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Wii Mario Party 9
 
 
Mario Party 9 - Wii
Matthias Engert (10.03.2012)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: NDCube/Nintendo
GENRE: Party Spiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-7
NUNCHUK: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK6
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Ja
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Spiele Serien und deren Fortsetzungen sind in der Spielebranche alles andere als unüblich. Nehmen wir mal den Klassenprimus EA hier heraus, findet man mehrere Teile einer Serie bei sehr vielen Firmen. Einen neunten Ableger können allerdings die wenigstens vorweisen. Mario Party aus dem Hause Nintendo ist so ein Beispiel, das sich mittlerweile über mehrere Plattform Generationen bewährt hat und immer seine Anhänger fand. Wie immer bei eine solchen hohen Anzahl an Ausgaben, diskutieren mit der Zeit die Fans, welcher Teil wohl der Beste wäre. Nicht zuletzt haben wir auch dazu vor kurzem ein Special zur Serie online gestellt. Fast schon eine kleine Geschichtsreise, sich noch mal alle Teile auf die Schnelle vor das geistige Auge zu holen. Und Erinnerungen dürften wohl mittlerweile alle Mario Party Spiele zuhauf haben. Das ist bei uns nicht anders und viele Anekdoten über geklaute Sterne, böswillige Schadenfreude oder innerliche Frustschreie kommen da schnell wieder zum Vorschein. Aber die Serie hat auch ein wenig gelitten. Zu wenige Innovationen meinten die einen, zu oberflächlich die anderen. Spätestens seit dem Ausstieg der Firma Hudson, konnte die Serie nicht mehr die Erwartungen erfüllen. Aktuell steht nun der mittlerweile neunte Teil in den Läden und wieder fragen sich viele Spieler, was wohl drin steckt und ob der Kauf lohnt. Sagen wir mal so. Für Mario Party Verhältnisse ist der 9er eine echte Revolution. Nur ob das auch der Serie und dem Spielspaß Auftrieb gibt, das erzählen wir euch im folgenden Test.

Menus und die Story....

Mario Party 9 ist erneut ein Spiel, bei dem Hudson als Mitentwickler keine Rolle mehr spielt. Ein reines Nintendo Produkt ist es aber auch nicht und so sind hier vor allem die Jungs der Firma NDCube verantwortlich. Eine Firma die Anfang des Jahrtausends aus einer Kooperation zwischen Nintendo und der Firma Dentsu entstand. In unseren Breiten bekannt geworden durch F-Zero für den GBA und vor allem Wii Party. Von daher zunächst mal nichts, was einen Angst und Bange werden lässt. Das kann man von der technischen Seite schon gar nicht behaupten, wo man die Mario Party Serie hier direkt mal konsequent an die Hardware angepasst hat. Neben allen Bild Modi der Wii und damit auch mal einem 60Hz Modus, spendiert man dem Spiel auch eine komplette Surround Unterstützung. Komplett lokalisiert, spielt aber Sprachausgabe auch hier keine Rolle. Logisch das euch hier neben dem Einzelspieler Modus auch wieder die 4-Spieler Variante erwartet. Im Vergleich zu "Strassen des Glücks", den ich schon als Konkurrenz sehe, bietet man aber auch hier wieder keinen Online Modus. Gegen Spieler weltweit auf den Brettern antreten zu können, ist auch hier wieder nicht möglich. Abschließend noch der Verweis auf den internen Speicher, der euch hier 1 läppische Seite für ein Savegame abknapst. Kein Mario Party Spiel ohne eine Story. Auch der 9er bringt mal wieder eine mit. Denn neben der Party Action für eine gemütliche 4er Runde, steht auch ein Einzelspieler Modus wieder auf dem Programm. In diesem dreht es sich um die unzähligen Ministerne am Himmel des Mario Universums. Wie sollte es anders sein, giert aber jemand nach diesen Ministernen und Mario & seine Freunde müssen mit ansehen, wie irgendjemand die Ministerne vom Himmel "saugt". Ein wirklicher Spoiler ist es aber nicht, wenn man hier auf Bowser verweist, der mal wieder seine eigenen Ziele verfolgt. Doch er hat mal wieder die Rechnung ohne die Heldenbande aus Kyoto gemacht. Denn diese versuchen mit eurer Hilfe spielerisch die Ministerne wieder zurück zu holen. Wie immer eine einfache Story, was man aber den Entwicklern auch nicht übel nimmt.

