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Wii The King of Fighters: The Orochi Saga
 
 
The King of Fighters: The Orochi Saga - Wii
Kilian Pfeiffer (14.03.2009)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: SNK
GENRE: Prügler
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 4-10+
NUNCHUK: Nein(GCN)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 12+
PLII/HDTV: Nein/Nein
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.25 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Mal wieder richtig arcadig auf den Putz hauen? Eine gesalzene Tracht Prügel austeilen? Dem Gegenüber einen Fausthieb versetzen und jeden einzelnen Moment an die gute, alte „Street Fighter"-Serie zurückerinnert werden? All das ist auch heutzutage noch möglich und wird von vielen Seiten schlichtweg herbeigesehnt. „Ignition Entertainment" erfüllt den Spielern nun ihren Wunsch und bringt mit „The King of Fighters Collection - The Orochi Saga" ein wuchtiges Arcade-Werk auf den Markt, das „Neo Geo"-Freunde in Verzückung versetzen wird. Ganze fünf Titel vereinen sich hier auf einer Wii-Disc – „The King of Fighters `94", „The King of Fighters `95", „The King of Fighters `96", "The King of Fighters `97" sowie "The King of Fighters `98 – Dream Match never ends". Fünf Titel einer traditionellen Serie, die ihren Ursprung auf einem unverschämt teuren „Platinenschlucker" hatten.

Menus und die Story....

Vor gar nicht allzu langer Zeit ließ „Ignition Entertainment" bereits „SNK Arcade Classics Vol. 1" für die Wii auf die Fangemeinde los. Der Titel überzeugt in jeder Hinsicht, nicht zuletzt aufgrund der Vielzahl an klassischen Prügel-Games, die sich selbst heutzutage noch sehen lassen können. Verstecken musste sich keiner der teils „greisen" Umsetzungen. Die Ausbeute bei „The King of Fighters Collection - The Orochi Saga" ist zwar mit fünf Titeln wesentlich eingeschränkter, dennoch kommen Fans der „The King of Fighters"-Serie voll auf ihre Kosten. Auch, wenn der erste Teil, der sich auf der Wii-Scheibe befindet, bereits 15 Jahre auf dem Buckel hat. So mancher unserer Leser dürfte damals gerade das Licht der Welt erblickt haben…

Kyo Kusanagi auf seinem Weg hin zum Besten aller Fighter zu begleiten, ist Eure Aufgabe in vorliegendem Spiel. Angelehnt an „Fatal Fury" und „Art of Fighting" werden Nostalgiker ein wahres Freudenfest erleben können – in fünf Titeln, an denen zwar der Zahn der Zeit genagt hat, die aber noch die eine oder andere Spielstunde wert sind. Obwohl selbst niemals die „The King of Fighters"-Serie gespielt, sind wir bereits nach kurzer Zeit von nostalgischen Momenten erfasst und erfreuen uns am arcadigen Gameplay.

Das Gameplay....

Eigentlich sagt der Titel bereits alles aus: Der Beste zu werden innerhalb einer Riege von Kämpfern, ist Euer Ziel. Ein hehres, denn – wie bekannt sein dürfte – haben es Spiele von anno dazumal faustdick hinter den Ohren. Eine Arcade-Umsetzung zu meistern gehört mit zu den schwersten Aufgaben, die man sich als Herzblutspieler nur vorstellen kann. Alle fünf auf der Disc enthaltenen Titel sind sich sehr ähnlich und können von Anfang an im Hauptmenü angewählt werden. Innerhalb des Optionsmenüs ist es zudem möglich, den Schwierigkeitsgrad manuell in acht Stufen einzustellen. Selbst der leichteste Härtegrad hat es oftmals in sich. In „The King of Fighters Collection - The Orochi Saga" rottet Ihr Euch in Dreiergruppen zusammen, um die Länder dieser Welt zu bereisen und gegen weitere Dreierteams anzutreten.

Anders als in der „Street Fighter"-Reihe übernehmt Ihr also nicht die Rolle eines Einzelkämpfers, sondern habt zwei weitere Charaktere in petto, die bei Energieverlust einspringen und sich dem jeweiligen Opponenten stellen. Wie es sich für einen Arcade-Vertreter gehört, sind selbst klassische Steuerungseingaben möglich. So dürft Ihr etwa mit dem Gamecube-Controller über die Wii zocken oder den Classic Controller zum Einsatz bringen. Oder Ihr legt die Wii-Remote einfach quer. Komfortabel kämpfen ist also nicht nur in der Spielhalle umsetzbar, sondern auch auf Nintendos weißem Kasten. Und in der Tat ist die Steuerung der unzähligen Kämpfernaturen sehr intuitiv gelungen. Tastenkombinationen bestimmen das Erfolgsbild – immer nur eine einzige Taste zu bedienen, dürfte Euch nicht weit vorwärts bringen. Abwechslung ist gefragt, die Kombination unterschiedlicher Moves, um das Gegenüber mürbe zu klopfen, bereit dafür, den Finisher zu empfangen, also den Schlag, der die Runde zu Euren Gunsten entscheidet. Angriffsmoves gehören zum Inventar eines guten Fighters wie das Obst in die Obstschale – ein Tritt, ein Faustschlag, ein fieser Griff, und schon ist der Gegner von Euren Fertigkeiten beeindruckt. Vielleicht duckt er sich vor Euren Hieben hinweg, vielleicht startet er einen Gegenangriff mithilfe seiner Energieanzeige, vielleicht aber ist er es einfach leid, mit Schlägen gedemütigt zu werden. Die Reise um die Welt wird Euch viel abverlangen. Allerdings werdet Ihr auch viele Geschenke entgegen nehmen dürfen: nostalgische Momente, die einem heutzutage nur noch in Klassikern widerfahren, aber auch Sounds und Grafiken, die zu den „Dinosauriern" der Videospiel-Branche zählen.

