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Wii Need for Speed: The Run
 
 
Need for Speed: The Run - Wii
Matthias Engert (18.01.2012)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Firebrand Games
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-7
NUNCHUK: Ja (CC)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK12
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Ja
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Seit mittlerweile einigen Jahren kann man zum Thema Need for Speed auf der Wii ein interessantes Phänomen ausmachen. Gehe ich von mir selber aus, und ich bin seit jeher ein riesen NfS Fan, so hört man erste Ankündigungen zum neuesten Teil und freut sich. Danach fährt man auf die Gamescom im Sommer und schaut sich zumindest die Konkurrenz genauer an, da die Wii Versionen ja nie gezeigt werden. Und wieder freut man sich, ob der Hoffnung doch in diesem Jahr ein vergleichbares Spiel zu bekommen. Und seit Nitro war man jedes Mal enttäuscht, sobald man das Spiel in den Wii Schacht legt. Ok soweit die Vergangenheit, wobei das Prozedere in den ersten beiden Teilen auch dieses Jahr wieder das gleiche war. Mittlerweile liegt die finale Wii Fassung vor und die Spannung einmal mehr auf hohem Niveau. Auch speziell nach der durchaus ordentlichen 3DS Version. Da dieses Mal ein anderer Entwickler die Hand anlegen durfte, als noch bei Nitro und Hot Pursuit, war die Hoffnung auf einen gelungenen Wii Racer wieder groß. Tja nun wollt ihr ja sicherlich auch wissen, ob auch in diesem Jahr das Murmeltier wieder gegrüßt hat. ;-) Schauen wir es uns an.

Menus und die Story....

Wie auf dem 3DS durften sich auch hier die Mannen des Entwicklers Firebrand Games mit der Umsetzung befassen. Zumindest im Bereich der Handhelden haben sie ja gelungene Beispiele abgeliefert. Schnell wird zumindest klar, dass beide Spiele relativ identisch sein sollten. Speziell was Spielmodi und Inhalte angeht. Die technischen und spielerischen Rahmenbedingungen auf der Wii zeigen aber schnell die Licht- und Schattenseite des Themas. Zunächst wird euch auch hier ein komplett deutsches Spiel präsentiert. Das gilt erneut für die Texte, aber auch für die ordentliche Sprachausgabe. Auch sonst nutzt man technisch die Möglichkeiten aus und der Titel ist in allen Bild Modi der Wii Hardware spielbar und bietet zudem eine Surround Sound Ausgabe. Speichertechnisch ist man ebenfalls mit 1 läppischen Seite auf der Gewinner Seite. Der wohl größte Unterschied zur kleinen Version, mal abgesehen von der 3D Darstellung, betrifft aber den Teil des Mehrspielers. Konnte man für unterwegs auch Online gegen andere Spiele antreten, so bietet die Wii Version leider wieder nur einen lokalen SplitScreen Mehrspieler. Zwar in der Machart besser als alles was die Serie seit Jahren geboten hat, aber dennoch ernüchternd, das man im Zeitalter von Mario Kart & Co wieder nicht Online spielen kann. Positiv das man wie auf dem kleinen Bruder mal wieder eine halbwegs nutzbare Story erleben kann. Hauptakteur ist der ehemalige Rennfahrer Matt, der so ziemlich ganz unten angekommen ist. Er soll Schuld am Tod der Tochter eines ehemaligen Rennfahrer Kollegen sein, steckt in Schulden und wird auch sonst von einigen zwielichtigen Figuren verfolgt. Sein letzter Ausweg scheint ein illegales Rennen zu sein - The Run, dass von der Westküste der USA bis nach New York gehen soll. Als die Hoffnung auf eine Teilnahme zu schwinden scheint, betritt eine mysteriöse junge Frau die Bühne und gibt ihm die Möglichkeit das Rennen zu starten, ohne das Matt weiß welche Ziele die Frau verfolgt. Ab hier dürft ihr die Geschicke leiten und beweisen was in euch steckt.

