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Wii Nights: Journey of Dreams
 
 
Nights: Journey of Dreams - Wii
Kilian Pfeiffer (25.04.2008)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Sega
GENRE: Geschicklichkeit
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 4 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 2-7
NUNCHUK: Ja (CC)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Ja/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Nightopia ist ein Platz voller Skurrilitäten. Fantasievolle Wesen bevölkern die kuriose Welt, kunterbunte Bonbon-Architektur zeugt vom erfindungsreichen Design-Geist der Entwickler. Nightopia entspringt aus den eigenen Träumen: nicht nur Will und Helen können davon ein Lied singen, sondern wohl auch unzählige andere Kinder, die sich während des Schlafens auf fantastische Ausflüge begeben haben. „NIGHTS – Journey of Dreams" ist ein Titel, dessen Ursprung auf eine Zeit zurückgeht, in welcher „Sega" selbst noch Konsolenhersteller war. Die Verhältnisse sind heute anders geartet, „Microsoft" ist in den Konsolenkampf mit eingestiegen, „Sega" hat sich hingegen als Software-Hersteller etabliert und das Hardware-Geschäft abgestoßen. Dies hindert den traditionsreichen Konzern aber nicht daran, seine Software in aufpolierter Weise auf den Konsolen des ehemals größten Konkurrenten zu veröffentlichen. NIGHTS, ein lilafarbenes Wesen, dessen Wurzeln im Zirkus ausgemacht werden könnten – wüssten wir es nicht besser -, ist der Protagonist des Titels, mit ihm und den in Traumwelten wandelnden Kindern Will und Helen begebt Ihr Euch auf eines der buntesten Fantasie-Abenteuer überhaupt.

Menus und die Story....

„NIGHTS – Journey of Dreams" ist ein geradliniger Ausflug in unbekannte Traumwelten, der speziell auf die Bedürfnisse der Wii-Konsole angepasst wurde. Einladende Sequenzen initiieren jede Mission, wunderbare englische Sprachausgabe, die selbstverständlich deutsch untertitelt ist, spannen die Hintergrundgeschichte fort. Die Nightmarens, Reala im Speziellen, planen Nightopia zu zerstören. Wizeman, allmächtiger Gebieter, der im Begriff ist die Night Dimension an sich zu reisen und seit langem über das Nightmare-Reich herrscht, hat es nicht nur auf die bislang friedliche Enklave Nightopia abgesehen, sondern plant deren komplette Auslöschung. Will und Helen, zwei unschuldige Kinder, die von Alpträumen geplagt werden, begeben sich auf die Reise ihres Lebens, gehen mit NIGHTS ein Bündnis ein und den Versuch, das Böse aus ihren Alpträumen zu verjagen. Zwei Story-Stränge hat „NIGHTS – Journey of Dreams" zu erzählen, zum einen Wills Traum, zum anderen das märchenhafte Abenteuer von Helen. Für welche Träumerei Ihr Euch zu Beginn entscheidet, bleibt Euch überlassen, der Umfang des jeweiligen Ausflugs ist und bleibt aber überschaubar. Nach wenigen Stunden und farbenfrohen Illusionen solltet Ihr die jeweilige Episode zu Ende geträumt haben.

Auch wenn vorliegender Titel andersartig ist als gewöhnliche Software, gefällt uns der Stil nicht so wie erhofft. Zu abstrus ist das Gameplay, zu wirr die überinterpretierte Traumwelt. Auch wenn der Originaltitel schon einige Jahre auf dem Buckel hat und als Klassiker gilt, ist dessen Überzeugungskraft nur bedingt gegeben. Dennoch können wir von einer unterhaltsamen Versoftung sprechen, die interessante Inhalte bietet, freilich allein schon wegen des zu geringen Umfangs aber keine Überwertung erhalten kann.

Das Gameplay....

Gleichgültig für welchen Traum Ihr Euch entschieden habt, erwartet Euch zu Beginn erst einmal eine wunderschöne Einleitungssequenz in gerenderter Optik. Die Qualität dieser ist hervorragend und übertrumpft die gewöhnlichen Spielsequenzen deutlich. Letztere erinnern größtenteils an vergangene Gamecube-Zeiten, was traurig ist aber durch die poppig-bunten Spielwelten wieder wett gemacht wird. Ausgehend vom jeweiligen Traum findet sich Will, respektive Helen, auf einem mit Traumtoren gesäumten Boden wieder. Ein Uhu, Owl, der Euch im Folgenden NIGHTS vorstellt, weist Euch zu jeder Zeit, auch während der Missionen, in Inhalte ein, stattet Euch mit Tipps aus und ist im richtigen Moment zur Stelle. Innerhalb der Träume übernehmen die Kinder die Steuerung von NIGHTS und da dieser sich im Flug fortbewegt, geht es auch für Euch in die Lüfte. Klassisch dürft Ihr den Titel daher zum einen nur mit der Wii-Remote steuern, zum anderen den Classic Controller zum Einsatz bringen oder eine Kombination von Wii-Fernbedienung und Nunchuk verwenden. Letztere funktioniert recht gut, denn der bloße Einsatz der Wii-Remote erfordert größtes Fingerspitzengefühl und viel Einarbeitungszeit, um NIGHTS per Pointer-Funktion durch die Lüfte zu navigieren.

