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Wii Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen
 
 
Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen - Wii
Matthias Engert (22.12.2007)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Sega
GENRE: Sportspiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 2 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 4-9
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Ja/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Ja

   
Einleitung....

Lange Zeit waren Nintendo und Sega die Konkurrenten im Videospiel Geschäft schlechthin. Dank größerer Spieleauswahl, zugkräftigeren Lizenzen und Serien waren die Nintendo Plattformen, trotz manchmal weniger Leistung immer vor der Sega Konkurrenz. Wir alle wissen wie dieser Kampf ausging und Sega war ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch Softwarelieferant. Was auf dem GCN und dem GBA seinerzeit anfing, findet nun auf der Wii Konsole wohl den momentanen Höhepunkt in der Geschichte beider Firmen. Denn was könnte für Videospielfans auf dem Papier zugkräftiger sein, als ein Spiel mit Mario und Sonic auf dem Cover. Die einst verfeindeteten Lager dürfen sich nun mit einem Spiel auseinander setzen, in dem die wohl bekanntesten Videospiel Figuren gemeinsam für spielerische Action sorgen. Dabei ist der Inhalt zunächst eher ungewöhnlich und die Vermutung beide Jumper Helden auch in einem solchen Spiel vorzufinden, ist schnell vom Tisch. Hier treffen sich Mario, Sonic und die jeweiligen Lager zum sportlichen Wettstreit in Beijing. Hintergrund sind die Olympischen Sommerspiele 2008, zu denen man hier das Offizielle Videospiel auf die Gamer losläßt. In einigen Bereichen ein einzigartiges Game im Moment, wollen wir euch nun ein wenig näher zeigen was im Offiziellen Videospiel zur Olympiade 2008 drin steckt.

Menus und die Story....

Für das Spiel selber zeichnet sich Sega verantwortlich, auch wenn natürlich davon auszugehen ist, das Nintendo selber ebenfalls seine Finger im Spiel hatte. Nicht nur für unseren Markt natürlich nicht weiter verwunderlich, das man sich bei den Rahmenbedingungen keine Blöße gibt. Das beginnt bei den Bildschirmmodi 50/60Hz und natürlich der Unterstützung des EDTV/HDTV Modus. Das Spiel ist komplett lokalisiert und betrifft dabei sowohl Texte als auch die im Spiel enthaltene Sprachausgabe. Was vielleicht ein wenig fehlt ist der Surround Sound, der in einem Stadionlastigen Spiel nie verkehrt wäre. Gemacht für bis zu 4 Spieler kommen dabei Remote und Nunchuk zum Einsatz, wobei bei einigen Inhalten auch die Remote allein die Steuerung übernimmt. In Sachen Speicher hält man sich mit 2 Seiten sehr im Hintergrund. Positiv, wenn auch nicht ganz frei von Kritik sind 2 weitere Fakten. Zum einen die Mii Unterstützung, über die noch zu reden sein wird und das Nutzen des Wi-Fi Modus. Auch hier gibt es ein paar Zeilen zu schreiben, was wir wie immer im Special zu Wii Wi-Fi Connection tun. Den Link dazu findet Ihr wie immer am Ende des Tests. Eine Story gibt es natürlich schon, schließlich haben wir hier das Offizielle Videospiel in den Händen. So dreht sich natürlich alles um die Olympischen Spiele und dem Erringen von Siegen und Medaillen durch die enthaltenen Nintendo und Sega Charaktere. Auch wenn die Präsentation hier und da durchaus etwas intensiver hätte sein können.