Auch auf der Wii ist der reine Start äußerst trocken gehalten und bietet weder einen Vorspann, noch sonstige einstimmende Trailer zum Spiel. Nach dem üblichen Verkehrshinweis wartet also hier schon der spielerische Inhalt und ihr dürft zunächst das Profil anlegen, sowie aus 2 verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen. Später auch über die Optionen veränderbar, unterscheiden sich diese doch recht stark voneinander. Das Hauptmenu des Spiels offeriert euch anhand eines seitlich scrollenden Menus die verfügbaren Punkte. Über allem thront hier natürlich der Modus The Run. Dazu kommen die Punkte Challenge, sowie spielerisch der Mehrspieler Modus. Klar dass es hier nun leider keinen Autolog Modus gibt. Dazu die Statistik für eure Einzel- und Mehrspieler Aktivitäten und die erspielten Meilensteine, die hier eine besondere Bedeutung bei der eigenen Bewertung haben sollten und alle im Menüpunkt Profil aufgeführt sind. Zu guter Letzt warten die Optionen auf einen Besuch. Hier könnt ihr neben Soundeinstellungen auch die Kamera und Geschwindigkeitsdarstellung verändern. Wobei man diese Dinge auch im Spiel jederzeit ändern kann. Steuersetups gibt es in der Wii Version nicht und ihr müsst hier mit dem klarkommen, was euch die Entwickler vorsetzen. Alles nicht besonders spektakulär, also schwingen wir uns gleich hinter das Steuer und schauen was der Modus The Run auf der Wii zu bieten hat.

Das Gameplay....

Wie auf dem 3DS bietet auch hier das Spiel zunächst mit dem Kern des Spiels - The Run die erste Anlaufstelle, auch wenn der Challenge Modus auch hier recht umfangreich daher kommt. Die Machart des Modus The Run ist zunächst auf dem Papier eine ganz feine Sache und macht sehr schnell Lust auf mehr. Denn hier ist es eure Aufgabe innerhalb des Spiels von der Westküste beginnend, in insgesamt 26 sogenannten Episoden verschiedenster Rahmenbedingungen von Platz 150 einer internen Rangliste, möglichst mit der Ankunft in New York auf Rang 1 zu stehen. Klingt zunächst für all die Rennfans interessant, die es mögen sich als Underdog nach ganz oben zu arbeiten. Fällt auch bei mir durchaus auf fruchtbaren Boden. ;-) Präsentiert und begleitet wird der Spieler dabei von der Geschichte, die hier in Form von teils animierten Comic Zeichnungen umgesetzt sind. Diese erlebt der Spieler nach jedem einzelnen Rennen. Eingeteilt in 5 übergeordnete Akte, erlebt der Spieler auch genau diese Anzahl an Fahrzeugen im Modus The Run. Das Spiel bietet zwar knapp 40 lizenzierte Fahrzeuge in 5 verschiedene Klassen, wirklich alle nutzen kann man nur im gelungenen Challenge Modus und natürlich in allen Mehrspieler Modi. Dabei sollte die Auswahl von einfachen Golf I, über aktuelle Sport und Muscle Cars, bis hin zu Edelflitzern wie dem Pagani oder auch einem bulligen Streifenwagen reichen. Im Modus The Run werden euch die Fahrzeuge in den Episoden gestellt. Sprich Tuning und ähnliche Anpassungen spielen im Modus The Run überhaupt keine Rolle. Kann man natürlich so und so sehen. Bringt aber zumindest eine theoretische Chancengleichheit, die aber auch in der Wii Version an ein paar Macken kranken sollte. Bevor nun eine Episode beginnt, die man auch jederzeit wiederholen kann, bekommt man im Auswahlbildschirm einige Infos zum Rennen. Neben dem simplen Namen und der Rennlänge, die aktuelle Bestzeit bei einer Wiederholung und welchen Platz man gerade belegt.

