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Wii Need for Speed Nitro
 
 
Need for Speed Nitro - Wii
Matthias Engert (22.12.2009)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: EA Montreal
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 121 Seiten!
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-9
NUNCHUK: Ja (CC, GCN Pad)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 7+
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Wie jedes Jahr aufs Neue freut man sich, trotz jährlicher Ausgaben, immer wieder auf den neuen Need for Speed Teil aus dem Hause EA. Zum einen weil noch die positiven Erinnerungen aus der Vergangenheit überwiegen und zum anderen weil man eben doch hofft, dass es der aktuelle Titel ein wenig besser macht als der letzte. Denn leider kann man seit den Underground/ Most Wanted Varianten, die Spiele bei weitem nicht mehr Uneingeschränkt empfehlen. Irgendwie hat es EA nicht verstanden den Spielspaß der alten Teil fortzuführen und Nintendo Gamer wurden nur noch bedingt glücklich. Teilweise ging es immer mehr in Richtung simples Arcade Gameplay für die jüngere Spaßgeneration. An sich ja nichts schlechtes, deckte der Titel früher aber oft genug alle Altersschichten an. Um so Hoffnungsvoller war man da schon, als EA mit der Nitro Umsetzung spezielle Nintendo Versionen ankündigte. Zum einen sicherlich auch der Technik geschuldet, da Shift wohl nicht so einfach umsetzbar gewesen wäre. Auf der anderen Seite habe ich damit kein Problem, da man so dem Vorwurf entgeht, die Nintendo Version wäre nur eine mäßig portierte Variante, was aber so auch nicht immer richtig war. Also war die Erwartungshaltung für Nitro zunächst mal nicht schlecht und voller Vorfreude wanderte der Titel in den Wii Schacht......

Menus und die Story....

Auch Need for Speed Nitro ist eine reine EA Inhouse Produktion. Kein Wunder das die technischen Rahmenbedingungen zunächst passen, auch wenn man in diesem Jahr z.b. wieder keinen Online Modus bietet. Der Rest deckt zumindest theoretisch alles ab, was man mit der Wii so machen kann. Neben einem komplett deutschen Spiel, darf man das Spiel in allen Bildmodi der Wii erleben. Ihr bekommt eine Surround Unterstützung und dürft in Sachen Mehrspieler Action mit bis zu 4 menschlichen Spielern an den Start gehen. Sicherlich auch ein Highlight für viele Spieler, ist die Unterstützung mehrerer Steuerungsvarianten. Denn neben dem Remote/Nunchuk Doppel, dürft Ihr Nitro auch mit dem Classic Controller und sogar dem guten alten GameCube Pad fahren. Seit Mario Kart greifen ja wieder viele zu diesem Controller. Aber es ist nicht alles Gold das glänzt und der Speicherbedarf ist für das gebotene echt heftig. Mit satten 121 Seiten verewigt sich Nitro im Wii Speicher, was schon ein wenig zuviel des Guten ist. Etwas das seit der Underground Serie jedes Jahr ein bisschen weniger geworden ist, war die storytechnische Unterstützung des Titels. Was waren das für Zeiten, als EA regelrechte Filmgeschichten mit Schauspielern einbaute. Diese Zeiten sind mit Nitro leider endgültig vorbei. Was euch hier geboten wird, ist eigentlich keine personalisierte Story mehr, sondern eher Mittel zum Zweck. Hintergrund in Nitro ist die sogenannten Streetracer Szene, die sich über die ganze Welt verteilt. Ihr als Neuling in der Szene sollte euch in dieser Beweisen und dürft versuchen die Cracks aufzumischen. Allein die beiden letzten Sätze sind schon zuviel des Guten, da man im Spiel eigentlich so gut wie gar nichts zur Story erfährt. Gäbe es hier und da nicht ein paar Sequenzen, die zumindest die jeweils örtlichen Cracks zeigen, das Thema könnte man gleich ganz vergessen. Hier nimmt man dem Spiel sehr viel Atmosphäre und Ihr bekommt leider nicht nur in diesem Bereich einen Allerwelts Arcade Racer.....

