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Wii F1 2009
 
 
F1 2009 - Wii
Matthias Engert (23.01.2010)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Sumo Digital
GENRE: Rennspiel
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 2-8
NUNCHUK: Ja (CC)
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.45 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Es geschehen doch noch Zeichen und Wunder, oder anders gesagt, unser tägliches Anzünden der Kerzen im Formel 1 Schrein hat sich doch noch ausgezahlt. ;-))) Ich hätte es ja fast schon nicht mehr für möglich gehalten, das ich noch mal über ein Formel 1 Spiel schreiben kann. Nach gefühlten 100 Jahren dröhnen doch endlich wieder die Motorengeräusche eines Formel 1 Flitzers aus meiner Anlage. Gerade für uns als Core Fans in der Redaktion eine fast schon unerträgliche Leidenszeit. ;-) Wer sich ein wenig in unserer Historie auskennt, wird sich an die "jungen Männer" mit roten Haaren aus dem Jahr 2000 erinnern. Das waren noch Zeiten. Aber für uns und mich speziell sollte es ja noch besser kommen und der König aller Formel Racer ist zurück und startet dieses Jahr wieder voll durch. Möge der Meister aus Kerpen alle in Grund und Boden Fahren. Dazu ein Formel 1 Spiel ausgiebig testen. Racerherz was willst Du mehr. So nun aber genug geschwafelt und ich will dann doch mal wieder die Kurve zu den "harten Fakten" kriegen. Denn seit EA’s F1 2002 wollt Ihr ja auch wissen, was der aktuelle F1 Racer auf der Wii so drauf hat. Wie im Moment bei allen möglichen Titeln, kann man auch hier einiges Schreiben und ich hoffe einmal mehr, Ihr habt ein wenig Lesezeit mitgebracht. Also schauen wir mal ob wir es hier mit einem Minardi zu tun haben, oder einem Brawn Renner.

Menus und die Story....

Zu verdanken haben wir den Formel 1 Titel für die Wii der Firma Codemasters, die sich nach dem Auslaufen des Sony Deals um die Lizenz bemüht haben. Gut gemacht Jungs! ;-) Entwickelt wurde der Titel allerdings von einer mittlerweile nicht mehr ganz unbekannten Software Schmiede und ein paar leichte Zweifel schlichen sich ein. Denn mit Sumo Digital waren hier die gleichen Entwickler am Werk, die auch für Colin McRae: DiRT 2 verantwortlich waren. Trotz guter Ansätze fehlte es dort ja am Tiefgang. Jetzt im Nachhinein könnte man natürlich sagen, richtig konzentriert haben sie sich auf einen der beiden Titel. Und glücklicherweise sollte das F1 2009 sein. Bei den Rahmenbedingungen haben sie bei DiRT 2 schon keine Fehler gemacht. Das passt zunächst auch hier alles. Neben allen Bildmodi der Wii Konsole, erwarten euch auch hier gleiche mehrere Steuermöglichkeiten für das Spiel. Neben der Alternative Lenkrad und dem typischen Remote/Nunchuk Doppel, gibt man euch aber auch hier die Wahlmöglichkeit den Classic Controller zu benutzen. Das GCN Pad wäre zwar durchaus noch besser gewesen, aber der CC sollte auch hier durchaus seine Stärken ausspielen. Schade das Soundtechnisch kein Surround Sound Verwendung gefunden hat, entschädigt wird man aber durch ein komplett deutsches Spiel. Bei den Texten nichts ungewöhnliches sollte vor allem der exzellente deutschsprachige Boxenfunk auftrumpfen. Speichertechnisch beansprucht der Titel der gerade mal 1 Seite und bietet als Abrundung auch einen Multiplayer für 2 Spieler. Zudem mit einem kompletten Fahrerfeld! Einzig ein Online Modus fehlt und wäre wohl auch eines der Killer Feature im Spiel gewesen. Durchaus überraschend und auch in der Umsetzung ein Pluspunkt ist die enthaltene Story. Denn in F1 2009 geht es nicht einfach nur darum, sich in einen F1 Flitzer zu setzen und eine WM Saison zu fahren. Nein Ihr dürft hier in die Rolle eines Neulings schlüpfen, der angefangen von einer ersten Testfahrt vor der Saison bei Null anfängt. Begleitet von einer Geschichte, geht dieser Karriere Modus auch über weit mehr als nur 1 Jahr.

