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Wii Need for Speed: Hot Pursuit
 
 
Need for Speed: Hot Pursuit - Wii
Matthias Engert (29.11.2010)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: EA Montreal
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 118 Seiten!
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-7
NUNCHUK: Ja (CC, GCN Pad)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK12
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Das Thema Rennspiele ist auf den Nintendo Plattformen eigentlich schon immer ein ganz spezielles. Weder gab es bisher Racer in rauen Mengen, noch gab oder gibt es den Übertitel schlechthin. Mario Kart & Co zähle ich hier mal nicht mit. Was ich meine sind Tourenwagen und Formel Racer. Seit dem letzten Jahr verschlechtert sich auch auf der Wii die Situation wieder ein wenig, auch wenn mit Ferrari Challenge und TrackMania die Auswahl in Sachen Quantität gleich geblieben ist. Einzige Konstante seit Jahren ist EA mit seiner Need für Speed Serie. Und mit den älteren Teilen Undercover, Pro Street und Most Wanted gab es ja auch gute Spiele, die über die Gesamtsituation ein wenig hinwegtrösten konnten. Seit dem letzten Jahr ist aber auch das nicht mehr so. Nitro war viel zu sehr ein Arcade Titel für den jüngeren Gamer, so dass ältere Spieler mit mehr Ansprüchen, seufzend auf die Konkurrenz Plattformen schauten. 2010 sollte nun alles besser werden. Hot Pursuit wurde angekündigt und alte Erinnerungen an die gute GCN Version wurden wach. Überall war die Vorfreude groß und der Release wurde von vielen Gamern herbeigesehnt. Ob sich das Warten auf die Wii Version gelohnt hat, zeigen wir euch im folgenden Test.

Menus und die Story....

Die Wii Version ist wie seine anderen Plattform Brüder, ebenfalls eine EA Inhouse Produktion. Auf der Gamescom noch großartig angepriesen, zeigt sich jedoch schnell, dass die Wii Version eigentlich kaum etwas mit den anderen Versionen gemein hat. Das sollte viele Gründe haben, wie euch die folgenden Zeilen etwas näher bringen werden. Und leider sind die negativen Eindrücke nicht in der Minderheit. Von der technischen Seite her bringt das Spiel theoretisch einiges mit, was auf der Wii möglich ist. Spielbar ist der Titel in allen Bildmodi der Wii Konsole und wird dem Spieler in Sachen Texten komplett deutsch präsentiert. Soundtechnisch verzichtet man auf Surround und gibt die Action akustisch in normalem Stereosound wieder. Knaller im negativen Sinn ist der Speicherbedarf des Spiels. Satte 118 Seiten werden für ein Savegame beansprucht, wobei man sich hier schon fragt für was? Denn beim Thema Tuning & Co, wo man vielleicht einen solchen Speicherhunger tolerieren könnte, bietet Hot Pursuit bedenklich wenig. Positiv ist das Thema Controller Unterstützung. Neben dem Remote / Nunchuk Doppel und damit auch dem Wii Wheel, darf der geneigte Need for Speed Crack auch mit dem Classic Controller und dem guten alten GCN Pad an den Start gehen. Letztgenanntes zeigt dann auch eine der positiven Seiten des Spiels. Ja die gibt es. ;-) Letztes wichtiges Thema betrifft den Mehrspieler. Wer hier die umfangreichen Möglichkeiten der anderen Versionen erwartet, wird leider komplett enttäuscht. Online Gameplay gibt es in der Wii Version nicht. Einzig Offline können via Splitscreen bis zu 4 Spieler an den Start gehen. Aber dazu später mehr im Mehrspieler Abschnitt. Was schon mit Nitro im letzten Jahr Einzug gehalten hat, findet man auch hier vor. Nämlich das völlige Fehlen einer Story. Wieder denkt man an die mit Videos und Geschichten vollgestopften Vorgänger zurück.

