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Wii Need for Speed ProStreet
 
 
Need for Speed ProStreet - Wii
Matthias Engert (06.01.2008)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: EA
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 4 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-8
NUNCHUK: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.45 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Jedes Jahr aufs neue können die Rennspielfreunde die Need for Speed Serie erleben. Seit den Hot Pursuit 2 Zeiten hatte sich die Serie dabei weg von einem "normalen" Street Racer hin zu einem Welten und Explore Gameplay entwickelt. Eine große Hauptwelt, viele Events samt Polizei Verfolgung. Höhepunkte der Serie waren da sicherlich Underground 2 und natürlich Most Wanted. Spielerisch und vom Umfang her ebenfalls sehr gelungen. Als es nun an die Arbeit für ProStreet ging, war man bei EA wohl der Meining den Inhalt mal wieder zu verändern. Erste Infos machten schnell deutlich das vor allem die große Hauptwelt der Vergangenheit angehören würde und man sich wieder dem normalen Einzelstrecken Gameplay widmen wolle. Natürlich etwas das die Rennspielgemeinde in ihrer Meinung teilt. Allerdings sollte dies nicht das einzige sein, über das man in ProStreet diskutieren kann. Es gibt mehr Veränderungen als man denken könnte. Nicht nur beim "Lack", sondern auch unter der "Motorhaube". Was euch ProSteet auf der Wii nun bietet zeigt euch der folgende Test.

Menus und die Story....

In Bereich der reinen Fakten gibt sich die ProStreet Version keine Blöße auf der Wii Konsole und bringt alles mit was technisch möglich ist. Neben den Bildmodi 50 und 60Hz wird auch die EDTV/HDTV Variante unterstützt. Soundtechnisch gibt es wieder die Surround Ausgabe und der Wii Speicher wird mit 4 Seiten sparsam beansprucht. Erneut für bis zu 2 Spieler entwickelt muß man sich beim Thema Sprache keine Sorge machen und erlebt ein komplett deutsches Spiel, das sowohl für das Thema Texte, aber auch für die Sprachausgabe im Spiel gilt. Die erste und zunächst auffälligste Änderung gegenüber den eigenen Vorgängern ist die Umsetzung der Story im Spiel. Keine "epische NfS Story" mehr, keine Schönheiten und eben die Abkehr von der großen Zentralwelt. Stattdessen bedient man sich hier mal wieder der Allerweltsstory in einem Racer. Der Held des Spiels namens Ryan Cooper wird hier von euch übernommen. Er kommt als Neuling in die Need for Speed Welt und schickt sich an 5 sogenannten Street Kings das Fürchten zu leeren. Denn das ist eigentlich auch das Spielziel. Ganz unten anfangen und mit zunehmenden Erfolgen auf den Pisten, neuen Fahrzeugen und stetig wachsendem Zaster diese Jungs herauszufordern und der König der Pisten zu werden. Im Vergleich zu den letzten Jahren also eher die "einfache" Story für einen Racer.

Wie immer nach dem Einschalten legt Ihr auch hier ein Profil an, unter dem eure Erfolge und der Fortschritt abgespeichert werden. Sehr interessant ist dabei das man sich von Anfang an für eines von 3 Steuersetups entscheiden kann. Glücklicherweise geht das auch später im Spiel. Diese 3 Grundausrichtungen definieren wenn man so woll die Fahrhilfen, die man als Spieler bekommt. Vom Übernehmen der Bremsfunktionen samt Ideallinie bis hin zur komplett freien Variante stehen euch hier Möglichkeiten zur Verfügung. Für Driftracer und solche Spieler, welche das Fahrzeug zu 100% selber steuern wollen, bietet sich die schwerste Variante an. Man findet hier große Unterscheide im reinen Fahrfeeling und würde eine andere Wertung vergeben, wenn man nur auf Easy fährt. Gerade für alte NfS Veteranen ist die dritte und eben schwerste Variante in meinen Augen die beste. Auf jeden Fall eine unscheinbare Einstellmöglichkeit vor dem eigentlichen Spiel, die aber viel Auswirkungen haben kann. Was in ProStreet unerreicht ist, zumindest wenn man sich die Wii und GCN Versionen vor das geistige Auge holt, ist die Qualität der Story Sequenzen die es ja nach wie vor gibt. Zwar nun nicht mehr in Unmengen durch das ganze Spiel hindurch, aber auch nicht komplett verschwunden. Das beginnt schon beim Eröffnungstrailer, der einfach nur Rennaction aus verschiedenen Kameraperspektiven zeigt und jedes Racerherz höher schlagen läßt.

