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Wii Ice Age 4: Die Arktischen Spiele
 
 
Ice Age 4: Die Arktischen Spiele - Wii
Matthias Engert (02.09.2012)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: behaviour
GENRE: Minispiele
SPIELER: 1(2) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-4
NUNCHUK: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK0
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Früher hatten Spiele zu diversen Kinofilmen einen allgemein schlechten Ruf. Oft war die Lizenz das teuerste an den Titeln, so dass bei der Programmierung meist gespart wurde. Das hatte sich eigentlich in der jüngeren Vergangenheit merklich entspannt. Selbst das hier vorgestellte Thema Ice Age, konnte in früheren Umsetzungen durchaus gefallen und bot den angepeilten Zielgruppen ordentliches Gameplay. Dann kam der 4er… Oder sagen wir zumindest bisher die Handheld Versionen. Die vor kurzem vorgestellte 3DS Version war ein extremer Rückfall in die Zeiten "Teure Lizenz - Billiges Spiel". Denn gerade inhaltlich wurde man doch herb enttäuscht und das bei dem Preis für die Kinofilmumsetzungen. Alles wird besser, sagte auch ich mir, und freute mich durchaus auf den großen Bruder auf der Wii. So nach dem Motto, schlechter geht nicht mehr, war ich gespannt was die Entwickler auf der Wii vollbracht haben. Das Ergebnis steht fest, welches ich euch im folgenden Test mal etwas näher bringen möchte.

Menus und die Story....

Verantwortlich für die Wii-Version waren ebenfalls die Mannen der Entwicklerschmiede behaviour. Eigentlich keine schlechte Bude, so dass ich schon hoffte, sie hätten hier ein wenig Wiedergutmachung betrieben und die 3DS-Version wäre nur ein Ausrutscher. Beim Drumherum passt soweit eigentlich erst mal alles. Ihr bekommt ein komplett deutsches Spiel präsentiert, das neben dt. Texten wie der kleine Bruder, die original deutschen Synchronstimmen bietet. Immer eine gelungene Sache für ein solches Spiel. Spielbar in allen Bildformaten der Wii, ist auch der Speicherbedarf mit 1 Seite ansprechend gering. Abgerundet von einem Mehrspieler, der wie auf dem 3DS für 2 Spieler gemacht ist. Aber hier geht es schon los mit den Ungereimtheiten. Gleichzeitig gibt es auch auf der Wii keine Mehrspieleraction, sondern wieder nur abwechselnd. Was wohl auch die Kennzeichnung des Spiels für 1 Spieler auf der Packungsrückseite erklärt. In Sachen Story dreht sich natürlich auch in der Wii-Version alles um das Aufeinandertreffen der bekannten Ice Age Garde mit den finsteren Gesellen rund um Captain Utans Piratenmannschaft. Hintergrund ist ein Schatz, um den es sich hier dreht. Denn um zu klären wem er nun gehört, einigen sich die Beteiligten auf einen Wettkampf, bei dem die Gewinner den Schatz für sich beanspruchen können. Also stellen sich die einzelnen Mitglieder beider Seiten in verschiedenen Wintersport Wettbewerben, um den Sieger zu ermitteln.

Mein erster Gedanke nach dem Einschalten war, das kenne ich doch von irgendwoher und sollte leider nicht der letzte Moment dieser Art sein. Ohne großartigen Vorspann oder ähnliches erwartet euch genau das gleiche Hauptmenu wie auf dem 3DS. Hier habt ihr zunächst 4 Menüpunkte zur Auswahl. Neben dem Start einer "Neuen Story", gibt es den "Turnier-Modus" für 2 Spieler, das "Freie Spiel" um Just for Fun die Bestenlisten allein oder zu zweit zu füllen und zu guter Letzt die Optionen. Allerdings ohne großartige Inhalte, da man hier einzig die Sprachwahl noch einmal zur Verfügung hat und sich die Credits anschauen kann. Ihr merkt schon, irgendwelche Belohnungen oder Bonus Modi vermisst man auch in der Wii-Version. Sobald ihr im Story-Modus einen Spielstand angelegt habt, kommt über das Hauptmenu die "Story fortsetzen" Option noch mit dazu. Leider ist auch das Thema freispielen von Inhalten ein Thema für sich. Denn da gibt es eigentlich nichts. Was im Spiel enthalten ist, geht sofort und sollte leider auch hier wieder äußerst schnell zu Ende sein. Aber greifen wir den Dingen nicht vor und schauen uns den Story-Modus für einen Spieler mal etwas genauer an. Vielleicht finden wir ja doch noch einen Wii-Bonus.