Der Start in das Spiel ist zunächst kurz und knackig. Ein eher technisch angehauchter Vorspann, stimmt euch in die kommenden Aufgaben ein und Ihr landet schnell auf dem Title Screen. Zunächst legt Ihr eines von mehreren möglichen Profilen an, unter dem ab jetzt eure Erfolge abgespeichert werden. Danach erwartet euch das eigentliche Hauptmenu. Von hier aus könnt Ihr das erste mal Verzweigen. Ihr könnt hier zunächst wählen, ob Ihr euch dem Einzelspieler widmen wollt, gleich mit einem Freund agieren möchtet, oder in einem Schnellen Rennen erste Pistenluft schnuppern wollt. Dazu gesellt sich eine Statistik Rubrik, die umfangreicher daherkommt als man dies anfangs denkt. In mehreren Stufen kann man in diesem Spiel diverse kleine Spielziele erfahren oder sich eben auch allgemein über den eigenen Fortschritt und der Erreichte informieren. Zu guter letzt warten die Optionen auf euch, die in einem Racer wie diesem natürlich nicht ganz unwichtig sind. Neben soundtechnischen Dingen sind hier vor allem 2 Rubriken wichtig. Ihr könnt die Steuerung wählen und anpassen, sowie diverse Fahrhilfen Ein- oder auch Ausschalten. Angefangen bei einer Ideallinie die man nutzen kann, gibt es vor allem mehrere Fahrhilfen zur Auswahl. Ob nun ABS, eine Antischlupf Regelung oder die Lenkhilfe. Dinge die man später durchaus auch mal ausprobiert. Des Weiteren kann man natürlich auch eine mechanische Schaltung aktivieren, wenn man darauf steht. Sehr interessant und schon einen Ausblick auf den Multiplayer gibt der Profilbildschirm. Denn auch einen zweiten Spieler kann man fest Anmelden im Spiel, sprich Statistiken und vieles weiteres mehr wird dann auch für den zweiten Spieler dauerhaft gespeichert. Aber alles Dinge über die wir uns ein wenig später noch intensiver unterhalten können. Was zunächst einmal zählt ist der Einzelspieler, dem wir uns hier natürlich auch zuerst genauer widmen wollen.

Das Gameplay....

Dabei möchte ich aber zunächst einen ganz wichtigen Fakt vorweg nehmen. F1 2009 ist kein Pseudo Titel mit Fantasie Inhalten. Dank der offiziellen Lizenz findet Ihr im Spiel in Sachen Content die komplette Formel 1 Saison 2009 vor. Das gilt sowohl für alle Fahrer und Teams und lässt euch so natürlich auch alle Original Strecken der abgelaufenen Saison erleben. Auch das macht natürlich sofort Lust auf mehr. Wählt Ihr den Einzelspieler an, erwarten euch zunächst mal weitere Auswahlpunkte, die inhaltlich schon mal einen sehr umfangreichen Titel aufzeigen. Denn neben einer 1jährigen Jagd nach dem WM Titel mit einem realen Fahrer, dürft Ihr zudem den Karriere Modus angehen, wo man über 3 Jahre versuchen muss, als Nobody beginnend, auf den WM Thron zu steigen. Der Killer Modus schlechthin in meinen Augen und später im Verlauf auch die Grundlage für die Vorstellung des spielerischen Teils von F1 2009. Des Weiteren könnt Ihr euch auch den kurzen Modi widmen und man geht z.b. nur ein komplettes Rennwochenende auf einer Strecke eurer Wahl an. Wobei auch hier in den anderen beiden Hauptmodi komplette Rennwochenenden natürlich enthalten sind. Zu guter letzt könnt Ihr noch einen Challenge Modus besuchen, der Inhalte bietet, wie sie schon die N64 Versionen von World Grand Prix anboten. Hier gibt man euch spezielle Ziele vor, die man erreichen muss. Diese spielen in die Gesamtwertung, oder besser gesagt euer Rating für das Spiel mit hinein. Denn selbst wenn Ihr Weltmeister geworden seid, steht noch lange keine 100% beim Spielfortschritt. Überhaupt ist das Spiel voller kleiner Belohnungen, die allerdings kaum Einfluss auf das Spielgeschehen haben. Ein bisschen schade wie ich finde. Zwar schön wenn man diverse kleine Pokale und Abzeichen freischaltet. Irgendwas Handfestes wäre mir schon lieber gewesen. Diese Trophäen gibt es in mehreren Schwierigkeitsgraden, die man aber auch eher "Nebenbei" lösen kann. Die Trophäen reichen von schnellsten Runden, hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten, über das Erreichen bestimmter Pole Positions, bis hin zu einer bestimmten Höchstgeschwindigkeit und natürlich dem WM Titel. Für Jäger und Sammler solcher Belohnungen sicherlich nicht das Schlechteste. Aber wie gesagt, man geht diese Ziele eher unterbewusst an, und löst diese zumeist im Verlauf eines WM Jahres, oder eben der sehr lohnenswerten Karriere. Und genau mit der Karriere begeben wir uns also nun in die spielerischen Tiefen des Spiels.

