu. Schafft Ihr es den Balken dort zu stoppen, wird aus zwei Level 1 Materialien, im Endergebnis ein Level 2 Produkt.

Ist euer Fähigkeitslevel höher als für das Produkt benötigt, wird auch der grüne Bereich größer. Logisch das Ihr bei der Herstellung solcher Sachen auch mehr Erfahrungspunkte bekommt. Ein ganz tolles System wie ich finde und man giert gerade bei den Fähigkeiten nach jedem Level. Dazu gilt es Geld zu verdienen ohne Ende, weil man allein hier endlich alle verfügbaren Rezeptbücher kaufen will. Dabei gibt es nun viele Produkte, die man nicht finden kann und wenn höchsten teuer in einem Laden erstehen muss. Gutes Beispiel sind Milch oder Eier. Und der nächste Punkt im Spiel beginnt so langsam wichtig zu werden. Denn nach dem ersten Besuch der Wal-Insel bekommt man von einem bestimmten Charakter eine spezielle Bürste. Mit der ist es nun möglich im Dungeon theoretisch jedes Monster zu zähmen. Statt mit dem Schwert drauf zu hauen, streichelt man es. Natürlich immer mit Blick auf die Leisten. Denn sie attackieren euch ja weiterhin. Irgendwann jedoch ertönt ein Geräusch und das Monster will sich euch anschließen. Dazu müsst Ihr nun beim Zimmermann eine Scheune gekauft haben, die allein schon in der Grundausstattung 10 Monster aufnehmen kann. Und wie sollte es anders sein auch reichlich ausbaufähig ist. Ein gezähmtes Monster wandert in diese Scheune und kann nun verschiedene Aufgaben übernehmen. Simpelste Variante ist nun das Harvest Moon Gegenstück. Hat man ein Kuhähnliches Monster gezähmt, so kann man von dieser Milch bekommen. Und auch die Tiere haben ebenfalls ein Level, das angibt wie sehr sie sich bei euch wohlfühlen. Geben sie mit Level 1 gleichwertige Milch, so bekommt man bei Level 10 eben solche Milch. Und es gibt in Rune Factory weit mehr Produkte als in den Harvest Moon Spielen. Allein das ist schon eine Wissenschaft für sich. Zweiter Aspekt ist die Hilfe bei der Farmarbeit. Bestimmte Monster übernehmen auch Arbeiten, sofern sie ebenfalls ein bestimmtes „Liebeslevel" erreicht haben. Die dritte Variante ist aber dennoch die wichtigste. Ein Monster könnt Ihr immer mit euch nehmen. Es wuselt hinter euch her und ist wie ein zweiter kämpfender Charakter. In den Dungeons oft eine riesige Hilfe, um sich gegen die Horden an Monsters zur Wehr zu setzen. Und wie sollte es anders sein, auch die eigenen Monster haben Level und Fähigkeiten, die man ebenfalls entwickeln kann. Es ist schon wirklich irre, was in diesem Spiel alles mit Entwicklung zu tun hat. Und je mehr man davon mitbekommt, um so süchtiger wird man nach alle diesen Dingen. Glaubt mir. ;-)