Erst danach entläßt man euch auf das eigentliche Hauptmenu, das sich wie eigentliche alle Menus klar gegliedert zeigt. Zunächst stehen euch nur 4 verschiedene Punkte zur Verfügung. Das ganze beginnt mit der Karriere und dem Renntag Modus in Sachen spielerischer Action und reicht über die Optionen bis hin zum Profilbildschirm, wo man neben einem Neuen auch das alte Profil löschen kann. Die Optionen bieten wie immer verschiedene Dinge an, um das Gameplay anzupassen. Neben den 3 Fahrhilfen Stufen, die man auch hier wählen kann, stehen diverse Kleinigkeiten zur Verfügung. Das beginnt bei der Einstellung der Anzeige in Sachen Meilen oder Km/h, reicht über den Einblick in die beiden Steuervarianten im Spiel und endet im Zu oder Abschalten diverser Einblendungen im Spiel selber. Im Gegensatz zu früher ist es aber hier egal ob Ihr Anzeigen wegnehmt oder das volle HUD nutzt. Speedverluste in Sachen Framerate gleicht man damit glücklicherweise hier nicht aus. Dazu kommt wie immer die EA Jukebox, in der Ihr euch die Soundsstücke des Spiels anhören könnt. Beim Thema Steuerung ist ProStreet einer der Racer, bei dem Ihr nur die Remote als Steuereinheit benötigt. Unterschiede neben der Tastenbelegung für die einzelnen Modi ist einzig die Haltung der Remote einmal für quer und eben für längs. Ansonsten gibt es zunächst wenig einzustellen und wir können uns direkt der eigentlichen Rennaction stellen und das neue Gameplay in ProStreet etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Das Gameplay....

Wie schon erwähnt ist in ProStreet gerade beim Drumherum vieles anders. Die Geschichte ist seichter aufgebaut und wesentlich überschaubarer. Alles beginnt auch hier wieder mit einem sehr langen Vorspann an einem der im Spiel enthaltenen Renntage. Hier wird euch das Event Feeling mit abgeschlossenen Renntagen anhand des Vorspanns gezeigt und Ihr als Neuling in die Szene eingeführt. Ihr lernt die ersten Rivalen kennen und dürft am Schluß an einem ersten kleinen Ausscheidungsrennen teilnehmen. Erst dieses gibt euch bei entsprechendem Erfolg danach die Möglichkeit in die Szene einzusteigen und von nun an für Aufsehen in der ProStreet Serie zu sorgen. Wie erwähnt ist der Inhalt der ProStreet Ausgabe nicht mehr eine Stadt und damit öffentliches Terrain, sondern Ihr fahrt in diesem Game mal wieder auf abgesperrten Rennstrecken. Das Thema Polizei und Straßenverkehr im herkömmlichen Sinne spielt also in diesem Game keine Rolle mehr. Beginnt Ihr die Karriere neu, erwartet euch zunächst ein Vorberreitungsbildschirm als Karriere Hauptmenu. Hier könnt Ihr z.b. die Statistiken und den Rennfortschritt einsehen. Dazu kommt der Punkt Wagen und Garage, wo Ihr eure eigenen Kisten aufrufen oder einen neuen Wagen kaufen könnt. Dazu kommen die Punkte Code Eingabe für spezielle Lackierungen und die sogenannte Gutschein Verwaltung. Etwas das man entfernt als Überbleibsel aus den alten Teilen beschreiben könnte. Denn auch in ProStreet spielen Gutscheine für Teile, Reparaturen oder Fahrzeuge eine Rolle. Einfach gesagt könnt Ihr hier z.b. Gutscheine auch käuflich erwerben. Allerdings hat die Erfahrung im Spiel gezeigt das man dies eigentlich nicht unbedingt tun muß. Der wichtigste Punkt auf dem Karriere Hauptmenu ist allerdings die Karrierekarte. Wählt Ihr diesen Punkt an, gelangt Ihr zum Herzstück der spielerischen Action, die übrigens wie auch auf dem DS gestaltet ist. Hier findet Ihr die sogenannten Events und Renntage durch Linien verbunden vor. Die einzelnen Events teilen sich nun in sogenannte Renntage, Challenge und Showdown Events auf, zu denen auch die Bosse, sprich Street Kings zählen. Die Events sind dabei mit Linien verbunden und bieten im Verlauf mehrere "Storylines". Einfach gesagt gibt es mehrere Wege, die euch eben zu den einzelnen Königen der ProStreet Pisten bringen werden. Hintergrund ist hier das jeder dieser Street Kings in einer der im Spiel enthaltenen Rennmodi der Beste ist.

