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Wii Endless Ocean
 
 
Endless Ocean - Wii
Kilian Pfeiffer (15.12.2007)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Nintendo
GENRE: Fantasy
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 34 Seiten
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: K.E.
NUNCHUK: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Nein/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Ja/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Ja

   
Einleitung....

Science-Fiction- und Fantasy-Movies sind bekannt für ihre Andersartigkeit. Nicht nur die Machart der Filme ist häufig andersgestaltig, meist auch die darin besprochenen Welten sind unbekannt, beziehungsweise rätselhaft. Oftmals hegt man den Wunsch in eine dieser "fantastischen" Dimensionen abzutauchen, einzudringen in den Geist des Regisseurs, der unter anderen für die Umsetzungskunst verantwortlich zeichnet. Das selbstständige Erleben macht gerade den unglaublichen Reiz der mannigfaltigen Kreativwelten aus. Jedoch trifft man nicht nur in der fiktiven Ideenwelt auf fantasiereiche Umgebungen, auch auf unserem Planeten gibt es Orte, die man mit Worten kaum beschreiben kann, deren Wesen sich nur aus der persönlichen Erfahrung ergibt. Einer dieser Orte ist das manauraische Meer im Südpazifik, ein Ort, dessen Lebendigkeit durch die Unterwasserwelt zum einzigartigen Erlebnis wird. Als Spieler könnt Ihr mittendrin sein - "Endless Ocean" bietet Euch dazu die bislang einmalige Gelegenheit auf der Wii.

Menus und die Story....

Auch wenn es sich darüber streiten lässt, ob es sich bei vorliegendem Titel um ein reinrassiges Spiel handelt, behandeln/bewerten wir es als solches. Die Interaktionsmöglichkeiten sind vielschichtig, das weitere Ziel ist es das manauraische Meer zu erforschen, das dortige Leben zu entdecken und in kleinen Nebenaufträgen Tauchgänge zur Zufriedenheit Eurer Auftraggeber auszuführen. Einem Leitfaden folgt man als Spieler zwar nicht, jedoch soll gerade der Entspannungsfaktor, der in "Endless Ocean" groß geschrieben wird, zur Geltung kommen - und das gelingt dem Titel bereits bei der fesselnden musikalischen Einstimmung eines wunderschönen Songs, der zu Beginn zum besten gegeben wird. Derartiges Gänsehaut-Feeling hatten wir schon lange nicht mehr beim Spielen.

Storytechnisch erwartet uns zwar nur 08/15-Kost, wobei man, wie gesagt, während der Spielzeit keinem roten Faden folgt, ergo auch kein zusammenhängender Hintergrund besteht. Auf einem schmucken Schiff unterwegs, bereist Ihr weitläufige Unterwasserareale, helft einer Forscherin beim Erkunden der tiefblauen Gefilde und genießt das Leben in der Freiheit - abseits von Trubel und Hektik darf man in "Endless Ocean" die Arbeit ruhen lassen und auf entspannende Ausflüge gehen. Wahlweise mit stimmungsvoller, der Software beigelegten Musik, oder eigenen MP3s, die Ihr auf einer SD-Karte auf der Wii abspielt.

Das Gameplay....

Wie so oft gelingt Nintendo auch bei diesem Titel eine ungemein gut abgestimmte Steuerung für Eure Unterwassertrips. Der gesamte Bewegungsablauf erfolgt mit der Wii-Fernbedienung, die nicht nur zur Navigation unterhalb des Meeresspiegels dient, sondern ebenso in sich alle weiteren Elemente vereint. Ob Ihr damit nun durch die Tiefe gleitet, an steilen Hängen das Kleintierleben beobachtet oder mit der Kamera auf Schnappschussjagd geht, bleibt Euch überlassen. Dank intuitiver Steuerungsmechanismen bleibt Ihr aber allzeit auf einem guten Kurs.

Zwischen den Tauchgängen befindet sich Eure - eigenständig kreierte - Spielfigur auf dem Deck des Schiffes "Gabbiano", wo im Grunde alle Aufgaben abseits der verträumten Meereslandschaft stattfinden. Etwas umständlich durch Druck auf den "B-Knopf" bewegt Ihr Euren Charakter fort und zielt mit dem Pointer alle wesentlichen Objekte an. So lassen sich beispielsweise in einer blauen Kiste alle im Wasser gefundenen Items betrachten. Unverhofft, allerdings nicht recht häufig, trefft Ihr auf beschauliche Orte, die ein Geheimnis verbergen, das Ihr bei näherer Betrachtung lüftet und dann meist mit einem netten Goodie zurück aufs Deck kommt. Sozusagen eine minimalistische Schatzsuche. Da das Meer sehr groß ist, wird es kaum möglich sein alle Schätze sein Eigen zu nennen, wesentlich wichtiger dürften aber sowieso die tierischen Bewohner der paradiesischen Areale sein. Dennoch ist es ebenso möglich auf der deckeigenen Liege zu relaxen, den Ausblick zu genießen und die Augen bei einem wärmenden Sonnenuntergang zu schließen. Ein Notizbrett informiert Euch in ausführlicher Weise über alle wesentlichen, spieltechnischen Feinheiten und gibt Tipps, wie man sich in der Unterwasserwelt verhalten sollte. Was aber im Laufe des Spieles zur eigentlichen Herausforderung und zur weiteren "Beschäftigungstherapie" im sonnendurchfluteten Südpazifik-Areal wird, ist der Umgang mit seinem Partner. Nein, eine Liebschaft werdet Ihr mit der Forscherin auf Deck nicht eingehen, dafür im Wasser "Flipper"-ähnliche Delfine antreffen, die Ihr bei entsprechender Behandlung an Euch gewöhnt und durch sorgsame Streicheleinheiten, Futtergaben und spielerisches Antippen an Euch bindet. Hat sich dieser Euch angeschlossen, dürft Ihr ihm im weiteren Spielverlauf Tricks beibringen und ihn bei seinem Spiel beobachten.

