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Wii Moto GP
 
 
Moto GP - Wii
Matthias Engert (05.05.2009)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Milestone
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 66 Seiten!
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-9
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 3+
PLII/HDTV: Ja/Nein
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Wenn wir nicht schon Mai hätten, könnte man bei folgender Aussage fast an einen Aprilscherz denken. Mindestens 2 Rennspiele mit lizenzierten Inhalten warten in diesem Jahr auf die Wii Spieler. Einmal Ende des Jahres, wenn nach gefühlten 100 Jahren mal wieder ein Formel 1 Spiel mit aktuellen Daten für eine Nintendo Konsole erscheint und Moto GP, der euch Valentino Rossi & Co nun auch auf der Wii verfügbar macht. Gerade hier dachte ich lange Zeit, ich müsste wohl wieder mal die Konsole wechseln, um in den Genuss einer Motorrad Simulation zu kommen. Und dann noch mit offizieller Lizenz. Aber das Warten hat zumindest in dieser Hinsicht ein Ende und Moto GP ist ja nun schon seit einigen Tagen auf dem Markt. Und wie schon erwähnt steigt Ihr hier nicht auf irgendwelche Pseudobikes, sondern dürft in dieser waschechten Simulation alle 3 Rennklassen der Motorrad Weltmeisterschaft in verschiedenen Varianten genießen. Wenn nun noch offizielle Games zur Superbike WM und der Indycar Serie erscheinen, aber ich schweife ab und gerate wohl gerade etwas ins Träumen……. ;-) Sind wir erstmal zufrieden, das wir endlich auch die Motorrad Rennstrecken dieser Welt unsicher machen können. Ob als Valentino oder mit eigenem Charakter steht euch völlig frei. Schauen wir uns an was Moto GP auf der Wii zu bieten hat.

Menus und die Story....

Seit einiger Zeit unter dem Dach von Capcom, ist der Entwickler der Wii Version die Software Schmiede Milestone. Passender Name wie ich finde. ;-) Zumindest aber kein Neuling im Geschäft, auch wenn man auf der Wii noch wenig Vorzeigbares zu bieten hat. Aber das ändert man ja nun. Zumindest wissen sie die Fähigkeiten der Wii zu nutzen. Technisch wartet auf euch neben dem 50 auch der 60Hz Modus. EDTV/HDTV wird nicht geboten, ist aber nach dem gespielten auch verschmerzbar. Etwas übertrieben haben es die Entwickler beim Thema Speicherplatz für ein Savegame. So schön ein Autosave ja ist, aber gleich mal 66 Seiten dafür zu reservieren, ist schon ein wenig happig. In Sachen Sprache wartet ein komplett deutsches Spiel auf Euch, dem eigentlich nur das Thema Sprachausgabe fehlt. Dafür ist der eigentliche Rennsound in Dolby Surround gehalten und unterhält auch durch einen guten Soundtrack. Zu guter letzt kann man auch einen Multiplayer für 2 Spieler verbuchen, so das man hier auch mit einem Freund um WM Punkte fahren kann. Aber dazu später mehr. Eine Story an sich findet man natürlich in Moto GP nicht. Zumindest keine mit einem thematischen Hintergrund. Hier steht natürlich die Rennaction im Vordergrund und es interessiert die Fans eher, mit welchem Rahmenbedingungen man an den Start geht. Auch wenn Capcom im Titel für die Wii keine Jahreszahl vergeben hat, es handelt sich eigentlich um die 08 Version, sprich Ihr spielt hier alle lizenzierten Inhalte der vergangenen Saison in der 125er, der 250 und Moto GP Klasse. Was dafür sehr gut gefallen sollte und irgendwie das Thema schon anschneidet, ist ein enthaltener Karriere Modus über alle Klassen hinweg, den Ihr über viele virtuelle Jahre angehen könnt und somit einen NoName und damit eigenen erstellten Fahrer zu Ruhm und Ehre lenken könnt. Wer also die typische Neuling zum Champ Geschichte spielen will, ist in Moto GP durchaus richtig. Ansonsten warten aber natürlich auch alle Klassen und WM Inhalte mit den original Fahrern, Teams und Strecken auf euch.

