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Wii Harvest Moon: Magical Melody
 
 
Harvest Moon: Magical Melody - Wii
Matthias Engert (08.02.2009)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Marvelous
GENRE: Simulation
SPIELER: 1(4) Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 4 Seiten
60HZ-MODUS: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-8
NUNCHUK: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Nein/Nein
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Aktuell ist die Nintendo Gemeinde mal wieder im Simulations Fieber. Ob das mit Animal Crossing ist, dem DS Ableger von Harvest Moon, oder eben mit der schon länger erhältlichen Wii Ausgabe der Farm Umsetzung. Dabei hat die aktuelle Wii Version Magical Melody eine bewegte Geschichte hinter sich. Immerhin war der Titel seinerzeit noch für den GCN geplant und wurde erst im Laufe der Zeit gleich für die Wii angekündigt. Die Gefahr ist natürlich, das man ein eigentlich schon altes Game nur noch mal anpasst und auf die Spieler loslässt. Und wie sich zeigen sollte ist auch genau dieser Fall eingetreten und es gibt mehr als genug über diesen Titel zu schreiben. Man erlebt einerseits ein technisch fast schon antiquiertes Spiel auf der Wii, um auf der anderen Seite den Harvest Moon Titel in den Händen zu halten, der vielleicht den größten Tiefgang bietet. Zumindest sollten immerhin 25 Stunden ins Land gehen, bis ich mich endlich dazu entschlossen habe, den Test zu schreiben ohne das ich dabei wirklich fertig bin mit dem Gameplay Inhalt. Was drinsteckt und warum das Game viele Extreme bietet, soll euch der folgende Test veranschaulichen.

Menus und die Story....

Erneut entwickelt wurde der Titel von der Software Schmiede Marvelous Entertainment, so das man zumindest davon ausgehen konnte, das eigentliche Spielprinzip auch wieder erkennen zu können. Das Magical Melody allerdings einst für den GCN geplant war, merkt man beim gesamten Thema der Technik und der Rahmenbedingungen. Denn weder Surround Sound, Sprachausgabe oder hohe Auflösungen bietet das Spiel. Einzig der 50Hz Modus ist möglich und zeigt selbst dort hier und da diverse Schwächen. Eigentlich nicht zu verzeihen ist der Umstand das man mit dem Spiel ein Mischmasch an Sprachen bekommt. Egal wo man sich im Spiel und damit Menutechnisch befindet, mal spielt Englisch die Hauptrolle und mal ist wieder vieles in Deutsch gehalten. Selbst innerhalb eines Menus findet man Beschreibungen in 2 Sprachen. Nicht gerade ideal. Spielbar ist Magical Melody mit dem bekannten Doppel Remote und Nunchuk. Und auch hier wirkt die Umsetzung alles andere als konsequent. Man merkt die frühere Pad Umsetzung auch hier. Kein Harvest Moon Spiel ohne eine Story. Bei weitem keine Oscarverdächtigen Scripte, kommt auch die Story hier etwas abstrakt daher. Anders als früher hat die eigentliche Location, das Dorf hier nicht mal einen Namen. Ihr als Neuankömmling im Dorf seht euch dabei 2 großen Problemen ausgesetzt. Neben einem ständigen Wettstreit um die erfolgreichste Farm mit der Dorfbewohnerin Jamie, steht als große Aufgabe das Befreien der Erntegöttin an. Diese aus anderen Harvest Moon Spielen bekannte Person, wurde hier versteinert und kann nur durch eine magische Melodie wieder zum Leben erweckt werden. Um diese Melodie zu bekommen, muss man als Spieler 50 der maximal 100 möglichen Noten erspielen. Jeweils 5 ergeben immer ein Musikinstrument im magischen Schrein und erlösen die Erntegöttin, sobald Ihr 50 davon gesammelt habt. Überwacht wird das ganze von den ebenfalls bekannten Erntewichteln, die hier eine völlig andere Funktion haben, als man das von früher her kannte. Also heißt es Arbeiten ohne Ende, um diese und viele weiteren Spielziele erfüllen zu können. Denn das Grundprinzip, dem erfolgreichen Bewirtschaften einer Farm, gilt auch hier eure ganze Aufmerksamkeit.