Zu Beginn natürlich ist man Letzter und 150. in der internen Wertung von The Run. Die erste angesprochene Sequenz beginnt und ihr als Spieler findet euch wenig später hinter dem Steuer des ersten Wagens wieder. Immer an eurer Seite die mysteriöse junge Frau, die aber spielerisch keinen Einfluss auf das Geschehen hat. Wichtiger Punkt im Spielsystem ist die Tatsache, dass euch im Hauptmodus nur sogenannte Sprintrennen erwarten. Sprich ihr startet an einem Punkt A und die Jagd nach Punkten, Zeiten und Platzierungen endet an einem Punkt B. Rundenrennen gibt es auch hier nicht. Ebenso umstellen muss man sich, wenn man hier nur Wettrennen erwartet. Etwas das Need for Speed durchaus auszeichnet und nichts Schlechtes ist. Man muss Gegner und Polizei ausschalten, nach Zeit bestimmte Abschnitte beenden und etwas diskussionswürdig - Geschicklichkeitsmomente meistern. Simples Steuerkreuz Gedrücke nach Zeit ist auch hier einige Male enthalten. Alles Dinge auf die ich gleich noch etwas näher eingehe. Neben der eigenen Platzierung wird man als Spieler mit einem Rang eingeteilt. Hier vermischt man die Inhalte recht gut und vor allem das Freispielen von Fahrzeugen kann man auf diesem Wege erledigen. Auch wenn es in The Run selber keine Auswirkung hat, da man hier die Fahrzeuge ja gestellt bekommt. Neben Zeiten spielen hier also auch Punkte eine ganz große Rolle. Hier auch dargestellt als Geld. Fast schon eher Burnout Feeling kommt dann zum Zuge und Dinge wie Beinahe Unfälle, oder das Eliminieren anderer Gegner und Polizeifahrzeuge in bestimmten Episoden vervielfachen euren Score. Auch dies hat alles seinen guten Grund. Den wichtigsten dabei um eben im Rang zu steigen. Wie in einem RPG füllen erspielte Punkte nach einer Episode eine Balkenanzeige, die am Ende einen Rangaufstieg Bedeuten.

Sie schalten neben Fahrzeugen neue Schwierigkeitsgrade im Challenge Modus frei, über den man wieder Zugriff auf neue Inhalte hat. Zweiter wichtiger Punkt des Score Features in den Rennen ist der Umstand damit Bonus Leben zu erspielen. Auch dies findet man in der Wii Version vor. Zumindest wenn man Grad Normal wählt. Auf dem einfachen Grad "Freizeit" gibt es dieses Feature nicht. Auf Normal hat man vor dem Rennstart immer 3 Leben. Erreicht man ein gefordertes Ziel im Rennen nicht und alle Leben sind drauf gegangen, das kann auch 1 Meter vor dem Ziel sein, so beginnt man das komplette Rennen von vorn. Schafft man es aber durch Windschatten Fahren, Action auf der Gegenfahrbahn oder eben dem Eliminieren von Gegnern 10.000 Punkte zu erfahren, gibt es ein Bonusleben. Speziell die letzten beiden Episoden 25 und 26 sind in meinen Augen nur damit zu schaffen. Auch hier gibt es ganz große Parallelen zur 3DS Version. Aber es gilt die doch recht gute Mischung hervorzuheben. Nicht jede Episode wird zum Nervenspiel. Auch wenn ich mir im Nachhinein hier mehr Rennen gewünscht habe. Anhand eines solchen Rennens will ich euch mal das Grund Game Play etwas genauer erklären. Der Start in ein Rennen beginnt nach einem Countdown. Gefahren werden kann das Spiel aus 3 Perspektiven, die einige Geschmäcker abdecken. Ich für meinen Teil bin auch hier mit der entfernten Kamera hinter dem Fahrzeug am besten klargekommen. Begleitet wird der Spieler natürlich auch von diversen Bildschirmanzeigen. Angefangen beim Tacho, der Zeit und der Platzierung sollte man neben der Nitro Anzeige vor allem die Balkenanzeige für den Zustand des Wagens immer im Auge haben. Was auch gut ist, da es ein Schadensmodell gibt, dass auch gut funktioniert. Im Tacho habt ihr neben dem Nitro auch eine Anzeige für den Zustand eures Wagens. Ist diese leer, fliegt ihr unter einer mächtigen Explosion von der Strecke, werdet aber gleich wieder abgesetzt. Nur eben mit einem Leben weniger. ;-) In Sachen Steuerung erwartet euch in der Wii Version ebenfalls eine reine Arcade Variante.

