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Wii EA Playground
 
 
EA Playground - Wii
Kilian Pfeiffer (28.02.2008)

SYSTEM: Wii-PAL
ENTWICKLER: Electronic Arts
GENRE: Partyspiel
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SAVEGAME: 1 Seite
60HZ-MODUS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-7
NUNCHUK: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
PLII/HDTV: Ja/Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/LAN: Nein/Nein
MII UNTERSTÜTZUNG: Nein

   
Einleitung....

Der Schulhof bietet nicht nur Gelegenheit für allerhand Schabernack, sei es seine Mitschüler zu ärgern oder sich lediglich gut zu unterhalten, sondern auch die Möglichkeit sportlich aktiv zu werden. So gibt es nicht nur das Gummihüpfen als beliebten Mädchen-Zeitvertreib, auch die mit Kreide auf den Boden gepinselten Hüpfkästchen sind eine beliebte Gelegenheit, um gemeinsam die große Pause rum zu kriegen. "EA Playground" für die Wii richtet sich genau an jene Schüler und Spielplatzgänger, die auf ihrem Schulhof gerne mal ein wenig rasanter zur Sache gehen würden, dies aber angesichts der strengen Pausenaufsicht besser lassen. Somit bleibt nur noch der virtuelle Gang, in unserem Fall der Besuch des "EA Playground"-Pausenhofes. Was der Titel bietet und ob er sein Geld wert ist, erfahrt Ihr im folgenden Review.

Menus und die Story....

Sollte ein Freund fragen, ob Ihr wisst, was "EA Playground" eigentlich darstellt, solltet Ihr ihm sagen, es handle sich dabei um eine Minispielsammlung aus sieben verschiedenen, unterhaltsamen Titeln, die in zahlreichen Varianten auf die Spieldisk gebannt wurden. Mehr ist es im Grunde nicht, dennoch ist der Titel dank des stetig ansteigenden Schwierigkeitsgrades und zusätzlichen Unterhaltungsspielchen eine zielgruppenorientierte, nette Angelegenheit. Mehr aber auch nicht! Denn auf Tiefgang, ausgereiftes Gameplay und eine ausgeklügelte Story werdet Ihr nämlich nicht treffen. Dafür auf ein anfängertaugliches Spielprinzip mit guter Eindeutschung und einem Sammelsurium verschiedenster Aufkleber - typisch Schulhof eben!

Der Spielplatz Deines Lebens! Ungestört mit seinen Freunden all jene Dinge tun, die man in der Realität kaum umzusetzen weiß. Auf "Electronic Arts" Spielplatz können diese Träume in Erfüllung gehen. Vier Bereiche müssen dazu erforscht, eine Vielzahl geschickter, kindlicher Konkurrenten ausgeschaltet werden. Nicht körperlich, sondern innerhalb ihres Steckenpferdes, was wiederum das jeweilige Spiel widerspiegelt. Auf dem Schulhof, im Sportstadion, dem örtlichen Park und dem Baumhaus gilt es seine Gegenspieler auszuloten und in anfangs sehr simplen Spielchen unterzubuttern. Seid Ihr der sprichwörtliche "King" des Spielplatzes, steht das Match gegen den Stickerkönig an - allein daran kann man feststellen, dass die Zielgruppe eine sehr junge sein muss, nicht anders ist das sehr eigenwillige und recht kindliche Setting zu erklären.

Das Gameplay....

Nachdem Ihr die Wii gestartet und im Hauptmenü von "EA Playground" losgelegt habt, müsst Ihr zunächst das eigene Charakterprofil wählen, sprich, ein Kind aus einer Gruppe obercooler Teens wählen, das im Folgenden den eigenen Spieler repräsentieren soll. Ist der Name ausgesucht, in unserem Fall Klein-Kilian, geht die Reise zum virtuellen Spielplatz schon los. Wie gesagt, es existieren sieben modifizierte Minispiele, deren Anspruch im Laufe des persönlichen Fortschritts wächst. So ist zu Beginn lediglich der Schulhof zugänglich, erst nach und nach öffnet sich Tür und Tor zu den drei weiteren spielerischen Schauplätzen. Und wäre das Spiel kein Titel speziell für die jüngere Gamer-Klientel, wäre das Feature des Stickeralbums - meiner Zeit Kultobjekt und Freizeitbeschäftigung Nummer eins während der Schulpause - nicht integriert worden.

