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Wii Lucas der Ameisenschreck
 
 
Lucas der Ameisenschreck - Wii
Kilian Pfeiffer (12.06.2007)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: A2M
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-3
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 7+
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.25 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS:
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Ein kleiner Junge zusammengeschrumpft auf ein Minimum seiner ursprünglichen Größe - das ist Lucas, ein liebenswertes Kerlchen voller wilder Gedanken. Im Reich der Ameisen gilt es sich zu behaupten, immerhin will Lucas in seine anfängliche Größe als Mensch zurück. Die Videospiel-Umsetzung zum Kinofilm offenbart dabei ein witzig inszeniertes Miniaturabenteuer durch eine abenteuerliche Landschaft voller einfallsreicher Spielelemente. Dabei erinnert die Umsetzung deutlich an den kleinen Tak, Protagonist einer erfolgreichen "THQ"-Trilogie. Obwohl "Lucas der Ameisenschreck" in einzelne Missionen gegliedert ist und keine offene Spielwelt in dem Sinne besitzt, gefällt der Titel. Vor allem Fans des kleinen Rabauken sollten ein Auge auf das "Midway"-Produkt werfen. Wii-Steuerung inklusive!

Menus und die Story....

Auch wenn das Spiel in der Videospiel-Szene leider etwas untergegangen ist, lohnt der Blick auf das kinderfreundliche, sprachlich hervorragend umgesetzte Software-Produkt. Alle Bildschirmtexte wurden komplett in's Deutsche übersetzt, zusätzlich sind die zahlreichen Zwischensequenzen außerordentlich professionell synchronisiert worden. Deutsche Sprecher, die ihr Handwerk sehr gut verstehen, wurden hier rangelassen, die Atmosphäre gewinnt dadurch in spürbarem Maße.

Vom Hauptmenü ("Neues Spiel", "Spiel laden", "Beteiligte") aus entscheidet Ihr Euch für den Start in's Abenteuer. Lucas, im wahrsten Sinne des Wortes ein Ameisenschreck, muss sich in der Welt der Kleinstlebewesen bewähren, um zurück in seine Ursprungsform verwandelt zu werden. Als zehnjähriger Junge hat man es bekanntlich nicht immer leicht, jeder Unsinn wird in die Tat umgesetzt. Nachdem der Dreikäsehoch neu in die Stadt gekommen ist, trifft er bereits nach kurzer Zeit auf den üblen Gesellen von nebenan. Voller Frust befreit Klein-Lucas sein Gemüt und nimmt den nächsten Ameisenhaufen in's Visier. Logisch, dass sich diese sein Vorgehen nicht gefallen lassen und dank eines speziellen Zaubertranks den törichten Jungen in Ameisengröße schrumpfen lassen. Hier beginnt nun das Abenteuer, in welchem Lucas seinen ganzen Mut zusammenfasst, um gegen zahlreiche Schergen aus Flora und Fauna anzutreten. Die Ameisenkolonie verlangt viel von ihm, selbst einen Angriff aggressiver Mega-Bienen gilt es abzuwehren.

Das Gameplay....

Lucas steuert sich über Nunchuk und Wii-Remote in ordentlicher Art und Weise. Insbesondere die gelungene Kameraführung überzeugte uns während des Tests. Der Nunchuk fungiert hier als Kamera-Joystick, Eure Bewegungen nach links und rechts werden direkt auf den Bildschirm des Fernsehgerätes übertragen, die Spielübersicht bleibt somit exzellent gewahrt. Nur zu Beginn ist der Umgang durch die neue Steuerungsart gewöhnungsbedürftig, offenbart sich aber bereits nach kurzer Zeit als großer Spielgewinn. Lucas steuert sich mit dem "Control Stick", eine Rolle vorwärts gelingt Euch durch einen kräftigen Schwung des Nunchuks nach unten. Apropos Nunchuk: Eine brisante Flugeinlage auf dem Rücken einer wilden Biene im letzten Level des Spiels wird selbstverständlich auch mit dem handlichen Steuergerät vollführt!