Dabei sind die Unterschiede zu einer 1jährigen WM klar abgesteckt. Es gibt eine kleine Geschichte Drumherum, ihr startet natürlich mit einem Pseudo Fahrer, sprich Ihr könnt euch euren Namen geben und versucht eben über 3 Jahre auf den WM Thron zu steigen. Logisch das beim Start einer Karriere auch diese Personalisierung der Einstieg in das Ganze ist. Ihr vergebt einen Namen und Nationalität und wartet auf die Dinge, die von nun an passieren. Zunächst seid Ihr wie schon erwähnt der absolute Neuling und habt weder ein Team, noch kennt euch irgendeine Sau. Trotzdem erhaltet Ihr eine Chance. Im Karriere Modus verfügt Ihr über ein Mailpostfach, das euch von nun an begleiten wird. Neben beruflichen und privaten Mails, werdet Ihr so auch Pressetechnisch in der Karriere begleitet. Die ersten Mails dienen dann auch dem Einstieg in die Formel 1. Denn es melden sich immer 2 Teams, die euch in ihren Autos eine Probefahrt anbieten. In meinem Fall meldeten sich BMW und Toro Rosso. Nicht nur durch den Vettel Bonus war meine Entscheidung schnell gefallen und ich nahm die Einladung der Italiener an. Hintergrund der Testfahrt ist logischerweise, das man euch einen Platz im Team für das kommende Jahr anbietet, sofern Ihr die Team Bosse von euren fahrerischen Leistungen überzeugen könnt. Diese Überzeugungsarbeit leistet ihr auf der Strecke und müsst auf einem ausgewählten Formel 1 Kurs eine Vorgabezeit unterbieten. Schafft Ihr dies im gesteckten Zeitrahmen, sprich man landet hier also sofort auf der Piste, bekommt ihr das zweite Cockpit des Teams und die Formel 1 Saison beginnt von nun an richtig. Aber kümmern wir uns erst mal weiter um die Rahmenbedingungen, bevor wir uns um die Steuerung und das Gameplay kümmern. Je nach dem was Ihr eingestellt habt, dürft Ihr die Saison in mehreren Zeitstufen spielen, sprich wie viele Runden die Rennen haben sollen. Die Cracks unter uns fahren hier durchaus mit 100%. Gerade für diese Fahrer bietet das Spiel einiges. Denn neben den Fahrhilfen, die man Ab- und Zuschalten kann, spielen Boxenstopps und vor allem der Reifenverschleiß und Spritverbrauch eine sehr große Rolle. Etwas das tierisch Punkten sollte im Spiel. Zudem gibt es ein Schadensmodell, das man nutzen kann und alle Pistenrambos unter euch von Vornherein aus dem Rennen nimmt. ;-) Aber es geht noch besser und das Spiel bietet auch den Punkt Komponentenausfall. So kann euch in F1 2009 auch der Motor hochgehen oder das Getriebe um die Ohren fliegen. Einen Simulationsanspruch bringt das Spiel durchaus mit, was man später beim Thema Setup noch intensiver erleben kann.