Insgesamt warten im Spiel 4 große Dungeons, die man hunderte Male besucht. Jedes Mal kommt man ein Stück weiter voran, sammelt Materialien, levelt selber auf und merkt wie große die Dungeons teilweise sind. Allein die Wal-Insel selber zeigt ihr wahres Ausmaß erst mit der Zeit. Und mit jedem neuen Gegnertyp, den man kennenlernt und der etwas fallen lässt, wird man um so mehr zittriger, was man nun damit wieder versuchen kann herzustellen. Dann sieht man z.b. das die Schmiede noch zu klein ist und schon dreht das Rad wieder schneller. Mehr Geld muss her und man muss die Zeit wirklich gut verplanen um halbwegs über die Runden zu kommen. Wobei man hier mit der Zeit auch genug Alternativmöglichkeiten bekommt. Stichwort Angel, die man hier ganz besonders oft nutzt. Diese sollte man ruhig recht schnell Leveln und Entwickeln. Denn je weiter man in den Dungeons voran kommt, um so höherwertig werden die Fische die man Fangen kann. Denn selbst in den Dungeons findet man Wasserstellen, so man wirklich seltene Burschen immer wieder an bestimmten Stellen fischen kann. Hat man das entsprechende Kochlevel, kann man damit reichlich Geld verdienen und braucht sich ab Winter des ersten Jahres keine Gedanken mehr zu machen, ohne das dann das Spiel zum Selbstläufer wird. Zudem dienen die Fische, weil schnell zu holen, auch für Speisen um die Leisten aufzufrischen. Denn manche Fischarten können bei Level 8 und höher in der Verarbeitung die komplette Runenleiste regenerieren. Man findet diese Dinge mit der Zeit heraus und verbringt wie schon erwähnt echte Stunden in der Küche und im Labor. Da hier die Zeit ja stehenbleibt, hat man keinen Zeitdruck. Hier spielt alles dermaßen genial ineinander. Hat man sich so z.b. einen kleinen Vorrat an Nahrungsmitteln für die Leisten hergestellt, kann man sich auch den Boss Gegnern stellen. Nur wenn man diese in den Dungeons besiegt, öffnet man den jeweils nächsten Dungeon im Spiel, was fast schon an einen Neubeginn erinnert. Die Vorfreude darauf ist sehr groß und man möchte sich gleich wieder Stunden von der Außenwelt abschotten. ;-) Was warten für Gegner dort, welche Materialien kann ich finden und welche Monstertypen für Produkte kann ich Zähmen? Außerdem bringen stärkere Gegner die dort warten, natürlich wieder viel mehr EP beim Kämpfen. Von daher ist Rune Factory schon ein irres Spiel. Alles hängt miteinander zusammen und jedes Mal wenn man denkt, jetzt hat man irgendwie alles mal gesehen, gibt’s wieder was Neues. Auch hier könnte ich wieder einen Roman schreiben, ohne alles wirklich gebührend zu würdigen. ;-)

Und da habe ich ja das Runey Thema noch gar nicht angeschnitten. Ich hoffe ihr seid noch nicht Eingeschlafen. ;-) Das Runey System ist sicherlich der umstrittenste Punkt im gesamten Spiel, wobei ich persönlich der Meinung bin nach dem Test, man kommt auch ohne gut aus. ;-) Sehen tut man die Runeys sofort nach dem Spielstart. Denn innerhalb der Welt von Trampoli schwirren diese kleinen Racker in der Luft herum und zeigen sich grob anhand der vielen farbigen Punkte um Bild. Erst bei näherem Hinschauen, sieht man das es kleine Wesen sind. Diese Runeys gibt es im Spiel in 4 Varianten. Hintergrund ist der Fakt, dass die Runeys die Balance der Gebiete intakt halten. Einfach gesagt damit Saatgut auch wächst, wobei das nur ein Punkt ist. Solange die Runeys also in der Balance sind, brauchen z.b. Rüben auch nur die 5 Tage, die vom Spiel angegeben sind. Anders herum, sind die Runeys nicht in der Balance oder gänzlich verschwunden, kann Saatgut auch 15 oder 20 Tage brauchen, bis hin zu dem Moment wo nur noch Unkraut draus wird. Das Problem daran ist, das man als Spieler der Versuchung erst mal nicht widerstehen kann, diese Balance durcheinander zu bringen. Denn im Sommer des ersten Jahres taucht eine Person auf, die euch einen sogenannten Ernter gibt. Mit diesem kann man die Runeys ganz simpel aus der Luft saugen und in seinen Rucksack packen. Damit geht man nun zu dieser besagten Person, und kann mit den Runeys allerlei nützliche Dinge machen. Z.b. sogenannte Runensteine erschaffen, die euch Zugang zu bestimmten Türen in den Dungeons öffnen. Oder aber ihr „kauft" euch mit gefangenen Runeys eines der möglichen Wunder und es regnet z.b. für eine lange Zeit. Klar das dies auf den ersten Blick geniale Sachen sind, die kurzfristig die Arbeit erleichtern. Wer aber daran denkt über virtuelle Jahre zu spielen und das dürfte ja bei den meisten der Fall sein, muss sich vor Augen halten, dass die Umgebung darunter leidet. An einem Ort im Spiel kann man sich die Runey Verteilung jederzeit anschauen und es kommt der Tag an dem Gebiete komplett Runey frei sind. Um hier wieder eine Balance hinzubekommen, muss man in einem anderen Gebiet wo noch welche sind, mittels Ernter einige Fangen und im leeren Gebiet wieder Aussetzen. Tricky ist nun die Zusammensetzung. Manche Runeys fressen einander, andere leben vor sich hin und man kann die Population so stark beeinflussen. Und über die richtige Zusammensetzung findet man im Internet regelrechte Glaubenskriege. ;-)