Zwar dreht sich auch hier alles um die berühmte "vom Anfänger zum Boss" Geschichte. Nur präsentiert man sie nicht so. Selbst die enthaltenen Boss Battles sind so gut wie gar nicht in eine Geschichte gepackt. Weder ihr, noch irgendein anderer Gegner ist irgendwie personalisiert, geschweige denn mit einem Gesicht versehen. In Nitro gab es ja wenigstens noch Comic Grafiken zu den Bossen, hier bekommt man nur eine einfache Präsentation des Boss Fahrzeuges. Der Start in das Spiel ist sehr einfach gehalten. Weder gibt es einen actiongeladenen Vorspann, noch sonstige stimmige Einführungen. Einzig die Musik kommt ein wenig peppiger daher. Man landet schnell auf dem Profil Bildschirm, wo man sich für eines der 4 möglichen entscheidet. Einmal angelegt, geht es schnell weiter auf das eigentliche Hauptmenu. Hier kann man sich für 3 Punkte entscheiden. Neben der Karriere und damit dem Einzelspieler, gibt es den Schnellen Modus, der auch den Mehrspieler beinhaltet und zu guter letzt die üblichen Optionen. Hier kann man sich sein Steuersetup anschauen, Soundtechnisch einiges anpassen und z.b. das automatische Aufholen im Multiplayer, oder die Metrische Einteilung aktivieren. Mehr ist es dann aber auch nicht und man geht schon ein wenig ernüchternd an die reinen Inhalte. Nun gut sagt man sich, der Einzelspieler und damit die Karriere werden es ja wohl rausreißen? Also schauen wir uns diesen Modus doch mal etwas genauer an....

Das Gameplay....

Startet man eine eigene Karriere, gibt es auch hier keine Geschichte oder ähnliche einstimmende Sequenzen. Einzige Amtshandlung, die man zu Beginn tätigen kann, ist die Wahl des ersten Fahrzeuges. Dabei spielt Geld im übertragenen Sinn eine Rolle. Hier im Spiel wird alles über die sogenannten Kopfgeld-Punkte abgedeckt. Diese verdient man in den Renn Events und kann damit in der Garage später die knapp 30 Fahrzeuge käuflich erwerben. 4 verschiedene Klassen an Fahrzeugen stehen euch zur Verfügung, die euch bis zur sogenannten Klasse S führen, wo man z.b. den berüchtigten Zonda oder Koenigsegg wiederfindet. Schnell wird hier allerdings deutlich, dass sich das Thema Fahrzeuge nur bedingt in Sachen Tiefgang anbietet. Denn die Wagen unterscheiden sich in Sachen Stats nur in 3 Bereichen. Neben dem Handling gibt es hier den Bereich Beschleunigung und die Robustheit. Höchstgeschwindigkeit und weitere Fahrzeugdetails darf man später erst auf den Strecken austesten. Geht man dazu noch in die Tuning Abteilung, in der Hoffnung hier etwas Hand anlegen zu können, wird man erneut enttäuscht vor dem Bildschirm sitzen. Neben einem einzigen Fahrzeug Kit in Sachen Verkleidung und Spoiler, dass sich zudem fahrerisch nicht mal auswirkt, kann man sich nur farbtechnisch betätigen. Das eigentlich damit nicht vorhandene "ernsthafte" Tuning, gibt es nach Nitro auch in Hot Pursuit nicht. Sehr schade, hat es die Serie ja auch mal ausgezeichnet. Und selbst die hier vorhandenen Stats sind recht kümmerlich umgesetzt. Alle 3 Fahrzeug Stats sind die Balkenform vorhanden, die je 5 Abschnitte bieten. Unterschiede innerhalb einer Klasse sind eigentlich kaum vorhanden, so dass oft der persönliche Geschmack und natürlich der Geldbeutel über die Fahrzeugwahl entscheiden. Und alle zu kaufen ist eh nicht notwendig. Denn besiegt man die enthaltenen Bosse, bekommt man deren Fahrzeuge, die ebenfalls alle 4 Klassen im Spiel abdecken. Hat man seinen ersten Wagen der Klasse C ausgewählt, kann man sich an die eigene Karriere machen und nun versuchen die Gegenden unsicher zu machen.

