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Wii Metal Slug Anthology
 
 
Metal Slug Anthology - Wii
Matthias Engert (28.05.2007)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Terminal Reality
GENRE: Action
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 29 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 4-10+
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Gering
ALTERSFREIGABE: 12+
PLII/HDTV: Nein/Nein
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS:
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Schaut man sich heutzutage die Baller Games auf den einzelnen Plattformen an, so geht eigentlich nichts mehr ohne 3D Umgebung. Wahlweise als First oder Third Person Variante jagd man dort den Gegnern hinterher. Dabei haben ältere Spieler noch die Zeiten erlebt in denen man in reinen 2D Umgebungen von links nach rechts ballernd durch die Gegend zieht. In den 90er Jahren gab es davon reichlich. Egal ob auf den damals erhältlichen Konsolen oder in der Spielhalle. Ein berühmter Vertreter dieser 2D Baller Games ist Metal Slug, der 1996 als Spielhallen Version das Licht der Welt erblickte. Später auf dem Neo Geo mehr oder weniger etwas exklusives schwören Fans der Serie auf dieses Gameplay. Mit der Zeit erschienen weit mehr als nur ein oder zwei Fortsetzungen. Allerdings alle immer mit dem gleichen Spielprinzip und der gleichen Sichtweise. 2006 gab es das Jubiläum und damit Grund genug eine Sammlung auf den Markt zu werfen. Speziell die Wii Gamer kommen nun in den Genuß dieser Sammlung, die hierzulande als Metal Slug Anthology erhältlich ist.

Menus und die Story....

Dabei wurde die Konvertierung für die Wii Konsole von Terminal Reality umgesetzt und die Wii Konsole darf ihre Emu Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis stellen. In diesem Spiel eher zu vernachlässigen ist das Thema Sprache. Zwar in Englisch gehalten ist der Text so verschwindend gering, das man über dieses Manko locker hinwegsehen kann. Bei den Worten Rocket Launcher oder Shotgun weiß wohl jeder was gemeint ist. ;-) Highlight der Wii Version ist der Multiplayer für 2 Spieler, der hier als Co-op für alle enthaltenen Spiele dabei ist. In Sachen Technik und hier speziell der Grafik sollte man nicht zuviel erwarten. Dennoch bringt das Spiel einen gelungenen 60Hz Modus mit, der in Sachen Speed keinerlei Fehler mitbringt. Licht und Schatten bietet der Speicher der durch das Game beansprucht wird. Für Wii Verhältnisse sind 29 Seiten sehr viel. Allerdings und auch hier muß man das ganze relativieren, bringt das ganze einen entscheidenden Vorteil für den Gamer. Denn was so wohl kaum ein Metal Slug Spieler kennen dürfte ist das Punktgenaue Speichern der Inhalte. Nur Metal Slug 6, den die Wii Version bietet nimmt hier wie bei anderen Dingen eine Ausnahmestellung ein.

Die Story der Metal Slug Spiele ist schnell erklärt. Ihr als Spieler übernehmt immer einen der 2-6 möglichen und je nach Spiel enthaltenen Charaktere. Dabei ist mit Marco Rossi der Held der Serie immer mit dabei. Metal Slug ist eine rein militärisch angehauchte Serie, so das Ihr praktisch immer einen Söldner steuert, der Gebiete feindfrei machen muß. Je nach Spiel in verschiedenen Locations gegen alle Arten an menschlichen, unmenschlichen und mechanischen Gegnern. Metal Slug ist somit Ballern pur. Dazu ist das ganze mit seiner teils Comichaften Grafik auch voll mit Humor und diversen Anspielungen. Das Hauptmenu selber ist einfach und schlicht gehalten und bietet neben den 7 im Spiel enthaltenen Metal Slug Teilen 2 weitere Punkte. Zum einen die Gallery, in der Ihr Artworks, Sounds und ein Interview freischalten könnt. Via Münzen, die Ihr beim durchspielen der einzelnen Teil erhaltet. Dazu kommen die wichtigen Optionen, in denen neben dem eigenen Profil auch die Steuerungs Optionen zu finden sind. Das Profil dient zum Einstellen des Schwierigkeitsgrades, der Continues und Dauerfeuer Option Funktion. Auch hier gilt das ganze für alle Inhalte bis auf MS6. Die Steuerungsoptionen bieten neues für Wii Spieler. Neben DBZ erlaubt auch Metal Slug unter anderem ein alternatives Eingabegerät. Hier ist es neben Remote und Nunchuk ein GCN Pad, das benutzt werden kann und sich nach einigen Versuchen auch als beste Steuereinheit eignet. Im gesamten sind es 8 Setups, die nur mit Remote oder auch nur mit Nunchuk zu steuern sind. Zweitbeste Variante ist die Remote für quer zu halten wie in einem Racer, wobei das Steuerkreuz nun z.b. das Laufen übernimmt. Per Nunchuk und dem 3D Stick wirkt das ganze nur kurzzeitig spaßig. Dazu gibt es diese Varianten noch in Links und Rechtshänder Varianten. Dennoch spielte sich das ganze mit dem GCN Pad am besten.

