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Wii Pandora's Tower
 
 
Pandora's Tower - Wii
Matthias Engert (25.11.2012)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Ganbarion
GENRE: Rollenspiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 4 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-10+
NUNCHUK: Ja(CC)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK12
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Ja
ONLINE/LAN: Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Wir schreiben mittlerweile November 2012 und die ganze Nintendo Welt schaut auf den 30.11.12, an dem der Launch der Wii U Konsole über die Bühne gehen wird. Oder auch nicht… Denn wir als Nintendo Magazin müssen, wollen und dürfen auch noch einige ältere Titel für die Wii vorstellen. ;-) Und im Fall von Pandora's Tower ist mir das mal wieder eine Herzensangelegenheit. Denn mit diesem Titel beenden dann auch wir endlich den Testmarathon der 3 fetten Rollenspieltitel, die für die Wii über Nintendo selber erschienen sind. Nach Xenoblade und The Last Story kommt nun also auch Pandora's Tower zu seiner Vorstellung. Ein Titel der in vielerlei Hinsicht, wie seine beiden RPG Brüder auch, etwas ganz besonders auf der Wii darstellt. Dafür gibt es viele Gründe, die euch im Test ausführlich dargelegt werden und ist für mich ein Titel, der in keiner RPG-Sammlung fehlen sollte. Warum das nun so ist und wo sich der Titel in der RPG-Hierarchie einordnet, verraten euch die folgenden Zeilen.

Menus und die Story....

Wie bei den anderen beiden Titeln auch, betätigte sich Nintendo auch hier als Publisher. Entwickelt wurde der Titel von der Firma Ganbarion, so dass allein durch 3 verschiedene Entwickler jedes Spiel dieser RPG Dreier-Serie sein unverwechselbares Flair mitbrachte. Da macht auch Pandora's Tower keine Ausnahme. Das dadurch auch jeder Titel einen anderen spielerischen Ansatz verfolgte, war rückblickend also eine sehr gute Entscheidung seitens Nintendo. Weitere Parallele ist auch die erhältliche Limited Variante zum Spiel, in der man neben dem eigentlichen Spiel, Zusatz in Form eines Steelbook und Artbook erhält. Für die Jäger und Sammler unter den Wii Spielern also auch wieder ein lohnenswertes Objekt. Doch kommen wir so langsam zum Spiel selber. Auch Pandora's Tower ist ein Rollenspiel für einen Spieler, wobei sich hier im Gegensatz zu den anderen ein Multiplayer gar nicht anbietet. Vermisst man hier also keineswegs. Präsentiert wird der Titel in Sachen Texten komplett in Deutsch und bringt ebenfalls ein englische Sprachausgabe mit. Im Vergleich zu den anderen beiden lässt der Titel hier aber ein paar Punkt liegen. Dafür ist die Musik im Spiel ein echter Genuss und wird passend im Surround Sound präsentiert. Die 4 Seiten im Wii Speicher, erlauben euch mehrere Savegames anzulegen, die euch im Spielverlauf auch wieder Fortschritt und Spielzeit anzeigen. Spielbar ist der Titel in allen Bildmodi der Wii Konsole und erlaubt euch in Sachen Steuerung das altbekannte Remote / Nunchuk Doppel, aber auch wieder den Classic Controller, der auch bei mir einmal mehr die bevorzugte Controller Variante war.