Ansonsten wartet im Verlauf das übliche Prozedere auf den angehenden Schumi. Ihr fahrt alle Rennen genau wie im Kalender der Saison 2009. Wie es sich für einen Titel mit Lizenz gehört sind auch alle fahrerischen Rahmenbedingungen wie in der Realität. Das heißt ihr könnt, müsst aber nicht, alle Trainingssessions in ihren original Zeitumfängen fahren und dürft im dreigeteilten Qualifying danach um die Pole Position fahren, sofern ihr das Zeug dazu habt. Wer es etwas schneller mag, darf auch die Zeit vordrehen, oder im Rennmenu Sessions überspringen. Wer allerdings alles überspringt und sofort das Rennen anfängt, startet logischerweise aus der letzten Reihe. Hat zwar auch was, im Hinblick auf den WM Titel sollte man das ganze aber nicht übertreiben. Logisch das Punktetechnisch ebenfalls alles mit den Original Regeln abgeht und wir können uns durchaus so langsam an das Gameplay wagen und nehmen uns einfach mal ein gewöhnliches Rennwochenende. Um die Strecken und das Fahrzeug kennenzulernen und natürlich um das Setup einzustellen, sollte man also nicht gleich mit dem Qualifying starten, sondern sich am besten in das 3. Freie Training am Samstag wagen. Nach überall erträglichen Ladezeiten landet Ihr in der Garage und werdet auch begrüßt von einem Highlight des Spiels, eurem Renningenieur. Diese spricht mit euch in feinstem Deutsch, was seinen Effekt an vielen Stellen nicht verfehlt. Er erzählt euch ständig wer sich wo platziert und gibt später auch in den Rennen immer wieder Statusberichte zu den Dingen ab, die vor oder hinter euch passieren. In der Garage habt Ihr nun mehrere Möglichkeiten und könnt euch neben den Zeiten der anderen und dem Herausfahren auf die Strecke vor allem einem widmen - dem Setup. Hier gibt es mit das größte Lob für die Entwickler. Vor allem nach dem Tiefgang Desaster in DiRT 2 könnte man meinen, hier wäre ein anderes Team am Werke gewesen. Denn so ein Umfangreiches, Detailverliebtes und vor allem sich Auswirkendes Setup können nicht viele Rennspiele mit einem solchen Inhalt vorweisen. Weiteres Highlight ist die Tatsache, das man zu jeder Strecke Setups auch Speichern kann. Je nach Fahrzeug, das man in den 3 Jahren bewegt oder z.b. dem Wetter müssen Änderungen her. Dabei überfordert das Spiel aber auch nicht. Denn neben der Expertensicht auf Bildschirmen z.b. zur Dämpfung, Bodenfreiheit, Gängen oder Flügeleinstellungen, um nur ein paar zu nennen, gibt es auch ein vereinfachtes Setup, bei dem man Schieberegler für Grip, Geschwindigkeit und Beschleunigung verändern kann, die eure Einstellungen dann in den Expertenmenus "übersetzen". Und wer den Entwicklern blind vertraut nimmt gar die Vorgaben, die ebenfalls passend sind.