Das größte Geschenk erwartet Euch jedoch in der Bonussektion, dem Medienmenü. Hübsche Grafiken, aber vor allem Soundtracks sind das Sahnehäubchen, das man als erfolgreicher Kämpfer nach dem Sieg über seinen Gegner erhalten kann. Akustische Momente aus einer anderen Zeit, die das Ohr umschmeicheln, wenngleich der eigentliche Hörgenuss nicht des Ohrwurmcharakters wegen aufkommt, sondern allein der Tatsache zu verdanken ist, dass man es eben mit einer Sammlung von Klassikerspielen zu tun hat, die etwas anders daherkommen, als Prügelspiele von heutzutage. Ein „Street Fighter IV" hat zwar immer noch Charme, aber in etwas reduzierter Weise – vergleicht man den vierten Teil mit dem zweiten, der damals als Launchtitel des Super Nintendo Entertainment System (SNES) in Deutschland auf den Markt gekommen war. Seid Ihr mit den ständigen Auseinandersetzungen im Retro-Gewand unzufrieden, dürft Ihr Euch auch speziellen Herausforderungsaufgaben widmen, die im Hauptmenü angepriesen werden und von dort aus in verschiedenen Schwierigkeitsgraden für Laune – und vor allem Frust – sorgen werden. Eine perfekte Runde ohne Energieverlust, ist nicht ohne. Die Belohnung dafür ist umso besser...

Grafik & Sound....

Logisch, dass sich die Optik vom 94er-Teil bis hin zum 98er-Teil verbessert hat, wenngleich ähnliche Maßstäbe und Entwicklungssprünge wie heutzutage damals nicht vorstellbar waren. Als Käufer von „The King of Fighters Collection - The Orochi Saga" erwartet man sich aber auch kein aalglattes, optisch aufgehübschtes Neuzeit-Produkt, sondern eine Nostalgiebombe (mit Dschungelumgebungen, mystischen Wäldern, Straßenschluchten, etc.), die sich ihren Namen verdient hat. Wenn man auf platte 2D-Prügler steht, ist die Darstellung von „The King of Fighters Collection - The Orochi Saga" genau die richtige.

Als bislang unbedarfter Neueinsteiger der Serie konnten wir mit den trashigen Tracks nur sehr wenig anfangen. Klar, sie passen zum urzeitlichen Geschehen, gehören aber nicht gerade in die Riege der Ohrwurm-Garanten, die man von einem „Street Fighter II" her kennt. Die Soundeffekte sind aber erste Güte und vermitteln das Flair von damals.

Multiplayer....

Sehr beschränkt fallen die Mehrspieler-Möglichkeiten aus. Gegen einen Mitspieler könnt Ihr im direkten Match antreten. Einen Hintern versohlen, ein paar Hiebe setzen – spaßig, allerdings in Zeiten der Moderne nicht gerade der Burner mit dauerhafter Kurzweilgarantie. Nostalgiker lassen sich hiervon aber nicht abschrecken und erfreuen sich an bedingungslosen Mann-gegen-Mann-Duellen.

Fazit....

„The King of Fighters Collection - The Orochi Saga" versprüht zwar nicht den Charme und die Atmosphäre von „SNK Arcade Classics Vol. 1", dennoch gelingt es dem Titel mithilfe seiner fünf zur Verfügung stehenden Games für Aufmerksamkeit zu sorgen. Gäbe es die nostalgischen Momente nicht, könnte man die Umsetzung einmotten. Weil es aber diese eben gibt, solltet Ihr Euch daran wagen und vorliegende Disc unbedingt mal Probe spielen. Es macht einfach Fun bis zuletzt in 2D-Umgebungen die Fäuste zu schwingen, in optisch bunten Arealen animationsarm umher zu springen und die eine oder andere brachial schwere Herausforderung anzutreten. Die Wertung bezieht sich im Besonderen auf Nostalgiker – das sollte klar sein!

 

+ 5 „King of Fighters"-Titel
+ eingängige Steuerungsweise
+ freischaltbare Goodies
+ Herausforderungen
+ günstiger Verkaufspreis
- nur für Nostalgiker interessant
- altbackene Darstellung
- teils übelst schwer

GRAFIK: 55%

SOUND/EFFEKTE: 63%

MULTIPLAYER: 70%

GESAMTWERTUNG: 70%

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