Schauen wir uns zunächst die Möglichkeiten an, welche das Spiel für euch bereithalten. Nach dem Start wartet zunächst ein sehr gelungener Vorspann auf den Gamer, der sich in eine Reihe stellen kann mit allen möglichen Render Vorspännen der Nintendo Sport Spiele. Stimmig gemacht sieht man schnell was hier auf einen zukommen wird. Und entspannendes auf der Couch Sitzen zählt hier definitiv nicht dazu. ;-) Als erstes erstellt Ihr zunächst ein eigenes Profil samt Namen und Flagge, unter dem ab jetzt eure Erfolge und Ergebnisse gespeichert werden. Sobald Ihr euch auf dem Hauptmenu wiederfindet, stellt man euch verschiedene Punkte zur Auswahl. Das beginnt mit 3 spielerischen Dingen. Einmal dem Einzelmatch, dem Zirkel Modus und der Mission Variante, die eher einem Szenario Gameplay gleicht. Dazu kommen ein Museum, in dem Ihr euer Fakten Wissen zu Olympia etwas auffrischen könnt und endet in den Rekorde Menus und abschließend den Optionen für das Spiel. Die Optionen haben hier nur die Bedeutung das Ihr euren Namen für die Wi-Fi Connection ändern könnt, die Flagge erneut wählen dürft und ein eigenes Symbol aussuchen könnt. Spielerisch habt Ihr hier keine Einflußmöglichkeiten. Das besorgen die Spielmodi selber. Die Rekorde Rubrik deckt ebenfalls 3 Dinge ab. Zum einen natürlich Scores und Zeiten, sowie die Online Rangliste, die leider der einzige Bestandteil der Wi-Fi Connection sein sollte. Ansonsten waren das zunächst die reinen Menuinhalte und wir können uns der stressigen und schweißtreibenden Action widmen.

Das Gameplay....

Einen Umstand und Fakt muß ich vor dem Gameplay Teil allerdings ansprechen, da er auch direkten Einfluß auf den Test hier hat. Das Spiel hat als bisher erstes die Eigenart, das man bei jedem Bildmodi Wechsel ein neues Profil anlegen muß. Ich selber bin das beste Beispiel. Am TV per EDTV/HDTV gespielt werden die Screens und Videos ja in der 50Hz Variante gemacht. Beim Wechsel in diesem Modus steht euch das EDTV/HDTV Savegame nicht mehr zur Verfügung und beginnt praktisch bei Null. Deshalb sind auch viele Screens einfach nicht möglich gewesen.

Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen ist zunächst ein Spiel das seine Inhalte anfangs nur zum Teil preisgibt und vieles erst über entsprechende Erfolge freigeschaltet werden muß. Am besten zu sehen anhand der Einzeldisziplinen, die man allein oder mit Freunden Just for Fun spielen kann. Hier sind bei weitem nicht alle freigeschaltet und anwählbar, so das zu Beginn und vor allem allein der sogenannte Zirkel Modus der erste Anlaufpunkt sein sollte. Der etwas verwirrende Name für den Modus beinhaltet nichts anderes als die eigentlichen Disziplinen, die man in verschiedenen Wettbewerben (Zirkel) zusammengefaßt hat. Sprich hier geht es in mehreren aufeinanderfolgenden Disziplinen darum zu bestehen, um eine Medaille zu gewinnen. Was auch heißt das Allrounder gefragt sind und das Spiel so eher Zehnkampf Charakter besitzt, auch wenn in den Zirkeln mehrere Einzelwettbewerbe zusammengefaßt hat. Die Art und Weise wie gespielt wird ist ähnlich einem Grand Prix Modus in einem Racer. Alle Disziplinen eines Zirkels werden nacheinander gespielt und Ihr bekommt nach jeder Disziplin Punkte für eure Platzierung. Am Ende des Zirkels werden diese Punkte zusammengezählt und ergeben eure Platzierung. Je nach Erfolgen schaltet Ihr damit neue Zirkel frei, die natürlich vor allem von der Schwierigkeit her immer intensiver werden. Ebenso schaltet man so auch einige der Secrets im Spiel frei, was vor allem in neuen Disziplinen sichtbar wird. Sehr schön finde ich das man auch diesen "Storymodus" im Spiel mit 3 Mitspielern angehen kann und so vor allem der Multiplayer die große Stärke sein sollte. Zu beginn ist wie schon erwähnt nur die Anfängerklasse verfügbar, während über Erfolge die Fortgeschritte und Expertenklasse möglich wird. Zu guter letzt wartet der sogenannte Freie Zirkel auf euch, der sich ebenfalls sehr für den Multiplayer anbietet. Hier könnt Ihr in 3 Varianten ganz eigene Abfolgen mit weit mehr als 4 Disziplinen selber zusammenstellen und so eure eigene Olympiade veranstalten. Bevor es nun an die spielerische Action geht, steht die Wahl des gesteuerten Charakters an. Hier findet man nun wie schon erwähnt neben Mario und Sonic weitere Racker aus dem Nintendo und Sega Lager.

