konsolenkost.de

 
Wii Rally Racer
 
 
Rally Racer - Wii
Matthias Engert (29.08.2010)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Brain in a Jar
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-5
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK 0
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Ende 2010 müssen die Wii Rennspiel Fans mal wieder relativ Tapfer sein. Denn was vor Monaten noch nach einem angenehm vielschichtigen Rennspiel Winter aussah, wurde nach und nach zusammengestutzt. Allem voran natürlich im Moment, die nicht für die Wii umgesetzten neuen Teile der Formel 1 und DiRT Serien. Bleibt auf dem Papier im Fokus, wie schon so oft, der diesjährige Need for Speed Teil aus dem Hause EA. Aber das ist natürlich auch die Chance für kleinere Entwickler und Publisher auf sich aufmerksam zu machen. Auf der Wii versucht sich daher aktuell mal wieder der schwedische Publisher Nordic Games, die mit mehreren Titeln aus der Niedrigpreis Rubrik, um die Gunst der Rennspielfans auf der Wii werben. Neben GP Legends und einem Truck Racer, sollen auch die Rally Fans mal wieder auf ihre Kosten kommen. Denn hier gibt es auf der Wii noch die wenigste Konkurrenz. Rally Racer soll hier ein wenig die Kohlen aus dem Feuer holen. Was drin steckt im Titel, soll euch wie immer der folgende Test etwas genauer zeigen.

Menus und die Story....

Was Rennspiele angeht, findet man bei Nordic Games fast ausschließlich Titel der Entwicklerschmiede Brain in a Jar im Angebot. Leider nicht unbedingt mit dem besten Ruf behaftet und mir fällt hier schnell der Wii Titel Kart Racer ein, der vieles war, aber kein gelungenes Rennspiel für Nintendos Flaggschiff. Schaut man auf die reinen Fakten, zeigt sch der Titel zunächst von der durchwachsenen Seite. Positiv das man den Titel nicht nur komplett Lokalisiert hat, sondern dem im Rally Sport üblichen Beifahrer auch eine deutsche Stimme verpasst hat. Surround Sound sucht man dagegen vergebens, wie übrigens auch einen Multiplayer Modus. Zwar ist Rally Sport oft eine einsame Geschichte, aber virtuell hätte man dennoch etwas anbieten können. Bei den Bildmodi unterstützt man dagegen alle Möglichkeiten der Wii Konsole, auch wenn das Spiel keinen Grafik Award gewinnen wird. Speichertechnisch geht es Vorbildlich zur Sache und man knapst euch gerade mal 1 Seite des wertvollen Speichers ab. In Sachen Story bietet euch der Titel leider rein gar nichts. Wie schon bei Kart Racer werden hier weder Inhalte personalisiert, noch bekommt der Spieler atmosphärisch etwas geboten. Zwar dreht es sich auch hier um den Gewinn von Meisterschaften und damit dem typischen vom "Neuling zum Champion" Gameplay. Aber wirklich stimmig ist das Ganze leider nicht. Weder erstellt man einen Fahrer oder ein Team, geschweige denn man verteilt irgendwie Namen an die Beteiligten. Viel Trockener kann man Inhalte in der Form kaum noch Präsentieren. Das ist wirklich sehr schade.

So ist es auch nicht weiter überraschend, dass das Firmen Intro noch das Umfangreichste nach dem Einschalten ist. Man landet äußerst schnell auf dem Hauptmenu, das sich aber äußerst spartanisch gibt. 3 Menupunkte warten auf euch, die auch gleich alle Inhalte preisgeben. Neben dem Meisterschafts-Modus, könnt Ihr euch im Zeitrennen versuchen, oder in den Optionen nach dem rechten sehen. Viel ist aber dennoch nicht und Ihr könnt neben Soundeinstellungen einzig das Steuersetup auswählen. 2 Steuervarianten gibt es im Spiel und man erlaubt euch zum einen mit dem Doppel Remote/Nunchuk zu spielen, oder aber via Quer gehaltener Remote zu Lenken. Logisch das man so auch das Wii Wheel unterstützt, und insgesamt auch die favorisierte Steuervariante darstellt. Aber dazu gleich mehr im Gameplay Abschnitt, dem wir uns jetzt etwas intensiver widmen wollen.

Das Gameplay....

