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Wii Könige der Wellen
 
 
Könige der Wellen - Wii
Kilian Pfeiffer (19.10.2007)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Ubisoft
GENRE: Racer
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-3
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Ja/Nein
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.45 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Das Wasser sein Eigen zu nennen und mit dem flüssigen Element die tollsten Sachen zu machen - das ist die Aufgabe der "Könige der Wellen". In Menschengestalt ist das unter anderem Kelly Slater, der bereits auf dem Gamecube seinen Einstand gab und dort das stürmische Wasser zu seiner Arbeitsstätte machte. Mit dem Surfbrett das innere eines Wassertunnels zu erleben, schafft man aber nicht nur als Surfer-Crack, sondern selbst als Pinguin. Ja, Ihr habt richtig verstanden, denn in "Könige der Wellen" geht es - ähnlich wie auf dem Nintendo DS - ab ins Wasser, rauf auf das Brett und rein in die heranbrausende Welle. Wie die Umsetzung für die Wii geworden ist und ob sie die Nintendo DS-Version übertrumpft, erfahrt Ihr hier.

Menus und die Story....

Zwar fallen gleich zu Beginn die vielen Ladenzeiten im Spiel auf, allerdings halten sie sich zeitlich eher in Maßen, könnten definitiv aber kürzer sein. Wie bereits auf dem Nintendo DS ist Wasser bei "Könige der Wellen" das Maß aller Dinge, die Erfüllung eines jeden Pinguins liegt auf dem Brett. Das Surfbrett bedeutet auf Pin Gu-Eiland eine ganze Menge, denn jedes Jahr treffen sich hier die größten Stars der Szene zum alljährlichen "Reggie Belafonte Big Z Memorial Surf-Cup". Der Sieger des Events darf mit hoch erhobenem Haupt den Heimmarsch antreten. Bis es jedoch überhaupt so weit kommt, gilt es Tank - bislang neunmaliger Sieger des Megawettbewerbs - auszustechen. Unlautere Mittel sind dem tierischen Gesellen normalerweise kein Dorn im Auge und allzeit willkommen. Jedoch sollte der Sieg auch mit fairen Mitteln möglich sein. In der Redaktion haben wir es auf jeden Fall mal versucht…

Auch wenn es sich bei der Surf-Action um ein reinrassiges Lizenzspiel dreht, hat man sich bei "Ubisoft" viel Mühe gegeben, das Spiel schick auf die Wii zu portieren und mit allerhand Bonus-Material auszustatten. Mal etwas anderes sind einige Spezialvideos über das Hauptmenu, die besonders witzige Szenen des Streifens zusammentragen, selbstverständlich aber erst im Laufe des Spieles frei geschaltet werden können. Dies ist allerdings kein großes Problem, denn vom Schwierigkeitsgrad her gestaltet sich das Abenteuer im "Paradies" relativ anspruchslos. Daran krankt dann leider auch der verhältnismäßig bescheidene Umfang. Nach drei bis fünf Stunden hat man alle Strecken zur Verfügung. Um die gesamte Extras-Sektion sein Eigen nennen zu können, bedarf es aber einiger weiterer Zeit. Aber auch abseits des Surfer-Alltags findet man interessante Dinge, die sich aber auf einem Baumblatt abspielen. Ja, Ihr habt richtig verstanden: Auf einem Blatt rast Ihr im "Tube-Sliding" (drei Strecken) über dicht bewachsene vulkanische Urwaldstrecken. Zwar fungieren diese wohl eher als Bonus, machen aber ungemein Spaß und sorgen für reichlich Abwechslung.

Das Gameplay....