Im gesamten sind es 16 Charaktere, die alle sofort von Anfang an wählbar sind. Dazu gibt es die Zufalls Wahl und den Punkt Mii, um seinen Konsolen Bewohner an die Front zu schicken. Hier gibt es in meinen Augen Kritik. Alle offiziellen Charaktere sind in verschiedene Kategorien eingeteilt, die man so vergleichen kann mit Mario Kart. Es gibt die Allrounder wie Mario und Luigi, die auch entsprechende persönliche Werte haben und natürlich die Charaktere, welche in bestimmten Kategorien einen Vorteil haben. So ist Sonic z.b. einer der Speedlastige Disziplinen mag oder Bowser bei dem die Kraftwerte um einiges besser sind als bei der Konkurrenz. Hier ja auch passend wie ich finde kann man dies aber leider nicht auf den Mii Charakter übertragen. Hier hätte ich mir ähnlich wie in einem Wii Sports ein Art Levelprinzip gewünscht, bei dem sich der Mii Charakter durch stetiges Benutzen und entsprechende Leistungen auch in diesem Game entwickelt. Dem ist leider nicht so und Ihr nutzt ihn einfach aus Vorliebe zu ihm und nicht mehr. Hätte gerade der Motivation für das Jagen von Weltrekorden durchaus sehr gut getan. Habt Ihr euch für einen Charakter entschieden, startet der erste Zirkel und die Disziplinen werden euch vorgestellt. Im gesamten warten im Spiel 20 reale Disziplinen aus 8 Sportarten und die sogenannten Traum Disziplinen, die eher als Bonus anzusehen sind. Die Sportarten selber sind allesamt bekannte der Olympiageschichte und reichen von Stadiondisziplinen wie Laufwettbewerben, Speerwurf oder Hochsprung, über Schieß und Turnwettbewerbe bis hin zu den Muskelkater Bringern schlechthin, den Schwimmwettbewerben. Die Mischung ist in meinen Augen sehr gut, auch wenn es in der Natur der Sache liegt, das man mit einigen Wettbewerben durchaus auf Kriegsfuß steht. In der Realität sind ja auch nicht alle Athleten nur Zehnkämpfer und damit Allrounder. ;-) Neben den typischen Regeln für die Disziplinen unterscheiden sie sich natürlich auch in Sachen Steuerung. Wie schon erwähnt kommen sowohl Nunchuk und Remote zum Einsatz, als auch die Remote allein. Geht Ihr das ganze mit mehreren Spielern an, müssen diese über eine eigene Ausrüstung in Sachen Steuereinheit verfügen.