Stimmig mit einem in Fahraction gehaltenem Vorspann wird der Motorrad Crack in das Geschehen eingestimmt und man bekommt schnell Lust auf mehr. Egal ob man nun mit dem WM Zirkus vertraut ist, oder nur als Interessierter an das Spiel heran geht. Schlussendlich landet Ihr auf dem eigentlichen Hauptmenu, das euch viele Möglichkeiten der Rennaction anbietet. Über allem steht der angesprochene Karriere Modus, bei dem Ihr euren eigenen Recken zu Renn Ehren führen könnt. Als Gegenstück gibt es die WM Modi, wo Ihr alle Klassen auch einzeln anwählen könnt und mit einem originalen Recken eine Saison lang nach dem Titel jagen könnt. Dazu kommen die Multiplayer Modi und der Bonus Herausforderungen. Ein Punkt den mittlerweile die meisten Racer in irgendeiner Form bieten. Eher nebenbei schaut man zum Spaß mal in den Einzelrennen Modus und den Time Trial, die es natürlich auch hier gibt. Ganz wichtiger Punkt auf dem Hauptmenu sind die Einstellungen. Denn hier kann man vor allem das Thema Steuerung und HUD anpassen, was ja nicht ganz unwichtig ist. Immerhin 4 Steuersetups stehen euch zur Verfügung, wobei 3 davon das Doppel Remote/Nunchuk nutzen und ein Setup nur die Remote erfordert. Nach einigem Herumprobieren bin ich bei der Remote Only Variante geblieben, auch wenn eines der Doppelsetups einen gewissen Kick mitbringt. Aber dazu später im Gameplay Teil etwas mehr. Weiterhin könnt Ihr die Audio Einstellungen verändern, sowie wie schon erwähnt das HUD anpassen. Speed und Frameraten Probleme hat das Spiel an sich keine, so das man ruhig mit vollem HUD fahren kann. Soweit so gut und wir schauen uns die Rennaction in Moto GP mal etwas genauer an.

Das Gameplay....

Bevor man euch an die eigentlichen Inhalte im Spiel lässt, dürft Ihr ein kleines Tutorial angehen, oder zumindest könnt es nutzen. Nichts anderes als eine kleine Einführung in die Steuerung und Fahraction des Spiels. Ihr könnt verschiedene Schwierigkeiten versuchen und bei Gefallen auch ein Art Grundsetup Modi übergreifend einstellen. Aber wie gesagt kein Muss, sondern eure Entscheidung. Denn später kann man in allen Modi die Schwierigkeiten noch mal anpassen. Ich überspringe diesen Punkt einfach mal und erzähle euch alles mögliche über die Steuerung und Schwierigkeitseinteilungen wo es angebracht ist. Auch wenn auf dem Hauptmenu viele verschiedene Punkte auf euch warten, der Karriere Modus stellt schon irgendwie das Herzstück dar. Auch wenn man WM technisch alle 3 Klassen extra anwählen kann, dort fährt man im Gegensatz zur Karriere eben nur ein Jahr. Im Karriere Modus sieht das ganze schon anders aus. Hier fangt Ihr wirklich unten in der 125er Klasse an und könnt euch durch Erfolge bis zur Moto GP Klasse hoch arbeiten. Dabei steht es euch frei ob Ihr mehrere Jahre in einer Klasse fahren wollt, um es vielleicht zum Weltmeister zu bringen, oder eben nach dem ersten Jahr eine Klasse aufsteigt. Zumindest wenn Ihr einige vorzeigbare Ergebnisse im Ärmel habt. Neben dem motivierenden Modus an sich, den nun mal ein Karriere Modus mit sich bringt, bietet man aber auch noch einen ganz anderen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Wie im wahren Leben kann man auch hier den Spruch bringen -"man wächst mit den Aufgaben". Um ein Spiel wie Moto GP in allen Facetten genießen zu können, sollte man natürlich alle Schwierigkeitsgrade und Klassen mal gespielt haben. Und nichts ist besser geeignet, als dies alles in einem Modus zu erleben. Denn allein die Unterschiede im Fahrverhalten sind immens, wenn man sich allein einen Vergleich zwischen der 125er und der Moto GP Klasse vor Augen führt. So könnt Ihr in Moto GP locker eine Leuchte in der kleinen 125er Klasse sein und bekommt in der Moto GP dennoch erstmal kein Bein auf den Boden. Also stelle ich euch alles mögliche Wissenswerte anhand des Karriere Modus etwas genauer vor.