Positiv das Firebrand neben dem Remote / Nunchuk Doppel auch den Classic Controller eingebunden hat, mit dem das Fahren wenig Probleme bereitet. In der üblichen Variante der Steuerung gibt man mit R Gas und kann mit L Bremsen. Dazu kommt die Handbremse per Y-Taste, die man hier wesentlich öfters einsetzt als die Bremse selber. Was vor allem an den meist geradlinig gehenden Strecken liegt. Eher schnelle und langgezogene Kurven erwarten euch hier. Enge und verwinkelte Strecken gibt es eher selten. Gelenkt werden kann wahlweise mit dem Steuerkreuz oder dem L-Stick auf dem Classic Controller, was auch hier eine recht gute und weiche Kontrolle hergibt. Kleiner Nachteil bleibt das Driftverhalten, dass sehr auf Arcade getrimmt ist. Zwar nicht so schlimm wie im Vorgänger oder gar bei Nitro, kann man den Wagen aber über eine feste Aktionsfolge mit Gas und Einlenken in einen kontrollierten Drift bringen. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit geht aber auch das gut von der Hand, auch wenn ich es persönlich realer gemocht hätte. Aber wie immer eine persönliche Anmerkung. Denn Kontakt mit der Streckenbegrenzung gibt es auch hier wieder reichlich. Es gibt per X-Taste einen Blick nach hinten und man kann über die A-Taste einen Nitro zuschalten, der so lange anhält wie die Anzeige dafür gefüllt ist. Ein Rückspiegel ist hier glücklicherweise im HUD vorhanden, so dass man eine leicht bessere Übersicht bei Überholversuchen der Gegner hat. Sobald die Rennaction nun losgegangen ist, sieht man in den reinen Wettrennen die maximal 7 CPU Gegner vor sich, da man immer als Letzter startet. Ziel ist es diese zu überholen. Motivierend gemacht, weil man bei allen die Platzierung auf dem Dach sieht und auch eine "Lebensanzeige" in Form eines grünen Balkens. Was hier wie in allen Modi aber nicht so sehr gefällt ist dabei die Gegner KI. Wie schon auf dem 3DS ist sie auch hier sehr unausgewogen und künstlich gehalten, kommt man als Letzter zwar gut an die Gegner heran, das logische Thema Vorsprung heraus fahren ist aber wieder ein anderes. Denkt man danach spielend an ihnen vorbei zu sein, kleben sie danach erst mal an euch.

