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Wii Ready 2 Rumble Revolution
 
 
Ready 2 Rumble Revolution - Wii
Kilian Pfeiffer (10.04.2009)

SYSTEM: Wii-PAL
PUBLISHER: Atari
GENRE: Prügler
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-10
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 12+
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Derzeit geistert ein Klassiker durch die Foren dieser Welt. Einer, der seinen Ursprung im letzten Jahrhundert hat. Um noch präziser zu werden: gar im letzten Jahrtausend! Die Rede ist von „Punch Out!!". Damals war der Titel bereits ein Knaller, heutzutage ist er ein zeitloser Klassiker. Hat man von diesem Titel bis dato noch nichts vernommen – nicht so schlimm, wir klären auf! „Punch Out!!" ist ein Boxspiel, das sich mit eigenem Humor präsentiert. Gutes Reaktionsvermögen, ein bisschen Taktik und eine anständige Portion Frustresistenz solltet Ihr mitbringen, wenn Ihr gegen „Glass Joe" und Konsorten gewinnen wollt. Doch bis die Wii-Neuauflage erscheint, gibt es andere, empfehlenswerte Umsetzungen, die in eine ähnliche Kerbe schlagen und ihre Sache alles andere als schlecht machen...

Menus und die Story....

„Ready 2 Rumble – Revolution" ist eine Neuauflage. 2001 gab es für Nintendo-Konsolen bereits eine Game Boy Advance-Umsetzung in gewöhnlicher 2D-Optik. Heutzutage kann man mit einer solchen nicht mehr punkten und holt daher zum Rundumschlag aus. Die „Revolution" ist ja bereits im Namen versteckt – beste Voraussetzungen also, eine bis ins Detail aufgemotzte, von Grund auf anders konzipierte Umsetzung zu erwarten. Oder haben wir es bei „Ready 2 Rumble – Revolution" mit einer einfallslosen Neuprogrammierung zu tun, die auf Wii-Verhältnisse zugeschnitten wurde? Nein, haben wir nicht. Wer gerne in den Boxring steigt, die Fäuste schwingt und schon immer mal der Beste unter den Besten sein wollte, sollte weiterlesen – und zugreifen!

Was uns „10Tacle" hier vorsetzt, bringt einiges an Potenzial mit sich. Als da wären: ein ungemein erfreuender Charakter-Editor, viele interessante Spielmodi, ein „Tutorial", das sich sehen lassen darf, Minispiele über Minispiele, ein Taktik erfordernder Mehrspieler-Modus sowie unzählige Einstellungsmöglichkeiten, um das Gameplay auf seine eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden. Alles Weitere erfahrt Ihr im „Gameplay"-Teil unseres Reviews.

Das Gameplay....

Michael Buffer ist anwesend. Wer Michael Buffer ist? Das ist derjenige grauhaarige Herr, der für gewöhnlich die Boxringe dieser Welt belagert, um mit seiner außergewöhnlichen Stimme Boxer aller Couleur anzukündigen. Dass man diesen für „Ready 2 Rumle – Revolution" verpflichten konnte, ist schon ein Ding und dürfte mit Sicherheit eine Stange Geld gekostet haben. Uns soll’s recht sein – die Atmosphäre stimmt auf jeden Fall. Bevor Ihr Euch gegen die im Spiel auftretenden Fantasiegegner in den Ring stürzt, sei Euch das „Tutorial" ans Herz gelegt. Dieses bringt Euch in wenigen – aber eindringlichen – Schritten alles steuerungstechnisch Notwendige bei. Sei es den Einsatz des Nunchuks bei einem Jab, die Verwendung der Wii-Fernbedienung bei einem Leberhaken, das Wegducken durch Schwingen beider Controllereinheiten oder aber das Parieren durch Drücken von „B" und/oder „Z". Ob Jab, Aufwärtshaken oder gewöhnlicher Haken – folgt Ihr den Anweisungen der Instruktion, funktioniert die Steuerung ohne weiteres. Gezielt verteilt Ihr Eure Körperschläge. Im Kampf allerdings wird es schwer, etwa einen harten, linken Schlag auszuführen. Warum? Weil Ihr nicht nur das Nunchuk nach unten schwingen müsst, sondern zunächst dieses auf die linke Seite ziehen sollt. Problematisch ist die genaue Bewegungserkennung hierbei.