Rally Racer ist ein Spiel, bei dem man völlig auf Tutorials oder Einführungen verzichtet hat. Man wird als Spieler ohne Umwege sofort in die spielerischen Inhalte geschickt. Und viel ist es leider nicht, was man dem geneigten Rally Fan hier anbietet. Spielerisch wartet neben der Meisterschaft an sich, nur der Modus Zeitrennen, bei dem Ihr euch um das Verbessern der eigenen Zeiten kümmern könnt. Kern des Spiels ist aber zunächst mal der Meisterschaftsmodus. Hier geht es darum, die im Spiel enthaltenen 13 Meisterschaftsstrecken nacheinander zu absolvieren. 7 verschiedene Umgebungen gibt es im Spiel, die jeweils aus 2 Strecken bestehen. Ausnahme ist die Startstrecke. Bevor man an den Start gehen kann, gilt es 2 Einstellungen vorzunehmen. Zum einen könnt Ihr wählen, ob Ihr mit Allrad Fahrzeug an den Start gehen wollt, oder mit einem Fahrzeug mit Vorderrad Antrieb. Dazu wählt man einen von 3 Schwierigkeitsgraden. Kritikpunkt gibt es für die Grade an sich, die sich eigentlich kaum voneinander unterscheiden. Aber dazu später noch ein paar aufklärende Worte. Schon eher einen Unterschied gibt es zwischen den Antriebsarten, wo man schon spürt, welche Variante man bewegt. Das war es dann aber auch schon mit den Vorbereitungen. Habt Ihr die Einstellungen getätigt, landet man sofort auf dem Zeiten Bildschirm der ersten Strecke. Sprich es gibt weder einen einführenden Vorspann in die Meisterschaft, noch wählt man einen Fahrer oder ein Team. Was man schnell zu sehen bekommt, ist die Tatsache gegen 15 andere Rally Fahrer anzutreten. Lizenzen gibt es keine und so klingen die Gegner nur wie real existierende Fahrer. Meist sind einfach nur die Vornamen falsch.

Wer jetzt denkt, dass im Spiel reichlich Gegner Action auf einen wartet, liegt völlig daneben. Die spätere fahrerische Action spielt sich nur allein ab. In keinem der beiden Spielmodi bekommt man einen Gegner zu Gesicht. Wer das erwartet, ist hier also schon mal völlig falsch. So sieht man also zu Beginn nur die Zeiten der imaginären CPU Gegner. Mehr ist es dann zur jeweiligen Strecke auch nicht. Einzig die Bezeichnung der vor euch liegenden Strecke wird angezeigt. Weder Länge, noch Profil, oder eine Wetteranzeige. Wobei das auch nicht weiter interessant ist. Denn im Spiel gibt es nur Sonnenschein, oder zumindest trockene Tagesumgebungen. Dafür und das hat der Titel anderen Titeln durchaus voraus, gibt es hier einen Setup Bereich, um den Wagen anzupassen. Und im Gegensatz zu den Schwierigkeitsgraden, wirkt sich dieses auch aus. Man hat auch relativ viele Möglichkeiten, auch wenn man später nur wenige wirklich mal ausprobiert. Zudem gibt es eine Vorgabe Setup, das es euch leichter macht. Das dies auf fast allen Strecken immer das gleiche ist, ist wieder eine ganz andere Geschichte. ;-) Was völlig fehlt ist eine Fahrzeugwahl. Es gibt je Meisterschaft und Grad jeweils einen einzigen Wagen. Das ist für ein Rally Spiel schon etwas wenig. Und selber wählen kann man eh nicht. Man ist hier auf die Vorgabe der Entwickler angewiesen. Wie übrigens auch beim Zeitfahren, wo sich das gleiche Bild bietet. Ist man mit dem Setup Fertig, landet man nach einer kurzen Ladezeit im Startbereich und ein Countdown zählt herunter. Danach geht es einzig darum, möglichst schnell die 3 Etappen einer Strecke zu absolvieren und natürlich möglichst die Zeiten der CPU Gegner zu schlagen. Die aktuelle Bestzeit wird euch oben im Bild angezeigt. Dazu sind auch die 3 Streckenteile mit den Checkpoints dargestellt. Schade das es keine Zwischenzeiten gibt und man immer nur anhand eines mitlaufenden Balkens erahnen kann, ob die Zeit was Wert ist oder nicht. Sind hier und da auch viele Kleinigkeiten, die halt Negativ auffallen.