Hier geht man ebenfalls einen recht einfachen Weg im Spiel. Hot Pursuit bietet auf der Wii derer 4 Locations. Innerhalb dieser muss man schön nach Reihenfolge 4 Gebiete klarmachen, wobei das 4.Gebiet der Boss selber ist. Innerhalb der Gebiete gibt es wiederum jeweils 4 Renn Events, die über euren Spielfortschritt entscheiden. Hier warten auch die 4 unterschiedlichen Modi auf den Spieler, in denen man jeweils versuchen muss möglichst Medaillen zu erspielen. Je nachdem wie man einen Event abschließt, muss man aber nicht mal zwingend Medaillen holen. Z.b. im Modus Zeitfahren reicht es teilweise auch, diesen Event nur gefahren zu haben. Um die Fahrzeuge für den möglichen Kauf freizuschalten, reicht sogar nur die Bronze Medaille. In diesem Bereich ist der Anspruch so relativ gering gehalten. Hat man über die Events den Boss zugänglich gemacht, gibt es auch bei ihm einen speziellen Modus, der nur bedingt die Fähigkeiten des Fahrzeuges nutzt. Aber dazu später mehr. Gewinnt man gegen ihn, erhält man dessen Fahrzeug, mit dem man dann die jeweils nächste Hauptlocation starten kann. Alles in allem kommt man so auf 20 Strecken, die sich durch enge Stadtteile schlängeln, oder auch in den Weiten der Pampa vonstatten gehen. Wie schon erwähnt sind die Renn Events in der Karriere, abseits vom Boss selber, in 4 verschiedene Varianten eingeteilt. Neben 3 bekannten Varianten gibt es hier auch einen der sehr positiven Punke im Spiel. Bekannt sind der Hot Pursuit Modus, das Zeitfahren und der Eliminator. Neu und durchaus sehr unterhaltsam ist der Rushhour Modus, bei dem man gegen 99 Gegner fährt! Zunächst schauen wir uns aber erst mal den Hot Pursuit Modus etwas genauer an. Hier stelle ich euch auch die Steuerung und das Gameplay etwas genauer vor. Der HP Modus ist eigentlich nichts anderes, als der bekannten Runden Modus gegen 7 andere CPU Gegner. Hier gilt es über 2-4 Runden möglichst weit vorne zu landen. Wobei wie schon erwähnt Bronze reicht, um Secrets freizuschalten und im Spielverlauf voranzukommen.

Egal welchen Event man anwählt, das Prozedere ist immer gleich. Nach erträglichen Ladezeiten, wird man in das Spiel entlassen und alles beginnt mit dem schon bekannten Einführungsspielchen. Denn wieder muss man beim Start versuchen, den Nitro möglichst im grünen Bereich zu halten, um diesen aufzuladen. Nach einem Countdown beginnt danach das eigentliche Rennen. Wie immer startet man selber aus der letzten Reihe und muss nun versuchen weit nach vorne zu kommen. Unterstützt wird man dabei von leider nur 2 verschiedenen Viewpoints. Zwar ist die entfernt vom Fahrzeuge gehaltene sehr passend, wer auf Motorhauben oder Stoßstangen Perspektiven steht, ist hier fehl am Platz. Etwas umständlich ist die Rückspiegel Funktion. Hier deckt man dieses Thema mit der "Freien Sicht" ab, die beim GCN Controller über den C-Stick umgesetzt ist. Dazu kommen nun erst mal diverse Bildschirm Einblendungen. Wie immer unterstützen euch die Zeiten und Rundeneinblendungen, sowie eine Karte, die auch die Gegner als Punkte darstellt. Rechts unten wiederum gibt es die Anzeige für den Nitro, den Schadensfaktor des Fahrzeuges und zu guter Letzt die Polizei Warnstufe, oder besser gesagt wie sehr man nach euch sucht. 2 Punkte die hier zwiespältige Eindrücke hinterlassen. Ein Schadensmodell existiert in dem Sinne eigentlich nicht. Schäden am Fahrzeug sind einzig an einer mehr oder weniger gesprungenen Frontscheibe zu erkennen. Alles andere bleibt intakt. Je nach Remplern und Berührungen mit Streckenbegrenzungen, inklusive Frontalcrashs, füllt sich Schadensanzeige rechts unten. Aber erst bei 90 % dieser Leiste wirkt sich das auch auf das Fahrverhalten aus, sprich der Wagen wird signifikant langsamer. Ist der Schadensbalken leer, kann man nun den Rest jederzeit mit "Nitro Energie" füllen. Wahlweise über Items auf der Strecke oder auch Fahrmanöver wie Drifts kann man diesen nutzen. In 2 Stufen möglich, wirkt sich der Nitro aber gegenüber den Gegner nicht so aus, wie man es denkt.