Obwohl Lucas verblüffend an "THQ's" Tak erinnert, besitzt vorliegende Software eine eigene, unverwechselbare Seele. Der Aufbau der Spielwelt ist klar definiert, bereits besuchte Levels dürft Ihr jederzeit ein weiteres Mal betreten, um Eure Ergebnisse zu verbessern. "Verbessern?", fragt Ihr Euch? Richtig, es gibt Medaillen im Spiel, die es zu ergattern gilt. Um in den Genuss einer Goldmünze zu kommen, solltet Ihr versuchen, ohne Lebensverlust eine Mission zu bestreiten. Vorsichtige Vorgehensweise wird also belohnt, der Verlust eines Lebens sorgt dafür, dass Euch nur noch die Silbermedaille am Ende einer Welt verliehen wird. Da jeder verliehene Preis einen gewissen Punktewert besitzt, ist es ratsam auf den ersten Platz zu spekulieren. Spezialfähigkeiten in Form einer langsamen Heilung, zusätzliche Kraft zum Heben schwerer Gegenstände, sowie Bonus-Feuerkristalle winken. Letztere sind in allen Welten des Spieles verteilt, 100 Stück müsst Ihr finden. Für geduldige Spielernaturen, die jeden Winkel einer Welt mit der Lupe absuchen, wird dieses Vorgehen keine größeren Probleme darstellen, wenn man allerdings nicht so konsequent am Ball bleibt und das teils nervige Suchen ausspart, hat man leider keine Chance das Ende des Spieles zu Gesicht zu bekommen. Nur wenn Ihr alle Kristalle Euer Eigen nennen könnt, seid Ihr in der erlesenen Lage, die Abschlusssequenz des Titels zu genießen. Bedauerlich, wie wir finden…

Rund acht bis zehn Spielstunden werdet Ihr mit Lucas verbringen, der günstige Anschaffungspreis von rund 30 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) sollte als Lockmittel funktionieren, da es sich hierbei beileibe um kein schlechtes Produkt handelt. Vom Versammlungsraum des Ameisenhügels aus macht Ihr Euch auf, Zoc, den Zauberer, Hova, die Pflegerin, Kreela, den Verpflegungsoffizier, sowie Fugax, den Pfadfinder, zu besuchen, bedeutende Persönlichkeiten im Ameisennest und gegenüber Lucas eher vorsichtig und zurückhaltend eingestellt. Immerhin gewähren ihm die Vier die Chance, sich zu beweisen und für Frieden im wilden Gartenbereich zu sorgen. Widerliche Kampf-Rollasseln, todbringende Schwarze Witwen sowie allerlei weiteres haushaltsungeeignetes Getier wie Moskitos, Ohrenkneifer und Flöhe stürzen auf Lucas herein und machen ihm das Leben zur sprichwörtlichen Hölle auf Erde(n). Gut zu wissen, dass der kleine Alleskönner mit zahlreichen Goodies daherkommt, die er aus eigens gesammelten Gegenständen während gefährlicher Missionen mitgebracht und sich von seinen Auftraggebern zusammenstellen lassen hat. So ist die Seiden-Spritzpistole eine bedeutende Fernwaffe im Pflanzen- und Tierreich, mit der Wii-Fernbedienung wird gezielt - auf Wunsch mit eingebauter Zielvorrichtung - und gefeuert. Hässliche Flugobjekte werden auf diese Weise zum geeigneten Ziel, auch ein Kammerjäger in Originalgröße "freut" sich über heftig schmerzende Pfeile im Allerwertesten. Samenbomben hingegen generieren sich durch Blumensamen und werden auf Wunsch vor blockadeartigen Steinwällen gezündet. So habt Ihr freien Durchgang, dank einer natürlichen, effektiven Explosion, die selbst insektoide Widersacher doof aus der Wäsche schauen lässt. Und da der kleine Protagonist leider nicht gefeit vor Angriffen ist, sind Zuckersteine das Mittelchen in schwerer Stunde: Habt Ihr das süße Zeug aufgenommen, verbessern sich Lucas Gesundheitswerte wesentlich und es geht frisch gestärkt weiter im lebhaften Rasendschungel.