So gibt es den reinen Racerkönig, während ein anderer Weg euch zum Driftmeister führt. Hier nehmen sich wie schon erwähnt die DS und Wii Version kaum etwas. Ebenfalls gleich ist die Tatsache das natürlich zu Beginn nicht alles anwählbar ist. Alles muß über eigene Erfolge erst freigeschalten werden und bietet dadurch eine durchaus gelungene Motivation für den Spieler. Zumindest sollte sich zeigen das die Spielzeit gegenüber Carbon glücklicherweise wieder zugenommen hat. Die Events und Renntage sind in der Machart eigentlich immer gleich gestaltet und bieten ein festes Konzept wie man seine Erfolge einfahren kann. Natürlich beginnt das ganze sehr seicht und stellt euch als erfahrene Racer vor wenig Probleme. Erstmal wollen wir ja auch den Einstieg finden und das System und die Möglichkeiten kennenlernen. Die große Karrierekarte bietet euch zudem bei allen freigeschalteten Renntagen die Anzeige was euch darin erwartet, sprich welche Rennvarianten und wieviel davon euch erwarten. Dazu wird euch angezeigt was man erhält wenn man diesen Renntag gewinnt oder sogar dominiert. Ein großer Unterschied und ebenfalls ein Feature das der Motivation zugute kommen sollte. Ist unter den freigeschalteten Events eine spezielle Variante wie ein Showdown, wird euch zudem angezeigt welchen Bonuswagen man hier gewinnen kann. Ansonsten ist es meist Geld das Ihr erspielen könnt. Gelöste Renntage werden zudem eingefärbt, so das Ihr neben den Texten dazu sehen könnt was Ihr hier erreicht habt. Ebenfalls bietet die Karte nochmals die Garage. Hier auf der Karte allerdings beschränkt auf das Tuning der in eurem Besitz befindlichen Fahrzeuge. Kaufen könnt Ihr neue Flitzer nur über das Karriere Hauptmenu. Sobald Ihr also einen der Renntage aufsucht, erwartet euch auch hier ein immer festes und gleichgehaltenes Eventmenu. Links findet man die einzelnen Menupunkte, während rechts oben die sogenannte Punkteanzeige zu sehen ist. Hier spielt nun das Thema Gewinnen und Dominieren mit hinein. Alle Rennevents pro Renntag ergeben am Ende einen Score, den Ihr natürlich durch eure Fahrweise und Erfolge beeinflussen könnt. Beispiel wäre so z.b. das bei 18.000 Punkten der gesamte Renntag Gewonnen wurde und bei 36.000 etwa Dominiert.

