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Wii Project Zero 2: Wii Edition
 
 
Project Zero 2: Wii Edition - Wii
Matthias Engert (20.09.2012)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Tecmo Koei Games
GENRE: J-Horror
SPIELER: 1(2) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 64 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-8
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK16
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Vor kurzem haben wir uns auf dem 3DS mit dem Titel Spirit Camera: Das verfluchte Tagebuch auseinandergesetzt. Ein sehr spezieller Titel, der zwar auch seine Schwächen hat, aber von der Idee her durchaus Neuland betritt. Was dort aber zu kurz kam, war die Wirkung und der Tiefgang der Geschichte und Atmosphäre im Spiel. Warum ich das erwähne? Ganz einfach, weil mit dem hier vorgestellten Project Zero 2 auf der Wii, wenn man so will der große Bruder verfügbar ist. Und eines kann man hier auf jeden Fall vorweg nehmen. Speziell die Geschichte und Atmosphäre sind ein ganz anderes Kaliber. Auch weil der deutsche Spieler hier endlich mal das lange nicht gespielte J-Horror Genre erleben darf. Zwar ist die Project Zero Reihe an sich nicht neu und andere Plattformen bieten ebenfalls Spiele dieser Reihe, für Wii-Spieler wird es eine neue Erfahrung sein. Und was für eine! Denn viele kennen Horror als Spielethema aus diversen Resident Evil oder Silent Hill Spielen. Project Zero ist an sich grob nichts anderes, nur kommt dieser Titel komplett ohne Waffen aus. Ein entscheidender Unterschied, auf dem das ganze Spielprinzip aufbaut und den Spieler allein damit viel intensiver in die Geschehnisse im Spiel eintauchen lässt. Warum das in meinen Augen so ist und was der Titel zu bieten hat, das zeigen wir euch im Test zu Project Zero 2: Wii Edition.

Menus und die Story....

Damit die Sache mit dem kleinen Bruder auf dem 3DS richtig rund wird, ist auch hier Tecmo Koei als Entwickler verantwortlich. Technisch natürlich sehr verschieden, erklärt das aber inhaltlich einige Parallelen. Die Wii-Version ist dabei eines der wenigen Spiele, das ausschließlich im 60Hz Modus läuft. Ansonsten bietet der Titel gewöhnliche Rahmenbedingungen. Für 2 Spieler gemacht, werden hier in Sachen Controller Remote und Nunchuk genutzt. Wobei der Mehrspieler kein waschechter Spielmodus ist, sondern hier ein möglicher Mitspieler eher am Rande in das Spiel eintauchen kann. Aber dazu später im Mehrspielerteil des Textes noch ein paar Zeilen. Speichertechnisch mit 64 Seiten recht happig, erlaubt euch das Spiel mit der Zeit auch Fotos aus dem Spiel zu speichern. Interessant für Spieler der 3DS Variante Spirit Camera, dürfte die Rückseite des Handbuchs von Project Zero 2 sein. Dort findet man eine AR-Marke, die nur mit einem durchgespielten Spielstand auf dem 3DS genutzt werden kann. Auch mal was anderes. Einer der wichtigsten Punkte im Spiel betrifft das Thema Story. Und hier kommt wie schon erwähnt, ein ganz anderes Kaliber auf euch zu. Und passender könnte auch keine Evil Geschichte sein. Im Spiel dreht sich alles um zwei junge Zwillingsschwestern. Mio und Mayu sind ihre Namen, die in diesem Spiel das gleiche Schicksal ereilt. Nach einem Spaziergang im noch hell erleuchteten Wald, entfernt sich Mayu plötzlich, um einem roten Schmetterling zu folgen. Mio sucht und findet kurze Zeit darauf ihre Schwester, mit dem Ergebnis das sich beide im tiefen Wald verlaufen und plötzlich von ewiger Dunkelheit eingehüllt sind…