Im Grunde macht das aber nicht viel, denn bei einem trainierten Boxer ist es gleichgültig, ob der Schlag nun hart war oder nicht – es zählt die Trefferstärke, der Speed Eures Charakters, dessen Ausdauer. Alles Dinge, die sich während des Trainings optimieren lassen. So dürft Ihr einen Boxsack nach Herzenslust bearbeiten, einen von Eurem Trainer geworfenen Medizinball während kräftezehrender Sit-Up-Übungen fangen, den Speedball „attackieren", auf die Kommandos des Coachs achten oder aber die Ausdauer am Springseil verbessern. Allerdings sind derartige Sessions nur innerhalb der „Meisterschaft" möglich, also demjenigen Spielmodus, in welchem Ihr Euch an die Spitze des Boxsports (ohne Lizenz, versteht sich!) arbeitet.

Neben den Trainingseinheiten, die Euch immer neue Punkterekorde abverlangen, wartet ein „körperbewusster" Eventmanager auf Euch, der von Woche zu Woche die fragwürdigsten Kämpfer herankarrt, um diese gegen Euch in den Ring zu schicken. Eigentlich verlockend, denn immerhin klingelt die Kasse bei einem Sieg kräftig. Mit dem erspielten Geld warten unzählige Outfits darauf, in den Kleiderschrank gehängt zu werden. Allein die Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Spielfigur zu Beginn des Spieles sind immens: Körpergröße, Gewicht, Tätowierungen, Kampfstil, Bewegungsset, Ruftyp, Stimme, Körperform, etc.). Auch der Schwierigkeitsgrad lässt sich bestimmen. Für die Boxerparameter seid allerdings Ihr selbst verantwortlich: Schlagkraft, Schlaggeschwindigkeit, Ausdauer, Verteidigung, Agilität, Stärke und Kampfgeist lassen sich nur durch puren Fleiß während der Trainingseinheiten verbessern. Schneidet Ihr hingegen schlecht ab, kann es durchaus sein, dass einer dieser Werte wieder fällt.

Während des Kampfes könnt Ihr dann zeigen, wo der Hammer hängt. Unterschiedliche Kamerapositionen sorgen für Überblick, das Schwingen der Controller fällt angenehm einfach aus, erste Erfolge stellen sich bald ein. Bei erfolgreichem „Bearbeiten" des Gegners fängt die „R-U-M-B-L-E"-Anzeige zu blinken an. Ein Druck auf den „A"-Knopf reicht aus und für wenige Sekunden dürft Ihr das sportliche Gegenüber mit Spezialschlägen windelweich prügeln. Auf den Boden bringt Ihr den Kontrahenten damit unter Garantie – ob er allerdings gleich k.o. geht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nicht zuletzt von der Energieanzeige am unteren Bildschirmrand. Die Kontrahenten werden mit der Zeit immer professioneller, erfordern bestimmte taktische Züge, allerdings bleibt „Ready 2 Rumble – Revolution" trotz der witzigen Comic-Optik ein weitaus ernster zu nehmender Titel, als es „Punch Out!!" jemals war. Im „Arcade"-Modus kämpft Ihr Euch in acht aufeinander folgenden Boxduellen an die Spitze, ein „Schneller Kampf" ist ebenso möglich. Aber auch das „Turnier" und der „Teamkampf" sind interessante Alternativen zur „Meisterschaft", die als der Hauptpart des Spieles angesehen werden darf. Dort wird die flache Story fortgesponnen, dort erlebt Ihr am eigenen Leib den Fall, aber auch den Sieg über den härtesten Gegner mit. Ein statistischer Überblick, den Ihr im Hauptmenü erhält, informiert Euch über die Siegbilanz, über Eure k.o.-Siege insgesamt, aber auch über Zeit-Herausforderungen innerhalb des „Arcade"-Modus. Eine Sache bleibt aber trotz aller Fairness im Spiel besonders unterhaltsam: Das Verhöhnen des Gegenübers. Per Knopfdruck kränkt Ihr den Gegner mit einer Geste oder ein paar unverschämten Worten, seid in dieser Zeit zwar ungeschützt, könnt den Herausforderer aber auch in tiefster Seele kränken. Für den spielerischen Erfolg dürfte es von Vorteil sein.