Zunächst gibt man beim Start einer Karriere die wichtigen persönlichen Daten ein und erstellt somit ein Profil, von denen man im Spiel 3 verschiedene anlegen kann. Positiv das man zu Beginn auch wirklich nur die kleine Klasse wählen kann und nicht sofort in die Moto GP aufsteigt. Ein wenig dafür tun müsst Ihr also schon. ;-) Belohnungen gibt es dabei ebenfalls. Selbst in der 125 mit seinen unzähligen Teams sind nur einige wenige zu Beginn anwählbar und man entscheidet sich für eines der verfügbaren. Vorgaben oder Ziele in dem Sinne gibt man euch nicht vor und Ihr seid von nun an selber dafür verantwortlich, was für Belohnungen nach einer Saison verfügbar sind. Das reicht eben vom Aufstieg in die nächste Klasse oder aber auch nur im frei schalten weiterer Team der gleichen Klasse, mit besseren Leistungen. Ansonsten wird der Karriere Modus, wie alles im Spiel recht trocken präsentiert. Dialoge, Sprachausgabe oder gar Kommentatoren sucht man vergebens. Alles dreht sich nur um die personalisierte Fahraction und übergeht das Drumherum. Hier hätte man vielleicht ein wenig mehr machen können. Da im Spiel alles lizenziert ist, stehen euch natürlich alle real existierende Teams zur Verfügung. Auch wenn Ihr euch für einen eigens erstellten Fahrer entschieden habt, geht es in allen Klassen gegen die Cracks der Szene und keine Pseudo Fahrer. Das erhöht natürlich den Bezug zum Thema um einiges. Habt Ihr die Auswahl getroffen, beginnt auch schon die eigentliche WM mit dem ersten Rennen in Katar, was ja als Nachtrennen ausgelegt ist. Insgesamt warten alle 18 original Rennstrecken der letzten WM auf Euch. Man macht so nicht nur Bekanntschaft mit Strecken, die man hier und da schon mal mit irgendeinem Gefährt befahren hat, sondern erlebt regelrechte Premieren. Allein der Sachsenring ist ein Erlebnis und auch Indianapolis mal anders herum zu erleben hat schon was. Zumindest auf 2 Rädern ist das nun möglich. Die Abläufe innerhalb eines Rennwochenendes sind von nun an immer gleich. Ihr bekommt einen stimmigen Vorspann zu sehen, wo man euch die Strecke vorstellt und landet danach auch dem Event Screen. Hier könnt Ihr zum einen ein Freies Training absolvieren, das Qualifying fahren um euch die beste Startposition zu sichern, oder auch gleich das Rennen angehen. Dann startet Ihr allerdings immer als Letzter.

Sehr positiv ist ein Setup Feature. Immerhin kann man das Spiel ja auch als Simulation spielen und erhält so die Möglichkeit das Bike an die Strecke anzupassen. Ihr könnt die Reifen wechseln, die Federn verstellen und die Gänge verändern. Nichts nervt mehr als auf der Geraden an den Begrenzer zu kommen. Anders herum will man auf kurvigen Strecken natürlich der Beschleunigung die Priorität einräumen. Man erklärt euch auch, welche Einstellungen sich auf was auswirken, so das man nicht blind irgendwas am Bike verstellt. Das Setup wirkt sich aus und ist somit mehr als sinnvoll. Auf Arcade und Fortgeschrittener weniger, aber wie schon erwähnt auf Simulation allemal. OK wagen wir uns einfach mal auf die Strecke und wir können uns weiteren wichtigen Dingen widmen. Gefahren wird das Spiel aus 4 möglichen Kamera Perspektiven, wobei die nah hinter dem Bike hier am besten funktioniert. Die 4. etwas weiter entfernte hat die Angewohnheit gerne etwas hektische Bewegungen gerade bei Kurvenfahrten zu vollführen, was vor allem in der Moto GP mehr stört als hilft. Mit der dritten Kamera Variante habt Ihr in meinen Augen ideale Sichtverhältnisse. Schauen wir uns zunächst mal die Steuerung an. Diese ist angenehm differenziert ausgefallen und bietet für alle Vorlieben eine Variante. Dabei unterscheidet man das Fahrverhalten nicht nur beim Steuer Setup an sich, sondern vor allem durch die Wahl des Schwierigkeitsgrades. Arcade, Fortgeschritten und Simulation sind enthalten. Ist Arcade äußerst einfach zu Fahren und macht seiner Bezeichnung alle Ehre, so sollte man beim extremen Gegenbeispiel Simulation wissen wie die Bikes reagieren. Einfachstes Beispiel ist dabei das Gas geben am Kurvenausgang. Während hier auf Arcade das Hinterrad mal kurz ausbricht, legt Ihr auf Simulation fast immer einen Highslider hin und landet im Kies. Hier muss man um einiges mehr dosieren und auch das Thema Bremsen sehr gut beherrschen. Zumindest wenn man auch Erfolge einfahren will. ;-) Von daher ist der Fortgeschrittene Modus ideal für Spieler, die Anspruch und dennoch Spaß erleben wollen. Das man selber viel Lernen und Üben muss versteht sich dabei aber von selbst. Aber die Wahl des Schwierigkeitsgrades ist nur eine Geschichte. Die Steuerung selber ist der zweite große Punkt, den man beachten muss.

