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Wii Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2
 
 
Harry Potter u.d. Heiligtümer des Todes Teil 2 - Wii
Matthias Engert (27.07.2011)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: EA Bright Light
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 4 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-4
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK12
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.45 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Vor kurzem haben wir uns ja mit dem ersten Teil der Serie ein Spiel angeschaut, dass so ziemlich alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann. Spielerisch dünn, eine schlechte Steuerung, wenig Atmosphäre in der Story und zudem noch grafisch auf überschaubarem Niveau. Das wir da über einen Harry Potter Titel aus dem Hause EA reden, ist ebenfalls nicht gerade alltäglich. Schließlich ist die Serie eine, mit der man am meisten verdient hat. Was natürlich im Umkehrschluss bedeutet, ein Nachfolger kann eigentlich nur besser werden. Die Erinnerungen an Teil 1 der Heiligtümer des Todes sind noch frisch, umso mehr war ich gespannt, was EA Bright Light aus dem zweiten Teil gemacht haben. Und vor allem, hat man sich die Kritik zu Herzen genommen. Denn ich glaube jeder Spieler, der blind den ersten Teil gekauft hat, wird dem zweiten Teil sehr skeptisch gegenüberstehen. Viele Gründe also den zweiten Teil der Heiligtümer des Todes genauer unter die Lupe zu nehmen.

Menus und die Story....

Zumindest durften sich die gleichen Entwickler wieder versuchen und an der Abarbeitung der Hausaufgabenliste arbeiten. ;-) Was auch schon beim ersten Teil gut begann, stimmt zunächst auch hier. Die Rahmenbedingungen sind passend und bieten bis auf den fehlenden Multiplayer wieder alles, was die Wii Konsole zu bieten hat. Neben der kompletten Lokalisierung des Titels, was neben den Texten auch die Sprachausgabe betrifft, ist auch der Speicherbedarf mit 4 Seiten genauso gering wie beim Vorgänger. Bild-technisch stehen euch alle Modi der Wii Hardware zur Verfügung. Als Steuerungsvariante geht es einmal mehr mit dem Remote / Nunchuk Doppel zur Sache. Erste Bewährungsprobe stellt auch hier die Story dar. Und siehe da, hier hat man seine Hausaufgaben gemacht. Was aber auch kein Kunststück ist, bietet nicht nur die Rückkehr nach Hogwarts einfach viel mehr Möglichkeiten, als die Fluchtgeschichte im Vorgänger. Zwar ist der Bezug zum Film selber Diskussionswürdig. Aber zumindest hat man hier verstanden die Abläufe und Ereignisse halbwegs gut zu verbinden. Besser gelungen ist den Entwicklern aber die reine Atmosphäre, die um Längen besser rüber kommt.

Im zweiten Teil dreht sich natürlich alles um das große Finale in Hogwarts, bei dem Harry und sein ewiger Feind endgültig aufeinandertreffen. Bis dahin verfolgt der Spieler aber auch die Reise nach Hogwarts und wie sich nach und nach ganz Hogwarts gegen die Invasion von Voldemort und seinen Schergen zu wehren beginnt. Es gilt vor allem viel mehr in bekannten Orten Hogwarts zu agieren und allein Locations wie die Kammer des Schreckens, oder ein Level, dass komplett um die große Holzbrücke spielt, geben auch Story-technisch viel mehr her. Das zudem auch die Grafik und Sprachausgabe besser geworden sind als im ersten Teil, kommt hier ebenfalls positiv hinzu. Der Start in das Spiel ist fast identisch mit dem ersten Teil und selbst die Menüs sind sich äußerst ähnlich. Zunächst legt der Spieler eines von drei möglichen Profilen an, unter denen ab jetzt die Erfolge und der Spielfortschritt gespeichert werden. Das folgende Hauptmenu offeriert euch erneut den Spielstart, die Fortsetzen Option, sowie die Einstellungen und Herausforderungen. Auch die sind im zweiten Teil enthalten, über die ich mich im Game Play Teil noch etwas intensiver auslasse. Dass man die Optionen in Sachen Steuerung weit weniger besucht als im Vorgänger, hat mit der verbesserten Steuerung zu tun. OK schlechter ging auch nicht. ;-) Ich war also sehr gespannt, was EA Bright Light nun spielerisch auf den Gamer losgelassen hat. Also los ihr Zauberlehrlinge,..., schauen wir was der vorläufig letzte spielerische Ableger um Harry Potter inhaltlich und spielerisch so drauf hat.