Auf jedem Schauplatz tummeln sich unzählige Kinder, nur wenige sind für Euch allerdings relevant - erkennt Ihr eine Blase über deren Kopf, bedeutet dies, dass es hier etwas zu tun gibt, außerdem, dass es hier Bonussticker für das Album zu gewinnen gibt. Denn das hehre Ziel ist klar und deutlich vor dem virtuellen Auge: der Stickerkönig schlechthin zu werden und den derzeitigen Throninhaber forsch von seinem Platz zu weisen! Nicht nur Aufkleber liegen in Eurem Blickwinkel, auch Murmeln sind wichtige Gegenstände im "hochdramatischen" Kampf um den Spielplatz. Diese könnt Ihr nicht nur innerhalb von den sieben unterhaltsamen Spielchen einholen, sondern auch in der Gegend, frei herumliegend, einsammeln. Mit den Murmeln im Gepäck lassen sich dann wiederum Supersticker kaufen, die Eure Fähigkeiten in spielerischer Hinsicht aufwerten. Megaschuss, Superboost und Poweraufschlag - Begabungen, die ohne Murmeln nicht möglich wären.

Allerdings wollen wir zunächst noch einen Blick auf die eigentlichen Spiele werfen, die in unterschiedlichen Herausforderungen auftreten. Vier mal müsst Ihr gegen jeden Gegner antreten, wobei es insgesamt einen Sticker (beim ersten Spiel!) zu gewinnen gibt, die restlichen Herausforderungen sind dafür vorgesehen, Euren Murmelvorrat zu verbessern und den Titel zu 100 % durchzuspielen. So steuert Ihr mit der Wii-Fernbedienung, die übrigens die einzige Steuerungseinheit des Titels darstellt, einen Papierflieger durch einen landschaftlichen Hindernisparcours, sammelt Boosts, wertvolle Sekunden und Beschleunigungen ein und hofft unversehrt und innerhalb des Zeitlimits im Ziel anzukommen. Während der Miniatur-Autorennen, die an frühjugendliche "Carrera"-Bahn-Zeiten erinnern, müsst Ihr als Erster in's Ziel kommen, in den späteren Begegnungen - auch gegen andere Konkurrenten - wird es schwieriger, ebenso warten zusätzliche Aufgaben auf Euch. Beispielsweise sollt Ihr eine Runde in einem bestimmten Zeitlimit beenden oder in Folge nie als Letzter während einer Rundenserie die Linie überqueren. Fünf Power-Ups auf den Strecken verhelfen Euch womöglich zu einem schnelleren Sieg, auch wenn diese Zusätze sinnlos erscheinen, angesichts der äußerst kurzen Renneinlagen.

Jedem Minispiel unterliegt eine aussagekräftige Anleitung, so dass jederzeit deutlich wird, wie die ohnehin simplen Spiele funktionieren. Das traditionell beliebte Völkerball, in welchem Ihr ein Zweierduo in einem wahren Ballregen aus dem Spiel werft, gehört - den Entwicklern nach - zum wohl beliebtesten Spielinhalt des Titels. Kein Wunder, denn spielerische Einlagen wie ein an Volleyball erinnerndes Fußballspiel über ein Netz oder Tetherball, bei welchem man mit Schwung einen an einer Leine befestigten Ball um eine Stange zu wickeln versucht, sind nicht unbedingt qualitativ hochwertige Minispiele erster Güte. Wandball (vergleichbar mit Badminton) ist relativ eintönig, dafür das Dart-Spiel ein an einen 3D-Shooter erinnerndes Scharmützel, bei welchem Ihr möglichst viele Punkte holen müsst oder wahlweise auch andere Herausforderungen bestreitet. Selbstverständlich können alle sieben Minispiele vom Hauptmenü aus für ein "Schnelles Spiel" gestartet werden. Freispielen könnt Ihr hingegen keinen der Inhalte.