Je nachdem wo man am Ende mit seiner Zeit landet, gibt es Meisterschaftspunkte, die nach Ende aller Strecken den Champion ergeben. Auch hier geht das Spiel den wohl sparsamsten Weg. Dort wo sonst immer die nächste Strecke anhand eines Namens genannt wird, erscheint der simple Hinweis, dass man Champion ist. Danach geht’s ohne irgendeine Belohnung oder einen Abspann wieder auf das Hauptmenu. Sehr ernüchternd in meinen Augen. Dabei ist es wie schon erwähnt relativ egal, welchen Grad man spielt. Selbst auf Profi kann man die Meisterschaft gewinnen. Positiv, dass man bei 13 Strecken auch mal einen schlechten Durchgang kompensieren kann. Aber auch der interne Zufallsgenerator greift hier auf ungewöhnliche Art ein. Zum einen sind die Platzierungen immer anders. Sprich es sind nicht immer die gleichen CPU Gegner auf den immer gleichen Plätzen. Kurios ist dagegen das Thema bei den Zeiten selber. Man könnte auf dem Zeitenbildschirm zu einer Strecke z.b. eine Bestzeit eines Gegners von 7:30 haben. Verlässt man jetzt die Meisterschaft und startet erneut den gleichen Spielstand, kann es durchaus sein, dass die Bestzeit jetzt auf einmal bei 6:30 liegt. Auch so etwas, das irgendwie nicht passt. Gefahren wird im Spiel aus 2 verschiedenen Perspektiven. Entweder die Hinter dem Fahrzeug, oder halt die Stoßstangen Variante. Gelungene Varianten, an die man sich jeweils bei der gewählten Steuerung gewöhnen muss. Hier punktet die schon angesprochene Wheel Variante mit der Remote Only. Dabei ist die Steuerung eine von denen, wo sich die Geister scheiden. Entweder man hat ein Faible für überempfindliche und hier durchaus passende Rally Steuerungen, oder man legt das Spiel schon deswegen sofort zur Seite. Den Anspruch einer Simlastigen und realen Umsetzung, wie ihn die Entwickler anpreisen, erfüllt diese zwar nicht, bietet aber dennoch eine passende Empfindlichkeit. Rally Sport ist nun mal kein Formel oder Tourenwagen Gameplay. Need for Speed, PGR oder Burnout Fans werden hier nur bedingt fündig. Eines ist die Steuerung aber allemal, äußerst Feinfühlig und kleinste Unebenheiten können den Wagen aus dem Tritt bringen.

Die Belegung der Remote selber ist äußerst simpel. 1 und 2 dienen für Gas und Bremse. Die B-Taste dient für die Handbremse und mittels Kreuz ändert man die Perspektive. Die Rückspiegel Funktion ist eigentlich völlig unnötig. Es sei denn man will den aufgewirbelten Untergrund hinter dem Wagen beobachten. ;-) Gelenkt wird via Freier Bewegungen, die wie schon erwähnt sehr direkt funktionieren. Und man braucht auch nur relativ wenig Einschlag, um den Wagen zu Bewegen. Dabei greift eine typische Lenkung in Rally Racer. Zum einen kann man den Wagen aufschaukeln, oder aber mittels Bremse den Wagen in einen Drift zwingen. Dabei ist aber das Fenster, in dem die Drifts gewollt funktionieren, recht eng bemessen. Hat man ein Gefühl dafür, funktioniert das ganz gut. Wenn nicht liegt man öfters auf dem Dach als gewohnt. Auch hier kann man das lustige Thema Schwierigkeitsgrade ansprechen. Auf Mittel und Profi bietet Rally Racer auch ein Schadensmodell. Rammelt Ihr gegen einen Baum, gehen auch Teile kaputt. Euer Beifahrer klärt euch dann auf, was gerade kaputt gegangen ist. Soweit so gut. Allerdings ändert sich nichts am Fahrverhalten. Selbst wenn kein Spoiler mehr dran, der Kühler im Eimer und ein Reifen geplatzt ist, der Wagen führt weiter wie im Normalzustand. Also eine nette Alibi Funktion. Auch wenn man es nicht glaubt, aber es gibt auch Lob für Inhalte. Die Streckendesigns selber haben mir eigentlich gut gefallen und boten mit den 6-8 Minuten langen Strecken teilweise mehr als z.b. bei DiRT 2. Einziger Nachteil neben der reinen Anzahl, das man oft Links und Rechts die Begrenzungen zu Hart gemacht hat. Sand in der Wüste wirkt da wie ein Bordstein und man muss sich daran auch ein wenig gewöhnen. Trotzdem sind die Streckenführungen Kurvenreich, gehen Hoch und Runter und bieten schon ihren Anspruch. Wobei dies das Spiel nicht rettet. Dazu müssten noch ganz andere Dinge passen.