Gewohnt farbenfroh wird der Spieler hier begrüßt, ohne dass aber nun ein spezieller Trailer auf den Spieler wartet. Man landet daher relativ fix auf dem Hauptmenu des Spiels, das euch 5 verschiedene Punkte zur Auswahl gibt. Gleich 4 davon sind auch wirklich spielerische Punkte, wobei über allem zunächst der Party Modus und der Einzelspieler thronen. Dazu kommen die Punkte Minispiele und Extraspiele, die ja mittlerweile auch eine gute Tradition geworden sind. Letzter Punkt ist das Museum und dient hier, als die ebenfalls gewohnte Statistik Zentrale und der Möglichkeit Dinge käuflich zu erwerben und damit dauerhaft freizuschalten. Voraussetzung sind dazu aber sogenannte Partypunkte, die man als "Währung" in den verschiedenen Modi erspielen kann. Hier findet man Dinge, die sich direkt auf das Spiel auswirken, wie z.B. ein spezielles Spielbrett, einen weiteren Schwierigkeitsgrad für die CPU Recken, oder aber auch alternative Dinge wie Musikstücke zu allen möglichen Orten und Aktionen im Spiel. Der Punkt Minispiele ist die gleichnamige Zentrale, über die ihr Just for Fun alle im Spiel enthaltenen, oder besser gesagt freigespielten Minispiele zocken könnt. Auch hier kann man einen speziellen Bonusinhalt freispielen, der diesen Modus ebenfalls erweitert. Der Punkt Extraspiele bringt euch zu 4 Varianten, die an Inhalte aus dem Hauptspiel angelehnt sind, aber in Sachen Regeln oder Durchgängen um einiges umfangreicher sind. Aber dazu im Game Play Teil etwas mehr. Um euch das Spielsystem und damit auch die wirklich revolutionären Neuerungen vorzustellen, schauen wir uns zunächst mal den Party Modus in Ruhe an. Dürfte ja auch der meistgespielte Modus sein.

Das Gameplay....

Nehmen wir also für die Vorstellung mal die typische Konstellation mit 4 Leuten, die schon einige Teile kennen und sich mal wieder auf das neckische Treiben einer Mario Party Nacht freuen. Zunächst nicht ganz unwichtig zu wissen, das ihr in Sachen Steuerung nur die Remote benötigt. Diese dann logischerweise für jeden Spieler einmal. Bevor man loslegen kann, stehen ein paar Auswahlmenus an. Als erstes wird natürlich festgelegt wie viele Spieler teilnehmen sollen. Bei weniger menschlichen Mitspielern könnt ihr den Rest auch mit CPU Recken auffüllen. Danach folgt die Charakterwahl. Hier bietet man euch vergleichsweise wenig bis gar nichts Neues an. Von 12 im Spiel vorhandenen Charakteren sind zu Beginn 10 nutzbar. 2 weitere schaltet man später über den Einzelspielermodus frei. Spezielle Unterschiede oder gar Stärken und Schwächen, die sich auf das Game Play auswirken, gibt es natürlich nicht. Hier entscheidet wie immer der persönliche Geschmack. Ist die Wahl getroffen, gilt es sich ein Spielbrett auszusuchen. 7 Spielbretter gibt es im Spiel, wobei auch hier zunächst nur 5 wählbar sind. Ein weiteres gibt es nach dem Durchspielen des Einzelspielermodus und das zweite kann man über seine erspielten Partypunkte im Museum erwerben. Danach kann die Jagd eigentlich auch schon losgehen. Denn nach einer der kurzen Ladezeiten im gesamten Spiel, werdet ihr begrüßt und per Kameraflug auf die bevorstehende Action eingestimmt. Ab jetzt beginnen so langsam die revolutionären Neuerungen, die also nicht lange auf sich warten lassen. Zunächst noch ganz simpel wird die Reihenfolge ermittelt, wobei hier wieder das Würfelfeature wie gehabt zum Einsatz kommt. Über den Charakteren taucht der Würfel auf, den man per A-Taste stoppt.