Das Gameplay....

Um nun die Ballerkost ohne Ende zu erleben wählt man über das Hauptmenu die einzelnen Inhalte an. Wie schon erwähnt warten 7 verschiedene original Metal Slug Spiele auf euch, die weder gekürzt noch sonst was sind. Fans der Klassiker dürften sich da natürlich die Hände reiben. Enthalten sind Metal Slug, Metal Slug 2, Metal Slug X, Metal Slug 3, Metal Slug 4, Metal Slug 5 und auch der neueste Vertreter Metal Slug 6. Bis auf MS6 sind dabei die Vorberreitungen bei allen Titeln gleich. Wählt Ihr einen Titel an wartet das original Startmenu auf euch, das euch zunächst einen Demo Trailer zeigt und Ihr via Plus Taste der Remote, anhand der ich zumindest die Steuerung erklären möchte, zum Charaktermenu gelangt. Hier stehen euch wie schon erwähnt bis zu 4 Helden zur Verfügung. Derer 6 sind es in Metal Slug 6, wo alle auch noch verschiedene Stats und Waffen bieten, anhand derer man sich auch für einen Charakter entscheiden kann. Mehr ist es zunächst nicht und Ihr werdet per Sprecher in die erste Mission entlassen. Das Ziel in den vor euch liegenden Missionen ist es nun logischerweise das Ende zu erreichen, das Shooter like immer ein Endgegner darstellt und zum anderen die Befreiung von gefangenen Soldaten, die hier als bärtige und zerlumpt herumlaufende Personen auftauchen. Dabei geht das Spiel einen interessanten Weg. Da man natürlich überall auch um Scores spielt, was der Motiviation immer zuträglich ist sollte man die Continue Option nicht auf Unlimited stellen. Spielt Ihr in diesem Modus werden die Gefangenen nämlich nicht gezählt und bringen auch keine Punkte. Mit Easy und unendlich Continues kommt Ihr zwar flüssig durch das Game, erzielt aber nie einen Score der in den Listen auch auftaucht.

Diese Dinge werden euch später in der Action auch angezeigt und neben Munitionsanzeige werden Continues und gerettete Gefangene im Spielbildschirm auch dargestellt. Bis auf den 6er habt Ihr nun in allen anderen Spielen die Möglichkeit via Pausenmenu jederzeit und punktgenau zu speichern. Dabei könnt Ihr für jedes Spiel ein Savegame anlegen, ohne das Ihr andere überschreibt. Das ist ein sehr gelungenes Feature, wenn man doch mal Krämpfe in der Ballerhand hat. ;-) Nur im 6er müßt Ihr die Missionen erst abschließen. Alle Metal Slug Spiele steuern sich dabei nun je nach Eingabegerät gleich, so das man sich nicht andauernd umgewöhnen muß. Wir schauen uns das ganze hier anhand der quer gehaltenen Remote an. Werdet Ihr in das erste Level entlassen wartet die Sichtweise auf euch. Auch hier in allen gleich lauft Ihr nun in 2D Umgebungen von links nach rechts und ballert auf alles was sich euch in den Weg stellt. Dabei greift auch hier das System, das Ihr in bestimmten Bereichen erst alles feindfrei machen müßt, ehe per Go Einblendung das ganze weitergehen kann. Mittels Kreuz könnt Ihr nun nach beiden Seiten laufen, wobei hinter euch liegende Bereiche nicht mehr möglich sind. Von der Mitte zurück zum Anfang laufen geht also nicht. Per -Taste ruft Ihr das Pausenmenu auf, während die 1 Taste das Springen übernimmt. Mittels der Taste 2 könnt Ihr ballern, wobei Ihr per Optionen auch Dauerfeuer aktivieren könnt. Dabei waren das auch schon die Tastenaktionen im Spiel. Letzte Aktion spielerischer Natur ist es die Remote kurz wie eine Wurfbewegung zu schwingen. Damit kann man die mitgeführten und limitierten Granaten werfen. Munition an sich ist ebenfalls begrenzt. Während die Grundwaffe jedes Charakteres unendlich Munition bietet, sind alle anderen enthaltenen Waffenarten mit begrenzter Munition ausgestattet. Dazu läuft man über auftauchende Symbole und bekommt nun z.b. ein schweres MG oder einen Raketenwerfer an die Hand. Oben links taucht dazu nun die Anzahl der Munition auf. Ist diese leergeschossen geht es mit der Standardwaffe weiter.