Wie schon erwähnt ist Magical Melody technisch ein ganz schwaches Kaliber. Das merkt man sehr schnell schon nach dem Einschalten, wo euch ein erster kleiner Vorspann entgegen blinkt, bei dem man kurz an das Ende der Kabels schaut, welche Konsole man eigentlich am Fernseher angeschlossen hat. Das Spiel ist wohl einer der typischen Vertreter, die man schnell wieder ausmachen möchte, wenn man auch nur ein paar Szenen gesehen hat. Aber ich Liebe das Harvest Moon Spielprinzip, also spielen wir natürlich weiter. ;-) Das eigentliche Hauptmenu gibt euch zunächst ein paar Punkte zur Auswahl. So könnt Ihr ein neues Spiel beginnen, oder ein gespeichertes Laden. 4 Speicherplätze gibt man euch, die so alle Jahreszeiten durchaus abdecken würden. Dabei zieht man euch dafür auch 4 Seiten im Wii Speicher ab. Dazu kommen nun auf dem Hauptmenu auch die Minispiele und die Optionen, die aber keinerlei wichtigen Einstellmöglichkeiten bieten. Auch die Minispiele sollte man bei weitem nicht überschätzen. Im Hauptspiel frei geschaltet eignen sich diese 7 Minigames höchstens für Kleinkinder und auch bei denen nur für Zwischendurch. Kern des Games ist ganz klar der Einzelspieler Modus und wir schwingen uns einfach mal in unsere Farm im Namenlosen Dorf in Harvest Moon: Magical Melody.

Das Gameplay....

Sobald Ihr also ein neues Spiel beginnt, startet auch die Story mit der Versteinerung der Erntegöttin und eure Rivalin Jamie stellt sich das erste mal vor. Danach werdet Ihr gebeten im namenlosen Dorf sesshaft zu werden. Anders als früher ist Magical Melody ein Spiel, das wesentlich mehr von euch verlangt, als nur ein paar Rüben zu pflanzen oder Tiere zu umsorgen. Man merkt das ebenfalls schon nach dem Start in das Spiel. Denn dort werden euch 3 verschiedene Parzellen angeboten, auf denen Ihr eure Hauptfarm platzieren wollt. Hauptfarm auch deswegen, weil innerhalb des Dorfes bis zu 19 weitere Parzellen von euch gekauft werden können. So werdet Ihr hier also durchaus zum Großgrundbesitzer. Überhaupt gefällt schon zu Beginn der Umstand, dass das Dorf in seinen Ausmaßen für ein Harvest Moon Spiel fast schon riesig daher kommt. Neben dem Dorf selber gibt es zudem auch noch angrenzende Bereiche, die in sich auch wieder einiges an Flächen bieten. Über das Inventory und Pausenmenu, das man mittels C-Taste des Nunchuks aufruft, gibt es so auch einen Bildschirm nur für die Kartenbelange des Spiels. Nicht umsonst gibt es hier das Pferd Feature, mit dem man die Ländereien in Magical Melody schneller überwinden kann. Von daher punktet das Spiel sehr und erhöht die Spiellust des Hobbyfarmers um einiges. Wie gesagt, die Zeiten mit ein wenig Ackerbau und einigen Tieren ist hier definitiv vorbei. Sobald Ihr euch nun für eine Parzelle entschieden habt, erwartet euch das Wohnhaus und danach schlussendlich die Entlassung in das eigentliche Spiel. Neu und anders sind viele kleine Dinge im Gameplay, die für alles gelten. Erster Punkt ist die Sichtweise auf das Geschehen, die mittels der Iso Sicht eher an einen DS Teil erinnert, als den GCN Vorgänger A Wonderful Life. Geblieben ist die Einteilung des Spiels in 4 Jahreszeiten mit je 30 Tagen. Dabei gibt es im Spiel wieder einen kompletten Tag/Nacht Modus. Animal Crossing Jünger dürfen sich aber z.b. wieder umstellen und die Zeit verstreicht hier nicht in Echtzeit. 10 Minuten dauert ungefähr ein Tag in Magical Melody, wobei die Zeit in allen Gebäuden und Ställen angehalten wird. Ein Grund warum für arbeitsreiche Tage mit Besuchen in Gebäuden und Ställen gerne mal 20 Minuten vergehen können!