Vom Ablauf her ist das ganze so gestaltet das Ihr die vor euch liegenden Wettbewerbe auf Gedeih und Verderb spielen müßt. Ihr habt hier nicht die Möglichkeit mittendrin einfach den Wettbewerb nochmal zu wiederholen. Man hat zwar eine entsprechende Option im Pausenmenu, beginnt aber dabei komplett vorn vorn. So hebt man den Schwierigkeitsgrad von ganz allein. ;-) Denn eine schlechte Disziplin ist hier kein Streichergebnis. Oder es warten Wettbewerbe mit 3 Durchgängen und Versuchen wie z.b. der Weitsprung. Vergeigt man alle 3 Durchgänge wird es logischweise fast unmöglich sich unter den besten 3 wieder zu finden. Entschärfen kann man das ganze durch das sogenannte Glückszirkel Feature. Bei einer der Disziplinen dürft Ihr einfach gesagt auf euch selber wetten. Schafft Ihr es dort unter die besten 3, bekommt Ihr doppelte Punkte für diese Disziplin und könnt so unter Umständen auch eine schlechte Disziplin im Zirkel kompensieren. Denn neben den Kriegsfuß Momenten gibt es natürlich auch die Disziplinen, bei denen man von einem Weltrekord zum nächsten gelangt. Sobald der Zirkel beginnt und die erste Disziplin, wird euch durch ein kleines Tutorial die Steuerung gezeigt. Ähnelt ein wenig dem Mario Party Prinzip und soll euch natürlich zeigen wie die folgende Disziplin gespielt und gesteuert wird. Dabei unterscheiden sich die Steuervarianten in die typischen Wii Bewegungen der Freien Art und solche die auch Tastenfunktionen nutzen wie z.b. das Turnen. Schauen wir uns mal einige Beispiel an. Einfachste und erste Disziplin ist der 100m Lauf. Auch der erste Wettbewerb im gesamten Spiel sind Parallelen zu anderen Wettbewerben vorhanden. Bei allem was einen Start vorausssetzt könnt Ihr zunächst die B-Taste gedrückt halten um den Charakter z.b. hier aufzuladen. Sobald der Startschuß fällt läßt man die Taste los und der Charakter fängt an zu laufen. Um nun zu Rennen gilt es einfach die Remote und den Nunchuk abwechselnd vor sich hoch und runter zu bewegen. Ein kleiner grafischer Effekt zeigt an ob Ihr schnell unterwegs seid. Mehr ist es hier zunächst eigentlich nicht. Je schneller Ihr das tut um so besser natürlich der Speed und die Chancen auf den Sieg. Intensiver wird es z.b. bei Sprung oder Wurfdisziplinen.

Beispiel Dreisprung. Auch hier beginnt alles mit dem Aufladen und dem Loslaufen via Auf und Ab Bewegung. Nach einer gewissen Zeit wird in diesen Wettbewerben nun der Speed "eingefroren" und Ihr könnt euch auf die Technik und damit die Sprünge konzentrieren. Beim Dreisprung gilt es nacheinander die Remote, Nunchuk und wieder die Remote nach oben zu bewegen. Dabei muß man zum einen auf den Moment des Starts dieser Aktionen achten, um nicht zuviel vor dem Brett zu verschenken, aber eben auch nicht um überzutreten und damit den Versuch als ungültig zu bekommen. Auf der anderen Seite darf man die Aufwärtsbewegungen nicht zu heftig machen. Auch dies führt zu einem ungültigen Versuch. Die Sprünge gehen so leicht verzögert vonstatten und zeigen schnell das manche Disziplinen keine Selbstläufer sind. Man will ja irgendwie immer mehr und riskiert durchaus eine Menge. 3 ungültige Versuche später ist man dann durchaus etwas schlauer und auf dem Boden der Tatsachen zurück. Für mich persönlich der Oberknaller in Sachen Anstrengung und in der Art einzigartig auf der Wii sind die Schwimmwettbewerbe und hier speziell die Lagen Staffel. Denn hier gilt es zum einen richtig lange in Bewegung zu bleiben, schließlich geht es 4x zur Sache. Zum zweiten ist die Steuerung bei jeder Lage anders. Mal gilt es Remote und Nunchuk nach vorn zu bewegen, mals zur Seite und wie immer abwechselnd. Das geht dermaßen auf die Arme, das man sich bei entsprechende Intensität am nächsten Tag fühlt als hätte man 5 Stunden Squash gespielt. In der Realität versteht sich. Ich weiß wovon ich rede und Fitneß ist hier durchaus nicht unwichtig. Vor allem mit Freunden wo man ja gerne mal die Zeit vergißt sollte man den nächsten Tag nicht unbedingt arbeiten müssen. ;-)) Das ganze läßt sich auch auf die Laufstaffeln im Stadion übertragen, die einem echt in körperlicher Erinnerung bleiben. Nach ein paar Stunden geht einem dabei durchaus regelrecht die Kraft aus. ;-) Dagegen fast schon entspannend sind z.b. die Schießwettbewerbe oder z.b. das Florett Fechten. Hier steht man wie in der Realität dem Kontrahenten auf dem Steg gegenüber und hat in Sachen Steuerung den Ausfallschritt per entsprechender Bewegung und das Blocken per Schüttelbewegung. Dazu dient der Stick des Nunchuk um sich von links nach rechts zu bewegen.