Dabei steht euch hier keine Lebensleiste zur Verfügung, so das 1 Schuß ausreicht um euch zu erledigen. Danach werdet Ihr aber punktgenau wieder abgesetzt und verliert ein Leben. Nehmt Ihr ein Continue bleibt das ganze ebenso. Erst beim Verlust aller Continues, sofern man diese Einstellung getätigt hat, beginnt man von vorn oder am letzten Speicherpunkt. Ausnahme sind solche Momente in denen Ihr als Spieler auch mal Zustandsveränderungen erfahrt. Im 3er werdet Ihr z.b. zur wandelnden Mumie und im 4er dürft Ihr euch nach einem Treffer noch als Zombie durch die Gegend schlagen. So läuft man anfangs simpel nach rechts und muß immer wieder kleine Geschicklichkeitseinlagen hinter sich bringen was meist in Etagen und Plattformhüpferei ausartet. Unentwegt begleitet wird das ganze durch ein immenses Gegneraufkommen, die im Falle der Infanterie immer wieder neu generiert wird wenn man sich zu lange an einem Ort aufhält. Auch hier warten einfache Burschen, über Granatwerfer bis hin zu diversen Panzer und Helicopter Varianten auf euch, so das man im Spiel eigentlich nie Ruhe hat um mal abzusetzen. Ihr habt eigentlich immer zu tun. Gegner und gepanzerte Fahrzeuge haben keine Energieleiste, blinken aber bei Treffern auf so das man man mit der Zeit einschätzen kann wieviel der Gegner wohl noch braucht. Da Ihr nach oben und unten schießen könnt steigert man das ganze mit der Zeit auch in Abschnitte in denen Ihr Etagen nach oben müßt, dann vielleicht wieder nach rechts um danach erneut nach unten zu müssen. Alles vollgepackt mit Gegnern, so das man zeitweise schauen muß nicht die Übersicht zu verlieren. Aber ein Heidenspaß und eine mehr als unterhaltende Ballerei für Fans dieser 2D Umsetzungen. Dazu wechseln in den einzelnen Spielen auch andauernd die Locations und damit auch die Gegner. Nicht nur Soldaten setzen euch zu, sondern mutierte Pflanzen, diverse Mumien bis hin zu Zombies. Das ganze geht dann sowohl auf festem Untergrund oder eben unter Wasser zur Sache, wobei Ihr auch alternative Fahrzeuge benutzen könnt.

Denn auch Ihr könnt z.b. Panzer benutzen oder werdet auf die Pritschen von Lastern gepackt, die nun selbständig fahren und Ihr euch nur um das Ballern kümmern müßt. Das ganze geht ohne Pause daher und fordert den Spieler sehr. Ab Medium zeigen die Spiele warum sie einen Ruf haben schwer zu sein. Aber wie ich finde heutzutage nicht das schlechteste. Immer in Bewegung bleiben heißt dabei die Devise, was vor allem für die Boss Gegner gilt. Mal tauchen sie als Zwischengegner mittendrin auf um am Ende der Level teilweise beinhart schwer daher zu kommen. Aber sie zeigen auch eindrucksvoll wie phantasievoll sie gestaltet sein können und müssen sich vor den Weltraum Shootern a la R-Type weißgott nicht verstecken. Dabei geht alles immer sehr pompös ab. Bildschirmfüllend, teils riesige Rakete oder Laserstrahlen erfordern dazu eure ganze Aufmerksamkeit. Die Ausnahme bei vielen Dingen ist Metal Slug 6, der mit einem eigenen Menu für den Schwierigkeitsgrad daherkommt und auch in Sachen Continues eigene Gesetze mitbringt. Er ist grafisch sicher der gelungenste Teil und bietet wie seine Vorgänger Action pur. So kann man mit dem Spiel auch allein schon eine Unmenge an Zeit zubringen, bekommt aber mit dem Multiplayer noch einen höheren Spielspaß. So spornt einen der Score Modus immer wieder an, wo man mit der Zeit die Schwachpunkte mancher Gegner kennt und es eben immer und immer wieder einfach mal neu probiert. Dank des jederzeit möglichen Speicherns ist das ganze ideal für Zwischendurch um einfach mal die Sau rauszulassen. Fans der hochgezüchteten 3D Shooter werden sicher nicht unbedingt glücklich. Ältere Gamer welche die Originale kennen oder manchen Teil verpaßt haben bekommen viel Spaß auf einer Disc.