Großer Unterschied ist zum einen das Ihr jeweils mehr Geld bekommt und vor allem seltene Tuningteile für die Fahrzeuge, die man dann nicht kaufen muß. Um die Rennkarte nach und nach freizuschalten reicht es aber die Rennen zu Gewinnen. Dennoch sollte es immer das Ziel sein die Renntage zu dominieren. Wie sich die Punkte ergeben und was euch erwartet schauen wir uns nun ein wenig genauer an. Das Renntag Menu bietet euch verschiedene Punkte. Zum einen den Fortschritt, anhand dem man jederzeit sehen kann wieviele Punkte einem z.b. zur Dominanz fehlen. Darunter die eigentlichen Rennevents, die man einzeln anwählen kann und nicht in Reihenfolge spielt. Weiterhin gibt es hier den Punkt Wagen repairieren. Denn ProStreet bringt nun seit langer Zeit mal wieder ein Schadensmodell mit, über das es aber noch zu reden gilt. Die Anzahl und vor allem Art und Weise der Rennevents variieren nun mit jedem Renntag. Mal sind es nur 4, dann wieder können es 8 sein. Demzufolge ändert sich auch jedes mal die Punktegrenze für einen Sieg oder eben die Dominanz. Eingeteilt sind die Rennevents grob in 4 Arten. Grip für alles was mit einem normalen Rundenrennen zu tun hat. Dazu die selbserklärenden Events wie Drag oder Drift und die sogenannten Speed Events. In sich oft nochmal unterteilt splitten sich z.b. die Grip Varianten auch in die bekannten Sektor Rennen oder das Zeitfahren. Wir schauen uns das ganze einfach mal anhand eines stinknormalen Grip Events, also einfachen Rundenrennens an. Wählt Ihr das Rennen an, zeigt sich ein weiterer Gameplay Bestandteil. Die im Spiel enthaltenen 46 Fahrzeuge sind bei weitem keine Allrounder, sondern können nur in bestimmten Varianten gefahren werden. Der erste und einfachste Wagen, der Nissan 240SX z.b. ist nur für die Rundenrennen einsetzbar. Für Speed Events, die Drag und Drift Rennen ist er nicht nutzbar. Dafür müßt Ihr jeweils entweder einen entsprechenden Wagen gewinnen, wobei euch hier der Storyverlauf unterstützt, oder aber Ihr kauft euch einen neuen Wagen beim Händler. Tut Ihr das auf diesem Wege werdet Ihr nach dem Kauf direkt gefragt, für welchen Eventtyp Ihr den Wagen nutzen wollt.

Etwas das mir nicht so gefällt, speziell weil man in einem Racer doch eher der Typ der Kontinuität ist. Zumindest ist das bei mir so, da ich lieber immer an einem oder zwei speziellen Wagen herumbastle und sie nutze. Wie schon auf dem DS reicht dabei die Palette von einfachen Mittelklasse Fahrzeugen über diverse US und Japano Schlitten, bis hin zu den Größen der Szene wie Porsche oder diversen Prototypen. Allerdings keine Pseudo Schlitten, sondern alle auch in der Realität vorhanden. Positiv das sich alle vom Fahrstil her unterscheiden und man durchaus bedenken sollte, welche Antriebsart der Wagen hat. Also ob man lieber mit einem Heck, Front oder Allrad getriebenen Boliden fahren möchte. Bei allen Fahrzeugen muß man sich also immer an diesen gewöhnen und seinen speziellen Fahrstil. OK, Ihr habt ein Rennen ausgewählt und den Wagen dazu, startet das ganze wie überall mit ein paar einleitenden Sätzen des Kommentators, der auf allen Strecken von nun an mit dabei ist. Sobald das Rennen beginnt könnt Ihr nun eine von 4 Perspektiven nutzen, wobei die weite hinter dem Fahrzeug die idealste darstellt und in meine Augen auch wieder sehr gelungen ist. Hier macht dem Spiel auch in diesem Jahr keiner was vor. Schade und eher ein negativer Punkt ist die Tatsache das nur 5 CPU Gegner maximal am Start sind. Die üblichen 7 hätten es durchaus sein können. Je nach Eventart unterstützen euch nun diverse Einblendungen beim Fahren. Diese reichen vom Tacho samt Turbo, reichen über Platzierungen und Zeiten bis hin zu Kurveneinblendungen wie bei einem Rally Spiel, die man durchaus zu Beginn nutzt. Denn wie in jedem Racer ist nichts wichtiger als Streckenkenntnis. ProStreet ist auch in diesem Jahr kein Spiel mit realen Strecken. Im gesamten warten 11 verschiedene Umgebungen auf euch, die aber in sich jeweils unterschiedliche Streckenführungen aufweisen, inklusive den Reverse Versionen. Die Strecken teilen sich dabei in Wald und Wiesen Varianten, Highway Umsetzungen über diverse Stadt und Hafenlocations bis hin zu kleinen und engen Varianten, die in meinen Augen eher Kart Feeling erzeugen. Zu 80% können die Strecken aber gefallen und bieten zusammen mit dem Speed, der Steuerung und den sehr guten Fahrzeug Proportionen gehobenes Fahrfeeling.