Ist die Reihenfolge festgelegt, fängt der Mario Party Spieler an das erste Mail ungläubig auf den Schirm zu schauen. Zumindest die Spieler, die sich im Vorfeld nicht informiert haben. Denn die wohl größte Neuerung betrifft das Bewegen der Charaktere über die Bretter. Ging früher immer jeder Charakter einzeln auf Pirsch und konnte seine Wege zum aktuellen Stern selber wählen, ist man hier sprichwörtlich in einem Boot. Auf jedem Brett gibt es ein anderes Fahrzeug, in dem alle Charaktere Platz nehmen! Das bedeutet dass man sich im Spielverlauf nie trennt. Das System Rundenweise zu agieren ist zwar geblieben, nur schleppt man immer die gesamte Meute mit. Dafür gibt es nun das sogenannte Spielführersystem. Wer gerade dran ist, steht auch vorne im Fahrzeug. Dieser Charakter würfelt und alle legen dann den gewürfelten Wert auf dem Brett zurück. Das bringt zunächst eine große Linearität der Bretter mit sich. Hat sich das Fahrzeug einmal in Bewegung gesetzt, lernt man eine zweite, sehr große Veränderung kennen. Die goldenen Party Sterne, wie man sie von früher kennt, gibt es in Mario Party 9 nicht mehr. Man bekommt ihn nur ein einziges Mal zu sehen, nämlich dann wenn am Ende der Session der Superstar des gespielten Bretts gekürt wird. Ersetzt wurden die goldenen Sterne durch kleine weiße Ministerne, die es zuhauf auf den Brettern zu erspielen gilt. Hier greift dann das System, dass der Spieler mit den meisten Ministernen am Ende der Superstar wird. Wie sich zeigen sollte werden hier die Bretter mal mit 30, aber auch mal mit 100 und mehr gewonnen. Das verwässert in meinen Augen ein wenig die Wertigkeit dieser Sterne. Wie sich zeigen sollte, bringt das Spiel aber dazu noch ein paar andere Dinge mit, die mir persönlich nicht gefallen haben und mich am Ende auch in großer Runde dazu veranlasst haben, dem Titel eher den Spitznamen Glücksparty zu geben. Aber dazu später mehr.

Dabei ist das System nun so angelegt, dass man die ersten 6 Bretter von einem Anfangspunkt aus beginnt und am Ende einen Boss Kampf als Abschluss erledigt. Vorbei die Zeiten der einstellbaren Runden. Dadurch spielen sich auch Bretter mit 4 Leuten um einiges kürzer. Ebenso verabschieden muss man sich daher von den gewohnten Minispielschlachten. Dass im Spiel über 80 Minispiele enthalten sind, die zum Großteil auch überzeugen können, merkt man kurioserweise erst nach einer ganzen Weile. Denn es gibt keine Gesetzmäßigkeiten mehr, dass nach eine Runde wie früher, immer ein Minispiel wartet. Das geschieht hier durch völlig andere Aktionen und Ereignisse und man erlebt Bretter, wo man gespielte Minispiele an einer Hand abzählen kann, um dann auch Sessions zu haben, wo man 20 in einem Durchgang erlebt. Ich will euch erst einmal grob in die neuen Verhältnisse einweihen. Ins Detail gehe ich dann auch schon noch hier und da. ;-) Eine weitere Neuerung ist die Wertigkeit und die Bedeutungen der Spielfelder. Früher gab es immer die blauen und roten Felder, die 3 Münzen brachten oder abgezogen haben. Da man hier nun keine Sterne mehr kaufen muss, ist auch das Münzsystem komplett rausgefallen. Sprich auch dieser Spannungs-Moment aus früheren Zeiten, wo oft auch die Anzahl der erspielten Münzen ausschlaggebend für den Sieg war, fällt hier komplett weg. Hier bedeuten die Felder etwas anderes. Grün ist ein neutrales Feld, auf dem einfach gar nichts passiert, während nun die blaue Variante etwas bewirkt, auf der man eine Kiste mit einem Extra Würfel erhält. 2 dieser speziellen Würfel kann man gleichzeitig tragen und sind in verschiedenen Varianten enthalten. Mit einem würfelt man nur 0-1 Werte, 1-3, oder auch 4-6. Dazu kommen goldene Würfel, die sich langsam drehen und man somit ganz genau den Wert stoppen kann den man möchte. Oder der 10er Würfel, der euch eben genau diesen Wert maximal anbietet. Ist aber eher ein seltener Vertreter. An sich sind die Würfel schon ein feine Sache.

