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Wii Inazuma Eleven Strikers
 
 
Inazuma Eleven Strikers - Wii
Jens Morgenschweiss (16.02.2013)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Level 5
GENRE: Sport
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 8 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-9
NUNCHUK: Ja (CC)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK6
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.45 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Inazuma Eleven hatte seinen Einstand auf dem DS schon vor ein paar Monden. Nun schiebt sich die Wii Version in den Fokus des Spielers. Da ich leider die DS Version nicht selbst gespielt habe und auch nicht der Serienjunkie bin, konnte ich relativ unvoreingenommen an die Sache herangehen. Natürlich habe ich mir auch ein paar Minuten der Anime im Fernsehen angetan, aber ich werde kein Fan mehr davon. Dennoch bekam ich einen ersten Eindruck des Spielgeschehens. Das könnte ja relativ interessant werden, war daher mein Gedanke...

Menus und die Story....

Eine Story wie man sie auf dem DS erleben konnte, hat man in der Wii Version nicht. Das war natürlich, nachdem Matthias von den DS Titeln geschwärmt hat, eine Enttäuschung. So überrascht es nicht, dass das Hauptmenu eher sporadisch seine Aufwartung macht. Hier findet man neben dem freien Spiel, den Turniermodus, das Clubhaus und die Rubrik Minispiel. Die Einstellungen lassen Euch zum Beispiel freie Hand bei der Gegnerstärke, der Halbzeitlänge, ob ihr mit Abseits oder Fouls spielen wollt. Bei den veränderbaren Einstellungen sollte die Tippsteuerung erst einmal auf "Ein" bleiben, damit man darauf aufmerksam gemacht wird, wenn eine Spezialtechnik angewandt werden kann. Hier finden wir auch die Passwortabfrage, mit der man versteckte Charaktere freischalten kann. Die dazugehörigen Passwörter findet man kinderleicht im Internet.

Das freie Spiel ermöglicht die erste Kontaktaufnahme mit dem Spielprinzip. Man sucht sich ein Team aus, legt ein paar grundlegende Teameinstellungen fest und schon kann es losgehen. Der Turniermodus ist ähnlich dem freien Spiel. Hier agieren aber 4 bis 8 Teams, die im KO-Modus gegeneinander antreten. Da diese beiden Modi den Multiplayerpart übernehmen, gehe ich später noch einmal darauf ein. Die Minispiele beinhalten die Trainingsübungen aus dem Clubhaus. Hier kann man sie aber mit vier Spielern spielen, um die Highscore - Krone zu erhaschen. Allerdings ist Teamwork der Schlüssel zum Erfolg. Das Kernstück des Singleplayerspaßes ist das Clubhaus. Hier stellt ihr euer eigenes Team auf, formt und verbessert ihr es.

Das Gameplay....

Im Clubhaus tummeln sich alle eure Spieler. Wenn man mit dem Cursor auf einen Spieler zeigt, erhält man neben seinen Namen, auch seine momentane Stimmung. Diese ist ausschlaggebend, wie schnell sich im Spiel seine Inazumaleiste füllt, damit er seine Spezialtechniken anwenden kann. Wenn seine Stimmung mies ist, nehmt ihn aus der Mannschaft und ersetzt ihn durch einen "bessergelaunten" Kollegen. Da die Auswechselmöglichkeiten begrenzt sind, muss man im Pokalmodus Spiele gewinnen und kann sich am Mannschaftspool des besiegten Teams bedienen. Natürlich ist das, wie alles im Leben, nicht umsonst. Man muss Inazumapunkte berappen. Aber auch die verdient man in den Pokalspielen. Bevor man aber das erste Match bestreitet, sollte man seinem Team ein paar Trainingseinheiten gönnen. Das steigert nicht nur die TP eurer Spieler, sondern verbessert auch noch ihre Freundschaften untereinander. Die Anzahl der TP ist wichtig, weil jeder Einsatz einer Spezialtechnik TP´s verbraucht und deren Regeneration im Spiel etwas Zeit benötigt. Eine feste Freundschaft zwischen den Spielern ermöglichen (manchmal) Kombitechniken, die noch effektiver sind, als die herkömmlichen Spezialtechniken. Und Freundschaften mit Schüsselspielern, verbessern noch stärker die Mannschaft.