Das Gameplay....

Beginnt man ein neues Spiel, darf man zunächst aus erneut 3 Schwierigkeitsgraden auswählen. Auch dieses Mal sind diese recht gut abgestuft, im Vergleich und auch durch die bessere Steuerung, aber leichter angesetzt als im ersten Teil. Man sollte auch hier schnell merken, dass sich auch dieser Titel eher an die jüngere Zielgruppe richtet. Von daher sollten Liebhaber spannender und unterhaltsamer Adventure Spiele kritisch weiterlesen. Denn das bietet der Titel nur sehr selten. Denn auch der zweite Teil der Heiligtümer des Todes ist im Hauptteil wieder ein Action Titel, der mehr Wert auf Balleraction mit Zauberei legt. Nur gibt es glücklicherweise ein paar einschneidende Unterschiede zum ersten Teil. Aber dennoch, eine Kehrtwende sieht anders aus und spielerisch erwartet einen hier nichts anderes als in Teil 1! Besser geworden sind auch im zweiten Teil die grafischen Einflüsse, was dann auch für die vielen Sequenzen gilt. Allein die verbesserten Maße der Beteiligten machen da eine Menge aus. So sieht allein Ron nicht mehr aus wie der Missing Link. ;-) Auch die Dialoge sind erwachsener und spannender gestaltet, so dass auch hier die Verbesserung klar feststellbar ist. Dabei spielt sich nicht das gesamte Spiel in Hogwarts ab und die ersten Abschnitte führen euch unter anderem auch in die Hochsicherheitsverliese der Zaubererbank Gringott. Dort macht der Spieler dann auch seine ersten Gehversuche und lernt die Grundlagen des Spielsystems und der Steuerung kennen.

Insgesamt warten im Spiel 12 mehr oder weniger große Levels auf den Spieler. Genau die gleiche Anzahl an Herausforderungen gibt es, die dann Shooter Action in Zauberer Art ohne Story Hintergrund ermöglichen und nach Zeit gespielt werden können. Allerdings muss man diese durch das Finden von bestimmten Objekten im Hauptspiel erst freischalten. Ein weiterer zunächst gelungener Fakt ist das Einbinden von 8 spielbaren Charakteren, die sich auf die Level verteilen. Allerdings und das zieht das Thema wieder etwas nach unten, sind die Umfänge nicht immer sonderlich hoch. Aber es bringt Abwechslung in das von Harry dominierte Charaktersystem. So spielen sich auch viele Levels komplett anders, auch wenn das Thema Action mit Ballerei in irgendeiner Form immer das Grund Game Play darstellt. Kümmern wir uns erst mal um das Grund Game Play und vor allem die Steuerung, über die wir im ersten Teil kaum etwas Gutes berichten konnten. Schon der erste Eindruck in den Verliesen ist ein ganz anderer, auch wenn die Entwickler das Pointer System komplett beibehalten haben. Sprich erneut dient der 3D Stick zum Laufen, während ihr mit der Remote die Blick- und damit auch Laufrichtung vorgebt. Nur mit dem einschneidenden Unterschied, dass diese wesentlich weicher funktioniert und auch nicht mehr ruckt, sobald man die Remote mal außerhalb des Bildschirms positioniert. Sie lässt den Spieler zwar nun nicht in Jubelstürme ausbrechen, lässt einen aber ganz anders durch die Locations wuseln.