Wie immer unterstützt Need for Speed das Profile System, so das Ihr mehrere davon anlegen könnt. Hier natürlich sinnigerweise Lizenz genannt. Sind gespannt für was? ;-) Zunächst werdet Ihr von einem durchaus stimmigen Vorspann begrüßt, der untermalt von Heavy Metal Klängen einige Fahrszenen zeigt. Man sieht schnell das es Actionlastig zugeht und freut sich das die Polizei eine Rolle spielt. Most Wanted lässt Grüßen. Danach erwartet euch der Sprecher des Spiels, der aber im Verlauf stark im Hintergrund bleibt. Zu Beginn stellt er euch die Steuerungsmöglichkeiten vor und lässt euch entscheiden wie ihr Fahren wollt. Auf der anderen Seite erkennt das Spiel aber auch sofort, welchen Controller ihr verwendet. Danach landet Ihr auch schon auf dem Hauptmenu. Hier gibt es mit dem Arcade Modus und der Karriere die beiden spielerischen Kernpunkte und Ihr könnt weiter Verzweigen zum Showroom, um euch die eigenen Karossen anzuschauen, sowie den Optionen und den Extras. Die Optionen lassen euch die Wahl des Steuersetups, falls Ihr euch doch mal anders entscheiden wollt, sowie die Möglichkeit die Helligkeit zu kalibrieren, das Rumble Feature zu aktivieren und natürlich um die Soundeinstellungen einzusehen. Die Extras wiederum decken die angesprochen Videos und Sequenzen ab, die Ihr je nach Spielfortschritt jederzeit noch mal anschauen könnt. Nichts was euch schlaflose Nächte bereiten muss. So ist es zunächst auch nicht mehr und wir können uns gleich den eigentlichen Inhalten im Karriere Modus widmen. Denn nur hier spielt Ihr alle möglichen Secrets frei, die auch in den anderen Modi eine Rolle spielen.

Das Gameplay....

Startet Ihr eine Karriere und habt euer entsprechendes Profil angelegt, zeigt der Modus durchaus mal was Neues im Need for Speed Universum. Denn neben dem direkten Arcade Modus im Spiel, kann man auch die Karriere mit bis zu 4 Leuten spielen. Nachteil das man Mitspieler nur als Gäste einbinden kann. Bei einem entsprechendem Bildschirm in eurer Zockerhöhle, aber durchaus ein richtiger Ansatz. Ansonsten erwartet euch der Karriere Modus danach mit seinen Inhalten. Zunächst ist dieser eingeteilt in 3 übergeordnete Cups. Bronze, Silber und Gold bieten dabei in sich die immer gleichen Locations und Abläufe. Nur das logischerweise der Anspruch immer größer wird, die Gegner schwerer und die Zielvorgaben hoher gesteckt sind. Ebenfalls bieten alle Cups eine bestimmte Fahrzeugauswahl, auf die Ihr festgelegt seid, sprich Ihr könnt später mit Fahrzeugen aus dem Gold Cup nicht einfach mal in die Bronze Abteilung gehen und alles in Grund und Boden fahren. Um in diesem Bereich einen Vorteil zu haben, müsst Ihr alle versteckten Fahrzeuge der jeweiligen Klasse Freischalten. Insgesamt bietet Nitro derer 30 verschiedene Typen, die allesamt an reale Fahrzeuge angelehnt sind und angefangen beim Renault R4 oder einem VW Bus, reicht die Spanne bis hin zu Hochgezüchteten PS Boliden, die man in Echt auch eher nur in irgendwelchen Scheich Garagen zu sehen bekommt. Aber bis Ihr euch darüber hier einen Kopf machen müsst, vergeht schon ein wenig Zeit. Denn glücklicherweise sollte die Spielzeit durchaus Punkten können, wenn auch nur für eine bestimmte Zielgruppe. Anfangs ist also nur der Bronze Cup anwählbar und selbst darin nur eine von insgesamt 5 Locations, plus ein Grand Prix Modus mit 5 abschließnden Rennen nacheinander. 5 Orte dieser Welt, an denen auf euch die unterschiedlichsten Rennvarianten warten werden. Das bedeutet auch das man einen Explore Modus, wie ihn selbst Undercover im letzen Jahr bot, hier nicht vorfindet. Man fährt abgeschlossene Rennevents, ohne das man frei herumfahren kann. Auch dies bietet Nitro also nicht. So geht es hier zunächst schon grob nach dem Schema, alles nacheinander zu Fahren. Wobei dennoch der Widerspielwert relativ hoch ist. Allein schon um die geforderten Zielvorgabe zu erfüllen.