Von daher gibt’s leider keine Empfehlung für Rally Racer auf der Wii. Ein leider schwacher Titel, mit vielen kleinen und großen Kritikpunkten. Und für dann noch erlebbare 2-3 Stunden Spielzeit, ohne einen Widerspielwert, sind leider auch 20 Euro zuviel des Guten.

Grafik & Sound....

Was die grafische Gestaltung angeht, muss man den Entwicklern leider ein wenig ins Gewissen reden. Zwar kommt diese recht klar und eigentlich auch Farbenfroh daher. Das war es dann aber schon mit den positiven Dingen. Vor allem die Aspekte Details und Atmosphäre kommen viel zu Kurz. Fehlende Atmosphäre auch deshalb, weil man weder etwas animiertes abseits der Strecke sieht, geschweige denn auch nur einen Zuschauer. Einzig ein wenig aufwirbelnder Untergrund und die Radbewegungen sind animiert. Details in Sachen Backgrounds, Fahrzeuge oder auch Texturen sind äußerst überschaubar gehalten. Gibt ab und zu auch etwas zum Schmunzeln. Viele Wagen hat das Spiel ja eh nicht, aber in manchen fehlt der Beifahrer, der euch ja dennoch ständig zutextet. Wirkt dann unfreiwillig komisch. Technisch gibt es durchaus Licht und Schatten. Zunächst gelungen ist die Kollisionsabfrage, die recht genau ist. Manchmal fast zu genau. Anders sieht es bei der Engine aus. Speed ist zwar in einem Rally Spiel nicht so wichtig wie in anderen Rennspielen, aber hier und da Ruckelt das Spiel, trotz der mäßigen Grafik. Das stört dann schon. Mehr als schwacher Durchschnitt ist Rally Racer beim Thema Grafik leider nicht. Da nützen auch die guten Proportionen Fahrzeug-Strecke nicht, wenn die wenigen Wagen lieblos gestaltet sind.

Soundtechnisch muss man den Entwicklern zumindest anrechnen, einen deutschen Beifahrer was die Sprachausgabe angeht , eingebaut zu haben. Bis auf die Winter Strecken, sagt er die Kurven Varianten auch recht akkurat an. Kaum wird es aber Winter, geht er wohl einen heißen Tee trinken. Denn hier hört man ihn auffällig selten. ;-) Mal abgesehen von der gelungenen Hintergrundmusik in den Menus, gibt es musikalisch nichts weiter im Spiel. Auf den Strecken kommt man komplett ohne aus und man konzentriert sich auf die Motorengeräusche. Die sind in Ordnung, ohne jetzt Bäume auszureißen. Das es dennoch gefühlt sehr monoton zur Sache geht, liegt auch hier am völligen Fehlen von Umgebungsgeräuschen. Steril geht es also nicht nur bei der Grafik zu, sondern leider auch zu sehr beim Sound.

Fazit....

Leider kann Rally Racer aus dem Hause Brain in a Jar einmal mehr nicht überzeugen und hinterlässt einen äußerst durchwachsenen Eindruck. Zwar bietet das Spiel in den wichtigsten Bereichen Steuerung und Streckendesigns durchaus positive Ansätze. Aber kleinere Fehler hier und vor allem die weiteren dicken Kritikpunkte sorgen für die leider sehr schwache Wertung. Vor allem in Sachen Inhalt, Atmosphäre und Präsentation muss man im Jahr 2010 viel mehr bieten, um selbst im Rennspiel Sektor auf der Wii zu Überzeugen. Auch wenn der Titel preislich sehr interessant zu sein scheint. Man sollte das Geld lieber in die GameCube Ausgabe von V-Rally 3 investieren. Schon Hornalt, aber für mich immer noch der Rally Titel, wenn man Nintendo Fan ist.

 

+ Oft ordentliche Streckendesigns
+ Dt. Beifahrer
+ Feinfühlige Steuerung passend
+ Eigene Setups möglich
- Technisch schwach/Ruckler
- Wenige Fahrzeuge/Spielumfang
- Keine personalisierten Inhalte
- Grafisch äußerst dürftig
- Atmosphärisch Schwach
- Kaum Schwierigkeitsg.Untersch.
- Keinerlei Belohnungen/Secrets

GRAFIK: 44%

SOUND/EFFEKTE: 62%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 45%

Sämtliche Inhalte wie Bilder und Texte zu diesem Artikel sind geistiges Eigentum des Mag'64. Eine Benutzung oder anderweitige Verwendung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Mag'64 erfolgen.

 
                   

Game-and-Fun.de