Einzig bei engen Momenten wie mit Hermine, die man steuert und Ron, den man verteidigen soll und euch ständig Spinnen um die Beine krabbeln, wird es gerne mal unübersichtlich. Gespielt wird erneut in der Third Person Perspektive, die auch beim Zielen mittels gedrückter B-Taste in dieser Sicht bleibt. Auch hier ist einfach die Engine viel ruhiger im Umgang mit Gegnern, die euch erneut von allen Seiten attackieren. Hauptaktion im Spiel ist es wieder Gegner aller Schwierigkeiten umzulegen. Dabei kommt wieder das Zauber Feature zum Einsatz und ihr als Spieler habt erneut die Möglichkeit an den verschiedensten Objekten Deckung zu nehmen und auch aus diesem Schutz zu feuern. Hauptbestandteil hier ist der Zauber Stupor, den man die meiste Zeit über einsetzt. Diesmal stehen euch mehr als 10 verschiedene Zauber zur Auswahl, die teilweise nur Levels bezogen enthalten sind. Sprich manche braucht man wirklich nur in einem Level. Über 2 Tasten und das Steuerkreuz hat man diese eingebunden. Das System hat Vor- und Nachteile. Denn wie setzt man 8 Zauber über 4 Steuerkreuz Richtungen um? Ganz klar, es gibt den Doppelklick. ;-)) Denn jede Richtung einmal drücken aktiviert einen Zauber, während zweimal Drücken einer Richtung eben einen anderen aktiviert. Per A-Taste feuert man oder setzt diesen eben ein. Vorteil dass man also nicht über ein Menu gehen muss und so den Spielfluss unterbricht, Nachteil dass man sich natürlich auch mal gerne verdrückt.

Besonders dann zu spüren, wenn man in manchen Levels mehrere Zauber in kurzer Abfolge nutzen muss. Bestes Beispiel ist hier der Kampf zwischen Snape und Professor McGonagall, wo man zum Besiegen Snape oft erst sein Schild zerstören muss, um ganz schnell danach auch einen eigenen Angriffszauber nutzen muss. Gilt später auch für die Verteidigung der Brücke, wo ein ähnliches System angewendet wird. Wer damit klar kommt, hat dann auch wenige Probleme mit den Gegnern. Was ich sehr schade finde und mir Persönlich fehlt, ist die Charakterentwicklung und das Verbessern der Zauber. Im schlechten ersten Teil noch einer der ganz wenigen Lichtblicke, fehlt das hier völlig. Finde ich sehr schade, hätte man doch so die Motivation schon noch ein wenig heben können. Auf der anderen Seite wäre man mit verbesserbaren Zaubern wohl noch schneller durch das Spiel gekommen. Neben dem erneut recht überschaubarem Game Play, ist nämlich die reine Spielzeit der zweite große Kritikpunkt im zweiten Teil. Erst auf dem schwersten Grad erlebt man schon oft ein jähes Ende des eigenen Charakters. Hier freut man sich dann über die recht gut platzierten Rücksetzpunkte innerhalb der Levels. Auch die Gegnerschaft ist hier durchaus kniffliger, weil sie mehr einstecken können und im Gegenzug Treffer bei euch auch mehr Wirkung zeigen. Künstlich erschwert hat man die Balleraction zudem durch den Fakt, dass man seine Zauber nicht ewig oft hintereinander einsetzen kann. Oder sagen wir besser, viele werden mit zunehmender Dauer sehr ungenau. Das hier so gewollt und vergleichbar mit dem Erhitzen diverser Waffen in Shooter Spielen, wo man auch erst mal ein paar Sekunden warten muss, ehe die Waffe wieder einsetzbar ist.

Gutes Beispiel ist hier Stupor, mit dem man einige Sekunden sehr treffgenau ist, dann aber immer weiter streut und selbst Gegner, die ein paar Meter vor euch stehen, nicht mehr trifft. Auch hier gibt es einige Level, die wirklich nur Balleraction in dem Sinne beinhalten. Im Falle der Holzbrücke und dem Level mit diesem Thema, aber auch eines der spielerisch besseren Level. Auch weil man hier zweigeteilt zur Sache geht. Im ersten Teil steuert man Seamus beim Versuch 6 Sprengsätze an den Pfeilern zu platzieren. Also heißt es Laufen und Ballern, um nach und nach voran zu kommen. Sind alle angebracht wechselt das Ganze auf Neville, der noch oben auf der Brücke steht. Hier geht es nun darum den Rückweg von Seamus zu sichern und ihr agiert in Sniper Manier. Zugegeben auch das ist alles andere als gewohntes Harry Potter Game Play. Aber zumindest unterhaltsamer als jedes Level im ersten Teil. Da ist es auch schade, dass man keinen Mehrspieler eingebaut hat. Denn es gibt ja auch einige Levels, in denen man mit Harry agiert und Ron und Hermine als "feuernde" Unterstützung mit herumlaufen. So etwas könnte man ja auch als Ko-op umsetzen. Eher enttäuschend im Vergleich zu manch anderen Levels ist dann das große Finale im Spiel. Hier hat man sich irgendwie mehr versprochen, ohne dass ich hier zu viel erzählen will. Schließlich will der Harry Potter Fan das Ende ja selber mit Spannung erleben. Ist man dann, in meinen Augen leider viel zu schnell durch, stellt sich sehr schnell das Sättigungsgefühl ein und die Lust die Herausforderungen anzugehen, hält sich allein sehr in Grenzen. So bleibt auch beim zweiten Teil ein fader Beigeschmack. Auch wenn man spielerisch fast alles besser macht, als im ersten Teil. Eine Granate im Videospiel Universum ist auch der zweite Teil der Heiligtümer des Todes nicht.