Als wäre das nicht schon genug Angstpotential für die jungen Mädchen, entdecken sie von einer Anhöhe aus, ein in tiefes Dunkel gehülltes verlassen scheinendes Dorf. Nur ein paar Laternen lassen in der dunklen Nacht die Umrisse der Häuser erkennen. Beide Schwestern überlegen, ob es sich dabei um ein seit langem auf mysteriöse Weise verschwundenes Dorf handelt, das an einem Festtag ein furchtbares Schicksal ereilte. Um aus dem dunklen Wald zu entfliehen, machen die Mädels dennoch genau das, was sie eigentlich nicht machen sollten. Sie gehen in das Dorf, in der Hoffnung Menschen zu finden, die ihnen den Weg nach Hause zeigen. Was sie finden ist alles andere als unbewohnt und vor allem alles andere als Menschen, wie wir sie kennen…Willkommen in einem ab jetzt schaurig genialen Gruselspiel, bei dem ich zugeben muss, fast 80% des Spiels mit einer Dauergänsehaut gespielt zu haben. ;-) Und das will was heißen mit 41. Allerdings habe ich mir auch wieder nur die passenden Rahmenbedingungen gegönnt. Komplett dunkles Zimmer, nur bei Nacht gezockt und die Anlage schön laut aufgedreht. Dank Surround Sound allein schon ein Grund für das Gruselfeeling. ;-) Der Start selber ist zunächst noch nicht ganz so aufregend. Das eigentliche Hauptmenu offeriert euch zunächst nur 3 Punkte. Neben dem "Neuen Spiel", könnt ihr die "Spiel Laden" Funktion nutzen und natürlich in den "Optionen" nach dem Rechten sehen. Unter anderem lässt sich hier die Helligkeit anpassen, was je nach TV durchaus sinnvoll ist. Ansonsten gibt es nichts weiter zu erzählen und wir kümmern uns jetzt um den rein spielerischen Teil des Titels.

Das Gameplay....

Über das Hauptmenu beginnt ihr hier ein Neues Spiel und landet danach auf einem weiteren Auswahlbildschirm. Hier könnt ihr nun wahlweise die Geschichte des 2er verfolgen und spielen, oder aber im exklusiven Wii-Modus "Geisterhaus" das Gruselthema auf andere Weise erleben. Ein sehr spezieller Modus, bei dem kein Durchgang wie der vorangegangene ist. Etwas auf das ich später noch etwas intensiver eingehen werde. Zunächst jedoch schauen wir uns die reine Geschichte an und erleben gleich nach dem Start den sehr stimmigen Vorspann des Spiels. Toll gemacht in einer langen gerenderten Sequenz, erlebt der Spieler genau den oben aufgeführten Start in die Story. Der helle Wald, der Schmetterling und das Ende, an dem unsere beiden zarten Girls das geheimnisvolle Dorf entdecken. Selten das allein der Vorspann den Spieler so toll auf das einstimmt, was im Folgenden auf ihn wartet und lauert. Kurz darauf entlässt man euch in das Spiel und ihr erlebt zunächst einmal einige Grundstrukturen des Spiels. Gespielt wird das Ganze dabei aus der typischen Third Person Perspektive. Dabei steuert ihr im Verlauf beide Schwestern, wobei der Hauptteil von Mio abgedeckt wird. Ebenso agiert ihr teilweise nur mit Mio allein und sucht eure Schwester. Dabei ist die Kamera gewollt recht nah über und hinter der gesteuerten Heldin. Schon dadurch und die dabei sehr dynamisch mitgehende Kamera, erzeugt das Spiel ein beklemmendes Gefühl. Auch wenn es nur ein Teil dieses Aspekts darstellt. Ein wenig schimpfen kann man aber über die Steuerung an sich, die schon etwas antiquiert wirkt. Haben wir vor Jahren schon über die altbackene Resident Evil Steuerung geschimpft, muss man sich auch hier erst mal mit den Gegebenheiten arrangieren.