Das Gameplay....

Auch beim reinen Spielstart der Story, der wir uns natürlich zuerst widmen, gibt es keinerlei Unterschiede zum 3DS-Bruder. Wie in allen Spielmodi in Ice Age 4, könnt ihr auch zu Beginn des Story Modus die bevorzugte Seite wählen. Sprich ihr könnt nicht nur Sid & Co steuern, sondern auch die Geschicke über Utans Schergen übernehmen. Wirklich auswirken tut sich dies aber in keiner Form. Das nun der Story-Modus noch ein bisschen Flair mitbringt, liegt an den zahlreichen Sequenzen in der Machart der Filme. Wie schon erwähnt komplett lokalisiert, muss man aber die stark komprimierte Machart ansprechen, welche die Sequenzen stark verpixelt aussehen lassen. Inhaltlich gibt es dann gleich die nächste Überraschung. Denn auch dieser ist 100% identisch mit dem kleinen Bruder und setzt sich im vierten Teil aus insgesamt 10 Minispielen zusammen, die man in Sportarten umgesetzt hat, die mehr oder weniger umfangreich daherkommen. Bedeutet hier, dass man als Spieler eine Sequenz zu sehen bekommt, an dessen Anschluss die erste Disziplin der Arktischen Spiele startet. Innerhalb der Sequenzen bekommt man sofort zu sehen, wer gegen wen antritt und der Wettkampf beginnt. Es gibt hier weder irgendwelche Upgrades oder sonstigen Einflussmöglichkeiten. Einzig ein Bildschirm zur Steuerung der kommenden Disziplin wird euch präsentiert, diese akustisch vorgestellt und los geht's. Das ist also inhaltlich leider wieder sehr dünn und sollte nicht die einzige Enttäuschung bleiben. Ziel ist es nun die folgende Disziplin zu gewinnen und die maximal mögliche Punktzahl einzuheimsen.

So gibt es für den Sieger 5 und für den Verlierer 2 Punkte, die nach Ablauf aller Disziplinen den Sieger ergeben. Wobei bei Punktgleichstand, erneut der menschliche Part als Sieger hervorgeht. Kurios dass dieses Ergebnis identisch mit meinem 3DS Abenteuer war. Spielerisch geht es dabei fast immer allein zur Sache, sprich Live um euch herum habt ihr nie Gegner. Einzig in einer einzigen Disziplin, geht es zumindest mal Rundenweise zur Sache. Erklärt auch recht fix das Abwechseln der Mitspieler beim Thema Mehrspieler. Die 10 Disziplinen, die man wie schon erwähnt eher als Minispiele durchgehen, sind dabei alles andere als schwer, oder gar mit einem intensiven Tiefgang behaftet. Klar dürfte sein, dass alle in winterlichen Gefilden spielen und teilweise an reale Sportarten erinnern. Beste Beispiele sind dabei das Bob-Rammen, das Berg-Driften oder die Panzerspiele. In der Aufzählung nichts anderes als kleine spielerische Umsetzungen des Bobfahrens, des Slaloms und des Curlings. Kurioserweise sind dann gerade diese Disziplinen noch die unterhaltsamsten, während andere Disziplinen sehr kurz und leider auch spielerisch sehr schlecht umgesetzt sind. Sobald nun eine Disziplin gestartet ist, geht es wahlweise darum Zeiten zu erfahren, wobei man nie in diesem Durchgang weiß, wie gut oder schlecht der Gegner ist. Das Ergebnis gibt es wirklich erst hinterher. Oder es dreht sich alles um einen Highscore, bei dem vor allem das Sammeln von Eicheln eine entscheidende Rolle spielt. Ab und an wird beides auch gemischt. Beim Slalom kann man z.B. neben dem Durchfahren der Tore noch Eicheln sammeln, die am Ende eine mehr oder weniger große Zeitgutschrift bedeuten.