Aber wie schon erwähnt kann man sie auch in Ruhe lassen. Auch später kann man sie ja wieder „Züchten", auch wenn dies ein langwieriger Prozess ist. Wer sich also einmal damit einlässt, wird das Thema auch im negativen und nervigen Sinne nicht mehr los! Zwar muss man auch nach ihnen schauen, wenn man sie gar nicht anrührt. Aber weit weniger als bei aktiver Beeinflussung. In der Nachbetrachtung muss ich sagen, man braucht sie eigentlich nicht wirklich. So schön die Wunder auch sind, alles bekommt man auch mit harter Arbeit hin und die Belohnungen hinter den speziellen Türen halten nicht das, was man sich davon verspricht. Hauptsache die Felder lassen sich halbwegs gut bewirtschaften. Darauf muss man achten. Der Ansatz mit dem Runey System ist schon in Ordnung, die Umsetzung könnte man besser machen. Na ja, für den nächsten Teil halt. ;-) Nimmt man dieses Thema heraus und das tue ich auch in meiner Wertung, kommt man um diesen Titel nicht herum. Harvest Moon Fans und Spieler mit einem Hang zu diesem Genre finden kaum Besseres in der Form. Wer Baum der Stille gemocht hat, sollte sofort zum örtlichen Händler flitzen!

Grafik & Sound....

Wie auch auf dem DS ist Rune Factory, im Vergleich zu den Harvest Moon Teilen, auch hier klar der erwachsene Titel, was die Grafik angeht. Zwar ist die grafische Gestaltung alles andere als nun HighEnd, aber im Vergleich einfach viel besser als bei der eigenen Konkurrenz. Zumindest kommt sie Farbenfroh daher und bietet hier und da auch einige Detailverliebtheit. Die Runeys, die einem gleich zum Spielbeginn, durch die Luft fliegend begegnen, geben der Umgebung auf jeden Fall eine lebendige Atmosphäre. Etwas das man sonst oft etwas vermisst. Zwar ist Wasser animiert und auch die Animationen der Charaktere und Monster sind gelungen, großartige Umgebungseffekte gibt es eher wenige. Und wenn sind sie auf der Wii nichts Besonderes. Die Monster Vielfalt ist passend und ebenfalls auch vom Design her gelungen. Gefallen haben die kleinen häufigen Story Sequenzen. Was die Umgebungen angeht, bekommt man durchaus Abwechslung geboten. Neben den natürlich am meisten enthaltenen Wald & Wiesenlandschaften, sorgen die Walinsel, die Ruinen oder auch die Dungeons für Unterhaltung. Eine stimmige Winterlandschaft und das Tag/Nacht Feature geben dem Spiel aber eine gelungene Atmosphäre. Gefallen können die Farbgebungen zu den Jahreszeiten. Besonders den Herbst fand ich sehr stimmig. Alles mit etwas wärmeren Farben, wirkt das zusammen mit den Runeys in der Luft äußerst passend. Aber auch der Winter ist nicht nur tristes Weiß. Technisch kann man eigentlich nicht meckern. Alles funktioniert so wie es soll, auch wenn man hier und da über das Menu- und Item Handling diskutieren könnte. Negativ bleiben die Ladezeiten bei Ortswechseln im Gedächtnis. Auch hier legt sich der Ärger darüber nur bedingt.

