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Wii Overlord - Dark Legend
 
 
Overlord - Dark Legend - Wii
Kilian Pfeiffer (09.07.2009)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Climax
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 3 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-3
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 12+
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.45 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Einen Hit zu landen, ist für einen Software-Entwickler nicht immer einfach. Die Hürden, die man nehmen muss, sind groß, oftmals zu groß. Da überrascht es umso mehr, wenn ein Spiel erscheint, das Potenzial mit sich bringt und für einige Stunden vor den Bildschirm fesselt. So wie „Overlord – Dark Legend" von Codemasters. Ein Titel, der in vielen Spielminuten frappierend an die „Pikmin"-Serie erinnert, das Objekt-Sammel-Feature aber bei weitem nicht so bedient wie der Nintendo-Klassiker (darf man ja beinahe schon so sagen!). Der Codemasters-Titel hat ganz eigene Stärken, die wir Euch innerhalb des Tests näherbringen wollen.

Menus und die Story....

In „Overlord – Dark Legend" verkörpert Ihr einen Junglord, einen, der seine Geschwister alles andere als leiden kann. Eigentlich hasst er diese abgrundtief, am liebsten würde er sie vom Erdenboden entfernt wissen. Dieser Lord seid also Ihr – nachdem das Schloss sich nun nach dem Verlassen des eigenen Vaters in Eurem Besitz befindet, sind es lediglich Lord Giselher und Lady Gerda, die Euch noch im Wege stehen. Als Lord – oder doch besser „Overlord" – lebt es sich einfach leichter, wenn die Geschwister-Last den eigenen Machenschaften nicht im Wege steht. Der Overlord hat eine große Aufgabe zu schultern, denn das Land ist nicht in voller Blüte, sondern wird von einer Vielzahl von Gefahren bedroht, darunter Giselher und Gerda, die beiden abscheulichen Geschwister. Es dauert nicht mehr lange, dann werdet Ihr den beiden begegnen – und auf Eure Weise die Geschichte zu Ende bringen… Gnarl, der Schergenmeister, unterstützt Euch dabei in tatkräftiger Manier.

„Overlord – Dark Legend" ist ein reiner Singleplayer-Titel, der sich mit Nunchuk und Wii-Fernbedienung steuern lässt. In einem übersichtlichen Tutorial werdet Ihr nach und nach in die steuerungstechnischen Begebenheiten eingeführt, erlernt den Umgang mit den Controllereinheiten und wie der Overlord mit seinem Schergen-Gefolge umzugehen hat. Aber der Reihe nach… Zunächst werfen wir einen Blick in das Pause-Menü des Spieles, das ein wesentlicher Aufenthaltsort im Spielverlauf sein wird. Nicht nur, dass Ihr hier zu jederzeit den kompletten Überblick über das eigene Gefolge im Blickfeld habt, nein, auch lassen sich hier momentane Aufträge anzeigen sowie eine Hauptkarte, die das gesamte Land Grüntal darstellt – mit all seinen abwechslungsreichen Gebieten. Richtig gut gefallen uns die zahlreichen Textinfos, die nach und nach freigeschaltet werden. So erfahrt Ihr im Laufe der Zeit einiges über diverse spielrelevante Charaktere, aber auch über alle existierenden Feindesarten, die Euch innerhalb der Story begegnen. Den einen oder anderen Tipp könnt Ihr dort ebenfalls abstauben. Spielmechanismen und Vorgehensweise werden im Pause-Menü ebenso beleuchtet wie abgeschlossene Tagebucheinträge, die Gnarl für den Overlord niederschreibt.

Das Gameplay....

Alles beginnt im Schloss des aufstrebenden Junglords. Dort erfahrt Ihr die grundlegenden Spielmechanismen und lernt das im Spiel überlebenswichtige Verhalten. Obwohl „Overlord – Dark Legend" sehr linear und dank zahlreicher eingeblendeter Auftragsmarkierungen recht anspruchslos geworden ist, bleibt ein anständiges Maß an Faszination erhalten. In einer Fantasy-Welt angesiedelt, ist der Overlord Herrscher über insgesamt vier verschiedenfarbige Schergen-Typen. Es gibt braune, rote, grüne und blaue Schergen, die allesamt mit Hilfe der Wii-Remote gesteuert werden dürfen. Dass jede Fraktion andere Fähigkeiten mit sich bringt, ist obligatorisch und keine große Überraschung. Braune Kämpfer sind indes reine Kämpfer, die jeden Feind ohne weiteres ausschalten, die rote Rasse sind Experten des Feuerelementes, grüne Schergen hingegen immun gegen Giftgase. Die blaue Fraktion ist schwimmfähig, dafür aber körperlich unterlegen. Vorteil: Gefallenen Schergen hauchen die blauen „Jungs" Leben ein. Weil es einige gruppenabhängige Aufgaben gibt, ist es hin und wieder Pflicht, Acht zu geben, welche Schergen sich im direkten Gefolge befinden. Zunächst könnt Ihr nur eine begrenzte Menge mit Euch führen, allerdings wird Eure Truppe nach und nach immer größer und mächtiger. Vergleichbar mit der „Pikmin"-Serie schickt Ihr die Fratzengesichter dann in Richtung sammelbarer Relikte (etwa neue Zaubersprüche für den Overlord, dauerhafte Gruppenvergrößerung, etc.), um diese zum nächsten Warppunkt zu bringen. Häufig müssen Kurbeln, die sich beispielsweise in seichten Gewässern befinden, gedreht werden, was aber nur durch die blaue Garde möglich ist. Also gilt es abzuwägen und je nach Bedarf die Schergen aus den überall in der Landschaft befindlichen Erdlöchern heraus zu kommandieren.