Kein Rollenspiel dieses Kalibers ohne eine Hintergrundgeschichte. Diese ist zwar in ihrer Art und dem Umfang nicht minder interessant als in den beiden anderen RPG-Perlen, wird hier aber in meinen Augen im Spiel etwas zu dezent eingebunden. Man erfährt vieles eher nebenbei und nicht zwingend bei der Action selber. Das haben die anderen beiden etwas besser gemacht. Auch hier tauchen wir einmal mehr in die Welt der Mysterien ein und übernehmen die Geschicke des Charakters Aeron. Ein Söldner und Kämpfer wie er im Buche steht. Sein Kampf gilt einem mysteriösen Fluch, der seine geliebte Freundin Helena allmählich in ein dämonisches Ungeheuer zu verwandeln droht. Um sie vor diesem grauenhaften Schicksal zu bewahren, muss Aeron - mit seinem Schwert und der magischen Orakloskette bewaffnet - die Kreaturen besiegen, die in den 13 Türmen einer nahegelegenen Festung lauern. Nur wenn es ihm gelingt, Helena mit dem Fleisch der 13 größten Monster, dem "Meisterfleisch", zu nähren, wird der Fluch von ihr genommen. Wobei dies schon eine eher oberflächliche Erzählung der Story darstellt. Während des Spiels bekommt man gerade zu den Türmen und den Meistern reichlich Informationen und wie diese entstanden sind. Welche Kriege dafür verantwortlich waren und warum Helena und Aaron die Hauptrolle in diesem Spiel tragen. Das genialste an der Geschichte selber ist aber das Thema Ende. Davon gibt es im Spiel gleich mehrere, welche die Geschichte auf verschiedene Weise verlaufen lassen können. Dafür muss man den Titel allerdings durchspielen, um diese Möglichkeit zu bekommen. Toller neuer Ansatz ist hier, dass man nicht zwingend von vorn beginnen muss, sondern für die verschiedenen Enden auch zu völlig unterschiedlichen Zeitpunkten des Spielfortschritts starten kann. Etwas das euch über ein spezielles Menu zur Auswahl gegeben wird.

Ansonsten ist der reine Spielstart recht zurückhaltend. Bis zum durchgespielten Titel und der dann möglichen Kapitelanwahl für eines der alternativen Ende, bietet man euch vorher einzig den Spielstart und die Laden Option. 3 Spielstände kann man anlegen, über die ihr die Spielzeit und gelösten Türme, in Form von Symbolen angezeigt bekommt. Optionen und ähnliches erwarten euch hier nicht. Das ändert sich erst im Spiel selber, wo man diesen Menüpunkt zu sehen bekommt. Dort hat man im Spiel die Möglichkeit einen Zwischenspeicherstand zu nutzen, die Helligkeit und Sounds anzupassen, sowie die Untertitel zu aktivieren. Mehr ist es also zunächst nicht und wir können in ein weiteres wunderbares Rollenspiel auf der Wii eintauchen.

Das Gameplay....

Sobald ihr ein neues Spiel startet, beginnt auch die Story ihren Teil zum Spielgenuss beizutragen. Zwar wird sie in meinen Augen etwas dezent über die Spielzeit gesehen eingebunden, ihre markanten Highlights kann aber auch sie setzen. Zu Beginn des Spiels bekommt man eine der enthaltenen Render Sequenzen zu sehen, von denen es aber nicht so viele im Spiel gibt. Die meisten sind dann eher in einem speziellen Comic Stil gehalten, oder werden mittels InGame Grafik dargestellt. Der Spieler wird Zeuge des Fluchs, der auf Helena lastet und ein Erzähler bringt den Spieler auf den geschichtlichen Stand der sogenannten Narbe, über der sich die 13 Türme befinden. Aeron und Helena sind anschließend auf der Flucht vor den Soldaten des Reiches Imperia und suchen Zuflucht in einem Observatorium unweit der 13 Türme. Damit sich der Kreis hier schließt, stößt dort eine ungewöhnliche alte Frau namens Mawda zu den beiden, die innerhalb der Geschichte bei weitem nicht nur die "Händlerin" im Spiel abdecken sollte. Aber verraten werde ich hier natürlich nichts. Aber sie ist die Person, die beide Charaktere überhaupt erst über den Fluch aufklärt und vor allem wie er zu besiegen ist. Hier kommt nun Aeron ins Spiel, dem sie aufträgt in den 13 Türmen nach den Meistern zu suchen. Mächtige Geschöpfe, die einst geschaffen wurden um Zerstörung anzurichten im Krieg zwischen den verschiedenen Reichen. Nur wenn Aeron diese besiegt und Helena deren Fleisch zum Essen bringt, wird sich der Fluch brechen lassen. Da er seiner Freundin helfen will, macht sich Aeron mit eurer Hilfe auf die Suche nach den Meistern…