Beim Sound haben die Entwickler eigentlich wieder ein gutes Händchen bewiesen. Alle Jahreszeiten bieten verschiedene Stücke, die allesamt sehr melodisch und passend daher kommen. Ebenso werden Tageszeiten anders akustisch begleitet und wo es sich anbietet, wie in den Actiongeladenen Dungeons, wird’s auch mal etwas bedrohlicher. Effekte sind auch genug vorhanden, um das Spielgeschehen zu unterstützen. Selbst Kleinigkeiten wie die typischen Laufgeräusche im Schnee sind dabei. Dazu sind Kampf- und Arbeitsgeräusche allesamt akustisch umgesetzt. Von daher passt dieser Teil im Spiel recht gut.

Fazit....

Insgesamt ist Rune Factory Frontier ein Spiel, das sehr vieles Richtig macht und genauso wie sein Konkurrent im eigenen Hause, irgendwann ein gewisses Suchtpotential entwickelt. Die Möglichkeiten in Sachen Monster, Dungeon Gameplay und das etwas andere Anbau und Zucht System, heben auch diesen Titel weit nach Oben. Erhaben über jeden Zweifel ist auch hier die Spielzeit, die man locker mit 40+ Stunden definieren kann, wobei man selbst dann noch genug zu tun hätte. Ich bin wie immer das beste Beispiel und habe an einem „simplen" virtuellen Jahr knapp 50 Stunden gesessen. Der intensive Spielspaß mit seinem Suchtgedanken setzt hier auch wesentlich eher ein als bei Baum der Stille, weil man schnell merkt und teilweise schon erahnt, was hier spielerisch auf einen zukommt. Die Dungeons, die man unzählig oft besucht und sich immer wieder drauf freut, machen genauso Spaß wie die Monsterzucht und selbst alles rund um die Farm. Hier kommt auch das Produkt und Verarbeitungssystem dem ganzen zugute. Bedingt durch 2 Leisten ist das Thema Ausdauer nicht so tragisch wie beim eigenen Konkurrenten und kann auf sehr vielfältige Weise auch aufgefrischt werden. Dazu das wunderbar gemachte Level System, das man hier eben für alle verschiedenen Aktivitäten des Charakters und ihn auch selber eingebaut hat, runden den zunächst sehr guten Eindruck ab. Kritik gibt es eigentlich nur bei 2 Dingen. Die Ladezeiten kann man noch übergehen und die Augen zudrücken. Das Runey System ist da etwas ganz anderes. Wie oben beschrieben kann es wirklich passieren, dass man auch bedingt durch nur einen Speicherplatz, sich irgendwann „verspielt" und im Herbst schon Probleme hat, seine Ernten über die Zeit zu bekommen. Der durchaus nervige Zeitaufwand für die Balance der Runeys, kann einem als Spieler den letzten Nerv rauben. Wer dieses System durchschaut und zu seinem Vorteil nutzen kann, bekommt ein sehr geniales Game, mit hohem Suchtfaktor. Wem die Runeys einen Strich durch die Rechnung machen, hört vielleicht auch nach 1 Jahr gefrustet auf. Verpassen solltet ihr das Spiel aber auf keinen Fall. Wer einen Hang zu diesem Thema hat, muss hier einfach zugreifen!!

 

+ Extrem hohe Spielzeit
+ Hoher Tiefgang
+ Charakter Upgrades/RPG Feature
+ Unmengen an Produkten
+ Dungeon/Monster Gameplay
+ Fähigkeiten/Berufe
+ Klasse Levelsystem
+ Macht süchtig :-)
- Ladezeiten bei Ortswechseln
- Runey System sehr tricky

GRAFIK: 76%

SOUND/EFFEKTE: 81%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 88%

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