Die Steuerung nun ist wie immer das wichtigste in einem Racer. Und wie schon erwähnt ist die Wahl des Fahrhilfenlevels ein entscheidender Punkt. Denn dadurch kann man von einem leichten Arcade Racer bis hin zu Dirftlastigem Gameplay alles erleben. Wiegesagt sollten die Cracks unter euch die schwerste Variante wählen, die ohne Fahrhilfen auskommt. Nach der Ampel beginnt das eigentliche Rennen und die Remote kommt zu ihrem Recht. Wer mit Carbon auf der Wii schon Erfahrung hat wird sofort warm. Denn wie dort hält man diese auch hier für quer vor sich und lenkt indem man die Remote nach den beiden Seiten neigt. Mittels 2 kann man Gas geben, mit der 1-Taste bremsen und per A-Taste setzt man die Handbremse ein, die allerdings im Rennen selber selten zum Einsatz kommt. Dazu kommt nun je nach Fahrzeug der Turbo, den man kurzzeitig per B-Taste aktivieren kann. Allerdings anders umgesetzt als bisher ist dieser in der Anzahl festgelegt. Die meisten Fahrzeuge bieten 2x diesen Turbo im Rennen an, ohne die Möglichkeit diesen dort wieder aufzuladen. Je nach Fahrzeug unterschiedlich sind nun die Beschleunigung, das Brems und natürlich Lenkverhalten. Erneut gleich ist einzig die Art und Weise wie die Wagen reagieren. Erneut eher etwas träge, aber in meinen Augen sehr passend. Dadurch lenken die Fahrzeuge recht weich ein und lassen sich zudem auch in einen gewollten Drift bringen. Je nach Antrieb und Tuning Über oder Untersteuern die Fahrzeuge, was den einzelnen Fahrstilen der Gamer durchaus entgegen kommt. Auch in Sachen Animationen umgesetzt ist das Einlenken und Bremsen, wo die Fahrzeuge durchaus passend einknicken. Was mir erneut sehr gefällt ist trotz der eigentlich etwas trägen Lenkbewegung, das die Fahrzeuge dennoch sehr feinfühlig auf eure Remote Bewegungen reagieren. Also nicht so das ein extremes Verkanten der Remote sofort zum Dreher führt. Das leichte Verzögern und weiche, eher langsame Einlenken kommt der Variante in Carbon sehr nahe und gefällt mir persönlich sehr gut. Hier gibt sich also EA auch in diesem Jahr keine Blöße wenn es um die Rennen selber geht. Auffällig das ganze Spiel hindurch sind weitere Dinge im Fahrgeschäft. Speziell was die Gegner angeht. Es dauert gut ein Viertel, ehe man wirklich erste Probleme bekommt, die Rennen zu gewinnen.

Das liegt an zwei Dingen, die anfangs nunmal nicht anders sind. Zum einen sind die eigenen Fahrzeuge noch eher langsam und lassen sich auch durch mittelenge Kurven ohne großen Speedverlust fahren. Die Gegner hingegen, dort schon am Anfang oftmals von der Leistung her überlegene Fahrzeuge haben, bremsen sehr stark in diesen Kurvenpassagen. Dadurch hat man in diesen Kurven immer einen Vorteil. Am Anfang des Spiels noch mehr, ändert sich das aber im Verlauf des Spiels nicht. Durch die großen Fahrzeugmodelle im Screen und die ansprechend breiten Strecken ist das reine Mann gegen Mann Fahrfeeling sehr gut. Ausnahmen sind dann auf den engen Stadtstrecken zu finden, die mir z.b. auch nicht gefallen. Dazu kommt das Abseits der Strecke Fahren möglich ist und man nicht nur von Banden oder Leitplanken umgeben ist. Räubern über die Curbs ist ebenfalls ohne Probleme möglich. Das eingebaute Schadensmodell ist nun so eine Sache. Zum einen gibt es eigentlich nur die beiden Extreme "Fährt" und "Fährt nicht". Das heißt selbst kleine Rempler und angezeigte Schäden am Wagen bringen diesen nicht aus der Ruhe. Es sei denn man fabriziert einen Totalschaden. Dann ist das Rennen vorbei und Ihr dürft den Wagen repairieren. Auch dieser Punkt ist bei weitem nicht so tragisch wie man denkt. Denn neben der natürlich teuren Möglichkeit die Wagen per Geld zu repairieren, existieren ja auch die angesprochenen Gutscheine. Einmal für normale Schäden und die Totalschäden. Diese gewinnt man sehr oft wenn man Renntage gewinnt und hat eigentlich das gesamte Spiel über mehr als genug davon. Der Schrecken eines kaputten Fahrzeugs ist hier bei weitem nicht so hoch wie man denken könnte. Visuell sind Schäden kaum zu sehen und werden meist in abgeschabtem Lack dargestellt. Verbogene Karossen oder Spoiler sieht man garnicht. Hier also eher ein mäßig umgesetzter Punkt. Beendet Ihr nun ein Rennen oder einen der anderen Events ist auch dieser Punkt sehr wichtig. Zum einen gibt es eine feste Punktzahl für die Platzierung. Als Erster z.b. 4500 Punkte. Abzüge gibt es für Schäden, die aber mit einigen Hundert Punkten eher gering sind. Die Bringer an sich sind aber die Bonuspunkte.