Grundproblem ist dabei die Bewegungssteuerung, die über den Stick des Nunchuk nur die Möglichkeiten bietet nach vorn und hinten zu laufen. Will man sich nach den Seiten drehen, muss man zunächst die Richtung per Stick wählen, in die gewünschte Richtung schauen und dann erst wieder laufen. Dazu kommt die Tatsache, dass zum Hoch und Runterschauen der Heldin die Remote in die entsprechenden Richtungen gehalten werden muss. Sprich es wirkt manchmal ein wenig träge. Etwas entschärft dadurch, dass komplette Drehungen per Schütteln des Nunchuck umgesetzt sind, und die Z-Taste zum Rennen eingesetzt werden kann. Wobei Rennen das Ganze nicht so richtig trifft. Passend für das Gruselfeeling, ist das normale Laufen eher ein Sam Fisher Gedächtnisschleichen, während das Rennen auch nicht gerade eine Sprinteinlage darstellt. Aber gewollt und daher kein Kritikpunkt. Drückt man die C-Taste beim Laufen, so kann man sich nach allen Seiten bewegen, ohne dass dabei die Blickrichtung geändert wird. Wie gesagt nicht ganz ideal gelöst, gewöhnt man sich dennoch mit der Zeit daran. Dass man die Blickrichtung nach oben und unten über die Remote als Pointer umgesetzt hat, zieht seinen Sinn aus der Taschenlampe, die unsere Heldinnen schnell nach Spielbeginn finden. Auch damit erzielt man einen tollen Gruseleffekt, wenn man in dunkeln Umgebungen die Ecken mit recht realen Bewegungen ausleuchtet. Wobei helle Umgebungen in dem Sinne gar nicht vorhanden sind im Spiel. Wenn dann könnte man hier die Lichtverhältnisse in Dunkel bis nicht ganz so dunkel einteilen. ;-))

Solange um euch herum nichts passiert, sorgt einzig ein Kartenausschnitt für eine externe Einblendung. Per Plus Taste könnt ihr aber bei Bedarf auch eine Gesamtkarte einblenden. Bildet die Umgebung wie einen Querschnitt ab und zeigt euch Türen wie in einem RE Spiel als farbig markierte Wege, die man gehen kann oder eben nicht. Überall verteilt im Dorf und den angrenzenden Gebieten findet man kleine spezielle Laternen, an denen man sein Spiel speichern kann. 5 separat mögliche Spielstände könnt ihr dabei nutzen. Eingeteilt ist das Spiel nun in aufeinanderfolgende Kapitel, an deren Ende ebenfalls eine Speichermöglichkeit besteht. Je weiter der Spieler innerhalb der Geschichte vorankommt, wird auch diese logischerweise intensiver und es zeigen sich weitere Hintergründe. Denn wie sich zeigt sind unsere beiden Schwestern nicht ganz zufällig auf das Dorf gestoßen. Denn sie spielen eine Hauptrolle und werden für ein spezielles Ritual benötigt, dessen Bedeutung auch immer wieder ein Stück weiter erzählt wird. Spätestens wenn im zweiten Kapitel beide Schwestern getrennt werden, zieht das Thema noch einmal an. Bis dahin macht ihr aber erst einmal eure ersten Gehversuche und erlebt einige Begegnungen der speziellen Art. Immer wieder als kleine Tutorial Einlagen umgesetzt, so dass man euch in der spielerischen Umgebung zeigt, was wie und wann zu tun ist und vor allem mit welchen Hilfsmitteln dies möglich ist. Denn das Spiel ist mehr als nur ein bisschen herumzulaufen und sich zu Gruseln. Hinter der Fassade stecken ein rassiges Angriffssystem und viele kleine und gelungene Rätsel. Bevor man sich nun in die Weiten des Dorfes und den angrenzenden Gebieten verirrt, verschlägt es die Mädels gleich in das erste Haus des Dorfes, in der Hoffnung hier auf die benötigte Hilfe zu stoßen.