Hier kommen dann auch die Items ins Spiel, die dem Titel auch das Arcade Feeling wieder mitgeben. Man kann kleine Symbole einsammeln, die den Nitro füllen, Gegner in unmittelbarer Umgebung in die Luft katapultieren, oder eben in Form des Schraubenschlüssels, das Fahrzeug sofort reparieren. Kann man drüber streiten, ob dieser Mario Kart Einfluss sinnvoll ist oder nicht. Zumindest sind sie nicht so extrem eingebunden, dass sie stark über den Ausgang eines Rennens entscheiden. Das tut wie schon erwähnt auch der Nitro nicht, was ich ganz gut so empfinde. Denn Siegen muss man glücklicherweise in HP auch durch fahrerische Leistungen. Und hier bietet HP durchaus Positives. Im Gegensatz zum extrem Arcadelastigen Steuerverhalten in Nitro, bekommt man hier wieder viel mehr eine weiche Driftsteuerung geboten. Zwar ist diese immer noch nicht so genial, wie bei alten Need for Speed Titeln, gefällt aber dennoch vor allem durch das kontrollierte Einleiten eines Drifts. Die Fahrzeuge lassen sich je nach Kurven mit der normalen Bremse oder auch der Handbremse weich Einlenken und dabei gewollt in einen Drift bringen. Das gefällt, auch wenn mit dem GCN Controller wieder nur die L und R Tasten für Bremse und Gas zur Verfügung stehen. Windschatten und ähnliches gibt es auch hier wieder nicht. Überholmanöver muss man fahrerisch hinbekommen, wobei die KI höchst unterschiedlich ist. Es gibt immer 2 Einteilungen bei den CPU Gegnern. Die einen fahren immer hinterher und sind relativ leicht zu bezwingen, während es andere gibt, bei denen man sich schon ein wenig anstrengen muss. Je nach Strecke hat man dann zwar auch mit den üblichen Begrenzungsberührungen zu Kämpfen, die schon in Nitro klar für das Arcade Feeling sorgten, aber es ist bei weitem nicht so ausgeprägt. Was hier für abstrakte Momente beim Thema Physik sorgt, ist das Thema Polizei. Most Wanted Feeling darf man nicht erwarten. Es gibt zwar Polizei Sperren und reichlich Cops, die euch das Leben schwer machen. Wenn sind sie aber meist nur nervend und versuchen euch Plump an die Mauer zu Drücken. Macht man es richtig, kann man diese aber durch die Luft befördern, umdrehen und in gegnerische Fahrzeuge steuern.

Durchaus auch ein Pluspunkt, das man das Fahrverhalten der Gegner und der Polizei beeinflussen kann, sprich man kann sie endlich Rempeln, was sich auch auswirkt, sie am Heck treffen und umdrehen, oder eben gegen Mauern und Begrenzungen kicken. Das war z.b. in Nitro so kaum möglich und macht damit hier wieder deutlich mehr Spaß. So ist zumindest die Kollisionsabfrage in Ordnung. Ebenso der Gamespeed, auch wenn man bei der gebotenen grafischen Umsetzung erstaunt wäre, wenn es nicht so wäre. Sind nun auch der Eliminator und das Zeitfahren nichts Neues, so bietet der Rushhour Modus wirklich was Neues und für Wii Verhältnisse fast schon Revolutionäres. Denn hier beginnt man ebenfalls als Letzter, muss sich aber innerhalb verschiedener Zeitfenster gegen 99 Gegner erwehren. Ziel ist es für Bronze mindestens 10. zu werden. Nach dem Start hat man zunächst 40 Sekunden, um mindestens Platz 80 zu erreichen. Danach wieder 40 Sekunden für Platz 60, dann 45, 30, 20 und schließlich mindestens Platz 10. Das macht richtig Laune, da auch hier technisch keine Einbußen zu sehen sind. Eine solche Masse an Gegnern hat man so noch nicht auf der Wii gesehen. Kleiner Wermutstropfen ist aber eben das Zeitfeature. Ginge ein solcher Event z.b. über 10 Runden ohne irgendwelchen Zeitdruck, hätte sich auch keiner beschwert. Auf jeden Fall ein Pluspunkt im Spiel. Die Boss Battles sind in meinen Augen dann wieder ein mäßiges Szenario. Hier geht es immer 1-1 zur Sache und es gilt im angehauchten Explore Modus, so schnell wie möglich Fahnen auf den Strecken einzusammeln. Der einzige Moment, wo alle Strecken eines Gebietes mal komplett offen und zusammenhängend sind. Nur kommt halt durch das erzwungene schnelle Finden der Fahnen kein Explore Feeling auf. Hier zählt eben auch nur bedingt die Fahrzeugstärke. Ein bisschen Streckenkenntnis und Fahrvermögen, und man knackt die Bosse teilweise im ersten Durchgang. So krankt das Spiel also durchaus auch ein wenig am Anspruch. Wer alle 4 Gebiete geknackt hat, dem öffnet sich als letzter Teil der Karriere der sogenannte Grand Prix Modus. Hier geht es in 8 Rennen hintereinander nach Punkten, darum, diesen Modus zu gewinnen. Alles Hot Pursuit Strecken aus dem gleichnamigen Modus werden hier mit je 4 Runden absolviert.