Die Trainings- oder Minispiele sind alle auf Teamwork ausgelegt. Man hat also mindestens zwei Spieler, die an der Trainingseinheit teilnehmen. Einen Spieler übernimmt man selbst, den anderen steuert die CPU. Die Minispiele sind so deklariert, das man selber entscheiden kann, ob man hauptsächlich die Freundschaft oder die TP´s steigern möchte. Spaß machen sie alle fünf, aber man möchte nicht jedes Minispiel mit einem anderen Spielerpaar absolvieren. Durch das abwechselnde oder einzelne Drücken der A und B Taste, versetzen wir die Spieler in "Wallung". So ziehen wir einen Bus, verkloppen ein paar Autoreifen oder schießen (am Gummiseil hängend) den Ball aufs Tor. Wie erwähnt, erfolgreich ist man nur, wenn man im Team gut funktioniert. Schneller geht es im Freundschaftsspiel oder Pokal. Dort verbessern sich die Freundschaften aller Mitspieler, wenn man erfolgreich kickt. Doch bevor man ein Freundschaftsspiel bestreiten kann, muss man im Pokal ein Team besiegt haben. Also stellen wir unser Team zusammen und krallen uns die Pokale. Der Menupunkt Team bringt uns zu allen wichtigen Einstellungen. Hier legen wir die Aufstellung fest, wechseln unsere "deprimierten" Mitspieler aus, legen unsere Schlüsselspieler fest und bestimmen die Schützen für diverse Spielsituationen.

Die ersten Pokalrunden sind noch akzeptabel zu überstehen. Aber eins wird ganz schnell deutlich. Ein normales Fußballspiel ist das nicht. Wer Vorstellungen hat vom gepflegten Passspiel, über die "Außen" kommen und Flanken von der Grundlinie …, der kann gleich wieder ausmachen. Man passt den Ball schon ein paar Mal hin und her, um seine Inazumaleiste schneller zu füllen, aber mit Spielkultur hat das nix zu tun. Sobald die Spielermarkierung flackert und der Hinweis erscheint "B drücken", ist das normale Spiel vorbei. Nun geht es nur noch, seine Spezialtechnik durch langes drücken von B aufzuladen und FEUER! Beim Einsatz von Spezialtechniken erscheint eine nette Sequenz, die die Power des Move´s noch einmal verdeutlicht. Namensreichtum war auf jeden Fall vorhanden, als man die Spezialtechniken bezeichnete. Von "Kaiser Pinguin" über "Meteor-Klinge", "Wurmloch" oder "Blitz-Stibitzer" ist alles dabei. Nach der Sequenz rauscht der Ball beeindruckend Richtung Tor. Dabei ist es völlig Wurscht, ob man von der eigenen Eckfahne losschießt oder zwei Meter vor dem gegnerischen Tor. Nun wird der Torwart seine Spezialtechnik dagegenhalten und man wird sehen, wessen Technik die Oberhand behält. Wie sich das im Einzelnen gestaltet, ist etwas verworren. Das Handbuch versucht es zu erklären, aber so richtig schlau werde ich nicht. Wenn einer meiner Spieler mit seiner Technik zweimal nicht zum Erfolg kommt, wird er ausgewechselt. Da sich das Spielergebnis nur mit Hilfe dieser Spezialtechniken beeinflussen lässt, braucht man Akteure, die den Ball in die Maschen befördern können. Da ebenfalls die Abwehr- und Mittelfeldspieler starke Techniken besitzen, ist es schwer, bis in den gegnerischen Strafraum zu gelangen. Da scheint es fast Vorteilhaft, das man auf herkömmliche Weise kein Tor erzielen kann. Dadurch entrückt sich das Spiel aber noch ein wenig mehr.

Dennoch werden die Torhüter immer mehr TP verlieren, je öfter sie ihre Technik zum Einsatz bringen (müssen). Ist dessen TP im roten Bereich, kann man davon ausgehen, dass der nächste - auch nur leicht geladene - Schuss zum Erfolg führt. Im fortgeschrittenem Spiel wird man bemerken, das flüssiges spielen fast unmöglich ist. Jeder Spieler auf dem Feld wird seine Technik einsetzen und so jagt eine Sequenz die nächste. Wer es in den Einstellungen nicht deaktiviert hat, wird für eine kleine Grätsche mit einem Freistoß bestraft. Das ist dahingehend verwunderlich, als das wir mit einer "Bombenidee" einen Gegenspieler komplett straffrei in die Luft jagen können. Also sollte man die Fouls ausstellen, man kommt sich wirklich veralbert vor. Hat man das gegnerische Team besiegt, kann man, mit seinen erspielten Inazumapunkten, die besten Spieler der Truppe abwerben. Es gibt rund 200 Charaktere, die wir in Betracht ziehen können. Und dennoch ist es auch nur eine Mogelpackung. Einzelne Charaktere sind mehrfach vorhanden, so könnte man seine Mittelfeldreihe mit demselben Spieler mehrfach besetzen. Die Steuerung ist über die WiiMote mit Nunchuk oder den Classic Controller möglich. Sie funktioniert dabei tadellos, alle Aktionen werden prompt ausgeführt. Einzig im Defensivverhalten gibt es kleine Unzulänglichkeiten. Wer manuell den nächsten Abwehrspieler anwählen will, um den Angreifer zu stoppen, der klickt sich erst einmal durch das halbe Mittelfeld bevor er zum Ziel gelangt. ;-)