Gestartet wird zunächst nach gewohnten Regeln. Ihr habt ein wenig Geld zur Verfügung, habt auf der Parzelle Land für einige Felder und diverse Gerätschaften für die Bewirtschaftung. Anders als früher zeigt aber auch schon ein Blick in das eigene Haus selber, das mehr drinsteckt als man anfänglich denkt. Es gibt hier diverse Möglichkeiten Produkte zu Lagern oder zu Verarbeiten. Auf der enthaltenen Küche kann man z.b. Töpfe, Messersets oder Pfannen abstellen. Normale Schränke nehmen bestimmte Gegenstände auf und ein Kühlschrank will ebenfalls gefüllt werden. Nur im Haus möglich ist es das Spiel zu Speichern. Im Gegensatz zum überall möglichen manuellen Beenden des Tages geht dies nur an diesem Ort. Im Verlauf des Spiels habt Ihr zudem die Möglichkeit alles an Inventar aufzurüsten und natürlich Neues zu kaufen. Auch hier bietet das Spiel mehr als früher. Und da habe ich das Thema Partnersuche und Nachwuchs noch gar nicht angesprochen. Die Zeiten wo man langatmige Momente in einem Harvest Moon Spiel hatte, sind hier ebenfalls vorbei. Warum das will ich euch nun ein wenig genauer darlegen. Wie schon erwähnt ist ein Ziel im Spiel der Rivalin Jamie zu zeigen, wo Bartel seinen Most holt, sprich die Farm erfolgreicher zu führen. Erster Punkt ist dabei natürlich immer das Bewirtschaften der Farm was Feld und Ackerbau angeht. Logisch das dies auch hier ein wichtiger Bestandteil ist. Also schnappt man sich die einfachen Werkzeuge wie Hacke, Beil, Hammer und Gießkanne um den Boden auf der Farm frei von Unrat zu machen und erste Felder anzulegen. Dazu existiert wieder ein Laden im Dorf nur für Saatgut, bei dem man mehr als genug Produkte findet um als Landwirt durchgehen zu können. Allein bei diesen einfachen Grundarbeiten zeigen sich weitere Punkte im Gameplay und auch diverse Schwächen. Ein Punkt ist in meinen Augen klar der Rucksack um Dinge unterwegs zu transportieren. Anfänglich 5 und bei einem ersten Upgradekauf 10 Plätze stehen zur Verfügung. Das ist eindeutig zu wenig. 15 können es maximal sein, aber selbst nach 25 Stunden habe ich nicht entdeckt wie ich das ganze frei schalte. Gesteuert wird unser Held mittels des Sticks auf dem Nunchuk. Frei und überall wohin Ihr wollt. Dazu kommen nun diverse Grundfunktionen. Interaktionen, Türen und Schränke öffnen oder Objekte aufheben werden über die A-Taste abgedeckt, während z.b. mittels des Steuerkreuzes durch die mitgeführten Dinge im Rucksack gescrollt werden kann.