Hier gibt es dann auch ein Turniergameplay, da logischerweise nicht alle 8 maximal in den Zirkeln mitspielenden Charaktere gleichzeitig agieren. Positiv das es in diesen Modi auch die Kämpfe um Platz 3 gibt und nicht nur der Sieg zählt. Neben vielen Wettbewerben die auch zeitlich recht schnell über die Bühne gehen, gibt es auch solche an denen man naturgemäß länger sitzt. Beispiele sind hier z.b. Tischtennis oder die Schießwettbewerbe mit dem Bogen oder dem Gewehr im Tontauben Wettbewerb. Beim Tischtennis gefällt die Verzögerung, die man einkalkulieren muß, so das nicht eine Bewegung sofort ausgeführt wird. Hier gilt es immer etwas früher anzusetzen. Gerade wenn ein Schmetterball über das Netz kommt sehr schwer und tricky um genau zu treffen. Die Vielschichtigkeit der Rockstar Variante hat das ganze aber nicht. Wie schon erwähnt gibt es neben guten und einem persönlich liegenden Disziplinen auch die absoluten Haßvarianten. Meine persönliche Krise kommt jedesmal beim Turnen, einem der Wettbewerbe, wo nur die Remote eine Rolle spielt. Hier gilt es beim Trampolin speziell erstmal per Aufwärtsbewegungen eine gewisse Höhe zu erreichen. Ist diese geschafft erscheinen rechts im Screen Button Symbole und Drehzeichen für die Remote. Nicht selten das man so in einer Luftphase vor dem Aufkommen auf dem Trampolin zum einen 4 Tasten drücken muß und dazu die Remote drehen muß um der Vorgabe zu entsprechen. Hier ist die Zeit durchaus sehr kurz und man drückt mehr als einem lieb ist die falsche Taste. Einmal aus dem Rhythmus kann man das ganze fast schon vergessen und die mäßige bis schlechte Note am Ende ist vorprogrammiert. Ist wiegesagt Geschmackssache, meinen Glückszirkel werde ich darauf aber wohl nie setzen. Was mir überall ein wenig fehlt ist eine pompöse Präsentation und das Drumherum bei den Wettbewerben. Zumindest was den Bezug zur Olympiade angeht. Würden nicht überall Beijing 2008 Schriften auftauchen, das Game könnte auch als Allerwelts Sporttitel durchgehen. Irgendwie fehlt mir hier ein wenig der Kick und Atmosphäre. Sicher nicht einfach umzusetzen mit Spaß Charakteren wie Mario, Sonic & Co, fehlt in diesem Bereich in meinen Augen das gewisse Etwas. Da fand ich selbst alte Track & Field Präsentationen stimmiger.