Schön das sich die eigene Fahrzeugwahl auch auf die Gegner auswirkt. Man muss hier nicht zwingend mit einem Klasse S Fahrzeug fahren. Wählt man für den Grand Prix Modus z.b. auch einen Klasse C Wagen aus, so sind in den 8 Rennen auch die 7 CPU Gegner aus der gleichen Klasse. Nicht nur dadurch spielt sich HP nicht so hektisch und oberflächlich wie Nitro. Was aber wie schon erwähnt auch an den teilweise etwas ausladender gestalteten Strecken liegt. Selbst die Stadtstrecken sind zumindest passabel und fahrbar, ohne das man an jeder Kurve erst mal gegen die Begrenzungen kracht. Es geht hoch und runter und zumindest ein paar Abkürzungen sind enthalten. Die großen Umfänge, welche man in Most Wanted, Carbon oder Underground 2 erleben konnte, gibt es hier aber nicht. Eben weil man die Strecken für sich abgegrenzt fährt und der Explore Modus nicht wirklich enthalten ist. 8-10 Stunden sollte man einplanen, um die Karriere wirklich mal durchgespielt zu haben. Leider ohne den Kick wie Ränge, dem Aufstieg in einer Geschichte oder ähnlichem. Sehr trocken und auf das wesentliche beschränkt, wird hier der Spieler eingebunden. Der Spaßfaktor selber ist vergleichbar mit Nitro, sprich auf überschaubarem Niveau. Ein grottenschlechtes Spiel, wie hier und da schon zu lesen war ist HP nicht, aber gemessen an den Vorgängern abseits von Nitro, der Erwartungshaltung und eben den Inhalten der eigenen HP Brüder auf den anderen Konsolen, dennoch eine herbe Enttäuschung.

Grafik & Sound....

In Sachen Grafik war es ja eigentlich klar, das man die HD Konkurrenz nicht als Vergleich heranziehen kann. Dennoch bietet die Wii Version sehr oft enttäuschende Backgrounds und Fahrgrafiken. Das größte Problem in meinen Augen, ist zum einen die viel zu grelle Farbwahl und dazu die Detailarmut der Texturen. Egal ob nun in den Städten oder auch außerhalb. Teilweise ist es echt zuviel des Guten und kann durchaus auch auf die Augen gehen. Wer hier auf einem Flachbildschirm mit hohem Kontrast spielt, spürt das durchaus. Die dabei oft groben Bauten abseits der Strecken lassen den Titel in der Masse der Wii Titel auf diesem Gebiet untergehen. Für einen Racer 2010 ist das einfach viel zu wenig, um optisch zu Punkten. Durchschnitt ist das richtige Wort, wobei es hier und da auch positive Ausreißer gibt. Zwar weiterhin auf überschaubarem Niveau, aber zumindest etwas stimmiger. Die Abendstrecken in Rio, oder auch Teile des Yachthafens in Dubai kann man zumindest als Ordentlich bezeichnen. Mehr aber auch wirklich nicht. Selbst die Action und damit Effekte kommen oft sehr billig rüber. Funkenflug oder Unfälle sehen recht bieder aus und selbst die Wii Hardware kann hier eindeutig mehr. Vieles wirkt lieblos und uninspiriert. Von daher also nicht weiter verwunderlich, dass die Framerate und der Speed technisch passen. Wirklich heiß laufen tut der Grafikchip der Wii hier nicht.