Das man es dabei aber durchaus mit einer sehr umständlichen Art und Weise zu tun hat, kann man anhand der Versandbox gut darstellen. Diese dient wieder dazu um Geld zu verdienen, das euch jeweils am Folgetag das Geld für die eingeworfenen Produkte des Vortages spendiert. Einfache und gewohnte Variante ist z.b. wenn man etwas per A-Taste einfach aufhebt. Dann trägt man es durch die Gegend und drückt an der Box erneut A und wirft es ein. Will man aber etwas aus dem Rucksack einwerfen geht das nur über ganze 3 Tasten. Per Steuerkreuzrichtung scrollt man durch Objekte um sie dann mit Z aus dem Rucksack zu holen. Erst jetzt wirft man mit A das ganze hier in die Box. Bei mehreren Dingen durchaus etwas nervig. Dabei spielt ein weiteres Feature hier eine Rolle. Unser Held ist nicht mit unendlicher Ausdauer gesegnet. Im Gegenteil. Unten rechts findet man im Screen die "Lebensleiste" des Helden. Alle Arbeiten, egal ob Ihr Unkraut aufhebt, Tiere striegelt oder mit Werkzeugen arbeitet, alles zieht euch mehr oder weniger Energie ab. Zu Beginn, wenn man das Prinzip noch nicht verinnerlicht hat reichen 3 Parzellen die man mit der Gießkanne bearbeitet und der kleine Mann fällt ins Koma. ;-) Was lustig klingt ist aber alles andere als förderlich für den Spielfluss. Also muss man zwingend im Spiel Dinge in seinen Rucksack packen, welche die Leiste auffrischen. Harvest Moon like sind dies vor allem Ess- und Trinkbare Sachen. Zum einen braucht man dafür Ablageplatz im Rucksack und wieder 3 Tastenaktionen um es zu nutzen. Kreuz für das Anwählen, Z für das Herausholen und noch mal Z um es "einzuwerfen". Dazu wird alles immer begleitet von kleinen Animationen, die mit der Zeit etwas nerven, weil sie Zeit verbrauchen. Und Zeit ist hier ein heiliges Gut. Man braucht ja zu Beginn allein schon ein paar Tage um alle Bewohner und Personen im Dorf und der Umgebung mal kennen zu lernen. Aber man tut dies alles nicht umsonst. Außerdem darf man sich mit Öffnungszeiten herum schlagen und sollte daher sein Tagwerk hier und da durchaus gut timen.

Soweit wirklich die Grundeigenschaften des Spiels. Das was Magical Melody so auszeichnet ist der Inhalt, der über das gewohnte hinaus geht und das Spiel fast schon zu einer Wirtschaftsimulation macht. Denn Geld spielt natürlich auch hier die Hauptrolle um Erfolg zu haben. Das Killer Feature dabei sind die einzelnen Stufen aller möglichen Produkte, die einerseits viel Geld bringen können, aber auch die Arbeiten selber viel umfangreicher machen als früher, wo man z.b. sein Saatgut gepflanzt, geerntet und verkauft hat. Was der Harvest Moon Fan kennt ist die Tatsache das man im Verlauf des Spiels z.b. aus Milch auch Butter machen kann und damit veredelt. Dies geht aber nun mit allen Dingen im Spiel. Hier spielt dann auch das Konditionsfeature eine wichtige Rolle. Auch hier sollen euch ein paar Beispiele das System verdeutlichen. Wie schon erwähnt könnt Ihr in der heimischen Küche diverse Gerätschaften nutzen. Geht man z.b. auf den Topf zu, so öffnet sich ein Menu mit 6 möglichen Zutaten. Pilze z.b., die man frei wachsend findet kann man weder Essen, noch allein verarbeiten, wirken also auf den ersten Blick wertlos. Packt man aber im Topf Menu neben einem Pilz noch eine Kanne Milch dazu wird plötzlich daraus eine Pilzsuppe. Diese kann man nun z.b. Essen und erhöht damit die Kondition. Oder man nimmt den Verkauf als Vergleich. Bringt Milch allein z.b. 80-100 und ein Pilz allein vielleicht 60 wenn man ihn in die Versandbox wirft, so erwirtschaftet man mit der Pilzsuppe z.b. 340 und mehr für den Geldbeutel. Oder nehmen wir die Fische. Angeln ist ein Bestandteil und vor allem am Anfang des Spiels eine billige Möglichkeit Konditionsnachschub zu bekommen. Man fängt einen Fisch, der wieder allein nichts bringen würde. Packt man ihn in der Küche z.b. auf das Messerset kann man Sushi Varianten herstellen, die Geld bringen und vor allem der Kondition zuträglich sind. Die Möglichkeiten sind dermaßen immens, das ich selbst nach 25 Stunden noch nicht alles gesehen habe. Je mehr Zutaten um so mehr bringt das Ganze auch ein. Um diese Zutaten aber nun immer wieder zusammen zu bekommen muss man entweder Feldfrüchte ohne Ende anbauen oder Tiere halten. Sind die Feldfrüchte relativ einfach zu erwirtschaften, muss man für die Tierhaltung erstmal einen Stall haben. Um wiederum einen Stall zu besitzen gilt es Geld zu haben und vor allem Baumaterial. Also muss man mit der Axt durch die Gegend ziehen und Bäume fällen. Kondition ist hier wichtig und das Thema Nahrung beschäftigt euch das gesamte Spiel hindurch.