Wie schon erwähnt bietet Moto GP 4 Setups dafür. Bei dreien davon darf man das Doppel Remote/Nunchuk wählen und bietet dabei fast immer grob den Nunchuk Stick zum Lenken und mittels Remote die Funktionen für Gas und Bremse. Dabei ist ein Setup, das schon etwas sehr interessantes bietet. Hier bleibt der Nunchuk bei seiner Bedeutung, aber die Remote hält man nicht für längs, sondern für Quer. Hintergrund ist der, das man die seitliche Remote gedacht wie einen Gasgriff am Bikelenker hält und man für das Gas geben diese praktisch nur leicht dreht. Halt wie am realen Motorrad. Was mich auf Dauer ein wenig stört ist halt die fehlende Arretierung und man verzettelt sich im Kampf auf der Strecke oft in den wildesten Bewegungen und Stellungen. Hier sollte man ausprobieren ob einem das gefällt. Die Idee an sich ist schon super. Von daher bin ich am Ende dennoch bei der Remote Only Variante geblieben. Wie bei einem Need for Speed hält man diese quer vor sich und lenkt durch einfache Links/Rechts Bewegungen. Vorteil ist das man so sehr genau die Spur halten kann und selbst kleinste Nuancen hinbekommt. Da die Bikes auch sehr direkt reagieren, der Stick Variante klar überlegen in meinen Augen. Dazu kommen nun die simplen Mechanismen Gas mit der 2-Taste und die Vorderradbremse mit der 1-Taste. Ein großer Unterschied zu simplen Arcade Racern. Denn mit der B-Taste gibt es ja auch noch die Hinterradbremse. Die Bremswirkungen selber sind immens und wie in der Realität sehr unterschiedlich, wobei bei Arcade und Fortgeschritten die Vorderradbremse fast schon ausreicht. Auf Simulation und natürlich auch bei langgezogenen Kurven ist die Hinterradbremse aber natürlich nicht von Nachteil. An weiteren Funktionen habt Ihr die Kamerablickwinkel über das Kreuz und auch den Rückspiegel erreicht man dort. Eine simple, aber extrem gute Steuerung. Was vor allem daran liegt wie direkt die Bikes auf eure Remote Bewegungen reagieren. Am besten zu sehen bei schnellen S-Kurven, wo man das Bike in die Kurven legt und gleich danach wieder aufrichten muss, um es auf die andere Seite zu legen. Der Spaßfaktor ist dabei extrem hoch und man lernt sehr schnell die Grundlagen kennen. Einfach vor der Kurve auf die Bremse und in die Kurve legen reicht nicht aus. Halbgas, rollen lassen und im richtigen Moment, sprich dem Neigungswinkel des Bikes wieder aufs Gas sind das A und O. Übertreibt Ihr es und bremst vorne zu heftig beim Legen in die Kurve rutscht Ihr unweigerlich über das Vorderrad und stürzt. Genauso bei viel zu rabiaten Gas geben, wo Ihr im falschen Winkel ebenfalls mit dem Hinterrad wegrutscht und meist auch flach liegt. Nachvollziehbar und so wie man es aus den TV Übertragungen auch kennt. Fahrt Ihr dann noch im Regen, wird das ganze noch mal um einiges knackiger. Hier spielt dann auch das Setup mit hinein und das Spiel zeigt sich dort sehr komplett aufgestellt.