Meistens schlummern in den Würfelkisten auch Minispiele, so dass dies ein Moment ist, an dem man zu Minispielaction antritt. Ist dies übrigens der Fall, darf der aktuelle Spielführer aus 3 Vorschlägen wählen. So kann man sich als Spielführer eventuell doch mal einen Vorteil holen, weil man so ein vielleicht bevorzugtes Minispiel wählen kann, bei dem man einfach gut aussieht. Man muss sich nicht nur hier immer wieder das System vor Augen halten. Wer würfelt ist Kapitän und Spielführer im Fahrzeug. Und alles was auf dem Würfelweg passiert spielt dann auch nur für ihn eine Rolle. Es gibt direkt auch Felder für spezielle Spielführer Minispiele, um das einmal zu verdeutlichen. Das sind aber noch nicht alle Felder-Typen in Mario Party 9. Natürlich gibt es auch wieder die Zufallsfelder mit dem Ausrufezeichen, nach dem man wie in einem einarmigen Banditen Ereignisse wie einen Würfeltausch auslösen kann. Ebenso die Fragezeichen Felder, die zumeist in der Umgebung etwas auslösen und oft mal einen Weg abseits der meist linearen Route öffnen. Dazu gibt es aber auch die bekannten und speziellen Minispielfelder. Wahlweise "Jeder gegen Jeden" Varianten, oder eben auch Kampfspiele. Aber auch hier im Vergleich weniger als in früheren Versionen. Man bekommt schnell den Eindruck dass die Minispiele hier weit weniger eine spielentscheidende Bedeutung haben. Was nicht nur am unregelmäßigen Spielen dieser Games liegt, sondern am Ministern Feature, das mir partout nicht gefallen wollte. Nimmt man mal den normalen Vergleich, dann bringt der Sieg in einem Minispiel 5 Ministerne. Gut und schön, aber allein auf dem Brett, immer wieder zwischen den einzelnen Feldern, schweben mehr als oft 3, 5 oder gar 10 davon herum, die einfach der aktuelle Spielführer bekommt. Das Verhältnis stimmt in meinen Augen hier leider überhaupt nicht.