Doch bevor es in die Tiefen des Meeres geht, werfen wir zunächst noch einen Blick in die Kabine im Bauch des Schiffes, da Ihr von dort aus Eure Routen plant und über das Satellitenhandy e-Mail-Botschaften empfangt, die wiederum Aufträge und neue Taucheroutfits beinhalten. Nach Lust und Laune werft Ihr Euch in neue Schale (aktuelle Frisur verändern und Ausrüstung wechseln), was allerdings keine spielerischen Auswirkungen hat. Ebenso überbrückt Ihr von dort aus die Nacht, wobei im späteren Spielverlauf Nachttauchgänge zum gewohnten Tagesablauf gehören - atmosphärischer seid Ihr, im wahrsten Sinne des Wortes, schon lange in kein Videospiel mehr eingetaucht, aber dazu später mehr. Neben der Spielstandssicherung könnt Ihr hier im Bestimmungsbuch alle bislang entdeckten Meeresbewohner ansehen und Informationen zu diesen abrufen. Je häufiger Euch bestimmte Tierarten vor die Taucherbrille kommen und je öfter Ihr Euch mit ihnen beschäftigt, desto mehr Informationen werden zu jedem Tier frei geschalten. Für Freunde der Tiefen des Meeres ein wahres Refugium zur allseitigen Entspannung!

Der eigentliche "Spielspaß" findet allerdings unterhalb des Schiffes statt, sprich, während eines Tauchgangs, sei es zu Tage oder in der finsteren Nacht. Abhängig von der gewählten Tageszeit werden Euch die unterschiedlichsten Geschöpfe begegnen. Ob Ihr nun bei einem Auftrag mit einem CPU-gesteuerten Tauchpartner auf Entdeckungstour seid, oder zum reinen Vergnügen das losgelöste Treiben unter Wasser genießt. Alle Areale der Karte lassen sich mit dem Boot ansteuern, dennoch gibt es immer wieder verborgene Buchten, geheime Höhlen und verwunschene Täler, die unter Wasser für überraschte Blicke sorgen und in Zwischensequenzen angekündigt werden. Malerische Plätze, die eine berauschende Lebenswelt aufzuweisen haben und bei welcher man oftmals aus dem Staunen kaum herauskommt. Als Spieler ist man entweder aus Sicht einer dritten Person unterwegs oder taucht in der Ego-Ansicht durch die Weiten. Wollt Ihr wunderbare Korallenriffs aus der Nähe betrachten, könnt Ihr jederzeit ganz nah an das gewünschte Objekt heranzoomen und entdeckt so verborgene Krebsarten, Miniseepferdchen und allerhand scheue Kiemenatmer. Der Kompass am linken oberen Bildschirmrand weist Euch den Weg, eine Karte zeigt Euch jederzeit Euren Aufenthaltsort und wann das in Segmente aufgeteilte Tauchgebiet zu Ende ist. Finden wir übrigens ziemlich störend, dass unsichtbare "Wände" das Weitertauchen verbieten. Somit ist die gesamte manauraische Region nicht in einem einzigen Zug zu durchtauchen - sei es drum, denn auch so ist die Unterwasserwelt fabelhaft anzuschauen.