Diese Machart ist durchaus ansprechend und eine Stärke des Spiels. Innerhalb der 3 Cups kann und muss man sogenannte Sterne erfahren. Diese 100 Sterne pro Cup sind nun auf die verschiedenen Locations aufgeteilt und werden durch fahrerische Erfolge erspielt. Hintergrund ist der, das man zum einen bei bestimmten Sternmengen zum einen Fahrzeuge und Karosserie Teile freischaltet, dazu im internen Rang aufsteigt, was aber am wichtigsten ist, alle Locations, Events und schlussendlich natürlich Cups Freischalten kann. Das Prozedere ist dabei auch immer gleich. Man wählt eine Location an, und bekommt darin aufgereiht nebeneinander die einzelnen Events, die Need for Speed typisch sind. Das beginnt bei Rundenrennen, der Eliminator Variante, dem wieder eingeführten Drag Race, sowie einem Time Trial, Drift Events oder Radarfallen Variante. Mit die einzigen Momente, wo man wirklich an die Need for Speed Serie erinnert wird. Je nach Wertigkeit kann man nun dabei die Sterne erfahren. Am meisten gibt es dabei für die normalen Runden- und Eliminatorrennen. Hier kann man bis zu 5 Sterne holen. Jeweils 3 für die erreichte Platzierung, wobei ein Sieg natürlich 3 Sterne bringt, dazu 1 Stern wenn man eine Rundenzeit Vorgabe knackt und einen Stern für das Erreichen eines bestimmten Punktestandes im Rennen, den man z.b. durch Driftaction erfahren kann. Ebenso bringen die Erfolge auch Geld, das man in der örtlichen Garage für neue Fahrzeuge, soweit sie Freigeschalten sind, ausgeben kann. Schauen wir uns mal ein erstes Beispiel genauer an, wie man das Ganze hier eingebettet hat. Es verschlägt uns zunächst nach Brasilien, wo bis zu 4 Streckenvarianten auf euch warten. Was auch für die anderen Ortschaften gilt und die reine Streckenzahl nicht sonderlich umfangreich macht. Auch hier lässt der Titel durchaus Punkte. Als erstes wird euch bei jeder Location der jeweilige Crack vorgestellt und Ihr bekommt eine der wenigen angesprochenen Sequenzen zu sehen. Da er in allen Rennvarianten seiner Location mit dabei ist, gibt es wider Erwarten kein 1-1 Rennen zum Schluss. Hat man eine Sterngrenze geknackt, schaltet man die nächste Location frei und kann, wenn man will sofort dorthin wechseln. Begonnen werden die Rennevents immer mit einem ersten Rundenrennen. Sozusagen zum Warm werden und auch typisch für einen Racer. Da macht auch Nitro keine Ausnahme.