Bedeutet auch, das im Gegensatz zu einem Xenoblade und auch The Last Story, hier keine Gruppe agiert, sondern ihr als Spieler euch wirklich nur auf einen Charakter konzentrieren könnt. Ist aber bei weitem nicht der einzige Punkt, der sich spielerisch stark auf das Geschehen auswirkt. Da gibt es noch mehr als genug. Das Observatorium ist im gesamten Spiel über das Heim der drei Hauptcharaktere Aeron, Helena und Mawda und bietet ein stetiges Hin und Her zwischen dieser Location und den jeweiligen Türmen. Eine große Gesamtwelt wie sie z.B. Xenoblade bietet, findet man hier also nicht vor. Es ist viel eher vergleichbar mit einem speziellen Dungeon Gameplay wie in einem Zelda Spiel. Man startet vom Observatorium und macht sich auf den schnellen Weg zu den 13 Türmen, kehrt wieder zurück und beginnt das Spielchen immer wieder aufs Neue. Auch dies hat einen ganz besonderen spielerischen Grund, der ebenfalls stark an Zelda Gameplay erinnert. Denn wie in Majoras Mask seinerzeit, habt ihr auch hier nicht ewig Zeit für einen Durchgang. Denn links unten im Bildschirm findet man eine Kreisanzeige, die den Fortschritt des Fluchs bei Helena darstellt. Diese Kreisanzeige leert sich stetig, solange Aeron unterwegs ist. In dieser Zeit verändert sich Helena auch zum Monster und der Spieler muss immer zwingend, spätestens kurz vor Ablauf dieser Anzeige zurück in das Observatorium, um Helenas Fluch zumindest aufhalten. Zwar bricht nur das sogenannte Meisterfleisch den Fluch an sich, bis dahin muss sich Helena zum Überleben aber von normalen Bestien und Monsterfleisch ernähren, um ihren Zustand immer und immer wieder aufs Neue zu normalisieren.

Wer also denkt er geht in einen Turm und löst diesen gleich im ersten Durchgang, wird hier schnell das Gegenteil erleben. Je nachdem wie man sich als Spieler anstellt, muss man viele Türme in mehreren Durchgängen immer wieder neu besuchen und diese nach und nach lösen, sprich den Weg zum Meister des Turms bewältigen. Auch dadurch zieht das Spiel seinen Reiz. Dazwischen kommen die üblichen Gegebenheiten eines Rollenspiels zum Tragen und die Themen Ausrüstung oder Verbesserung warten auf den Spieler. Aber zunächst mal schauen wir in die groben Eckdaten des Gameplays in Pandora's Tower. Was das Observatorium angeht, so dient dieser Ort zur Regeneration des Helden, man kann hier fest Speichern, die Händlerin Mawda besuchen und die hier platzierte Truhe nutzen. Wie üblich in solchen Spielen sind Items ein wichtiger Bestandteil und damit auch die Tragekapazitäten des Helden. Zwar kann er schon eine Menge, in meinem Falle bis zu 60 Items mit sich führen, dennoch reicht das im Leben hier nicht aus. Denn neben den üblichen Heil- und Kampfitems spielen Materialien eine große Rolle, mit denen man bei Mawda auch verschiedenste Dinge herstellen und upgraden kann. Dazu gibt es hier eine Dachplattform und auch einen Keller, die alle zu bestimmten Zeiten auch ihre Rolle spielen werden. Schnell klären können wir in diesem Spiel die Sichtweise auf den Helden. In der typischen Adventure Sicht in der Third Person Perspektive agiert man hier im Spiel, wobei euch eine automatische Kamera unterstützt. Selber verändern kann man diese im Spiel nicht, muss sich aber über die Umsetzung keine Sorgen machen.

Je nach Spielsituation geht diese angenehm schnell mit und verändert eigentlich ständig die Höhe und den Zoomfaktor. Wirklich selten, dass man hier mal Übersichtsprobleme bekommt. Das System im Spiel was die eigentlichen Inhalte mit den Türmen angeht ist nun so gestaltet, dass man wie schon erwähnt ständig zwischen Observatorium und den Türmen hin und herwechselt. Gibt man euch zu Beginn einen Turm zur Auswahl, schaltet man lange Zeit nach dem Besiegen des jeweiligen Meisters einen weiteren Turm frei. Erst ab der Hälfte des Spiels bekommt man gleich mehrere neue Türme zur Auswahl. Natürlich kann man besuchte und geschaffte Türme jederzeit erneut besuchen. Um an bestimmte Materialien zu kommen, muss man dies später auch. Dabei spielt im gesamten Game auch der Tag / Nacht Zyklus eine Rolle. Zwar verändert sich die Tageszeit nicht in Echtzeit, dennoch vergeht sie Live beim Spielen und fördert dann auch Veränderungen in Sachen Gegnern und Materialien in den Türmen zutage. Als zusätzlichen Bonus gibt es nachts meist härtere Gegner, die auch den eigenen Erfahrungspunkten gut tun, sprich man bekommt einfach etwas mehr davon. Zu Beginn seid ihr nun natürlich auch spärlich ausgerüstet, was Waffen und Items angeht. Auch dies entwickelt der Spieler natürlich erst mit der Zeit. Was man aber schnell sagen kann, ist die Tatsache in Pandora's Tower nicht unzählige Waffen zur Verfügung zu haben. Kann man an einer Hand abzählen und zieht seine Motivation hier eher durch die mögliche Entwicklung der verfügbaren Waffen. Wie es sich für einen Charakter wie Aeron gehört, deckt man dieses Thema mit Klingen Waffen ab. Schusswaffen oder ähnliches solltet ihr hier nicht erwarten. Aber das ist nicht das einzige Item, das man im Spiel für den Kampf und vor allem die vielen Wegerätsel nutzen kann.