Wie schon auf dem DS entscheidet Ihr Euch zu Beginn für eine von zehn Spielfiguren, die aus dem Film bekannt sein dürften. Viele verschiedene Surfbretter (auch zur selbstständigen Individualisierung wird Euch die Möglichkeit gegeben!) mit verschiedenen Eigenschaften - die allerdings kaum Auswirkungen im Spiel haben - stehen Euch zur Wahl. 13 Surfstrecken warten im Laufe der rasanten Welleneroberung auf ihre Bewältigung, wobei hier weiterhin eine Trainingsstrecke, sowie drei Tube-Sliding-Kurse hinzukommen. Nach und nach werden diese zugänglich und prägen somit das Bild des Spieles zu einem großen Ganzen. Zugegeben unterscheidet sich das Wii-Vergnügen deutlich von dem des DS-Spieles. Dies liegt zum einen daran, dass jede Strecke drei Aufgaben an Euch stellt, für deren Erledigung es Medaillen hagelt und die wiederum für das Freischalten von Extras und weiteren Strecken notwendig sind. Zum anderen ist das Tricks-Feature deutlich ausgeprägter als auf dem DS und daher motivierenden.

Von einer Weltkarte aus erobert Ihr die paradiesischen Landschaften aus, einleitende, gerenderte Sequenzen, die einiges an Humor versprühen, stimmen auf das nun folgende Wellenjagen ein. Wie bereits erwähnt, müssen drei Aufgaben pro Strecke erledigt werden. Zwei der Anforderungen an Euch lauten eine gewisse Punktzahl zu erreichen, die dritte ist grundsätzlich so gestrickt, dass Ihr durch eine gewisse Anzahl an Toren hindurchsurfen müsst, um auch diese mit einem Haken als "erfolgreich absolviert" kennzeichnen zu können. Das Surfen an und für sich geht überaus leicht von der Hand und muss sich folgendermaßen vorgestellt werden: wahlweise vom linken, beziehungsweise rechten Bildschirmrand kommt eine Welle auf Euch zu, die Ihr mit dem gewählten Pinguin erklimmt und auf dieser das gesamte Trick-Repertoire, welches sich Euch erschließt, zum Besten geben dürft. Erfolgreiche Freistiltricks (Steuerkreuz), Balanceakte auf dem Wellenkamm oder der waghalsige, temporeiche Sprung mit zahlreichen Salti, fliegenden Handständen und Drehern füllen die Energie-Leiste immer weiter auf, bis diese für den so genannten "Extase-Modus" bereit ist. Innerhalb dieser kurzen Zeitspanne regnet es unvorstellbare Punkteboni, die durch eigens ausgeführte Übertricks ("C"-Knopf) zustande kommen. Die dadurch gewonnene Power schenkt Euch zusätzliche Flughöhe und damit die Möglichkeit diverse Tricks als Kombo aneinanderzureihen. Halte-Tricks indes punkten umso mehr, je länger sie ausgeführt werden. Weil Ihr dazu aber eine gehörige Menge Schwung benötigt, solltet Ihr diesen entweder durch das Schütteln der Wii-Fernbedienung, unter Verbrauch der gesammelten Energie-Leiste, oder durch eine Slalomfahrt auf der Welle aufbauen. Zwar habt Ihr nach einiger Zeit die möglichen Tricks alle gesehen, dennoch motiviert es ungemein, bis zum Ende der Strecke die gefragte Punktezahl erreicht zu haben.

Es wäre ja langweilig, wenn sich das gesamte Spiel nur auf der Welle abspielen würde, demnach existieren jede Menge weitere Orte, an welchen Ihr Tricks absolvieren könnt: Ausgeklügelte Schanzenkonstruktionen fordern von Euch die perfekte Luftbeherrschung, viele Grind-Möglichkeiten, wie Schienen und Bäumen, laden zum spaßigen Rutschen ein. Ebenso klasse: das Durchtunneln einer Wasserfront. Innerhalb dieser Röhren könnt Ihr am Stück Supertricks ausführen, hier wird das Punktekonto dann mächtig aufgebessert. Unzerstörbar wirkende Brettverschläge, die mitten aus dem Wasser ragen, könnt Ihr mit einem Temposchub zu Bruch bringen. Bonus-Items in unterschiedlichen Farben vervielfachen die durch Tricks erreichten Punktestände. Sammelt Ihr beispielsweise ein gelbes Item, gibt es für die nächsten Sekunden die fünffache Menge an Punkten. Somit ist es durchaus auch denkbar taktisch an das Erreichen der Aufgaben zu gehen. Wobei der Schwierigkeitsgrad bekanntermaßen nicht der heftigste ist. 100 Surf-Idole, kleine Statuen, die überall auf den Strecken verteilt wurden, schalten nicht nur das allerletzte Level im Spiel frei, sondern sorgen ebenfalls dafür, dass Ihr in den Besitz zahlreicher Boni kommt. Die witzigen "Tube-Sliding" Levels sind leider nur als freischaltbares Extra gedacht, hätten aber durchaus auch generell Einzug in das Spiel finden können. Schade drum - mehr davon wäre optimal gewesen!