Um hier nun loslegen zu können, braucht man natürlich ein Fahrzeug. Man begibt sich in die Garage und erlebt gleich mal eine echte Enttäuschung. Zumindest ging es mir so. Zwar kann man eigene Fahrzeuge in Sachen Farbe, Graffiti oder Karosserieteile verändern, ein Tuning wie bessere Motoren und ähnliches sucht man vergebens. Das finde ich äußerst schade und schmälert gerade hier durchaus die Motivation. Ich fand es immer schön, wenn man Fahrzeugtechnisch Verbesserungen erspielen konnte. Hier geht das wirklich nur über ein komplett neues Fahrzeug. Diese unterscheiden sich schon in verschiedenen Stats, die sich auf der Strecke aus auswirken. Dennoch fehlt mir das Tuning schon in seiner alten Machart. Anfänglich geht man entweder mit einem Renault R4 oder einem VW Bus an den Start. Dementsprechend sind auch die Gegnerstärken getaktet. Je besser euer Fahrzeug wird, um so mehr passen sie auch die Gegner an. Man kann zwar schon kleine Vorteile über die Fahrzeugwahl erreichen, aber nicht extrem. Hat auch sein Gutes, da man in Nitro nie Vorsprünge herausfahren kann. Selbst wenn man gewinnt, sind die Abstände immer knapp und überschaubar. Was aber auch noch andere Gründe hat. Positiv und für Need for Speed Verhältnisse durchaus ungewöhnlich, ist die Tatsache gegen 7 CPU Gegner anzutreten. Zumindest was die Renn Varianten angeht. Das erhöht schon ein wenig den Anspruch. Wirklich schwer wird es bei diesen aber erst im Gold Cup. Bronze und Silber sind von der KI her so angelegt, das selbst der Erste irgendwie noch im Pulk zu finden ist. Erst im Gold Cup setzt sich der Crack der Location auch mal ein wenig ab. Über 2 oder 3 Runden gehen die Rennvarianten, in denen es das Ziel sein sollte die angesprochenen Sterne zu holen. Ein dritter Platz reicht dabei schon um von den möglichen 5 zumindest einen zu holen. Nur erreicht man mit dieser Ausbeute herzlich wenig im Spiel. Gefahren wird mit einem Viewpoint, der glücklicherweise ganz gut gelungen ist und sich je nach Speed des Wagens auch ein wenig dynamisch anpasst, sprich die Kamera mal etwas weiter weg agiert. Egal wie gut Ihr seid, gestartet wird immer als Letzter. Freunde des Aufholens werden das natürlich mögen. Dazu unterstützen euch nun im Screen diverse Anzeigen bei eurer Jagd nach dem Sieg. Neben gewohnten Dingen wie dem Tacho, der Rundenanzeige oder Zeitenblendung, gibt es nun in Nitro diverse weitere Anzeigen, die auch mit dem Spielsystem zu tun haben.