Das gilt auch für die relativ schmucklosen und immer gleich gestalteten Siegerehrungen, die man irgendwann einfach wegklickt um weiter zu machen. Hier wäre durchaus ein wenig mehr drin gewesen. Wie schon erwähnt schaltet Ihr so diverse Secrets frei und natürlich neue Zirkel was die Schwierigkeiten angeht. Hier zeigen auch die CPU Gegner bessere Leistungen, so das man in der Tat durchaus Fit sein sollte, wenn man eine Session mit diesem Game plant. Mal so fix nach dem Aufstehen oder einem langen Arbeitstag ein paar Weltrekorde erspielen ist so einfach nicht. Wer dennoch für Zwischendurch mal etwas Spaß haben möchte findet auch dafür entsprechende Modi. Neben dem angesprochenen Einzelmodus stehen dazu die Missionen und das Museum zur Verfügung. Im Mission Modus könnt Ihr ebenfalls jeden Charakter einzeln anwählen. Dabei bieten alle verschiedene Szenarien, bei denen Ihr in bestimmte Situationen gesteckt werdet. So müssen hier sehr oft bestimmte Vorgaben in Sachen Zeit oder Weiten erreicht werden um ein Szenario als gelöst zu bekommen. Ebenso müßt Ihr mal bestimmte Positionen erspielen oder aber einen speziellen Charakter besiegen, ohne dabei unbedingt gewinnen zu müssen. Diese Szenarien eignen sich hervorragend mal für zwischendurch. Eher mäßig empfand ich die Museumsspielchen. Hier geht es in mehreren Rubriken als Ziel darum Informationen zu Olympia freizuspielen. Ein Quiz in dem Sinne, wie man das Erwarten kann ist das ganze nicht. Über kleine Minispiele schaltet Ihr hier Fakten in Form kleiner Bücher frei und könnt euch danach an deren Inhalten weiterbilden. Ihr könnt so Daten und Fakten zu Olympia im allgemeinen erhalten, über Athleten, die Spiele der Antike und der Neuzeit und natürlich Fakten zur kommenden Olympiade in Beijing. Der Kern und der Reiz des Spiels liegt aber ganz klar in den Zirkeln und den Einzelwettbewerben und deren spielerischer Umsetzung. Eine sehr gute Mischung aus verschiedenen Disziplinen fordert den Spieler und macht vor allem mit Freunden einen Heidenspaß. Sich gegenseitig zu pushen oder einfach nur zu belöffeln machen den Spaß aus. ;-) Dazu die wirklich auf Dauer anstrengende Steuerung ist ein klarer Pluspunkt. Zwar einfach umgesetzt sorgt vor allem intensives Spielen für den einen oder anderen Schwächemoment und Muskelkater. Von daher ist das Game im Moment unerreicht auf der Wii und nicht mal die Sports Variante erreicht diesen Effekt. Ein Sportspiel das einen körperlich fertig macht, was will man mehr. ;-)))

Grafik & Sound....

Grafisch hat das Spiel Licht und Schatten. Was mir sehr gefällt ist zum einen die eigentliche Wettkampf Präsentation. Alles was unmittelbar zur Disziplin gehört ist sehr passend und hier eben farbenfroh umgesetzt. Ein angenehmer Tiefeneffekt und hier und da recht plastisch wirkende Action unterstützen das Gameplay. Dazu die kleinen gelungenen Effekte bei Speedlastigen Wettbewerben erzeugen durchaus eine angenehme Dynamik. Auch die technische Seite kann voll überzeugen und der Spieler muß keinerlei Einbußen in Sachen Framerate oder Kollisionsabfrage hinnehmen. Was mir weniger gefällt ist die manchmal fehlende Liebe zu Detail und der Grafik Drumherum. Stadionatmosphäre erzeugt man nur bedingt und viele kleine Details hätten mehr Beachtung finden müssen. Beispiel ist z.b. die immer auf 0:0 stehenden Ergebnistafel beim Tischtennis. Zwar wird der Spielstand als Einblendung gebracht, in der Spielgrafik selber ändert sich die Anzeige nicht und wirkt dadurch sehr steril. Auch bei den Schwimmwettbewerben hätte ich mir vielleicht gewünscht das die Charaktere andere Outfits tragen würden. Einzig Peach sieht man vorher schon an, das sie gleich ins Wasser springt. Wiegesagt Kleinigkeiten die einem schon auffallen.