In den Rennen selber wird das ganze dann sogar noch eine Spur besser. Ich habe in einem Simracer selten eine so ausgewogene Gegner KI gesehen, die dem Spieler einen sehr hohen Spaßfaktor mitgibt. Fahrt Ihr einigermaßen gut erzeugt das Spiel unglaublich spannende Rennen. Die Gegner sind keine Götter, aber auch keine Möchtegerns. Besonders wenn man mal Rennen mit voller Länge fährt, merkt man dies. Man kann sich Vorteile beim Anbremsen erfahren und zieht mehr als oft nur mit einem winzigen Km/h Überschuss an den Gegnern vorbei. Dazu kommt auch eine gute Kollisionsabfrage, die euch nicht abrupt stoppt oder sonst wie Nachteilig ins Aus befördert. Rempler sind immer mal angesagt und die Bikes reagieren dann auch nachvollziehbar. Hier hat sich die Wartezeit gegenüber den anderen Versionen durchaus bezahlt gemacht. Und selbst bei 3 Runden Rennen erzeugt man dieses Feeling. Fährt man wie ein junger Gott, kann man auch einige Sekunden herausfahren. Aber weder uneinholbar noch hechelt man unerreichbar hinter der Meute her, wenn man noch nicht so firm ist. Es sei denn Ihr landet nur im Kiesbett. ;-) Großes Lob an die KI, die ein extrem großer Spaßbringer in Moto GP ist. Dazu kommt natürlich das Ihr mit 18 CPU Gegnern in der 125er und 250er Klasse, und derer 17 CPU Gegner in der Moto GP Klasse auch mehr als genug Gegner habt. Die Zeiten wo man auf den Strecken die 6 oder 7 CPU Gegner gesucht hat, sind hier vorbei. Dabei technisch ohne Probleme, so das man auch an diesen Teil ein dickes grünes Häkchen machen kann. Zusammen mit der guten Steuerung sind die Eckpunkte der Fahraction selber gelungen. Nur auf Simulation sollte man schon gehörig geübt haben. Hier spielt auch die Karriere ihren Vorteil wieder aus. Man lernt nach und nach alle Klasse kennen und merkt deutlich die Unterschiede. Klar das mit dem Beschleunigungs- und Bremsverhalten der 125er Klasse ganz anderes umgegangen werden muss als bei den Moto GP Bikes. Man muss hier natürlich seinen Fahrstil anpassen und lernt so nie aus. Dies hebt das Spiel vor allem auf Langzeitsicht nach oben.

Das schöne an der Karriere ist dann auch der Umstand, das man nicht zwingend sofort Weltmeister werden muss. Meine erste Saison habe ich als 9. Abgeschlossen. Ich hätte dann in die 250er aufsteigen können, aber dort nur mit schlechteren Teams. Lieber fahre ich noch ein Jahr in der 125er, habe aber nun Zugriff auf die besseren Teams für das zweite Jahr. Auch dies spielt alles eine Rolle. In Sachen Spielzeit müsst Ihr euch dabei also keine Sorgen machen. Das einzige was halt wirklich ein wenig fehlt, ist das Drumherum wenn man mal ein Rennen gewinnt oder irgendwas Außergewöhnliches passiert. Alles wird etwas trocken präsentiert, wenn überhaupt. Das gilt auch für die anderen Modi. Wobei alles ein wenig gegenüber der Karriere abfällt. Die Einzel WM ist fast schon unnötig, bietet sich aber natürlich für all diejenigen an, die sofort die 46 auf ihrem Bike stehen haben wollen. Die Herausforderungen sind ein wenig happig, weil sie nur auf Moto GP Bikes gefahren werden. Hier geht es in 50 Events mal um Speed Events, 1-1 Rennen und viel Zeit und Checkpoint Rennen. Hier sollte man mit der Moto GP viel Erfahrung haben um wirklich auch Erfolg zu haben. Alles in allem ein sehr gelungenes Moto GP Debut auf der Wii, das in Sachen Genre Vielfalt wirklich noch gefehlt hat. Es müssen nicht immer Pseudo Bikes mit Nitro Fähigkeiten sein um langen Spaß zu haben. Dabei kommen hier sowohl Arcade Fans auf ihre Kosten, aber vor allem auch die Simlastigen Spieler. Wer sich für die Motorrad Thematik interessiert findet momentan nichts vergleichbares, geschweige denn besseres auf der Wii.

Grafik & Sound....