Ketten verschiedener Art spielen in Pandora's Tower eine sehr wichtige Rolle. Gleich zu Beginn des Spiels bekommt Aeron von Mawda seine eigene Kette, deren Wirkungsgrad man anhand einer eigenen Leiste im Bildschirm angezeigt bekommt. Diese Kette kann man später als Waffe einsetzen, aber eben vor allem Dinge damit beeinflussen. Sei es als Beispiel Hebel aus der Ferne aktivieren, über speziellen Haltepunkte damit über Abgründe schwingen, oder aber Items einsammeln, die man zwar sieht, aber laufend nicht erreichen würde. Aber zu diesem Thema gleich noch etwas mehr. Sobald man nun einen der Türme betritt, erlebt man immer wieder den gleichen Startmoment im Spiel. Auch hier spielen Ketten wieder so ihre eigene Rolle. Denn aufgeteilt sind alle Türme wie schon erwähnt, in mehrere Etagen, was eben sehr an das Dungeon Gameplay in den Zelda Spielen erinnert. Die unterste Etage bietet dabei im Zentrum immer sichtbar eine riesige Statue, die mehrere Ketten hält, die links und rechts in den Wänden verschwinden und ja irgendwo hin führen müssen. Diese Ketten sind das große Hindernis um die Meister zu erreichen. Denn die Ketten sind wenn man so will Schlösser, die final an der Boss Tür zum Meister hängen und diese versperren. Das heißt ihr als Spieler habt in jedem Turm die Aufgabe zunächst diese Ketten zu lösen, um die finale Tür zum Meister begehbar zu machen. Um dies zu erreichen, muss für jede Kette ein spezieller Raum innerhalb des Turms gefunden werden, in dem man diese zerstören kann. Und bis dahin baut das Spiel einen wunderbaren Spannungsbogen auf und glänzt mit teils genialer Kampfaction und vor allem teils wunderbaren Rätseln. Ein Punkt den so weder Xenoblade, noch The Last Story geboten haben. Für Spieler die also gerne mal auch ihren Kopf ein wenig anstrengen wollen, sollte Pandora's Tower ebenfalls genau das richtige sein.

Die Dungeons sind neben vielen Etagen durchzogen von Räumen und regelrechten Hallen, in denen auch alle bekannten Zustände herrschen können. Dunkelheit, Feuer oder Wasser sind da nur Beispiele und vor allem sind die Rätsel darauf ausgerichtet, was ebenfalls sehr zum Anspruch des Spiels beiträgt. Diesen zieht das Spiel nun eben vor allem durch 2 Dinge. Die Rätsel um allein schon manche der Kettenräume zu finden und natürlich auch die Gegner, die in ihrer Vielschichtigkeit keine Wünsche offen lassen. Teils in großer Anzahl auf einmal, warten auch genug große und harte Brocken mal allein auf den Spieler. Um sich derer zu erwehren, kommt so langsam das Kampfsystem und die Steuerung zur ihrem Recht. Ich für meine Teil kann hier den Classic Controller als Steuerelement klar empfehlen und habe mich, nach einigen Versuchen mit dem Remote / Nunchuk Doppel, schnell für diese Variante entschieden. Gesteuert wird Aeron mit dem linken Stick, was eine recht flinke und dennoch dosierbare Bewegung des Helden ermöglicht. Dazu kommen nun verschiedene Aspekte für die reine Action, aber eben auch für die eigene Kette. Schnell sichtbar ist im Bildschirm ein Art Fadenkreuz, dass wenn man so will den Trefferpunkt der Kette markiert, die man per R-Taste losschnellen lässt. Nicht der einzige Punkt, warum die Steuerung zu Beginn etwas ungewohnt ist und man sich schon ein wenig daran gewöhnen muss. Denn diesen Cursor für die Kette kann man per rechtem Stick verändern, was schon zu kleinen Irritationen zu Beginn sorgen kann. Man gewöhnt sich aber daran, auch wenn es schon ein bisschen dauert. Die Grundfunktion für die Attacke mit der eigenen Waffe wird über die A-Taste abgedeckt. Im Spielverlauf kann man dieses Thema ja upgraden, so dass man mit der Zeit auch Kombo Action hinbekommt. Ansonsten ist das Kampfsystem auf den ersten Blick relativ einfach gehalten.