Aber ich bleibe dabei das auch virtuell jeder Mensch ein anderes Fahrverhalten besitzt. Und genau dem trägt das Setup Rechnung. Krönung und auch Sinn eines solchen Inhalts ist allerdings, das sich diese Änderungen auch auswirken. Und hier kann ich nur sagen "Hut ab". Man kann wie in der Realität sein Setup wunderbar hinbekommen, aber auch so verschlimmbessern, das man z.b. nur noch über die Strecke rutscht und schimpft wie ein Button, wenn mal wieder seine Vorderreifen nicht auf Temperatur kommen. Weichei…. ;-) Zudem werdet Ihr beim Herausfahren auf die Strecke über Funk informiert, was eure gerade getätigten Änderungen für Auswirkungen haben werden. Kleinigkeiten die Positiv auffallen. So langsam kommen wir zum Eingemachten im Spiel, der Steuerung. Positiv das man auch einen schnellen Start nutzen kann, sprich nicht erst eine Einführungsrunde fährt, sondern eben sofort auf der Zielgeraden loslegt. Dann zieht man euch natürlich gleich ein wenig Zeit ab. Sobald ihr nun im Cockpit sitzt unterstützen euch in den Trainings wie im Rennen diverse Anzeigen. Neben dem Tacho, der Rundenanzeige samt einer Positionsanzeige mit Rückstand und Vorsprung auf die die Fahrer um euch herum, ist zumindest im Rennen die Fahrzeuganzeige äußerst wichtig. Links unten angebracht zeigt man euch so den Zustand des Wagens und vor allem der Reifen. Verschiedene Farben geben euch hier immer den Zustand des schwarzen Golds wieder. In Sachen Details findet man eine der wenigen Ungereimtheiten, die F1 2009 auch bietet. So findet man neben einer Spritanzeige, rechts als blaue Leiste die KERS Anzeige für alle Fahrzeuge. Gefahren wird das Spiel aus 4 verschiedenen Kameraperspektiven, wobei die hinter dem Fahrzeug noch am günstigsten sind. Auch weil sie je nach Fahrsituation einen gewissen Zoomfaktor mitbringen und damit die Dynamik unterstützen. In Sachen Steuerung unterstützt das Spiel nun wie schon erwähnt mehrere Varianten. Mal abgesehen vom auch hier eher mäßigen Remote / Nunchuk Gespann, sind die anderen beiden Versionen mittels quer gehaltener Remote und vor allem dem Classic Controller die klar stärkeren Varianten. Das sollte vor allem am durchaus sehr gut gemachten Lenkeinschlag und deren allgemeiner Umsetzung liegen. Nicht nur das man über das Setup auch das Lenkverhalten extremst verändern kann, allein schon durch das dosierte Lenken über die freie Bewegung mit der Remote und mittels verschiedener Winkelhaltungen des Sticks erlebt man eine sehr sehr vielschichtige Steuerung.

Gerade bedingt durch diese analoge Umsetzung lassen sich Kurven sehr genau fahren, wenn man mit seinem Setup zufrieden ist. Denn was man ebenfalls gut hinbekommen kann im negativen Sinne, ist ein extremes Über- oder Untersteuern des Wagens. Das mag spektakulär aussehen, wenn der Wagen leicht Driftend durch die Kurven geht, die euch schnell überholenden Gegner zeigen euch aber klar die Nachteile auf. Zudem ist F1 2009 eines der Spiele, das eine runde und saubere Fahrweise des Spielers ganz klar bevorzugt. In der Kurve die Lenkung extrem einschlagen, oder Bremsen samt massiven Lenkbewegungen machen auch hörbar viel im Negativen aus. Das ständige Spiel mit Bremse, Einlenken und durchaus behutsamen Gas geben hat man sehr gut hinbekommen. Das geht dann spätestens in den Rennen soweit, das man sich seine Reifen weit vor dem Boxenstopp regelrecht kaputt Fahren kann. Ich finde gerade diesen Teil ungemein gut hinbekommen, was den Simgedanken sehr unterstützt wie ich finde. Denn wer einmal das Feeling für das Setup und die feinfühlige Steuerung hinbekommt, erlebt durchaus ein sehr großes Rennspielvergnügen. Zumal man auch visuell durch die Animationen des Fahrzeugs dabei unterstützt wird. Auch das man beim Bremsen nicht einfach auf die "Pedale" tritt, sondern auch durchaus mal Dosiert an Kurven heran fährt, gehört im Positiven dazu. Am besten merkt man alle diese Facetten in den ersten Kurven oder Runden, je nach dem welche Rennlängen man fährt. Denn hier sind die Reifen noch relativ kalt, was euch auch durch eine bläuliche Farbgebung wiedergegeben wird. Da rutscht man durch die Kurven und muss zunächst einmal etwas vorsichtiger zu Werke gehen. Später und sobald die Reifen auf Temperatur sind, sieht das ganze anders aus. Innerhalb der Rennen punktet F1 2009 ebenfalls sehr. Die KI der Gegner ist relativ hoch, ohne das sie auf Krawall fahren, oder im Gegenzug wie kleine Götter auf Schienen unterwegs sind. Da streiten sich auch mal 2 Fahrer vor euch und ihr seid der lachende Dritte, oder aber sie Bremsen euch nach allen Regeln der Kunst aus, ohne das es aber Unfair oder Unrealistisch wird. Auch dieses Kompliment kann man dem Spiel bescheinigen. Auch deren Fahrzeuge bauen ab und man kann in vielen Rennen beobachten, das gegen Ende eines Stints und bei entsprechender Reifenwahl entweder die Gegner durchaus weg fahren, oder eben man selber sehr gut Aufholen kann. Und wie immer wird euch das auch akustisch rüber gebracht, was wiederum die Motivation steigert. Berührungen mit Gegnern enden nicht gleich in der Mauer, auch wenn das schon aufgrund des Flaggensystems nicht ratsam ist. Da werdet Ihr schon mal im Qualifying bei Abkürzungen ohne Zeit gewertet, oder bekommt im Rennen auch Durchfahrtsstrafen.