Beim Sound kann man dem Spiel akzeptable Noten geben. Die Musik ist passend und bietet hier und da auch sehr schöne Chart Stücke, die das Gameplay unterstützen. Effekte sind gelungen und die Fahrzeuge klingen verschieden, wenn auch oft ein wenig blass. Fahrgeräusche wie bei Drifts, Unfällen oder Remplern sind stimmig. Fast schon ein Witz sind dagegen die Polizei Funksprüche. Ich habe im ganzen Spielverlauf ganze 2x einen Funkspruch gehört! Stammt sogar noch aus Most Wanted. Wirkt aber eher lustig, bei der eigentlichen Masse an Cops, die hier schon rumfahren.

Multiplayer....

Fast schon etwas verkehrte Welt erlebt man, wenn man sich in HP den Mehrspieler anschaut. Mal ganz abgesehen davon, dass man ja leider überhaupt keine Online Inhalte anbietet. Das ist eigentlich schon ein echter Klops, den man sich hier geleistet hat. So kann man hier eben nur Offline via Splitscreen zur Sache gehen. Dort allerdings gibt es auch Gutes für eine Runde zwischendurch zu vermelden. Zumindest dann wenn man zu Zweit fahren möchte. Einen großen Bildschirm vorausgesetzt, kann man zwar auch zu Viert fahren, sinnvoll und spaßig ist es nur zu Zweit. Grund dafür ist neben der Auswahl aller Einzelspieler Renn Events, die Tatsache 18 CPU Gegner mit auf den Strecken zu haben. Hier erlebt man also ein für NfS Verhältnisse fast schon atemberaubendes Szenario. ;-) Hier hält sich auch der Gamespeed an den Einzelspieler. Erst beim Rushhour Modus, der hier mit dann 98 Gegner ebenfalls möglich ist, wird das Spiel spürbar langsamer. Grafisch muss man mit Klötzchen Effekten leben, bekommt aber eben zumindest für 2 Spieler einen unterhaltsamen Spaß für Zwischendurch. Für lange Spielabende reicht das aber nicht. Hier bleibt auf der Wii F1 2009 der Platzhirsch, wenn man vom MP Spaß eines Mario Kart mal absieht.

Fazit....

Gemessen an den Vorberichten seitens EA, der eigenen Erwartungshaltung und Erinnerungen an alte Hot Pursuit Zeiten, ist die Wii Version eine Enttäuschung. Das beginnt bei der der völlig fehlenden Einbindung einer Story, dem mangelnden Tiefgang vor allem beim Thema Tuning und endet im völligen Fehlen der Online Inhalte. Dazu eine sehr mäßige grafische Umsetzung, so das der Titel auf den ersten Blick eigentlich schnell durchfällt. Erst auf den zweiten Blick sieht man auch die positiven Aspekte des Spiels. Eine durchaus passende Steuerung, die wieder viel mehr auf kontrolliertes Driften setzt, das mögliche Beeinflussen der Gegnerschaft und der Rushhour Modus zählen dazu. Hier kann man durchaus Spaß haben. Auch das große Finale mit dem Grand Prix Modus ist ordentlich. Leider tröstet das nur bedingt über den zweiten mäßigen Need for Speed Titel in Folge auf der Wii hinweg. EA muss also aufpassen, den Kredit bei den Nintendo Spielern nicht völlig zu verspielen. Dann sollte man lieber mal ein Jahr aussetzen, um sich mit mehr Zeit auf eine wirklich gute Version zu konzentrieren.

 

+ Steuerungs Varianten
+ Ordentliche Driftsteuerung
+ Modus "Rushhour"
+ 2 Spieler Multiplayer
+ Komplett Deutsch
+ Gute Fahrzeugauswahl,....
- ,....mit einfachen Stats
- 118 Seiten im Wii Speicher
- Kein wirkliches Schadensmodell
- Simple Tuning Möglichkeiten
- Story??????
- Keine Online Inhalte
- Kein Explore Modus

GRAFIK: 60%

SOUND/EFFEKTE: 65%

MULTIPLAYER: 65%

GESAMTWERTUNG: 62%

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