Denn nur die Kette hat dann später großen Einfluss auf die Kampfaction. Lasst euch aber davon nicht täuschen. Langweilig werden die Kämpfe in diesem Spiel dennoch nicht. Auch wenn Plattformen, Vorsprünge oder andere Geschicklichkeitseinlagen im Spiel eine Rolle spielen, eine Sprungfunktion findet man hier nicht vor. All diese Dinge werden komplett mit der Kette abgedeckt, oder aber Aeron agiert wie Link in seinen Spielen selbsttätig. Mittels L-Taste kann man Angriffe Blocken, während der Rest entweder die Kette betrifft, oder aber die Menus aufruft. Per Plus Taste kann man in das Inventory wechseln, sich seine Ausrüstung ansehen, oder aber die Karten der Location aufrufen. Letzter wichtiger Punkt ist das Steuerkreuz, das die Nutzung aller möglichen Kampf- und Heilitems abdeckt. Rechts unten im Bildschirm hat man dazu ein scrollbares Menu, durch das man via Kreuz rechts oder links durchschaltet. Hat man das gewünschte Item angewählt, aktiviert und nutzt man es per Kreuz oben oder unten. Für die anderen Funktionen der Kette selber, kann ich auch gleich ein paar Beispiele und Kampfsituationen anbringen. In seiner Grundform ist der Cursor ein einfacher roter Punkt. Sobald man etwas anvisieren kann, sei es eine Kiste, ein Haltepunkt oder eben ein Gegner, verändert sich der Punkt ein kleines leuchtendes Symbol. Mittels R-Taste kann man diese nun losschnellen lassen und trifft diesen gewünschten Punkt. Das auch die Kette in die Entwicklung des Helden eingebunden ist, tut dem Spiel ebenfalls gut und ist teilweise auch zwingend notwendig. Unterhalb der eigenen Lebensleiste, die man aktiv erweitern kann, verändert sich die darunterliegende Kettenleiste nach jedem Sieg über einen der Meister. Einfach gesagt bewirkt die längere Kettenleiste mehr Angriffskraft damit, die vor allem bei den Boss Gegnern ganz wichtig sein wird. Aber auch bei den normalen Gegnern im Spiel nutzt man die Kette weit häufiger, als man das zu Beginn noch annimmt. Man sagt sich ja, ich habe eine Waffe, aber die Kette bietet einige unschätzbare Vorteile.