In diesem Bereich findet man allerdings einen großen Kritikpunkt, die Boxenstopps. Diese dauern viel zu lange. Hatte ich im ersten Jahr noch die Hoffnung, das es vielleicht am Team liegt, so lagen die Durchschnittswerte auch im zweiten Jahr mit McLaren bei ca. 10-12 Sekunden. Was ja nicht so schlimm wäre, wenn es bei den Gegnern genauso wäre. Ist es aber nicht und man verliert immer in der Box Zeit. Das ärgert ein wenig. Denn oft genug erlebt man spannende Rennen, die auch mal an der Box entschieden werden. Man hat hier immer das Gefühl ein wenig benachteiligt zu werden. Ein weiterer allerdings positiver Punkt, und wohl auch ein Grund warum ich mit Toro Rosso knapp Fahrer Weltmeister geworden bin, ist die Tatsache das es zwar immer einen, wie in der Realität, größeren Favoritenkreis an Fahrern gibt, die ein Rennen gewinnen können. Und es gibt keine virtuelle Stallregie. Besonders deutlich immer wieder bei meinen direkten Konkurrenten Brawn und Red Bull gespürt, wo auch mal die jeweils schlechter platzierten Fahrer in der WM gewonnen haben, obwohl der besser platzierte direkt dahinter war. So nehmen sie sich also gerne mal die Punkte weg. Nicht zu unterschätzen in einem Spiel wie diesen. Dabei erzeugt das Spiel aber auch persönlich seinen Motivationsfaktor, bedingt durch die Strecken selber. Logisch das einem diese oder jene mehr liegt, als andere auf denen man froh ist halbwegs vielleicht ein paar Punkte eingefahren zu haben. Bedeutet hier man kann durch fahrerische Leistungen auch Vorsprung heraus fahren. Die Rennen sind nicht künstlich spannend gemacht. Fahrt ihr hoffnungslos hinterher, gibt es auch keine Handicap Einstellung oder das leidige "automatische Aufholen", das ja viele Spiele bieten. Eure Leistung entscheidet, das ist immer noch das schönste in einem Racer, gerade wie diesem. Natürlich spielt auch das Wetter eine Rolle und es gibt bei weitem nicht nur Sonnenschein Rennen. Auch hier geht man ab und zu durchaus noch einen Schritt weiter und man erlebt auch wechselnde Bedingungen. Da fährt man z.b. mal 2 von 3 Qualifying Sessions im Trockenen, um im letzten im Regen zu Agieren. Oder aber im Rennen, wo man vielleicht im Trockenen anfängt und später Regen erlebt. Wobei hier aber die Rennlänge über 10 Runden liegen sollte. Ansonsten gibt es meist nur eine Wetterbedingung. Logisch das dann im Regen eine andere Fahrweise nötig ist.