Der Pokalmodus erstreckt sich auf neun Spiele und eine darauffolgende Bonusrunde. Das sind zwar auch nur drei Spiele, aber wer das Finale vergeigt, muss die beiden Vorrundenspiele auch noch einmal absolvieren. Das kann schon etwas dauern und auch nerven. Schlussendlich ist aber alles in einigen Stunden erledigt. Also der Singleplayer ist nicht als Langzeitmotivation geeignet. Vielleicht wenn man mit Freunden den Multiplayer in Angriff nimmt???

Grafik & Sound....

Die Grafik ist nicht mehr als zweckmäßig. Dennoch ist der Wiedererkennungswert mit der TV Serie gegeben. Typisch Anime eben. Die Animationen zu den Spezialtechniken sind aber gut gelungen und auch sonst läuft alles rund. Da sich alles rund um das Spielfeld bzw. Clubhaus erstreckt, gibt es auch neben dem Platz nichts zu entdecken.

Die Musik kommt sehr gediegen daher, was mich persönlich gefreut hat. Sie ist immer unaufgeregt und sehr angenehm für die Ohren. Die deutsche Sprachausgabe erstreckt sich auf ein paar Wörter und erschöpft sich daher relativ schnell in Wiederholungen. Und ganz so treffend sind die Kommentare auch meistens nicht, aber das kennen wir ja auch schon zur Genüge von den "großen Vertretern" der Zunft. Beim Spielstand von 4:1 und noch zwei Minuten Spielzeit, braucht auch keiner mehr zu fragen: "Können sie das noch aufholen?".

Mehrspieler....

Für bis zu vier Spieler ist Inazuma Eleven Strikers ausgelegt. Wenn man gegen einen menschlichen Gegner spielt, tut man sich oft leichter. Hier hat man nicht den Eindruck, dass die gegnerische Inazumaleiste schneller gefüllt wird, als im Singleplayer. Wem es dennoch zu anstrengend ist, oder sich schon immer auf einen Trainer oder Managerposten gesehen hat, der kann das hier auch tun. Man kann als Trainer Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen, indem man seinen Spielern Anweisungen gibt oder ihnen mit der WiiMote auf dem Bildschirm zeigt, wo sie hinzugehen haben. Aber Vorsicht, die Defensiv und Offensivanweisungen sind nicht unbegrenzt einsetzbar. Als Manager kannst du für deine Spieler Erholungszonen auf dem Spielfeld schaffen, in der die TP und die Inazumaleiste wieder aufgefüllt werden. Man kann auch den Spieler anfeuern, der gerade seine Spezialtechnik anwendet. Dadurch wird diese auch noch verstärkt.

Fazit....

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich gar keinen Spaß mit Inazuma Eleven Strikers hatte. Dennoch fehlte mir der Tiefgang, den die DS Titel angeboten hatten. Der Pokalmodus ist viel zu kurz und die dauernden Sequenzeinspielungen nagen auch mit der Zeit an den Nerven. Wer aber im Vorfeld weiß, dass es sich keineswegs um ein ernsthaftes Fußballspiel handelt und schnelle Action sucht, der wird hier auch seinen Spaß haben. Natürlich dürfen wir die Augen nicht vor den inhaltlichen Ungereimtheiten verschließen. Ein Schiedsrichter, der eigentlich auf dem Feld nichts zu suchen hat, Standards die kaum existent sind und Tore, die man ausschließlich mit Spezialtechniken erzielen kann. Der Multiplayer ist auch keine Kaufentscheidung, weil er nicht überzeugend den Spaß rüberbringen kann. Onlinematches sind auch nicht möglich, dort hätte man sich wenigstens noch anschaulich messen können.

 

+ leichte Steuerung
+ WiiMote und Classic Controller
+ ansprechende Spezialtechniken
+ guter Anspruch
- zu geringer Umfang
- keine normalen Tore möglich
- schon zu viele Sequenzen
- grafisch bieder

GRAFIK: 66%

SOUND/EFFEKTE: 62%

MULTIPLAYER: 60%

GESAMTWERTUNG: 60%

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