Gerade größere Gegner kann man so auf die Entfernung attackieren. Oder solche, die über euch in der Luft schweben. Auch hier bewegt man den Cursor über den Gegner und kann teilweise jedes Körperteil anvisieren. Später wichtig um bestimmten Gegnern erst einmal ihre Schilde oder Rüstungen zu klauen. Hat man die Kette auf einen Gegner abgefeuert, wirkt es zunächst wie ein Lasso und umschließt den Gegner. Jetzt könnte man die Kette loslassen und dann den Gegner per Waffe attackieren, da er sich so nicht wehren kann. Oder aber man pusht jetzt die Kette per gedrückter X-Taste auf. Je voller nun die Kettenleiste ist und man dann kräftig an der Kette zieht, umso mehr Energie wird dem Gegner abgezogen. Sieht man zwar leider nicht live anhand von Zahlenwerten, hat aber schnell ein Gefühl bei allen Gegnern im Spiel. Denn es gibt außer den Bossen keinen, dem man nur einmal begegnet. Das ist sehr stimmig gemacht und man nutzt es mit der Zeit sehr oft. Geht dann auch schnell von der Hand und gerade harte Burschen kann man sich so doch erst einmal vom Leib halten. Wobei gerade das Thema Gegner ein sehr gelungener Teil im Spiel ist. Hier haben die Entwickler viel Zeit investiert und was Allerweltsgegner angeht, bietet Pandora's Tower mit die schönsten in Sachen Gestaltung, die man je zu Gesicht bekommen hat. Besiegt man Gegner, bekommt man nun EP und diese hinterlassen gerne mal Geld oder Gegenstände. Beides landet im Inventory und wird später im Observatorium wichtig. Man hat auch oft Momente im Spiel, wo man weit im Turm vorangeschritten ist, noch Zeit bis zur Rückkehr hat und das eigene Inventory voll ist. Dann muss man Dinge auch mal wegwerfen. Anfangs gerne mal das falsche. An Gegnern wird es im Spiel nie mangeln, da diese immer wieder neu generiert werden. Nicht sofort wenn man Räume betritt und verlässt, aber in einem passenden Zyklus, um immer wieder EP zu bekommen. Darüber muss man sich hier keine Sorgen machen. Auch hier schade, dass die erspielten Punkte nicht gleich offensichtlich sind.

Erst ein Level Up zeigt euch dann auch nackte Zahlen. Es sei denn ihr wechselt in das Pausenmenu, wo man sich die persönlichen Werte und Statistiken natürlich jederzeit anschauen kann. Was mir persönlich nun sehr gefallen hat, sind die angesprochenen Rätsel. Die erste Türme über denkt man noch, na ja man wird vor wenige Probleme gestellt, ab der Hälfte denkt man anders darüber. Sehr oft müssen mechanische Abhängigkeiten aktiviert werden, die auch gerne mal Etagenübergreifend funktionieren und bei weitem nicht immer die Lösung um die Ecke bieten. Die höchsten Weihen bieten die letzten beiden Türme. Dort erlebt man ein Gameplay, dass man so das letzte Mal im Tempel der Zeit in Ocarina of Time erlebt hat. Denn die Licht und Schattentürme sind miteinander verknüpft und man muss Rätsel lösen und Wege öffnen, in dem man ständig über Portale zwischen beiden hin und herwechselt. Absolut genial gemacht und genau das Richtige für anspruchsvolle Spieler. Ehe man hier manchmal die Lösung für manche Wege hinbekommt, vergeht einiges an Zeit. Aber das ist noch lange nicht alles in Sachen Gameplay. Denn ist es dann einmal Zeit den Rückweg anzutreten, kann man dies entweder ganz normal laufend erledigen, oder sich mit einem speziellen Item sofort zum Observatorium beamen. Dort beginnt dann die Organisation des Helden. Eine große Rolle spielt hier die Händlerin Mawda. Sie bietet euch einen Shop an und kauft euch z.B. überflüssiges Fleisch und kleine Schriftrollen ab, die ihr im Verlauf in den Türmen finden könnt. Natürlich könnt ihr auch alles andere verkaufen. Teilweise auch so gewollt. Denn Geld kann man in diesem Spiel nie genug haben. Das liegt vor allem daran, dass eure Ausrüstung und Items beschädigt werden können. Und je nachdem was das ist, wird das richtig teuer. Ebenso will man vieles kaufen, was es hier auch nicht zum Schnäppchenpreis gibt. Um das etwas zu entschärfen, gibt es aber alternative Möglichkeiten. Denn viele Items, die man teuer kaufen müsste, kann man von Mawda auch herstellen lassen.