Zuerst genannt werden muss dabei oben rechts die Style Punkte Anzeige, die ja ebenfalls einen der Sterne abdeckt. So müsst Ihr z.b. mal 30.000 Style Punkte holen, um diesen Stern zu bekommen. Jeder Drift, Fahren mit Höchstgeschwindigkeit oder auch das Fahren im Windschatten, das es in Nitro gibt, bringt Punkte. Ebenso wird euch angezeigt, wenn Ihr die schnellste Runde gefahren habt. Auch dafür gibt es einen Stern, wenn Ihr die Vorgabe der Entwickler knackt, der sofort im Screen eingeblendet wird. Ebenfalls nicht unwichtig ist unten rechts unter der Speed Anzeige der Nitro. Diesen gibt es in 2 Teilen, was durch 2 Leisten dargestellt wird. Auch dieser füllt sich zum einen langsam allein, oder z.b. durch das Driften. Rammelt Ihr aber z.b. zu sehr an den Streckenbegrenzungen herum, und das geschieht leider viel zu häufig, könnt Ihr diesen auch zerstören. Oder zumindest für eine gewisse Zeit. Denn nun gibt es ein Pickup System, bei dem man z.b. Schraubenschlüssel einsammeln kann, die den Wagen auch wieder reparieren. Ebenfalls wird das Fahrzeug etwas langsamer, wenn Ihr zuviel an der Bande räubert. Man kann diese aber auch auf "Vorrat" einsammeln und später automatisch aktivieren. R2D2 lässt grüßen. ;-) OK soweit die wichtigsten Rahmenbedingungen. Nun schauen wir uns mal die Rennaction selber und natürlich auch die Steuerung etwas genauer an. Wie schon erwähnt gibt es reichlich Varianten, wie man sein Gefährt hier bewegen kann. Mit persönlich lag das GCN Pad am besten, was vor allem beim Lenken, noch am vorteilhaftesten war. Logisch das hier der Stick das Lenken übernimmt. Weitere wichtige Aktionen sind zunächst Gas und Bremse via R und L Taste. Dazu kann man sich nach hinten umsehen und per B-Taste den Nitro aktivieren. Wer beide Leisten gefüllt hat, natürlich auch in 2 Stufen. A deckt die Pick Ups ab und mittels X-Taste könnt Ihr den Wagen zurücksetzen. Braucht man aber sehr selten. Die Steuerung selber ist etwas schwergängig umgesetzt und vor allem die Lenkradien bei normalen Fahren recht groß. Beim gebotenen Speed und den oft engen Kurven auf den Strecken der erste Grund für dauerndes Anecken und Berühren der Banden und Streckenbegrenzungen. Das Ziel im Spiel ist es aber eben nicht, die Kurven "Normal" zu fahren. Nein Ihr solltet am besten Driften bis der Arzt kommt. Leider ist die Umsetzung eher vergleichbar mit dem Ridge Racer Prinzip, als mit älteren Underground Spielen. Den Wagen eher simlastig zu steuern und per Übersteuern irgendwann weich in den Drift zu bekommen, könnt Ihr hier leider vergessen.

Stattdessen erwartet euch hier Arcade Action pur und die Bremsfunktion samt Einlenken bringen den Wagen in einen gewollten sofortigen Drift. Je nach Winkel des Sticks mal Eng oder auch Weit ausholend. Mit entsprechendem Gegenlenken kann man den Drift versuchen zu halten und bekommt für die Dauer Punkte. Allerdings ist dieses System in meinen Augen zu hektisch und funktioniert bei weitem nicht in jeder Kurve ordentlich. Sehr oft rammelt man an die Bande und das ganze wird irgendwann mäßig, weil es in meinen Augen kein kontrolliertes Fahren mehr ist. Teils sind auch die Strecken zu verwinkelt und nicht sonderlich Breit. Dann wird’s durchaus Zäh. Versucht man kontrolliert zu Fahren, sprich die Begrenzungen mal nicht zu erwischen, hat man vieles, nur keine Chance auf den Sieg. Wer dann noch einen Nitro zuschaltet, rammelt oft von Links nach Rechts. Auch ein Grund warum ich die Zielgruppe eher jüngere ansiedle. Mich persönlich spricht das System weniger an, weil es eben Schwächen mitbringt, die den Fahrspaß eindämmen. Ebenfalls weniger gefallen hat mir der Polizeieinsatz. Ein recht eintöniger Funk beginnt dann wenn Ihr die selten auftauchenden anderen Verkehrsteilnehmer erwischt oder z.b. Laternen mitnehmt. Dann steigt Ihr in einer Fahndungsstufe, die rechts oben angezeigt wird. Ist diese voll seid Ihr das Ziel der Polizei. Dann wird’s noch hektischer. Alles auf euch und Ihr werdet gerammt, gebremst und teilweise herum gedreht. Aber eben auf eine Art und Weise, die zu sehr auf Arcade getrimmt ist. Kein Vergleich mit alten NfS Spielen, wo allein das Ausreißen vor der Polizei Stunden der Spielzeit in Anspruch nehmen konnte, und vor allem richtig viel Spaß machte. Hier fühlt man sich immer irgendwie benachteiligt. Man kann sie auch nicht zerstören oder hat Streckenpunkte, an denen man wie früher die Umgebung einbeziehen konnte. Außerdem gibt’s dafür nichts mehr zu holen. Oberflächlich in meinen Augen. Gut gemacht ist der Drag Modus, weil er so daher kommt wie in den Underground Teilen. Ebenfalls eher abfallen tut das Radarfallenspielchen. Einmal weil die Vorgaben durchaus knackig sind und man wirklich fast Perfekt fahren muss und weil kurz vor der Lichtschranke mehrere Polizeifahrzeuge über die Strecke verteilt stehen. Aber oft wirklich so, das man gerade so durchkommt. Hier habe ich echt die wenigsten Sterne geholt. Wobei sich manche Kritikpunkte auch je nach Location mehr oder weniger stark auswirken. Kairo und Dubai bieten ordentliche bis gute Strecken, währen Brasilien und Singapur z.b. teilweise zu verwinkelte und unübersichtliche Strecken bieten.