Mit der Zeit aus dem Fokus verschwunden, fahren sie kurz darauf wieder hinter euch. Selbst wenn man fährt wie ein junger Rennfahrer Gott. Die Würze liegt hier in anderen Dingen, die aus The Run zwar wieder einen Arcade Racer machen, aber doch auf einem höheren Niveau als in den Vorgängern. Denn Polizei und vor allem Gangster gibt es mehr als genug. Und die bearbeiten euch auf den Strecken ohne Ende. Dabei muss man versuchen diese zu killen, und gleichzeitig möglichst den Gegenverkehr zu vermeiden. Das macht Laune, vor allem wenn man selber der aktive Verkehrsteilnehmer ist. ;-) Gegnerische Fahrzeuge in die Leitplanken zu schicken, oder effektreich in einen entgegenkommenden Laster zu drängen hat was. Und nicht nur aufgrund der dann einsetzenden Action Kamera, die das ganze aus einer völlig anderen Position aus zeigt. Erst wenn man mit seinem letzten Leben agiert wird man vorsichtiger und versucht durch gutes Fahren den Angreifern zu entkommen. Auch wenn das aufgrund der schwankenden KI ein fast aussichtsloses Unterfangen ist. Nach dem Rennen wird die Position angezeigt und wohin ihr es geschafft habt. Dazwischen warten wie schon erwähnt neben reinen Polizei Episoden auch 1-1 Boss Gegner Rennen oder auch Zeitfahr-Duelle. Hier gefällt mir der konsequente Polizeieinsatz recht gut. Was mir nicht so gefällt sind die Geschicklichkeitsmomente und gescripteten Abschnitte. Mal wird mit einem MG, aus einem Hubschrauber oder gar mit einem Raketenwerfer auf euch geschossen. Diesen Sachen muss man ausweichen. Alles schön nach einem festgelegten Rhythmus, was diese Abschnitte erlernbar und langweilig macht. Nervig sind dann die Ausweichmanöver. Hier wechselt in manchen Rennen zu bestimmten Momenten die Perspektive immer ins Cockpit und ihr seid nur noch Passagier. Es gilt einzig nach links oder rechts auszuweichen, um z.B. Geröll von oben auszuweichen. Glücklicherweise nicht sehr oft, wenn dann aber durchaus nervig. Vor allem durch das Leben Feature, dass gerade dann seine Schatten- und Frustseite zeigen kann. Spaß macht der Modus The Run dennoch. Fängt zwar eher langweilig und simpel an. Bietet aber ab der Hälfte schon auch anspruchsvolle und unterhaltsame Kost. Auch weil man auf der Wii, obwohl die Abfolge genau die gleiche ist wie auf dem 3DS, hier etwas länger sitzt.

Um weitere Zeit mit dem Spiel zu verbringen bietet sich der Challenge Modus an. 40 Missionen, die man auch noch erst freischalten muss, erwarten euch hier. Ständig mit neuen Vorgaben, warten hier nun alle Eventmöglichkeiten aus The Run in Einzelrennen. Da man diesen Modus auch für das Freischalten von Fahrzeugen nutzen kann, kann der Modus punkten. Dennoch können die gebotenen Modi nicht darüber hinweg täuschen, dass auch The Run auf der Wii wieder nicht überzeugen kann.

Grafik & Sound....

Need for Speed und das Thema Grafik. Man ist es ja fast schon ein wenig Leid darüber zu schreiben. Denn auch The Run reißt hier keine Bäume aus und ist einer der Gründe, warum wir uns wohl alle auf die Wii U freuen. Es kann ja nun mal nicht Full HD sein, aber man sollte doch versuchen die Möglichkeiten der Wii auszunutzen. Das gelingt auch Firebrand Games nicht und es erwartet den Spieler ein grobes grafisches Ambiente, das sehr steril wirkt und bei genauem Hinsehen nur wenige Details bietet. Auf die Schnelle fällt mir nur eine Episode ein, die halbwegs ansprechend rüberkommt. Nicht umsonst ja auch die Grundlage des Game Play Videos. Kantenglättung sucht man einmal mehr vergebens und es wirkt oft, als hätte man ein paar "Schichten" Grafik vergessen. Das reicht einfach nicht mehr, um den Spieler zu begeistern. Das hier gebotene war auch schon in einem First Generation Spiel auf dem GCN machbar und es gibt einige Spiele aus dieser Zeit, die besser aussehen. Da hilft auch der sehr gute Game Speed nicht, der das Arcade Game Play natürlich sehr gut unterstützt. Fahrzeuge sehen oft etwas gestaucht aus und die grafische Umsetzung des Schadensmodells ist eher etwas zum Schmunzeln. Wie auch der Nitro Effekt, der durch die Grafik irgendwie unglücklich rüber kommt. Es ist nun grafisch zwar keine Katastrophe, aber wirklich gefallen kann die Grafik in The Run auf der Wii nicht.