Jede der Traumwelten („Pure Valley", „Lost Park", etc.) ist in fünf Missionsabschnitte unterteilt, die spieltechnisch jeweils anders ausfallen. Gemeinsam haben sie alle, dass Ihr innerhalb eines Zeitlimits ein Ziel erreichen müsst, sei es diverse Käfige zu zerstören, einen Endgegner zu besiegen oder eine gewisse Anzahl von Ringen in Folge zu durchfliegen. Flugakrobatisch geht es mit NIGHTS in denjenigen Missionen zu, in welchen dieser in einem Käfig gefangen wurde und nun drei der Gefängnisse zerstören muss. Hierzu gilt es den jeweiligen Gefängniswärter in einem packenden, jedoch auf linearer Bahn verlaufenden Luftduell zu schnappen, ihn um seinen Schlüssel zu erleichtern und den Käfig aufzubrechen. Ob das nun Sinn macht oder nicht, sei mal dahingestellt. Dennoch ist der abzufliegende Parcours eine fantastische Erfahrung, da nicht nur viele fliegende Widersacher auf ihr virtuelles K.O. warten, sondern die Aufgabe auch innerhalb eines klar abgesteckten Zeitlimits erfolgen muss. Mit dem Nunchuk fliegt Ihr gewagte Loopings, kreist mit der Fähigkeit des Paraloops Feinde und schwebende Bonusgegenstände ein, um diese auszuradieren, beziehungsweise einzusammeln und erkundet die äußerst ideenreichen Gefilde unterschiedlichster Ausführungen. Durch die Nacht geht es ebenso wie durch wilde Freizeitparks, tiefste Gewässer und abgelegene Landschaftsstriche. Apropos Gewässer: NIGHTS kann unterschiedliche Formen annehmen, abhängig davon, ob Ihr durch die Luft rauscht oder delfinartig in das kühle Nass eintretet. Als „atomare" Superrakete rast Ihr durch die Lüfte, beim Passieren von Ringen füllt sich Eure Dash-Anzeige, die zusätzliche Geschwindigkeit für einen kurzen Moment erlaubt.

In einigen Missionen müsst Ihr Nightopians, die Bewohner des noch friedlichen Örtchens vor überdimensionierten, in den Weltraum ragenden Superpflanzen beschützen, indem Ihr sie mit einem Para Loop umfliegt, oder in wilden Fahrten auf vorgegebener Strecke Ringanordnungen treffen, die Euch den notwenigen Speed verleihen, um ein vorneweg fahrendes Gefährt rechtzeitig noch aufzuhalten. Sogenannte Blue Chips sammelt Ihr für fette Punktekombos während der Ringfliegerei, aber auch wenn Ihr als Will oder Helen persönlich unterwegs seid. Als Angriffswerkzeug erweisen sie den zwei Kindern nützliche Dienste, dennoch sind deren Abschnitte die ödesten Aufgaben – allein die Steuerung der Kinder überzeugt nur bedingt, ein richtiger Spielfluss kommt dabei nicht zustande. Als NIGHTS aktiviert Ihr Schalter, um witzige Sequenzen und Bonuspunkte zu aktivieren, beispielsweise in einem überdimensionierten Spielautomaten, den Ihr in rasender Geschwindigkeit umkreist (selbstverständlich auf einer vorgegebenen Bahn von links nach rechts!). Abgedreht wie der Titel nun einmal ist, dürft Ihr im Laufe des Spieles einen Traumgarten besuchen, in welchem Nightmarens und Nightopians begutachtet werden können – abhängig davon, wie viele von jeder Sorte existieren, ist die landschaftliche Umgebung eine andere, das derzeitige Wetter übt über die Wi-Fi-Connection Einfluss auf die Gemütslage der virtuellen Bewohner aus, ebenso gehen diese einem geregelten Alltag nach. Über die Wi-Fi-Verbindung ist es gar möglich, dass Ihr bei einem Kumpel in dessen Traumgarten vorbeischaut. Im separaten Special findet Ihr hierzu mehr!