Z.b. gibt es für alle Rennen eine Zeitvorgabe, sprich Zielzeit die Ihr unterbieten müßt. Je weiter Ihr das schafft um so mehr Bonuspunkte gibt es. Liegt man z.b. 30 Sekunden unter den manchmal sehr hoch gegriffenen Zielzeiten, gibt es gerne mal 4000 Punkte und mehr oben drauf. Und nur diese Mischung aus den Punkten läßt den Score nach oben gehen und damit auch die Grenzen für Sieg oder Dominanz knacken. Positiv das Ihr bei vielen Renntagen auch nicht alles fahren müßt um diese Ziele zu schaffen. Wobei ich Gott gedankt habe das die Wii Version den verhaßten Hydraulik Modus der DS Version nicht bietet. Dafür hat aber auch die Wii Version einen bekannten Modus, der in diesem Jahr alles andere als gut geworden ist. Das Drift Feature ist nicht das was man erwartet hat und Freunde der Scorelastigen Runden in Underground oder Carbon werden hier nicht fündig. Denn hier ist der Drift nun von einem Punkt A nach B umgesetzt, also eher der Bergdrift eines Carbon. Allerdings mit viel zu kurzen Strecken und teils Führungen die sich in meinen Augen für alles eignen, nur nicht für Drifts. Hier wirkt sich die eigentlich notwendige hohe Fahrzeugpower nachteilig aus, was diesen Modus zum schlechtesten macht im Spiel. Die Drag Variante ist in Sachen Spielspaß gleich geblieben, ist aber teilweise anders umgesetzt. Zunächst gibt es Viertel und Halbmeilendrags. Bevor man loslegt gilt es hier erstmal die Reifen anzuwärmen um das Grip Niveau zu heben. Dazu muß man für einige Sekunden eine Art Tachoanzeige versuchen stetig in einem bestimmten Bereich zu halten. Schafft man das nicht ist das Grip Niveau mäßig und damit durchaus auch der Ausgang des Drag Rennens. Positiv das man 3 Durchgänge hat und der Beste als Wertung genommen wird. Hier hält man die Remote auch normal nach vorn. Nach dem Reifen Anheizen gibt man mit B Gas und kann mittels A den Turbo einmalig aktivieren. Unsinn und Blöd ist da schon die Tatsache das man Bremsenpakete als Tuning Bonus gewinnen kann. Wenn eines beim Drag unwichtig ist dann die Bremse. Sobald die Startampel auf Grün schaltet, bewegt man die Remote in einer kurzen und schnellen Bewegung nach oben um den Gang zu wechseln. Eine Drehzahlanzeige gibt euch mittels farbiger Balken den Zeitpunkt an, wann Ihr den jeweils nächsten Gang einlegen solltet. Hier wirkt sich vor allem das Tuning bei der Leistung sehr positiv aus.