Grafik & Sound....

Die Verbesserungen im Spiel gegenüber dem ersten Teil, sind auch in grafischer Hinsicht spürbar. Das beginnt bei den reinen Charaktergestaltungen, den Umgebungen und auch der technischen Seite. Etwas mehr Detailfreude, mehr animierte Umgebungsobjekte und sattere Farben gehören hier auf die Haben Seite. In der obersten Liga der Wii spielt der Titel zwar nicht, bietet aber gegenüber Teil 1 einen ungemein höheren Wiedererkennungseffekt. Wobei auch hier das hauptsächliche Spielen in Hogwarts einen sehr großen Anteil daran hat. Wie die Steuerung, ist auch die Framerate an sich weicher umgesetzt. Geblieben ist aber manche Unart bei der Kollisionsabfrage, was man wieder bei der Nutzung des Deckungsfeatures spürt. Visuell zielt man frei auf den entfernten Gegner, nur bleibt das "Geschoss" dann doch oftmals an einer unsichtbaren Kante hängen.

Beim Sound hält man in etwa das Niveau des Vorgängers, wobei hier die bessere Atmosphäre durch die Story und bekannten Umgebungen auch zu mehr Wirkung der Musik beim Spieler führt. Die oft orchestralen Stücke sind dadurch prägnanter und unterstützen vor allem in den Verliesen und ähnlichen Umgebungen das etwas anspannende Feeling. Effekte sind wieder genug vorhanden und auch passend umgesetzt. Ebenfalls verbessert kommt die Sprachausgabe daher, die vor allem von einer erwachsener wirkenden Betonung lebt. Hörte sich mancher Spruch im ersten Teil noch sehr gekünstelt an, hat man das hier besser hinbekommen.

Fazit....

Würde man hier nur Teil 1 und Teil 2 der Heiligtümer des Todes miteinander vergleichen, so ist der aktuelle zweite Teil ein regelrechter Quantensprung. Eigentlich in allen Bereichen hat man die Schwachpunkte aus Teil 1 beseitigt, so dass man dem Spiel zumindest einen ordentlichen Unterhaltungswert bescheinigen kann. Einzig das man hier auf die Charakterentwicklung und das Fehlen der Zauberupgrades verzichtet hat, fällt im direkten Vergleich negativ auf. Dennoch kann dies über die anderen Schwächen im zweiten Teil, gegenüber der anderen Wii Konkurrenz nicht hinwegtäuschen. Vor allem der Schwierigkeitsgrad und besonders die Spielzeit könnten wesentlich höher sein. Hier bietet der zweite Teil zu wenig, um mit den Größen des Genres mitzuhalten. Das man zudem auch hier wieder nur das etwas oberflächliche Action Shooter Game Play umgesetzt hat, dürfte für wahre Harry Potter Fans wohl die schlechteste Nachricht sein. Hier hat sich nicht nur in den Kinofilmen mit der Zeit alles etwas geändert, sondern auch in den Spielen dazu. Von daher ist auch der zweite Teil der Heiligtümer des Todes nur ein Action Titel unter vielen, der aber wenigstens von einer besseren Story und Atmosphäre lebt. Aber ein Killer Feature und Kaufgrund stellt dies in meinen Augen nicht dar.

 

+ Zauberspruch Vielfalt
+ Weichere Steuerung
+ Story Umsetzung/Atmosphäre
+ Komplett deutsch/Synchro
+ Grafisch verbessert
+ Kurze Ladezeiten
- Spielzeit viel zu kurz
- Viel stupide Balleraction
- Kein Upgrade System mehr
- Leichter als Teil 1

GRAFIK: 67%

SOUND/EFFEKTE: 72%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 60%

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