Ihr könnt hier theoretisch locker ein Brett gewinnen, ohne auch nur ein Minispiel gewonnen zu haben, auch wenn der Fall nicht eingetreten ist während der Testzeit. Hier gefiel mir das 10 Münzen Feature in den alten Teilen wesentlich besser. Aber ihr merkt schon, gerade in diesem Spiel spielen persönliche Sichtweisen eine sehr große Rolle und nicht umsonst gibt es viele Diskussionen zum neuen System. Dennoch sollte man sich das mal vor Augen führen. Da spielt man vielleicht einige Minuten ein Minispiel und holt sich gerade so die 5 Ministerne. Zurück auf der Karte würfelt der nächste Spieler und sammelt auf dem Weg fix mal 10 ein. Das passt nicht in meinen Augen. Zwar haben die Entwickler auch die sogenannten Unglückssterne eingebaut, die ebenfalls auf dem Brett verteilt sind. Entschärfen tut man damit das System aber nicht. Weitere Neuheit und auch mal eine positive sind die Bosskämpfe auf dem Brettern. Es gibt immer 2 davon pro Brett. Dabei kämpfen zwar alle Spieler zusammen gegen den Boss, in Sachen Bewertung aber dann doch jeder für sich. Denn jeder Boss wird auf unterschiedliche Art besiegt und jeder Spieler hat einen eigenen Anteil daran. Und wer den Boss eben z.B. mit Geschossen mehr trifft als andere, bekommt dann auch den Sieg gutgeschrieben, wobei es aber bis zum Drittplatzierten Ministerne gibt, plus einem kleinen Bonus für den aktuellen Spielführer. Auf der anderen Seite geht es aber auch im 9er mal richtig böse zur Sache. Auch hier fast schon auf eine extreme Art. Auf den Brettern gibt es bestimmte Ereignisse oder Charaktere abseits des Fahrzeugs, die es auf euch abgesehen haben. Beispiel Blooper Strand, auf dem das Fahrzeug von einem Hai verfolgt wird. Dieser legt pro Runde immer 4 Felder zurück. Würfelt der Spielführer also z.B. eine 3 und der Hai erwischt das Fahrzeug, verliert der Spielführer gleich mal die Hälfte seiner Ministerne. Oder in der Magma Welt, wo das Ganze noch intensiver umgesetzt ist. Hier steigt die Lava von unten nach oben. Stetig pro Spieler Durchgang und dessen Würfelwege, plus Lauffelder auf dem Brett, mit dem man die Lava zusätzlich zu sich holen kann. Wer da Pech hat, den erwischt die Lava mit dem gleichen Ergebnis.

Auch hier spielt wieder Glück eine große Rolle, was leider allzu oft eine große Rolle spielt. Das Mario Party Spiele schon immer auch mit Glück zu tun hatten, ist ja nun beileibe nichts Neues. Hier hat man es in meinen Augen aber übertrieben. Und eben auch schade durch die Tatsache, dass die Minispiele in den Hintergrund rücken. Vor allem weil eben die meisten wirklich zu gefallen wissen. Trotz oft einfachem Steuerlayout, die man wahlweise nur mit Kreuz/Tasten Action umgesetzt hat, aber auch oft reichlich mit freien Remote Bewegungen. Hier ist wieder alles dabei, was man Genremäßig von Minispielen erwartet. Solche die auch länger dauern, andere die im Sekundentakt über die Bühne gehen. Das ist auch der Grund, warum die Wertung nicht allzu sehr in den Keller geht. Daran ändert auch der Einzelspieler nichts. Hier spielt es sich dann einen Tick anders. Zum einen weil die Siegsterne nach jedem Brett auch gespeichert werden und am Ende einen Gesamtwert ergeben. Zudem spielt man hier auch mal nur gegen einen CPU Gegner, was die Bretter dann noch schneller macht. Wirklich so die epische Vorfreude, wie bei zumindest einigen Vorgängern der Serie, stellt sich hier nicht ein. Und man schaut ja mittlerweile auch ein wenig auf andere Konkurrenzspiele. Und wieder finde ich den Weg zu den "Strassen des Glücks". Warum kann man nicht mal hier einen Online Modus einbauen, dass es bei komplexen Spielen dieser Art geht, zeigt ja die Konkurrenz aus eigenem Hause. Auch andere Kleinigkeiten kommen hier mit dazu. Speichern mitten in einer Session geht nicht mehr, auf der anderen Seite bei der vergleichsweise kurzen Spielzeit auch gar nicht nötig. Es gibt viele Punkte die man auch während des Spielens merkt und vermisst. Da hier nun das Münzsystem weggefallen ist, gibt es ja auch keine Shops mehr. War früher ebenfalls motivierend durch eigene Erfolge in den Minispielen eben Münzen zu haben, um auch mal einen Vorteil dadurch zu bekommen, dass man sich eben ein spezielles Item kaufen konnte. Das hat dann eben viel weniger mit Glück zu tun.