Überhaupt ist der Tuning Teil auch in ProStreet eines der Highlights, das man erst mit der Zeit richtig einzuschätzen weiß. Vor allem die Vielzahl an Möglichkeiten gefällt. Grundlage ist hier das Vorhandensein sogenannter Blaupausen. Neben einer vom Spiel gestellten und vergleichbar mit einem Standardtuning angelegten Variante, dürft Ihr 2 weitere anlegen. Vorteil das Ihr so die Fahrzeuge vor allem für verschiedene Strecken einstellen und das ganze speichern könnt. 10 verschiedene Rubriken mit zig käuflichen Varianten stehen euch zur Verfügung, deren Sinn oder Nutzen Ihr immer Live anhand einer Balkenanzeige sehen könnt. Vieles muß man dabei garnicht kaufen, zumindest nicht am Anfang. Einmal weil die Schwierigkeit, die dortigen Renntage zu Gewinnen nicht so hoch ist und zum anderen weil man viele Teile über die Dominanz auch gewinnen kann und so Geld spart. Erst wenn man wirklich merkt es geht nicht mehr sollte man Geld investieren. Ihr könnt dann einzeln Tuningteile kaufen oder aber ganze Kits erstehen. Was mir weniger gefällt ist alles rund um die Gestaltung. Es macht weit weniger Spaß Vinyls und Decals anzubringen als früher. Einmal weil die Ladezeiten teils recht hoch sind, ehe sich die Wahl einmal auf den Wagen bequemt und natürlich weil sie nicht wichtig sind wie früher. Ob Ihr nun mit einem einfarbigen Wagen durch die Gegend fahrt oder einen bunt gestalteten. Es wirkt sich nicht aus. Einzig die Karrosserie Aufwertung macht Sinn und ist ja auch zu sehen. Zudem wirkt sich das ja auch auf die Fahrzeugeigenschaften aus. Anonsten vor allem ab dem zweiten Drittel des Spiels ein sehr gelungener Gameplay Punkt und oft ein Besuch wert. Denn die Schwierigkeit im Spiel zieht erst mit der Zeit wirklich an. Lange reichen die anfänglich gewonnen Fahrzeuge locker aus um zu bestehen. Wobei selbst am Schluß die Vorgabezeiten für die Strecken kein Problem sind. Dafür aber dann die Gegner, die natürlich schon immer besser werden. Hier spielt natürlich auch wie immer das Thema Spielzeit mit hinein. Hier kann ich für meinen Teil nur gutes berichten. Die Zeiten eines Carbon wo man in gut 10 Stunden durch war gibt es hier nicht. 20 Stunden sitzt man schon um wirklich alles gesehen, gespielt und zunächst gewonnen hat. Dominieren ist ein anderes Thema, das mit der Zeit durchaus heftig anzieht. Die Jagd nach den Street Kings im Spiel ist von der Spielzeit her also gelungen, auch wenn die fast schon epischen Zeiten eines Underground 2 und Most Wanted auch hier nicht erreicht werden.

Der Reiz in ProStreet liegt im Vorankommen auf der Karrierekarte und dem Versuch alles zu dominieren. Auch wenn man lange auf neue Fahrzeuge verzichten kann, macht die Rennaction bis auf die speziellen Driftevents viel Spaß und man will einfach immer weiter im Game. Motivation ist also reichlich vorhanden und wird unterstützt durch die Anzahl der Events und dem Tuning Feature, das mit zunehmender Spielzeit immer wichtiger wird. Zumal die Steuerung gelungen ist und das reine Fahren auch hier wieder Spaß macht. Zwar vermißt man schon irgendwie die Storylastigen Inhalte wie in den letzten Jahren, wer aber auf reine Rennaction steht, kann hier ohne Probleme seinen Spaß haben. Es sind dann hier und da Kleinigkeiten die nicht so gefallen und halt den Unterschied zur Konkurrenz ausmachen können.

Grafik & Sound....

Ein Punkt allerdings ist mir ein wenig unverständlich. Grafisch ist ProStreet selbst zu einem Carbon ein klarer Rückschritt. Die gesamte Grafik wirkt grober und teilweise auch farbärmer. Besonders deutlich sieht man das auf einem LCD oder Plasma, wo das Wort Kantenglättung schon so seine Bedeutung hat. Eigentlich sehr schade, da vor allem die Fahrzeugproportionen sehr gelungen sind. Angenehm groß, sehr gut in der Nachbildung der realen Vorbilder und auch mittels Fahranimationen wie z.b. beim Bremsen oder Lenken eigentlich passend. Dennoch wirken manche Umgebungen als wenn man eine "Grafikschicht" vergessen hätte. Vor allem der teilweise in Carbon gebotene Glanz fehlt hier völlig. Selbst Most Wanted gefiel mir in manchen Abschnitten viel besser. Glaube auch nicht das dies aufgrund der Technik so geplant ist. Zwar ist der Gamespeed sehr gut geworden, die Kollisionsabfrage in Ordnung und Ruckler findet man im Spiel keine vor. Aber ob das nur erreicht werden konnte, in dem man die Grafik herunterschraubt bezweifle ich. Selbst Effekte sind teils sehr spartanisch vorhanden und teils auch sehr billig. Staub oder Schleifeffekte an den Banden wirken teilweise sehr aufgesetzt. Zwar ist die Grafik nun alles andere als grottig schlecht, aber für den zweiten Auftritt der NfS Serie ist das gebotene nur noch Mittelfeld auf der Wii Konsole.