Auch hier lässt das Spiel im Vergleich mit fremder und der eigenen Konkurrenz einiges an Punkten. Vieles ist mir persönlich zu Oberflächlich und auf schnelle Arcade Action ausgelegt, wo unkontrolliertes Fahren und die starke Einbeziehung der Streckenbegrenzungen mehr Erfolg bringt. Vom Fahrgefühl und dem Tandem Steuerung und Streckendesign gefällt mir aktuell ein DiRT 2 z.b. besser. Dafür kann Nitro bei der Spiellänge punkten und ehe man alle Sterne hat vergehen wohl Wochen. Die Frage die sich hier stellt, hat man zu einem bestimmten Zeitpunkt noch die Lust dazu? Grund zur Freude herrscht dann, wenn man endlich neue Events freischaltet und weitere Fahrzeuge kaufen kann. Trotz fehlendem Tuning will man dann schon wissen, was man nun gegen die CPU Fahrer ausrichten kann. Je nach Cup und Klasse versucht man sich dann schon noch mal an älteren Events, die man entweder gar nicht geschafft hat, oder um vielleicht die fehlenden Sterne noch zu holen. Diese Motivation will ich dem Spiel gar nicht absprechen, hätte aber mit einer besseren Steuerung und Streckendesigns viel mehr gebracht. Es ist so viel zu oft ein über die Strecken Rempeln, dauerndes Anecken an den Banden wenn man was Erreichen will, samt dem weit automatisierten Driften, mit dem man in meinen Augen nur bedingt warm wird. Ich finde das man mit Nitro einen sehr auf Arcade Gameplay Zusammengestutzten Racer vorfindet, der zwar einen ordentliche Spielzeit samt dem guten Sternesystem mitbringt, aber nicht mehr viel mit einem Need for Speed Spiel gemein hat. Ältere Spieler, die eher auf weiches Driften und kontrolliertes anspruchsvolles Fahren stehen, sollten hier nicht unbedingt zugreifen. Wer dagegen die Brechstange auf der Strecke auspacken will und auf Arcade Action in einem Racer steht, wird seinen Spaß haben.

Grafik & Sound....

In Sachen Grafik kann Nitro bei weitem nicht an alte Erfolge anknüpfen. Für meine Begriffe ist selbst die erste Wii Portierung Carbon besser gelungen. Zwar bietet Nitro einen sehr hohen Gamespeed, teils nette Effekte und durchaus satte Farben. Was die Detailfreude angeht kann die Wii aber deutlich mehr. Auch die Fahrzeuge sind teilweise zu sehr gestaucht und ebenfalls ein wenig Detailarm. Die Karosserie Kits sind zwar ganz nett, sind aber bis auf die Heckspoiler eigentlich kaum im Bild, oder zumindest hat dafür ein Auge. Hätte man eigentlich auch gleich ganz weglassen können. Das gleiche gilt für die Graffiti Elemente, die man kaum wahrnimmt im Spiel. Man hat genug zu tun, die Rempeleien mit den Gegnern und den Streckenbegrenzungen im Griff zu behalten. Effekte gibt es wie schon erwähnt, sind aber teilweise von den Farben her zu extrem geworden und wirken nicht immer harmonisch mit der Umgebung. Streckenhighlights sind sicherlich die Kairo Strecken, während z.b. die erste Location Brasilien recht blass daher kommt. Auch hier bietet der Titel Licht und Schatten. Oftmals wirkt die Grafik auf mich, als wenn die Entwickler sich nicht zwischen einem Comic Look und "realer" Spiele Grafik entscheiden konnten und überall Kompromisse eingegangen sind. Auch hier gilt, für einen Arcade Racer in Ordnung, ohne aber Aha Effekte auszulösen.