Dabei wird in Sachen Steuerung auf der Wii nur auf die Remote gesetzt, was hier auch vollkommen ausreicht. Muss ja zwangsläufig nichts schlechtes sein, erzeugt aber in einigen Spielen einen zusätzlich auch noch durchwachsenen Eindruck. Vor allem dadurch bedingt, dass man anders als auf dem 3DS, z.B. Richtungsänderungen bei den Rennspielvarianten über freie Bewegungen der Remote umgesetzt hat. Und die leiden ein wenig an der leicht hakeligen Steuerung. Am meisten Spaß macht kurioserweise hier das Panzerspiel, das nichts anderes als eine Runde Curling darstellt. Bedingt durch mehrere Durchgänge und abwechselndes Spielen mit dem Gegner. Dazu das Feeling mit Bande zu spielen und physikalisch halbwegs korrekt, gegnerische Objekte zusätzlich durch die Gegend zu kicken, machen hier den Reiz aus. Auch eines der Zeittechnisch längeren Spiele. Dabei setzt man hier in Sachen Steuerung auf verschiedene Umsetzungen und es gibt neben der angesprochenen Bewegungssteuerung auch simple Tastenvarianten. Einmal gilt es per Schleuder entfernte Ziele auf beweglichen Eisbergen zu treffen. Dazu dreht man ebenfalls mittels Remote die Schleuder im gewünschten Winkel nach unten und drückt zusätzlich eine Taste um zu feuern. Aber es gibt auch richtig schlechte Spiele, die nicht nur kurz sind, sondern auch über eine mangelhafte Steuerung verfügen. Sind übrigens genau die gleichen wie auf dem 3DS. Einmal gilt es Scrat in die Tiefe des Bildschirms zu schießen, in der Luft kurzzeitig einen Schub zu geben, möglichst auf eine Plattform zu landen und erneut in die Luft zu katapultieren, um damit an Weite zu gewinnen. Dauert nur wenige Sekunden, um dann meist doch im kühlen Nass zu landen. Oder das Klempner Spiel, bei dem man auch mal Scrat steuert.

An einer Eiswand kletternd muss man Löcher in der Wand stopfen, aus denen Wasser austritt. Bedeutet hier per Steuerkreuz dorthin zu klettern und über den Lecks Tasten gedrückt halten. Hier stört die Verzögerung, ehe Scrat auf die Richtungsangabe reagiert. Das ist leider das große Problem des Spiels. Die meisten Spiele sind sehr kurz und fordern den Spieler kaum bis gar nicht. Das man trotzdem durchaus mal verliert, liegt dann in der Tat an der Steuerung und kleinen technischen Macken in manchen Minispielen. Der Drang die 30 Minuten, länger dauert auch auf der Wii ein Story Durchgang nicht, dann mit der Gegnerseite noch mal anzugehen, hält sich dadurch arg in Grenzen. Auch weil Rekorde hier nicht gespeichert werden. Dazu muss man das Freie Spiel anwählen. Nur spielt man weder etwas frei, noch lohnt das Ganze. Dafür wird innerhalb der Story gespeichert, auch wenn das dem Spiel logischerweise nicht zu einer besseren Bewertung verhilft. Lange her, dass spielerisch mal so wenig in einem Spiel steckte. Von daher zeigt sich auch die Wii-Version leider von einer sehr negativen Seite.

Grafik & Sound....