Grafik & Sound....

In Sachen Grafik ist "EA Playground" vom Grundtenor recht gut gelungen, denn die Figuren entsprechen einer höchst eigenen Optik und gefallen durch das leicht gedrängte Auftreten. Auch die Örtlichkeiten sind abwechslungsreich in Szene gesetzt und erinnern an den belebten Spielplatz aus der eigenen Jugendzeit. Leider ist die Umgebung sehr überschaubar und nicht viel größer als ein einziger Level einer "Super Mario Galaxy"-Welt. Auch die Minispiele gefallen grafisch, allerdings sollte man sich nicht zu viel vom Gebotenen versprechen.

Das Spielkonzept, das sich augenscheinlich an eine jüngere Zielgruppe richtet, wird auch von der angehängten musikalischen Untermalung gut in Szene gesetzt und unterstützt. Ansprechende Soundeffekte und häufig ähnlich- wirkende Musik bescheren summa summarum aber ein anständiges Ergebnis. Auf Sprachausgabe muss man auch bei diesem Wii-Titel verzichten - wobei bei dem wenigen Textaufkommen diese auch keine Notwendigkeit dargestellt hätte.

Multiplayer....

Bis zu vier Spieler kämpfen im Multiplayer um die Krone des Spielplatzes, selbstverständlich nur mit der Wii- Remote ausgestattet. Jedes der sieben Minispiele lässt sich im Mehrspieler-Modus bestreiten, teilweise in hitzigen Gefechten gegeneinander oder in eigens inszenierten Turnieren, die bis zu 20 Runden dauern. Hier sollte man auch klar anmerken, dass der Vielspieler-Modus eindeutig mehr Laune bringt, als die recht schnell eintönig werdenden Einzelspieler-Auseinandersetzungen. Dennoch sind sieben unterhaltsame, auf die Wii zugeschnittene Einlagen, kein Garant für dauerhaften Spaß.

Fazit....

Mit "EA Playground" für die Wii bringt der in Köln ansässige Software-Hersteller ein auf die jüngere Zielgruppe gerichtetes Produkt auf den Markt, dass das Seelenfeuer vergangener Spielplatz-Spiele, die man in dieser Form in unseren Gefilden kaum kennt, auf die heimische Konsole portieren soll. Leider ist der Umfang eher schwach auf der Brust und angesichts der sich immer wiederholenden Unterhaltungen alles andere als langfristig motivierend. Spaß machen die netten Einfälle schon, insbesondere die Herausforderungen erwarten teilweise höchste Konzentration, dennoch aber wird die Qualität anderer Minispiel-Kanonaden nicht erreicht. Mehrspieler-Freunde sollten wegen des günstigen Preises einmal Probe spielen. Seid Ihr auf der Suche nach eingängiger Software-Kost für junge Gamer, könnt Ihr demnächst im Kaufhaus nach "EA Playground" Ausschau halten. Aber wie gesagt, ist der Markt für vergleichbare Spiele ungemein vielfältig.

 

+ technisch gut gelungen
+ sieben verständliche Minispiele
+ Herausforderungen
+ Extra-Aktivitäten (Dribbeln etc.)
+ MP dominiert Singleplayer
- läppischer Umfang
- dauerhafte Wiederholungen
- klare Zielgruppe der Jungspunde

GRAFIK: 71%

SOUND/EFFEKTE: 68%

MULTIPLAYER: 64%

GESAMTWERTUNG: 61%

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