Grafik & Sound....

Nicht nur aufgrund der 2D Darstellung werden Grafik Fans hier natürlich nichts außergewöhnliches finden. Bis auf den 6er sieht man den einzelnen Titeln ihr Alter durchaus an und gerade auf großen Bildschirmen ist der Pixeleffekt schon zu sehen. Allerdings versprüht die Comic Grafik auch 2007 immer noch einen gewissen Charme, der gefällt und den Spielspaß dennoch unterstützt. Allein die lustigen Animationen und teils abgedrehten Gestaltungen der Fahrzeuge und mechanischen Gegner wissen zu gefallen. Ausnahme ist der 6er, der ohne diese pixeligen Effekte auskommt und einfach edler und weicher wirkt. Dennoch darf man hier nicht zuviel erwarten. Dafür wird man im Spiel mit Effekten ohne Ende verwöhnt. Auch hier nicht in Sachen HighEnd Effekten, sondern einfach die Masse und teils als Bildschirmfüllende Varianten umgesetzt. Überall explodiert was und Gegner werden mal gebrutzelt, im Nahkampf zerschnitten oder einfach nur blutig geschossen. Auch das gehört klar zur Reihe dazu. Auch wenn das Game ab 12 ist. Rote Farbe spielt immer eine Rolle. Zwar schon durch die Comic Grafik entschärft ist Blut dennoch enthalten. Die technische Seite ist hervorragend. Alles geht sauschnell und ohne Einbußen vonstattet, so das man sich in dieser Hinsicht keine Sorgen machen muß.

Beim Sound muß man logischerweise auf Surround Sound verzichten. Was geboten wird stammt aus den Originalen und ist fast durchgängig schnell und fordernd angehaucht. Gitarren Klänge und rockige Stücke passen sehr gut zum Geschehen, kommen aber eben klanglich nicht ganz so imposant rüber. Effekte nehme ich das mal raus, die alles bieten und abdecken was in diesem Spiel auch nur einen Laut machen kann.

Multiplayer....

Machen die einzelnen Spiele allein schon sehr viel Spaß, ist der Multiplayer sicher noch eine Stufe höher zu bewerten. Sollten sich 2 Freunde finden, denen das Spielprinzip zusagt sind lange Nächte vorprogrammiert. Auch deshalb weil man nie zwingend von vorn beginnen muß. Ein Spieler kann einen Spielstand laden, und den zweiten jederzeit dazuholen, der live im Geschehen einsteigt. Dabei greift natürlich die Regel das sich beide nur gleichzeitig fortbewegen können. Steht der eine Spieler also links am Screenrand, kann der andere rechts irgendwann nicht mehr weiter. Aber es geht um Teamwork, so das man sich hier wunderbar ergänzen kann. Gerade bei den Boss Gegner nicht zu unterschätzen.

Fazit....

Metal Slug Anthology ist eine sehr gelungene Sammlung einer Serie und bietet sich vor allem für die Gamer an, welche zum einen die alten Teile kennen und zum anderen auf das 2D Scroll Prinzip stehen. Die gebotene Action und der Anspruch sind so heute nicht mehr oft zu finden und machen allein und vor allem zu zweit im Co-op sehr viel Spaß. Klar das man in grafischer und soundtechnischer Hinsicht seine Erwartungen nach unten schrauben sollte. Dennoch spielt sich alles flüssig, mit einem hohen Gamespeed und schier unendlichen Gegnern samt den knackigen Boss Gegnern. Und da keines der 7 enthaltenen Spiele irgendwie qualitativ abfällt ist diese Sammlung eine klare Empfehlung. Wer also mal wieder in die "gute alte Zeit" abtauchen will und Spielhallen Feeling zuhause haben will sollte zugreifen.

 

+ Steuerung per GCN Pad
+ Balleraction pur
+ Hoher Gamespeed
+ 7 Spiele die alle unterhalten
+ Richtig schön schwer
+ Speichern jederzeit/Punktgenau
+ Multiplayer als Co-op
- Grafik/Sound
- Nunchuk Varianten

GRAFIK: 60%

SOUND/EFFEKTE: 70%

MULTIPLAYER: 79%

GESAMTWERTUNG: 75%

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