Dazu benötigt man teils mehrere Materialien, die man eben in den Türmen findet. Wobei es aber auch hier "Zutaten und Materialien" gibt, die man ebenfalls kaufen kann. Das ist das Schöne am Spiel. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten. Genauso das Thema Waffen, die man im Verlauf entwickeln kann. Auch dazu benötigt man Materialien, die natürlich zu den seltenen Varianten gehören. Und zu guter Letzt existiert im Spiel eine vertikale Leiste links im Bildschirm, welche die Verbundenheit zwischen Helena und Aeron wiederspiegelt. Auch dafür kann man Dinge kaufen, die Helena mehr an euch bindet. Auch kein Gimmick, beeinflusst dieser Wert die verschiedenen Enden des Spiels. Alles hat hier wirklich einen Sinn. Unter anderem erweitert Helena nur dadurch das Inventory, so dass ihr mehr Items tragen könnt. Auch das Thema Ausrüstung muss man da ansprechen. Hier hat man ein eher ungewöhnliches System gewählt, dass so nur wenige Spiele bieten. Hier werden zusätzliche Dinge neben der Waffe nicht über Slots oder ähnliches abgedeckt, sondern über ein erweiterbares Gitterfeld. Im Spielverlauf wird dieses bei bestimmten Level Grenzen erweitert. Innerhalb dieses Feldes kann man zusätzliche Ausrüstung neben der eigenen Waffe platzieren, die sich dann sofort auf die Werte des Charakters auswirken. Zu Beginn habt ihr hier 6x6 Kästchen. Die Waffe allein benötigt schon 2x3 Kästchen davon. Je nach Item bracht man 1 Kästchen oder bis zu 6x6 Kästchen. Platz kann man hier also auch nie genug haben. Auch diese Dinge kann man finden, aber ebenfalls selber herstellen, so dass sich auch dieses System wunderbar entwickelt mit der Zeit. Man kann hier Dinge platzieren, welche die Angriffskraft oder Verteidigung verbessern, euch sofort wiederbeleben, wenn ihr draufgeht, oder spezielle Rüstungen anlegen. Zwar ist alles irgendwie begrenzt in Sachen Umfang, aber genau richtig um nicht zu überfordern, sondern eben zu motivieren.

Begleitet werdet ihr dabei von einer sehr gelungenen Atmosphäre. Neben der Grafik und den Sounds im Spiel, leisten auch die Türme selber ihren Beitrag. Wie schon erwähnt zieht der Anspruch ab der Hälfte doch merklich an. Spielerisch wie auch von den Gegnern her. Man taucht dann regelrecht in die Locations ein und versucht auch wirklich alle Ecken der Türme zu besuchen. Gutes Beispiel für die Ungeduld des Spielers sind spezielle rote Türen in jedem Turm, die nur mit einem Schlüssel geöffnet werden können. Diesen bekommt man erst nach dem erstmaligen Durchspielen. Und da man das Spiel ja mehrmals mit verschiedenen Enden spielen kann, motiviert das ungemein zu schauen, was sich hinter diesen Türen verbirgt. In allen Bereichen überzeugt Pandora's Tower auf der ganzen Linie und gefällt besser als alle anderen Konkurrenten auf der Wii. Na ja bis auf einen. Xenoblade bleibt für mich das Überspiel auf der Wii. Auch wenn hier in Pandora's Tower am Ende des ersten Durchspielens 40 Stunden Spielzeit und Level 45 in der Charakterentwicklung zu Buche stehen, Xenoblade bietet einfach noch mehr. Dennoch sollte kein Zweifel aufkommen, ob sich Rollenspielfans diesen Titel anschauen sollten. Speziell Freunde der Rätselkost kommen hier am meisten auf ihre Kosten. Denn in diesem speziellen Bereich hat selbst Xenoblade das Nachsehen.

Grafik & Sound....

Beim Thema Grafik ist auch Pandora's Tower einmal mehr ein Titel, der zum einen mit zunehmender Spieldauer immer besser wird und neben einer an sich schon gelungenen Umgebungsgrafik, vor allem durch Effekte glänzt. Dadurch macht der Titel auch den Umstand wett, eigentlich keine großartigen Außenlocations zu bieten. Denn hier geht es nun mal nur in den Türmen zur Sache, die ab und an einzig mal kurz ins Freie führen. Von daher spielen hier Themen wie Weitsicht keine Rolle in der Bewertung. Dafür spürt man in vielen Bereichen eine große Liebe zum Detail. Auch wenn viele Wandtexturen hier und da etwas grob daherkommen, ist das Gesamtbild dennoch sehr stimmig. Viele warme Farben, verschiedene Tageszeiten und reichlich animierte Mechaniken in den Türmen sorgen für das gewisse Etwas. Absolutes Highlight, das sich auch vor einem Xenoblade nicht verstecken muss, sind aber die Effekte und vor allem Gegner Designs. Allein die Boss Gegner sind eine wahre Augenweide und strotzen nur so vor Phantasie in der Gestaltung. Das man sie zudem auf höchst unterschiedliche Weise besiegen muss, spielt dann auch spielerisch seine Stärke aus. Hier haben die Entwickler wirklich ganze Arbeit geleistet. Dazu die reinen Kampfeffekte, egal ob mit der Waffe oder der Kette, sind imposant in Szene gesetzt. Wobei hier dann auch die "normalen" Turmgegner genannt werden müssen. Auch diese sind in allen Größen und Varianten enthalten und heben das Niveau dieses Teils der Spielgrafik auf ein sehr hohes Niveau. Da sieht man auch hier und da mal über ein paar Ruckler hinweg. Aber da müssen schon reichlich Gegner und Effekte gleichzeitig über den Screen wuseln, eh man dies wirklich mal sieht. In diesem Bereich ebenfalls ein absolutes Highlight auf der Wii. Der Rest der Technik ist dagegen sehr gelungen und gerade was die Kettenaktionen angeht, frei von Fehlern.