Zwar verirrt sich im sonnenglutroten Abendhimmel gerne mal eine Largha-Robbe oder ein Seelöwe auf Eurem Deck, die Ihr ausgiebig streicheln dürft, das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den stimmigen Tauchausflügen. In ruhiger Atmosphäre geht es hier zu Werke, neben tot geglaubten Sandriffen existieren in allen Regenbogenfarben sprießende Korallenkonstruktionen, überall wimmelt es an Fischansammlungen, Rochen schweben lautlos durch das stille Meer. Ob Großaugen-Stachelmakrele, Halfterfisch, Juwelen-Fahnenbarsch, Kleiner Fetzenfisch, Hammerhai oder allerlei Arten an Walen - 213 Tierarten sind einfach der Wahnsinn! Jede einzelne könnt Ihr im Laufe der Zeit füttern, anstupsen oder streicheln. Bei der einen oder anderen sollte man dies zwar vermeiden, jedoch hat "Endless Ocean" den Anspruch systematisch das Leben des Meeres anschaulich erfahrbar zu machen und das gelingt dem Titel ungemein gut. Fischschwärme streifen durch die Strömung, Quallen pulsieren in kräftigen Zügen kinderleicht durch das blau-schimmernde Nass. Nur selten seht Ihr kein Lebewesen. Mit der Unterwasserkamera dürft Ihr Aufnahmen der Neuentdeckungen machen und mit Fokus und Blende nach Belieben hantieren, um das bestmögliche Bild zu bekommen. Einige der vielfältigen Tierarten wollen gefüttert, andere wiederum gestreichelt werden. Jedoch trefft Ihr auch regelmäßig auf Meeresbewohner, die einfach nur in Ruhe gelassen werden wollen - anfassen ist also verboten ;-) ! Und selbstverständlich reagiert ein tierischer Partner auf eine Unterwasserpfeife und eilt herbei. Je besser Euer Verhältnis zu einzelnen Tierarten ist, desto anhänglicher sind diese, folgen Euch bei den Tauchgängen, wie ein Hund seinem Herrchen, betteln um Futter oder wollen, dass Ihr Euch mit ihnen ausgiebig beschäftigt. Beispielsweise mit dem Unterwasserstift, mit dem Ihr in unterschiedlichen Farben Markierungen auf dem Bildschirm zeichnet, die dann im Meer verweilen und an welchen auch die Fische ihre Freude haben werden. Besonders Nachttauchgänge gehören zu unserer persönlichen Empfehlung, denn zum einen trifft man zu diesem Zeitpunkt teils komplett andere Lebewesen an, zum anderen ist die Atmosphäre mit Taschenlampe oder entsprechender Ausstattung einfach nur gewaltig.

Grafik & Sound....

Besonders die Unterwasserwelten machen einiges her und bestechen durch ihre Lebendigkeit. In "Endless Ocean" gibt es einiges zu entdecken, dies liegt nicht zuletzt an den über 200 Tierarten, sondern auch an ihren realistischen Animationen, der bunten Landschaften, sowie der vielen entdeckerischen Unternehmungen, die möglich sind. Beinahe alle Flecken des Meeresbodens, der Korallenriffe, sowie der Felswände lassen sich untersuchen, grafisch macht das eine Menge her. Lediglich die Deckeinsätze wirken hinsichtlich der hölzernen Charaktere etwas dröge. Bei textbasierenden Dialogen bleiben die Charaktere scheinbar stumm.

Die Musikgestaltung gehört zu einer der ganz wesentlichen Punkte, die dem Spiel zum Erfolg verhelfen. Nicht nur die Tatsache, dass Ihr Eure eigenen MP3s abspielen dürft, finden wir klasse, sondern vielmehr die verträumten Melodien, die das Unterwasserabenteuer unglaublich bereichern. Ohne diese wäre der Titel kaum so anziehend, wie er sich letztlich präsentiert. Insbesondere die fantastische Titelmelodie mit dem vereinnahmenden, atmosphärisch-ansprechenden Gesang erzeugt Gänsehaut-Feeling pur.

Multiplayer....

Ein Mehrspieler-Modus existiert, allerdings nur über den Wi-Fi-Modus. Einen separaten Kurzbericht dazu findet Ihr im Wi-Fi-Special.

Fazit....

"Endless Ocean" ist kein wirkliches Spiel mit klarem Ziel, allerdings perfekt dazu geeignet den gewöhnlichen Alltag für ein paar Stunden auszuschalten. Entdeckernaturen gehen hier auf Meeresbewohnerjagd, im positiven Sinne, versteht sich. Zu entdecken gibt es unzählige Dinge, Schätze wollen geborgen, Auftraggeber durch die Meereswelt geführt werden. Das Interagieren mit den Lebewesen ist eine spannende Angelegenheit und wird durch die geniale Soundunterstützung zu einem einmaligen Erlebnis. Auch das Partner-Feature kann überzeugen und dient vornehmlich zur Unterstützung der Atmosphäre. Auch wenn sich der Titel ganz klar an eine bestimmte Zielgruppe richtet und nicht für jeden Spieler als das Geeignete erscheint, dürfte er seine Käufer finden. Denn trotz des sehr spannungsfreien Settings macht es eine Menge Spaß auf Tauchgang zu gehen und Forscherarbeit zu leisten. Nintendo hat einfach einen Riecher für gelungene Spielideen!

Das Mag64 Wii Wi-Fi Special
Hier findet Ihr Infos zum Online Gameplay zu Endless Ocean.(Voraussetzungen/Möglichkeiten)

 

+ 213 Meeresbewohner
+ Atmosphäre pur
+ Tag-/Nachttauchgänge
+ Partner-Feature
+ 2P Tauchgänge über Wi-Fi
- spannungsarm
- unsichtbare "Wände"
- kein Spiel im klassischen Sinne
- sehr spezielle Zielgruppe
("Relax"-Titel)

GRAFIK: 79%

SOUND/EFFEKTE: 85%

MULTIPLAYER: 74%

GESAMTWERTUNG: 78%

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