Alles in allem erlebt man so durchaus spannende Rennen, die fast ausnahmslos Spaß machen. Es gibt wenige Ausnahmen wo man vielleicht ein wenig Maulen kann. Wenn sind es hier und da gefühlt zu enge Streckenbreiten oder Auslaufzonen, wobei F1 2009 hier klar eines der besseren Spiele ist. Wirklich Zäh und Mäßig sind in meinen Augen nur Monaco, Valencia und Singapur. Diese Stadtkurse sind etwas arg tricky zu fahren, weil hier die Proportionen nicht immer passen und man mehr als einem recht ist von Bande zu Bande knallt. Gerade Monaco empfand ich als oftmals Unfahrbar. Hier hat man ganz klar das Gefühl, das die CPU Gegner um einiges besser sind, ohne das man viel daran ändern kann. Aber es sind nur 3 von 17 Rennen, die hier etwas abfallen. Dafür gibt es auch die Gegen Highlights. Spa ist hier auf der Wii eine der schönsten Ardennen Umsetzungen. Auch China gehört klar zu den Highlights bei den Strecken Varianten. Besonders 100% Fahrer was die Rennlängen angeht, bekommen mit F1 2009 ein sehr gelungenes Spiel, das ungemein Fordern und Spaß machen kann. Was hier und da störend auffällt sind neben Rucklern gerade in engen Kurven auch Kleinigkeiten. So nimmt man z.b. als Weltmeister nicht die 1 mit zum neuen Team. Denn in meinem Falle konnte ich in der zweiten Saison in den McLaren steigen und durfte mich mit der Nummer 3 zufrieden geben. Dafür und auch das ist ein Kompliment für das Spiel, freut man sich über ein anderes Fahrverhalten. Die Fahrzeuge haben also auch ihre Unterschiede und man darf sich dann mit seinem Setup aus dem vorangegangenen Jahr noch mal auseinandersetzen. Dennoch kann ich allen F1 Fans auf der Wii das Spiel wärmstens empfehlen. Gerade als Spiel ohne Konkurrenz und nach langer Pause im F1 Thema sitzt man lange am Spiel und wird spielerisch auf hohem Niveau unterhalten. Hier darf es jetzt von mir aus gerne ein jährliches Update geben. ;-)

Grafik & Sound....

Immer so eine Sache ist die Grafik in einem Formel 1 Spiel. Auch F1 2009 ist da keine Ausnahme und bietet durchaus Licht und Schatten. Positiv überrascht bin ich über die Qualität der Streckendetails und vielen Asphaltumsetzungen. Auch das nicht ganz unwichtige Thema Himmelsgestaltung in Sachen Atmosphäre und Wetter haben die Entwickler sehr schön hinbekommen. Sehr oft findet man als Spieler zudem satte Farben und Effekte vor, die sehr gut zu einem Formel Racer passen. Weniger gelungene Strecken sind kurioserweise auch die, wo man in Sachen Proportionen etwas Federn lässt. Sprich die Strecke ist eigentlich wesentlich schmaler als in der Realität, was sich auch gefühlt auf die ganze Umgebung auswirkt. Monaco ist leider auch hier zu nennen. Schon spielerisch eher Zäh, ist auch die Gestaltung eher mäßig geworden. Dafür sind die Streckenführungen selber, samt Höhenunterschiede äußerst exakt umgesetzt. Dagegen gibt es aber auch echte Highlights wie die Fernost Strecken, die in Sachen Höhenunterschiede sehr gelungen sind. Einen Tick breiter hätte ich mir die Fahrzeuge gewünscht, gebe aber offen zu das dies ein rein subjektiver Eindruck ist. Auf jeden Fall sind die Renner aber recht detailliert umgesetzt und auch was das Arbeiten der Federn und Lenkung angeht durchaus ein Hingucker. Für Wii Verhältnisse ist die grafische Gestaltung im Gesamten auf alle Fälle besser als ich das erwartet habe. Was hier und da dennoch auffällt, sind kleine Ruckler. Ganz speziell in sehr engen Kurven, wo das Geschehen mal ganz kurz aus dem Tritt kommt. Ansonsten ist der Gamespeed angenehm hoch und vor allem die Kollisionsabfrage bei Berührungen mit Gegnern oder Hindernissen nicht auf Arcade ausgelegt. Auch da unterstreicht man durchaus den vorhandenen Simulationsgedanken im Spiel, den F1 2009 ja zweifelsfrei bietet. Da macht dann natürlich auch das gute Schadensmodell Sinn.

Beim Sound gibt es eigentlich kaum etwas zu bemängeln und bietet auch ein echtes Highlight. Der komplett deutsche Boxenfunk ist überraschend gut und vor allem recht genau. Zwar hört man schon mit der Zeit raus, das oft verschiedene Samples aneinander gehangen werden. Aber dafür ist er auf der Höhe des Geschehens. Richtig gut finde ich das Ganze wenn man am Setup feilt und einem nach Veränderungen der Boxenfunk erst mal sprachlich wiedergibt was die Änderungen bewirken. Dieser Teil ist wirklich gut gemacht. Die Motorengeräusche gehören zum oberen Mittelfeld und klingen auch so wie man das erwarten kann. Positiv das man keinen Einheitsklang bietet, sondern sich die einzelnen Fahrzeuge auch unterscheiden. Was man an Musiken zu hören bekommt ist recht passend, weil etwas heroisch angesiedelt. Im Rennen zwar kein Thema, sorgt sie aber in den Menus für passende Stimmung. Auch hier also ein sehr stimmiger Titel.