Grafik & Sound....

Optisch ist der Titel ein zweischneidiges Schwert: die meisten der abwechslungsreichen Welten gefallen aufgrund ihrer Detaildichte und den verrückten Einfällen, auf der anderen Seite waren wir aber von den teils bescheidenen Gamecube-ähnlichen Sequenzen enttäuscht. Hingegen übertrumpfen die Renderings alle anderen technischen Inhalte um ein Deutliches. Insbesondere die stocksteifen Bewegungen von Will und Helen schlagen negativ zu Buche, wohingegen die farbenfrohen Einschläge der vielgestaltigen Landschaften durchaus Freunde bei den Zockern finden werden. Die Bossgegner, so zum Beispiel der aus dem Nichts auftauchende Spielkarten-Heini oder der weitläufige Pinballtisch samt darauf befindlichem Widersacher, sind genial, Strategien, um erfolgreich zu sein, müsst Ihr Euch erarbeiten, schaffbar sind die Bosse aber allemal.

Ein wunderschön abwechslungsreicher Sound bereichert die Traumwelten in jeglicher Hinsicht. Hier hat man bei den Sound Composern ganze Arbeit geleistet, da die Musik sowohl ins Ohr geht, als auch kurzweilig und vielfältig ist. Hinzu kommen die fabelhaften englischen Sprecher (deutsche Sprachausgabe wurde komplett ausgespart!) sowie viele die ideenreiche Traumwelt-Fabrikschmiede unterstützende Effekte, die zur Atmosphäre beitragen. Bei einem derart unkonventionellen Titel ist eine höchst charakteristische Vertonung nun mal Pflicht. Bei „NIGHTS – Journey of Dreams" hat das Experiment geklappt!

Multiplayer....

Der Mehrspieler-Modus ist zwar nicht der überzeugendste Bestandteil des Titels, dennoch könnt Ihr diesen während des Einzelspielers stetig erweitern. Zwei Spielmodi schaltet Ihr im Laufe der Zeit frei, rast gegeneinander um die Wette oder bekriegt Euch mit riesigen Kugeln, die Ihr aufeinander abfeuert. Drei Treffer reichen aus, um als Sieger aus der Luft auf dem Boden der Tatsachen zu landen. Leider ist der Umfang zu gering, um hier einen ansprechenden Abend gestalten zu können, außerdem darf man nur im Duo antreten. Somit verkommt der Multiplayer zu einem überflüssigen Beiwerk – im Wi-Fi-Special erfahrt Ihr weitere Infos.

Fazit....

NIGHTS – Journey of Dreams" ist der Inbegriff vollkommen verträumter Entwicklungsarbeit. Alle Farben dieser Welt wurden in die Landschaft gesteckt, architektonisch irrwitzige Konstruktionen erschaffen, Umgebungen bis aufs Äußerste dekonstruiert und in einen neuen Kontext verlagert. Wenn man auf Derartiges steht, sollte man zugreifen. Allerdings dürfte es einige Spieler geben, denen der Zahn der Zeit zu deutlich an der Software genagt hat. Das Gameplay ist zwar abwechslungsreich, die zu erreichenden Ränge motivierend, dennoch eine Schippe zu chaotisch, um den Titel sympathisch zu finden. Irgendwie will NIGHTS nicht so recht das Herz der Spieler erobern. Das liegt zum einen an seinem merkwürdigen Auftreten, zum anderen an der Traumwelt, die nur wenig Spielraum für Charakterbindungen bietet. Helen und Will sind nun mal keine Identifikationsfiguren – selbst für Kinder nicht. Zwei Träume gilt es zu bestreiten, der Umfang hält sich in Grenzen, ein Probespiel dürften Freunde der kunterbunten Software-Kost aber auf jeden Fall wagen.

Das Mag64 Wii Wi-Fi Special
Hier findet Ihr Infos zum Online Gameplay zu Nights: Journey of Dreams.(Voraussetzungen/Möglichkeiten)

 

+ neuartige Welten
+ Rangsystem
+ fantastische Render-Sequenzen
+ persönlich veränderb.Traumwelt
+ innovative Bossgegner
- relativ übersichtlicher Umfang
- teilweise zu abstrus
- öde Abschnitte mit Will und Helen
- aufgesetzter Mehrspieler-Modus

GRAFIK: 71%

SOUND/EFFEKTE: 79%

MULTIPLAYER: 55%

GESAMTWERTUNG: 70%

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