Und wie man mittlerweile mitbekommen haben dürfte, ist man euch nur wenig freundlich gesinnt. Wie schon erwähnt spielt das Ganze eigentlich komplett in der Dunkelheit, bei dem Nebelschwaden in den Freiarealen eine große Rolle spielen. In den Häusern sorgen nur hier und da ein paar Lichtquellen für eine ganz spezielle Ausleuchtung. So begebt ihr euch anfangs noch zu zweit durch das erste Haus. Ihr steuert Mio, während Mayu von selber um euch herumläuft. Auch dies sorgt für den einen oder anderen kleinen Schreckmoment, wenn man sie anstupst, sie plötzlich vor einem steht und mit kleinen Seufzern die mystische Ruhe durchbricht. Wobei Ruhe auch das falsche Wort ist. Denn überall wo ihr euch bewegt, sorgen zig kleine und feine Geräusche für Atmosphäre. Allen voran die Geister, denen ihr zu Beginn nicht direkt begegnet, aber die in kurzen Sichtmomenten zu sehen sind und natürlich hinter der nächsten Ecke wieder verschwinden. Wehende Vorhänge, schmale Gitter und knarzende Treppen verdichten immer wieder die Atmosphäre. Dass die Heldinnen im Spiel über eine Lebensleiste verfügen, zeigt schnell ein weiteres Feature. Man kann sterben und erlebt hier immer dann ein hartes Game Over. Es gibt also keine Rücksetzpunkte im Spiel, sprich ihr müsst nach einem solchen Moment das letzte Savegame laden. Reichliches Speichern solltet ihr euch also gleich in das Hausaufgabenheft schreiben. 2 Objekte findet der Spieler somit sehr schnell im Spiel. Einmal die Taschenlampe und die wesentlich wichtigere Camera Obscura. Nur mit ihr ist es wie auf dem 3DS möglich die Geister im Spiel zu bannen und vor allem auch die Hinweise auszuwerten und zu nutzen, die euch das Spiel reichlich spendiert.

Bedeutet im Spiel selber, es gibt viele Dinge, die man mit der Kamera sichtbar machen kann und auch muss. Hier wird nun die Steuerung etwas erweitert. Sobald sich ein Geist oder ein Hinweis zu erkennen gibt, zückt man mit der B-Taste die Kamera und kann nun über den Sucher das Ziel ausfindig machen. Oben im Bild habt ihr zudem eine Hinweisanzeige, die wie eine Art Radar den Ort darstellt, wo ihr hinschauen solltet. Beim Thema Hinweise reicht es den Ort fest mit dem Sucher zu betrachten und per A-Taste ein Foto schießen, die wie schon erwähnt auch gespeichert werden und man so auch Infos über die Motive bekommen kann. Die Hinweise ergeben dann meist einen Ort, den man so auf einem Foto sichtbar macht. Diesen Ort findet man oft erst später, oder erinnert sich dort schon einmal vorbei gelaufen zu sein. Bei Gegnern wird es natürlich etwas hektischer. Zu Beginn noch schön einzeln und relativ unbeweglich, muss man diesen ebenfalls über den Sucher ins Visier nehmen. Bei der Reichweite zunächst begrenzt, muss es nun das Ziel sein den Geist näher an sich heran zu lassen. Dann wird die Fokusanzeige eingeblendet. Eine Kreisanzeige mit einzelnen kleinen Balken, die sich füllen, wenn man den Geist ohne Unterbrechung im Fokus behält. Per A-Taste kann man nun jederzeit ein Foto schießen, was die Lebensleiste des Gegners leert. Je mehr Balken gefüllt sind, umso mehr Schaden erzielt ihr. Seid ihr mutig genug, wartet ihr bis alle gefüllt sind. Dann gibt es den Moment, in dem die gesamte Fokusanzeige rot eingefärbt ist und erzielt maximalen Schaden. Wer gar keine Nerven hat, wartet auf einen winzigen Moment in dem die Anzeige auch noch blinkt und flimmert. Dann kann man die sogenannten tödlichen Fotos machen. Viele Geister erwischt man so durchaus mit einem Foto. Aber eben nicht alle… ;-)