Multiplayer....

Der Multiplayer ist eine weitere Stärke des Spiels. Zumindest dann wenn man über einen großen Bildschirm verfügt. LAN Freuden dürfen wir ja nicht genießen und Online im Vollbild geht ja ebenfalls nichts. Also gibt es hier nur die 2Play Splitscreen Variante. Dafür trumpft der Mehrspieler mit Feature auf, von dem sich andere Racer mehr als nur eine Scheibe abschneiden könnten. Allem voran natürlich das komplette Fahrerfeld, was natürlich eine ganz andere Action ermöglicht. Leichte Einschränkungen muss man zwar bei der Grafik hinnehmen, die etwas grober ist und hier und da auch beim Speed. Aber tolerierbar. Entschädigt wird man dafür aber durch 2 weitere Dinge. Zum einen habt Ihr die Möglichkeit den Mitspieler fest im System zu Speichern. Was nämlich dann auch Sinn macht, da man auch zu Zweit eine komplette Saison spielen kann. Das ganze bei 100% Rennen und man ist eine Weile beschäftigt, ohne das Ganze nur Just for Fun zu Spielen. Wobei das natürlich auch geht. Selbst Statistiken gibt es so für alle beiden Spieler. Mit einem entsprechend großen Bildschirm ist der Mehrspieler eine durchaus lohnenswerte Sache. Allein schon 18 CPU Gegner sind es wert.

Fazit....

F1 2009 ist genau das Richtige für ausgehungerte Formel 1 Gamer auf einer Nintendo Heimkonsole. Ich für meinen Teil bin positiv überrascht und kann dem Titel bescheinigen mehr zu Bieten, als man erhofft hat. Das beginnt bei der guten Steuerung, die sich allein über das sehr ausladende Setup immens verändern lässt. Von daher rehabilitiert sich Sumo Digital auf der ganzen Linie. Was sie in DiRT 2 an Tiefgang vergessen haben, findet man hier mehr als man erwartet. Das man Setups zu jeder Strecke Speichern kann, macht das stundenlange Feilen an der Abstimmung auch nicht unnütz. Dazu kommen als Pluspunkte die überwiegend gut gestalteten Strecken in Sachen Design und Gestaltung und auch eine ausgewogene Gegner KI. Zwar ist der Titel keine 100%ige Simulation, geht aber hier sehr weit und Fahrstile des Spielers entscheiden oftmals über Erfolge und Misserfolge. Stichwort Reifenabnutzung, das hier ganz oben genannt werden muss. Eingebettet in einen sehr gut umgesetzten Karriere Modus, der euch über mehrere virtuelle Jahre fesseln wird, findet man mit dem deutschen Boxenfunk, dem gelungenen Multiplayer bis hin zum Schadensmodell viel Gutes vor. Natürlich gibt es auch negative Dinge, wie die oft viel zu langen Boxenstopps oder spezielle Rennen wie Monaco, die eher etwas Zäh spielbar sind. Im Großen und Ganzen überzeugt der Titel aber. Formel 1 Fans die schon gar nicht mehr wissen wie ein solcher Racer aussieht, dürfen bedenkenlos zugreifen.

 

+ Feinfühlige Steuerung
+ Original Teams/Fahrer/Strecken
+ Tiefgang beim Setup
+ Setup wirkt sich stark aus
+ Karriere Modus über Jahre
+ Gute Gegner KI
+ Grafisch überwiegend gelungen
+ Multiplayer
+ Klasse dt. Boxenfunk
- Boxenstopps unrealistisch lang
- Monaco sehr zäh spielbar
- Hier und da kleine Ruckler
- Online Modus wäre der I-Punkt
- Manche Strecken etwas schmal

GRAFIK: 82%

SOUND/EFFEKTE: 83%

MULTIPLAYER: 78%

GESAMTWERTUNG: 81%

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