Benutzt man also die Axt und legt Bäume um, erhält man dafür Holzeinheiten. Zusammen mit einem bestimmten Geldbetrag gibt es auch dafür einen Ansprechpartner im Dorf, der euch nicht nur neue Stallungen baut. Das reicht von Stallupgrades über spezielle Gebäude wie einer Mühle, bis hin zum Upgrade für euer Wohnhaus. Nur dieses macht es z.b. möglich, das Ihr eine größere Küche aufstellen könnt und mehr Kochutensilien gleichzeitig nutzen könnt. Gleichlaufend kann man an diesem Beispiel ein weiteres, sehr motivierendes Feature ansprechen. Zwar nicht neu, aber sehr passend. Jedes mal wenn Ihr ein Werkzeug, wie eben die Axt, Gießkanne oder den Hammer für Steine benutzt erhaltet Ihr Erfahrungspunkte für dieses Gerät. Auch im Inventory Menu könnt Ihr euch so anschauen wie hoch dieser Wert ist. 4 Stufen gibt es um die Geräte upgraden zu können. Wieder ein Beispiel. Mit der einfachen Gießkanne könnt Ihr gerade mal 1 simples Feld bewässern. Mit der höchsten Göttinnen Variante könnt Ihr das halbe Dorf wässern. ;-)) Neben der Kondition die zur Neige geht, rennt Ihr dazu anfangs auch noch dauernd zum Brunnen. Rutscht Ihr in die farblich getrennten Bereiche der Erfahrungsleiste, könnt Ihr beim örtlichen Schmied die Geräte abgeben. Denn gleichzeitig entdeckt Ihr die erste von mehreren Minen, in denen Ihr mittels des Hammers Erze fördern könnt. Für das Entwickeln der Geräte sind hier Kupfer, Silber, Gold und Seltenes Erz wichtig. Hat man also eine Grenze erreicht, gibt man beim Schmied für 2 Tage das Gerät und das entsprechende Erz ab und kann seine Geräte für 700 "HM Euros" eine Stufe nach oben heben. Der Lohn ist dann das man mehrere Felder gleichzeitig gießen kann. Aber auch hier nichts ohne ein wenig Meckerei. Steht man vor dem Feld muss man die Z-Taste einige Sekunden gedrückt halten um so durch alle Upgrade Stufen der Gießkanne zu schalten, ehe man die gewünschte Stufe auslösen kann. Immer so kleine Dinge die Nerven. Natürlich kann man das Erz auch einfach nur verkaufen um schnelles Geld zu machen. Wobei sich hier der Winter extremst anbietet. Denn nur dann ist der See im Nachbarbereich zugefroren und man erreicht eine Seehöhle, die neben den bekannten Erzen auch Edelsteine wie Rubine, Smaragde oder gar Diamanten anbietet. So greifen allein in diesem Bereich reichlich Feature ineinander, so das man teilweise fast schon den Ackerbau nicht als so wichtig erachtet, was er aber natürlich schon ist. Aber man hat viel mehr auf anderen Schauplätzen zu tun.