Ihr seht schon, Mario Party 9 hat bei uns nicht gerade eingeschlagen. Aber ich bleibe dabei. Selbst in Sessions mit Freunden, mit denen früher schon Nächte mit Mario Party Teilen zugebracht wurden, haben nicht den Spielspaß erzeugt, den man sich vom Spiel erhofft hat. Zu sehr stören einfach die großen Veränderungen mit dem Fahrzeugfeature, den Ministernen und dem insgesamt zu hohen Glücksfaktor. Versteht mich nicht falsch, das Spiel ist ja nun nicht grottenschlecht, aber im Vergleich mit einigen Vorgängern und anderen Konkurrenten kein Must Have auf der Wii. Besonders ärgerlich auch deshalb, weil gerade bei den Minispielen wirklich schöne dabei sind, die man gar nicht oft genug spielen könnte. Aber verpackt in dieses spielerische Gewand, kommen sie leider auch zu kurz.

Grafik & Sound....

Schon kurios, früher hat man meist über die Technik hier und da schimpfen können, aktuell sieht es oft eher anders aus. Denn gerade auf der technischen Seite kann Mario Party 9 durchaus punkten. Allein die Nutzung der kompletten Möglichkeiten der Wii Hardware, heben das Spiel aus der Masse. Hier muss selbst "Strassen des Glücks" hinten anstehen, der aber woanders dafür umso mehr punktet. Zwar kann man über die Anzahl und vor allem den Umfang der enthaltenen Spielbretter diskutieren, nicht jedoch über die grafische Gestaltung. Hier geht die Technik mit der Grafik einher. Satten Farben, reichlich animierte und teils sehr verspielte Dinge auf den Brettern und der typische Glitzer Effekt wissen hier klar zu punkten. Auch bei den Minispielen sieht das nicht anders aus und es gibt neben vielen ebenfalls farbenfrohen Spielen, auch richtig edel aussehende Varianten. Hier kann man den Entwicklern keinen Vorwurf machen. Die verschiedenen Themen wissen zu gefallen und man hat eigentlich wieder so die typischen und auch gewollten Brettumgebungen zur Verfügung. Auch technisch zeigt sich das Spiel von der gelungenen Sorte. Kaum Ladezeiten im normalen Game Play, geht auch bei aktiven CPU Gegnern die Action recht fix vonstatten. Hier und da ein paar humorvolle Einlagen und Animationen der Beteiligten machen diesen Teil rund.

Das gleiche gilt auch für den Sound. Wenn Koji Kondo im Abspann schon auftaucht, dann darf man das aber auch erwarten. Auch wenn die Musiken nun nicht gerade das Genre neu erfinden, sind es genau die Sounds, die man in einem Spiel wie diesem hören möchte. Sie unterhalten den oder die Spieler und nerven nicht während des Spiels. Ebenso sind die Effekte von gewohnter Qualität, auch wenn hier das Rad ebenfalls nicht neu erfunden wird. Viele bewährte akustische Dinge warten auf euch, die sowohl typisch für die Brettumgebungen angepasst sind, oder natürlich an die entsprechenden Charaktere. Aber hier gab es eigentlich auch noch nie was zu meckern.

Multiplayer....