Nachteil auf der anderen Seite ist die Gefahr, dass euch der Geist erwischt. Dann sieht man das Geschehen aus der entfernten Sicht, wie euch der Geist packt und Energie abzieht. Hier heißt es dann die Remote wild zu schütteln, um der Umklammerung zu entgehen. Als Unterstützung kann man per Z-Taste einen Gegner auch fest erfassen. Eine feine Sache, solange euch nicht mehrere Geister attackieren. Denn mit der Zielerfassung behaltet ihr nur den einen Geist fest im Visier. Aber das war noch lange nicht alles zu diesem Thema. Ein sehr gelungener Bereich ist die Möglichkeit die Kamera vielschichtig zu verbessern. Das beginnt mit verschiedenen Filmsorten, die jeweils mehr Bannkraft besitzen und dadurch allein mehr Wirkung haben. Dazu kann man im Spielverlauf bauliche Verbesserungen, wie neue Linsen finden oder Zusätze die rein die Möglichkeiten erweitern. So z.B. die Möglichkeit Geistern im Kampf per Schütteln der Remote zuvorzukommen. Und wem selbst das noch nicht reicht, darf in verschiedenen Rubriken erspielte Punkte in Level Ups investieren. Die Punkte dafür erhält man auf verschiede Weise. Vor allem über die reinen Fotos im Kampf mit den Geistern. Je besser die Fotos aus den Kämpfen, umso mehr Punkte gibt es. Weiterhin können die Mädels Edelsteine finden oder versteckte und gutmütige Geister aufspüren und Fotografieren. Die Effekte sind teilweise sehr immens und lohnenswert, auch wenn man für die maximal 4 Aufrüststufen lange braucht, da sie immer teurer werden. Aber gut für die Langzeitmotivation. So kann man unter anderem neben der reinen Wirkung auf die Gegner, die Reichweite der Kamera erhöhen oder die Nachladezeit zwischen 2 Fotos stark verkürzen. Und glaubt mir ihr werdet nach allen Upgrade Stufen gieren. Denn später werden die Gegner nicht nur zahlreicher und ihr werdet zu gerne von mehreren gleichzeitig und von allen Seiten attackiert.

Da es nun mal Geister sind, können diese auch durch Wände und man kann sich nicht irgendwo in eine Ecke stellen und warten. Positiv das Fotos dennoch eine Rückstoß Wirkung haben. Sonst hätte man oftmals keine Chance. Erinnert oft an Evil Momente, wo man Gegnern ins Knie schießt und sie damit kurz abstoppen kann. Ist hier ganz ähnlich und verschafft euch auch mal ein paar Sekunden Luft. Hinten raus warten aber auch Geister, die plötzlich verschwinden und auf einmal hinter euch auftauchen, so dass selber die Zielerfassung nutzlos ist. Oder der richtig einprägende Moment im dritten Kapitel, wo Mio genau die Szene und Örtlichkeit erreicht, die auf der Spielepackung abgebildet ist. Hier zeigt die Kamera erst mal gar keine Wirkung. Immer wenn man denkt, man hätte sein System gefunden und weiß wie man die Geister gut erwischt, kommt es doch wieder anders und auch der Anspruch zieht dadurch an. Das gefällt mir richtig gut und kommt auch der Abwechslung zugute. Dazwischen kommt aber auch der Entdeckerpart zum Tragen, bei dem ihr euch einfach nur durch die kaum beleuchteten Gassen des Dorfes bewegt, oder im angrenzenden Wald den Friedhof durchsuchen müsst. Diese Momente sind sehr intensiv. Der Nebel und das beklemmende Gefühl nicht allein zu sein, haben die Entwickler sehr schön hinbekommen. Dazu entdeckt man neue Orte, die eben nicht im Dorf selber spielen, oder wird darauf vorbereitet. So findet man in einem Haus eine Filmkamera in der ein Film eingelegt ist. Man kann sich diesen Film an einer Leinwand anschauen und sieht Orte, die erst später eine Rolle spielen. Logisch das man genau in solchen Momenten, wo man sich eigentlich auf andere Dinge konzentriert, plötzlich angegriffen wird.