Beim Sound sieht es in großen Teilen besser aus. Auch weil hier die gleichen Musikstücke zum Einsatz kommen wie auf dem 3DS. Die konnten dort gefallen und tun es natürlich auch hier. Zwar sind nicht ewig viele im Spiel vorhanden, gefallen sie aber durch den Stil, der einfach auch mal was anderes bietet. Schnelle Rhythmen der gelungenen Art sind es aber allemal. Eher in den Bereich ordentliches Mittelfeld kann man hier die Motorengeräusche und Effekte einordnen. Die Wagen klingen oft sehr ähnlich und auch die Kollisionsgeräusche hätte man eine Spur satter machen können.

Multiplayer....

Der Mehrspieler ist zumindest in der einzigen hier gebotenen lokalen Variante mal ein Lichtblick im Need for Speed Universum. Weiß gar nicht ob ich jemals im aktuellen "NfS Zeitalter" mal was über CPU Gegner schreiben konnte. ;-) Denn die gibt es hier wenigstens und machen aus dem Mehrspieler für 2-4 Spieler auf jeden Fall mal eine gelungene Sache für zwischendurch. Zwar ist der Splitscreen nicht jedermanns Sache, dennoch bietet man eine gute Übersicht und auch das Speed Gefühl bleibt hier erhalten, ohne dass man großartige Einbußen hinnehmen muss. Dabei kann man auch für jeden Spieler ein Profil anlegen und es existieren zumindest Ranglisten für das Offline Spiel. Das Mindeste was man hier erwarten kann. Dazu stehen euch sowohl die Sprintrennen, aber auch der Cop Modus zur Verfügung. Der macht fast noch mehr Laune. Denn hier geht es 4-4, wobei z.B. bei 2 menschlichen Spielern der Rest durch CPU Racker aufgefüllt wird. Sich gegenseitig zu jagen, hat mal was für Zwischendurch. Doch auch das kann nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich hier um einen einfachen, wenn auch gelungenen Mehrspieler für Zwischendurch handelt. Das erneut ein Online Modus fehlt, ist für mich erneut der viel größere Kritikpunkt.

Fazit....

Alles in allem ist auch The Run nicht das, was man sich auf der Wii erwartet hat. Auch wenn inhaltlich hier und da schon Verbesserungen zu sehen sind, kann dies nicht darüber hinweg täuschen, dass wir es erneut mit einem typischen Arcade Rennspiel für die jüngere Zielgruppe zu tun haben. Zwar spielerisch auf einem höheren Niveau aus Nitro oder HP, ist vor allem das Rennspiel Genre eines bei dem man sich doch sehr auf die Möglichkeiten der Wii U freut. Und ich meine da nicht nur den grafischen Aspekt. Wieder wirkt es als wäre die Wii Version mal so nebenbei programmiert worden, nur um die Wii Spieler nicht ganz zu verprellen. Das ärgert mich persönlich sehr, der seit Anbeginn ein großer Fan der Serie ist. Auf den Konkurrenz Plattformen lebt die Serie spielerisch ja vor allem vom Online Feature. Etwas das hier seit Jahren keine Rolle spielt. Ich denke mal es war der letzte NfS Titel auf der Wii. Legen wir also das Thema auf der aktuellen Hardware beiseite und freuen uns hoffentlich in diesem Jahr auf einen gelungenen Wii U Einstand.

 

+ Steuerungs Varianten
+ Gutes Arcade Gameplay
+ MP wenigstens mit CPU Gegnern
+ Lizenzierte Fahrzeuge
+ Challenge Modus
+ Hintergrundmusiken
+ Komplett Deutsch
- Grafisch wieder sehr mäßig
- Gegner KI unausgewogen
- Upgrades nur visuell
- Wenig intensive Story
- Keine Runden Rennen
- Wieder kein Online Modus

GRAFIK: 60%

SOUND/EFFEKTE: 72%

MULTIPLAYER: 67%

GESAMTWERTUNG: 69%

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