Gut gefallen hat der Sound. Sehr schön ist die Mischung aus verschiedenen Musikrichtungen. Egal ob nun die Heavy Metal Schiene befahren wird, Techno Sounds aus den Boxen dröhnen oder man Pop und Hip Hop mit einstreut. Hier kann Nitro durchaus überzeugen. Auch die Effekte was Motorengeräusche angeht, gehören zu den positiven Dingen des Spiels. Was ein wenig schwach rüberkommt, ist der angedeutete Polizeifunk. Hier haben die eigenen Vorgänger deutlich mehr geboten und gezeigt wie man so was umsetzt.

Multiplayer....

Der Multiplayer wurde zumindest mal aufgewertet, wenn man dies mit den Vorgängern vergleicht. Größter Pluspunkt ist sicherlich das man die Karriere auch zu Viert spielen kann. Allerdings verbunden mit 2 durchaus großen Nachteilen. Zum einen solltet Ihr ab 3 Leuten zwingend über einen großen Bildschirm verfügen. Denn bei einem viergeteilten Bildschirm verliert man sonst definitiv die Übersicht und die an sich schon hohe Quote an Bandenkontakten wird noch mal um einiges erhöht, bei dem gebotenen Gamespeed. Zweitens gehen die anderen nur als Gast an den Start, spielen also wenn man so will für Spieler 1 mit seinem Profil. Ansonsten könnt Ihr im Arcade Modus auch eigene Rennen fahren und die verschiedenen Modi hier mit 4 Leuten nutzen.

Fazit....

Insgesamt enttäuscht mich nach der DS Version auch die Wii Version von Nitro. Zumindest wenn man die Jahre aufgebaute Erwartungshaltung an einen Need for Speed Titel zugrunde legt. Mittlerweile ist die Reihe in meinen Augen nur noch ein guter Arcade Racer für jüngere Spieler, die mehr Wert auf Action legen. Mittlerweile hat die Serie in Sachen Nintendo Plattformen ihr Flair und die Atmosphäre verloren, welches die Reihe lange ausgezeichnet hat. Weder das gute alte Hot Pursuit Feeling erlebt man, geschweige denn die durchaus epischen Umfänge und das Gameplay der Underground und Most Wanted Reihe. Würde nicht Need for Speed draufstehen, es könnte auch ein x-beliebiger anderer Arcade Racer sein und keiner würde es merken. Zwar kann der Umfang, das Punktesystem und die Steuerung durchaus Punkten. Aber hier eben speziell für jüngere Gamer, die gar nicht genug von Arcade und Action bekommen können. Ältere Gamer, die durchaus auch ein wenig Tiefgang und eine anspruchsvolle Steuerung in einem Rennspiel haben möchten, sollten lieber die Finger von Need for Speed Nitro lassen.

 

+ Steuerungs Varianten
+ Für jüngere Arcade Fans
+ Punkte System gelungen
+ Bessere Mehrspieler Action
+ Guter Schwierigkeitsgrad
+ Komplett Deutsch
- Nur noch Arcade Steuerung
- 121 Seiten im Wii Speicher
- Kein wirkliches Schadensmodell
- Tuning auf Graffiti beschränkt
- Story ??????
- Nichts für ältere Gamer
- Kein Explore Modus

GRAFIK: 70%

SOUND/EFFEKTE: 79%

MULTIPLAYER: 63%

GESAMTWERTUNG: 63%

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