Dazwischen gibt es immer wieder kleine Rückblenden zur Geschichte des Dorfes oder Momente, in denen ihr Mayu kurz steuert. Hier komplett in mystischem Schwarz/Weiß gehalten, wird der Spieler auch dadurch ungemein gefesselt. Da ist die reine Action, wenn man auf Geister trifft, fast schon noch der "normalste" Moment. Ansonsten sind die Entdeckertouren durch die Locations die Momente mit der höchsten Anspannung beim Spieler. Das wird auch nicht besser, als plötzlich mal die Taschenlampe kaputt geht, oder in dem Moment ein Gewitter einsetzt. ;-)) Es gibt so viele Momente dieser Art, die den Spieler sehr fesseln und das Spielerlebnis sehr intensiv werden lassen. Und das dann auch noch sehr lange. 15-20 Stunden, je nachdem wie man sich anstellt sind hier kein Problem. Wer dann doch mal eine Pause haben will, der kann sich im "Geisterhaus" Modus versuchen. Hier spielt man unter anderen Gegebenheiten und auch mit einer geänderten Steuerung. Einmal gestartet kann man hier aus mehreren Geisterhäusern wählen. Jedes hat ein anderes Ziel oder Aufgabe, die man euch stellt. Hier werden z.B. in einem davon einfach nur eure Angst und Schreckmomente über Bewegungen der Controller sichtbar gemacht. Per A-Taste läuft man in der First Person Sicht und kann sich via Stick nach den Seiten umschauen. Erschreckt ihr euch und bewegt dadurch unbewusst die Controller, wird dies über eine Schaueranzeige registriert und dargestellt. Bis zu einem gewissen Punkt toleriert das Spiel dies. Erst an einem bestimmten Moment heißt es Game Over. Ein weiteres Haus ist so umgesetzt, dass ihr erneut per A-Taste lauft und innerhalb des Hauses Puppen finden müsst. Allerdings habt ihr nicht ewig Zeit, da euch ein spezieller Geist verfolgt, der euch stetig auf den Fersen ist.

Ihr dürft euch also zum einen nicht erwischen lassen, müsst aber immer wieder abstoppen, um die Puppen zu finden. Die entsprechende Herzschlag und Soundkulisse tut dann ihr übriges. Oder es geht darum 5 Fotos von speziellen Geistern zu machen, ohne zwischendurch die falschen zu bannen. Da euch ständig andere Geister erschrecken oder ins Bild huschen, schwer nicht sofort auf den Auslöser zu drücken. Durchaus passend und unterhaltsam gemacht. Wie das gesamte Spiel, das Freunde intensiver Gruselaction genießen werden. Von Anfang bis Ende. Es muss nicht immer die Waffengewalt sein, um sich den Weg durch ein solches Spiel zu bahnen. Die Art und Weise in Project Zero 2 weiß auf ihre Art genauso zu überzeugen!

Grafik & Sound....

Dabei ist der Titel rein von der Qualität der Texturen und Umgebungen gar nicht so der Burner. Teilweise auch schwer, ob der hier fast ständigen Dunkelheit. Aber genau deshalb zieht man auch mit der gebotenen grafischen Qualität den Spieler mitten in das Geschehen. Die mystischen und wenig ausgeleuchteten Häuser, die oft nur schemenhaft erkennbaren Umrisse vieler Objekte werfen ja eh meist mehr Fragen auf. Und dazu der immer wieder stimmig eingebundene Nebel und diverse Rauschschwaden, die in einem Spiel wie diesem ihre Wirkung nicht verfehlen. Entfernt leuchtende Laternen, die aber nur einen Bruchteil der Umgebung erleuchten und die Lichteffekte durch den Mondschein im Freien, im Wald und vor allem auf dem Friedhof. Auch darüber definiert sich die Grafik im Spiel. Die Effekte bei Geistkontakten sind ansprechend, wobei man dafür selten ein Auge hat. ;-) Technisch mault man gerne mal über die Steuerung, auch wenn man sich wie schon erwähnt daran gewöhnt. Kein grafisches Überspiel, das aber mit dem gebotenen dennoch genau die Wirkung erzielt, die ein Spiel wie Project Zero 2 benötigt.