Weil der Hordenfluss im Grunde unbegrenzt ist (nicht ganz, aber im späteren Verlauf stellt sich dieser Zustand wegen des simplen Schwierigkeitsgrades ein), müsst Ihr eigentlich lediglich auf die Lebensleiste des Overlords Obacht geben. Wenn dieser zugrunde geht, ist das Spiel vorbei und Ihr startet von einem nahe liegenden Rücksetzpunkt. Bis es soweit ist, lassen sich aber vielfältige Heilungsmöglichkeiten anwenden, um nicht doch vorzeitig „Game over" zu gehen. Einzelne Schergen lassen sich durch eine üble Gewalttat des Overlords opfern, um deren Lebenssaft aufzunehmen, des Weiteren gibt es ausgewiesene Opferstellen, an welchen Ihr das Gefolge „übergebt". Weil „Overlord – Dark Legend" recht linear ausgefallen ist, ist es nicht schwer, sich im Spiel zurechtzufinden. Die vielen verschiedenen Umgebungen erscheinen in einem märchenhaften Gewand, kleinere Sidequests (etwa: 17 fleischfressende Pflanzen besiegen, etc.) unterhalten und sorgen für zusätzliche Motivation. Die meiste Zeit geht es darum, dem Story-Strang zu folgen, den Overlord mächtiger zu machen und unzählige Kämpfe zu bestreiten. Nicht nur der Overlord kann seine Axt schwingen, nein, die Schergen übernehmen die Hauptarbeit und „bearbeiten" die fantasievoll gestalteten Feinde wie Werwölfe, Lebkuchenmännchen oder Rotkäppchen in Riesenform in gekonnter Weise. Euer Alter Ego ist gar in der Lage, einen von insgesamt acht Zaubern (Energiestachel, Schild, Kettenblitz, Lähmung, Energieraub, Versteinerung, Raserei, Transmutation) zu sprechen. Die Steuerung bleibt indes immer sehr intuitiv und einfach zu bedienen. Besiegte Gegner, aber auch unzählige „Hindernisse" wie Fässer, Kisten, Karren oder Giftpilze lassen sich in Stücke zerlegen und hinterlassen Goldstücke aber auch Lebensenergieeinheiten. Mit dem Gold wiederum verbessert Ihr innerhalb der schlosseigenen Schmiede die Fertigkeiten der eigenen Horde und wertet den Overlord mit durchschlagskräftigeren Waffen auf. Aber auch die Schergen selbst können durch Rüstungen und Waffen aufgewertet werden.

Grafik & Sound....

„Overlord – Dark Legend" ist schick – richtig schick sogar! Ein Titel, der in einer Märchenwelt angesiedelt ist, dank vieler Fantasy-Anleihen überzeugt und einfach nur sehr edel auftritt. Dass Wii-Spiele also durchaus hübsch aussehen können, zeigt Codemasters bilderreich. Immer wieder trefft Ihr auf Szenen, die in einem feinsinnigen Licht verborgen liegen, Schattenwürfe zaubern das gewisse Etwas in die Landschaft, ein leichter Nebel liegt über dem Land. Wie ungemein hübsch die Animationen der Charaktere aber auch die Texturen geworden sind, lässt sich nur zeigen, wenn man selbstständig Hand an den Titel legt.

Wunderbare Melodien, eine komplett englische Sprachausgabe (für eine deutsche hat es scheinbar nicht gereicht) – der Overlord schreitet durch atmosphärisch dichte Areale, vollgepackt mit Fantasy-Anleihen, die das Spiel zu dem machen, was es ist. Alles wirkt wie aus einem Guss, kommt sehr liebevoll gestaltet daher und zeigt, dass die Macher etwas von ihrem Handwerk verstanden haben müssen.

Fazit....

„Overlord – Dark Legend" ist nicht sonderlich anspruchsvoll und spielt sich weniger taktisch als erhofft, macht aber dennoch bis zuletzt Spaß. Überzeugend ist die hervorragende technische Seite des Spieles, aber auch die „Pikmin"-Aspekte sind nicht zu verachten. Immerhin haben sich diese in den Nintendo-Spielen bereits mehrmals etabliert. Das Schergen-Feature erinnert auffallend an besagte Serie, baut das Gameplay mit all seinen Facetten aber geschickt in eine wunderbare Umgebung ein. Auch wenn der Titel zum Ende hin nicht gerade viele neue Elemente spendiert, ist Unterhaltung garantiert. Abwechslung, tolle Technik, liebevolles Design – ein Titel, den man gespielt haben sollte!

 

+ fabelhafte Technik
+ dichte Atmosphäre
+ Schergen-Element
+ Waffen-Feature
+ einsteigerfreundlich
- keine allzu lange Spielzeit
- kein taktisches Kalkül nötig
- sehr linear
- wenig anspruchsvoll

GRAFIK: 84%

SOUND/EFFEKTE: 81%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 82%

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