Grafik & Sound....

Grafisch erweist sich "König der Wellen" als brauchbare, hübsche Umsetzung, die nicht nur wegen ihrer Rendersequenzen glänzt, sondern ebenso aufgrund der sehr idyllischen Umgebungsdarstellung. Besonders die Hintergründe können immer wieder begeistern, das gesamte Setting wirkt überaus beruhigend und erzeugt das typische Urlaubs-Feeling. Paradiesische Zustände am laufenden Band also… Hier steckt die Wii-Version die Nintendo DS-Umsetzung also locker in die Tasche.

Vom Sound waren wir sehr angetan, da klassische Pop- und Rock-Musik in gekonnter Weise und großer Anzahl auf das Speichermedium gebannt wurde. Bekannte Melodien wechseln sich hier mit potenziellen Charthits ab, die nicht jedem Spieler zusagen werden, im Allgemeinen aber als qualitativ recht hochwertig durchgehen. Lizenzspiele haben hier schon ganz andere Dinge abgeliefert. Bei vorliegendem Titel haben wir es allerdings mit einem überdurchschnittlich gelungenen Vertreter zu tun. Auch an der seltenen, deutschen Sprachausgabe kann man nicht nörgeln, diese tritt gewöhnlich während der einfallsreichen Streckenerklärungen auf.

Multiplayer....

Zwar hat man es bei der Wii-Version mit einem sehr beschnittenen Mehrspieler-Modus zu tun, dennoch geht er als ein solcher durch. Im Duell tretet Ihr auf insgesamt vier zur Verfügung stehenden Strecken gegeneinander an und kämpft um den höchsten Highscore. Wer das größte und spektakulärste Trick-Sortiment zum Besten geben kann, ist demnach der Sieger der Strecke. Kurzfristiger Spaß ist gegeben, keine Frage, hier hätte man aber einige zusätzliche Spielmodi in den Titel integrieren sollen.

Fazit....

"Könige der Wellen" für die Wii ist im Grunde eine ganz gute Umsetzung des Films geworden, die in erster Linie für ein schnelles Spielchen zu gebrauchen ist. Angespornt durch treibende Sounds bekannter Bands geht es ab ins Wasser: Highscores bugsieren Euch im Laufe des Spieles von Medaille zu Medaille und hoffentlich auf das Siegertreppchen des weltweit einmaligen Surf-Cups. Steht Ihr auf Kelly Slater und seine Surfkumpanen, findet Ihr den Film klasse und das Setting sympathisch? Dann solltet Ihr doch einfach mal zu dem Spielehändler Eurer Wahl gehen und nach dem Titel Ausschau halten. Für eine bessere Wertung hätte der Inhalt allerdings deutlich ausgearbeiteter, der Umfang in jeder Hinsicht größer sein müssen.

 

+ techn.hübscher Surf-Spaß
+ Charaktertreff der Filmhelden
+ Ohrwurm-Sound
+ stimmig designte Strecken
+ viel Bonusmaterial
+ klasse "Tube-Sliding"-Action
- Ladezeiten
- Spielzeit bis zum Abspann
- zu einfach zu meistern

GRAFIK: 74%

SOUND/EFFEKTE: 80%

MULTIPLAYER: 61%

GESAMTWERTUNG: 70%

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