Beim Sound findet man dagegen keine Kritikpunkte. Schon allein Dank des gut umgesetzten Surround Sounds ist man bei jedem Spielstart aufs Neue gefangen. Die Geräuschkulisse wirkt dabei keineswegs aufgesetzt. Muss sie auch gar nicht. Denn der Spieler wird hier allein durch seine Anspannung auch mit dezenten und oft entfernt hörbaren Effekten unterhalten. Seien es Schreie, Wind, Gewitter oder das sehr stimmige Geisterradio, das dann auch über den Remote Lautsprecher aus speziellen Steinen Stimmen und Nachrichten frei gibt. Dazu die ganz typischen Geräusche. Knarrende Bodenbretter, irgendwo laufende Geräusche oder das immer gerne eingesetzte Schlagen gegen eine Tür. Und natürlich sieht man nicht wer das ist und vor allem wo. Das darf man dann immer schön selber herausfinden. ;-) Dazu eine sehr schöne Sprachausgabe, die je nach Charakter und Situation im Spiel auch atmosphärisch variiert.

Mehrspieler....

Der Mehrspieler in Project Zero 2 ist kein Modus wie man ihn kennt oder erwartet. Sprich irgendwie hier wirklich zu zweit spielbar ist der Titel nicht. Wenn man hier einen Kumpel mit auf Tour nehmen will, geht dies nur über den Geisterhaus Modus. Und selbst dort bekommt der Mitspieler nur die Möglichkeit den angespannten Kumpel zu ärgern und ihm so ein paar Streiche zu spielen. So kann man per Remote Geister erscheinen lassen, dessen Remote zum Vibrieren bringen oder aber durch Steuerkreuzrichtungen die verschiedensten Laute und Geräusche aus dessen Remote Lautsprecher ertönen lassen. Mehr ist es hier nicht, so dass dieser Teil keine wichtige Rolle im Spiel darstellt.

Fazit....

Alles in allem ist der Titel eine Überraschung und klare Bereicherung für die Wii Software. Vor allem weil es in dieser Art so gut wie keine Titel gibt. Ausnahmen sind zum einen die Waffenvarianten wie Resident Evil, oder der ebenfalls recht gelungene Calling Titel von Konami. Der Fokus hier, nur mit einer speziellen Kamera durch das Spiel zu gelangen und sich damit den Gegnern zu erwehren, funktioniert tadellos und zieht jeden Spieler mit Hang zu Gruselspielen voll in seinen Bann. Ging mir nicht anders und meine Dauergänsehaut wird mir hier noch lange in Erinnerung bleiben. Die sehr gelungene Atmosphäre, samt toller Soundkulisse ist genau richtig umgesetzt. Dazu eine sehr schöne Geschichte, bei der man auch wissen will, was es mit dem Dorf und dem Ritual nun auf sich hat. Die hohe Spielzeit und spielerischen Features runden diesen gelungenen Eindruck ab. Allein das Verbessern der Kamera hält die Motivation hoch, wie seinerzeit das Shop Feature in RE4. Langweilig wird einem hier nicht. Wer J-Horror liebt oder einfach gerne mal erleben will, der sollte hier unbedingt zugreifen.

 

+ Schaurig geniales Gruseln
+ Sehr stimmige Story
+ Kameraführung
+ Gelungene Spielzeit
+ Upgrades der Camera Obscura
+ Intensive Geräuschkulisse
+ Geisterhaus Modus
- Steuerung etwas antiqiert
- Mehrspieler nur Beiwerk
- Speicherbedarf Savegame

GRAFIK: 75%

SOUND/EFFEKTE: 86%

MULTIPLAYER: 60%

GESAMTWERTUNG: 85%

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