Beim Sound ist das gebotene durchaus als gelungen zu betrachten. Seien es die verschiedenen Effekte der Sportarten bis hin zu den hier und da zu hörenden deutschen Kommentare des Sprechers. Auch wenn sie seltener zu hörener sind als man das vielleicht erwartet hat. Musik hier und da ist melodisch und actionlastig angehaucht. Paßt ganz gut, ohne aber nun ein Ohrwurm zu sein. Schade das der angesprochene Surround Modus fehlt. Gerade im Stadion hätte man atmosphärisch etwas mehr erreichen können. Kleinigkeit die gefällt ist das rhytmische Klatschen mit den entsprechenden freien Bewegungen der Remote und des Nunchuk z.b. bei den Sprungwettbewerben.

Multiplayer....

Der Multiplayer ist vor allem auf Dauer die eigentliche Stärke des Spiels. Was dabei am meisten gefällt, das man die Zirkel und damit die Inhalte mit spielerischen Zielen auch mit Freunden spielen kann. Gerade um Inhalte freizuspielen und sich gegenseitig zu zeigen wer der Olympiabeste ist, eine ideale Gelegenheit. Hier punkten vor allem die Freien Zirkel, wo man sich auch mal seine eigene Abfolge der Wettbewerbe zusammenstellen kann. Enttäuscht bin ich etwas vom sehr simplen Wi-Fi Modus, der einzig den Upload von Rekorden zuläßt. Könnte man hier mit Spielern aus der ganzen Welt zocken, wäre der MP Spaß nochmal um einiges höher gewesen.

Fazit....

Im gesamten ist Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen das was man erwartet hat. Ein Sportspiel der anstrengenden Sorte, das vor allem im Multiplayer umgemein viel Spaß machen kann. Ein Vielzahl an Disziplinen, die man von der Mischung gut eingebaut hat, sorgen hier für länger anhaltenen Spielspaß in der anfangs gemütlichen Runde. Mit der Zeit sorgt das Spiel wie kein zweites auf der Wii für Muskelkater und körperliche Schwächemomente. ;-) Eine gut durchdachte Steuerung, die aber eben durch die Intensität in bleibender körperlicher Einnerung bleibt. Was mir weniger gefällt ist der simple Wi-Fi Modus und das Drumherum in Sachen Präsentation und Atmosphäre. Hier wäre in meinen Augen viel mehr drin gewesen und man könnte auch ohne Beijing 2008 Lizenz den gleichen Spaß haben. Simple Siegerehrungen und oft fehlende Liebe zum Detail abseits der spielerischen Action gehören für mich dazu. Ansonsten entwickelt das Spiel den Effekt, dem man z.b. schon von den Mario Party Spielen her kennt. Allein ist irgendwann die Luft raus, mit Freunden zusammen ist das Spiel ein Dauerbrenner.

Das Mag64 Wii Wi-Fi Special
Hier findet Ihr Infos zum Online Gameplay zu Mario & Sonic bdOS.(Voraussetzungen/Möglichkeiten)

 

+ Gute/Einfache Steuerungen
+ Mischung der Disziplinen
+ 20 reale Disziplinen
+ Charakterauswahl
+ Gute Gegner KI
+ Ermüdend im positiven Sinne
+ Freier Zirkel
+ Multiplayer zeitlos
- Allein irgendwann die Luft raus
- Präsentation des Drumherum
- Mii Einbindung simpel
- Wi-Fi nur für Rekorde

GRAFIK: 79%

SOUND/EFFEKTE: 75%

MULTIPLAYER: 85%

GESAMTWERTUNG: 75%

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