Das gleiche gilt auch für den Sound. Die Musiken im Spiel, immer schon eine Stärke der Serie, sind zum einen weniger geworden und auch von der Auswahl viel "belangloser". Einige Stücke kann man zwar durchaus als Ohrwurm bezeichnen, aber die knackigen Stücke der Vergangenheit findet man hier nicht vor. Da kann auch der deutsche Kommentator in den Rennen nichts mehr retten. Auch die Motorensounds sind zurückhaltender. Zwar schon ordentlich, aber bei weitem nicht so markant wie in den Vorgängern. Auch hier ist das Ergebnis in ProStreet schlechter als in den Vorgängern.

Multiplayer....

Der Multiplayer für 2 Spieler ist nun eingebettet in den Renntag Modus auf dem Hauptmenu. Diesen kann man ja auch allein spielen und so seine eigene Rennen Zusammenstellung wählen. Verschiedene Strecken, samt Fahrzeugen und allen Events sind diese auch speicherbar und somit immer wieder aufrufbar. Fahrt Ihr nun zu zweit über den Splitscreen paßt alles bis zum Rennbeginn selber. Viele Rennen nacheinander einstellbar, bis zu 5 mögliche Runden und ebenfalls alle Reventtypen nutzbar. Sobald es aber auf die Strecke geht, stellt sich schnell Ernüchterung ein. Zwar muß man technisch und grafisch keine Einbußen hinnehmen, aber erneut gehen nur die menschlichen Fahrer auf die Strecken. Ich weiß nicht ob EA hier das ganze je einmal ändert. Warum auch in diesem Jahr wieder keine CPU Fahrer dabei sind ist mir ein Rätsel. Logisch das sich der Spielspaß zu zweit in Grenzen hält. In Zeiten des Online Gameplays ist ein 2Player Offline Multiplayer ohne CPU Gegner einfach nur antiquiert und alles andere als ein Kaufgrund. In diesem Bereich fällt also auch ProStreet erneut durch.

Fazit....

Need for Speed ProStreet ist so eine Sache auf der Wii Konsole. Lasse ich die Testzeit an mir vorüberziehen hat das Spielen erneut sehr viel Spaß gemacht. Das lag vor allem an der wieder gelungenen Steuerung, den vielen Events welche auch der Spielzeit gut getan haben und das motivierende Feature alles dominieren zu wollen. Auf der anderen Seite bietet ProStreet auch wieder einiges zum Meckern. Grafisch ein Rückschritt, auch wenn das Speedfeeling beim Spieler stimmt, ein wieder sehr schwacher Multiplayer und einige Kleinigkeiten wie das Schadensmodell, der nun in meinen Augen schlechte Driftmodus und der eher durchwachsende Bereich Sound. Mangels Konkurrenz steht das Spiel vielleicht besser da, als wenn er sich mit zig Racern den Platz teilen würde. So aber bietet sich das Spiel vor allem denjenigen unter euch an, die mehr Wert auf lange Spielzeiten und eine gute Steuerung samt gelungener Fahraction legen. Wer dazu Grafikpracht möchte und das storylastige Gameplay der Vorgänger sollte hier eher vom Kauf absehen. Da bieten sich selbst die GCN Vorgänger um einiges mehr an. Ein ordentlicher NfS Vertreter, der aber die Erwartungen aufgrund der Vorgänger nicht erfüllen kann.

 

+ Gelungene Steuerung
+ Viele Fahrzeugtypen
+ Tuning Möglichkeiten
+ Motivierend gemacht
+ Sieg oder eben Dominanz
+ 80% der Strecken gelungen
+ Fahrzeugproportionen
+ Komplett Deutsch
+ Gelungene Spielzeit
- Grafisch ein Rückschritt
- Kein Explore Gameplay mehr
- MP wieder ohne CPU Gegner
- Schadensmodell mau umgesetzt
- Nur 5 CPU Gegner pro Rennen
- Schwacher Drift Modus
- Ladezeiten

GRAFIK: 71%

SOUND/EFFEKTE: 74%

MULTIPLAYER: 55%

GESAMTWERTUNG: 72%

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