Ja der Mehrspieler in einem Mario Party, eigentlich schon immer der Garant für hohe Wertungen. Konnte der Einzelspieler meist nicht lange vor dem Bildschirm halten, was ja auch nichts Ungewöhnliches ist, so riss eine gemütliche Runde immer alles heraus. Das ist im 9er in meinen Augen nicht mehr so. Ich habe den Titel schon mit verschiedenen Leuten gespielt und so der richtige finale Funke wollte sich nie so richtig einstellen. Zu ungewohnt und teils zu unbeliebt ist das Fahrzeug Feature, gepaart mit dem sehr glücksabhängigen Game Play. Man merkt das auch in einem Mario Party die Spieler schon ein wenig selber entscheiden wollen, wo sie lang wollen und was ihr Ziel darstellt. Das Wii Party Prinzip mit dem linearen Weg zum Ziel hat dort punkten können, hier stellt sich der Spaß bei weitem nicht so ein, wie man das von einem Mario Party Spiel erwartet. Dabei sind die Möglichkeiten ja recht zahlreich. Über den Party Modus stehen euch alle 7 Bretter zur Verfügung, alle Minispiele sind einzeln anwählbar und mit den Extra Spielen haben die Entwickler ein paar schöne Alternativen für Zwischendurch mit drin. Wirklich schade dass sich der gewohnte Spaß nicht einstellen will. Das liegt ja nicht mal an den Minispielen selber, die immer gerne gespielt wurden. Aber manchmal einfach zu selten Jeder gegen Jeden gespielt und auch die stark variierende Anzahl der Ministerne verfälschen irgendwie in der Runde das Sieger/Verlierer Gefühl. Klar ist der Mehrspieler besser als der Einzelspieler, dafür kauft man ein Spiel wie dieses ja auch. Aber nicht nur hier schaue mal schräg rüber zur eigenen Konkurrenz mit den "Strassen des Glücks", das ganz andere Erlebnisse in gemütlicher Runde zutage förderte.

Fazit....

Ach Du Schreck Nintendo! Was ist euch denn hier passiert? Mit großen Ankündigungen und revolutionären Änderungen auf den Weg gebracht, ist das Ergebnis recht ernüchternd. Wobei hier eine Bewertung wesentlich subjektiver ist, als in anderen Spielen. Die Änderungen am Game Play sind zwar äußerst umfangreich, gehen aber in meinen Augen, und ich zähle mich durchaus zu den Mario Party Cracks, auch nach hinten los. Das Fahrzeugfeature passt in meinen Augen nicht in ein Spiel wie dieses, wo der Spieler nicht an die Hand genommen werden will. Da hilft auch das Spielführer Feature nur sehr bedingt. Dazu das viel zu oft auf Glück aufbauende Spielprinzip, dass mir persönlich ganz und gar nicht gefallen hat. Immer wieder diese Momente, wo man in Minispielen "mühsam" 2 oder 5 Ministerne verdient, um dann auf den Brettern fix mal 10 zu verlieren oder zu gewinnen. Und das eben andauernd. Das passt irgendwie nicht und macht die Minispiele in meinen Augen oft nur noch zum Beiwerk. Was schade ist, da ich diese eigentlich fast durchgängig als gelungen ansehen. Speziell die Boss Kämpfe und auch die Extra Spiele sind einfach mal was anderes im positiven Sinne. Auch sorgt das lineare Spielen in Richtung Endboss für kurze Spielzeiten. Das berühmte Sieger/Verlierer Gefühl entwickelt der Titel in meinen Augen nicht mehr und alles kommt oberflächlicher beim Spieler an. Für mich ist Mario Party 9 ein durchschnittlicher Titel, mit viel Ansatz für Kritik. Wer mit den Kritikpunkten leben kann, für den ist auch der 9er ein Blick wert. Alle anderen sollten sich den Kauf durchaus noch einmal überlegen.

 

+ Minispiele gelungen
+ 60Hz / Surround Sound
+ Steuerungsumsetzung
+ Bowser Spielbrett
+ Komplett Deutsch
- Wagenfeature Geschmackssache
- Zu sehr Glücksabhängig
- Ministern Feature
- Mehr Reagieren als Agieren
- Minispiele Bedeutung gesunken
- Kein Speichern im Spiel
- Kein Online Modus

GRAFIK: 77%

SOUND/EFFEKTE: 79%

MULTIPLAYER: 72%

GESAMTWERTUNG: 65%

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