Positive Dinge in diesem Spiel zu finden, fällt leider wirklich schwer. Das gilt auch für den grafischen Teil. Denn auch hier bekleckert sich das Spiel nicht mit Ruhm. Wären 50 oder mehr unterhaltsame Minispiele im Spiel enthalten, könnte man den Grafikstil noch als Zielgruppenorientiert bezeichnen. Aber bei 10 Minispielen sieht man darüber nicht so hinweg. Einfache Texturen wie zu GCN Zeiten und wenig animierte Inhalte, lassen auch hier den Spieler mit vielen Seufzern zurück. Egal ob man nun in 2D Gameplay agiert oder auch mal in die Tiefe des Screens manövriert, es ist alles sehr einfach gehalten. Das man nun satte Farben in einem Spiel mit Winterthema eh nicht übermäßig erwarten darf ist zwar klar, aber etwas mehr hätte es schon sein dürfen. Das man dabei technisch ein paar Macken drin hat, was Kollisionsabfrage und Ruckler angeht, ist dann fast nicht zu verzeihen. In diesem Bereich ebenfalls ein sehr schwacher Auftritt.

Der Sound ist insgesamt auch in der Wii-Version noch das Beste am gesamten Spiel. Zum einen weil die Musiken von der fröhlichen und gelungenen Sorte sind. Zum anderen aber vor allem durch die gelungenen Dialoge der Sequenzen. Hier spürt man sofort, dass die Original Stimmen vorhanden sind. Nur deshalb kauft man sich noch lange kein Wii-Spiel. Da kann man dann auch noch 4 Wochen warten und kauft sich die Blu-ray. Effekte sind vorhanden und ausreichend. Nicht mehr und nicht weniger.

Multiplayer....

Der Mehrspieler ist einzig für jüngste Fans des Films vielleicht noch ein Blick wert, auch wenn man hier ebenfalls viele Augen zudrücken muss. Denn gehobenen Ansprüchen genügt der Mehrspieler keineswegs. Und das zu dem aktuell noch geltenden Preis, wo man zig Alternativen auf der Wii findet. Dazu ist zum einen die reine spielerische Umsetzung nicht geeignet und bietet auch nichts abseits der enthaltenen Minispiele. Live spielt man hier eh nicht gegeneinander, sondern immer schön abwechselnd. Gerade in den Rennvarianten macht es einfach wenig Spaß, wenn man keinen direkten Konkurrenten um sich hat. Da hilft dann auch die Tatsache nicht, dass man nur eine Remote benötigt.

Fazit....

Hätte ich wirklich nicht gedacht, dass ich hier inhaltlich den identischen Umfang vorfinden würde wie auf dem 3DS. Mit allen Schwächen und hier und da sogar noch ein paar mehr technischen Macken. Inhaltlich einfach sehr dünn, viel zu Leicht und vor allem viel zu kurz. So zeigt sich leider der 4er auch auf der Wii. Gerade mal 10 Disziplinen, die insgesamt eine Spielzeit von 30 Minuten ergeben, sollten heutzutage eigentlich kein Entwicklerstübchen mehr verlassen. Da es weder großartige Alternativmodi gibt, geschweige denn Ziele und Dinge zum Freispielen, macht man sich allein hier keine Freude. Und selbst wer seinen jüngsten Sprösslingen was Gutes tun will, findet auf der Wii bessere Alternativen. Die Arktischen Spielen sind auf den Handhelden, wie auch auf der Wii, ein herber Rückfall in alte Zeiten der schlechten Kinofilm Umsetzungen. Dass es geht zeigen ja andere Vertreter, wie die kürzlich vorgestellte Versoftung zu Merida. Wollen wir hoffen dass dies wirklich mal wieder ein deftiger Ausrutscher war und schließen damit das spielerische Kapitel zu Ice Age 4.

 

+ Original Synchronstimmen
+ Komplett Deutsch
- Inhaltlich sehr dünn
- Insgesamt zu Leicht
- Nach 30 Minuten alles gesehen
- Keine Boni/Freischaltbares

GRAFIK: 50%

SOUND/EFFEKTE: 70%

MULTIPLAYER: 40%

GESAMTWERTUNG: 30%

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