Aber auch Nahkampffähigkeiten sind im Zehnjährigen verborgen - durch gewagte Schläge mit der Wii-Remote entladet Ihr Lucas gesamte Kraft und schmettert mit dem Stock brachiale Schlagkombinationen auf's Parkett. Trotz der nicht vorhandenen Intelligenz der Feinde, macht das Hau-drauf-Gehämmere eine Menge Spaß. Alternativ funktionieren Angriffe auch mit der klassischen Knopfsteuerung.

Witzig und überaus hilfreich im Spiel sind die helfenden Ameisenkumpanen, die an ausgeschriebenen Stellen gerufen werden können und diverse artistische Kunststückchen zur Schau stellen. Lebende Brücken über ellenlange Abgründe können nun mal nur mit Hilfe der Krabbler überquert werden, selbst das lebende Katapult wäre ohne Ameisenunterstützung ein Ding der Unmöglichkeit. Und Leitern im Insektenreich? Dank der zuvorkommenden Begleiter kein Problem! Kleine Blütenblätter tragen Euch in zugigen Gegenden über weite Areale, so genannte markierte Ameisenstraßen dürfen gar von Lucas zu Klettereinlagen benutzt werden. Dank zahlreicher kleiner, aber feinen Rätseleinlagen (Glasscherben verschieben, Bombe zünden, in einem Zeitlimit eine Horde Angreifer ausschalten, als Katapult angreifende Flieger vom Himmel holen (Ego-Perspektive!) etc.) verbreitet der Titel gehörigen Charme, dem man so leicht nicht entkommt. Wenn die Spielzeit noch länger hätte ausfallen können, stünde dem Ausflug gar ein kleiner Wertungsbonus zu…

Grafik & Sound....

In der Gestaltung hätte das Abenteuer in seiner Erscheinungsweise genauso gut auf dem Gamecube erscheinen können, da innere Werte in spielerischer Hinsicht aber einfach mehr Aussagekraft haben, sollten wir diese klar und deutlich hervorheben. Zwar sind die Welten liebevoll aufgebaut und mit einer Vielzahl netter Einfälle garniert worden, dennoch täuscht das bonbonartige Tierreich nicht über matschige Texturen und einige grafische Ungereimtheiten hinweg.

Der Sound samt der Sprachausgabe konnte uns hingegen begeistern, die Melodien passen beinahe zu jedem Zeitpunkt wie die Faust auf's Auge, sanfte Töne wechseln sich mit dramatischen Einlagen hervorragend ab. Insbesondere die tolle deutsche Sprachausgabe hat einen Hitstempel verdient.

Fazit....

"Lucas der Ameisenschreck" ist in seinem Hoheitsgebiet ein schönes Stück Software, das dank der liebevollen Umsetzung zu gefallen weiß. Selbstverständlich ist in technischer, speziell in der grafischen Hinsicht alles andere als Lobhudelei angesagt, dennoch sind die vielen witzigen Ideen, die sinnvolle Wii-Steuerung, sowie einige Ego-Perspektiveneinlagen gelungene Goodies im bunten Rasenreich. Leider ist der Umfang des Abenteuers begrenzt, daher dürfte ein möglicher Nachfolger vor allem im Umfang ordentlich zulegen. Ein gutes Spiel zu einem guten Preis!

 

+ bunte, wuselige Spielwelt
+ kinderfreundlich
+ witzige Goodies
+ professionelle Sprachausgabe
+ kleine Rätseleinlagen
+ günstiger Anschaffungspreis
- Umfang (ca. acht-zehn Stunden)
- Schwierigkeitsgrad Einstellung
- technisch auf Gamecube-Niveau
- Feuerkristalle nötig fürs Ende

GRAFIK: 67%

SOUND/EFFEKTE: 81%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 72%

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