Grafik & Sound....

Eine Optik, die das Herz eines Boxfreundes höher schlagen lässt: Der Comic-Stil von „Ready 2 Rumble – Revolution" ist nicht jedermanns Sache, zeigt aber, dass man nicht alles ganz so ernst meint. Ernster als bei einem „Punch Out!!" dann aber schon. Vor allem sind es die flüssigen Bewegungen der Akteure, die unterschiedlichen Umgebungen von der anfänglichen Hinterhof-Schabracke bis hin zum Freiluft-Megaring. Alles wirkt rund und flüssig – die Atmosphäre stimmt zu jeder Sekunde im Spiel.

Nicht nur die deutsche Sprachausgabe ist toll, wenngleich auch nur sehr begrenzt verwendet worden. Klassisch sind die Soundeffekte bei einem Punch, die Ausrufe der Sportler, das ganze akustische Drumherum. Bei der Musik kann man zwar keinen Ohrenschmaus erwarten, erfreut sich aber an passenden Klängen, die – ähnlich wie schon die Präsentation – für ein besonderes Flair sorgen.

Multiplayer....

Maximal zwei Spieler treten in „Ready 2 Rumble – Revolution" gegeneinander im Ring an. Entweder in einem schnellen Spiel, um den besseren der Kontrahenten zu ermitteln oder aber in einem „Turnier", in dem bis zu acht Boxer zu Beginn gewählt werden müssen. Jeder Teilnehmer kämpft dann gegen einen anderen Boxer – nur der Sieger kommt weiter, der Verlierer scheidet aus dem Event aus. Das „Turnier" ist beendet, wenn am Schluss ein letzter Faustschläger übrig geblieben ist. Im „Teamkampf" werden Teams aus je drei Mann gebildet, auch ist eine gefüllte „R-U-M-B-L-E"-Anzeige gleich zu Beginn möglich.

Fazit....

Ein Boxtitel, der dem Spieler viele Möglichkeiten offen hält, ein gewisses Maß an Charakterentwicklung mit sich bringt und gleichzeitig noch ungemein motivierend ist – geht das? Ja, es geht! „Ready 2 Rumble – Revolution" ist genau das Spiel, das man sich als Freund des Sportes gewünscht hat. Natürlich muss man auf eine offizielle Lizenz und das genaue Regelwerk verzichten, aber was macht das schon? Viele Spielmodi, ein Charaktereditor der ganz besonderen Art und eine lange Spielzeit zeichnen diesen Titel aus. Wer die Zeit bis zum Release von „Punch Out!!" überbrücken möchte – aber auch alle anderen Boxfreunde – greifen zu! Die Controller-Macken sind allerdings dennoch Macken, die in dieser Form nicht sein müssten!

 

+ umfassender Charaktereditor
+ viele Spielmodi
+ lange Spielzeit
+ witzige Comic-Optik
+ intuitive Steuerung
- teils recht anspruchsvoll
- keine Lizenz
- fehlendes Regelwerk
- Controllererkennung ab und an

GRAFIK: 78%

SOUND/EFFEKTE: 70%

MULTIPLAYER: 72%

GESAMTWERTUNG: 67%

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