Grafisch und Technisch zeigt sich das Spiel ebenfalls von der gelungenen Seite, wobei es hier und da aber auch Kritik geben muss. Wobei hier z.b. simple Dinge wie das Wetter auch mit hinein spielen. Klingt blöd, ist aber so. Ist das Wetter sonnig, sind die meisten Strecken sehr farbenfroh und bieten auch Details abseits der Strecke. Der Sachsenring oder z.b. Jerez sind da gute Beispiele. Bei bewölktem Wetter sind viele Strecken äußerst trist und erzeugen wenig Umgebungsfeeling. Einige wenige Strecken sind aber auch von der Grundgestaltung her etwas detailarm. Selbst das Nachtrennen in Katar wirkt hier ein wenig steril. Klar das man den HD Konkurrenten deutlich unterlegen ist. Positiv sind aber dafür oft die Ausmaße der Strecken, die angenehm breit und gut proportioniert sind. Gelungen sind aber andere Dinge. Die Bikes selber was Gestaltungen, Details und Animationen angeht gehören dazu. Auch die technische Seite muss sich nicht verstecken. Egal ob Gamespeed, Framerate oder Kollisionsabfrage. Hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet und bringen das Feeling Motorrad Sport sehr gut an den Spieler. Grafisch mit einigen Ausnahmen gelungen, ist die große Stärke des Spiels die Technik. Und das ist in meinen Augen noch einen Tick wichtiger.

Beim Sound gefällt die Musik, die an verschiedene Stilrichtungen angelehnt, eine gewisse Atmosphäre erzeugt. Bei den Effekten stehen natürlich die Bike Geräusche ganz oben. Hier muss man wirklich mal verschiedene Rennställe benutzt haben und man merkt schnell, das sich auch innerhalb einer Klasse die verschiedenen Hersteller unterscheiden. Ein Aprilia klingt auch im Spiel anders als eine Yamaha oder ein Gilera Bike. Klingen zwar ab und zu etwas monoton und blechern, fügen sich aber dennoch gut in das Gesamtbild ein. Schade halt das man kein Kommentatoren Feature oder ähnliches eingebaut hat. Hier lässt das Spiel wie bei der Präsentation wichtiger Ereignisse ein wenig federn.

Multiplayer....

Der Multiplayer bietet viel, erreicht aber nicht ganz die Klasse der Einzelspieler Modi. Zunächst sehr positiv das man auch mit einem Freund eine komplett WM fahren kann. Nachteil das in diesem Modus nur 4 CPU Gegner mit an Bord sind. Mit dem ganzen Fahrerfeld wäre das wohl auch ein kleines Killer Feature gewesen. Horizontal gesplittert gibt es technisch nichts zu meckern und der Speed ist gleich den Einzelspieler Modi. Was fehlt ist ein Online Modus, was sicherlich hier das größte der Gefühle wäre. Und wenn es nur 11 Gegner wie bei einem MK wären, allein dies könnte Monate vor dem Screen halten. So ist der Multiplayer eine ordentliche Zugabe, mehr aber auch nicht.

Fazit....

Für mich als Rennspielfan, der gerne alles steuert was Räder hat, ist das Moto GP auf der Wii eine sehr gelungene Sache. Endlich kann man die realen Recken der Rennstrecken über alle 18 Pisten der letzten WM bewegen. Egal ob in 3 Runden Rennen oder in voller Länge. Der enthaltene Karriere Modus lässt euch auf Monate Spaß mit dem Spiel haben. Wobei dies auch andere Dinge erzeugen. Eine exzellente Gegner KI, gelungene Technik und mehr als spannende Rennen sorgen dafür. Dabei deckt das Spiel sowohl die Geschmäcker der Arcade und Gelegenheitsspieler ab, darf sich aber auch mit Recht das Wort Simulation auf die Packung schreiben. Ein runde Sache, die auch preislich sehr interessant ist. Wer sich für das Thema interessiert kann bedenkenlos zugreifen. Von mir gibt’s eine dicke Empfehlung für Moto GP auf der Wii.

 

+ Arcade und Simulation!
+ Lizenzierte Inhalte
+ Klasse Karriere Modus
+ Gelungene Steuerung
+ 18 Gegner sorgen für Action
+ 80% der Strecken gelungen
+ Setup Feature/Upgrades
+ Komplett Deutsch/Spielzeit
+ Komplette Rennlängen möglich
+ Guter Gamespeed
- Komentatoren wären schön
- Nur 4 CPU Gegner bei MP WM
- Leider kein Online Modus
- Manche Strecken grafisch Trist
- 66 Seiten für ein Savegame

GRAFIK: 78%

SOUND/EFFEKTE: 76%

MULTIPLAYER: 74%

GESAMTWERTUNG: 84%

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