Und für alles braucht man Geld. Egal ob für später mögliche Tiere und auch hier wichtige Geräte wie die Veredler um eben z.b. aus Milch Käse zu machen. Oder Ihr habt Schafe und habt nach der Scherung Wolle in der Hand. Nun könnte man das ganze noch zu Garn verarbeiten und danach auch noch Färben. Die Möglichkeiten sind immens und machen einen ganz großen Teil des Spielspaßes aus. Daher kann man die vollmundige Aussage auf der Packung der "anspruchsvollsten Harvest Moon Umsetzung" klar bejahen. Und selbst die Tiere haben ihre Bedürfnisse. Hier kann man gleich ein weiteres Feature im Spiel ansprechen. Alles und jeder, egal ob Mensch oder Tier besitzt eine Zuneigungsskala. Mit Herzen füllbar zeigt man euch so an, wie euch das Tier oder der Gegenüber gesonnen ist. Logisch das glückliche Tiere auf der eigenen Farm mehr und vor allem bessere Produkte geben. Also muss man mehr investieren, als nur Futter in die Box zu legen. Auch so eine Ding. Selbst hier gibt es Stufen wie z.b. einfache Milch, gute Milch oder sogar delikate Milch. Bei den Menschen geht es zwar vor allem um die Brautschau, aber auch die normalen Bewohner wollen gewonnen werden. Hier greift auch ein interessantes Prinzip. Bestimmte Personen tauchen nur dann auf, wenn Ihr bestimmte Dinge versendet. Bestes Beispiel ist der sehr wichtige Schmied, der beileibe nicht von Anfang an da ist. Erst wenn Ihr eine gewisse Menge an Erzen versendet habt, taucht er auf. Würdet Ihr das nicht tun und z.b. nur auf den Ackerbau setzen, er würde niemals im Spiel auftauchen. Dünger gibt es z.b. nur , wenn Ihr dem Arzt im Ort Kalkstein schickt und die örtliche Bar macht nur auf, wenn Ihr gemixte Getränke oder eben selbst gekochte Dinge verschickt. Es gibt vieles zu bedenken. Und alle haben eine Herzleiste für euch. Am wichtigsten aber ist hier das Thema Mädels. Knapp 20 Mädels stehen unserem Helden gegenüber. Man hat also reichlich Auswahl und gut zu tun um diese zu Gewinnen. Und die Mädels sind nicht leicht herum zu kriegen. ;-) Schmuck und Blumen sind das A und O in Harvest Moon. Findet Ihr also in der Seemine z.b. einen Rubin, so könnt Ihr diesen für teuer Geld beim Schmied z.b. in einen Ring oder eine Brosche verwandeln lassen. Erst nach einiger Zeit steigt die Herzanzeige bei der Angebeteten. Bevor man nun aber einen Gedanken an Hochzeit und Nachwuchs verschwendet, gilt es erstmal Stufe 3 des eigenen Hauses zu erwirtschaften. Nur dann gibt es vom Bürgermeister die bekannte blaue Feder um einen Antrag machen zu können. Und ehe man Stufe 3 im Hausbau erstmal frei schaltet………….., Ihr wisst worauf ich hinaus will. Man fragt sich nach dem ersten Jahr echt wohin die Zeit ist. Zwar gut verdient und vieles gekauft oder entwickelt, fehlen dennoch noch viele Bausteine um alles gesehen zu haben.

Das gilt dann auch für die Noten und das große Ziel im Spiel. Diese Noten gibt es nur für bestimmte Aktionen die Ihr tätigt. Anfangs reicht es ein Produkt zu versenden, oder ein erstes Gericht selber zubereitet zu haben um eine Note zu bekommen. Aber dann wird’s heftig. Ich habe gerade mal 30 der 100 möglichen, was zeigt das man sich über die Spielzeit keine Sorgen machen muss. Spaß macht das ganze auch, wären da nicht die technischen Schwächen und die biedere Präsentation. Deswegen ist es wirklich gar nicht so einfach das Spiel gerecht zu bewerten. Über die schwache technische Seite darf man nicht hinweg gehen, auf der anderen Seite muss man dem Spiel einen teils sehr motivierendes Gameplay unterstellen, bei dem man manchmal einfach nicht mehr aufhören möchte. Ein Spiel mit 2 Gesichtern, das aber dennoch Harvest Moon Fans nur wärmstens ans Herz gelegt werden kann. Die Möglichkeiten und Stufen in allen Gameplay Facetten heben Magical Melody aus den bisher bekannten Harvest Moon Games spielerisch allemal hervor.