Wenn wir einmal bei den Lobeshymnen sind, darf auch der Soundpart nicht fehlen. Hier sieht es nicht groß anders aus. Im Vergleich mit Xenoblade und The Last Story fällt zwar wie schon erwähnt die Sprachausgabe in Sachen Häufigkeit und Betonung etwas ab, bietet aber dennoch genug um allen anderen Konkurrenten die Rücklichter zu zeigen. Richtig geil ist die Hintergrundmusik, die man fast ausschließlich im orchestralen Bereich wiederfindet. Nicht umsonst spielen viele bekannte Stücke der Komponisten Verdi und Tschaikowsky hier die Hauptrolle. Je nach Spielsituation sehr ruhig und entspannend, um natürlich in den actiongeladenen Momenten fordernd und dynamisch das Spielgeschehen unterstützen. Viel besser und passender geht es in einem solchen Spiel eigentlich nicht.

Fazit....

Pandora's Tower ist ein weiteres Spiel aus der Serie "Braucht keinen Test und sollte eigentlich sofort gekauft werden". Na gut eine Vorliebe für Rollenspiele sollte man schon haben, bekommt aber dann einen wieder anders umgesetzten Vertreter dieses Genres. Das ungewöhnliche, aber sehr motivierende Turm Gameplay hat einfach was und mit jedem geschafften Turm steigt beim Spieler die Motivation. Eines der vielen Komplimente, die man dem Spiel und damit auch den Entwicklern machen muss. Weniger ein Spiel das durch eine Unmenge an Ausrüstungen glänzt, sondern viel mehr Rätsel und damit auch Adventure Gameplay bietet. Einer der großen Unterschiede zu einem Xenoblade. Neben reichlich genialer Kampfaction, sind es eben vor allem diese Momente, die den Titel klar aus der Masse heben. Dazu die wunderbar designten Gegner, die sicherlich mit den Boss Gegnern neben Xenoblade die imposantesten und gelungensten überhaupt bieten. Hier darf auch der Grafikchip glühen und der Spieler bekommt sehr viele und gelungene Kampfeffekte zu sehen. Das Beste bekommt man hier aber denke ich zum Schluss. Selten dass Vielspieler mit verschiedenen Enden belohnt werden und dadurch vor allem auch die Motivation erhalten, nach dem Ende einfach weiter zu spielen. Am Thron des Übertitels Xenoblade sägt Pandora's Tower in meinen Augen aber nicht. Auch wenn beide Titel schon sehr verschieden das RPG Thema angehen. Hier fehlen dann doch einfach noch 40 Stunden Spielzeit und die Fülle an Locations, samt der Action. Dennoch kann ich den Titel allen RPG-Fans nur wärmstens ans Herz legen. Für mich ein weiterer Must Have auf der Wii.

 

+ Fesselndes Rollenspiel
+ Interessantes Turmfeature
+ Soundkulisse/Ketten-Feature
+ Story/Mehrere Enden/Neustarts
+ Motiviert bis zum Ende
+ Hoher Charakter Bezug
+ Sehr gutes Rätsel Gameplay
+ Grafisch mit vielen Highlights
+ Tolle Boss Gegner/Designs
- Etwas dezente Sprachausgabe
- Zeitfeature Geschmackssache

GRAFIK: 85%

SOUND/EFFEKTE: 90%

MULTIPLAYER/WiFi: --

GESAMTWERTUNG: 89%

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