Grafik & Sound....

Neben all dem Spaß den man mit Magical Melody spielerisch haben kann, darf man die technische und grafische Seite nicht übergehen. Denn hier wird euch teilweise nicht mal gutes GCN Niveau geboten. Wirklich farbenfroh ist die Grafik nur in der Mitte des Tages. Weder der Morgen, noch der Abend und die Nacht bieten was fürs Auge. Blass und mit wenig Farbpower ausgestattet. Auch sonst sind die Umgebungen eher einfach gehalten und erinnern eher an ein Kinderspiel für 3-5 jährige. Hier hat man beileibe keine Bäume ausgerissen. Effekte gibt es so gut wie keine zu sehen. Ein Highlight ist da fast schon das Hitzeflimmern im Sommer, das ab 10:00 Uhr einsetzt. Sonst wirkt alles sehr einfach was Texturen und vor allem Effekte angeht. Läuft man auch noch seitlich im Screen vibriert die Grafik ein wenig. Kein Ruckeln in dem Sinne, aber auch nichts was die Augen glücklich macht. Animationen sind einfach gehalten und die Sequenzen bieten fast immer nur Augen verdrehen, ein Symbol über dem Kopf und das ewig nervende Winken im Teletubbies Stil. Hier zeigt sich das Spiel wirklich von einer ganz schwachen Seite. Wer sich davon am Anfang beeinflussen lässt macht gleich wieder Aus. Da muss man also durch als Harvest Moon Liebhaber. ;-)

Das gleiche gilt für den Sound. Es gibt im Spiel für jede Jahreszeit zwar ein eigenes Stück, nur 30 Tage lang kann es einen auch leicht nerven. Einzige Ausnahme ist die gelungene Melodie bei der Erntegöttin. Nur hört man diese recht selten. Soundeffekte sind vorhanden, aber teils sehr billig klingend umgesetzt. Das Thema Sprachausgabe kann man gleich vergessen. Mehr als hier ein A.. oder U.. bekommt man nicht zu hören, was selbst gegen das Banjo Kauderwelsch mörderlich verlieren würde. Dann lieber gleich ganz weglassen. Maximal zweckmäßig kann man den Soundteil nennen. Man macht ihn zwar nicht aus, aber sonderlich melodisch oder motivierend kommt er nur selten daher.

Fazit....

Harvest Moon Magical Melody ist ein Spiel mit 2 Gesichtern. Man darf sich hier keinesfalls von der schwachen technischen und grafischen Seite beeinflussen lassen. Denn Fans der Harvest Moon Serie bekommen mit dieser Umsetzung in der Tat den anspruchsvollsten Teil der Serie für die Heimkonsolen. Einen derart großen Tiefgang in allen Facetten des Gameplays hätte man aufgrund der Optik nicht erwartet. Allein die Möglichkeiten der Produkte die man Ernten oder Herstellen kann ist immens. Dazu kommen hier sehr viele Schauplätze abseits der eigentlichen Farmarbeit, so das die Zeit hier fast schon das heiligste Gut ist. Langatmige Momente gibt es hier nicht. Irgendwas sinnvolles ist immer zu tun in diesem Spiel und es dauert hier schier ewig, ehe man alle Facetten mal gesehen, geschweige denn erspielt hat. Daher ist das Spiel für Fans der Serie allemal eine Empfehlung wert. Ein Trabant was die Präsentation angeht, aber spielerisch mit einem Porsche unter der Haube. ;-)

 

+ Sehr hohe Spielzeit
+ Tiefgehendes Gameplay
+ Upgrade Feature
+ Unmengen an Produkten
+ Viele Erklärungen
+ Tag Ende überall möglich
+ Motivierend trotz Schwächen
- Technisch schwach
- Minispiele nur Beiwerk
- Zu kleiner Rucksack
- Sprachen Mischmasch
- So gut wie keine Statistiken
- Sound/Grafik
- Viel belangloses "Geschwätz"

GRAFIK: 55%

SOUND/EFFEKTE: 55%

MULTIPLAYER: k.W.

GESAMTWERTUNG: 74%

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